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Full text of "Arabia Petraea"

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in 2013 



http://archive.org/details/arabiapetraea01musi 



Kaiserliche Akademie der Wissenschaften 



ARABIA PETRAEA 



VON 



ALOIS MUSIL 



I 
MOAB 



TOPOGRAPHISCHER REISEBERICHT 
Mit 1 Tafel und 190 Abbildungen im Texte 



Wien, 1907 

In Kommission bei Alfred Holder 

k. u. k. Hof- und Universitäts- Buchhändler 

Buchhändler der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften 

I., Rotenturmstraße 13 






A 



Druck von Adolf Holzhäuser!, 
k und k. Hof. und Universitäta-Buchdrucker in Wien. 



S5 KAISERL. UND KÖNIGL. HOHEIT 

DEM 

DURCHLAUCHTIGSTEN PRINZEN UND HERRN 



RAINER 



KAISERL. PRINZEN UND ERZHERZOGE VON ÖSTERREICH, 

KÖNIGL. PRINZEN VON UNGARN, BÖHMEN, 

ETC. ETC. ETC. 



IN TIEFSTER EHRFURCHT GEWIDMET 



Vorwort, 



Uieser Band umfaßt die topographische Beschreibung aller meiner 
Routen im alten Moab unter geDauer Berücksichtigung der während der 
Touren gemachten Aufzeichnungen. 

Im November 1895 kam ich nach Jerusalem ; um mich gemäß der 
Enzyklika Providentissimus Deus exegetischen Bibelstudien zu widmen. 
Ich hörte die Vorlesungen an der Ecole biblique, hatte nebstdem einen 
Rabbiner und einen jungen Araber zu Privatlehrern und nahm an den 
von der Ecole biblique veranstalteten Studienreisen teil. Dabei lernte 
ich, insbesondere von dem hochbegabten P. Vincent Hugues, wie man 
auf solchen Reisen arbeiten soll. 

Anfang Juli 1896 begab ich mich in das alte Moabiterland und 
ließ mich in Madaba nieder. Hier lernte ich den intelligenten Missionär 
Anton Abdrabbo kennen ; der mich treu und aufopfernd bei allen meinen 
Unternehmungen unterstützte. Mit ihm unternahm ich meine ersten 
Ausflüge in die nähere wie in die weitere Umgebung und kam so mit 
verschiedenen Stämmen in Berührung. Mitte September 1896 kehrte 
ich wieder nach Jerusalem zurück und blieb in der Ecole biblique bis 
Mitte Februar 1897, worauf ich die Universität St. Josef in Beirut bezog. 

Im Mai desselben Jahres traf ich in Begleitung des Herrn In- 
genieurs Lendle in Razze (Gaza) ein, um von da durch das (iebiet der 



\ I 

'Azäzme nach w. Müsa (Petra) zu gelangen. Der Versuch scheiterte 
und wir kamen Mitte Juni wieder in Mädaba an. Herr Lendle mußte 
sich krankheitshalber bald nach Jerusalem begeben, ich aber setzte meine 
Forschungsreise fort, durchstreifte das ganze 3awrän-Gebiet, kam nach 
Tadmor-Palmvra, besuchte das Gebirge der Nusejrijjc und kehrte durch 
den Libanon nach Beirut zurück. 

Xacli dieser langen und anstrengenden Tour faßte ich den Ent- 
schluß, meine Forschungen auf das alte Arabia Petraea zu beschränken. 
Ich nahm mir vor, dieses Gebiet in verschiedenen Richtungen zu durch- 
kreuzen, es topographisch genau zu beschreiben, die daselbst vorhan- 
denen Ruinen zu identifizieren, die Inschriften zu kopieren, insbesondere 
aber die dort hausenden Stämme und Sippen, sowie deren Sitten und 
I rebräuche kennen zu lernen. Deshalb begab ich mich Anfang No- 
vember 1897 nach Razzc, wo ich durch zwei Monate die Gastfreund- 
schaft des dort tätigen Missionärs und bekannten Topographen Georg Gatt 
genoß. Neben einigen kurzen Touren widmete ich mich ausschließlich 
ethnographischen Arbeiten. 

Ende Dezember teilte ich einige Ergebnisse meiner bisherigen 
Forschungen sowie meine weiteren Pläne dem Herrn Sektionschef J>i". 
IL Zschokke, Herrn Hofrat Dr. D. IL Müller in Wien und Herrn Pro- 
fessor Dr. Rudolf Dvorak in Prag mit, worauf ich aus der Lackenbacher- 
schen Stiftung der theologischen Fakultät an der Wiener Universität, 
von der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien und von 
der böhmischen Kaiser Franz Josef-Akademie der Wissenschaften in Prag 
I Pnterstützungen bekam. 

Am 1. März 1898 trat ich eine neue Reise nach Arabia Petraea 
an, auf der ich das wegen seiner Malereien hochinteressante Schlößchen 
'Amra entdeckte. 

Ende Juli kehrte ich nach Osterreich zurück und wirkte als 
Religionslehrer an der k. k. Staats-Oberrealschule in Olmütz. Für das 
Studienjahr 1899/1900 beurlaubt, arbeitete ich vom 1. August 1899 in 
London, Cambridge, Berlin, Wien und Konstantinopel und traf Ende 
Juni 1900 wieder in Moab ein, um die Bilder von 'Amra zu photo- 
graphieren. 

Nach meiner Rückkehr versah ich seit 1. Oktober 1900 die Lehr- 
kanzel des alttestamentlichen Bibelstudiums an dd k. k. theologischen 



VII 

Fakultät in Olmütz, doch trat ich im April 1901 wieder eine Forschungs- 
reise nach Arabia Petraca an, diesmal in Begleitung des Kunstmalers 
A. L. Mielich, der die Bilder von kusejr ( Amra kopieren sollte. 

Da die Bearbeitung meines bis dahin gesammelten Materiales manche 
Lücken aufwies, unternahm ich nochmals eine Forschungsreise, welche 
von Juli bis November 1902 dauerte. 

Vor Antritt einer jeden Heise war ich bemüht, die Lokalgeschichtc 
der Gegend möglichst genau zu erforschen. Dadurch wurden mir jene 
Begebenheiten bekannt, die sich daselbst im Laufe der Zeit abgespielt 
hatten, und ich lernte eine Menge alter topographischer Benennungen 
sowie die ungefähre Lage der entsprechenden Orte kennen. 

Bevor ich ein mir noch unbekanntes Gebiet betrat, erkundigte ich 
mich über alle Wasserplätze und die Wege zu denselben, über Täler, 
die gekreuzt, und Ruinen, die berührt werden sollten, und skizzierte mir 
gleich eine Karte des betreffenden Territoriums, um dann die Aussagen 
der Führer kontrollieren zu können. Zu Führern nahm ich am liebsten 
Angehörige jenes Stammes, durch dessen Gebiet ich eben ritt, und ent- 
ließ sie, sobald ich bemerkte, daß sie in ihren Angaben nicht ganz sicher 
waren. Je näher sie ihren gewöhnlichen Lagerplätzen weilten, desto 
verläßlicher war ihre topographische Nomenklatur. 

Während der einzelnen Touren notierte ich fleißig alles, was ich 
hörte oder sah, ließ mir die Ortsnamen einigemal wiederholen und skiz- 
zierte gleich eine Routenkarte. Bei nächster Gelegenheit erkundigte ich 
mich nochmals über die zurückgelegte Route, um zu prüfen, ob ich 
einen jeden Namen korrekt eingetragen habe. Fand ich einen Schrift- 
kundigen, so ließ ich mir die Namen arabisch aufschreiben. Dabei 
machte ich die Wahrnehmung, daß jene, die sich die Kunst der Schrift 
in einer von Europäern geleiteten Anstalt angeeignet hatten, die ein- 
zelnen t-, cl- und s-Konsonanten sehr schwer unterschieden. Durch oft- 
maliges Notieren desselben Namens gelangte ich zu einer gewissen 
Sicherheit in der Orthographie. 

Der Entwurf einer ausführlichen Karte von Arabia Petraea erwies 
sich für meine topo- und ethnographischen Arbeiten als unentbehrlich. 
Da ich aber kein geschulter Kartograph war und in Jerusalem keine 
Gelegenheit fand, mir die nötigen Kenntnisse unter der Leitung eines 
Fachmannes anzueignen, so blieb ich auf Bücher angewiesen. Auch 



VIII 

gestattete mir meine Art und Weise zu reisen nicht, Meßinstrumente 
mitzunehmen, die leicht verdorben oder zu auffällig werden konnten. 
Ich mußte mich anfangs auf einen Meßtisch, eine große Bussole, ein 
Hühenmeßbarometcr und einen photographischen Apparat beschränken. 

Von den südlichsten und weithin sichtbaren trigonometrisch auf- 
genommenen Punkten der großen Karte des Palestine Exploration 
Fund ausgehend, konstruierte ich eine Anzahl von Dreiecken, die ich 
mit größter Sorgfalt südwärts hin fortsetzte. Sehr zustatten kam mir 
der Umstand, daß mehrere Punkte 50 — 10 km weit sichtbar sind 
und somit in verschiedene Dreiecke eingefügt werden konnten. Am 
schwierigsten gestaltete sich diese Arbeit in der Senkung el-'Araba und 
in der flachen östlichen Wüste. Doch konnte ich von el-'Araba aus 
mehrere Punkte der östlichen Dreiecke und von diesen wieder einige 
markante Punkte des westlichen Hochplateaus wahrnehmen. Von einem 
jeden Punkte meiner Dreiecke, den ich betreten habe, skizzierte ich die 
ganze sichtbare Umgebung und machte, wo es eben anging, auch photo- 
graphische Aufnahmen. Auf einer jeden Route notierte ich gewissenhaft 
Zeit, Marschtempo und Richtung und rayonnierte von einzelnen Orten 
aus einige Punkte meiner Dreiecke. Zugleich zeichnete ich die Routen- 
karte und erkundigte mich, wo das eben gekreuzte Tal entstehe, welche 
Seitentäler es habe und wohin es münde. Bei verschiedenen Routen 
kreuzte ich dann dasselbe Tal an verschiedenen Stellen und konnte 
dadurch seine Richtung ziemlich getreu wiedergeben. Desgleichen peilte 
ich zahlreiche Orte auf verschiedenen Routen zehn- bis zwanzigmal. Eine 
Übersicht des Dreiecknetzes wird dem zweiten Bande beigegeben werden. 

Auf diese Weise hatte ich bereits 1896 und 1897 das alte Moab 
und einen Teil von Edom, und zwar von h- el- c Al im N. bis Ma'än und 
w. Müsa (Petra) im S. und vom Toten Meere im W. bis zur Pilger- 
straße im 0. aufgenommen und auch eine Routenkarte dieses Gebietes 
skizziert. Ende 1897 entwarf ich in Razze (Gaza) eine Karte von Negeb, 
und zwar von Bir es-Saba' im N. bis 'ajn Kdejs im S. und von Dejr 
el-Belah und Ruhejbe im W. bis h- Aräd und Dejkat Hiekim im O. 
Als ich Mitte Februar 1898 von Herrn Hofrat Dr. D. H. Müller 
telegraphisch von der mir von der kaiserlichen Akademie zu Zwecken 
einer neuen Forschungsreise erteilten Unterstützung verständigt wurde, 
wollte ich den Herrn Ingenieur Lendle mitnehmen, der sich karto- 



IX 

graphischen Arbeiten widmen sollte. Dazu erhoffte ich auch von der 
k. k. geographischen Gesellschaft in Wien eine Subvention zu erhalten. 
Dem Gesuche legte ich als Probe die Umgebungskarte von Mädaba, und 
zwar von el-\Al bis el-Wale und von Mä'in bis el-Msatta bei. Im Jahre 
1898 bediente ich mich auch eines Sextanten und meine kartographischen 
Arbeiten umfaßten bereits ganz Arabia Petraea. Nach Absolvierung 
eines Kurses im k. u. k. Militärgeographischen Institute konnte ich auf 
den Reisen 1900 und 1901 noch erfolgreicher arbeiten. Ende 1901 und 
Anfang 1902 machte ich mich an den Entwurf der Gesamtkarte. Hier- 
bei unterstützte mich Herr k. u. k. Hauptmann Rudolf Stolz, der mir 
beim Zusammenstellen und Auftragen der Fixpunkte sowie beim Ein- 
fügen der Routenkarten sehr behilflich war. Leider stellte es sich heraus, 
daß das aufgenommene Gebiet weder im W. ; noch im O., noch im S. 
vollkommen abgegrenzt und die Richtung zahlreicher Täler in erAraba 
unbekannt sei. Um diese Mängel zu beheben und die Zahl der Fix- 
punkte zu vermehren, sollte ich eine neue Reise unternehmen. 

Dazu riet mir insbesondere Herr Professor Dr. Rudolf E. Brünnow, 
der alle meine Arbeiten in jeder Hinsicht förderte. Anfang 1902 be- 
stand der Plan, daß ich alle Ergebnisse meiner Forschungsreisen in 
seinem monumentalen Werke „Die Provincia Arabia" veröffentlichen 
sollte. Um dies zu besprechen, besuchte ich ihn in Vevey und bei 
dieser Gelegenheit bekam ich den Entwurf seiner Routenkarten zu sehen. 
Es wurde geplant, daß ich in diesen Entwurf alle meine Aufnahmen 
eintragen und ihn auf meiner neuen Reise vervollständigen solle. Zu 
diesem Zwecke schickte mir Professor Brünnow eine Skizze seines Ent- 
wurfes auf drei nicht zusammenhängenden Blättern nach Olmütz. Als 
ich mit Herrn Hauptmann Stolz diesen Entwurf mit dem meinigen, 
insbesondere mit dem Netze von ganz Arabia Petraea verglich, ergab 
es sich, daß einige Dreiecke übereinstimmten, andere aber divergierten, 
daß die Richtung einiger von mir im Ober- und Unterteile, von ihm 
in der Mitte gekreuzter Täler (insbesondere auf der Pilgerstraße) genau 
eingetragen werden können, und daß seine Beobachtungen große Sorgfalt 
bekundeten. Da sein Kartenentwurf jedoch nur einen, wenn auch den 
wichtigsten Teil der Provincia Arabia und zwar nur etwa ein Siebentel 
der von mir entworfenen Karte von Arabia Petraea umfaßte, und ich 
mein Dreiecksystem nicht umändern konnte, ließ ich diese Arbeit ruhen, 



X 

um auf Grund neuer Aufnahmen während der neuen Reise die diver- 
gierenden Angaben zu überprüfen. Damals kam ich auch zu dem Ent- 
schlüsse, die Ergebnisse meiner Forschungen selbständig herauszugeben, 
da sie ganz Arabia Petraea umfassen und auf anderer Grundlage als 
Brünnows Aufnahmen fußen. Infolgedessen schickte ich die Kartenskizze 
an Professor Brünnow zurück. 

Auf der Reise 1902 gebrauchte ich nebst den erwähnten Meß- 
instrumenten auch zwei Theodolite. Den einen, sehr handlichen, stellte 
mir Professor Brünnow in liebenswürdigster Weise zur Verfügung, den 
anderen bekam ich nebst einem Sextanten und einem Chronometer von 
der Leitung des k. u. k. Marineamtes in Pola. Zuerst arbeitete ich im 
W. und konnte mein Forschungsgebiet ziemlich gut abgrenzen; im S. 
und SO. durfte ich mich jedoch wegen der Pest- und Choleragefahr nicht 
aufhalten, weshalb diese Grenzteile nur schematisch wiedergegeben sind. 

Nach Europa zurückgekehrt, konnte ich mein Netz von Arabia 
Petraea ergänzen und die einzelnen Routenkarten einfügen. Bei der 
Ausführung dieser Arbeiten war mir der Unteroffizier Rudolf Thomas- 
berger behilflich, den der Kommandant des k. u. k. Militärgeographischen 
Institutes, Herr Generalmajor Otto Frank, mit Genehmigung des k. u. 
k. Reichskriegsministeriums der kaiserlichen Akademie der Wissen- 
schaften bereitwilligst zur Verfügung stellte. Im Dezember 1903 war 
das Gerippe der Karte von ganz Arabia Petraea im Maßstäbe von 
1 : 50.000 entworfen (siehe Anzeiger der philosophisch-historischen Klasse, 
Wien 1903, S. 176 ff. und 1904, S. 2 ff.) und im Laufe des Jahres 1904 
im Maßstabe 1 : 150.000 reingezeichnet und die Terrainformation skizziert. 

Die Umzeichnung des Gerippes (im Maßstabe 1 : 200.000) geschah 
im k. u. k. Militärgeographischen Institute unter Leitung des Herrn 
Obersten W. Wisauer. Herr General Robert Daublebsky v. Sterneck 
setzte die barometrischen und theodolitischen Höhenmessungen fest und 
unter Leitung des Herrn Obersten Baron A. Hübel und des Herrn 
Regierungsrates Karl Hödelmoser wurde die Terrainzeichnung ausgeführt. 
Von der kaiserlichen Akademie wurde auch Herr Universitätsprofessor 
Dr. E. Oberhummer als Fachreferent herangezogen. 

Von den vorhandenen Karten einzelner Teile von Arabia Petraea 
wurden berücksichtigt: Leon de Laborde, Voyage de FArabie Petree, Paris 
1830; E. H. Palmer und C. F. Tyrwhitt Drake, Routenkarte des Negeb 



XI 

oder Südlandes und Thcil der Wüste et- Tili, F. A. Perthes, Gotha; Palestine 
Exploration Fund, Old and New Testament Map of $& Palestine ; R. E. 
Brünnow und A. v. Domaszewski, Die Provincia Arabia, Bd. I, Straßburg 
1904 (insbesondere die nächste Umgebung der Hägg-Straße nacli Ma'an). 

Ich bin mir wohl bewußt, daß meine Karte viele Schwächen auf- 
weist; ich hätte auch gern vor ihrer Drucklegung noch eine Reise unter- 
nommen, um verschiedene Lücken auszufüllen, doch war es angezeigt, 
einmal abzuschließen und das Material nicht zu häufen. Je näher die dar- 
gestellten Gebiete meinen Routen liegen, desto grüßer ist die Zuverlässig- 
keit der Karte. In entfernteren, insbesondere flachen Gebieten, wo die 
Talrichtungen schwerer festzustellen sind, habe ich mich auf die Angaben 
meiner Führer verlassen müssen. So ist die Osthälfte der Senke al-Gafar 
nur aus der Ferne skizziert. Alle auf der Karte verzeichneten Täler sollen 
dort einmünden; die Namen sind zuverlässig, die Richtungen müssen 
erst festgestellt werden. Ahnliches findet sich auch in einigen anderen 
Teilen. Es lag ja nicht in meiner Macht, eine geographisch absolut richtige 
Karte zu entwerfen, ich mußte mich darauf beschränken, eine Karte an- 
zufertigen, welche die Grundlage für meine topographischen und ethno- 
graphischen Werke bilden sollte. Die allgemeine Terrainformation sollte 
veranschaulicht und jeder im Texte erwähnte Ort eingetragen werden. 
Das größte Gewicht legte ich auf die genaue orthographische Wieder- 
gabe der einzelnen Ortsnamen, nicht aber auf die absolut präzise Lage. 

Die meisten Pläne von Ruinenstätten sind mittels Meßtisch aufgenom- 
men und die Umrisse abgeschritten. Der Plan von el-Kerak (Fig. 9, S. 47) 
fußt auf der Aufnahme von M. Mauß in H.T. P. J. duc de Luynes,Voyage 
d'exploration a la Mer Morte, Paris 1874 und derjenige von al-Msatta 
(Fig. 83, S. 198) stammt von Herrn Mielich. In Mädaba (Fig.39ff., S. 115) 
arbeitete ich gemeinschaftlich mit Don Giuseppe Manfredi und Herrn 
Lendle, in at-Tüba (Fig. 59, 61, S. 177, 179), al Mwakkar (Fig. 71, 72, 
S. 190 f.), ( Amra (Fig. 96, S. 220), al-Harani (Fig. 130, 134, S. 292, 296) 
und el-Kwejzijje (Fig. 111, S. 266) mit Herrn Mielich. Der Plan und 
die Rekonstruktion von at-Tüba (Fig. 61, 70, S. 179, 189) wurden von 
dem Architekten Max Kropf, alle übrigen nach meinen Aufnahmen und 
unter meiner Leitung von Herrn Architekten Alfred Castelliz ausgeführt. 
Herr Castelliz hatte auch die Güte, die architektonische Beschreibung 
zu revidieren. Das Terrain zeichnete Herr Rudolf Thomasberger. 



Die Photographien Fig. 8, 10, 12, 15, 21, 38 verdanke ich dem un- 
vergeßlichen, leider frühzeitig verstorbenen Förderer meiner Reisen, Ca- 
nonieo Don Antonio Barberis in Jerusalem, und die Fig. 63, 66, 68, 69, 73, 
90, 94, 97, 103, 112, 116, 117, 128, 138, 145—149, 153—163 Herrn Maler 
Mielich, die übrigen sind meine Originalaufnahmen. Mehrere Klischees 
hat die Direktion der k. u. k. Hof- und Staatsdruckerei aus meinem 
Teile des c Amra-Werkes zur Verfügung gestellt. Alle übrigen sind von 
der k. u. k. Photo -Chemigraphischen Hof- Kunstanstalt G. Angerer und 
Göschl angefertigt worden. 

Beim Ordnen des Textes war ich bemüht, meine an Ort und Stelle 
verfaßten Reisenotizen getreu wiederzugeben. An einigen wenigen Stellen 
habe ich einen kurz skizzierten Gedanken ausführlicher behandelt. Die 
Form des Reiseberichtes gestattete mir auch nicht, fremde, wenn auch 
hochinteressante Beobachtungen einzufügen und dadurch die meinigen 
zu ergänzen. Nur bei der Beschreibung von hän az-Zebib (S. 176) habe 
ich auf Grund der sorgfältigen Aufnahme Brünnows einige Änderungen 
vorgenommen, Ursprünglich war es meine Absicht, ausführliche Aus- 
züge aus alten und neuen Werken, die sich auf Moab beziehen, 
in den Noten zu geben, doch als ich gesehen hatte, daß Brünnow 
die neueren westländischen Reisebeschreibungen erschöpfend anführt, 
beschränkte ich mich auf die alten geographischen und historischen 
Werke, um dadurch ein Bild der Geschichte eines jeden Ortes zu 
skizzieren. 

Das Manuskript war bereits 1903 fertig, doch mußte mit der Druck- 
legung gewartet werden, bis die Karte und alle Pläne hergestellt waren. 
Dies geschah im Frühjahre 1906 und die kaiserliche Akademie der 
Wissenschaften faßte in der Sitzung vom 28. Juni 1906 den Beschluß, 
die Ergebnisse meiner Forschungsreisen in Arabia Petraea als eine 
selbständige Publikation unter der Aufsicht der nordarabischen Kom- 
mission herauszugeben. Die gesamte Publikation soll meinen topogra- 
phischen, ethno- und epigraphischen Reisebericht umfassen; der vor- 
liegende I. Band ist der Topographie Moabs gewidmet. 1 

1 Die zu diesen Werken gehörige Karte ist von der Kaiserlichen Akademie der 
Wissenschaften herausgegeben worden unter dem Titel: Karte von Arabia Petraea 
nach eigenen Aufnahmen von Prof. Dr. Alois Musil, Maßstab 1:300 000, 3 Blatt im 
Format von je G5 : 50 cm Bildfläche. Wien 100G, Alfred Holder. 



XIII 

Seine kaiserliche und königliche Hoheit, der durchlauchtigste Herr 
Erzherzog-Kurator der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, dem 
dieser Band gewidmet ist, hat wie den Verlauf meiner Reisen, so auch 
den Fortgang der Bearbeitung des gesammelten Materiales mit lebhaf- 
testem Interesse hegleitet und mir seine mächtige Unterstützung zuteil 
werden lassen. 

Die Möglichkeit, mich diesen Forschungen zu widmen, wurde mir 
geboten durch den Fürsterzbischof Dr. Theodor Kohn, der mich 1895 
in der Ecole biblique studieren ließ und mir auch später den nötigen 
Urlaub erteilte. Da ich aber in Olmütz nicht imstande war, die Er- 
gebnisse meiner Forschungsreisen zu bearbeiten, so war im Jahre 1904 
die Gewährung eines längeren Urlaubes einer der ersten Akte Sr. Ex- 
zellenz des Fürsterzbischofs Dr. Franziskus Salesius Bauer. 

Die größte Förderung fanden meine Arbeiten bei dem inzwischen 
verstorbenen Minister für Kultus und Unterricht, Sr. Exzellenz Dr. W. 
Ritter v. Hartel, dem Herrn Sektionschef Dr. II. Zschokke, sowie Herrn 
Hofrat Dr. Leo Ritter v. Mannagetta, die mich dauernd und in jeder 
Weise unterstützten. 

Die kaiserliche Akademie der Wissenschaften, insbesondere der 
Präsident Eduard Sueß und der Sekretär der philosophisch-historischen 
Klasse Hofrat Dr. Josef Ritter v. Karabacek haben mir jede in ihren 
Wirkungsbereich fallende Unterstützung meiner Arbeiten gewährt. Zu 
wärmstem Danke bin ich dem Obmann der Nordarabischen Kommission 
Hofrat Dr. D. H. Müller verpflichtet, der mir seit Anbeginn immer und 
überall mit Rat und Tat hilfreich und aufopfernd zur Seite stand. 

Die Geldmittel für meine Reisen und Arbeiten gewährte mir in 
den ersten Jahren teilweise der Fürsterzbischof von Olmütz Dr. Theodor 
Kohn und die böhmische Kaiser Franz Josef-Akademie in Prag, dann 
die kaiserliche Akademie der Wissenschaften in W T ien, die Leitung der 
Lackenbach ersehen Stiftung, das k. k. Ministerium für Kultus und Unter- 
richt, Herr Truchseß Fritz Dobner von Dobenau, die Hofkanzlei Sr. 
Durchlaucht des regierenden Fürsten Johann von und zu Liechtenstein, 
Herr Bergrat Max v. Gutmann, Herr Moritz v. Kuffner und in ganz 
besonders munifizenter Weise Herr Salo Colin. 

Auf meinen Reisen und während meines Aufenthaltes an fremden 
Universitäten und Bibliotheken fand ich vielseitige Unterstützung. Es seien 



X I V 

hier genannt: Sc. Exzellenz der General-Gouverneur von Damaskus, Sc. 
Exzellenz der Pascha von Jerusalem, Sc. Exzellenz der kaiserliehe Minister 
des Inneren in Konstantinopel, Se. Exzellenz Hamdy Bey, Direktor der 
kaiserlich Ottomanischen Museen in Konstantinopel, und das lateinische 
Patriarchat in Jerusalem, ferner der k. u. k. Minister des Äußeren, der 
k. u. k. Botschafter in Konstantinopel, der k. u. k. Konsul in Jerusalem, 
der Kanzleidirektor Artin Torrosian in Jerusalem, die Direktion des 
Österreichischen Lloyd in Triest, der Lloydagent Andrea Mantüra in 
Jaffa, die Direktion des österr. und ungar. Pilgerhauses in Jerusalem, 
die Direktion des British Museum in London, die Direktion der könig- 
lichen Bibliothek in Berlin und vor allem die k. u. k. Direktion der 
k. k. Hofbibliothek in Wien, welche mir ihre Schätze mit liberalstem 
Entgegenkommen zur Verfügung stellte. 

Bei der Drucklegung dieses Werkes unterstützten mich in freund- 
lichster Weise die Herren Hofrat Dr. D. H. Müller, Universitätsprofessor 
Dr. Rudolf Geyer, Dr. Hans v. Mzik, Professor Dr. Heinrich Montzka 
und Professor Dr. K. Wessely, welche die Güte hatten, Korrekturen 
zu lesen. 

Wien, im Februar 1907. 

Alois Mnsil. 






Inhaltsübersicht 



Topographische Einleitung. 

Berge: Seite 

Das Westgebirge 1 

Die östlichen Ausläufer 4 

Das Ostgebirg-e 7 

Wasser laufe: 

Die westlichen Wasserläufe 9 

Die östlichen Wasserläufe 16 

Wasserorte 17 

Mineralprodukte 18 

Anbaufähigkeit 19 

Verkehrsstraßen 20 



1896. 



r. 



Von el-Kerak nach ksür Bsejr 26 

Von ksür Bsejr über el-Mheres nach el-Hmemät 33 

Von el-Hmemät nach el-Kuträni 35 

Von el-Kuträni über el-Morejra und Middin nach el-Kerak 40 

El-Kerak 45 

Anmerkungen 57 



IL 

Von el-Kerak zum sejl ed-Drä c 63 

Von sejl ed-Drfi' nach rör es-Säfije 67 

Von rör es-Satije über Hanzire nach el-Kerak 70 

Anmerkungen 74 



III. 

Von el-Kerak über Dät-Räs nach el-Mhajj 77 

Von Mhajj nach kal'at el-I5sa 82 

Anmerkungen - 85 



XVI 

IV. Seite 

Von el-Kerak nach 'Arsa Slimän ibn Däüd 86 

Von c Ar§a Slimän ibn Daud nach c ajn el-Bedijje ,,,.,. 92 

\'on 'ajn el-Bedijje nach hammam ez-Zerka' und Mädaba ,,.,.... 94 

Anmerkungen - 100 

1897. 
I. 

Von Mädaba zu 'ajn Sa'ide 106 

Von r ajn Sä'ide über Libb zu hammam ez-Zerka 1 111 

Mädaba 113 

Anmerkungen 122 

IL 

Von Mädaba nach Barza und el-Lehün 125 

Von el-Lehün nach el-Mcäwer 131 

Von el-Möäwer über f ajn el-Bedijje nach ras wädi Swar 135 

Von ras wädi §war nach h. Bälu'a, f Azzür und zurück 138 

Anmerkungen 147 

1898. 
I. 

Von sejl el-ITsa über daraget el-Hajje nach el-Kerak 151 

IL 

Von el-Kerak zu hammam wädi beni Hammad 153 

Von hammam ibn Hammad nach el-Lisän 158 

Von el-Lisän auf der Rasife-Straße nach Kufrabba und el-Kerak 1G6 

Anmerkungen " 170 

III. 

Von Mädaba nach han az-Zebib 173 

Von han az-Zebib nach at-Tüba 176 

Von at-Tüba nach al-Mwakkar, al-Msatta, 'Alja und al-Genäb 188 

Von al-Genab über al-Harani und kusejr 'Amra nach al-Azrak 206 

Von al-Azrak nach ar-Kazib 209 

Anmerkungen 210 

1900. 

I. 

Von Mädaba nach el-Jädüde 215 

Von el-Jädüde nach kusejr 'Amra 219 

Anmerkungen 232 



XVII 

"• Seite 

V r on Mädaba nach el-Mcawer, ez-Zära und se'ib el-Klejt 234 

Von se'ib el-Klejt über kurammet aba-1-Hsejn nach el-'Al 241 

Von el-'Äl über et-Tamad nach Mädaba 250 

Anmerkungen 252 

III. 

Von el-Kerak über Kufrabba und Hanzire zum sejl el-Kerähi 255 

Anmerkungen 262 

1901. 
I. 

Von Mädaba zu den Quellen 'ujün ed-Dib 265 

Von 'ujün ed-Dib über Sijara nach Mädaba 271 

Anmerkungen 274 

II. 

Von Mädaba nach 'Amra, al-'Wejned, al-Haräni, al-Mwakkar und al-Msatta . . 275 

Von al-Msatta über al-Mdejjene nach kasr al-Hammam 294 

Von al-Idammäm über at-Tüba nach 'attärat umm at-Tejrän 303 

Von atlTirat umm at-Tejran nach radir al-Ginz 310 

Anmerkungen 318 

III. 

Von al-'Ajna über Nahl nach al-Hanacen 320 

Von hafajer al-Hanacen über al-Mdejjene und Diban nach Mädaba 327 

Anmerkungen 332 

XV. 

Von Mädaba über en-Neba' nach el-Mhajjet 334 

Von h. el-Mhajjet über el-Ehneni und 'ujün Müsa nach Mädaba 340 

Anmerkungen 346 

V. 

Von Mädaba über at-Tonejb nach Nefa'a 349 

Von Nefaa über Bejt Zer'a und Sümijje nach Mädaba 353 

Anmerkungen 356 

1902. 

I. 

Von sejl el-Hsa auf der Sultäni-Straße nach el-Kerak 359 

II. 

Von el-Kerak über sagarat el-Mese nach Ga'far 363 

Von Ga'far nach h. el-Haddäde : 366 

Von Ii. el-Haddade nach Mädaba 369 

Anmerkungen 387 

Musil. Arabia Petraea. I. Moab. b 



XVIII 



III. 



Seite 

\ ..li Mädaba nach l.Icsban, Bejt Zer'a und umm el-Brac 383 

Anmerkungen 393 

IV. 

Von Mädaba nach h. 'Atariis und üher Mä'iu zurück . . 395 

Anmerkunsren . , . 400 



Routenübersicht 401 

Register : 

Verzeichnis der neuarabischen Ortsnamen 409 

„ „ hebräischen und syrischen Ortsnamen 438 

„ „ griechischen Ortsnamen , . 439 

,, „ lateinischen und fränkischen Ortsnamen 440 

„ ,, altarabischen Ortsnamen 441 

Berichtigungen . 443 






Verzeichnis der Abbildungen, 



Figur Soito 

1. Sarbüt Ader von Norden 27 

2. c Ajn el-Leggün von Osten 20 

3. Kasr Bsejr. Der Südostturm von Südosten 30 

4. Kasr BSejr. Das Tor von Süden 31 

5. Kasr Bsejr. Der Nordwestturm von Süden 32 

6. El-Kuträni von Südsüdwesten 38 

7. El-Kuträni von Südosten 30 

8. El-Kerak. Die Festung- von Osten 46 

0. El-Kerak. Situationsplan 47 

10. El-Kerak. Burg ez-Zäher von Süden 48 

11. El-Kerak. Burg- el-Katäwne von Süden 48 

12. El-Kerak. Burg ez-Zäher von Südosten 40 

13. El-Kerak. Hof eines Wohnhauses 40 

14. El-Kerak. Das griechische Kloster von Südosten 50 

15. El-Kerak. El-Hadr von Osten 50 

16. El-Kerak. Das Regierungsgebäude und die Festung von Nordosten ... 51 

17. Das Festungstor von Süden 52 

18. El-Kerak. Relief in der Nordostecke der Festung 53 

10. El-Kerak. Die Südostecke der Festung von Osten 54 

20. El-Kerak. Die Festung von Süden 55 

21. El-Kerak. Der Eingang des Westtunnels 64 

22. Rör el-Mrejsed von Südwesten 60 

23. Wädi Swehef von Westen 71 

24. El- c Aräk von Südosten 72 

25. Oebel al-Knen von Süden 73 

26. El-Kerak. Die Militärparade vor der Festung 78 

27. El-Kerak. Offiziere und Beamte 70 

28. Dät-Ras. Der Tempel von Südosten 80 

20. Dät-Räs. Das Südtor von Süden 81 

30. 'Arsa Slimän ihn Däüd. Der Hof von Osten 01 

31. Hammäm Zerka' Mä'in. Der warme Bach von Süden 05 

32. Hammäm Zerka' Mä'in. Der Moorboden von Süden 06 

33. Hammäm Zerka' Main. Der Palmenhain von Süden 07 

34. Hammäm Zerka' Main. Die kalte und die warmen Quellen von Ost- 
südosten 08 

35. Hammäm Zerka' Mä'in. Die kalte und die warmen Quellen von Süden . 00 

36. Hirbet Hawwära von Westen • 1 (, 7 

37. llmm er-Kasfis. Der Turm von Südwesten 100 

38. Madaba von Westen 114 



Figur Seite 

30. Mädaba. Situationsplan 115 

40. Mädaba. Die Basilika mit der Mosaikkarte 116 

41. Mädaba. Die Basilika des heil. Elias 117 

42. Mädaba. Die vierte Kirche 117 

43. Mädaba. Die Marienkirche 117 

44. Mädaba. Die katholische Mission von Südosten 118 

45. Mädaba. Die sechste Basilika 110 

46. Mädaba. Die nennte Basilika 110 

47. Mädaba. El-Megneka von Westen 121 

48. El-Mögeb und die Sultäni-Straße von Norden 120 

40. El-Mögeb von der römischen Brücke gegen Westen 130 

50. Ard el- r Atasije von Nordwesten 137 

51. El-Kasr. Relief 141 

52. Wadi el-Haraze von Westen 145 

53. Hirbet er-Rabba von Westen 155 

54. Rör el-Mezra' von Südosten 150 

55. Im Lager der Rawärne 162 

56. El-Kerje am Lisan von Nordosten 165 

57. El-Lisän von Südosten 160 

58. Türkische Grenzwache 175 

50. Kasr at-Tüba. Situation 177 

60. Kasr at-Tüba. Die südliche Hälfte des Haupttraktes von Osten . . . . 178 

61. Kasr at-Tüba. Grundriß 170 

62. Kasr at-Tüba von Norden 180 

63. Kasr at-Tüba von Nordosten 181 

64. Kasr at-Tüba. Der Anbau von Osten 182 

65. Kasr at-Tüba. Die Tür in dem Anbau von Osten 183 

66. Kasr at-Tüba. Die östliche Tür des westlichen Portalvorbaues .... 184 

67. Kasr at-Tüba. Die nördliche Hälfte des Haupttraktes von Osten .... 185 

68. Kasr at-Tüba. Das erhaltene Gebäude von Südwesten 186 

69. Kasr at-Tüba. Durchsicht durch die Verbindungstüren von Westen . . 187 

70. Kasr at-Tüba. Rekonstruktion (perspektivische Ansicht) 180 

71. Kasr al-Mwakkar. Situationsplan 100 

72. Kasr al-Mwakkar. Grundriß des Schlosses 101 

73. Kasr al-Mwakkar. Der Mauerrest von Nordosten 192 

74. Kasr al-Mwakkar. Die Gewölbe von Osten 103 

75. Kasr al-Mwakkar. Schnitt A— B 103 

76. Kasr al-Mwakkar. Gekuppelter Pfeiler 104 

77. Kasr al-Mwakkar. Das Kreuz 104 

78. Kasr al-Mwakkar. Die dreiteilige Anlage von Norden 105 

70. Kasr al-Mwakkar. Mittelraum der dreiteiligen Anlage von Norden . . 105 

80. Kasr al-Mwakkar. Grundriß der dreiteiligen Anlage 106 

81. Kasr al-Mwakkar. Längenschnitt durch die dreiteilige Anlage 107 

82. Kasr al-Mwakkar. Querschnitt durch die dreiteilige Anlage 107 

83. Kasr al-Msatta. Grundriß 108 

84. Kasr al-Msatta. Ornamente auf der Südfront 100 

85. Kasr al-Msatta. Ornamente auf der Südfront 200 

86. Kasr al-Msatta, Ornamente auf der Südfront 201 

87. Kasr al-Msatta. Ornamente auf der Südfront 202 



XX J 



88. Kasr al-Miatta. Ornamente auf der Südfronl . 203 

80. Kasr al-Miatta. Eingestürzter Pfeiler . . 204 

90. Kasr al-Msatta. Die Mitto dos Haupttraktes von Südwesten 208 

9\. Kasr al-Msatta. Der Nordostteil des Haupttraktes 207 

92. Kasr al-Msatta. Der Haupttrakt von Norden .... 208 

93. Beim radir ae-Celat 209 

94. Kfer abu Bedd von Süden 216 

95. Eine Zisterne bei Barazen 217 

90. Kusejr 'Amra. Situation 220 

97. Kusejr 'Amra von Südosten 221 

98. Kusejr 'Amra. Der zerstörte Brunnen 222 

99. Kusejr 'Amra. Der Hof ' 223 

100. Kusejr 'Amra. Grundriß 224 

101. Kusejr 'Amra von Nordwesten 225 

102. Kusejr 'Amra von Nordosten 227 

103. Kusejr 'Amra Der Hofeingang von Norden .... 229 

104. Kusejr 'Amra. Längenschnitt 230 

105. Kusejr 'Amra von Nordosten 231 

106. Kul'ammet aba-1-Hsejn. Grundriß 243 

107. Hirbet el-Mdejjene von Süden 247 

108. Kasr el-Äl. Grundriß 248 

109. Kasr el-'Al. Der Turm von Südosten 249 

110. Dohne am Westhange des g. ammu Nsäjeb 257 

111. El-Kwejzije. Situationsplan 266 

112. El-Kwejzije. Dohne am Südhange des w. el-'Afrit 267 

113. El-Kwejzije. Dohnen am Südhange des w. el-'Afr't 268 

114. El-Kwejzije. Dolmen am Nordabhange des g. el-Maslübijje 269 

115. 'Ujün ed-Dib von Westen 270 

116. Hrejbe Sijära von Osten 273 

117. As-Öefa* von Westen 276 

118. Kusejr 'Amra. Der Sternenhimmel 277 

119. Kusejr 'Amra. Der Sternenhimmel 278 

120. Kusejr 'Amra. Der Sternenhimmel . 279 

121. Kusejr 'Amra. Bilder auf der Tonne des ersten Gemaches 281 

122. Kusejr 'Amra. Bilder auf der Tonne des ersten Gemaches 283 

123. Kusejr 'Amra. Bilder auf der Tonne des ersten Gemaches 284 

124. Kusejr 'Amra. Hauptraum von Norden 285 

125. Kusejr al-'Wejned. Situationsplan 286 

126. Kusejr al-'Wejned. Grundriß 288 

127. Radir al-'Wejned von Südosten 289 

128. Aufbruch von 'Amra 290 

129. Kasr al-Haräni von Westen 291 

130. Kasr al-Haräni. Grundriß des Erdgeschosses 292 

131. Kasr al-Haräni. Der Hof von Südosten 293 

132. Kasr al-Haräni. Schnitt A— B 295 

133. Kasr al-Haräni. Schnitt C— D 295 

134. Kasr al-Haräni. Grundriß des Obergeschosses . . . . • 296 

135. Kasr al-Haräni. Ansicht von Süden 297 

136. Hirbet al-Mdejjene von Norden 298 



XXII 



Fignr > y eile 

137. Hirbet al-Mdejjene. Situationsplan -300 

138. Kusejr al-Hammäm von Südwesten 302 

139. Kasr at-Tüba. Der erste Brunnen von Westen 305 

140. Kasr at-Tüba. Der erste Brunnen. Grundriß 306 

141. Kasr at-Tnba. Der zweite Brunnen von Nordosten 307 

142. Kasr at-Tuba. Der zweite Brunnen. Grundriß 309 

143. Kusejr al-Msejis. Sitnationsplau 311 

144. Kusejr al-Msejis. Grundriß 313 

145. Am rädir al-(Jinz 314 

146. Radir al-Ginz 317 

147. Dat-Ras. Kapitale 321 

148. Dat-Räs von Westen 323 

149. Hafäjer el-Hanacen von Norden 325 

150. Nakb el-Haraze von Norden 327 

151. Hirbet al-Mdejjene. Situationsplan 328 

152. Hirbet 'Araber. Situationsplan 329 

153. Hirbet 'Ara'er. Der Turm von Norden 330 

154. Hirbet 'AnVer von Nordosten 331 

155. Hirbet al-Mbajjet. Situationsplan 335 

156. Hirbet al-Mbajjet. Die Felsengräber von Osten 337 

157. Teil er-Räme von Osten 338 

158. Eine Zisterne westlich von Sijära 339 

159. Von c ujun Müsa gegen Westsüdwesten 341 

160. Von 'ujün Müsa gegen Westen 342 

161. 'Ujün Müsa. Der Wasserfall von Westen 343 

162. 'Ujün Müsa. Die westliche Quelle 344 

163. r Ujün Müsa. Die Klausen von Südosten 345 

164. In den Ruinen von at-Tonejb 350 

165. In hirbet es-Sük 351 

166. Hirbe Bejt Zer'a von Ostnordosten 352 

167. Wädi Hesban. Shüne Dijäb von Süden 354 

168. El-Kerak. Gräberanlage im linken Hange des w. Etwi. Grundriß . . . 359 

169. El-Kerak. Gräberanlage im linken Hange des w. Etwi. Grundriß und 
Längenschnitt 359 

170. El-Kerak. Gräberanlage im rechten Hange des w. Etwi. Grundriß und 
Querschnitt 360 

171. El-Kerak. Gräberanlage im rechten Hange des w. Etwi. Grundriß . . 360 

172. El-Kerak. Die Nordostecke der Festung von Osten 361 

173. Hirbet er-Rabba. Situationsplan 370 

174. Hirbet er-Rabba von Westen 371 

175. Hirbet er-Rabba. Ornament 373 

176. Hirbet er-Rabba. El-Gäun von Osten 374 

177. Hirbet er-Rabba. El-Gärni*. Ornament 375 

178. Hirbe Dibän. Situationsplan 377 

179. Hirbe Dibän von Osten 379 

180. Hirbet Hesban. Situationsplan 384 

181. Hirbet Hesban. Ein Arehitrav 385 

182. Hirbet I.Iesban. Gräberanlage. Grundriß 386 

183. Hirbet Hesban. Gräbornnlao-e. Grundriß 387 



XXIII 



Figur Seite 

184. Hirbet Hesbän. Gräberanlage. Querschnitt .'587 

185. Hirbo Bejt Zer'a von Norden 388 

186. Hirbet unini el-Brac. El-Birce von Westen 389 

187: Hirbet uium el-Brac. El-Birce. Grundriß 391 

188. Hirbet unini el-ßrac. Längsschnitt 391 

189. Hirbet c Atärüs. Situationsplan 396 

190. Hirbe Mä'in. Situationsplan 397 

1 Tafel. El-Kerak von Osten. 



Transkription. 

Die Unterstreichung (_) des umschriebenen Buchstaben bezeichnet die aspirierte, 
die Unterpunktierung (.) die emphatische, die Überstreichung ( v ) die palatali.sierto 

Aussprache. 



\, 



~ (dsch) 

*■ (ch in ich) 

^ {ch in Cherub) 



= 3 



{dt 



r = 
f 



in Rose) 

= cr^ M 

= iß c7i ) 

= ^j> {ssh, sz) 

= Jp {dh, dah) 

- L (th) 

= t (zh) 

= f {Kehllautanstoß) 



k 


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Topographische Einleitung. 

M oab nenne ich dem Sprachgebrauche des Alten Testamentes ent- 
sprechend das zum Wassergebiete des Arnon-el-M6geb gehörige Hoch- 
land am Ostufer des Toten Meeres. 

Von W. z. B. dem Olberge oder der Jordanmündung aus betrachtet, 
erscheint das alte Moab als blaues, hohes und unzugängliches Gebirgs- 
land mit zahlreichen dunklen, fast schwarzen Rissen, dessen Rücken 
nur wenige, meist kuppeiförmige Gipfel überragen. Über dem Ganzen 
schwebt ein dichter geheimnisvoller Schleier, der die Neugierde weckt. 
Erklimmt man den Rücken dieses blauen Gebirges, so sieht man eine 
wellenförmige Hochebene vor sich, welche von mehreren Hügelreihen 
durchquert ist und sich nach Osten hin in der fast unbegrenzten Wüste 
verliert. 

Die Einwohner teilen das Land in folgende Gebiete ein: 

1. El-Belka', das sich vom Anfange des Zerka' 'Amman zum Zerl^a' 
Ma'in ausbreitet, oder „el-Belka' min ez-Zerka ila-z-Zerka", 

2. El-Gbäl, das von Zerka' Ma'in zum wädi er-Rmejl, el-Wäle 
und seiner Fortsetzung sejl Hejdan reicht, 

3. El-Küra, welches vom w. er Rmejl, el-Wäle, el-Hammäm zum 
w. Sa'ide, sejl es-Sfej, el-M6geb sich ausdehnt, und 

4. Ard el-Kerak, welches sich „vom Bache zum Bache, min es-sejl 
ila-s-sejl", das heißt von sejl es-Sfej und el-M6geb im Norden zum el- 
l.Tsa, el-l£erähi im Süden erstreckt. 

Berge. 

Das WestgeMrge. 

Das eigentliche Gebirge von Moab steigt am Ostufer des Toten 
Meeres aus der Tiefe von 394 m unter der Seehöhe des Mittelländischen 
Meeres in drei schmalen, aber genau wahrnehmbaren Stufen bis zu einer 
Höhe von 800 — 1240 m auf. Die unterste Stufe bemerkt man ungefähr 
in der Höhe von 200 m, vom Fuße gerechnet, die zweite in der Höhe 
von 400 m und die dritte etwa in der Höhe von 600 m. Infolge des 

Musil. Arabia Petraea. I. Moab. 1 



jähen Anstieges ist der Westabhang des Gebirges sehr steil, während 
die zahlreichen Täler schmal und tief und im mittleren Laufe schlucht- 
artig bleiben. 

Der Rücken ist flach und wird nur von wenigen kuppelartigen 
Gipfeln überragt. Er nimmt von N. nach S. bis etwa in die Mitte 
seiner Länge an Höhe ab, steigt dann aber wieder an und erreicht im S. 
in el-Mese seine höchste Höhe von 1240 m. 

Im N. ist der Gebirgsrücken durch die längliche, von O. (fc. al- 
Gumle) nach W. (b- el-Kenafed) sich erstreckende fruchtbare Ebene 
mudawwarat el- f Al unterbrochen und erreicht an deren Südrande in der 
mächtigen Kuppe el-'Al die Höhe von 930 m. 

Von el-'Al zieht sich die Höhe in südsüdwestlicher Richtung 
unter dem Namen es-Sefa bis zu der 860m hohen Kuppe von Main 
und wird südlich von Mä'in von dem Tale el-Habis (576 m) unterbrochen. 
Dann trifft der eigentliche Rücken, der sich von N. nach S. erstreckt, 
mit einem von W. nach O. gerichteten Gebirgszuge zusammen, welcher 
im S. von der 265 m hohen Hammam-Schlucht abgeschlossen wird. 

Südlich von el-Hammäm ist der Rücken sehr schmal und bildet 
den Westrand der jäh abgeschnittenen Ebene el-Küra. Südlich von dem 
— 100 m hochgelegenen el-M6geb wird er wieder ganz deutlich. Im gebel 
el-Kawä'a und es-Sahrig tritt er am weitesten nach W. vor, dann biegt 
er allmählich nach SSO. 

Südlich von dem tafelförmigen Berge es-Sarfa wird er durch die 
Schlucht von w. el-Fawwär und beni Hammäd (0 m) unterbrochen; süd- 
lich von dem zirka 1000 m hohen knän Hdeb dagegen durch das w 
es-Sebsabijje (zirka 600 m). Weiter gegen S. erreicht er im knan abu 
Gidjan die Höhe von 1180m und in el-Mese 1240 m. Von el-Mese 
nimmt er ganz die Südrichtung an und behält dieselbe Höhe bis zum 
g. Dubab, an dessen Südfuße er von dem zirka m hochgelegenen sejl 
el-Kerahi gespalten wird. 

Dieses Gebirge hat keinen Gesamtnamen, sondern seine einzelnen 
Teile führen eigene Namen. So trägt der Abhang am linken Ufer des 
sejl Hesbän denselben Namen wie der Sejl, wenigstens in seinem west- 
lichsten Teile. Der Höhenzug hat einen breiten, flachen Rücken, darum 
sind hier die drei erwähnten Stufen ebenfalls sehr breit; die dritte reicht 
von es-seh Gäjel bis zum kabr abu Rdejne, so daß hier der Abstieg in 
die Jordanebene am leichtesten zu bewerkstelligen ist und auch von 
allen auf der Wanderung begriffenen Stämmen aufgesucht wird. Der 
südliche Abhang ist dagegen anders geformt. 






Die östliche größere Hälfte bildet eine felsige, nach W. geneigte 
Hochebene mit einer niedrigen Kuppe, die koct £;cy;r,v „die Kuppe" en- 
Neba (838 m) heißt. Der eigentliche Abhang beginnt bei h. Sijära, heißt 
el-Ehneni und fällt steil zur öden, zerklüfteten, schwarzen Lavafläche 
Wtät en-Na'am herab, welche die zweite Stufe bildend sich im N. bis 
zur schwarzen Felsenreihe hagär et-Twäl erstreckt und in der hier 
wasserreichen Jordan ebene fußt. 

Südlich von en-Neba' heißt der westliche Abhang des Rückens in 
seinem östlichen Teile el-Maslübijje. Er ist von SO. nach WNW. ge- 
richtet und erreicht südlich von der gleichnamigen Ruine seine größte 
Höhe (860 m). Seine nordöstl. mäßige Abdachung heißt el-Hadänijje, 
wogegen der eigentliche westliche Abhang g. r Anäze und g. Barrakät 
genannt wird. 

Westlich von Ma'in nennt man den Abhang im nördlichen Teile 
g. aba-l- c Edes und umm 'Asire. Nordwestlich von dem letztgenannten 
erhebt sich auf der ersten Stufe der einsame Kegel twejjel el-Rurbän. 
Zwischen el-Habis und el-Hammäm zieht sich in südöstlicher Richtung 
der breite und felsige msadd el-Hemmal, auf dem die Kuppe g. \Atärus 
(765 m) sich erhebt. Er endet bei dem von S. nach N. gerichteten 
Rücken ed-Dejr, welcher gegen N. in die Ebene misra' Z'ün (200 m) 
steil abfällt und am rechten Ufer des w. es-Skära im vulkanischen g. abu 
c Erne endet (260 m). 

Im S. ist der g. ed-Dejr durch die Hochebene ard al-Krajäm abge- 
grenzt, im SW. hängt er mit dem zirka 800 m hohen spitzen Gipfel el- 
Humr des g. aba-s-Shün zusammen, der in der schwarzen zahre Hawran 
zum Toten Meere abstürzt. Der südlichere Abhang g. abu d-Dhür, 
g. Dlejma' und g. Gerwän bilden die südliche Grenze des Plateaus al- 
Krajam. Gegen O. breitet sich eine wellenförmige, felsige Landschaft 
hin, aus welcher der massive, bewaldete g. el-Madfür sich erhebt, dessen 
Gipfel knän el-K6z von weitem sichtbar ist (750 m). 

Zwischen Hejdän (el-Hammam) und el-Mogeb liegt es-Sahile (zirka 
750 m) mitten auf dem Rücken und zugleich am Westrande der Hoch- 
ebene el-Küra, welche im scharfkantigen g. er-Rajme zum el-Msammat- 
Passe (100 m) abfällt und dann sich als ard 'Atasijje und el-Batan bis 
zur Vereinigung des sejl Hejdän mit el-M6geb (zirka — 340 m) in un- 
zähligen Rissen und spitzen Felsen fortsetzt. 

Am linken Ufer des sejl el-M6geb tritt der Höhenzug im 'arküb 

el-Faras (200 m) ein wenig nach S. zurück, um dann zum tafelförmigen 

g. el-Kawä'a steil hinanzusteigen. Seine nordwestliche Fortsetzung 

l* 



bildet der breite g. el-Manära, der vom gleichnamigen Passe im scharfen 
Grate Mismäs umm er-Raham zum Meere abfällt. Der flache, felsige 
es-Sahrig wird von der dunklen Kuppe des g. er-Räs noch überragt. 
Der südlich davon gelegene Ausläufer zahrat er-Rab f fällt im zerklüfteten 
umm Gemäl steil zur ersten Stufe ab. Zwischen sejl el-Fawwär und 
beni Hammad läuft von dem h. Fuhära ausgehend der westliche Abhang 
in den schwarzen Grat el-Mhagin aus. Viel sanfter ist der Abfall des knän 
Ildeb, insbesondere in dem umm Cith genannten flachen Teile, weshalb 
auch der Aufstieg hier leicht ist. Nach SSO. grenzt knan Hdeb eine 
fruchtbare, kesseiförmige Ebene ab, welche im S. bis zum knän abu 
Gidjan reicht. Die nordwestliche Fortsetzung des knän abu Gidjän 
bildet der tafelförmige, felsige Katr en-Neda', welcher erst im g. Btene 
und el-Kren gegen die umm el-'Akäreb genannte, anbaufähige Land- 
schaft steil abfällt. 

Von el-Mese zieht sich nach SSW. der schwarze felsige Rücken 
ammu Nusäjeb, der gegen W. in den g. el-Knen und g. er-Räs ausläuft 
und als g. el-Mälhe sich sanft zum Toten Meere niedersenkt. 

Dieser flache und breite Höhenzug trennt zwei kesselartige Sen- 
kungen. Die Mitte der nördlichen bezeichnet ungefähr die Ruine Esgar, 
die Mitte der südlichen das w. el-Far . Die südliche Fortsetzung des 
ammu Nusäjeb bildet der vielköpfige knän es-Särfijje und der massive 
g. Dubäb. Von diesem zweigt gegen W. hinter dem Sattel hadd ed-Dibe 
der flache Abhang g. er-Räs ab, welcher erst im g. Sarmüg, es-Samra', 
abu-l-L6z und el-Minkate'a zum vor ez-^hejr abstürzt. 

Die östlichen Ausläufer. 

Fällt der Gebirgsrücken in seiner ganzen Länge von el-'Al bis 
Dubäb nach W. steil ab, so neigt sich seine Lehne sanft gegen O. und 
geht fast unmerklich in die Hochebene über. Nur dort, wo von ihm 
andere Rücken in östlicher Richtung abzweigen, kommt er zur Geltung. 
Solche Abzweigungen sind aber nur wenige. 

Die nördlichste geht von el- c Al aus, hält die Richtung nach O. 
ein, wird östlich von der el-Madüne-Senkung unterbrochen und findet 
im g. al- Maskai ihre Fortsetzung. Dieser Höhenzug erreicht seine 
höchste Höhe in der Kuppe es-Sämac (925 m), dann senkt er sich 
allmählich nach O., behält aber auch bei Salbüd die Höhe von zirka 
850 m. Im N. ist er abgegrenzt durch die mudawwarat el-'Al, dann 
von rugm er-Rwäk bis zur Pilgerstraße durch eine fruchtbare, etwa 
3 km breite Ebene, zu welcher er bei GazziV und Gäwa abfällt. Gegen 



S. geht er bei Mäsuh, Barazen, el-Rbejja, el-Jädüde, el-Libben und rugm 
es-Sami sanft in die Hochebene über. 

Von es-Samac zweigt von diesem Hügelzuge eine flache Boden- 
welle ab ; welche die südsüdwestliche Richtung einhält und die Ruinen 
von Menga, Hawwära und Harbag trägt. Sie erreicht ihre größte Höhe in 
der Kuppe Geltil (840 m). Bei ed-Dlelet el-Rarbijje vereinigt sie sich 
mit der von msadd el-Hemmal nach 0. verlaufenden, abfallenden und 
ziemlich flachen Abzweigung des Gebirgsrückens, die durch mehrere 
kuppenförmige Gipfel markiert wird ; von denen ed-Dlelet el-Rarbijje, 
ed-Dlelet es-Serkijje (zirka 780 m), el-Heri und Zejnab die hervor- 
ragendsten sind. Gegen N. geht dieses Gebirge allmählich in die Hoch- 
ebene über, nur bei el-Mrejgmet el-Rarbijje ist der Abfall stärker 
bemerkbar. Im S. fußt es in der von rugm el-Beki f (668 m) bis teil 
el-Mabra'a und bir Mleh (670 m) sich erstreckenden fruchtbaren Ebene 
el-Ma{ira r a, welche in den zerklüfteten Hügeln von tejran el-Bir ziemlich 
rasch zum w. el-Wale und er-Rmejl (zirka 470 m) abfällt. Sanfter neigt 
sich zum w. et-Tamad die wellenförmige Hochebene el-Ertigi, welche im 
N. fast bis Zejnab und im 0. bis zu den Felsen von en-Nasüri reicht. 
Nordöstlich von Zejnab ziehen sich am linken Ufer des w. as-Sukuri 
fast bis zum h. es-Sicer zahlreiche felsige Hügel mit schmalen tiefen 
Seitentälern hin, von denen drei gegen O. kuppcnförmig in der Ebene 
allein stehen und Orejnbet umm Za'ärir, Orejnbet al-'Abüri und Orejnbet 
al-Meze'ijje heißen. 

Eine dritte östliche Abzweigung von dem westlichen Gebirgsrücken 
bildet der ebenfalls flache gebel el-Kren, der sich von knän Hdeb gegen 
NO. erstreckt und in ammu Hbele seinen Abschluß findet. Diese Ab- 
zweigung weist in ihrer Westhälfte ziemlich tiefe Täler auf, verläuft 
aber wie im N. so im S. in die Hochebene. 

Der südöstliche Ausläufer des g. el-Kren fällt im S. steil in das 
Tal es-Sakra ab. Südlich von Rabba an zieht sich von der el-Kren- 
Abzweigung eine mächtige, breite Bodenwelle in südlicher Richtung, 
welche nach 0. und W. allmählich abfällt, gegen S. aber ansteigt und bei 
et-Tür ihre höchste Höhe von 1200 m erreicht, worauf sie sich teilt. Ein 
Zweig biegt gegen SW. zum g. Dubab, der andere nach SO ab. Dieser 
bildet die Höhen Kfejkef, en-Naser und Sawhar, die zur el-Hsa-Schlucht 
abstürzen. Kfejkef reicht im N. nur bis zum w. as-Serma, g. en-Naser er- 
reicht über dem rechten Ufer dieses Tales in Mbajj seine größte Höhe von 
1020m, der g. Öawhar endlich (zirka 950 m) besteht aus vielen kuppenarti- 
gen Hügeln und geht allmählich in die Ebene es-Semrin (zirka 850 m) über. 



6 

Nördlich von Mhajj erheben sich drei isolierte ; von NW. nach SO. 
gerichtete Kalksteinhügel. Der südlichste heißt zmejlet es-Sarr, der 
mittlere zmejlet el-'Akeli, der nordliche kuff'Adese. Von diesem steigt 
das wellenförmige wüste Terrain Wrük Räbe'e gegen W. bis zu einer 
Höhe von 1000 ?>i an. 

Westlich von Mhajj und es-Sarr breitet sich eine Ebene aus, in 
welche die oben erwähnte Bodenwelle bei umm Hamät (1050 m) und 
NaU (1040 m) übergeht. Von da an streicht die Bodenwelle nach N. 
und erhält gebirgigen Charakter mit tiefen, aber breiten Tälern und 
tafelförmigen Flächen, welche bis Middin (1110 m) und hirbet el-Fhede 
reichen, und fällt steil nach N. ab (850 m). Im NO. geht sie in die 
Hügelreihe ras abu Hnuk und dann in den Rücken al-Batra über. 
Dieser steigt von NW. von dem w. et-Tarfäwijjät (850 m) in südöst- 
licher Richtung an, erreicht in el-Mähri die Höhe von 1070 m und nimmt 
wieder ab. Im S. fußt er an dem zirka 150 m tieferen linken Ufer des 
Usejmer-Tales, im N. fällt er ebenso steil zu der zirka 1 — 2 km breiten 
Senkung fegg el-'Aseker ab, die sich im 0. mit Wrük Räbe'e vereinigt 
und die bequemste Verbindung mit der Wüste bildet. 

Von diesem Vereinigungspunkte laufen drei nach N. abfallende 
Hügelreihen aus: die östliche, niedrige rist el-Atäwel in nordnordöstlicher, 
die mittlere höhere rist el-Jäbes in nördlicher und die höchste westliche 
als g. abu Rucbe in nordnordwestlicher Richtung. Diese grenzt im 
Süden den fegg el-'Aseker ab und fällt im W. bei der breiten Kuppe 
Morejra und et-Tamra steil zur Ebene ab. Alle diese drei Reihen 
werden im N. durch das wadi es-Sultani abgeschlossen an dessen rechtem 
Ufer sich der Höhenzug ed-Dabba erhebt. 

Dieser hält die Richtung von S. nach N. ein ; wird von dem tiefen, 
schluchtartigen gleichnamigen Tale durchbrochen, erreicht im Kegel 
ras ed-Dabba die Höhe von 950 m und geht am rechten Ufer des 
wadi el-Mdejze in den niedrigen g. Sbejban über, der am rechten Ufer 
des wadi es-Swemi in die niedrigen, zerrissenen Hügel von ed-Dalmät 
verläuft. 

Die Basis des genannten Höhenzuges ist im S. zirka 5 km, im 
N. jedoch nur zirka 3 km breit (WO.) und fällt sowohl im O. als auch 
im W. zur wellenförmigen, steinigen Hochebene ab. Nur im NW. 
drängt sich der g. Sbejban durch seinen Ausläufer el-'Al (815 m) in die 
Hochebene. Nordwestlich von el-'Al erhebt sich über dem rechten Ufer 
des Tales Sa^ide-Sfej der isolierte, etwa 2 km lange, von 0. nach W. 
gerichtete g. er-Ramma, dessen drei Gipfel (der westliche höchste 850 m) 



weithin sichtbar sind. Ebenso einsam steht am linken Ufer des sejl 
el-Mögeb östlich vom g. el-Kawä c a der Berg kar'a Sihan (1060 m). Im 
W., N. und auch S. steigt er ziemlich unvermittelt aus der zirka 840?» 
hochgelegenen, fruchtbaren Ebene empor, nur gegen NO. entsendet er 
bis zum rechten Ufer des schluchtartigen sejl es-Skejfät einen langsam 
abfallenden Ausläufer. 

Das Ostgebirge. 

Zirka 65 km östlich von dem besprochenen westlichen Gebirgs- 
rücken zieht sich beinahe parallel von N. nach S. ein anderer flacher, nach 
S. aufsteigender, as-Sefa D genannter Rücken hin, welcher die Wasser- 
scheide zwischen dem Toten Meere und wädi Sirhän bildet. 

In der nördlichen Hälfte ist er zirka 900 m hoch, im S. erreicht 
er jedoch in Morär die Höhe von 1140 m. Den Rücken überragen 
um einige Meter die kuppeiförmigen Gipfel von Mhakhak ad-DaVi, as- 
Sid und al-Morär. Gegen O. und W. senkt sich dieser Rücken ganz un- 
auffällig zu der Hochebene, welche nur wenige von ihm ausgehende 
Hügelzüge überragen. Der nördlichste Hügelzug heißt al-Maskal. Im 
N. reicht er bis zum w. al-Hägeb, das bereits in Zerka 5 'Amman ein- 
mündet, und im W. bis zur Senkung el-Madüne. 

Hier zweigt von ihm ein anderer Hügelzug ab, der südliche Richtung 
einhält und g. el-FIaku heißt. Seine höchste Höhe erreicht er in der 
Kuppe al- c Alja (960 m) und bei al-Mwakkar (930 m). Gegen W. fußt 
er in der Ebene von darb al-Hägg (zirka 750 in). Im SW. erscheinen 
am linken Ufer des w. en-Nkejre einige ad-Dhejbät genannte Kalk- 
steinhügel vorgelagert, welche in der kerjet al-Msatta genannten Höhe, 
auf der spärliche Mauerreste stehen, enden. Im 0. lehnt sich der el- 
Haku-Hügel bei al-Mwakkar an einen von as-Sefa 5 auslaufenden und 
al-Mwakkar genannten Hügelzug, der die Höhe von zirka 900 m hat 
und nach S. zur Hochebene al-Genab abfällt. Diese wird im S. 
durch die flachen Kuppen des g. al-Msath und g. al-Lusejjen abgegrenzt, 
der, von N. nach S. streichend, zum linken Ufer des al-Mutabba -Tales 
sanft absteigt und so die Hägg-Ebene abgrenzt. Die Kuppen des rugelet 
c Alaji treten nur wenig hervor. Besser bemerkbar machen sich die 
rötlichen Kalksteinfelsen des von Mhakhak ed-Dab'i nach W. zum w. 
el-Matijje sich senkenden Hügelzuges Benaja Fares. 

Von rugm as-Sid zweigt vom as-Sefa'-Rücken die Hügelreihe BeoV 
1-Hammäm ab, welche sich am Anfange des w. al-Hrajjem in zwei 
Züge teilt, den nördlichen al-Geneb und den südlichen al-Brejc, und im 



8 

höheren g. ad-Darra und dem flacheren w. as-Säbec zwischen dem linken 
Ufer des w. al-Hanimäm, an-Nasüri und dem rechten des as-babeö endet. 

Südlich von al-Brejc und westlich von der Hägg-Straße sieht man 
den isolierten grauen, 850 m hohen Berg al-Zijäl. Ebenso isoliert stehen 
südlich in der Ebene die Berge von as-Swäkat al-Rarbijje und as-Serkijje 
am rechten Ufer des w. abu Haliifa. Ostlich von dem letztgenannten 
Berge steigt steil ohne jeden Übergang der Hügelzug al-Bida empor, 
der sich bis zum Sefa'- Rücken erstreckt. Ein Ausläufer des g. al-Bida 
ist der schwarze, 870 m hohe gebel al-Klejta, der nach W. jäh abfällt. 
Ebenso steil steigt am rechten Ufer des at-Twej -Tales der südlichere 
Ausläufer des Sefa'- Rückens Hsem Matrük auf. Südöstlich bei at-Twej 
liegt eine wellenförmige Hochebene, aus welcher mehrere einzelnstehende 
Kuppen emporragen, so as-Selsel- und as-Sakarat. 

Der Rücken Sefa' biegt im g. al-Morär etwas gegen 0. und er- 
reicht in einer Kalksteinkuppe die Höhe von 1140 m. Dann wendet er 
sich als g. al-Kä c ade wieder nach W., biegt als g. Hgänagem noch weiter 
in dieser Richtung ab und fällt ziemlich steil gegen SW. zum rechten 
Ufer des w. ab-al-Krat ab. 

Die westliche Fortsetzung des al- Hgänagem bildet die niedrige 
Hügelreihe al-Hafra, die sich gegen NW. hinzieht und allmählich senkt. 
Nördlich vom g. Hgänagem bis zum Hsem Matrük ist das Land eigent- 
lich eine nach NW. geneigte wellenförmige Hochebene mit breiten flachen 
Tälern, welche nur der von al-Kä'ade auslaufende g. at-Twejfha und 
die flache Dejkat al-Kuträni nebst as-Sakärät und as-Selsel ein wenig 
überragen. 

Von den östlichen Abzweigungen des Rückens Sefa 3 sind nur der 
nördliche g. as-Safra 5 und der südliche g. al-Beda bemerkenswert. 

As-Safra bildet die östliche Fortsetzung des al-Mwakkar-Rückens 
und hat mehrere kegelförmige Gipfel, von denen nordwestlich von al- 
flaräni der weiße tlejl ar-Rogel weithin sichtbar ist. Im N. gegen das 
w. al-Butum und im S. gegen el-Msäs abfallend, senkt sich as-Safra' dem 
O. zu und endet nordwestlich von der Mündung des al-M§äs in einem 
steilen Abhänge (zirka 120 m). 

Nordöstlich von as-Safra 5 zieht von NW. gegen SO. über dem linken 
Ufer des oberen al-'Wejned-Laufes der schwarzgraue g. umm Hazne, der 
gegen S. in die vulkanische Landschaft barrat al^Wejned übergeht. 

Südlich von as-Safra' zweigen vom as-Sefa'-Rücken die weißen 
Hügelreihen Mdejsisät und al-Graw'alijät ab, die sich gegen S. zu den 
wellenförmigen Hochebenen von al-Bawlijät und al-'Atätir absenken. 



Die südliche Abzweigung al-Beda' geht von al-Ka'ade aus, hüll die 
nordöstliche Richtung ein und verläuft nördlich zu der al-Radaf, südlich 
zu der al-'Awbeh genannten Talebene. 

Wassex^läufe. 

Die wcstliclicn Was s erlaufe. 

Das alte Moab ist fast in der Mitte von O. nach W. wie zerschnitten 
und eingesunken , so daß die nördliche Hälfte nach S., die südliche 
nach N. abfällt. Es fließt somit das meiste Regenwasser von beiden 
Hälften der Mitte zu und sammelt sich in einem großartigen Risse, der 
im Altertume unter dem Namen Arnon bekannt war, jetzt aber sejl el- 
Mögeb heißt und das gesamte Wasser von Moab dem Toten Meere 
zuführt. 

Nebstdem münden in das Tote Meer nur noch die kurzen Täler, 
die von der Westseite des Randgebirges kommen, und dann die Täler 
Zerka' Mä'in, es-Skek, el-Fawwär, el-Hadite und el-Buksäse, welche einen 
Teil ihres Wassers von der Ostseite des Randgebirges bekommen. 

Der südliche große, dem Arnon ähnliche Riß, das wädi el-Hsa- 
Kerähi, erhält von N. so kurze Zuflüsse, daß er für die Entwäs- 
serung von Moab belanglos ist. Es gehört somit das ganze alte Moab 
eigentlich nur zum Wassergebiete des Arnon-el-Mogeb ; darum sind 
seine Grenzen auch durch dieses Wassergebiet gekennzeichnet: im N. 
ist es der Südabhang des c Ammän-Gebirges, oder besser die Ebene al- 
Madüne, es-Sahl, mudawwarat el-'Al, im W. das Tote Meer, im S. der 
nördliche Uferrand des el-Kerähi, el-Hsa, im O. der g. Hganagem und 
der Rücken as-Sefa\ 

Nach der Anschauung der Einwohner entsteht el-Mögeb unter dem 
Namen al-Kubu c im g. Hganagem. Nach kurzem Laufe in nordnord- 
westlicher Richtung nimmt er links das w. el-Hafra mit w. el-Menasel 
auf und bekommt den Namen w. es-Sultäni; als solcher quert er die 
Pilgerstraße und bildet die Ostgrenze des ard el-Kerak-Gebietes. 

Seine bedeutendsten Seitentäler sind: links i/adir el-Abjad, welcher 
als w. as-Serma vom Ostabhange der flachen Hochebene az-Zobajer 
kommt und zahlreiche, meist flache und seichte Seitentäler hat. Erst 
von Mhajj an wird sein Bett tiefer, wie auch diejenigen seiner beiden 
Zuflüsse el-Ashar und es-Skür. Am Ostende des Hügels zmejlet es- 
Sarr wird das Tal wieder flach und breit und bildet mehrere Wasser- 
läufe, in deren Vertiefungen sich das Regenwasser hält, und die darum 



10 

radir el-Abja<J heißen. Mit ihnen vereinigt sich dann das nun ebenfalls 
flache Bett des w. Usejmer. Dieses beginnt am ras abu-Hnuk, zieht 
sich am Fuße des g. al-Batra und des zmejlet el- c Akeli in südöstlicher 
Richtung, biegt dann nach NO., nimmt w. Wrük Räbe c auf und ver- 
einigt sicli mit es-Sultäni. 

Rechts mündet in das letztgenannte Tal wädi abu-1-Kräse und 
nördlich das breite flache w. al-Msejiö ein, welches vom g. al-Kä ade 
kommt und das Regenwasser aus der Hochebene ad-Desise und Saba- 
rijät einsammelt. 

Nun biegt w. es-Sultäni nach NW. ab und nähert sich zwischen den 
zerrissenen Hügeln des rist el-Atäwel dem Dabba-Gebirge, an dessen 
Südostfuße es noch weiter nach NW. umbiegt. Beim westlichsten Aus- 
läufer des ed-Dabba empfängt es rechts das schluchtartige, tiefe Dabba- 
Tal und vereinigt sich dann mit dem wädi ed-I)ejka. 

Dieses entspringt als w. el-Mzebbel 24 hm südöstlich bei et-Tür 
auf der erwähnten Bodenwelle. Anfangs ist es ziemlich flach, vom 
rugm umm c Alenda an wird es jedoch tief, von steilen Ufern einge- 
schlossen und bekommt nach der Vereinigung mit dem ähnlichen 
w. Middin, in welchem sich Brunnen vorfinden, den Namen w. el-Rwer. 
Nun wird es wieder breiter. Seine Ufer bilden eine nach 0. und W. 
ansteigende, stellenweise, insbesondere am rechten Ufer urbare, wenn 
auch felsige Ebene. Nach der Mündung des von W. kommenden w. 
Zehiim heißt es wädi es-Sjar und von da an erheben sich am linken Ufer 
kahle, steinige, zerklüftete und unfruchtbare Hügel, während am rechten 
Ufer die Ausläufer des abu Rucbe näher treten. Unterhalb der Mün- 
dung des w. abu Rucbe ist das Wasserbett von 3 — 10 m hohen, blendend 
weißen Wänden eingeschlossen und führt den Namen wädi el-Hanacen. 
Seine tiefsten Stellen sind ständig mit Wasserlachen bedeckt, da sie 
aber wegen der steilen Uferwände schwer zugänglich sind, so gräbt 
man an höher gelegenen Punkten, welche zugänglicher sind, im Wasser- 
bette Brunnen, welche hafäjer el-Hanacen heißen. Nach der Mündung 
des w. al-Jäbes hört das Wasser auf und das Tal führt den Namen 
ed-Dejka. Nach seiner Mündung in den Sultäni heißt das vereinigte Tal 
w. el-Mljejres, das nach und nach tiefer wird. 

W T enige Kilometer weiter nördlich mündet in el-Mhejres das Bäch- 
lein von c ajn el-Leggun, das als die Hauptquelle des Mogeb-Baches gilt. 
Von da an führt das Tal ständig Wasser und heißt el-M6geb oder auch 
el-MLejres. Die nackten weißen Kalksteinhügel hören hier auf, und auf 
beiden Ufern breitet sich eine steinige Hochebene aus, welche jedoch 



11 

im W. anbaufähig ist. Der Bach el-Mogeb-el-Mbejres könnte für das 
Land, insbesondere was Ackerbau und Viehzucht anbelangt, vom größten 
Segen sein, wenn er zugänglicher wäre. Aber gleich nach der Mündung 
von el-Leggfin wird das Wasserbett zu einer etwa 8 — 12 m breiten, 
von steilen Felswänden eingeschlossenen Schlucht, in welche man nur 
an wenigen Stellen gelangen kann. Einen solchen Zugang bildet das 
w. el-Kbejjät und abu-s-Sa c ar, welches links, und w. Wäset, das rechts 
einmündet. 

Weiter nördlich mündet das große Tal et-Tarfawijje ein, welches 
als w. a§-Swemri am g. Morär entspringt. Es durchzieht unter dem 
Namen al-Hafir die schöne Hochebene al-Hafire, nimmt westlich bei el- 
Kutrani bei seinem Eintritte in das Gebirge rechts wdej as-Ska' und ez- 
Zakkäf auf und heißt bis zum Austritte aus dem Gebirge w. el-Mdej/e. 
Dann führt es vom Wartturme el-Mikhaz an diesen Namen, um schließ- 
lich als et-Tarfawijje in den Mogeb-Mhejres zu münden. 

Ein weiterer Zugang in das Bett des Mhejres ist von 0. durch 
das w. Mleh und von W. durch tefe c Alja möglich. Die östliche Hoch- 
ebene ist hier um zirka 150 m ; die westliche um zirka 180 m höher als 
das unten 15 — 20 m } oben aber etwa 500 m breite Wasserbett des el- 
Mhejres. Einen dritten Zugang bietet das gleichfalls wasserführende 
Tal el-Rwejta, welches ebenfalls von der Ruine "Alejjän an zu einer 
Schlucht wird. Bald nach der Vereinigung mit el-Rwejta tritt el-Miiejres 
in den eigentlichen, hier es-Sfej genannten Riß von Moab ein. 

Es-Sfej zieht sich von dem Hügel el- c Al von 0. nach W. und 
empfängt an seinem Anfange das Sa'ide-Tal, welches aus der Vereini- 
gung des as-Swemi- und al-garaze-Tales entsteht. Das wädi as-Swemi 
entspringt unter dem Namen w. at-Twej am Nordwestabhange des 
g. Morar, läuft durch die Hafire -Ebene südwestlich vom Fuße des 
Hsem Matrük in nordwestlicher Richtung, nimmt am Südfuße des as- 
Swäkat al-Rarbijje das Tal abu Halüfa auf und zieht als w. as-Swemi 
zwischen den Dalmat-Hügeln weiter. Das schöne und breite w. as- 
Subhijje kommt aus den Bida'-Hügeln, erhält westlich von g. al-Zijäl 
das w. al-Mustabteh, wird ziemlich tief und vereinigt sich unter dem 
Namen el-Haraze mit es-Swemi. 

Das vereinigte Tal heißt Sa'ide und wird von mehr als 100 m, 
hohen Felswänden eingeschlossen. Es fällt stark nach W. Bei der 
Vereinigung hat es die Seehöhe von G00 m 7 7 km westlicher bei der 
Quelle c ajn Saide nur noch 420 m. Von da ab führt es immer Wasser, 
allein der Zugang bleibt immer noch beschwerlich, weil die nördlichen 



12 

Abstürze zirka 200 m, die südlichen zirka 170 m hoch sind und nur 
wenige Lücken aufweisen. 

Ebenso schluchtartig und unzugänglich ist sowohl der nördliche 
Zufluß des Sa'ide, das w. Sälije, als auch der südliche, das w. Afekre, 
welches aus der Hochebene von SO. kommt und rechts das w. Ratjan 
nebst dem am Südfuße des el-'Al hinziehenden w. el-Hmejle aufnimmt. 

Bei der Mündung des Afekre entspringt die Quelle e.s-Sfej (380 m), 
welchen Namen dann auch der Bach bekommt. 

Das Talbett wird unzugänglich. Gegen N. steigt der er-Rämma- 
Berg bis 850 m an, gegen S. erhebt sich jäh der Rand einer über 700 m 
hohen Hochebene, auf welche nur wenige Durchlässe hinaufführen. Von 
ihr münden die Täler w. abu c Amüd und henw es-Säjeb ein und rechts 
vom N. kommt w. el-Kattär. Nun erweitert sich das tiefe Tal und es 
entsteht bald an seinem rechten, bald am linken Ufer eine mit üppiger 
Vegetation bedeckte Ebene, welche von den Felsenufern hoch über- 
ragt wird. 

Nach der Vereinigung mit el-Mhejres oder Mogeb führt der Bach 
und das Tal nur den einen Namen el-M6geb. Das Talbett wird nun 
wieder schmäler, so daß es bei der römischen Straße nur 30 — 50 m 
mißt, während die Felswände im N. 625, im S. fast 700 m höher sind 
und die obere Breite des Risses kaum 3000 m beträgt. 

Noch weiter nach W. wird die Talsohle kaum 20 m breit, so daß 
das Wasser mit großer Gewalt sich zwischen den Wänden hindurch- 
zwängen muß. Alle Seitentäler führen nun Wasser. So links der 
schluchtartige sejl es-Skejfät, welcher aus der Vereinigung des w. Swar 
mit el-Kurri entsteht, weiter sejl Saliha, sejl Gdera, es-Sder, el-Makbüla, 
umm et-Tarfa D , el-Helesm und rechts el- c Ajenat. Überall sieht man in den 
Rissen der Uferwände Palmenbüsche und kleine grüne Flächen; am 
schönsten ist es im el-Bedijje. 

Den größten Zufluß bekommt el-M6geb kurz vor seiner Mündung 
ins Tote Meer im sejl Hejdan, welcher das Wasser aus einem großen 
Teile der Nordhälfte Moabs sammelt. Er entsteht unter rugm as-Sid 
am Westrande der as-Sefa' genannten Wasserscheide des wädi Sirhan 
und des Toten Meeres. Unter dem Namen wadi al-Hammam hält er 
im allgemeinen westsüdwestliche Richtung ein; nach der Querung der 
Pilgerstraße werden seine Abhänge ziemlich, steil, insbesondere unter 
den Felsen von t6r an-Nasüri, nach welchen er auch w. en-Nasüri 
benannt wird. Am Südwestfuße des g. ed-Darra, unter der Mündung 
des w. el-£idre bekommt er den Namen et-Tamad. 



13 

In diesem Teile führt er unterirdisch Wasser, welches in zahl- 
reichen 0*8 — 4 m tiefen Brunnen zum Vorschein kommt. Die Talufer 
treten immer näher und werden immer höher; nur bei der Mündung 
des w. el-Heri treten sie ein wenig zurück und es entsteht eine kleine 
Ebene. Von da an heißt das Tal w. er-Rmejl bis zur Mündung des w. el- 
Butm, wo es den Namen el-Wäle bekommt. Einzelne Oleanderstauden 
deuten auf größere unterirdische Feuchtigkeit, zu Tage tritt das Wasser 
jedoch erst bei inojet el-Kalbe. Von da an wird el-Wale zu einem Bache, 
dessen Ufer von Oleandern eingesäumt sind. 

6 km westlich von mojet el-Kalbe hört der Name el-Wale auf, 
der Bach heißt dann el-Hammäm, hat südwestliche Richtung und nimmt 
bald den Namen sejl Hejdan an und bricht sich mit Gewalt bis zu 
seiner Mündung in den sejl el-M6geb Bahn durch steile Felsen. 

Das wädi el-PIammam nimmt die größten Zuflüsse des el-Hejdan, 
das w. al-Matijje und el-Heri auf. Das w. al-Mafijje entsteht aus der 
Vereinigung des w. el-Mutabba und w. el-Msattara, welche beide am 
Westabhange der Sefa'- Wasserscheide entspringen und eine breite Ebene 
bilden. 

Das wädi el-Heri kommt von N. Es entsteht unter dem Namen 
w. ed-Dalil am Südabhange des gebel al- Maskai und des 'Amman- 
Gebirges und durchquert die schöne Ebene der Hägg-Straße. Auch 
seine Zuflüsse sind meist flach und seicht. Erst südlich von Ziza, wo es 
den Namen w. es-Suküri führt, werden die Abhänge steiler, und südlich 
von el-Heri wird es zu einer unzugänglichen Schlucht. Ebenso flach 
sind seine Zuflüsse rechts, nämlich das w. el-Libben und w. el-Mashür, 
das eine fruchtbare Ebene bildet. Dasselbe gilt im Mittellaufe von henw 
el-Gafär und w. el-Mesäde, welche aber in ihrem Unterlaufe sich ver- 
tiefen. Am linken Ufer mündet ein das w. el-Mwakkar, dann w. en- 
Nkejre, das in seinem Unterlaufe auch w. ed-Dhejbe heißt. 

Aus el-Gebäl kommt das tiefe w. Mleh, welches die flachen Täler 
el-'Eläki, ammu Klal und el-Megädre vereinigt, dann w. abu Ilirkc 
(umm 'Akida), welchem die römische Straße folgt, sejl ez-Ziz, el-Mserig, 
el-Mtellem, el-Bire und er-Rmemin, die alle steil und tief sind. 

Am linken Ufer mündet in das w. et-Tamad das im Oberlaufe flache, 
dann aber ziemlich tiefe w. as-Säbec, welches aus der Gegend des g. al- 
Zijäl kommt, und dann tlä c el-Kfül. Das bereits erwähnte w. el-Bulin 
ist in seinem Mittel- und Unterlaufe ebenfalls zirka 50 m tief, aber 
ziemlich breit und nimmt auf den nordöstlichen Hängen des er-Ramma- 
Berges seinen Anfang. 



14 

In den Bach el-Wale münden ein das w. umm ez-Zwara und w. ed- 
Dib, welches als abu-1-Manäsel in der schönen Ebene bei c Arä c er ent- 
springt. Dicht daneben entsteht henu Sarb, welches sich unter dem 
Namen w. el-Eside bei der römischen Straße mit el-Wale vereinigt und 
das Regenwasser aus dem westlichen Teile von el-Küra sammelt. Kurz 
und tief ist das w. el-Giifa, welches von dem hier zirka 300 m hohen 
Rande der el-Küra-Ebene in starkem Gefälle abstürzt. 

Sanfter ist der Abhang am rechten Ufer, wo man auf der west- 
lichen Abdachung des Gerwän- und der südlichen des Dlejma'-Berges 
eine schöne, von zahlreichen Quellen bewässerte Ebene sieht, die jetzt 
auch angebaut wird. 

Den zweiten größeren Zufluß in das Tote Meer bildet sejl Zerka' 
Main. 

Er entspringt auf dem Rücken von el- Ala und es-Sämac östlich von 
Hesban 11 hm nordnordöstlich von Mädaba. Nach der Vereinigung des 
von Hesbän kommenden tel c et el-Merbat mit dem von es-Sämac laufen- 
den sVib Masüh heißt das Tal el-Habis. Von seiner Entstehung an hält 
das Tal 21 km weit die s. Richtung ein, ist breit und flach, dann biegt 
es nach W., wird nach und nach schmäler und tiefer und nach 8 km 
biegt es wieder gegen S. In dieser Biegung entspringt die starke 
Quelle c ajn ez-Zerka D , welche das Tal mit Wasser versieht und ihm den 
Namen gibt, dem zum Unterschiede von ez-Zerka* oder Zerka' c Ammän 
die nähere Bezeichnung ZerW Mä c in zugefügt wird. Der sejl Zerka 5 
Mä c in biegt nach 6 km wieder nach W. und wird zu einer zirka 300 m 
tiefen, schwer zugänglichen, von steilen schwarzen Massen abgeschlossenen 
Schlucht, deren Sohle nur für das Wasserbett Platz läßt. 

Linker Hand münden in el-Habis nur ganz kurze, meist flache 
Seitentäler ein. Rechts nimmt er die flachen w. el-Grejne, tefe Rabne 
und die im Unterlaufe tiefen, schluchtförmigen se'ib Butan el-Barl, 
se'ib ed-Daba'ijje und das von Ma'in kommende wädi abu Hadba, 
el-Kijäme auf. 

Der sejl Zerka' Main empfängt rechts die tiefen Täler w. Hegbe, 
en-Nefe c ijje, er-Rsäs, links w. 1-Bhara', abu Cizel, w. Sesabe und se'ib 
el-Klejt. 

Der sejl Buksäse, der unter dem Namen w. el-Kerak bekannter 
ist, nimmt die dritte Stelle ein. Sein Anfang liegt südlich von el-Kerak, 
etwa dort, wo sich die von et-Tür ausgehende Bodenwelle dem knän 
es-Särfijje nähert, in der fruchtbaren Niederung hör el-Mezar, und heißt 
es-Senine, nördlich aber von Mote w. el-Hanis. Nun wird er tiefer, von 



15 

über 50 m hohen Wänden eingeschlossen und trägt von der Quelle 
c ajn Gahra an den Namen el-Bawab. Links nimmt er dann die eben 
falls tiefen Täler e<J-PaWa ; en-Nwejse und 'Ajnün auf, von wo an er 
immer Wasser führt. 

Das meiste Wasser bekommt er aber aus der Quelle c ajn el-Frang 
am Südwestfuße des el-Kerak-Hügels und heißt nun sejl el-Medaber. 
Sein rechtes Ufer steigt zirka 100 m zur Stadt el-Kerak, das linke nur 
zirka 50 m zu einer Hochebene an, welche von knän abu Gidjan überragt 
und abgeschlossen wird. 

Am Nordwestfuße des Kerak-Hügels empfängt el-Medaber das w. 
el-Gawäd. Dieses entsteht nordwestlich bei Middin aus der Schlucht 
sdür el-Morär, wird dann el-Hawijje und el-Bijär genannt, nimmt rechts 
das ebenfalls schluchtartige w. el-Bundukänijje und w. el-Gäje und 
links das w. Etwi auf (im Oberlaufe auch w. el-Msäleb, im Unterlaufe w. 
es-Sitt genannt). Das vereinigte Tal heißt nun el-Gawad, biegt nach 
WNW., empfängt das tiefe w. es-Sakra und mündet bei der Quelle 
l ajn el-Habis in el-Medaber. 

Von hier an wird das ed-Defäli, es-Sebsäbijje genannte Tal ein 
wenig breiter und über seinem rechten Ufer senkt sich die fruchtbare 
Hochebene kubbe 'Abd es-Sajjid, die im N. bis zur h. Hbes am Fuße des 
el-Kren, im 0. zum w. Kurukka und im W. zum sejl ed-Dwehec reicht. 
Westlich von der Mündung dieses Baches wird der es-Sadde- und el- 
Kadi-Bach unzugänglich und erst als sejl el-Buksäse bewässert er, mit 
sejl ed-Dra c vereinigt, die Felder von el-Mezra f . 

Südlich von Buksase mündet in das Tote Meer der sejl 'Esäl. 
Er kommt als w. el^Ammal von dem Gebirgsrücken südlich von el- 
Mese als tiefes Tal und vereinigt sich mit dem breiten, beckenartigen 
w. Razwän, führt Wasser, wird aber nach und nach ebenfalls zu einer 
unzugänglichen Schlucht, die von b- Göza an den Namen c Esal erhält, 
und in welche zahlreiche schluchtartige Seitentäler einmünden. 

Ihm gleicht der noch weiter südlich einfallende sejl en-Nmera, 
welcher im Mittellaufe unter der Vereinigung des ed-Daba'a und el-Far c , 
eines schluchtenförmigen Tales, el-Gedira heißt. 

Von den übrigen Tälern, die in das Tote Meer münden, vor 
dient noch Erwähnung der nördlich vom sejl Buksase laufende Bach 
el-Hadite. 

Er kommt aus der fruchtbaren Umgebung von er-Babba als w. cl- 
Mkased und el-Mrejsel. Gleich südwestlich von Dimne ist das wasser- 
führende Tal fast 300 m tief, ungefähr 200 m breit, sehr fruchtbar 



16 

und heißt w. ilm oder beni Hammäd. Diese Ebene zieht sich bis zur 
Mündung des sejl el-'Arabi. Nachher ist das Flußbett zwischen Felsen 
eingezwängt; wo aber nur etwas Platz frei bleibt, sieht man sogleich 
schöne Vegetation. Westlich von der heißen Quelle hammäm ibn Flani- 
mad gleicht das Tal einem Bisse bis zu seinem Austritte auf die Küste, 
wo es eine schöne, aber sumpfige Ebene bildet. 

Der sejl el-Fawwär, el-Minka c a, wie die vereinigten Bäche sejl 
Gbcba und el-Järüt heißen, gleicht seiner ganzen Länge nach einer un- 
zugänglichen Schlucht, in welche ebenfalls die nördliche und östliche 
Hochebene von Tedün und el-Jarüt steil abfällt. 

In der fruchtbaren Ebene westlich von kar'a Sihan sammelt der 
sejl es-Skek das Regenwasser. Vom Sihan kommt das seichte w. el- 
Mdeber und von der Bodenwelle el-Hejme das w. el-Mnaharen. Das 
vereinigte Tal führt Wasser, heißt es-Skek und ist schluchtartig. 

In el-Gebäl entspringen die Bäche ed-I)abje, (ez-Zabje), c Attün und 
Skära, die zahlreiche Quellen haben und überall, wo die Uferwände nicht 
ganz steil sind, schönen Pflanzenwuchs zeigen. 

Desgleichen führen wenigstens in ihrem schluchtartigen Mittellaufe 
Wasser die nördlich von Zerka' Mä'in mündenden Täler von Hamära, 
Hawara, el-Msabbe, asfal el-Heri und el-Mehterka, wie der Unterlauf 
des c ujim Müsa-Tales genannt wird. 

Das nördlichste Grenz wadi, der sejl Hesban, ist ebenfalls in seinem 
Anfange von hohen, felsigen Ufern eingeschlossen, seine Sohle ist aber 
westlich von der starken Quelle Hesban fast 200 m breit, anbaufähig 
und wird erst westlich von Sümijje enger. Bei mesra c Akwa verläßt 
der Bach das Gebirge und betritt die Jordanebene, in welcher er sich 
ein 5 — 10 m tiefes Bett ausgewühlt hat. 

Das rechte Ufer des südlichen Grenztales el-Hsa, el-Kerahi steigt 
von wadi el-Bint an, ist bei dem am Rande gelegenen h. Mahfüra zirka 
300 m, bei es-Skera zirka 600 m, bei Feleka zirka 755 m, in hadd ed- 
Dibe zirka 1080 m hoch, weshalb auch die von da kommenden wasser- 
führenden Täler schluchtartig sind, so w. el-Häsre, Salül, Slejla, Rhejtän, 
er-Rtege, Hanejzir, Hoha, el-Mhejres, en-Ngegir, ed-Defali und es-Sidrijje. 

Die östlichen Wasserläufe. 

Zum Wassergebiete des w. Sirhan gehören die Täler al-Butum 
und al-Radaf. 

Al-Butum entspringt am Ostabhange der Sefa'- Bodenwelle unter 
dem Namen w. al-Usejmir und grenzt gegen N. den Safra'-Hügelzug 



17 

ab. Neben zahlreichen namenlosen seichten Seitentälern empfangt es 
links das breite w. al-Hart und w. al- f Wejned, welches am Fuße des 
umm Hazne-Zuges und der gleichnamigen Harra-Landschaft läuft und 
am rechten Ufer in eine weiße Ebene übergeht. 

Am rechten Ufer nimmt al-Butum das ebenfalls breite w. Mdejsisat 
auf, wie die Vereinigung des w. ae-Celät und ad-Dab'i heißt. An 
beiden Ufern des w. al-Butum dehnt sich eine wellenförmige wüste Land- 
schaft aus, die gegen O. an Höhe stetig abnimmt. Al-Butum vereinigt 
sich mit dem aus N. kommenden w. el-Megaber und das vereinigte Tal 
führt nach der Angabe der Sljur und Sa'lan den Namen wadi Sirhan. 

Das breite flache Tal al-Radaf kommt aus dem g. Morar und läuft 
in nördlicher Richtung. Seine Seitentäler sind ebenfalls seicht, nur am 
rechten Ufer, wo sie den Beda 5 - Hügelzug durchbrechen, sind sie tiefer. 
Sie werden gewöhnlich c Atätir genannt; nur das bei at-Tuba rechts 
mündende Tal al-Mhajwer wird als Wadi bezeichnet. 

Wasserorte. 

Trotz der vielen Täler ist doch das Land wasserarm, weil die 
meisten Täler nur nach ergiebigem Regen Wasser führen, sonst aber 
während 9 — 10 Monaten trocken sind. Aber auch die wenigen Täler, 
welche das ganze Jahr hindurch Wasser haben, bringen dem Lande 
keinen nachhaltigen Nutzen, weil sie zu tief eingerissen sind, um das 
Land bewässern zu können. Ja die meisten sind wie den Menschen so 
den Tieren nur mit Mühe zugänglich, weshalb sie als Tränkplätze schwer 
benützt werden können. 

Eine Ausnahme bilden die Täler an der Süd- und Ostküste des 
Toten Meeres. Dort, südlich vom sejl Fawwar an, tritt das Gebirge 
etwas zurück, so daß an der Küste eine Ebene entsteht, welche von 
den wasserführenden Tälern leicht bewässert werden kann. Diese Ebene 
ist aber kaum 2*5 km breit und liegt fast 1300 m tiefer als die eigent- 
liche Hochebene von Moab. 

Verhältnismäßig leicht zugänglich sind in der westlichen Hälfte 
der Hochebene von S. an: die Quellen im w. ed-Daba'a und el-Bcda' 
(Anfangstäler des sejl en-Nmera), dann im Oberlaufe des sejl el-Buksase 
und insbesondere das Tal beni Hammad sowie die Brunnen hafajer 
el-Hanacen; ferner 'ajn el-Leggün und es-Skejfat im 0., die Quellen el- 
Järüt und Grbeba im W., die von Middin im S., sowie Gdera im N. Nord- 
westlich von Madaba sind es c ajn Gdejd am Anfange des w. el-Knejjese 

Mus iL Arabia Petraea. I. Moab. % 



18 

(el-Heri) und die östlichste Quelle von Sijün Müsa nebst der von 
Hesban, welche am häufigsten aufgesucht werden. 

In der östlichen Hälfte, und zwar westlich von der Hägg-Straße, 
sind c ajn el-Bzc'ijje am Oberlaufe des el-Hsa-Tales, bir en-Näjem westlich 
vom Oberlaufe des w. es-Sultani und insbesondere das w. et-Tamad 
die einzigen Tränkplätze, wo die Kamele immer Wasser finden. Ost- 
lich von der Pilgerstraße zeigt sich Quellwasser erst bei al-Azrak im 
wadi Sirhan, wo die Quellen ez-Zelle, el-Megibe und "ajn al-Asad stets 
salziges Wasser haben. 

Mineralprodukte. 

Warme Quellen entspringen nur in den Schluchten des West- 
gebirges. Insbesonders häufig sind sie im Unterlaufe des Zerka 5 Ma in, 
wo sie die warmen Bäder, hammam, von Zerka' Mä'in bilden. Eben- 
falls zahlreich sind sie am linken Ufer des sejl Skara, wo sie hammam 
ez-Zära heißen. Eine heiße Quelle entspringt auch bei der Mündung 
des sejl ez-Ziz in el-Wiile, welcher deshalb sejl el-Hammäm genannt wird. 

Eine lauwarme Quelle kommt am rechten Ufer des Mogeb süd- 
lich von es-Sl.iile zum Vorschein und heißt hammam el-Mögeb. 

Berühmt sind die heißen Quellen des sejl beni Hammäd, sowohl 
hammam umm Kal'a als auch insbesondere hammam ibn Tlammäd, 
welches Bad fleißig benützt wird. 

Von den anderen mineralischen Quellen seien erwähnt die Humr- 
quellen, welche südlich von der Mündung des sejl el-Mogeb entspringen 
sollen. Die stärkste bei 'ujün es-Seh soll infolge eines Erdbebens im 
Toten Meere verschwunden sein. 

Auf der glänzenden Fläche des Toten Meeres erscheinen öfters 
größere oder kleinere Klumpen von Erdpech, welche die Rawärne an 
fahrende Kaufleute verhandeln. Sie sammeln auch Schwefel, welcher 
insbesondere auf der Lisän-Halbinsel reichlich vorkommt. Salz kann 
an der Küste des Toten Meeres gewonnen werden, wird aber zumeist 
aus wadi Sirhan importiert, weil es dort viel gesättigter vorkommt. 

Von anderen Mineralien wird Antimon gewonnen im w. el-Knejjese, 
in den Felsen des w. es-Sitt und stellenweise bei Hmemat. 

In den östlichen Felsen des Nukrat al-Bcda' längs w. al-Hanacen 
findet man Steinkohle, hagar nar, welche die Schmiede sehr gerne 
benützen. Sie brennt mit dunkelroter Flamme und verbreitet Asphalt- 
geruch. 



19 

Kalk ; Gips, giss, kommt an vielen Orten vor. Man legt die Fels- 
stücke in den glühenden Ofen, läßt sie dort die ganze Nacht und in 
der Frühe ist der Giss fertig. 

Alaun, sabb, gewinnt man am meisten bei c ajn Miima, westlich 
von el-Kerak, und zwar kennt man roten, sabbe hamra > ; und blauen 
Alaun, sabb misher, sabbe zerka', die jedoch im Naturzustande gar 
nicht zu unterscheiden sind. Deshalb feuchten die Frauen die Kinde 
der Granatäpfel an, reiben sie auf der Hand und legen den Alaun 
darauf, der sich sofort färbt. Um gelben Farbstoff zu gewinnen, läßt 
man den Sabb misher in Wasser kochen, tut ein wenig von den Swemre-, 
Krsanijje- und Ktcla-Pflanzen hinzu und der Absud färbt gelb. Blauen 
Farbstoff liefert der Absud des Sabb misher mit Indigo, nil. Der röt- 
liche Alaun mit der Fawwa- und al-Kelu-Pflanze gekocht, färbt rot. 

Anbaufähigkeit. 

Obwohl steinig, ist das alte Moab doch fruchtbarer als das Land 
Israel. Anbaufähig ist der flache Rücken des westlichen Grenzgebirges 
und seine östliche Abdachung, 

Besonders fruchtbar ist die weitere Umgebung von Madaba. Ihre 
ungefähren Grenzen sind im W. Jiirbet ed-Dejr, bir 'Aräd, rugm el-Gazel, 
kfer abu Bedd, el- c Aris und Hesbän, im N. es-Sämac, el-Rbejja, el-Jädiide, 
rugm el-Hammän und Sahäb, im O. rugm es-Sämi, al-Kastal, umm 
Rummäne, Hawwära, umm el-Walid und im S. Nitil, ed-Dlelet es- 
Serkijje und el-Rarbijje und el-Mrejgmet el-Rarbijje. 

Ebenfalls fruchtbar ist das el-Küra genannte Gebiet von Diban, 
und zwar von Iiirbet es-Shile im W. bis h. al-Msetbe im 0. und bis 
zum Rande des Absturzes am sejl Hejdan im N. und sejl el-M6geb im S. 

Südlich von el-Mögeb bilden die Grenzen des fruchtbaren Landes 
im W. h. el-Mdejjene, Fakü'a, mizar es-Sa'edat, Tedün, Dimne, ed-Dejr, 
Racin, Krefilla und el-Cinnar, im S. Ader, im 0. Hegfa, el-Rurab, es- 
Smacijje und die Schlucht el-Rwejta. 

Ein weiteres fruchtbares Gebiet breitet sich südlich von el-Kerak 
aus. Seine Grenzen werden gekennzeichnet im W. durch h. el-Mahna, 
Kferaz, el-G6za und el-Mgadel, im N. el-Hawijje, Merwed, en-Nsenes 
und Naljl, im O. Mhajj und Kfejkef, wogegen es im S. bis zum Rande 
der el-Hsa-Schlucht reicht. 

Kleinere, aber sehr fruchtbare Strecken findet man an der Süd- 
ostküste des Toten Meeres in rör el-Hadite, el-Mezra c , ror el-Ms6tbe ; 



20 

el-Mrejsed ; ez-Zhejr und insbesondere ror es-Säfije, das zu den frucht- 
barsten Landschaften der Welt gehört. 

Auch in den übrigen Gebieten des westlichen Moab lassen sich 
kleinere Striche anbauen, dafür aber bieten die übrigen nicht angebauten 
Gebiete ausgezeichnete Weideplätze, welche besonders Schafen und Ziegen 
zugute kommen. 

Das östliche Moab ist infolge seines kalkigen Charakters und weil 
es künstlich nicht bewässert werden kann, nicht anbaufähig, obwohl 
auch da, wenn man Brunnen bohrte, schöne Felder entstehen könnten. 
Wegen Wassermangels eignen sich die Gebiete im Osten Moabs auch 
nicht für die Schaf- oder Ziegenzucht; hier können nur Kamele fort- 
kommen. 

Verkehrsstraßen. 

Infolge der eigenartigen Terrainformation führen die größten Ver- 
kehrsstraßen von N. nach S. 

Spuren eines einst vielbesuchten natürlichen Weges bemerkt man 
oberhalb des Ostufers des Toten Meeres im darb aba-1- Hasan, welcher 
einst die Jordanebene mit al-'Araba und dem Roten Meere verband. Er 
geht von teil er-Ramme aus und führt über twejjel el-Rurbän nach ez-Zära 
und el-Husra. Südlich von el-Husra soll das felsige Ufer infolge eines 
Erdbebens eingestürzt und der Weg deshalb unterbrochen sein. Von 
ror el-Hadite an ist er wieder gangbar bis zum ror es-Säfije. 

Einen zweiten uralten Weg bildet darb as-Sefa\ welcher, dem Rücken 
des Westgebirges folgend, el-Habis bei abu Star, den Hejdän bei 'ajn er- 
Rijje, el-M6geb bei es-Sder und el-Hsa bei der Mündung des sejl c Afra kreuzt. 

Die dritte große Straße durchquert die fruchtbarsten Gebiete des 
alten Moab. Sie führt von h. Nefa'a nach Barazen, Menga, Madaba, ed- 
Dlelet el-Rarbijje, kreuzt el-Wale bei Mlehleb, el-M6geb bei 'Agam, 
führt als darb es-Sinine nach er-Rabba, el- c Amaka und erreicht über 
el-'Akuze den Bach el-Hsa. 

Der vierte Weg führt von er-Razib nach Ziza, kreuzt das w. et 7 
Tamad bei el-Mdejjene, das w. Sa'ide bei kasr el-Haraze, das w. es- 
Sultäni bei rugm abu Dahile, führt über el-Morejra nach Nahl, Dät-Räs 
und steigt über nakb el-Ksuba zum sejl el-Hsa hinunter. Von diesem 
Wege zweigt ein anderer ab, der dem Passe ausweicht. Er führt von 
el-Morejra in südöstlicher Richtung an bir en-Najem vorüber, kreuzt 
das w. es-Sultäni und biegt nach SSW., um bei h. er-Rweha das hier 
noch flache el-Hsa-Tal zu übersetzen. 



21 

Der östlichste Weg folgt dem w. el-Megaber und w. Sirhan. 

Als sich die Römer dieser Gebiete bemächtigt hatten, legten sie 
daselbst eine gepflasterte Straße an, welche von el- c Al nach Madaba, 
Diban, er-Rabba, et-Tiir, Dät-Räs führt und den el-Hsa-Bach über 
nakb al-Ksuba erreicht, also teilweise den dritten alten Weg ergänzt 
und verbindet. 

Jüngeren Ursprungs ist die heutige Pilgerstraße, die am Fuße des g. 
el-Haku, al-Lusejjen, al-Brejö, al-2ajal, as-Swaka, Sbejbän, ed-Dabba, el 
Atawel und al-Hafra nach S. führt. Sie weicht zwar einer jeden größeren 
Steigung aus, ist aber zur Regenzeit für Kamele schwer gangbar, weil 
sie allzuviele seichte und lehmige Täler kreuzt. 

Von W. führen auf die Hochebene von Moab nur wenige Wege. 
Der nördlichste läuft aus der Jordanebene über mesra* Akwa, es-Seh 
Gajel nach Hesbän. Dieser Weg wurde ebenfalls von den Römern 
adaptiert. 

Alter ist der Weg, der von teil er-Ramme über hagar et-Twal 
nach Sijära emporsteigt und am Ostabhange der en-Neba'-Kuppe mit 
dem darb as-Sefa' zusammenfällt. 

Der dritte Weg führt von twejjel el-Rurban nach abu Star, wo er 
sich ebenfalls mit darb as-Sefa 5 vereinigt. 

Viel wichtiger ist der Weg von ez-Zära und hammän Zerka' Mä/in 
nach el-Mcawer und dann über Libb, bir Mleh nach el-Mdejjene und 
weiter durch das w. et-Tamad und as-Säbec nach O. 

Noch wichtiger ist der fünfte Weg, der von ror el-Mezra c über el- 
Baladijje nach el-Mzarib, Betir, er-Rabba, el-Ftijan leitet und über tel c et 
el-Hajec bei al-Kutrani die Pilgerstraße erreicht. Auch dieser Weg 
wurde von den Römern befestigt und wird auch jetzt noch von Last- 
kamelen benützt, die vom Ufer des Toten Meeres nach el-Kerak Waren 
zu transportieren haben. 

Nach el-Kerak führt ebenfalls ein Weg, der am linken Ufer des 
sejl ed-Dra c und am linken Ufer des verschieden benannten Baches 
von el-Kerak läuft und über et-Tenijje nach el-Morejra, bir en-Najem 
zum radir es-Sultän sich fortsetzt. Dieser Weg ist von el-Mezra' bis 
el-Kerak ziemlich beschwerlich und wird deshalb von Kamelkarawanen 
gemieden, von el-Kerak und et-Tenijje an ist er aber sehr bequem und 
bildet die beste Verbindungsstraße mit dem 0. oder S., weil die von 
S. nach N. wandernden Beduinen die el-Hsa-Schlucht umgehen. 

Sehr bemerkenswert ist der sechste Weg. Er beginnt am West- 
rande der Lisan-Halbinsel beim rugm el-Mketa f , führt zur birket el- 



22 



Msetbe, steigt am linken Ufer des sejl 'Esal nach Kufrabba und von 
da nach Mute. Auch dieser Weg wurde von den Römern verbessert 
und in eine gepflasterte Straße umgewandelt. Er ist sehr gut gangbar, 
wird aber des harten Pflasters wegen von Kamelen gemieden. 

Der siebente und letzte größere Weg führt von vor es-Säfije zum 
ajn Hamms, Sarmug und weiter nach Hanzira; er ist aber sehr be- 
schwerlich. 

Gegen O. ist das alte Moab fast vollständig offen, weshalb man 
nicht an bestimmte Wege gebunden ist. Doch werden auch da gewisse 
Richtungen bevorzugt, was sich nur nach dem Vorkommen von Wasser 
richtet. Von den hier einzigen Wasserplätzen bei al-Azrak führt ein 
alter Weg auf dem Rücken des Safra'-Hügelzuges nach al-Mwakkar 
und weiter über er-Rakim (Razib) zum Wasser von 'Amman oder über 
at-Tonejb und Barazen zu der Quelle 'ajn Hesban. 

Der zweite Verbindungsweg folgt dem w. al-Radaf bis zum radir 
al-ASvag und dann entweder zum bir en-Najem oder zu der Quelle 
c ajn Bze'ijje im w. el-Hsa und weiter nach Mhajj und Dat-Ras. 









1896 



Anfangs August 1896 kam ich nach el-Kerak (Tafel I) und ließ 
mich dort in der Hütte der katholischen Mission nieder. Sowohl der 
Gründer dieser Mission, der verdiente Don Alessandro Macagni, als 
auch sein Mitarbeiter, der junge wissensdurstige Don Antun 'Abdrabbo, 
nahmen sich meiner an und leisteten mir bei meinen ethnographischen 
und folkloristischen Aufzeichnungen unschätzbare Dienste. 

Beide lobten den damaligen Gouverneur von el-Kerak, Hsen rjelmi 
Pascha, der im Namen der türkischen Regierung endlich in el-Kerak 
Ordnung schaffte und dadurch den Fortschritt der Kultur ermöglichte. 
Bald bot sich auch mir Gelegenheit, diesen intelligenten Mann kennen 
zu lernen, und ihm habe ich es zu verdanken, daß ich mich vollkommen 
frei und ungehindert bewegen konnte. 

Nachdem ich mich mit den Verhältnissen vertraut gemacht hatte, 
wollte ich die entferntere Umgebung kennen lernen und da Don *Ab- 
drabbo den weiteren Sprengel seiner Missionstätigkeit ebenfalls nicht 
kannte, so wollte er diese Gelegenheit benützen und mir Gesellschaft 
leisten. Dadurch gewann ich einen ausgezeichneten Begleiter, der mir 
bei meinen Arbeiten sehr nützlich war. 

Die erste größere Tour sollte dem Osten gelten. Ich wollte die 
östliche Hälfte des alten moabitischen Gebietes c Ar, also von er-Rabba 
bis zu der Pilger straße und von ksür Bsejr bis el-Hsa in Augenschein 
nehmen. Als Begleiter nahm Don 'Abdrabbo seinen bewährten Führer Jsa 
mit, der auf das feierlichste versicherte, das ganze Gebiet zu kennen und 
keinen Feind zu fürchten. Sein starkes Maultier sollte ihn und unser 
Gepäck tragen. Dieses bestand aus zwei Decken, etlichen Brotfladen, 
trockenen Feigen, kuten, Kaffeebohnen samt Geschirr zum Kochen und 
einem Stück Braten, welcher aber nur für den ersten Tag bestimmt 
war. Für das nötige Wasser hatten wir einen Schlauch, kirbe. Wir 
sollten unsere Pferde reiten, Don 'Abdrabbo seine Kbejse-Stute und ich 



1896. 



26 

meinen Sakläwi kudräni. Über den arabischen Sattel hängte ein jeder 
von uns den Sattelsack, bürg, in dem ich nebst anderen notwendigen 
Sachen einen photographischen Apparat mit den nötigen Platten, ein 
Höhenmeßbarometer und eine große Bussole hatte. Hinter dem Sattel 
wurde der Futtersack, c alika, mit Fußketten, el-kcd. flach angebunden, 
und auf dem Vorderknopfe befestigten wir ein kleines ledernes Wasser- 
gefaß, el-matara. Die für die Tiere notwendige Gerste hofften wir bei 
den Fellähin oder Beduinen zu finden, deren Gastfreundschaft wir eben- 
falls in Anspruch nehmen wollten; deshalb versahen wir uns auch mit 
einigen zu Geschenken bestimmten Kopftüchern. 

Von el-Kerak nach ksür Bsejr. 

H August Am 14. August 1896 verließen wir um 5 Uhr 45 Min. früh el- 

Kerak auf dem bei bürg en-Nasära gegen O. führenden Wege, der zu- 
nächst in das tiefe wadi Gawäd hinuntersteigt. Dieses Tal kommt als 
w. et-Twi von S. und wendet sich nach seiner Vereinigung mit w. el- 
Bijar gegen NW. Seine steilen Talwände bilden im 0. und N. den natür- 
lichen Graben der Festung el-Kerak. Wir setzten über sein trockenes 
weißes Wasserbett (Höhe 900 m) und betraten das ähnliche des w. el- 
Bijär. Links liegt die jetzige es-Sultani-Straße und nördlich die Quelle 
c ajn el- c Akabe. 

Über den Abhang zahrat el-Hmär (auch zhejr Hmär) und el-Kuff 
gelangten wir in das Bergrinnsal tel c e Hgäzi (Höhe 1000 m). Auf dem 
Hochplateau ez-Zwchre links über uns sahen wir einige mächtige Stein- 
blöcke, die herr Honiän heißen, und zogen am linken Ufer des w. el- 
Gäje, welches unterhalb herr Honiän in das w. el-Bijär einmündet, weiter. 

Um 6 Uhr 30 Min. verließen wir in der Richtung ONO. das er- 
wähnte Tal und kamen in das von el-Cinnär, das südlich den Hügeln 
el-Mrürje entlang läuft. Es führt seinen Namen von hirbet el-Cinnär, das 
wir um 6 Uhr 44 Min. links ließen. Um 6 Uhr 58 Min. erblickten wir 
in der Richtung 120° einen halben Kilometer vor uns eine kleine Ruine, 
hirbet abu Hammür, südlich von ihr 1}. el-Haddäde und nach 2 Min. 
kreuzten wir bei rugm el-Hüri die alte Römerstraße (Höhe 1055 m). 

Unser Begleiter erzählte uns, daß die Pilgerkarawane von Jerusalem 
nach Mekka an dieser Ruine vorbeiziehe und bei hirbet et-Tenijje Rast 
halte. Das Terrain ist wellenförmig, fruchtbar und wird fleißig an- 
gebaut. Um 7 Uhr IG Min. bogen wir in die Richtung 40° ein und 
sahen rechts einen zum birbet el-Gäzur führenden Weg. Dieses hirbet, 






27 

welches auch einfach rugm genannt wird, liegt ungefähr 4 km südöstlich 

von hirbet Ader/ zu dem wir um 7 Uhr 25 Min. gelangten (Höhe 940 m). 
Wir stiegen nicht beim Hirbet ab, sondern bei dem merkwürdigen 
Sarbüt Ader, welcher 150 m nw. von dem eigentlichen Hirbet entfernt 
ist. Es sind das zwei rohe Steinplatten, l'35m breit, 0'40m dick und 
fast 4 m hoch, von denen die eine steht, die andere aber abgebrochen 
ist und ungefähr 10 m weiter nördlich liegt (Fig. 1). Den Felsgrund 




Fig. 1. Sarbüt Ader von Norden. 



zwischen ihnen hat man abgeplattet und wahrscheinlich als Altarstelle 
benützt, wie man leicht aus den umherliegenden großen zerbrochenen 
Blöcken schließen kann. Einige Schritte nordnordöstlich führt ein be- 
quemer Gang unter den Felsen, welcher unter dem Altar ausgehöhlt 
ist und einen ziemlich großen Raum bildet. Um die Anlage herum war 
eine niedrige rohe Umfassungsmauer. 

Von dem Sarbüt an fällt die Ebene ein wenig gegen 0., steigt 
aber bald wieder zu einer über 1*5 km langen Anhöhe, welche von 
NW. nach SO. streicht und die bemerkenswerten starken Ruinen von 
Ader trägt. Diese sind über 1 km lang, zeigen Reste von starken Be- 



28 

festigungen und weisen Trümmer von wahren Prachtbauten auf. Manche 
behauene Steine sind 3'2 m lang, 1 m breit und 0*5 m dick. Leider 
haben Menschenhände die ganze Anlage gründlich zerstört; nur die sehr 
zahlreichen, im Grundriß birnförmigen Zisternen hat man verschont. 

Um 7 Uhr 45 Min. ritten wir in der Richtung ONO. weiter. Der 
Boden wird nun felsiger, allein zahlreiche Zisternen, die man überall 
antrifft, lassen erkennen, daß er früher angebaut war. Bis Ader ge- 
hört er den Katholiken von el-Kerak; die steinige Fläche östlich ist im 
Besitze der Beni 'Amr, der ehemaligen Herren von el-Kerak. Einer von 
ihnen ritt mit uns und unser Begleiter neckte ihn zum Zeitvertreib mit 
allerlei Spottgeschichten, welche über die einstigen strengen Tyrannen 
im Umlauf sind. Unter anderem fragte er ihn, ob die 'Amr mit den 
Mauleseln schon Frieden geschlossen hätten. Zur Zeit ihrer Herrschaft 
sollen sie während der Erntezeit alle Wege besetzt gehalten und jedes 
Tier, welches Schnittern Nahrungsmittel trug, in Beschlag genommen 
haben. Nur durch Entrichtung einer gewissen Taxe konnte man die 
Freigabe des Proviantes erwirken. Da verfiel ein Bewohner von el- 
Kerak oder ein Hamidi auf einen guten Gedanken. Er besaß ein Maul- 
tier, das sich von keinem Fremden berühren ließ, ohne auszuschlagen 
oder zu beißen. Dieses belud er mit Proviant, setzte sich selbst auf 
einen ungesattelten Esel und ritt auf das Feld. Die Beni \Amr hielten 
ihn wohl an, wie sie aber das Maultier anfaßten, wurden sie von diesem 
derart mit Bissen und Hufschlägen traktiert, daß sie ihre Absicht gänz- 
lich aufgeben mußten, dafür aber allen Mauleseln ewige Feindschaft 
schwuren. 

Der Boden steigt langsam gegen 0. Um 8 Uhr gelangten wir auf 
eine wüste Bodenwelle, el-'Alelijat, die sich von Ader gegen NNO. hin- 
zieht. Auf diesem unfruchtbaren Felsenterrain kamen wir um 8 Uhr 
1 5 Min. zu einem alten Grabe, al-Kabr, von wo aus wir einige Ruinen 
sahen; so in der Richtung 165° das erwähnte hirbet el-Gäzur, in der 
Richtung 140° mrarib ed-Dacacin, in der Richtung 165° auf einer An- 
höhe l). Nsenes, in der Richtung 110° uns näher h. c Arbid, in der Rich- 
tung 35° die Ruinen el-Rurab und in der Richtung 10° rugm Saläme. 

Nach einem Aufenthalte von 8 Min. ritten wir in mehr onö. Rich- 
tung weiter, längs des linken Ufers des wadi el-Hemri und erreichten 
um 8 Uhr 45 Min. die an Sagen reiche Grotte morärt el-Hemri, in 
welcher von Zeit zu Zeit das Gespenst al-R61a erscheinen soll. Von 
da aus liegt hirbet 'Arbid siidsüdöstlich, el-Ftijan nordöstlich und h. 
el-Bteme in der Richtung 80°. 






29 

Um 8 Uhr 50 Min. setzten wir unseren Ritt durch die öde, kalk- 
steinige Hügellandschaft el-Kbejjat fort; von 9 Uhr 7 Min. an folgten wir 
in der Richtung ONO. auf einem recht beschwerlichen Wege dem Tale 
bis zur Mündung des w. abu Twäki, sahen um 9 Uhr 35 Min. sw. 
hirbet el-Bteme, verließen darauf das Talbett, bogen gegen NO. und 
gelangten um 9 Uhr 45 Min. zu einem rechts von unserem Wege auf 
einer Anhöhe liegenden Tempel, namens kasr cl-Leggün. 




MmmmmmmmmmHmammm 

Fig. 2. l Ajn el-Leggün von Osten. 



Ein teilweise zerstörter Stufengang führt auf eine viereckige Platt- 
form hinauf, unter der sich eine Wölbung befindet, die gegenwärtig als 
Begräbnisplatz gebraucht wird. Die in weiße Hemden eingehüllten 
Leichname werden nur notdürftig mit Steinen bedeckt, deswegen können 
die Hyänen hier schrecklich hausen. Ich stieg hinab und stieß sogleich 
auf die Reste eines halb angefressenen, erst kürzlich bestatteten männ- 
lichen Leichnams. Die unerträgliche Ausdünstung zwang uns zum 
schleunigen Verlassen dieses unheimlichen Ortes. 

Von da kamen wir zu dem etwas nordöstlich und niedriger ge- 
legenen ehemaligen römischen Lager el-Leggün 2 (Höhe 690 m). Es war 
seinerzeit reichlich mit Wasser versorgt, da man die etwa 150 m nord- 



30 



westlich am Fuße des Hügels el-Ftijan entspringende Quelle hinein- 
geleitet hatte. Sie wurde zuerst in einem länglichen Bassin aufgefangen 
und dann in einem Graben am rechten Ufer des Bachbettes weiter- 
geführt (Fig. 2). 

Es scheint, daß nicht bloß das Lager, sondern auch die umlie- 
genden, um 10 — 15 m höheren Hügel teilweise befestigt waren, denn auf 
dem nördlichen Hügel sieht man noch Überreste alter Türme. 

Um 1 1 Uhr 25 Min. verließen wir diesen Ort und ritten am linken 
Ufer eines kleinen, von Gebüsch umsäumten Baches gegen O. Nach 
10 Min. sahen wir rechts im Talbette eine Grotte, über welche der 

Bach herunterstürzt 
und einen kleinen 
Wasserfall bildet.Hier 
verließen wir das 
durch zwei steile Ab- 
hänge eingeengte Tal, 
bogen in die Kichtung 
N. ein und sahen um 
11 Uhr 40 Min. rechts 
die Mündung des Leg- 
gün-Baches in das Tal 
el-Mheres. An der Ver- 
einigungsstelle stehen 
noch Reste alter Mau- 
ern; von da an heißt 
der Bach el-Mögeb, 
und die Quelle von el-Leggün nennt man ras el-M6geb; aber geläufiger 
ist die Benennung w. el-Mheres. Die Ufer des sejl el-Mheres fallen in 
einigen bankartigen Stufen steil ab und bilden ein enges Talbett, das 
sich wie mit Gewalt zwischen schwärzlichen, steilen Wänden hin- 
durchzwängt. Zuerst führt der Weg über eine solche Bank oben am 
linken Ufer des nach N. sich erstreckenden el-Mheres, welches wir um 
12 Uhr 5 Min. überschritten (Höhe 635 m). Dann schlugen wir die 
Richtung nach ONO. ein und folgten einem alten, breiten Wege, der in 
Serpentinen auf ein Hochplateau hinaufführt, welches rechts ungefähr 
700 m hoch liegt. 

Es bietet einen traurigen Anblick dar. Flach und nur von einigen 
Wellen durchzogen, ist es steinig und kann somit nicht angebaut werden. 
Die Täler sind nicht zahlreich, haben die Richtung von O. nach W., 




Fig. 3. Kasv Bsejr. Der Südostturm von Südosten. 



31 

sind seicht, gehen aber, kurz bevor sie in die Mhercs-Klamm einmünden, 
in tiefe Schluchten über. Gegen W. begrenzen den Horizont niedrige 
Bodenwellen, hinter denen gegen NW. der hohe Sil.ian emporragt. Gegen 
0. sieht man einen zerklüfteten Gebirgszug, welcher von S. nach NNO. 
verläuft. Sein südöstlicher Teil heißt gebel ed-Dabbe, die Mitte gebcl 
Sbejban und der nördliche, niedrigere Teil ed-Dalmät. Diese wüste 
Gegend passierten wir während der Tageshitze, und meine Aufmerksam- 
keit wurde weniger von den einförmigen Turmruinen, die wir hie und 




Fig. 4. Kasr Bäejr. Das Tor von Süden. 

da sahen, als von den interessanten Erzählungen unseres Begleiters 
über die Ereignisse, welche hier geschehen sind, in Anspruch genommen. 
Um 12 Uhr 50 Min. kamen wir zum ersten Turme, dem zahlreiche 
andere ganz ähnlich sind. Es ist ein rechteckiger, 4*5 m breiter, 9 m 
langer Blockbau, welcher entweder vollständig oder wenigstens an drei 
Seiten von einem ummauerten Hofe eingeschlossen war. Die Hofmauern 
sind stellenweise noch 2 m hoch und haben ein Tor in der unmittelbaren 
Nähe des Turmes, in welchen dann aus dem Hofe bis zu 1*5 m über dem 
Boden eine niedrige schmale Tür hineinführt. Alle Türme haben nicht 
dieselbe Größe, aber denselben Stil und stehen immer auf hervorragen- 
den Punkten. Sie heißen insgesamt rugüm Kisän. Im Westen oberhalb 



32 

des rechten Uferrandes des el-Mögeb sieht man die Ruine einer größeren 
Feste, welche kasr ab al-Hasäni heißt. 

Um 1 Uhr 20 Min. lenkten wir in die Richtung 70° ein und stiegen 
in das hier noch seichte Tal ez-Zakkaf hinab ; an dessen linkem Ufer 
sich die kleine römische Festung el-Mikhaz befindet (Höhe 705 m). In 
dieser Gegend gedeiht el-Kilu, das zu größeren Haufen gesammelt und 
zu Asche verbrannt nach Nablus verkauft wird. 

Der Weg zeigt an sehr vielen Stellen Spuren menschlicher Arbeit 
und scheint sehr oft benützt zu werden, ist aber auch jetzt noch ge- 










Fig. 5. Kasr Bsejr. Der Nordwestturm von Süden. 



fährlich, denn er führt durch das Grenzgebiet der Saläjta und $hiir un( j 
wird nicht nur durch die Hegäja und Sarärät, sondern auch durch die 
Hamäjde unsicher gemacht. Liegen die Fellähin von el-Kerak mit den 
Hamäjde in Fehde, so ist dies der einzige Weg nach Jerusalem oder 
Damaskus, da der andere durch rör es-Säfije für sie wegen ständiger 
Feindseligkeiten mit den Kderät und S c üdijjin ganz unbenutzbar ist. 
Unser Begleiter Tsa erzählte uns von den Kämpfen mit den Hamäjde 
und daß auch sein Vater auf diesem Wege erschossen gefunden worden 
sei. Infolge der großen Unsicherheit hätte man die vielen Türme gebaut. 
Erblickt man nämlich eine Räuberhorde, so trachtet man so schnell als 
möglich einen solchen Turm zu erreichen, wo man sich doch einige 
Zeit verteidigen kann. In ksür Bsejr kommen fast jedes Jahr solche 
Belagerungen vor. 



33 

Kasr Bsejr (Höhe 11hm), zu dem wir um 2 Uhr 58 Min. gelangten, 
ist das viereckige, an jeder Ecke von einem festen Turme (Fig. 3) flan- 
kierte ehemalige römische Lager des Prätoriums von Moab, wie uns 
eine über dem Tore angebrachte Inschrift belehrt. 3 Durch dieses Tor 
(Fig. 4) in der Mitte der Südmauer gelangt man in einen viereckigen 
Hof. An der West-, Ost- und Nordmauer zählt man zwischen den 
Türmen je 7, an der Südmauer 6 Zimmer. Die Mauern zeigen hie 
und da schadhafte Stellen, welche aber mit Steinen ausgefüllt sind. 
In den Türmen (Fig. 5) führen sanft ansteigende Stiegen zu ihren 
zwei Stockwerken und bis auf die Plattform hinauf, von wo aus man 
eine weite Rundschau genießt. Die untersten Stiegen sind zumeist ab- 
gebrochen, um die Angreifer abzuhalten. Ich betrat den südwestlichen 
Turm und fand unter der Stiege einen angefressenen menschlichen 
Leichnam. Außerhalb der Südmauer bemerkt man einige halbverschüttete 
Zisternen und ungefähr 200 Schritte südwestlich einen Wasserbehälter; 
er ist 63 m lang, 46 m breit und seine größte Tiefe beträgt 2*5 m. Seine 
Mauern sind 1*9 m stark und haben in der Südwestecke eine Stiege, die 
in das Reservoir hinunterführt. Man hatte seinerzeit das ganze Wasser 
der sanft geneigten Umgebung hineingeleitet (Höhe 763 m). 

Die Benennung ksür Bsejr umfaßt alle in der Umgebung liegenden 
Warttürme, bezeichnet aber hauptsächlich das eben beschriebene Lager. 
Den Namen erklärte unser Begleiter Tsa folgenderweise: Ein geschickter 
und sehr berühmter Arzt namens Bsejr habe dieses Schloß von einem 
Sultan von Damaskus zum Geschenke erhalten und daselbst gewohnt. 
Die Menge der Hilfesuchenden, welche ununterbrochen kamen oder 
wieder nach Hause gingen, sei so groß gewesen, daß, als Bsejr starb, 
die Leute einander die traurige Kunde zuriefen und diese noch an dem- 
selben Tage Damaskus erreichte. Das Grab des Arztes Bsejr zeigt man 
etwa 300 m nordöstlich von dem Lager. 

Von ksür Bsejr über el-Mheres nach el-Hmemät 

Kasr Bsejr, das die ganze Umgebung weit und breit beherrscht, 
verließen wir um 4 Uhr und ritten 40 Min. gegen WNW. über niedrige 
Bodenwellen zu einem anderen festen Turme namens kser aba-1-Hrak. 
(Höhe 765 m). Auch dieser war von einer festen Umfassung einge- 
schlossen; ein rechteckiger Blockturm ist noch gut erhalten. Gegen 
NW. sieht man die tiefe, schwärzliche Schlucht des wädi Afekre und 
bei ihr einen großen Steinhaufen, rugm ibn Rarib. 

11 n sil. Arabia Pctraea. I. Moab. 3 



34 

Um 4 Uhr 45 Min. setzten wir unseren Weg in sw. Richtung 
fort, überschritten nach einer Viertelstunde das hier noch flache wädi 
Afekre und bogen dann gegen W. ein. Hier von der wüsten, gegen 
NW. geneigten Hochebene aus boten uns die Schluchten el-M6geb und 
el-Mheres bei Sonnenuntergang ein großartiges Bild. Das Hochplateau 
verschwindet plötzlich und es öffnet sich eine unabsehbare Kluft. Die 
Wände sind schwarz und steil, stellenweise hängen die oberen Schichten 
über das Talbett hinaus. Die Strahlen der untergehenden Sonne zaubern 
darauf ein wunderschönes Farbenspiel hervor und zeigen eine Pracht, 
wie man sie nur selten in der Natur vorfindet. Ein direkter Abstieg 
ist nicht möglich und nur wenige beschwerliche Pfade vermitteln den 
Übergang. Um 6 Uhr betraten wir einen solchen gefährlichen Pfad 
bei rugm el-Waüjje (Höhe 730 m) und nach mehr als einer halben 
Stunde kamen wir, die Pferde mühsam führend, in die Schlucht des 
wädi Mleh, der wir dann bis zu den Gewässern des el-M6geb (el-Mheres) 
folgten (Höhe zirka 560 m). Nordwestlich oberhalb ihrer Vereinigung 
soll hirbet el-Mdejjene liegen. 

Der Pfad führt über glatte Bänke herunter. Die Wasserfläche im 
Mogeb liegt um 1 — 3 m tiefer, und da die Ufer des Wasserbettes sehr 
steil sind, so kann man nur stellenweise zum Wasser gelangen. Das Tal 
ist hier kaum 30 m breit und wird von über 200 m hohen, steilen Wänden 
eingeschlossen. Als wir zum el-M6geb -Bache kamen, war es schon 
ziemlich finster. Doch blieben wir hier nur von 6 Uhr 48 Min. bis 
7 Uhr 15 Min. und erstiegen dann neuerdings durch das Tal tel'et 
c Alja das westliche Hochplateau el-Ma c arrage, und zwar, wie mir der 
Führer versicherte (ohne daß ich der Dunkelheit wegen die Angaben 
kontrollieren konnte), südwestlich von rugm el-Knetra, südöstlich von 
h. Hmüd und fast südlich von h. es-Smäcijje. Um 8 Uhr 23 Min. 
pflöckten wir unsere Pferde an und übernachteten. 
15 i89G USt ^ en ***• August, am Tage Maria Himmelfahrt wollten wir in den 

Zelten der katholischen Fellähin von el-Kerak das heil. Meßopfer dar- 
bringen. Deshalb brachen wir um 5 Uhr auf und ritten durch die 
steinige Ebene el-Ma'arrage in der Kichtung WSW. (Höhe zirka 750 m). 
Wir überschritten den Anfang des tiefen tel'et umm Härük, das süd- 
westlich von h. ed-Dläleh in das w. el-Rwejta mündet. Fast vollkommen 
südlich von uns ragte oberhalb des rechten Ufers des wüsten w. abu 
s-Sa c ar rugm et-Tejs empor. Um 5 Uhr 16 Min. lag kar'a Sihän in der 
Richtung 315° und h. Hmüd in der Richtung 350°. Um 5 Uhr 22 Min. 
passierten wir die Hürden Mahärim umm Härük, folgten dann dem 



35 

seichten henw Mhejsen, dem Kopfe des w. el-Rwejta, durch das schwarze 
Lavagebiet ed-Der i ; ließen um 5 Uhr 38 Min. rugm umm Cedäde links, 
kreuzten das w. el- Mimet ir nordwestlich vom gleichnamigen rugm el- 
Munetir und gelangten um 6 Uhr 1 1 Min. in der Richtung SSW. in das 
Lager der katholischen Kerakijje bei h. Hmemat. 

In einem Zelte wurde die heil. Messe gelesen, aber nur ein Mann 
und einige Frauen fanden sich ein. Die übrigen beschäftigten sich mit 
meinem Saklawi-Pferde. 

Da wir kein Wasser mitgenommen hatten und im Lager auch 
keines vorhanden war, weil die Weiber, die es holen sollten, noch nicht 
zurück waren, so ritt ich an h. cl-Giliine 4 vorbei zu dem 4km ent- 
fernten h. er-Rabba, wo sehr viele und große Zisternen, die alle den 
Megalje, dem herrschenden Stamme von el-Kerak gehören, sorgfältig 
zugedeckt und sehr scharf bewacht werden. Die Entleerung einer 
Zisterne wird als casus belli aufgefaßt. Da ich aber mit seh 'Isa el- 
Mgalli befreundet, ja von ihm sogar nach er-Rabba eingeladen worden 
war, durfte ich aus seiner Zisterne mein Pferd tränken. 

Die übrige Zeit verbrachten wir teils mit der Pflege von Fieber- 
kranken, teils mit Aufzeichnungen verschiedener Gebräuche. 

Der Boden ist sehr fruchtbar und es gedeiht hier der beste Weizen. 
In alten Zeiten herrschte hier ein reges Leben, denn in der Umgebung 
sind viele Ruinen, und ich verzeichnete in der Richtung 334° kar'a 
Sil; an, 320° h. el-Kasr (öfters bejt el-Karm, fast nie aber kasr er-Rabba 
genannt), 310° drei aus Basalt gebaute FImemat-Ruinen, 240° er-Rabba, 
50° kasr aba-1-Hrak, zwischen 30° — 50° g. el- c Al, hinter ihm zwischen 
20° — 60° g. ed-Dalmat und 1 km südöstlich vom Lager die Ruinen 
umm Carje. 

Von el-Hmemät nach el-Kuträni. 

Am 16. August brachen wir um 5 Uhr 20 Min. auf und ritten ig. A^gusi 
ziemlich schnell gegen SO. Der Boden wird allmählich steiniger, ist 
aber noch anbaufähig; auch die Bodenwellen, welche ihn durchziehen, 
werden nach und nach höher. Um 5 Uhr 45 Min. sahen wir nahe vor 
uns in der Richtung 132° die Ruinen des großen Dorfes h. el-Rurab, 
das zur Erntezeit die Fellähin und Haretin von gebel Nablus bewohnen. 8 
Die felsige Ebene, auf der wir ritten, senkt sich nun zum Tale abu 
s-Sa c ar, welches gegen NO. verläuft, links henw es-Safra, rechts w. el- 
'Wejned aufnimmt und in das w. el-Mheres einmündet. Wir kreuzten 

3* 






36 

es um 6 Uhr 5 Min. und gelangten nach 10 Min. zu einer großen, 
30 m langen, 16??i breiten, 2' 15 m hohen, mit vier Pfeilern versehenen 
Grotte, welche abu s-Sa'ar heißt. Um 6 Uhr 21 Min. ritten wir in der 
ursprünglichen Richtung weiter, bogen aber um 6 Uhr 30 Min. südlich 
von h. el-Ruräb gegen O., überschritten um 6 Uhr 48 Min. das von 
SSW. gegen ONO. laufende Tal el-Kbejjät und gelangten um 7 Uhr 
20 Min. zu einem 715 m hohen Hügel, auf dem die Ruine el-Ftijän liegt. 

El-Ftijän ist eine alte, rechteckige, von starken Mauern ein- 
geschlossene Festung. Der Haupteingang führt von NNW. zuerst über 
einige zerstörte Stufen auf eine Plattform hinauf und von dieser in die 
Festung hinein, welche allem Anscheine nach aus zwei Teilen bestand. 
Sie beherrscht die Umgebung weit und breit; von drei Seiten ist sie 
unangreifbar und nur von NW. aus, wo sich der Hügel etwas senkt, 
ist ein Angriff möglich. 

Südlich ihr gegenüber am rechten Ufer eines kurzen Tales stehen 
einige schmale, hohe, rohe Steinplatten, ähnlich denjenigen bei Ader 
oder in el-Wäle. Sie heißen barim el-Farde, und es geht von ihnen die 
Sage, daß es versteinerte Begleiterinnen einer Braut seien, die die Sonne 
beleidigt hätten, weshalb sie von Gott in Steinplatten verwandelt worden 
wären. Andere erzählen aber, daß eine von den Brautführerinnen ihr 
unmündiges Kind mit einem Stück Brot gereinigt hätte, weswegen alle 
versteinert wurden. 

Nach 10 Min. stiegen wir auf einem recht beschwerlichen Wege 
zu der Quelle c ajn el-Leggün hinunter. 

Nach kurzer Rast schlugen wir um 8 Uhr 5 Min. die Richtung 
130° ein, ließen das römische Lager rechts (Höhe 690 m) und betraten 
einen alten Weg, den wir nun in SSO. -Richtung weiter verfolgten. Um 
8 Uhr 40 Min. kamen wir zu einem Steinhaufen, der zur Erinnerung 
an den durch seine Gastfreundschaft berühmten seh abu Dahile (oder 
Dahire) dasteht. Abu Dahile hatte es nämlich nie versäumt, jeden Gast 
mit aller Aufmerksamkeit aufzunehmen. Selbst wenn er in der Nacht 
kam, ließ der Seh sogleich ein Schaf oder eine Ziege schlachten, Brot 
backen und den Gast bewirten. Aas Dankbarkeit dafür hat man an 
dem Platze, wo der Seh gewöhnlich lagerte, einen Steinhaufen errichtet, 
und der vorüberziehende Beduine unterläßt es nie, durch einen kurzen 
Aufenthalt sein Andenken zu ehren. 

Hierauf betraten wir das trockene Talbett el-Mheres, wie die Ver- 
einigung des von SO. kommenden es-Sultäni mit dem südwestlichen w. 
ed-Dejka heißt (Höhe 675 m), gelangten um 8 Uhr 50 Min. zur Mündung 






37 

des von OSO. kommenden w. ed-Dabba und schlugen dann die Rich- 
tung 60° ein. Der Weg, auf dem wir ritten, ist in dem ziemlich steilen 
Rande des rechten Ufers des w. ed-Dabba künstlich ein gehauen und 
führt auf ein ödes Hochplateau hinauf, das sich am rechten Ufer des 
schluchtförmigen w. ed-Dabba gegen N. ausbreitet (Höhe 700 m). Der 
Boden ist felsig, mit schwarzem Steingeröll bedeckt und trägt nur hie 
und da einige dürre Grashalme. 

Daß auch dieses Hochplateau und der Weg ehemals unter Be- 
wachung standen, bezeugen einige Türme, an denen man vorbeikommt. 

Um 9 Uhr 5 Min. erreichten wir den ersten Turm, der ebenso 
gebaut und auch von einer Mauer eingeschlossen ist wie die früher 
erwähnten. Ein Feuerzeichen von der Höhe dieses Turmes konnte in 
el-Ftijän und auch in el-Leggun gesehen werden. Rechts fällt das Hoch- 
plateau jäh in die tiefe Schlucht des w. ed-Dabba hinunter, welches in 
vielen Krümmungen aus der Richtung 110° kommt und kurze, aber 
tiefe Seitentäler hat. Der Weg weicht diesen aus und entfernt sich 
unter steter Neigung in der Richtung 50° vom Tale, das hier nicht 
zugänglich ist. 

Um 9 Uhr 40 Min. passierten wir einen zweiten Turm und um 
9 Uhr 45 Min. kamen wir zu einem großen Steine, namens el-Hagar el- 
Mansüb, der bei den Beduinen als Opferstätte in großem Ansehen steht 
(Höhe 760 rn). Um 10 Uhr 8 Min. bog das Tal weit rechts ab, und wir 
ritten zuerst durch eine breite Senkung teret el-Hajec in der Richtung 
90°, dann aber 110° stetig bergauf. Um 10 Uhr 30 Min. lag vor uns 
in der Richtung 150°, etwa 5 km entfernt, der höchste, burgähnliche 
Gipfel ras ed-Dabba. Nach 10 Uhr 46 Min. wurde das Steigen be- 
schwerlicher, um 11 Uhr 4 Min. standen wir auf dem Gebirgsrücken 
von ed-Dabba (Höhe 905 w, der südliche Gipfel ras ed-Dabba zirka 
950 m). 

Im W. sahen wir zerklüftetes Gebirge, im O. dagegen eine weite, 
weiße Tiefebene, von der sich in der Richtung 65° die Mauern von 
el-Kuträni (auch el-Kuträne) scharf abhoben. Weil diese Gegend sehr 
unsicher ist und unser Begleiter aus Furcht vor den umherstreifenden 
Räuberbanden nicht zu bewegen war, el-Kuträni mit uns aufzusuchen, 
so hatten wir uns vorgenommen, es nur von weitem zu besichtigen. 
Nun lag aber die Burg so nahe vor uns und sah samt der ganzen Um- 
gebung so einladend aus, daß die Neugierde in uns mächtig erwachte, 
und wir trotz allen Bittens und Beschwörens von seite unseres Begleiters 
statt nach W. uns gegen O. wandten. Da das Gebirge langsam fällt 



38 

und allmählich in die Ebene übergeht, so ritten wir erst im scharfen 
Trabe, dann in der Ebene im Galopp auf die Burg zu, und während 
der arme l Isa weit hinter uns zurückblieb, waren wir um 1 1 Uhr 40 Min. 
vor der Burg (Höhe 765 m). 

El-Kutrani ,; ist ein moderner, viereckiger Bau (Fig. (5) mit einem 
festen Tore auf der Südseite. Die Mauern sind oben mit Schießscharten 
versehen und über dem Tore ragt ein turmartiger Vorsprung mit einer 
kleinen verschließbaren Luke vor. Bei der Festung liegen südöstlich zwei 
große, durch einen Erdwall von einander getrennte Zisternen (Fig. 7). 




Fisr. 6. El-Kuträni von Südsüdwesten. 



Der Erdwall samt seiner nächsten Umgebung wird als Begräbnis- 
platz für Pilger benützt. Manche Gräber sind offen, überall sieht man 
Reste von Teppichen und Linnen sowie herumliegende Knochen, ein 
Zeichen, daß auch hier Hyänen hausen. 

Da wir uns hier nicht lange aufhalten konnten und wollten, stieg 
ich schnell ab, um einige photographische Aufnahmen zu machen. 
Während ich mit meinem Apparate beschäftigt war und die Festung 
fixierte, schob jemand das Fensterbrett beiseite und rief: 

„Bon jour, monsieur, soyez bien venu!" Hier auf der Pilgerstraße, 
im Grenzgebiete dreier Stämme, in einer Gegend, die derzeit in el-Kerak 
im Rufe der größten Unsicherheit stand, französische Laute! Während 
wir noch verwundert nach dem Fenster blickten, hörten wir schon das 



39 

Torschluß rasseln, die schwere Tür wurde aufgetan und ein halb türkisch, 
halb beduinisch gekleideter Mann trat heraus, reichte uns die Hand 
und hieß uns von neuem in französischer Sprache willkommen. Es 
entspann sich ein Gespräch und wir erfuhren, daß wir den Befehlshaber 
dieser Festung vor uns hatten. Wir führten unsere Pferde durch einen 
kurzen Torgang in einen vierseitigen Raum, der rings herum von 
Wohnungen, Magazinen und Stallungen umgeben ist, schöpften aus einem 
tiefen Brunnen Wasser und folgten dann dem Befehlshaber in das erste 
Stockwerk hinauf, wo um das ganze Schloß herum ein schmaler Gang 




Fig. 7. El-Kut.räni von Südosten. 

alle angebauten Räume miteinander verbindet. Eine Steintreppe führt 
auf das flache Dach hinauf, von dem uns der Hausherr in sein kleines, 
fast europäisch ausgestattetes Gemach geleitete, um uns mit vortreff- 
lichem Tee zu bewirten. 

Hier erfuhren wir, daß er ein geborener Algerier sei und viele 
Jahre als Soldat in Paris gelebt habe. Im Kriege 1870 — 1871 habe er 
die Deutschen nur so nach Dutzenden niedergemacht, sei später infolge 
eines Disziplinarvergehens flüchtig geworden und habe dem Hägg-Pascha 
von Damaskus seine Dienste angeboten, der ihn zum Befehlshaber dieser 
Festung ernannte. Ihre augenblickliche Besatzung bestand aus seiner 
kleinen Tochter und einer alten Sklavin, doch versicherte er, während 
der Hägg-Periode über 5 — 10 Soldaten zu verfügen. Es gehört zu seinem 
Dienste, Gerste, Weizen und Wasservorräte für die Pilger zu beschaffen. 



40 

Dieser Obliegenheit kommt er gewissenhaft nach und betreibt mit den 
Pilgern wie mit den Beduinenstämmen einen einträglichen Tauschhandel. 
Die Hägg-Karawanen sind ja mehr Geschäfts- als Wallfahrtszüge. Kauf- 
leute von Haleb, Damaskus usw. bringen ihre Waren, wie Stoffe, Tücher 
und verschiedene Gerätschaften nach Mekka und tauschen dieselben 
gegen Kaffee, Gewürze usw. ein. Von solchen Kaufleuten übernimmt 
er gegen Gerste oder Weizen Waren, die für die Beduinen von Wert 
sind, und tauscht sie gegen Kamele und Ziegenhaare um. Nur so kann 
er sein Dasein fristen, denn als Befehlshaber bekommt er manchmal 
während 5 — 8 Monaten keinen Gehalt. 

Er wunderte sich sehr, daß wir es gewagt hatten, bis hierher zu drin- 
gen, und bestätigte, daß die Unsicherheit der Gegend wegen der Razw- 
Truppen in der Tat eine sehr große sei. Er erzählte uns, wie vor zehn 
Tagen ein gut bewaffneter Mann auf der Spur seines Kameles von Mä- 
daba hierher gekommen sei, da übernachtet habe und dann auf dem 
darb el-Hägg gegen Süden weitergeritten sei. Am nächsten Tage vor- 
mittags hörte die Sklavin vor dem Tore ein Pferd wiehern, in dem sie 
die Stute des Mannes von Mädaba erkannte. Als der Kommandant das 
Tor öffnete, rannte ihn die Stute fast zu Boden, trank in langen Zügen 
und kehrte wiehernd zum Tore zurück. Das Tier hatte die Zügel um 
den Sattelknopf gewunden und am Sattel waren blutige Flecke. „Ich 
nahm mein Martinigewehr," fuhr der Kommandant in seiner Erzählung 
fort, „bestieg die Stute und gab ihr die Zügel frei. Nach drei Stunden 
scharfen Rittes gewahrte ich die glänzende Spitze einer in den Boden 
gesteckten Lanze und als ich näher kam, flogen Raubvögel auf. Mit 
einer Schußwunde in der Brust lag der Mann von Madaba tot am Boden, 
seine Lanze stak neben ihm in der Erde, sein Martinigewehr war aber 
verschwunden. Allem Anscheine nach war er schon tagsvorher er- 
schossen worden, die Stute aber war bei ihm geblieben, bis sie vom 
Durste getrieben zu mir zurückkehrte." 

Von el-Kuträni über el-Morejra und Middin 
nach el-Kerak. 

Unter diesen Umständen mußten wir darauf verzichten, auf der 
Straße darb el-Hägg zur nächsten Station kal'at el-Hsa zu gelangen. 
Darum traten wir um 2 Uhr 2 Min. den Rückweg an und erreichten 
auf demselben Wege, auf dem wir gekommen, im raschen Ritte um 
4 Uhr 50 Min. den ersten vorerwähnten Turm ksejr ed-Dabbe. Wir 



41 

stiegen in das w. es-Sultani hinab und folgten ihm in der Richtung 320°. 
Um 5 Uhr 5 Min. verließen wir dieses Tal bei seiner Vereinigung mit 
dem w. ed-Dejka und ritten an dessen rechtem Ufer in südwestlicher 
Richtung weiter. Wädi ed-Pejka ist breit und wird im O. von den 
Ausläufern des rist el-Jäbes und im W. von den weißen Abhängen der 
Landschaft nukrat el-Becla eingeschlossen. Diese Abhänge werden ober- 
halb der Mündung des von SSO. kommenden w. el-Jabes nach und 
nach höher, das Gebirge tritt näher heran und aus dem Talbette wird 
eine Schlucht zwischen zwei 4 — 9 m hohen senkrechten Wänden, welche 
an manchen Stellen über ihr zusammenstoßen. Unten, zwischen diesen 
Klippen, sieht man wohl im Flußbette Wasser, aber man kann nicht 
dazu gelangen; nur große Scharen von Raben, welche die Klippenränder 
und die Felsen in nächster Umgebung bevölkern, können es fleißig 
aufsuchen. 

Um 5 Uhr 30 Min. verließen wir dieses el-Hanacen genannte Ge- 
wässer (Höhe 690 m). Südöstlich von hier sieht man auf einem Hügel 
am linken Ufer des w. el-Jabes den Turm ksejr el-Jabes. Die west- 
lichen Hügel bestehen aus Kalkstein, der, vom Regen gelöst und herunter- 
gewaschen, in dicken Schichten alle niederen Flächen bedeckt und gänz- 
lich unfruchtbar macht. Wir folgten dem Tale in der Richtung 200° 
und kamen um 6 Uhr 10 Min. endlich zum Wasser von hafajer el- 
Hanacen (Höhe 690 wi). 

In der ganzen Talsohle findet man unter Gerolle und Sand Grund- 
wasser, das in mehreren 1*3 m tiefen Brunnen zum Vorschein kommt. 
Die Brunnen werden jeden Winter verschüttet und es müssen immer 
wieder neue gegraben werden. Rechts, das ist am linken Ufer des 
Tales, bemerkten wir ein Lager der berüchtigten Hegäja und alsogleich 
machten wir uns auf, ihre Gastfreundschaft kennen zu lernen. Man 
nahm uns sehr freundlich auf und kaum hatten wir das Zelt betreten, 
verkündete der eigentümliche Ton des Kaffeemörsers, daß Gäste im 
Lager seien. Für unsere Pferde wurden Maulsäcke mit Gerste gebracht, 
die man vor uns stellte, damit wir sie in Augenschein nähmen. Wir 
wogen die Körner in der Hand, betrachteten sie und bedankten uns 
mit dem Wunsche: „Gott möge es dir vergelten, Allah jahlef c alejk". 

Leider konnten wir hier nicht übernachten. Ich litt an heftiger 
Dysenterie, und die Lagerhunde waren so bösartig, daß wir auf meine 
Bitte das Lager verließen. Dadurch verstießen wir, wenn auch durch 
die Umstände teilweise entschuldigt, allerdings gegen den Brauch und 
weil wir uns auf einen Raubanfall während der Nacht gefaßt machen 



1896. 



42 

konnten, so verließen wir nach einigen Minuten das Talbett, lenkten 
nach S. um und lagerten nach ungefähr einer halben Stunde in einem 
Seitentale abseits von kser el- Hadern. Da wir kein Feuer anzünden 
durften, streckten wir uns neben unseren Pferden aus und schliefen 
ruhig ein, während ich als unglücklich Leidender wachen mußte, weil 
ich eben nicht einschlafen konnte. 

Am nächsten Morgen ritten wir um 5 Uhr 10 Min. in südwestlicher 
Richtung weiter. Die Gegend hatte sich vollständig verändert. Statt 
des weißen Kalkes hatten wir rings herum fruchtbaren Humusboden, 
der von den Hegaja — das heißt von ihren Fellähin — fleißig bebaut 
wird. Nach einer halben Stunde sahen wir links ein Hegäja- Lager, 
das in Ellipsenform errichtet war, ein Zeichen, daß die Gegend unsicher 
ist. In einem solchen Falle werden die Zelte so nebeneinander aufge- 
stellt, daß die Seitenstricke des einen ganz nahe an der Seitenwand des 
anderen befestigt sind und sich kreuzen. So rücken die Zelte immer 
näher aneinander, bis eine Ellipse entsteht, in der nur die Scheitelpunkte 
offen bleiben. Durch diese zwei Offnungen, die man bewacht und durch 
die abends Ziegen und Kamele hineingetrieben werden, kann weder ein 
Mensch noch ein Tier aus oder ein, ohne im Lager bemerkt zu werden. 

Der östliche Gebirgszug, gebel abu Rucbe, tritt nach und nach 
zurück. Seine Abhänge sind mit trockenem Grase bewachsen, ein 
Zeichen, daß sie nicht ganz steril sind; sie bilden somit einen merk- 
würdigen Kontrast gegen die nordwestlichen weißen Hügel des tefet el- 
Beda. Wir ritten nun durch die fruchtbare Ebene es-Sekre oder es- 
Sekreten. Gegen W. erweiterte sich allmählich unser Horizont. Um 
5 Uhr 32 Min. erblickten wir in südsüdöstlicher Richtung auf einem 
einsamen Hügel kser et-Tamra und um 5 Uhr 45 Min. war in der Rich- 
tung 235° h. el-Msejis oder Nsenes zu sehen. 

Da die Ruine et-Tamra mir bemerkenswert zu sein schien, so 
lenkten wir auf sie ein und erreichten sie um 6 Uhr, wurden aber ent- 
täuscht. Ein aus großen rohen Steinen aufgeführter Turm in Trümmern 
mit einem größeren Hofe und einigen zerstörten Häusern war alles, was 
wir fanden (Höhe 735 m). Die Aussicht von da ist sehr schön. Man 
überblickt die ganze Senkung el-Rwer, welche südwestlich von et-Tamra 
unter einem von W. nach O. sich hinziehenden Hügelzuge beginnt, 
gegen W. allmählich zu einem Hochplateau emporsteigt, gegen NO. sich 
verengt und bis el-Leggtin reicht. Darauf hebt sich das Terrain wieder 
und bildet am rechten Ufer des el-Mheres das wüste Hochplateau der 
Salajta. Am Ostende des Rwcr sieht man von kser et-Tamra in sw. 



43 

Richtung die große Ruine el-Morejra, westlich das zerstörte Dorf Nöeneä 
und in der Richtung 240° auf dem höchsten Gipfel des erwähnten 
Hügelrückens el-Middin. 

Um 6 Uhr 7 Min. brachen wir auf und um 6 Uhr 55 Min. waren 
wir in el-Morejra (Höhe 800 m). Dieses Ruinenfeld liegt auf einem 
kegelförmigen Hügel und ist von einer starken Mauer umgeben, die 
sich noch in gutem Zustande befindet. Vom Haupteingange, der nach 
S. Hegt, führt eine Straße durch die Anlage nach N. und nimmt rechts 
und links einige engere Seitengassen auf. Die Dächer der Häuser 
waren gewölbt, sind aber jetzt verfallen, die Mauern indessen noch 
ziemlich gut erhalten. Das ganze Ruinenfeld, welches große Ähnlichkeit 
mit umm er-Rsas aufweist, macht den Eindruck, als wäre der Ort vor 
nicht allzuvielen Jahrzehnten verlassen worden. Eine Quermauer trennt 
den Ort von einem großen, im N. anliegenden Schlosse, das keineswegs 
römischen Ursprungs sein dürfte. Man kann drei Höfe unterscheiden; 
im nordwestlichen ist eine tempelartige Anlage. Die inneren Bauten 
bestehen aus Steinquadern und waren gewölbt. 

Viele Gewölbe sind noch erhalten und werden von Hyänen zum 
Lagern aufgesucht. Davon überzeugte ich mich selbst; als ich mit dem 
Notizbuche in der einen und dem Bleistifte in der andern Hand ein 
solches Gewölbe betrat, um nach Inschriften und ähnlichem zu forschen, 
wurde ich von zornigem Knurren empfangen. Es war eine Hyäne da, 
sie sprang gegen mich, wurde aber von der vollen Morgensonne ge- 
blendet, so daß ich schleunigst zurücktreten und hinter einem Mauer- 
vorsprunge Deckung finden konnte, während sie knurrend davonschlich, 
um ein anderes Versteck aufzusuchen. 

In den Ruinen wie an den Abhängen rings herum sieht man viele 
Zisternen, von denen einige die gewöhnliche Birnform des Grundrisses 
zeigen, andere aber viereckig und mit einer im Scheitel von einem 
Pfeiler gestützten Wölbung versehen sind. Eine solche gut erhaltene 
und gereinigte Zisterne fanden wir südöstlich am Übergänge des Ab- 
hanges in die Ebene. 

Von el-Morejra aus gesehen liegt el-Kerak in der Richtung WNW. 
und bietet einen eigenartig schönen Anblick dar (Tafel I). Seine scharfen 
roten Umriße heben sich von der grauen Umgebung scharf ab. Die Zinnen 
seiner Mauern und Türme sind von den Strahlen der Sonne mit gol- 
denem Schimmer umsäumt. Die Klarheit der Luft läßt das Ganze so 
nahe erscheinen, so großartig und mächtig einwirken und so heimatlich 
anmuten, daß man unwillkürlich an ein mittelalterliches Schloß denkt. 



44 

und die Phantasie dichtet noch als malerischen Hintergrund den mäch- 
tigen Rhein samt seinen grünen Wäldern dazu. Ich habe el-Kerak 
von allen Seiten und vielleicht hundertmal gesehen und seine Lage be- 
wundert, aber nie habe ich einen so mächtigen Eindruck empfangen, 
nie erschien mir dieses Frankennest so majestätisch und so großartig 
wie hier von der Senkung aus ; welche den Middin- Rücken von der 
Hochebene er-Rabba trennt. 

Die soeben erwähnte Ruine Middin liegt von da aus in südwest- 
licher Richtung, die wir um 9 Uhr 11 Min. einschlugen. Der anbau- 
fähige Boden ard el-Mesann zieht sich im W. in die Breite. Nach 
anderthalb Stunden gelangten wir zu den nackten Felsen des Middin- 
Rückens. Die Täler, welche alle in das w. el-Rwer einmünden, sind 
eng, tief eingeschnitten und unpassierbar. Nur zu dem Brunnen, der süd- 
östlich am Fuße des Middin-Gipfels liegt, führt ein alter, angelegter Weg. 

Einige Meter oberhalb der Talsohle sieht man eine kleine Höhle, 
in der eine Quelle entspringt. Ihr Wasser fließt ziemlich sparsam und 
ist gut. Zuerst sammelt es sich in der Höhle, von wo aus es dann 
ungefähr 5 m weit unterirdisch einem 3 m tiefen Brunnen zuströmt, um 
den herum viele steinerne Tränktröge stehen. 

Nördlich davon führt ein künstlicher, ziemlich bequemer Steg zur 
Festung hinauf. Zuerst gelangt man zu einem Ruinenfelde, das eine 
Art Vorstadt gewesen sein dürfte, und steigt dann höher hinauf zum 
abgeplatteten Gipfel, auf dem die Überreste eines großen, alten Festungs- 
baues stehen, welcher die ganze Gegend weitherum beherrschte (Höhe 
1110 m). Von drei Seiten umschließen den Berg tiefe Täler, deren 
Abhänge stellenweise so steil sind, daß man sie nicht erklettern kann. 
Nur gegen W. gibt es eine Verbindung zwischen der Vorstadt und der 
Hochebene, welche sich von da aus zum w. el-Hsa erstreckt und deren 
nördlichen Rand der el-Middin-Rücken bildet, welcher von der Senkung 
el-Rwer aus so hoch und so steil erscheint. 

Von el-Middin suchten wir auf die alte Römer straße zu gelangen, 
um auf dieser nach el-Kerak zurückzukehren, wozu uns meine Er- 
krankung nötigte. Wir erreichten die Straße um 1 Uhr 50 Min. Rechts 
und links liegen Felder, auf denen eben die Bewohner von el-Kerak 
bei ihren Tennen lagerten. Um 2 Uhr 2 Min. bemerkten wir rechts von 
der Straße die Überreste eines alten vielbesungenen Turmes, namens 
rugm el-Mradd. Ungefähr nordnordwestlich liegt h. el-Hawijje. 

Um 2 Uhr 25 Min. sahen wir el-Hawijje direkt im W. am linken 
Ufer des gleichnamigen Tales, nördlich, ron uns aus nordwestlich, h. el- 



45 

Msäteb, von diesem nördlich h. el-Karjeton, in derselben Richtung li. en 
Nakkaz und dann östlich von der Festung cl-Kerak rugm el-Gilime 
mit Gilimet es-Sabha. 

Nun verließen wir die römische Straße und gelangten in der Rich- 
tung NW. auf sanft abfallendem Terrain um 2 Uhr 48 Min. zu den 
bjar et-Tenijje, wo in einer breiten Ausbuchtung des w. el-llawijje drei 
Brunnen sich befinden. Nordwestlieh von ihnen rücken die Talwände 
so nahe an einander und verengen die Talsohle derart, daß es unmög- 
lich ist, hindurchzureiten. Das rechte Ufer, wird durch einen steilen 
Hügel gebildet, der die Ruinen von h. et-Tenijje trägt, während auf 
dem hohen linken Ufer der oben erwähnte rugm el-Gilime liegt. 

Auf einer vorspringenden Seitenbank dieses Ufers führt ein guter, 
teilweise künstlich hergestellter Weg nach el-Kerak, dem wir weiter in 
fast nördlicher Richtung folgten. Um 3 Uhr 10 Min. passierten wir 
rechts die Mündung des von 0. kommenden w. 'ajn el-Bundukanijjc, 
erreichten um 3 Uhr 23 Min. die Vereinigung des von S. kommenden 
Tales es-Sitt und einige Meter weiter rechts jene des w. el-Gäje, von 
wo ab das Tal sofort breiter wird. Nun betraten wir den Weg, auf 
dem wir el-Kerak verlassen hatten, und kamen um 4 Uhr im Missions- 
hause an. 

El-Kerak. 

El-Kerak 7 liegt auf dem nördlichen Kalksteinausläufer des Rückens 
umm et-Teläge, in den die Hochebene des südlichen Moab übergeht 
(Fig. 8, 9). Der Ausläufer erweitert sich, bildet eine mäßig gegen N. 
geneigte Ebene (Höhe 950 m) und endet in einem nach NW. gerich- 
teten Grat. 

Im 0., N. und W. ist der Ausläufer von über 100 m tiefen Tälern 
eingeschlossen, zu denen er sehr steil abfällt, während er im SSO. durch 
einen schmalen Sattel mit dem etwa 20 m höheren Rücken zusammen- 
hängt. Dieser Sattel wurde künstlich vertieft und in einen über 30 m 
tiefen, von O. nach W. gerichteten Graben umgewandelt, der somit den 
einzigen natürlichen, bequemen Zugang versperrt. Auch auf den übrigen 
Seiten wurde die ohnehin ziemlich steile Böschung durch Behauen un- 
ersteigbar gemacht und nur wenige, leicht sperrbare, steile Wege an- 
gelegt. Die türkische Regierung hat sie repariert, darum kann man 
jetzt auch zu Pferde oder auf einem Kamele in die Stadt gelangen. 

Von 0. ist die Stadt auf drei Stellen zu betreten: bei der Nord- 
ostecke des nördlichen Festungsgrabens, etwa in der Mitte der Ostfront 






W 




47 

durch einen in den Felsen getriebenen Tunnel, und bei dem bürg en- 
Nasära genannten festen Turme in der Nordostecke der Stadt. Dieser 
letzte Weg nimmt auch die Sultäni-Straße auf, welche von N. nach 




Fig. 9. El-Kerak. Situationsplan. 



el-Kerak führt, während die beiden erster en die Verbindung mit SO. 
bewerkstelligen. Von N. führt kein Reitweg in die Stadt. Von W. 
vermittelt ein Tunnel bei dem bürg Bibars oder bürg ez-Zäher genannten 
Nordwestturme (Fig. 10) die Verbindung mit W. und NW., wogegen 



48 




Fig. 10. El-Kerak. Bun>- ez-Zäher von Süden. 




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Fig. 11. El-Kerak. Burg el-Katäwne von Süden. 



ein mühsam hergestellter Weg vom südlichen Teile der Stadt gegen 
SW. führt. Die beiden Tunnels sind stellenweise eingestürzt, weswegen 





El-Kerak von Östc 



49 

sich der Weg zwischen größeren und kleineren Steinstücken hindurch- 
windet. Alle diese Zugänge sind sehr beschwerlich und dort, wo sie 




Fig. 12. El-Kerak. Burg ez-Zaher von Südosten. 




Fiof. 13. El-Kerak. Hof eines Wohnhauses. 



die einzelnen Schichten des stufenartig horizontal geschichteten Kalk- 
steines passieren, auch gefährlich. 

Die ganze Ebene, welche die Stadt trägt, ist mit einer Mauer 
umgeben, die an manchen ganz besonders steilen Stellen 20 — 30 >» tief 

Musil. Arabia Petraea. I. Moab. 4 



50 








Fig. 14. El-Kerak. Das griechische Kloster von Südosten. 




Fig. 15. El-Kerak. El-Hadr 



Osten. 



abfällt und mit mehreren Türmen und festen Anlagen versehen ist. 
So befindet sich bei der Südostecke der Stadt ein länglicher, fester Bau, 
hän el-Kebaz, mit großen, gewölbten Räumen an der Mauer; nördlich 








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davon sieht man einen halbrunden Turm, hän el-Kbeli, dann einen vier- 
eckigen, vorspringenden Turm, bürg el-Kafäwne (Fig. 11), und weiter 
den bereits erwähnten bürg en-Nasära. Die Nordseite, wo ohnehin kein 
Zutritt möglich ist, hat keinen Turm. Der bürg Bibars, oder bürg ez- 
Zaher genannte Turm (Fig. 12) in der Nordwestecke sowie auch der 

südliche bürg Tanäs 
sind sehr fest gebaut. 
Die Stadt selbst 
besteht aus niedrigen, 
armseligen Hütten(Fig. 
13), die aus altem Bau- 
material errichtet sind. 
Von alten Bauten sind 
nur einige halbver- 
schüttete Wasserbehäl- 
ter erhalten, von denen 
el-Bräk im 0. und bir- 
ket el-Hegäb in der 
Nähe des bürg ez-£äher 
noch jetzt in Verwen- 
dung sind. Südöstlich 
von dem letzteren sieht 
man die halbverfallene, 
feste Anlage han Banür. 
Von jüngeren 
Bauten ragen über die 
Hütten das griechische 
Kloster mit einer Kirche 
(Fig. 14), die katho- 
lische Mission mit einer Knaben- und Mädchenschule und die türkische, 
el-Maktabe genannte Schule. Zum Baue der letztgenannten Anstalt 
lieferte das Baumaterial der Turm en-Nasära, den man deshalb samt 
einem großen Stücke der Ringmauer niedergerissen hat. Dasselbe Schick- 
sal wird bald auch den bürg ez-Zäher treffen, der zur Renovierung einer 
verfallenen Moschee verwendet werden soll. 

Eine ziemlich breite Straße durchquert ungefähr von N. nach S. 
die ganze Stadt. Folgt man derselben in südlicher Richtung, so be- 
merkt man rechts einen Ölbaum, den einzigen großen Baum in el-Kerak, 
und unter ihm ein großes, schön gearbeitetes Architrav (Fig. 15). Dieser 





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IP^PlfflB 


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Fig. 17. El-Kerak. Das Festungstor von Süden. 



53 

Ort ; der von Mohammedanern und Christen als heilig angesehen wird, 
heißt el-Hadr und wurde in den letzten Jahren von der Straße dureh 
eine Mauer abgetrennt. Die Straße führt auf den Stadtplatz, der im 
N. von einigen neuen einstöckigen Häusern, im S. aber von dem neuen 
Regierungsgebäude, welches Hsen Helmi-Pascha auf einem alten Fried- 
hofe aufführen ließ, abgeschlossen (Fig. 16). 

Die freie Fläche südlich von dem Regierungsgebäude heißt el- 
Msalla. In ihrem östlichen Teile steht eine kleine Moschee und im 




Fig. 18. El-Kerak. Relief in der Nordostecke der Festung. 



westlichen die Wohnung des Festungskommandanten; hinter dieser führt 
dann der Weg in die Festung el-Kafa von el-Kerak. Diese ist von 
der Stadt durch einen jetzt noch 4 — 6 m tiefen und 6 — 10 m breiten, in 
den Felsen getriebenen Graben getrennt, der nahe an seinem Westende 
überbaut ist und so den Zugang in die Festung ermöglicht. 

Durch einen im Zickzack führenden Gang betritt man den Festungs- 
hof (Fig. 17), der aus zwei durch starke Mauern von einander ab- 
gesonderten Teilen, dem westlichen schmalen und tiefen und dem öst- 
lichen hohen und breiten Hofe besteht. 



54 



Im Westhofe, der bis zum Tore reicht, sieht man ungefähr in der 
Mitte eine Stiege, welche in große gewölbte, unterirdische Räume führt, 
die sich unter dem ganzen Hofe ausbreiten und jetzt als Kaserne ver- 
wendet werden; ihr Licht bekommen sie durch runde, in der Wölbung 

angebrachteOffnungen. 
Der Westhof ist im 
O. durch einen 10— 12m 
hohen, senkrecht zuge- 
hauenen, stellenweise 
durch Mauern verstärk- 
ten Felsen abgeschlos- 
sen, der den zweiten 
Hof trägt. Eine schmale 
Treppe und ein breiter 
bequemer Weg führen 
hinauf. Jetzt stehen in 
diesem Hofe zahlreiche 
neue Hütten und Häu- 
ser, denen alte baufäl- 
lige Anlagen weichen 
mußten. So ist auch 
die Kapelle, die an der 
Nordwand angebaut 
war , gänzlich ver- 
schwunden ; an ihrer 
Stelle stehen jetzt eine 
Küche und daneben 
Schlafsäle. Auch unter 
diesem Hofe befinden 
sich alte unterirdische 
Räume, die jetzt nur 
teilweise zugänglich sind. Eine alte Stiege führt nahe an der Nordost- 
ecke mehrere Stufen tiefer in einen alten Gang, der sich an der Nord- 
und Ostfront hinzieht. In der Ecke der Südwand des Nordostturmes 
der Festung sieht man einen großen eingemauerten Stein, der ein altes 
Relief trägt (Fig. 18). Von dem Relief führt der Gang weiter gegen 
S. und hat rechts und links an den Seiten breite Türen zu großen ge- 
wölbten Räumen, von denen die westlichen mit einander in Verbindung 
stehen. Über einer dieser Verbindungstüren ist ein Bruchstück von 




Fig. 19. El-Kerak. 

Die Südostecke der Festung von Osten. 



I 



55 




Fig. 20. El-Kerak. DieJFestung- von Süden. 



56 

einem alten Architrav eingemauert, der eine lateinische Inschrift trägt. 
Weiter gegen S. ist der Gang durch einen von 0. nach W. gerichteten, 
festen gewölbten Bau unterbrochen, hinter welchem eine Treppe zu Kase- 
matten führt, die jetzt als Gefängnis verwendet werden. 

Im S. ist die Festung durch turmartige, mit Schießscharten und 
außerordentlich starken Mauern versehene Festungswerke abgeschlossen, 
deren Fundamente tief im Ost- und Westtale fußen (Fig. 19). Der 
weiche Kalkstein ist nämlich mit mächtigen Böschungen versehen, oder 
wenigstens mit großen harten Steinwürfeln belegt, und auf dieser Grund- 
lage sind dann die oberen Festungswerke errichtet. Jetzt aber werden 
die Steine von diesen Unterbauten entfernt und die Folge ist, daß die 
Festungswerke nach und nach einstürzen. 

Hinter der Festung wurde der schmale Sattel, wie bereits gesagt, 
künstlich vertieft und unten ein großer Wasserbehälter, birct umm en- 
Nasr, errichtet, zu dem aus der Festung ein schmaler, in den Felsen 
getriebener Gang führt (Fig. 20). 

Eine ziemlich breite Stiege leitete etwa 50 m tief zu einem anderen, 
von 0. nach W. gerichteten Gange, der den Ursprung der Quellen es- 
Sitt und es-Sufsafa berührte, weshalb die Festung im Falle einer Be- 
lagerung reichlich mit Wasser versehen werden konnte. Jetzt ist die 
Stiege unzugänglich, und die Soldaten müssen das Wasser aus der 
Quelle c ajn es-Sufsäfa oder 'ajn el-Frang auf dem Südwestwege holen. 



Das Ergebnis dieser Tour war topo- und ethnographisch ziemlich 
bedeutend, mich befriedigte es aber nicht, da wir infolge meiner Er- 
krankung sowie der Furchtsamkeit unseres Begleiters c Tsa auf die Weiter- 
reise nach el-Hsa verzichten mußten. Auch bemerkte ich, daß Isa die 
Ortsnamen nur nördlich von Ader und westlich von ed-Dabba kannte; 
für die übrigen Gebiete war er kein zuverlässiger Gewährsmann. 



1. Abu Säma, Recueil des Historiens des Croisades, Hist. Orientaux III, Paris 
1898, S. 253 f. (Ende August 1184): J~JÜi)\ J^k ^1* <LJ\ ^ ^ UaJuJ\ Ja^ 

.< >UJ\ ? \jLs \X*o ^^ilsr 

2. Belädori, JjJlJ\ r^d ^_->U3, ed. de Goeje, Lugduni Batav. 1866, S. i ir: 
^^> JJU ^Xs IäLo U^^li jjjtl\ g-»-^- ^->_5 *UU~J\ JpJ ^yo v >ü> (^'^ 



57 

c'ysm', at-Tabari, Annales, Scr. I, ed. de Goeje, Lugduni Bat. 1890, S. n«A: .J5I9 

i* a^_> iyX^s. ^\ j.*o <*«o^x^ vJl^.^w.^3 LUx^a ^A ^ * >Lo lo ? LiJta ^15 Jl^o 

^.^i-l^aä LoJ\ S^JUo ^J »^Uläi <=ULLJ\ £j*> 4oJ» ls* 3 *.*-?.jb* ^an könnte auch 
an castrum Mobenum = kasr Bsejr denken, aber dieses wasserlosc Kastell wurde sicher 
früher aufgegeben als das große, mit Wasser reichlich versehene Lager al-Leggün. 

3. OPTIMIS MAXIMISQVE PRINCIPIBVS NOSTRIS GAIO AVRELIO 

VALEßlO AIOCLETIANO PIO FELICI INVICTO AVGVSTO ET 

MARCO AVRELIO VALERIO MAXIMIANO PIO FELICI INVICTO AVGVSTO ET 

FLAVIO VALERIO CONSTANTIO ET GALERIO VALERIO MAXIMIANO 

NOBILISSIMIS CAESARIBVS CASTRA PRAETORII MOLENI A FVNJAMENTIS 

AVREL1VS ASCLEPIAJES PRAESES PROVINCIAE ARABIAE 

PERFICI CVRAVIT 

Demnach stand hier ein festes, für den Statthalter und andere hohe Beamte be- 
stimmtes Gebäude, das unter Diokletian in das jetzige Lager umgewandelt wurde. 
Siehe jetzt: Corpus Inscriptionum Latinarum, III. Supplementum, Berlin 1902, Nr. 14149. 

4 S. Eusebius Hieronymus, De situ et nominibus locorum hebraicorum, ed. 
Migne, Patrol. latina, t. XXIII, c. 922: „Est autem nunc Aegalim vicus ad australem 
partem Areopoleos, distans ab ea millibus octo; Onomastica sacra, ed. Paulus de La- 
garde, Gottingae 1870, p. 98: Agallim, p. 228: AiyocXs^u.. 

5 Im Jahre 1902 fand ich el-Ruräb ( >\ äJ\ wieder erbaut und von den Dnejbät 

bewohnt. 

6 Hagi Haifa, ^^1^ i^ol5 1ms? US l^ *>l~~c, Cod. Vindob. 1282, fol. iav 
«rwähnt 1655 folgende Stationen: L*wi.\, ^^laS £>Iä., Äl>^b, «ISjj : ^Ia. Jj^-o 

. . ,^Xslki *V^£ y^a. Mehemmed Edib, ^^i\.X.^S\ i )\X$, Konstantinopel 1232 H., S. i Vf.: 

Kutrani, 16 Stunden von Belka* entfernt, mit einer Festung aus der Zeit Sultan Soli- 
mans und einer großen Zisterne. Hieher werden aus dem Dorfe Söbak (gemeint ist 
el-Kerak) Lebensmittel gebracht und an die Pilger verkauft. Söbak (el-Kerak) ist ein 
blühendes Dorf, gelegen in entgegengesetzter Richtung, nämlich im W. der Straße, 
umgeben von fließendem Wasser, Wein- und Blumengärten. Es gehört zu Jerusalem 
in Syrien. Die Gegend selbst ist hügelig und unter Mühsalen passiert man mehrere 
steile Abhänge. Es ist eine ermüdende Wegstrecke. Nach einem Marsche von drei 
Stunden kommt man zu einem Passe, einem infolge der vielen Räuber gefürchteten 
und unsicheren Orte. Er heißt gün el-Keraki. Kerak ist eine Festung auf der rechten 
Seite der Straße, deren Bewohner auch die Festung Kutrani beschützen. Auf der Seite 
gegen Jerusalem, in einer Entfernung von drei Stunden, findet man fließendes Wasser 
[bei al-Leggün). Die Übersetzung stammt von Dr. Friedrich v. Kraelitz. 

'Abdalrani, Cod. Vindob. 1269, foL 174: (J. 1G94) 5o\^Uü\ ÄäJLS U Ui^S»!^ 

Cod. Vindob. (N. F. 223, fol. 2 b, 3 a) erwähnt die Stationen: ^^s) A^\j ^ 
^5*0^9 0>>Ü, ^\jL'£, (Ää^o3\ = »UUUJ\) <üLJo, (^XJUj\ = £!>)&) aL^j (*£>j 

.^Lä* ^Ls»l9, (ij-^s. ÄaJIS) 6j.J^ ^ß>\** (^y*^\) 



58 

7 El-Kerak = fcHh Tp 2 Kg. 3 25 ff.: ü^pfl *DD S 1 nttnn TpS iT.DK I-Kt&my 

♦ ♦ nönrrbp nby irfcjn vrinn ^^-"ipk iiaan m-na (skiö ijbö) np^i ♦ ♦ ♦ msi 

Jes. 16 7. 11, Jer. 48 81. 86. Auch DKlfc Tp, die Hauptfestung, im Parallelismus zu 
SX1Ö"W, der Hauptstadt, von Moab, Jes. 15 l. Der Targum setzt iNlEI K5*Ö, -p3 == 
Kerak Moab = al-Kerak. 

Steph. Byz. (Uranius, ca. 300), in Fragmenta historiae graecae, ed. C. Müller, IV, 
p. 526 81« Xapax k u.toßa, jto'Xt; njs vüv TpiTTjs üaXaiaTivr];, rjv avaypacpEt ÜToXsuaibs ev IWfpa- 
<ptxot; ev 7e£[atctw ßißXiw (c. 17) ev Taf; 'Apaßixali; xrj? Eu8at[J.ovo;. Oupavio; 8' ev tot; Apaßixois . . . 
xai Mwßou^apa^ cprjaiv. c O 7VoXiT7]S tou p.£V Xapa/.[J.wßa XapaxfAcoßTjvo's * ix $s tou Mwßou^apa^ 
Mojßou^apay.rjvo;. 

M. Le Quien, Oriens christianus, III, p. 729: 536 Arjpjtpioi; iKiv/.OKoc, XapaxfAa>ßtov. 

Theodoretus Cyr., In Isaiam, ed. Migne, Patrol. graeca, t. 81, c. 340: Ouroi xo 
ysvo$ cctco tou Acot xaTayouai * pjTporcoXiv oe £i)(ov 7iaXat tzjv vuv xaXoujxsvrjv Xapa^|xtoßa. 

S. Sophronias (patriarcha Hierosol.), SS. Cyri et Joannis miracula 58, ed. Migne, 
Patrol. graeca, t. 87 3, c . 3629 sq. : 

IHtpo; (tou 'AfXfxaSa) 6 Xapa^, av7]p ysyovs Ti[Aios, xai TpUTj; IlaXaiJTivrjs (täut^; yap rco'Xn; 
sau Ta Xapayjj.toßa), Tuy^avcov stuSo^o;. Er wurde auf die Fürsprache der Heiligen Cyrus 
und Joannes von seiner Skrofulöse geheilt und erbaute ihnen zu Ehren vswv auToi? sv 
Xapayp.a>ßtoi; yiyvo'p.£vo;, <I>; asacoxo'ai, oo[J.^aaa6ai (TuvOejaevo;. 

Vita s. Stephani Sabaitae, Bollandi Acta Sanctorum ad. d. 13. Julii, c. IV, 1 
(Ende des VIII. Jahrh.): 'IcDaw^s cjyjjxsiofpo'po? av7]p . . . toutw tw [xa/.apiTr] [xaOrjTSuaa;, xai 
(J.ST* STtstTa £7tiazoxo; T7J<; rapt'favous xai evSo'ijou to'Xsojs Xapaj([j.oßajv ysvo'fxsvo;. 

rprjyo'pioi;, Ispa laTopia Tcspl Trj$ ttoXeco; tou [j.£yaXou ßaaiXsti); xai 7:a.ir]q IIaXai<JTiv7]?, 
'IspoaoXufjiia; — p. xtzx (Manuskript des griech. Patriarchates in Jerusalem, IX. Jahrh.) : 
C H Kupia/.ou7ro'Xt; rj Ivopia auT/J? sc; avaToXwv, eid; tou Mwaß (Mou£i7t) xai soj; tou ^eijaoc^ou 
tou Sia^topi^ovTa; cot 1 auTfj; xai xr\c, üeTpa; xai sco; tou TcoTajjioü Xoaa v) Xue tou ava piaov yfj; 
Mtoaß xai TaߣT (?) TaßaXwv). 

Willermus Tyrensis, Historia rerum in partibus transmarinis gestarum, Recueil 
d. Hist. d. Croisades (Histor. Occidentaux I), Paris 1844, 1. XV, c. 21: „Interea (1142) 
quidam nobilis homo, Paganus nomine, qui prius fuerat regius pincerna, postmodum 
habuit terram trans Jordanem ... in finibus Arabiae secundae, castrum aedificavit 
cui nomen Crahc natura loci simul et opere manufacto munitum valde, juxta urbem 
antiquissimam eiusdem Arabiae metropolim prius dictam Raba . . . postea vero dicta 
est Petra deserti, unde et secunda Arabia hodie dicitur Petracensis." Der Xame Petra 
ging auf Crac über 1. XX, c. 26; 1. XXII, c. 28 schreibt er: „Salahadinus urbem cui 
nomen pristinum Petra Deserti, modernum vero Crac obsidere disposuit . „ ." 

I.e., 1. XXII, c. 28: „Fuit autem praedieta civitas in monte sita sublimi ad- 
modum, et vallibus ambitu profundis; iaeuitque multis temporibus confraeta, redaeta 
penitus in solitudinem. Tandem vero, regnante Domino Fulcone . . . Paganus qui- 
dem, qui cognominatus est Pincerna, regionis ultra Jordanem dominus, in eodem monte, 
in quo civitas sita fuerat praesidium fundavit, in ea montis parte, qua idem mons 
minus clivosus est, et quae piano exterius adiacenti magis est contermina. Qui vero 
successerunt ei, Mauritius videlicet nepos eius, et Philippus Neapolitanus, locum prae- 
dictum vallo et turribus rediderunt insigniorem. Extra praedictum autem praesidium, 
ubi olim civitas aedificata fuerat suburbium nunc erat, in quo eius loci habitatores 
quasi satis tuta sibi posuerunt domicilia. Nain ab Oriente erat eis oppidum quasi pro 
munitione summa, ex reliquis vero partibus totus mons, ut praedictum est, imis vallibus 
cingebatur, ita ut si vel modico muro esset praecinetus, nullius hostilitatis formidaret 
accessus. Duobus enim tantum locis, ad montis fastigium ascendendi patet oppor- 



59 

tunitas, quin paucis facile contra hostium ingentes copias possunt defendi; reliquae 

vero partes omnino dicuntur imperviae. 

1. c, 1. XX, c. 27: (Belagert 1172) „Erat autem municipium in colle situm edito, 
turribus, muris, et antemuralibus egregie munitum, eratque ei suburbium extra prae- 
sidium situm in declivo collis, in loco tarnen adeo sublimi et arduo, ita ut neque 
assultus, neque arcuum vel macbinarum formidarent ictus; erantquo loci illius habi- 
tatores fideles universi, quo amplius eis fides haberi poterat." 

J. Delaville Le Roulx, Cartulaire generale de L'ordre des Hospitaliers de 
S. Jean de Jerusalem, I, Paris 1894, c. 207, p. 160: (J. 1152) „Ego Mauritius . . . dono 
et concedo Hospitali Jherusalem penes Cracum quandam turrim, que est a parte sini- 
stra sicuti fit ingressus per portam castelli, et barbacanam, que est inter duos muros 
sicuti protenditur ab hac turri predieta usque ad turrim S. Marie; vgl. c. 521, p. 355 f. 

E. Streblke, Tabulae Ordinis Theutonici, Berlin 1869, c. 3, p. 3— 4: (J. 1161) 
„. . . ego Balduinus . . . dono Philippo Neapolitano ... in perpetuum Montem Regalem 
cum omnibus pertinentiis suis et cum omni terra et honore ipsius et Crach castellum 
similiter cum omnibus attineneiis suis et Aliamanth simili modo cum omnibus appen- 
dieiis suis et castellum eciam Vallis Moysis . . . a Zerca usque ad Mare Rubrum . . . 
cum omnibus villanis Surianis sive Sarracenis . . . salvis tarnen (eciam) Beduinis meis 
omnibus, qui de terra Montis Regalis nati sunt, salvisque omnibus caravanis, quotquol 
vel queeunque de partibus Alexandrie et tocius Egypti transeunt in Baldach (Bagdad) 
et e converso que duo mihi retineo." 

Assises de la Haute Cour, ed. in Recueil des Hist. des Croisades (Lois I), Paris 
1841, p. 415: (J. 1167) „Le patriarche de Jerusalem a cinq arcevesques . . . l'arcevesqae 
dou Rabbat que les Grex apelent Filadelfe, qui, au tens le rei Amauri, fu translate 
au Crac, et est apelle l'arcevesque de la Pierre dou Desert." 

G. Schlumberger (Trois sceaux et deux monnaies de l'epoque des croisades in 
Arcliives de L'Orient Latin, t. I, Paris 1881, S. 663 ff.) bringt ein Bleisiegel. Im Obvers 
die Legende: RENALDVS MONT////// EGALDNS, das ist: „Renaldus Montisregalis 
dominus". Auf dem Felde ein Vogel mit ausgebreiteten Flügeln und offenem Schnabel. 
Zwischen den Zehen sieht man eine Schwimmhaut. Schlumberger meint, es sei „tres- 
probablement un cygne". Revers die Legende: CIVITAS : f PETKACEN • IS = Civi- 
tas Petracensis. Im Felde: Zw r ei mit Zinnen versehene Türme und dazwischen ein 
hohes Tor. 

W. T. 1. XXII, c. 30: (1183) „Salahadinus octo erectis machinis, sex ab interiori 
parte, ubi antiqua fuerat civitas, duabus vero ab exteriore, in eo loco, qui vulgari 
appellatione dicitur Obelet (umm et-Teläge ^~».^LX3\ -w>\) castrum . . . flagellabat." 

Abu Säma 1. c, S. 261: (Ende März 1187) eisUJ^ ^Sü\ ^k J/^ J^ ^ 
d£>v*J\ J\ jlxo p$ ^^y"} p*^?*^ £^*3 p**j) L5 ft J^ aJ^ä. ^J6 U J»=L\^ Al&\ 
jXJ5 JJU <ki J.ä3^. Vgl. S. 280: ^>Jüjjüb aUl^ j*x* j£*~.s- Jy*° 3 3 - 

Bahaeddin, ^i^^^Jl ^.colsvj^ ^LolkJUd\ y \^Ü\, ed. Rec. d. Hist. d. Cr. 
(Hist. Orient. III), Paris 1884, S. 118: (Ende Oktober 1188) ^-o^ j^M ^\ ,J* 3 
j.am^\ ^c l^s s^olrL^ (Homfroi IV) 1^»ä.Uo i >\y i^^ÖIä. ^* ^ J>S\ 0.*.U*j 

Bahaeddin 1. c, S. 300: (1192) Al-Malek al- c Ädel bekam: ^^)\ 3 ^iü\ 
lkUJJ J^.s^ dSs. *j\j* Cs^\ jJus. ^.^co dJ^i Js s *?)j* 3 . . . 'ULU3\_5 CUL<^\ 3 



60 

M. Quatremere, Histoire des Sultans Mamlouka de l'Egypte, ecrite en arabe par 
Taki-eddin-Ahmed-Makrizi, I, Paris 1837, S. 206: (J. 1263) „Le sultan (Malek Zäher 
Bibars) se fit preter serment de fidelite par les commandants de Karak et les chretiens 
de cette ville." 

1. c, S. 20f. (n. 90): „On fit venir 1'emir 'Otba, Ä.*.Zz, Tun des Benou 'Okba, 
^JLfi <<-*■- (jetzt werden sie auch al-'Amr w^.äJ\ genannt), et d'autres Arabes, de la 
tribu de Mahdi ... et dit au premier: . . . Sache que ces contrees n'ont d'autre eau 
pour boire que celles des pluies qui se rassemble dans les citernes. Quand les Arabes 
viennent boire ä ces reservoirs, ou y abreuvent leurs chevaux, ces puits restent a sec. 
Les habitants du bourg voisin se trouvent exposes au tourinent de la soif, s'eloignent 
de ce village, pour en chercher un autre. Le premier reste ainsi desert: teile est la 
cause de la depopulation de pays. Je veux que les Arabes s'abstinnent de boire ä ces 
citernes. Si quelqu'un d' eux contrevient ä cet ordre, il sera etrangle." 

„. . . II ordonna de faire aux remparts et a la citadelle toutes les reparations 
necessaires. On creusa le fosse, qui fut continue tout autour de la forteresse: ce qui 
n'avait pas eu lieu jusqu'alors." 

1. c, 1. I, II p., Paris 1840, S. 48: (J. 1267) „. . . Les Benou-Sakhr (Beni Sahr 
*sr° (.^-j), les Benou-Ham et les Benou-Anezeh ( c Aneze, *5;Xs), qui faisaient partie 
des Arabes du Hedjäz, arriverent ä la cour, et s'engagerent ä fournir la zeka' (klS *J\) 
des troupeaux et des chameaux." 

1. c, S. 73: (J. 1268) „Bibars . . . arriva a Karak, le matin du lundi, dernier 
jour di mois. Personne n'etait prevenu de sa marche; on ne Tapprit qu'au moment 
oü il se trouvait pres du tombeau de Djafar-Ta'iar (Ga'far at-Tajjär, .LdaJ\ JLää.), 
qui venait de mourir. La, toute la foule rencontra le prince. II fit son entree dans 
la ville de Karak, vetu d'un 'abäh, üL^c, et monte sur un chameau." 

1. c, 1. II, p. 1, Paris 1842, S. 9: (J. 1279) „Le onzieme jour du mois (dü-1-Kada), 
Molik-Sa'id-Berekeh-Khan, fils de Däher-Bibars, mourut dans la ville de Karak. II 
etait dans le me'idan (Mejdän, ^^j^--.^), s'exercant ä jouer a, la paume, lorsqu'il tomba 
de cheval." 

1. c, 1. II, c. 1, p. 146: (J. 1293) „Au mois de Safar, on eprouva, dans le villes 
de Gaza, Ramie, Ludd et Karak, de violents tremblements de terre, qui renverserent 
trois tours de la citadelle de Karak." 

1. c, 1. II, p. 2, Paris 1845, S. 180: „Le vingt-cinquieme jour du mois (Regeb 700 
= 1301), on fit crier dans toute la ville, que les chretiens eusent ä porter des turbans 
bleus. Ils n'y eut d'exception que pour la ville de Karak. L'emir Akousch-Aschrafi 
s'excusa de faire observer l'arrete, alleguant, que la population de cette ville se com- 
posait en grande partie de chretiens. En consequence, les chretiens de Karak et de 
Söbak ne furent point astreints ä changer la couleur blanche de leurs turbans." 

1. c, l.II, p.2, S.285f.: (J. 1309) „Le Sultan (Malek-Näser-Mohammad-ben-Kelaün) 
manda les habitants de Karak . . . avec le nai'b de la ville, et se fit preter par eux 
serment de fidelite. Ensuite, d'apres les ordres du Sultan, les habitants s'occuperent 
de transporter des pierres dans la citadelle, et tous, saus exception, se mirent ä l'ou- 
vrage. Tandis que la nai'b, a la tete de la population, etait dans la vallee se livrant 
avec activite au soin de faire voiturer les pierres, il recut du Sultan un ecrit . . ., 
qui lui signifiait, que les habitans de la citadelle ne pouvaient plus se trouver dans 
le voisinage du Sultan, ni resider dans la ville . . . Les habitants de la citadelle, 
accompagnes de leurs femmes, se disperserent dans les villages voisins." 

Voyages d'ibn Batoutah, ed. C. Defremery et Dr. B. R. Sanguinetti, I, Paris 
1853, S. 255 (J. 1326): ^,& £ \ ^yfc,, &j&\ ^^^ J\ o*^ b*?^ C^) 
£^Sr O"* *M ^-^Ä^t \S^^3 ^Ij-äM ^^asr"? ^^^^^ lA^.iö\ ^ \^xJ.*\ j ^j^^iL\ 



61 

.«^-ob^Üt ^s ^tsk A^ ii*y~J\ ^^JäaÄ -oi-\ \3l^ v*£3j^ 

Ad-Dimiski, ysd\j J.J\ i_*olsf ^9 yb>)\ A-*s^ ( >Utf, ed. M. A. F. Meinen, 

Petersburg 1866, S.riP (J. 1327): J^ä. £lS ^s. JU £*JU ^a. y^ afji Ä£JL^<> 

«Loy.w) (^jLäx)^ C^J 1 * 0^- C 3 *YZf^ dS\yS l-jj 3 (^/aa. A^o^X^o] ^^a=w ^^^31 

Aa \^AÖ (O-J lA^l£.*0^ <*.^W>\ ^-O £j-0 <*^Jlb \.Jfcv^.C &.Sj*.)\ l_ji^cO ^jXt Ü^AÄAD 

Js.X.2». ^-*2 d3$* <*~N.9 l-g^-o ^*o ^.^.ft (^5^-'\ L_5^" C 3 ^ Ur ' '^) * ) ^° ^b*X* ^ »\ ..a£J\ 

«_>U>a)\ J^3 7 ^ ^o ^\?3 LS**»** \S^33 • • ö;j^_? U-Ai.\_j 0*=?^ vi$^£J\ 
'ISyJ^ (für^^ilb) j^ä3\^ . . (Middin) ^.jL* J^ ^UU\ ÄäJLS^ JU-^ ^^o J-^j 

&j> ^ (O-s-^A-o^ \2?\jS^\ &\j£* ^jS.)\ ^^ää.^ . . jj\j.ä]1> ^\j^\_5 3yJb ^-^iö 

Abulfeda, ^j\jJUi\ ^.yo <■ >US, ed. M. Reinaud et M. Le B on Mac Guckin de 

Slane, Paris 1840, S. r*l£: (J. 1331) liTjJU^ ^^J&a^ &'ßS\ ^5 (CuLiJ\) A~gj 

^Lo^M^ ^ySi^JU^}\ j-jwj ÄX^ai.x> L$.S\y^ *r^^ lirÄ^ - ***^ ?W- <*^ ^ >^Jü\ 
**fj£)\ ^^9 J^^ ^^- er* p^-***^ <— s^l>\ ifi c_5 A 3 ^^ T&3 \£j*-+£^ 3 

Ludolphus de Sudheim, De itinere Terre Sancte, ed. G A. Neuniann in Archives 
de L'Orient Latin, t. II, 2, Paris 1883, p. 356: (J. 1348) „Est eciam aliud castrum for- 
tissimum olym christianorum in Moab, nomine Krak vel Petra deserta, de cuius forti- 
tudine mira dieuntur nee desunt ibi hodie christiani. 

Halil b. Sähin az-Zfiheri, ^>\^^.\\^ L * r U\ ^bo ^J* <i5üW-^\ ^J».^S &^j « >^ 

ed. P. Ravaisse, Paris 1894, S. Er: (J. 1468) ^ ^yb C^.^^ dSS'ßS\ dSl^a Lc\^ 

^^ar». ^^O ^.A5Ü\ ^s ^3 f ^Uo^\ 9 ^kS L^i ^j^J ^äXs LjJ e ^Uo^\ J-9'Iä^ 
^15L.« ^A^ jb>kJ\ ^iaa. ^l^^ • • . >^\> uX^-v^w) Ü.^.Aiv3\ ^U^J\_3 ClJ>\j\j~*tt £?* 

&*^ c£ **i.) y^ 3 ^^3) £}> <^3\^^.c j-^3 ^J\^»- £j* ^i) j^3 j&*& ti^L^-o 
)>> O^^ J^ o 9 W^ r«^ l) 1 *^ ^ Ua ? * • ' "L>\3 <^ U ?UNJ1 »i 1 J li? - O 15 ^^ 

S. rr: i5TyÜ\ ^LäX9 l^JU y^j> iLsXwaJ\ ^kxo ifi ^LJa^a^ vJ^iSfiJl ^yo^Älb^ 

. ? b\ ^jo^ *}'??*** <^ 3 

S. in: ji^ Xftji ^5o3^iJ\ J\ c^.5Ü\ ^w>^. 

S. in f.: ^^5o. ^ ^i x J A-^jJU^ *0*\jA\ Je \jjb ^yü\ ^5Ü.^J\ JUSUWj 
>U^\ 5 -^ C -xä L^ l^ . . . vsT ; 5ü\ JiÜ^ ? l^J\ Jili N J\ ^ N J\ 3)^ o 9 



62 

^j.ST?a ^.iXi.\ ^Lli».\ JfitSLSj £j\.X}y.£*S. j.*>/c\ 3 <Ä.ä1£J\ ^_^o\3 a .J^-X^a »»^„wa-Xs^ a 

Fratris Felicis Fabri Evag-atorium , ed. C. D. Hassler, II, Stuttgardiae 1843, 
p. 108 sq. : „Fuit autem Petra deserti ab antiquo castrum fortissimum in terra Moab 
. . . Hoc castrum Balduinus II. rex Jerusalem de Latinis, adeo munivit, quod totus 
mundus eum capere non potuisset, nam tribus muris eum circumdedit: intra primum 
murum consurgit rupes altissima, rotunda, in cujus supercilio aedificia longe spectantia 
eminent, et sub rupe de pede rupis tres fontes vivi, clari et sani erumpunt, quibus 
ipsum castrum copiose adag-natur, et tota terra subjaciens irrigatur. Intra secundum 
murum sunt vineae speciosae, in quibus copiose vinum crescebat. Inter tertium sunt 
agri et liorti, in quibus frumentum, oleum et alia necessaria in magna crescebant copia. 
Hoc insigne castrum numquam cepissent Sarraceni, si non fuisset dolose eis traditum 
a quibusdam falsis Christianis. Capto autem eo Soldanus tunc existens filium suum 
primogenitum posuit ibi castellanum et Petrae deserti dominum, et omnes thesauros 
suos in eo recondidit tamquam in loco tutissimo, et hodie est camera thesaurorum 
Soldanorum Aegypti. 

Hoc nobile castrum Latini nominant Petram deserti, Sarraceni Krach, et Graeci 
Schabat (Söbac). 



IL 



W ährend ich mich von meiner Krankheit erholte, sammelte ich 
ethnographisches Material und traf Anstalten zu einer neuen Reise. 

Diesmal wollte ich die Schluchten westlich von el-Kerak zwischen 
dem gleichnamigen Bache im N. und el-Hsa oder el-Kerähi im S. be- 
sichtigen. Don c Abdrabbo erklärte sich gerne bereit, mich zu begleiten. 

Viel Mühe verursachte uns die Beschaffung eines ortskundigen 
Führers für diese Gebiete. Die Bewohner von el-Kerak nämlich hegen 
eine große, fast übertriebene Furcht vor dem ungesunden Klima der 
Umgebung des Toten Meeres und meinen, dort sei die Heimat des 
Fiebers, weshalb sie in der heißen Jahreszeit um keinen Preis hinüber- 
gehen wollen. Nach langem Suchen gelang es uns, einen gewissen c Ajd 
ausfindig zu machen, der versicherte, die Topographie des ganzen in 
Rede stehenden Gebietes genau zu kennen, aber die Bedingung stellte, 
daß wir uns nirgends im Ror aufhalten, sondern sobald als möglich in 
das Gebirge zurückkehren sollten. Auf diese Bedingung wäre ich wohl 
nicht eingegangen, allein Don 'Abdrabbo* fürchtete auch diesen Mann zu 
verlieren und meinte, mich beruhigend: „Allah judabber", Gott werde 
schon für unser Vorhaben sorgen. c Ajd sollte ein Maultier nehmen, 
welches das geringe Reisegepäck tragen sollte; wir beide wollten unsere 
Pferde reiten. 

Von el-Kerak zum sejl ed~Drä c . 

Am 26. August 1896 um 3 Uhr 20 Min. nachmittags verließen wir 2.; 
das Häuschen des lateinischen Missionärs in el-Kerak und ritten auf 
einer Straße, welche höher gelegen ist als die ärmlichen Hütten, nach 
WNW. 

Links sieht man die Ruinen einer großen Moschee, von wo aus 
man auf einen alten Platz, Mejdan genannt, gelangt, den die türkische 



64 

Regierung den Christen weggenommen und in einen Exerzierplatz ver- 
wandelt hat. Rechts ist eine umfangreiche ; jetzt verschüttete Zisterne, 
nordwestlich ein stark beschädigter Turm bürg ez-Zäher und links von 
ihm ein altes, im Kalkfelsen ausgebrochenes Tor (Fig. 21). 

Um 3 Uhr 45 Min. gelangten wir auf einer Serpentine in das 
wasserführende Tal des sejl el-Medaber hinab, dessen Ufer von zahl- 
reichen Oleanders träuchern eingesäumt sind. Über der linken Talwand 
liegt das kleine Plateau el-Merarek mit h. ez-Zutt; dieses Plateau geht 




Fig. 21. El-Kerak. Der Eingang des Westtunnels. 



westwärts in den Berg knan abu öidjan über. Am rechten Talufer 
steht eine kleine, neu erbaute Mühle, welche durch ein oberschlächtiges 
Wasserrad in Bewegung gesetzt wird. 

Wir folgten dem linken Ufer des Baches; rechts sieht man eine 
starke Quelle namens c ajn Sara und die Überreste einer alten Mühle. 
Sie liegt am Nordabhange des schroffen Felsens el-Habis, der den letz- 
ten Ausläufer der Keraker Höhe bildet. Dieser Hügel weist zahlreiche 
Höhlen, wilde Klüfte und künstlich angelegte Einsiedeleien auf, darum 
hat ihn die Phantasie des Volkes mit mancherlei Sagen umwoben. So 
soll z. B. ein Sultan von el-Kerak daselbst einen Schatz vergraben haben, 
den niemand finden kann. Es kommt ein Fremdling, läßt sich in einer 



65 

Höhle nieder und entdeckt den Schatz. Wie er ihn aber heben will, 
tut sich die Erde auf und verschlingt ihn samt dem Schatze. In einer 
anderen Höhle wohnt jetzt ein Flüchtling aus Mar Säba. Obwohl man 
ihn dort ausgestoßen und geächtet hat, erhält er dennoch von den 
Griechen Keraks seinen notwendigen Lebensunterhalt, Brot, getrocknete 
Feigen und Oliven. Wasser holt er sich aus der Quelle 'ajn el-I.Iabis, 
die unterhalb seiner Höhle entspringt. Zu seiner Wohnung gelangt 
man bloß mittels einer Leiter; zieht er sie hinauf, so ist er von der 
Außenwelt vollständig abgeschlossen. 

Nördlich von dem Felsvorsprunge el-Habis vereinigt sich sejl el- 
Medaber mit dem tiefen w. ed-Defäli, wie die Fortsetzung des Tales 
el-Mälhe-Gawäd heißt; weiter wird der Boden etwas ebener und ist mit 
Feigenbäumen und Weinreben bepflanzt, auch Gärten sind hier ange- 
legt. Der Boden besteht aber nur aus einer dünnen, lose auf dem Felsen 
lagernden Humusanschwemmung, wie man an einer vor einigen Jahren 
stattgefundenen Abrutschung einer solchen Gartenanlage sehen kann, 
welche die tiefer liegenden Gärten verschüttete und den nackten Felsen 
ard Sirhab zutage treten ließ. Das vereinigte Tal, das von da ab w. es- 
Sebsabijje heißt, biegt nun gegen WSW. ein. 

Um 3 Uhr 52 Min. passierten wir die Quelle 'ajn el-Bsäs und 
wenige Minuten später 'ajn Tuwere. Am rechten Ufer sieht man längs 
des Tales einen schmalen, aber ziemlich langen Streifen angebauten 
Landes. Am Rande, knapp am Flußbette entspringt die Quelle 'ajn 
el- c Abd und westlich von ihr sahen wir um 4 Uhr 15 Min. ein kleines, 
von 'ajn Hawäga her fließendes Bächlein. Um 4 Uhr 22 Min. über- 
schritten wir ein seichtes, von h. Mker und el-Mcemin kommendes Talbett 
und die gleichnamige Quelle c ajn Shür. Südwestlich von dieser Quelle 
liegt h. Samra und südöstlich davon b- 'Ejzär. Das Flußbett wird immer 
schmäler, biegt nach NW. ab, seine Ufer werden steiler und der Pfad 
beginnt hinanzusteigen. Um 4 Uhr 28 Min. erreichten wir 'ajn et-Tabib 
am Abhänge des Serg abu Hläk, bereits ziemlich hoch über dem von 
nun an sejl es-Sädde genannten Flußbette. Weiter führt der Weg um 
4 Uhr 32 Min. an 'ajn Sakka und 10 Min. später an 'ajn umm GamaVm 
vorüber. Südlich oberhalb der beiden zuletzt genannten Quellen sind 
die kleinen Ruinen h. el-Mikbas und südöstlich von diesen h. el-Mefahit. 
Um 4 Uhr 52 Min. überschritten wir c ajn umm Sidre, dem gegenüber 
am rechten Ufer des sejl es-Sädde f ajn el-Bardijje und weiter ajn el- 
Beda liegt. Nordöstlich von dieser Quelle sieht man hoch über dem 
Wasserbette h. Beddän. 

Musil. Arabia Petraea. I. Moab. 5 



Um 5 Uhr sahen wir nördlich einen Wildbach namens sejl ed- 
Dwehec, welcher von h. Beddan aus sehr steiler Höhe in das Tal 
herunterstürzt, und passierten links auf einem mäßigen Abhänge c ajn 
Moma und c ajn Btene. 

Nun wird das Tal immer enger und seine Wände steiler. Am 
rechten Ufer treten die fast senkrechten Felsen bis knapp an das Fluß- 
bett heran, nur links bleibt noch ein schmaler Streifen, neben dem die 
Bergwände aber auch fast senkrecht emporsteigen. Allmählich wird 
auch dieser Streifen durch die Ausläufer des Serg abu Hlak so ver- 
engt, daß nur noch ein schmaler steiler Gehweg weiter führt. 

Um 5 Uhr 7 Min. haben wir die Paßhöhe (zirka 250 m) erreicht 
und erblickten von da aus weit im W. el-Halil (Hebron). Ringsherum 
liegen da zahlreiche regellose Steinhaufen, die ihr Dasein folgendem 
Brauche verdanken. Wenn der von 0. oder von S. kommende Mohamme-, 
daner hier zum ersten Male die ihm heilige Stadt Hebron erblickt, hebt 
er ein Steinchen auf, legt es mit den Worten: Sei gegrüßt, o Halil 
(Abraham)! (manchmal unterbleibt dieser Gruß) auf einen der vorhan- 
denen Haufen und zieht seines Weges weiter. 

In den Mittagsstunden hat man von hier aus eine großartige Fern- 
sicht auf das zerklüftete Bergland Judas, welches in drei deutlich erkenn- 
baren Terrassen gegen das Tote Meer abfällt. Bei reiner Luft sieht man 
sogar den russischen Turm auf dem Olberge. Das Tote Meer über- 
blickt man in seiner ganzen Ausdehnung. Es erscheint als dunkelblaue, 
ruhige Fläche mit hellgrünen Flecken. Im Vordergrunde sieht man 
die Halbinsel el-Lisän, welche sich durch ihre helle, fast weiße Farbe 
von der dunklen Umgebung scharf abhebt, während ihre nördlichen 
Vorberge in zartem Rosa schimmern. Großartig ist auch der Anblick 
des Salzhügels g. Usdum und der mächtigen Kalksteinwellen Sujül en- 
Nkab, die von es-Sabha auslaufen. Das satte Rot der Gebirgsmassen 
erscheint wie mit tiefem Blau übergössen, der nordöstliche Winkel von 
es-Sabha und der östliche Rand von el-Lisän sind mit dunklen Flecken, 
den Oasen, gesäumt und darüber zittert die dunstgeschwängerte, heiße, 
blaue Luft. Ein herrliches Bild fürwahr! 

Der zwischen Felswänden eingezwängte Weg verläßt das linke 
Ufer des hier sejl el-Kädi genannten Flußbettes und führt in nordwest- 
licher Richtung bergab. Um 5 Uhr 20 Min. passierten wir c ajn er-Rses, 
bogen dann mehr gegen W. ein und erreichten um 5 Uhr 55 Min. den 
Sattel nakb umm Esnäne. Die Felsenwände werden immer schroffer 
und klüftereicher, der Weg wird immer schlechter. Um 6 Uhr 38 Min. 






C»7 

langten wir bei 'ajn el-FTamidi an, bereits in bedeutender Entfernung 
südlich von dem Flußbette des sejl el-Kädi. 

Oberhalb dieser Quelle liegt ein ziemlich großer, im Viereck ge- 
bauter Turm namens kasr ed-Darangi. Von da aus erscheint bei Ein- 
bruch des Abends das Bild des Toten Meeres noch prächtiger. Der 
Wasserspiegel ist grün, die Berge Judas erglänzen in den schönsten 
blauen Farben vom tiefsten Veilchenblau bis zum zartesten Violett, die 
vorgelagerte Halbinsel Lisan glüht im hellen Rot und mitten über ihr 
schwebt ein langer weißer Dunststreifen. Drei ähnliche Streifen sieht 
man weiter über dem Meere; der erste zieht sich vom Südende Lisans 
gegen NW. hin und hinter ihm erstrecken sich die beiden anderen von 
SO. gegen das Westufer des Toten Meeres. 

Um 6 Uhr 43 Min. ritten wir an der Quelle 'ajn el-Mintara vorbei 
•und erreichten den Wildbach sejl ed-Dra\ Das Tal ed-Dra' entsteht 
unter dem Namen w. es-Sahäh im g. Katr en-Neda', führt von h. Biene 
an Wasser und heißt w. en-Nahl, welchen Namen es unter der Quelle 
'ajn Wde'a mit ed-Drä c vertauscht. 1 Um 6 Uhr 47 Min. schlugen wir 
hier unser Nachtlager auf (Höhe etwa — 150?«). 

Die Ufer des Baches sind mit Weidengestrüpp, Schilf und einer 
Menge von babylonischen Pappeln, rurab, bewachsen. Da die Nacht 
sehr heiß war, legten wir uns am Ufer nieder und senkten die Füße 
ins Wasser. Zwei Arten von Stechmücken, eine größere und eine 
kleinere, quälten uns entsetzlich und raubten uns den Schlaf. Wegen 
der großen Unsicherheit in jener Gegend mußten wir abwechselnd wachen ; 
weil wir aber wegen der lästigen Insektenplage nicht einschlafen konn- 
ten, so wachten wir die ganze Nacht hindurch gemeinsam. 

Von sejl ed-Dra nach rör es-Säfije. 

Am nächsten Tage setzten wir unsere Reise um 5 Uhr 20 Min. 27 - *■£■■' 
in der Richtung SW. fort. Rechts blieb der Bach ed-Dra c , welcher 
stark gegen NW. einbiegt und in der Ebene sich mit sejl el-Kädi ver- 
eint. Der steinige Bergabhang g. umm el-'Akäreb, über den wir ritten, 
ist mit zahlreichen stacheligen c Awsegi-Sträuchern und Sejal- Bäumen 
bewachsen. 

Um 5 Uhr 30 Min. erblickten wir links von unserem Wege auf 
einem etwa 15 m hohen, kahlen Hügel die Überreste eines starken 
Turmes namens teil ed-Dra\ Die Aussicht auf das Meer ist von dort 
wunderschön. Über dem dunkelblauen Wasserspiegel lagert ein dichter 



68 

Dunstschleier, während el-Lisän weiß, die Bäume an der Ostseite aber 
vollständig schwarz erscheinen. Die Gegend wird von Rebhühnern und 
einigen Taubenarten einigermaßen belebt. Nun lenkten wir gegen SSW. 
ein, erreichten um 5 Uhr 55 Min. den alten römischen Turm teil Minkat 
ed-Drü. 1 und erblickten um 6 Uhr 16 Min. links in der Richtung S. 
auf einem etwa 1 km entfernten Hügel oberhalb des rechten Ufers des 
sejl c Esäl die Ruinen eines Turmes, umm el- c Akäreb, bei dem sich nach 
Angabe unseres Führers auch Trümmer von anderen Bauten befinden 
sollen. 

Darauf folgten wir dem von Kufrabba kommenden sejl l Esäl, 
auch 'Esän, überschritten ihn und gelangten um 6 Uhr 51 Min. an den 
Rand des Toten Meeres, wo wir anhielten. Ich wollte ein Bad nehmen, 
mußte aber, um das Meer zu erreichen, erst eine Strecke tief waten 
und mich von einem Baumstamme zum anderen schwingen. Das Wasser 
war angenehm kühl, fast ohne Wellenschlag und von sehr träger Strö- 
mung. Beim Untertauchen brennt der ganze Körper und wird rot. 

Um 7 Uhr 56 Min. zogen wir weiter längs des sumpfigen, mit 
Schilf bewachsenen Ufers des Toten Meeres (Fig. 22), welches i*6r el- 
Mrejsed heißt und stellenweise, wo es höher liegt, bei künstlicher Be- 
wässerung angebaut wird. Dazu benützt man zahlreiche Quellen, die 
sich hier finden. Leider kannte unser Begleiter ihre Namen nicht und 
einen Einheimischen konnten wir nicht befragen, weil sie alle bereits 
in das Ostgebirge gezogen waren. Um 9 Uhr 49 Min. überschritten 
wir den sejl er-Rawwäg, welcher den nördlichen gebel el-Mälhe von g. 
er-Ras trennt. 

Um 10 Uhr 23 Min. kamen wir zum Grabmal rugm es-Sejh Säleh, 
der aus Kerak stammen soll und hier als Patron der Schafe und 
Ziegen verehrt wird, wobei man ihm auch Brot und Milch opfert 
(Höhe — 390 m). Um 10 Uhr 30 Min. setzten wir über den Bach sejl en- 
Numera, 2 dessen Ufer gleichfalls bewachsen sind. Fast bei einer jeden 
Bachmündung findet man kleine angebaute Oasen, deren Existenz be- 
günstigt wird teils durch Schlammanschwemmungen des Baches, teils 
durch das Vorhandensein von Süßwasser. 

Der Weg führt stellenweise durch ein wahres Gestrüpp von 
Oleander- und Tarfa'-Sträuchern, der Boden schwankt unter den Füßen 
und die Hitze wird fast unerträglich. 

Nach starkem Winterregen tritt das Meer aus seinen Ufern heraus 
und überflutet das Land, wodurch das eigentliche Ufer unkenntlich und 
schwer zugänglich wird. Gruppen von Oleander- und Tarfa D -Stämmen, 



69 

die scheinbar aus dem Meere herauswachsen , 3 lassen erkennen , daß 
der Ufersaum oft 20 — 30 m weit landeinwärts mit Wasser bedeckt ist. 
Scharen von Tauben, welche diese Küstenbäume bevölkern, gestalten 
das Ganze zu einem eigenartigen Bilde. 

Der Weg führt in der Richtung 200° durch rör ez-Zhejr am Fuße 
des g. el-Minkate c a weiter. Wo er nahe am Meere läuft, lindert ein 
sanfter kühler Lufthauch die enorme feuchte Hitze, die geradezu un- 
erträglich wird, wenn sich der Weg abseits, durch Gestrüpp und Schilf 
windet. Um 10 Uhr 53 Min. überschritten wir sejl el-Kneje, um 1 1 Uhr 




Fig. 22. Rör el-Mrejsed von Nordwesten. 



29 Min. sejl el-Uhejmer, dessen nordöstlicher Arm w. el-Memlah den g. 
es-Samra von dem südlichen g. Sarmug trennt, wogegen der südliche 
Arm, w. el-Gib, aus dem letztgenannten Gebirge kommt. 

Um 1 Uhr erreichten wir die Grenze von ror es-Sänje, wo wir 
unter einem astreichen Tarfa'-Baume ein wenig rasteten. Weder wir noch 
die Pferde konnten weiter. Infolge der feuchten Hitze von 45° C dachte 
niemand an das Essen, denn es war unmöglich, einen Bissen zu sich 
zu nehmen. Dafür aber quälte uns entsetzlicher Durst; Wasser gab 
es hier mehr als genug, allein es war salzig und warm und bot keine 
Erfrischung. Ich wollte auch hier ein Bad im Meere nehmen, das 
Wasser war aber so heiß und verursachte so brennende Schmerzen, 
daß ich augenblicklich heraussteigen mußte. 



70 

Um 3 Uhr ritten wir in der alten Richtung weiter und gelangten 
um 3 Uhr 16 Min. zu dem nach N. gerichteten Flußbette sejl el-Kerahi, 
der Fortsetzung des sejl el-PTasa, wo wir von den hier angesiedelten 
Ra warne -Fellahin Gerste für unsere Pferde kauften (Höhe — 369 m). 
Der fruchtbare Boden war nach der Ernte mit Dura bepflanzt, welche 
infolge reichlicher Bewässerung noch über Mannshöhe stand. 

Von den Rawärne erfuhren wir, daß in der südöstlichen Bucht 
des Meeres zerstörte Häuser zu sehen seien und beim Austritte des 
sejl el-Kerahi aus dem Gebirge eine zerstörte Stadt liege. 4 Ich wollte 
sofort beides untersuchen, aber meine Begleiter machten mich auf den 
traurigen Zustand unserer Pferde aufmerksam und versicherten, daß 
die Tiere sicher verenden würden, wenn wir dieses ungesunde Gebiet 
nicht sofort verließen. 'Ajd sträubte sich, hier länger zu verweilen, weil 
er sich vor dem Fieber fürchtete, und so mußte ich mein Vorhaben 
verschieben und ins Gebirge zurückkehren. 

Von rör es-Säfije über Hanzire nach el-Kerak, 

Wir verließen die üppigen Felder des ror es-Sanje ; welche im W. 
bis zu der sumpfigen Sabha 5 reichen, überschritten um 5 Uhr 10 Min. 
sejl el-Kerahi (Höhe — 350 m) und sahen rechts auf einem Hügel in 
der Richtung 156° den noch ziemlich gut erhaltenen kasr et-Tub. Der 
Weg führt zunächst über Felder, dann aber längs des linken Ufers 
des w. Swehef bergauf. Zum Teile ist er in Felsen eingehauen, zum 
Teile unterbaut, an manchen Stellen ist er noch gut erhalten, an anderen 
dagegen derart abgetragen, daß wir die Pferde nur mit größter Mühe 
weiterbringen konnten (Fig. 23). Da wir vollständig ermüdet waren, 
so beschlossen wir, hier zu übernachten. Um 6 Uhr 5 Min. hüllten wir 
uns in unsere Mäntel ein und legten uns am Wege nieder. 

In der Frühe war es ziemlich kühl und weil wir tags vorher fast 
nichts gegessen hatten, so spürten wir Hunger. Allein unser gesamter 
Vorrat an Speise und Trank war verschwunden: 'Ajd, unser Führer, 
hatte während der Nachtwache alles allein verzehrt und ausgetrunken. 

Um 5 Uhr 47 Min. brachen wir auf, weil aber der Weg von da 
über drei Terrassen ziemlich steil emporsteigt und derart mit Fels- 
stücken verlegt ist, daß es wahrer Kletterkunst bedarf, um vorwärts 
zu kommen, so nahmen wir die Pferde am Zügel und gingen zu Fuß 
weiter. Der Schweiß drang uns aus allen Poren, Hunger und Durst 
quälten uns, nirgends gab es eine Quelle, und wir hatten keine Aussicht, 



18<J6 



71 



etwas Eßbares zu bekommen. Da hielt uns ein etwa zwanzigjähriger 
Beduine an und bat um alles in der Welt, wir möchten ihm etwas zu 
essen geben, heute sei es schon der dritte Tag, wo er keinen Bissen 
im Munde gehabt hätte. Sein matter Blick und seine eingefallenen 
Wangen bezeugten wohl die Wahrheit seiner Worte, allein wir hatten 
nichts und mußten selbst hungere. So bat er uns, es oben im nächsten 




Fig. 23. Wädi Swehef von Westen. 



Lager auf der Hochebene oder in Hanzire zu melden, in welch schlimmer 
Lage er sei. Er erhielt als Hirt einiger magerer, junger Kühe immer 
auf 7 — 10 Tage Mehl und Käse aus dem Lager zugetragen. Vor- 
gestern war sein Vorrat ausgegangen und. bis heute hatte er vergeblich 
gewartet, daß man ihm neuen bringe. Seine Kühe gaben aber bei 
dem spärlichen trockenen Grase keine Milch, und jetzt reichten seine 
Kräfte nicht mehr aus, aufwärts zu ziehen. 

Auf der zweiten Terrasse, ungefähr in der Mitte des Weges be- 
findet sich eine große Höhle, namens Sarmüg," von der man folgendes 



12 



erzählt: In der Höhle liegt offen ein großer Schatz und wird von einem 
versteinerten Kamele bewacht ; das einen jeden zermalmt, der sich nähert, 
um den Schatz zu heben oder ihn auch nur anzusehen. 

Oben auf der letzten Terrasse, wo wiederum Felder beginnen, 
fanden wir eine Quelle namens c ajn Hamras, bei der wir um 7 Uhr 
Halt machten (Höhe zirka 600 m). 

Um 7 Uhr 10 Min. stiegen wir wieder auf und ritten rasch gegen 
0. weiter. Nach 13 Min. hatten wir links h. Fäs 7 und rechts den 




Fig. 24. El-'Aräk von Südosten. 



Anfang des w. es-Sidrijje. Um 7 Uhr 40 Min. zeigte uns ein Fellah 
einige hundert Meter nödlich h. Medint-er-Räs und unter ihm den grünen 
Hain h. Häbel. 8 Um 9 Uhr hatten wir vor uns das Dorf Hanzire. 

Dieser Ort hat eine überaus günstige Lage an der kürzesten Ver- 
bindungsstraße zwischen den östlichen Niederlassungen und zwischen 
Hebron und Jerusalem. Die Einwohner könnten blühenden Handel 
treiben, allein die Steuerlast der türkischen Regierung, zu welcher noch 
die Steuereinnehmer das Ihrige zuschlagen, halten jeden Aufschwung 
nieder. So sind die Leute arm und ihre Hütten klein und elend, aber 
trotzdem wurden wir freundlich aufgenommen und gut bewirtet. 



73 

Da ich hier weder im Orte noch in seiner Umgebung etwas 
archäologisch Wichtiges auffinden konnte, so brachen wir bereits um 
12 Uhr 5 Min. auf, ritten in nordnordöstlicher Richtung über einen 
terrassenförmigen Abhang weiter und passierten um 1 Uhr 50 Min. ein 
kleines, von vielen Grotten umgebenes Dorf, namens el- c Arak, 9 welches 
ein Kranz von grünen Feigen- und Olivengärten einrahmt (Fig. 24). 
Dann ging es weiter in der Richtung WNW. über schöne Felder mit 
zahlreichen Quellen. Gegen W. sahen wir die. zerklüfteten, kahlen Felsen- 
wände des g. el-Minkate c a und er-Ras, weiter die tiefe, rötlich gefärbte 




Fi«-. 25. Gebel el-Knen von Süden. 



Schlucht des Toten Meeres und das terrassenförmige Gebirge Judas; 
dagegen ist die östliche Aussicht durch die emporsteigenden Abhänge 
des g. ammu n-Nusäjeb geschlossen. 

Um 2 Uhr 40 Min. erstiegen wir bei h. el-TTwale den felsigen 
Rucken g. el-Knen (Fig. 25). Von da an führt der Weg bergab und 
ist infolge der starken Böschung so beschwerlich, daß wir das in einer 
tiefen, gegen N. gerichteten Senkung gelegene Kufrabba (auch Kutrabba) 
erst um 3 Uhr 10 Min. erreichten. Um 4 Uhr verließen wir diesen ( >rt ; 
ritten in der Richtung NNO. am h. 'Ajj vorbei und kamen um 6 Uhr 
8 Min. glücklich in el-Kerak an. 



74 

Das Ergebnis dieser Tour war für die Topographie des Keraker 
Tales ein sehr reichhaltiges, weniger befriedigend war es für die Ost- 
küste des Toten Meeres und für die Hochebene zwischen Hanzire und 
el-Kerak ; wo zwar unser Führer die Hauptwege, aber nicht die Orts- 
namen kannte. Betrübend für mich war ; daß ich ror es-Safije und Fefe 
nicht näher untersuchen konnte, aber immerhin bekam ich eine Vor- 
stellung von diesem interessanten Gebiete, konnte mich bei meinen 
ethnographischen Forschungen besser orientieren und mich mit den 
Leuten leichter verständigen. 



1 Mosaikkarte von Mädaba: . . . APEA. 

2 Jes. 15 c anaa 'E; ad-Dimislji 1. c, S. nr: ^.^5 ^Xs ^>\ 3 . 

3 Cyrillus Scythopolit., Vita s. Sabae, ed. J. B. Cotelerius, Ecclesiae Graecae 
Monumenta, t. III, Luteciae Paris. 1686, p. 249: „Sabas modo egressus, dum circa mare 
mortuum ad Zoora incedit, quamdam in mari videt insulam incultam et minimam." 

4 Eine Abteilung der Rawärne, der diese al-Kerje genannte Ruine gehört, soll 
den Schlachtruf: „Seid Helden, o Bewohner von Zorar, Subjän ja Zorärne, ^L-^^o 
<*iA£: b" führen. Darnach kann man al-Kerje dem Zorar, Sorar, "i>7^ Gen. 13 io, 
19 23.30 gleichsetzen. Das Epitheton Jes. 15 5 n^bw n^JI? TJHJ dürfte der berühmten 
Rinderzucht in ror es-Safije entnommen sein. 

J. F. Gamurrini, S. Silviae Aquitanae peregrinatio ad loca sancta, Romae 2 1888, 
p. 24sq. : „In sinistra autem parte (von dem Kloster Nebo-Sijära aus) vidimus terras 
Sodomitum omnes, nee non et Segor . . . 

Nam episcopus loci ipsius, id est de Segor, dixit nobis, quoniam iam aliquot 
anni essent, a quo non pareret columna illa (uxoris Loth). Nam de Segor forsitan 
sexto miliario ipse locus est, ubi stetit columna illa, quod nunc totum cooperit aqua." 

E. Hieronymus, De situ et nominibus, c. 924, 966, 967: „Bala, quae est Segor, 
nunc Zoara nuneupatur. Imminet autem mari mortuo et praesidium in ea positum 
est militum (Romanorum: habitatoribus quoque propriis frequentatur) : et apud eam 
gignitur balsamum, et poma palmarum, antiquae ubertatis indicia", ed. de Lagarde, 
p. 100, 231; in Isaiam 15 5, ed. Migne, Patr. lat. t. 24, c. 174: „Segor in finibus Moabi- 
tarum sita est, dividens ab iis terram Philistiim." 

Le Quien, 1. c. p. 743: Bischöfe: 449 Mouatovio;, 518 'Iatöwpoc, 536 'Itoavvrj?. 

Al-Istahri, ed. de Goeje, Bibl. geogr. arab. I, Lugduni Bat. 1870, S. i£: (J. 915) 

•W-^<"5 <*.-^0 <kSL}j\ rj^lj \.^^i d^O )->bo ^J ^j\jSLS.ji)\ &jy) ^\S 

Ibn Hawkal, ed. de Goeje, Bibl. geogr. arab. II, Lugduni Batav. 1873, S. i r£: 
j^Sj\ ^J~^J\ W-? ? *>— ^r£^ Äi-Lo ioLJb Äl*aX.*o Ä.X*>*j.2>. s'tU». «Coj^ Ss.\^ 
j***\ J*j*3 X^^ ^saÄ-sc 3 ^äaaj\^ *A^ *-fJ <^s« »J"^ i_J"^ £A"C"° C* c t^-«-^ 

. . . ii*h\ ^3 juü 

Al-Makdisi, ed. de Goeje, Bibl. geogr. arab. III, Lugduni Bat. 1877, S. iva: 
(J. 985) cra *1a\ Jl J^jJLJt k^ZSj {/*•**>) jÄ<*> Ifi^-u-o Cr o ; ^J\ J-ä\ jk*o 



75 

-^^ \jbJl-o_j ^* oW** W^ *^-$-£ v_r^^ c^^ ^-?3 li\jJL> t£*olj ^'3 » A*Jl 

JUi.\_j Ä*&AAiJ\ o3^*Ä ^Ä ^ W-^ o^ '—^ ^^3 ^ t/Aj** *~**^9 

■ÜLoJi L$>L* (at-Tafile) 

Al-Hamdänis Geographie der arabischen Halbinsel, ed. D. II. Müller, Leiden 

1884, S. in : Den Lahm gehörte auch Lf.JLo_j JäJ\ jJb yfc^ .£: ^1 jfy*$.l\^ U 

. . . 6JLy*}\ Xj*jsd\ ^j' ^^.cj.J\ j- Ä JC3\ 
Fulcherius Carnotensis, Hist. Iherosolymitana, Recueil d. Histor. d. Croisades 

(Hist. Occid. III), Paris 18G0, c. 56: Mare Mortuum ... ab Austro apud Segor, civi- 

tatem Loth, finem facit. 

Al-Kazwini, Kosmographie, ed. F. Wüstenfeld II, S. 41. 

5 Halil b. Sähin az-Zäheri, ed. P. Ravaisse, S. 1 1 v, S. 1 | ^ : ^'J ^ib ._s.J\ )\ li' 

.»»Tyül J\ ^ (wohl al-Gifra) ^ÜJ J\ ^3 
Al-Makdisi 1. c, S. nr: J\ £j" ÄJIä.^ ur°3^^ <J^ ^ a ^ >XS?*** ^ jSS'S y 

M. Quatremere, 1. c. II p. 1, p. 246: ,.Au rapport de Nowairi, le territoire dependant 
de Kerak, avait pour limites, au nord, la riviere de Mögib, au midi, al-Hasa, ä l'occi- 
dent, le marais sale d'Abu Däbet k>Lo ^j! «JCsC"'^." 

6 Vgl. Gen. 19 30 rHJ?£rt, in der sich Lot mit seinen Töchtern niederließ. 

7 Der Lage nach könnte h. el-Fäs oder das folgende er-Räs gleichgestellt werden 

mit rrmb. Jes. 15 5 : SnttrnpjN D^nn -pi "»s n"-6r rana rrmbn nbjjö "2 ♦ ♦ (-lyii') 

E. Hieronymus, De situ . . . c. 955: „Luith ... et est usque hodie vicus inter 
Areopolim et Zoaram nomine Luitha" ; ed de Lagarde, p. 136. 

Corpus Inscriptionum Semiticarum II, Paris 1889, n. 196, p= 218 sq.: (J. 37 

n. Chr.) irvnba *i xnnipü an 'parvx. 

8 J. Delaville Le Roulx, 1. c, c. 207, p. 160: (J. 152) „Ego Mauritius, Montis 
Regalis possessor et dominus dono et concedo Hospitali Jherusalem ... in terra Moab, 
scilicet in terra Craci, unum casale cum omnibus suis pertinentiis, quod vulgariter 
Cansir nominatur." Der Fürst Rainald bestätigt dies 1177 (c. 521, p. 355 sq.): „. . . et 
in terra Petracensi casale quod vocatur Canzil, cum divisis et rusticis ... et cum 
gastina, que vocatur Hable, que adiacet predicto casali." 

Archives de l'Orient latin II, Paris 1884, Nr. 24, p. 142, zeichnet (1168, 18/11) 
Guarinus de Hobelet: c. 521, p. 356, hierauf: Balduinus de Taraona = Tar'in ^*s-,'S. 

9 El-'Aräk dürfte identisch sein mit der biblischen Stadt DTin. Die Bedentang 
beider Namen ist gleich und auch die Lage entspricht Jes. 15 5 : rWTH!3 pW 3X10*? "ab 

.vw "Qü-npyi D"nn -pi ^ n-nbj?^ ""asp n^mbn nbra s s ♦ ♦ ♦ nr^ _ ir; Jer. 48 5 : 13 

IWÖB "Qtr-npr^ na U*vnn iman und auch Jes. 15 G, Jer. 48 34 . niOÜÖ 1 ? Dn03 "Ö "2 
TH', weil der Bach en-Nmera = Q^Ö3 "Ö daselbst entsteht. 



HL 



JVlein sehnlichster Wunsch war, wädi Musa mit der alten Haupt- 
stadt der Nabajäer, Petra, zu besuchen. Der Gouverneur Hsen Hilmi 
Pascha und der Kommandant Räzi-Beg gaben mir gern die nötigen 
Empfehlungen; und so bereitete ich alles zur Reise vor. Don c Abdrabbo 
wollte mich begleiten, was mir sehr erfreulich war. 

Ich beabsichtigte auf der Hinreise die östlichen und auf der Rück- 
reise die westlichen Gebiete des alten Moab und Edom zu erforschen. Des- 
halb entschloß ich mich ; der alten, tarik ar-Rasif genannten Römerstraße 
zu folgen, die über Dat-Räs und et-Twäne nach Petra führt, und auf der 
Rückreise die heutige es-Sultäni-Straße zu benützen. Von Dat-Räs wollte 
ich nach kal c at el-Hasa einen Abstecher machen, um auch dieses Gebiet 
kennen zu lernen und dadurch meine erste Tour zu vervollständigen. 

Zum Führer mochte ich diesmal keinen Keraker haben, weil ich 
ihren Ortskenntnissen nicht mehr traute; deshalb suchten wir einen 
Bdui. Zum Glücke fanden wir am 30. August auf dem Markte einen 
Hweti ibn Rasid namens Saläme, der auf seinem Kamele eine Ladung 
Butterschmalz nach el-Kerak gebracht hatte und eben auf der Rück- 
reise begriffen war. Da nun die Lagerplätze seines Stammes zwischen 
et-Twäne und el-Hasa liegen, nahm ich an, daß er dieses Gebiet genau 
kenne. Es stellte sich aber heraus, daß der liebe Saläme ein berüch- 
tigter Pferdedieb war, vor dessen und seiner Gesellen Treiben die Fel- 
lähin sich nur durch Entrichtung eines Tributs schützen konnten; da- 
für war er verpflichtet, die ihnen geraubten Tiere ausfindig zu machen 
und sie ihnen zurückzuführen. Dies berechtigte auch zur Annahme, 
daß er die Wahrheit spreche, wenn er behauptete, den Namen eines 
jeden Tälchens und einer jeden Ruine von Ma'än im S. bis el-Kerak 
im N. zu kennen und sich vor keinem Diebe zu fürchten. 

Allerdings schien es uns zu gewagt, in Gegenden, wo wir von 
keiner Seite Hilfe zu erwarten hatten, uns und unsere Tiere der Führung 
eines solchen Mannes anzuvertrauen, allein der Häuptling Tsa el-Megalli 
beruhigte uns, indem er dem Saläme den feierlichsten al-Ansade-Eid 
abnahm. Dann wurden die Bedingungen vereinbart, und erst jetzt er- 
fuhren wir, warum Saläme so bereitwillig war, uns zu führen. Er wollte 



77 

heiraten und dazu brauchte er noch 20 Megidi, um dem Vater seiner 
Erkorenen den vollen Brautpreis bezahlen zu können, worauf er erst 
das Mädchen in sein Zelt führen durfte. 

Wir wollten wieder unsere Pferde reiten, während Salame unsere 
Vorräte auf sein Kamel laden sollte. In zwei Säcke wurde Weizenmehl, 
ein kleiner Schlauch mit Butterschmalz, Salz, getrocknete Feigen, Ko- 
sinen, Reis, Kaffee, Zucker usw. nebst einem kleinen Kochkessel, einer 
Kaffeekanne, einem photographischen Apparat, Platten und zwei Decken 
verpackt. Alles übrige, so insbesondere die wissenschaftlichen Instru- 
mente, hatten wir in unseren Satteltaschen. Salame drängte zur Abreise, 
allein wir mußten den Geburtstag Seiner Majestät des Sultans abwarten, 
weil ich die große Parade vormittags photographieren sollte (Fig. 26, 27). 

Von el-Kerak über Dät-Räs nach el-Mhajj. 

Am 31. August verließen wir um 1 Uhr 30 Min. nachmittags die si. August 
. . . 189G - 

katholische Missionsstation el-Kerak in südöstlicher Richtung und stiegen 

in das wädi Gawäd hinunter, welches die Täler el-Gäje, el-Bijär und 
ez-Zajätin vereinigt und el-Kerak im 0. und N. umgibt. Erst ritten wir 
am linken Ufer, überschritten dann die Talsohle, wandten uns gegen 
OSO. zum Nordabhange des Höhenzuges, der von h. et-Tenijje in der 
Richtung 110° kommt, und gelangten um 2 Uhr 39 Min. zum h. et- 
Tenijje 1 und 10 Minuten später auf die alte Römerstraße, der wir dann 
in der Richtung 165° folgten. Diese ist deutlich wahrnehmbar, denn 
stellenweise überragt der gepflasterte Straßendamm das Niveau der 
Bodenfläche. Um 3 Uhr 30 Min. erblickten wir links am Wege den 
ersten Meilenstein; leider war seine Inschrift nicht mehr leserlich. 

Um 4 Uhr ließen wir h. Middin in der Richtung 80°, folgten der 
Straße in der Richtung 210° und sahen auf einem etwas höheren Hügel 
lj. Sül in der Richtung 140°. Gegen W. wird das Gesichtsfeld von 
einem flachen Bergrücken abgeschlossen, der von N. nach S. verläuft 
und auf dessen Gipfel nordwestlich von Mahna und östlich von Ku- 
frabba, das unsichtbar bleibt, bei der Ruine el-Mese ein weithin sicht- 
barer Baum steht. Die Straße führt weiter durch eine fruchtbare Ebene 
namens Burct et-Träb. Um 4 Uhr 37 Min. erschien ungefähr 2 km 
weit in der Richtung 280° Mote und später links am Wege das zer- 
störte Heiligtum meshed abi Täleb. 2 

Bis hierher folgt die römische Straße den Anschwellungen der 
Ebene auf der Wasserscheide des w. el-Kerak und el-Rwer, das ist cl- 



78 



Mogeb. Von da an ersteigt sie eine von SW. nach NO. sich erstreckende 
Bodenwelle, die sich südöstlich von Middin bei Sirt el-Hejrän mit dem 
Hügelrücken el-Batra vereinigt und in ihrer östlichen Hälfte die Wasser- 
scheide des w. el-Rwer und es-SuMni, dagegen in der westlichen Hälfte 
die Wasserscheide des w. el-Kerak und el-Hsa bildet. 

Die Gegend, durch die wir in der Richtung 150° ritten, ist immer 
noch fruchtbar und wird auch angebaut. Um 4 Uhr 50 Min. sahen 
wir links einen Ort, Ij. et-Tur genannt, und nordwestlich von ihm eine 



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Fig. 26. El-Kerak. Die Militärparade vor der Festung-. 



kleine Ruine namens Ummu Rkebe. Bei et-Tür biegt eine 1200 m hohe 
Bodenwelle gegen SO. ab, während im allgemeinen das Terrain gegen 
O. sich senkt. Die Straße folgt nun dieser Bodenwelle und führt über 
ehemalige Felder und Gärten, deren Umzäunungen auf kleinen, az- 
Zobäjer genannten Hügeln noch ziemlich erkennbar sind. Die zahl- 
reichen, größtenteils zerfallenen Gartentürme werden jetzt meistens von 
Feldhütern benützt, welche die ausgedehnten Dura-Anpflanzungen vor 
Wildschweinen beschützen. Um 5 Uhr 55 Min. sahen wir westlich, 
nahe am Wege, einen mächtigen zerstörten Turm h. 'Abde, 10 Min. 
später, etwa 2*5 km gegen SW., h. Dleka und weit im O. die große 
Festung Mhajj. 



79 

Um 6 Uhr 49 Min. überschritten wir ein von W. nach O. gerich- 
tetes Tal, über das, wie es scheint, seinerzeit eine Brücke führte; nach 
weiteren 10 Min. passierten wir rechts einen römischen Meilenstein und 
um 7 Uhr 6 Min. waren wir bei den umfangreichen Ruinen von l.)at- 
Ras, welche auf einer niedrigen Anhöhe liegen, die gegen NO. in eine 
weite Ebene übergeht (Höhe 1155 m). 




Fig. 27. El-Kerak. Offiziere und Beamte. 



Es scheint, daß hier ehemals zwei Städte standen, eine ältere, 
deren Überreste größere Trümmerhügel nördlich und nordöstlich bilden, 
und eine jüngere, von der noch einige ziemlich erhaltene Bauten vor- 
handen sind. So sieht man im südwestlichen Stadtteile ungefähr 5— 6 m 
hohe Mauerreste eines großen Tempels (Fig. 28) und südöstlich ein 
großes Tempeltor mit zwei Seitennischen, die aus mächtigen behauenen 
Steinen errichtet und mit einfachen Ornamenten versehen sind (Fig. 29). 
Nordöstlich von diesem Tore stehen einige Hütten der TTegaja, welche 
hier eine neue Niederlassung haben. Dadurch werden auch die letzten 
Überreste von Dät-Räs bald vollständig verschwinden. In der Umgebung, 



80 

besonders am felsigen nordwestlichen Abhange ; findet man sehr viele 
Zisternen, meist von birnförmiger Gestalt, deren Öffnungen manchmal 
mit alten römischen Meilensteinen verschlossen sind. Ich fand bei fünf 
Zisternen größere und kleinere Stücke von solchen, leider schon ganz 
abgeriebenen Steinen. 

Dät-Räs beherrscht vollständig die ganze Umgebung gegen N., 
NO. und S. Von da sahen wir nördlich in einer Entfernung von un- 
gefähr 5 km h. umm Hamät, nordöstlich dahinter h. Nahl, im NO. (45°) 
das schwarzgraue Ruinenfeld h. Mdejbf, viel weiter am Südostende der 




Fig\ 28. Dät-Räs. Der Tempel von Südosten. 



Ebene h. Mhajj, südwestlich von ihm und ungefähr 105° von Dät-Räs 
h. Kfejkef, in der Richtung 110° die weißen Kuppen des es-Sarr, ober- 
halb der Schlucht el-Hsa das doppelte h. es-Skera und in weiter Ferne 
fast in derselben Richtung die wunderschön glänzende Spitze Twil Shäk. 
Südlich von Dät-Räs breitet sich bis zum Bache el-Hsa eine wellen- 
förmige, sanft geneigte und fruchtbare Ebene aus. Auch gegen Osten 
erstreckt sich eine weite Ebene, über die wir um 10 Uhr ziemlich 
i. September rascn m (j er Richtung 45 ° weiter ritten, wobei wir über zahlreiche 
Seitenarme des w. as-Serma setzen mußten. Um 11 Uhr 25 Min. langten 
wir bei dem im Vierecke gebauten festen Lager h. Mdejbf an (Höhe 
1000 m). Zwei Tore, in der Ost- und Westmauer, führen ins Innere auf 



81 

einen freien Platz, um den sich an den Umfassungsmauern kleinere 
Räumlichkeiten gruppieren. 

Dieser Posten war vortrefflich gewählt, weil er die ganze Um- 
gebung, insbesondere aber die nördliche Verbindung mit radir el-Abjaol 
und der Wüste überhaupt beherrscht. Im Umkreise gibt es eine ganze 
Reihe von festen Türmen, deren Besatzungen die Zugänge zur Wüste 
bewachten und in Mdejbf ihren Rückhalt hatten. So sieht man nördlich 
auf dem ersten Hügelrücken ksejr el-Mähri, noch weiter nördlich liegt 
kser Ehwen el-Hädem, nordöstlich von diesem kser el- c Abd und andere. 




Fig. 29. Dät-Räs, Das Stadttor von Süden. 



Nordwestlich, etwa 2 km weit zeigte uns der Führer b- el-Kmera und 
nordöstlich davon h. es-Sire. Gegen 0. hindern die weißen Kuppen des 
zmejlet el- c Akeli und des zmejlet es-Sarr die Fernsicht. Zwischen diesen 
windet sich das wdej Usejmer und südlich von es-Sarr w. as-feerma, 
welches das w. al-Ashar aus NW. und w. es-Skür aus S. aufnimmt. Gegen 
OSO. sieht man in weiter Ferne die Niederung des radir el-Abja<J ; in 
der h. el-'Askar liegen soll, und viel näher die Ruinen der großen Stadt 
Mhajj, auf die wir um 11 Uhr 45 Min. zulenkten. Wir erreichten sie 
um 12 Uhr 53 Min. (Höhe 1020 m). 

Mhajj 3 ist die größte Festung, die ich im südöstlichen Moab ge- 
sehen habe. Sie liegt auf einem Vorsprunge des letzten Ausläufers 

Musil. Arabia Petraea. I. Moab. 6 



82 

der östlichen Gebirgskette g. en-Näser und ist im N. wie im W. von 
einer tiefliegenden Ebene umgeben. Gegen W. und S. ist der Gebirgs- 
vorsprung ziemlich steil, gegen NW. dagegen nur mäßig abschüssig 
und deswegen stärker befestigt. Zuerst gelangten wir zu einem mäch- 
tigen Turme, dann überschritten wir einen breiten Wall und stiegen 
hinauf zu den abgeschrägten Quadermauern eines Tempels. Auf diesen 
massiven Unterbau hat man wohl erst in späterer Zeit aus behauenen 
Steinen einen festen Rundbau aufgesetzt, welcher mit vielen gewölbten 
Räumlichkeiten versehen war. Wir kamen durch die Ruinen der Stadt 
gegen 0. noch höher hinauf und erreichten einen zweiten, einer stumpfen 
Pyramide ähnlichen Unterbau, der wahrscheinlich den Zweck hatte, den 
Verbindungspunkt mit den östlichen rückwärtigen Kommunikationen zu 
verteidigen. Die südlichen und die nördlichen Außenmauern stehen 
ebenfalls schräge. Das Ganze macht den Eindruck einer alten, groß- 
artigen Festungsstadt, welche zahlreiche bauchige Zisternen und einen 
großen Birket -Wasserbehälter im nördlichen Seitentale besaß. Da sie 
sozusagen an der östlichen Grenze der sich von el-Hsa bis al-Batra und 
nordwestlich bis sagarat el-Mese und Middin erstreckenden fruchtbaren 
Hochebene gelegen ist, so beherrschte sie schon vor der Römerzeit die 
Zugänge zur Wüste und konnte leicht die verschiedenen Wachposten, 
die man hier überall unter dem Namen Kasr oder Kser auf den um- 
liegenden Hügeln findet, halten und decken. 

Ungefähr 3 km südwestlich sieht man am Nordabhange der gleich- 
namigen Hügelkette h. Kfejkef, in dessen westlichem Teile sejl Bhejtän 
und w. el-Hwäri, der Ostarm des sejl er-Rtege, entspringen sollen. 

Von Mhajj nach kal f at el-Hsa. 

Um 2 Uhr verließen wir Mhajj und ritten in der Richtung 160° 
über den felsigen g. en-Näser. Um 2 Uhr 30 Min. zeigte mir der Führer 
in der Richtung 258° ungefähr 3*5 km entfernt die Quelle 'ajn el-Welide, 
die am Anfange des w. Slejla entspringt. Um 3 Uhr gelangten wir in 
der ursprünglichen Richtung zu dem berühmten rugm Haglän. 

Der erst kürzlich verstorbene Seh Haglän war zu Lebzeiten ein 
solcher Menschenfreund, daß sein Zelt zu jeder Stunde dem Wanderer 
offenstand. Zur Nachtzeit ließ er sogar vor seinem Lager ein Feuer 
brennen, das dem wandernden Beduinen den Ort anzeigen sollte, wo 
er Ruhe und Labung finden konnte. Ja, der Sejh begnügte sich nicht 
damit, daß er den Gast speiste, er gab ihm auch noch alles, was er für die 



83 

nächsten Tage auf der Reise brauchte, manchmal sogar seinen eigenen 
Mantel. Dafür wird er jetzt nach dem Tode als Patron der Gastfreund- 
schaft verehrt, wovon der Rugm Zeugnis gibt, den man ihm zu Ehren 
neben seinem Feuerloche, güret en-när, aufgeworfen hat. 

Gegen S. sieht man die Hügel Miktam es-Salül, zwischen denen 
w. Slejla und östlich w. es-Saliil oder es-Slül läuft und wo, etwa 3 km 
südlich von unserem Wege {>. Mahfiira liegen soll. Dann ritten wir 
über die hügelige, sanft ansteigende Landschaft g. Sawhar (Höhe zirka 
950 m) und hatten um 3 Uhr 23 Min. freie Aussicht nach 0. G. Sawhar 
senkt sich gegen O. in die sandige Landschaft ard es-Semrin, die im 
0. von der nach NW. gerichteten Bodenwelle al-Hafra begrenzt wird 
und an deren Westrande die Straße el- Flagg führt. 

Nach 3 Uhr 30 Min. mußten wir, um einige Schluchten zu um- 
gehen, die Richtung 76° einschlagen, bald aber ging es in südsüdöst- 
licher Richtung weiter. Um 3 Uhr 49 Min. zeigte mir der Führer etwa 
3*5 km im 0. eine kleine Ruine, Ji. el-'Enaje. 

Das Gelände senkt sich nun allmählich zum linken Ufer des w. 
el-Häsre hinunter, dessen weicher Lehmboden, vom Wasser tief durch- 
wühlt und durchrissen, die sonderbarsten Formen aufweist. Um 5 Uhr 
betraten wir in der Richtung 230° die Talsohle, die im Winter, zur 
Regenzeit, unpassierbar sein muß. Um 5 Uhr 2 Min. lenkten wir in 
die Richtung 240° ein, hatten bald das 50 — 100m breite Tal el-Hsa 
vor uns und folgten ihm an seinem Nordrande in der Richtung OSO. 
Nach einer Viertelstunde kamen wir zu der Quelle c ajn el-Bze ijje (Höhe 
730 m) } bei der gerade eine große Getreidekarawane lagerte. 

Die Quelle entspringt am linken Ufer nahe an der Talsohle, bildet 
zuerst einen kleinen Tümpel und fließt dann, stellenweise unterirdisch, 
weiter. Ihr Wasser wird trotz seines salzigen Geschmackes geschätzt, 
weil es das einzige fließende Wasser von el-Kerak bis Ma'än ist. Seit- 
dem letzteres eine türkische Besatzung und einen Beamtenstand hat, 
ist der Verkehr mit el-Kerak viel reger und darum auch dieser Weg 
stark frequentiert. Es werden auf ihm sowohl das Getreide, wie auch 
alle anderen Lebensmittel nach Ma'än transportiert, weil er für schwer 
beladene Kamele der einzig gangbare ist. 

Das Talbett el-Hsa ist, wie bereits erwähnt, ziemlich breit, flach 
und stellenweise auch sumpfig. Seine Ränder sind mit Gebüsch und 
Sträuchern bewachsen, unter denen man fast überall Wasserlachen von 
eigentümlich roter Farbe vorfindet. Ihr Wasser bezeichnete unser Führer 
Salame als giftig. Auf beiden Ufern erheben sich allmählich ziemlich 

6* 



84 

hohe Hügel ; die westwärts nach und nach zu einem undurchdringlichen 
"Walle werden. 

Der große Karawanenweg hält sich mehr an den nördlichen Rand 
des Tales, dem auch wir um 5 Uhr 27 Min. in der Hauptrichtung 110° 
weiter folgten. Um 5 Uhr 48 Min. ließen wir links die Mündung des 
vereinigten el-Bint- und ed-Darawis-Tales und kamen um 6 Uhr 18 Min. 
zu den Überresten einer alten Brücke, wo der Karawanenweg das 
sumpfige Tal el-Hsa kreuzt, um in das breite und steinige w. er-Rweha 
einzubiegen ; das fast direkt von S. kommt. Zwischen seinem rechten 
Ufer und el-Hsa ist ein Hügel, auf dessen Gipfel sich die Ruinen des 
mittelalterlichen Kastells kser er-Rweha befinden. 

Wir folgten dem w. el-Hsa in der Richtung 130° weiter. Seine 
beiden Hügelreihen werden nach und nach niedriger und verlieren sich 
endlich ganz in der breiten Ebene der Pilgerstraße. Diese ist voll- 
ständig öde und wüst und nur in der Nähe des breiten Talbettes sieht 
man hie und da einige 'Awseg und andere Sträucher. Um 6 Uhr 
33 Min. kamen wir zu einer neuen Brücke und um 6 Uhr 44 Min. 
erreichten wir kal'at el-Hsa. 4 

Diese Festung, ein einfacher viereckiger Bau ; kleiner als el-Kuträni, 
befindet sich in traurigem Zustande. In der nordöstlichen Ecke ist ihre 
Mauer derart durchbrochen, daß ein Beduine von seinem Pferde ganz 
gut in die Festung hineinsteigen kann. Auf der Nordseite ist das Ein- 
gangstor, aus dem man durch einen engen Gang in den Hof gelangt, 
in dessen Mitte sich ein Brunnen mit gutem Trinkwasser befindet. 
Sonst ist die Festung so eingerichtet wie el-Kuträni. 

Die Besatzung bestand gerade aus zwei Knaben von 12 und 15 
Jahren, die uns höchst erfreut empfingen. Sie führten uns auf einer 
Stiege in den zweiten Stock des südlichen Zimmertraktes und zeigten 
uns einen in der Wand eingemauerten Stein mit arabischer, gereimter 
Inschrift, die wir beim Lichte unserer Kerzen kopierten. 5 Nachher 
kochten wir unter dem Eingange das mitgebrachte Fleisch und luden 
auch die Knaben zum Essen ein. Unser Salame bereitete den Kaffee. 
Dann holten die Knaben ihre Rbaba und hielten uns durch die traurigen 
Weisen dieses primitiven Instrumentes sowie durch den monotonen Vor- 
trag ihrer Lieder lange in die Nacht hinein wach. Ich bewunderte ihr 
Gedächtnis, weil sie viele für die Geschichte einzelner Stämme recht 
interessante Gedichte auswendig wußten. Auch Salame wollte singen, 
sein Gedächtnis jedoch hatte ihn verlassen. Dafür aber konnte er gar 
vieles erklären und so manches Gefecht, an dem er teilgenommen hatte, 



85 

beschreiben. Am nächsten Morgen setzten wir unsere Reise nach et- 
Twäne und w. Müsa-Petra fort. 



Als Ergebnis dieser Tour bezeichne ich die Feststellung der Wasser- 
scheide der w. el-Kerak ; el-M6gib und el-Hsa nebst zahlreichen ethno- 
graphischen und historischen Aufzeichnungen. 



1 Ibn Batuta, 1. c, S. 257: JUU £^y*> P Q £a^\ &'ß3\ ^Ufc* «_^J\ ? IS\ 3 

•£JJUM J>=*-^ ^}<-^ 3 £~U)\ <*J 

2 Theophanes, Chronographia, ed. Migne, Patrol. gr., t. 108, Paris 1861, c. 689: 

Autos (Öeo'Scopo; 6 Bixapio;) erti^i^a? auTot? h toj X^P^ eJCiXeyo^lvoi MoQou; a^ox.Tsivsi Tpel; 
apjpai'ous. 

3 Ptolemaeus, Geographia, ed. C. Müller, I 2, Paris 1901, p. 998: MoV.a (?). 

4 Mehemmed Edib, 1. c, S. i s : „Tabut Kurusi. Wird auch Hasa' I^ü» genannt 
und ist 11 Stunden von Kuträne entfernt. Daselbst befindet sich eine Brücke namens 
Leggün (?). Manchmal versehen sich die Pilger hier mit Wasser und überschreiten 
dann die Brücke. Der Ort hat eine Festung und eine Zisterne. Vor allein fürchtet 
man hier die Gießbäche. Es wird nämlich erzählt, daß einmal in dieser Gegend ein 
heftiger Regenguß über die Pilger niederging, so daß sie bloß ihr nacktes Leben 
retteten. Es ist ein Tal, dessen Sohle unkultiviert ist, und der Weg daselbst ist bis 
zu einer Entfernung von vier Stunden steinig; es ist eine hügelige, schwer zugäng- 
liche Gegend. Da Jerusalem nahe gelegen ist, bringen einige Araber von dort Lebens- 
mittel und verkaufen sie an die Pilger. Wasser findet man wenig. Hier entläßt man 
die Eskorte von Kuträni. Dieser Ort erinnert auch an eine Episode aus dem Leben 
Mohammed el-Homisis, eines Sohnes 'Alis. Nicht fern von hier ist ein Ort namens 
'Uzejr Sultan, .jlkluo ^ic (wohl ^lk<^J\ *£\X« radir es-Sultän), der sich im Kiesel- 
boden befindet; zuweilen hält hier die Karawane. In der Umgebung gibt es viele 
Hasen. Man besucht daselbst auch das Grab des sejh Gelläl ed-Din, der dem Der- 
wischorden der Halweti angehörte" (V. Kraelitz). 

'Abdulrani, 1. c, fol. 173: ^i\ LLLo^ ^j ... LJ»^> <*?\Jjb \ ...**».£*. Loiiaä ^3 

AJ\ ^w> 'ij*+S c^j^ ^1?3 UU'i-b Lr ^^-J\ Jj^-J\ 

J. »)Lo^ 'ij^e j\> <*J ,3jUJ\ <^^ ^J> 

Gemeint ist Sultan Mustafa III. (1757—1774). Vgl. R. E. Brünnow und A. v. Do- 
maszewski, Die Provincia Arabia, II, Straßburg 1905, S. 18. 
Kal'at el-Hsa steht unter der Obhut der Basäbse. 



IV. 



Von w. Müsa-Petra zurückgekommen, mußte ich, weil das Ende 
meiner Ferien herannahte, auf die Rückreise nach Jerusalem bedacht 
sein. Dabei wollte ich das westliche Randgebirge von Moab durch- 
forschen und so erkundigte ich mich auf allen Seiten über allerlei 
Ruinen, Schluchten und Wege westlich von kar'a Sihän und skizzierte 
eine Routenkarte, die mir als Leitfaden und zugleich auch zur Über- 
wachung des Führers dienen könnte. 

Da diese Tour durch das Gebiet der Hamäjde führen sollte, so 
mietete ich als Führer einen Hamidi, namens Mhammad, der auf seinem 
Maultiere Holz nach el-Kerak brachte. Durch Kreuzfragen überzeugte 
ich mich, daß er das Gebiet südlich von Hejdan gut kannte; für das 
nördliche Gebiet versprach er mir einen ortskundigen Hamidi von el- 
Gbal als Führer zu besorgen, womit ich mich zufriedengab. 

Don c Abdrabbo, der sich ebenfalls nach Jerusalem begeben mußte, 
wollte mir wieder Gesellschaft leisten. Unsere Ausrüstung war dieselbe 
wie bei den früheren Touren. Nur den beschädigten Höhenmeßbarometer 
konnte ich in el-Kerak nicht reparieren lassen und mußte diesmal auf 
Höhenmessungen verzichten. 

Von el-Kerak nach c Arsa Slimän ibn Däüd. 

15. sep- Am 15. September brachen wir um 1 Uhr 15 Min. Nachmittag 

tember 1896. r ° 

von el-Kerak auf, und zwar auf dem gewöhnlichen Wege durch bürg 
en-Nasära, zuerst das östliche Tal Gawäd ab-, dann die Sultani-Straße 
aufwärts und kamen auf die Ebene el-Wesije, wo wir rechts teil oder 
rugm abu Harräma, links h. Krefilla und h. abu Ruzzi passierten. Um 

2 Uhr 15 Min. bogen wir von dem Hauptwege darb es-Sultäni nach 
N. ab und sahen rechts, etwa 05 km weit, h. el -Kamaren und etwa 

3 km davon gegen NNO. h. ez-Zerrä'a liegen. 






87 

Um 2 Uhr 45 Min. ritten wir über rugm el-Minhar, wo sieh noch 
viele Zisternen erhalten haben. Von da aus sieht man im NW. h. ed- 
Däudijje, nördlich davon h. el-Kana' und nordwestlich von ihm h. Betir. 
Um 2 Uhr 55 Min. hatten wir links die ziemlich großen halbkreis- 
förmigen Ruinen es-Sa c eb und betraten dann die fruchtbare Bodenwelle 
ard abu-1-Kasis. Um 3 Uhr 30 Min. lag zirka Vb km rechts vom Wege 
er-Rabba und um 3 Uhr 52 Min. westlich h. el-Järüt am Anfange eines 
gleichnamigen Tales. 

Um 4 Uhr 10 Min. hatten wir knapp am Wege die großen Ruinen 
b. Bejt Legga, welche wie alle anderen zu Wohnungen und Stallungen 
adaptiert worden waren, die aber mit der Zeit wieder niedergerissen 
wurden. So sind von den ursprünglichen Bauten jetzt nur noch die 
Fundamente vorhanden. 

Rechts in der beckenartigen Ebene hör 'Abtir steht ein Ölbaum, 
unter dem man einen ringförmigen Steinwall gebildet hatte. Unmittelbar 
an seinem Stamme liegt auf zwei Steinen eine große Steinplatte, auf 
welcher die Hamajde bei gewissen Anlässen Schafe opfern. In seinen 
Asten sind abgeschnittene Kleiderstreifen aufgehängt. Gerade als wir 
vorbeiritten, saß auf dem Baume ein großer Adler, 'akab. Ich wollte 
ihn im Fluge photographieren und forderte unseren Führer auf, er solle 
den Vogel mit einem Steinchen aufscheuchen, was er aber mit Ent- 
rüstung zurückwies, indem er erklärte, er werde nie und nimmer diesen 
heiligen Ort auf eine solche Weise entheiligen. Er betonte wiederholt, 
dieser Ort heiße Bejt Allah und stehe in hohen Ehren bei den Hamajde, 
welche in seinem heiligen Kreise ihre Pflüge aufbewahren, ohne deren 
Entwendung fürchten zu müssen. In el-Kerak heißt der Ort sagara 
'Obejdallah. In Gegenwart von Soldaten nannte ihn ein H amidi eben- 
falls 'Obejdalläh. Auch hörte ich ihn sagarat Bejt Allah nennen. Es 
ist möglich, daß sich die Hamajde vor Mohammedanern, Andersgläubigen 
und Fremden überhaupt scheuen, den Ort beim richtigen Namen zu 
nennen, weil er ihnen eben als heilig gilt. 1 

Die ganze Gegend ist eine fruchtbare Ebene, im O. von niedrigen 
weißlichen, halbkreisförmigen, gegen W. offenen Höhen und im N. von 
kar c a Sihän begrenzt. Im W. erstreckt sich von S. gegen N. ellipsen- 
förmig ein schwarzes Randgebirge. 

Um 4 Uhr 30 Min. sahen wir links einen ziemlich gut erhaltenen 
Turm und Überreste von Häusern, h. Tedün, und ungefähr in der 
Richtung OSO. el-Kasr, welches die ganze Ebene beherrscht. Um 4 Uhr 
45 Min. passierten wir am Wege h. Megdelen und sahen gegen SSW. 



88 

h. Sahtür, worauf wir unsere bisherige Nordrichtung verließen und fast 
vollständig nach W. einbogen. Um 5 Uhr lag h. Sahtür südlich von 
uns, zur linken Hand, am rechten Ufer des sejl Grbeba und südwestlich 
davon rugm el-Hamma. 

Von Megdelen aus führt eine regelrechte Basaltstraße, von der- 
selben Breite wie die alte Römerstraße, gut gepflastert und durch eine 
beträchtliche Strecke von meterhohen Mauern eingesäumt. Der Boden 
wird nun steinig. Die ursprüngliche Richtung der Straße (280°), welche 
wir um 5 Uhr 20 Min. verließen, geht in die Richtung 314° über und 
führt direkt auf h. Mra c , das auf einer felsigen Bodenwelle liegt, worauf 
sie am Südabhange des niedrigen Rückens es-Sahrig eine westliche 
Richtung nimmt. 

Um 5 Uhr 30 Min. sahen wir links, am linken Ufer des nach S. 
sich erstreckenden w. ed-Dähle, die zahlreichen, aber unbedeutenden 
Ruinen von h. ed-Dähle, fast südlich davon h. al-Atajjem, hinter dem 
am rechten Rande der Schlucht el-Minka'a die Quelle c ajn el-Manatta 
entspringen soll. Um 5 Uhr 38 Min. lagen etwa 5 km weit in der Rich- 
tung SSW. auf einer breiten und runden Kuppe die ausgedehnten Ruinen 
von h. Sarfa, 2 rechts unweit von uns h. Barzen und nordwestlich von 
diesem h. es-Serik. Dann betraten wir den felsigen, mit einzelnen 
Butum-Bäumen bestandenen Rücken zahrat er-Rab c , überschritten um 
5 Uhr 43 Min. im ard as-Saffähijät den Anfang des in der Richtung 340° 
laufenden Tales umm es-Säjfe und sahen in der Richtung 328° den 
hohen, kegelförmigen Hügel er -Ras mit dem h. abu-1-Hasib, welches 
jedoch auch hirbet er-Räs genannt wird. Um 5 Uhr 50 Min. passierten 
wir am Anfange des in der Richtung 320° sich erstreckenden Tales 
henw el-Mesba f eine kleine Ruine namens el-Mahfür und nahmen dann 
die Richtung nach SW. 

Die Täler sind hier abschüssig, ihre Felsenwände steil und steigen 
terrassenförmig empor, wobei die einzelnen Terrassen kleine Hoch- 
plateaus bilden und oben in einer Hochebene ihren Abschluß finden. 
Der Boden ist grauer Kalkstein und mit zahlreichen niedrigen, aber 
breitkronigen Eichenbäumen bewachsen. Wollen die Hamäjde diese 
fällen, so machen sie hart am Stamme ein Feuer, das ohne die Aste 
zu erreichen den Stamm sehr stark durchbrennt. Der Baum wird sodann 
umgeworfen und nachdem er verdorrt ist, wird sein Holz verkauft. In 
den letzten Jahren, seitdem die Regierung in el-Kerak residiert, wurden 
so viele Bäume gefällt, daß ihr Wert stark gestiegen ist und das Holz 
teuerer wurde. 






89 

Auf einem der Plateaus am linken Ufer des Tales el-Mesba f war 
das Lager unseres Führers Mhammad. Hier versorgten wir uns mit 
Gerste für unsere Pferde und zogen um 6 Uhr 8 Min. in der Richtung 
SW. auf beschwerlichen Wegen am Westabhange des zum Toten Meere 
abfallenden Gebirges g. Nweme weiter. Um 6 Uhr 40 Min. gelangten 
wir nach c ajn el-Gehir, ritten aber ohne Unterbrechung weiter am teil 
el-Msattah vorüber und erreichten um 6 Uhr 57 Min. Vjun TTafajer el- 
Gerra, mit einem 2*5 m tiefen ausgemauerten Brunnen, am Wege darb 
el-Kaddämi, der über das abschüssige und felsige Terrain ummu 1-Gamäl 
zu c ajn wädi Gar 'üb und zum Ufer des Toten Meeres führt. 

Nachdem wir hier unsere Pferde getränkt und auch uns mit Wasser 
versorgt hatten, kehrten wir auf die kleine Ebene teil el-Msattäh zu- 
rück, wo sich uns auf einer Tenne Stroh in Fülle zum Nachtlager dar- 
bot. Die Pferde wurden an eiserne, in den Boden getriebene Pflöcke 
angebunden und mit Gerste versorgt. Trockener Dünger war in der 
Nähe und der Wasserschlauch voll, so konnten wir kochen. Wir hatten 
ein Huhn, einige Gurken, Paradiesäpfel und, da sich in unseren Säcken 
noch Brot aus el-Kerak vorfand, so hielten wir ein für unsere Ver- 
hältnisse üppiges Mahl. 

Die Nacht war wunderbar. Ein klarer, tiefblauer Himmel, der 
gegen Sonnenuntergang in Gold und Purpur erstrahlte, wölbte sich 
über uns und spiegelte sich nicht bloß im Meere, welches so nahe 
lag, daß man glaubte, es in einer Viertelstunde erreichen zu können, 
sondern auch, wie es schien, im weißen Boden der Halbinsel el-Lisän. 
Als später die Farben wechselten, hatten wir vor uns ein anderes, nicht 
minder prächtiges Schauspiel. Das Meer wurde tief dunkel und da 
und dort erschienen auf ihm große rote Flächen, el-Lisän glich weiß- 
glühendem Eisen und darüber breitete sich langsam ein ins Bläuliche 
spielender Hauch aus. Da wallen graue Nebel auf, ziehen nach allen 
Seiten und unter ihrem dichten Dunstschleier verschwindet nach und 
nach alles, Lisän wie das Meer. Unser Feuer war inzwischen auch ver- 
glommen und weil keine Gefahr zu fürchten war, hüllten wir uns in 
unsere Mäntel, tranken schwarzen Kaffee und lauschten den Erzählungen 
unseres Begleiters Mhammad. 

Am nächsten Morgen ging es um 5 Uhr 38 Min. unter Wehklagen ^^f^soe 
unseres Mhammad weiter. Er hatte sich eine Augenentzündung zu- 
gezogen, die er abends mit Rauch kurieren wollte. Ich riet ihm, einen 
kalten Umschlag zu machen, er folgte aber nicht, sondern legte sich 
zum Feuer, hielt den Mund zu und ließ den beißenden, aus brennendem 



90 

Kameldünger aufsteigenden Rauch auf seine Augen einwirken. Früh 
war die Entzündung allerdings noch größer, was er aber einzig und 
allein dem Mangel an Oleanderholz zuschrieb, dessen Rauch das eigent- 
liche und vorzügliche Heilmittel sei. 

Wir ritten in der Richtung 340 ° den steilen Abhang Nwe me auf- 
wärts und als wir oben angelangt waren, hatten wir vor uns ein pracht- 
volles Bild. Die Sonne ging gerade auf und beschien nur die höchsten 
Gipfel des Judagebirges, so daß sie in Gold erglänzten. Das Niveau 
des Toten Meeres war noch in tief dunkle Farben getaucht und darüber 
schwebte eine dichte Nebelhülle. Je höher aber die Sonne stieg, desto 
dünner wurden die Nebel und verschwanden endlich ganz. Die Farbe 
des Meeres wurde heller und heller und auf einmal erglänzte die 
ganze Oberfläche des Wassers, als wäre sie mit flüssigem Golde über- 
gössen, und die zerrissenen Klüfte des Judagebirges spiegelten sich 
darin ab. 

Um 5 Uhr 55 Min. gelangten wir über den Kopf des wadi abu-1- 
Gelüd zu einem viereckigen, geschlossenen Bau namens 'Arsa Slimän 
ibn Daud (Fig. 30). Von 0. aus betraten wir einen viereckigen Hof 
und fanden an seiner Nordseite mehrere kleine Räumlichkeiten. Im S. 
führt eine niedrige Tür in einen größeren Saal. Im Hofe sieht man 
ein 6*9 m langes und 1*64 m breites Grab aus behauenen Steinen. Das 
Ganze samt dem äußeren Baue scheint neueren Ursprungs zu sein. 
Vielleicht ist es das Grabmal irgend eines Prinzen von el-Kerak aus 
der Zeit der Ajjübiden oder der Mamlüken. Die Kammern an der 
Nordseite wurden wahrscheinlich von den wachehaltenden Derwischen 
als Wohnung benützt, während der südliche Raum ein Betsaal gewesen 
sein dürfte. Jetzt ist es allerdings anders. Die Kammern im N. sind 
abgebrochen und zerstört und aus dem Saale im S. hat man ein Magazin 
für Gerste, Weizen und allerlei Gerätschaften gemacht. Der Ort ist 
vollkommen sicher; er steht ja unter dem Schutze des mächtigen Herrn 
aller bösen Geister, Slimän ibn Däüd. Um das Grab herum bestatten 
die Hamajde auch ihre Toten, wobei es mitunter vorkommt, daß die 
oberen Platten des Grabes abgehoben werden und der Leichnam in das 
Grab des Heiligen hineingelegt w T ird. An der Ostseite des Grabes sieht 
man in einem kleinen, aus rohen Steinen zusammengesetzten Halbkreise 
aufgestreutes Salz und auf den Steinen umher Ölflecke; ganze Flächen 
sind mit Blut bestrichen, überall liegen oder hängen allerlei Schmuck- 
sachen von Kamelzäumen oder Haarflechten herum; lauter Zeichen von 
der hohen Achtung, in der dieser Ort bei der Bevölkerung steht. 



91 

Unser Mhammad behauptete, das Grab hier sei das Grab Slimäns, 
Salomons ; des Sohnes des Propheten David. „Möge der Segen Gottes 
auf ihm ruhen." Hierher habe er sich in seinen alten Tagen zurück- 
gezogen, um sich an der herrlichen Fernsicht auf das Meer, die Berge 
und den Himmel zu erfreuen, hier habe er als mächtiger Herr aller 
bösen Geister diese in Schluchten und Quellen gebannt, hier sei er 
gestorben und begraben, hier wirke er auch nach seinem Tode noch 
Wunder. In der Tat ist von da aus die Aussicht auf die üppige Oase 




Fig. 30. c Arsa Slimfm ibn Däüd. Der Hof von Osten. 



am Nordostrande von el-Lisän wie auf das saftige Grün im S. des 
Toten Meeres wirklich großartig. In Jerusalem hat Salomon so etwas 
sicherlich nicht gesehen. Die Hamäjde pilgern regelmäßig jeden Donners- 
tag nachmittags hieher, kommen aber auch dann, wenn jemand erkrankt 
ist oder wenn sie sonst einen wichtigen Grund haben und bringen dem 
mächtigen Geiste ihre Geschenke. Während sie ihn um Hilfe anflehen, 
gießen sie Ol auf den östlichen Grabesrand, streuen Salz auf oder 
schlachten unter Gebeten ein Schaf oder eine Ziege, mit deren Blute 
sie die vier Ecken des Grabes bestreichen. Aus dem Fleische bereiten 
sie sich entweder hier oder zuhause ein Mahl. Teils infolge von Ge- 



92 

lübden, die sie gemacht, teils auch aus Dank bringen sie hieher allerlei 
Pferde- oder Kamelschmuck. Stirbt ein Hamidi, so schneiden sich 
entweder seine Frau, wenn sie noch jung ist, oder seine Töchter, sonst 
aber seine jüngere Schwester die Haarflechten ab und opfern sie dem 
mächtigen Slimän ; auf daß er den Seligen zu sich nehme. 

Von f Arsa Slimän ibn Däüd nach e ajn el-Bedijje. 

Um 6 Uhr ritten wir in der Richtung 40° über zahrat er-Rab c , 
einen niedrigen Höhenrücken, der am linken Ufer des w. Gerbäz gegen 
NW. aufsteigt und in dem kegelförmigen Gipfel er-Räs seinen Höhe- 
punkt erreicht. Um 7 Uhr 15 Min. kamen wir am Fuße des g. er-Räs 
an, auf dessen Gipfel man die Überreste einer alten Anlage, h. er-Räs 
oder abu-1-Hasib, bemerkt. Dann gelangten wir zu der Quelle c ajn 
Mrenäjim und sahen da einige alte, jedoch belanglose Ruinen. Darauf 
setzten wir über das Tal und kamen zum starken Bache sejl es-Skek. 
Er fließt von 0. nach W. und nimmt rechts den von N. aus g. el-Kawä'a 
kommenden sejl umm Aw'äl auf. Seine Ufer sind mit zahlreichen 
wilden Feigenbäumen, Platanen, Tamarisken und Oleandern bewachsen. 

Um 8 Uhr überschritten wir den Bach und zogen am Siidabhange 
des g. el-Manära weiter. Im SW., am linken Ufer des sejl e§-Skek, 
zeigte mir Mhammad h. el-Knetra mit dem Bache sejl ez-Zerrä c a und 
davon nordwestlich c ujün es-Seh. Um 8 Uhr 40 Min. trafen wir bei teil 
el-Mikla' auf eine Quelle und bogen um 8 Uhr 50 Min. nach N. ein, wobei 
wir konstant den Abhang hinaufstiegen. Da sahen wir überall auf 
allen Höhen ziemlich große Steinhaufen, hinter denen sich die Wächter 
verstecken; mehr wußte unser Führer Mbammäd darüber nicht zu be- 
richten. Es war überhaupt mit ihm nicht mehr zu reden, denn seine 
Augenentzündung schien ihn fast um den Verstand gebracht zu haben. 
Anfangs war er still, dann aber jammerte er wie ein Kind: „Ja abüj, 
ja abüj, warum hast du mich gezeugt! warum muß ich Armer mich 
quälen?-' Alles Zureden blieb umsonst. Er klagte ineinemfort und weil 
er fürchtete, erblinden oder gar sterben zu müssen, zitterte er vor Angst 
am ganzen Körper. Von Zeit zu Zeit setzte er sich auf die Erde und 
wollte nicht weiter. Ließen wir ihn zurück, so holte er uns nach einer 
kurzen Weile wieder ein und jammerte herzbrechend von neuem. Ich 
wunderte mich, wie ein unbedeutender physischer Schmerz einen Mann, 
der schon so oft unerschrocken dem Tode ins Auge geblickt hatte, ganz 
aus der Fassung bringen konnte. 






93 

Der Weg führt weiter über steile, zerklüftete und stark gegliederte 
Abhänge des Gebirges Mismäs unim er-Raham, das hier direkt ins Tote 
Meer abzustürzen scheint. Nach 9 Uhr 36 Min. bogen wir mehr nach 
NO. ein und gelangten um 10 Uhr zu einer engen Spalte, nakb el- 
Manära, welche den gleichnamigen Berg g. oder 'arküb el-Manära von 
dem schwarzen Grate Mismäs umm er-Raham trennt. Dieser senkt 
sich gegen NW.; an seinem Westabhange entspringt die Quelle 'ajn 
ammu Dheb. Im N. fließt el- Mogeb in einer schauerlichen schwarzen 
Schlucht. 

Der Paß ist so enge und seine Wände sind so steil, daß ein Ab- 
stieg fast unmöglich erscheint. Mhammad rief Allah, Slimän und alle 
Geister um Hilfe an, warnte sein Maultier vor Zerstreutheit, machte es 
aufmerksam, mit welchem Fuße es ausschreiten solle, hielt es beim 
Schwänze, lobte und schimpfte es, jammerte und klagte, alles zu gleicher 
Zeit. In der Tat war es einer der schwierigsten Abstiege, die wir je 
gemacht hatten; man hat eben keinen festen Halt, weil der Kalkfelsen 
unter den Füßen abbröckelt und in die Tiefe hinunterfährt. Dafür aber 
ist die Fernsicht von da aus großartig. Im W. sieht man die Mündung 
des Mogeb ins Tote Meer, im N. den sejl Hejdän, der zwischen steilen, 
zerrissenen und zerklüfteten Gebirgswänden in den Mogeb sich ergießt, 
und im O. das gewaltige Bett des sejl el-M6geb, das von abschüssigen 
Felsen bedeckt, von dem üppigen Grün und dem hellen Rot der Oleander 
eingesäumt wird, während an seinen Uferwänden, an denen das präch- 
tige Farbenspiel der Ufervegetation emporzuklimmen scheint, zahlreiche 
Bäche kaskadenartig ins Tal hinuntereilen. Die Kalkfelsen sind weiß 
und da und dort von blauen Schichten durchbrochen, der Gebirgs- 
rücken, der den Hejdän vom Mogeb trennt, ist dunkelrot und die 
Lavamassen, welche die Wasserbette wie mit einem Rahmen umgeben, 
erscheinen, von den glühenden Strahlen der Sonne getroffen, wie mit 
Blut übergössen. Wahrlich, die Natur ist hier mit ihrer Pracht und 
ihren Reizen fast verschwenderisch umgegangen! 

Der Abstieg ist entsetzlich und kann nur von vollständig Schwindel- 
freien durchgeführt werden. Um 10 Uhr 23 Min. waren wir in einer 
nach N. offenen kesselartigen Senkung, die im W. von Mismäs umm 
er-Raham, im S. von c arküb Manära und im 0. von den Ausläufern 
des 'arküb el-Faras eingeschlossen und von mehreren Tälern durch- 
zogen wird. Die Täler sind im Anfange seicht, vertiefen sich aber zu- 
sehends und werden zu unzugänglichen, wasserführenden Klammen. 
Wir überschritten das westliche w. el-Helesm, wandten uns am Abhänge 



94 

über einem Abgrunde von der bisherigen Richtung etwas mehr gegen 
O., ließen rechts über uns h. el- c Elw, überschritten um 11 Uhr das w. 
umm et-Tarfa', das ebenfalls von S. nach N. am teil es-Snesel vorbei 
dem Mogeb zuströmt, gelangten um 11 Uhr 32 Min. auf eine kleine 
Ebene am Nordausläufer des c arküb el-Faras und fanden hier eine 
schöne Oase, namens c ajn el-Bedijje, welche vier Quellen bewässern. 
Die nördlichste von ihnen verliert sich nach kurzem Laufe in einer tiefen, 
von Tauben und Rebhühnern stark bevölkerten Schlucht, während die 
drei übrigen die ganze Ebene durchfließen und ihren Boden bewässern. 
Darum sieht man hier schöne Dura, dichtes Gras, üppiges Schilf, Glu- 
mejz, Butum-Bäume und Oleander. Stellenweise findet man auch Ruinen 
von kleinen Hütten. 

Von c ajn el-Bedijje nach hammäm ez-Zerka' 
und Mädaba. 

Um 1 Uhr 48 Min. setzten wir unseren Weg in der Richtung 40° 
fort. Nordnordwestlich vor uns, am rechten Ufer des Mogeb, lag die 
Mündung des zweiarmigen sejl el-'Ajenät. Um 2 Uhr überschritten wir 
den sejl Makbüla, der am hrejbet el-Mdejjene entspringt, und um 2 Uhr 
15 Min. den Weg darb ed-Defali, welcher westlich von el-Mdejjene 
hinaufführt. Um 2 Uhr 30 Min. querten wir weiterhin den sejl es- 
Sder, bogen darauf gegen N. ein und kamen um 3 Uhr auf ziemlich 
beschwerlichem Wege zum el- Mogeb hinunter. Das Flußbett ist so 
schmal, daß sich das Wasser förmlich zwischen steilen Basaltwänden 
hindurchzwängen muß (Höhe — 100 m). Von hier aus wurden mir in 
einer Entfernung von etwa 7 km nahe an der Vereinigung des Hejdän 
mit el-M6geb Lavahügel ksejr er-Rijäsi, gezeigt, wo sich zu Klausen 
adaptierte Grotten vorfinden sollen; 3 südwestlich davon am linken Ufer 
des Mogeb liegt hrejbet el-Husra. 

Um 3 Uhr 56 Min. begannen wir in der Richtung 300° auf den 
kahlen, schwarzen und ausgedehnten Abhang des Mrarib es-Sahile 
hinaufzusteigen. Im W. bildet er zerklüftetes Terrain el-Batän, gegen 
O. steigt er als g. er-Räjme schroff empor und fällt gegen N. und S. 
steil ab. Um 5 Uhr erreichten wir die Paßhöhe nakb Msammat (Höhe 
100 m), von wo der Weg darb el-Ketüni in östlicher Richtung auf die 
Hochebene emporführt. Nun bogen wir in die Richtung 350° ein und 
stiegen über ar<J el-'Atasije längs des gleichnamigen, am g. er-Räjme 
beginnenden und später in der Richtung 280° laufenden Tales wieder 






95 

abwärts. Um 5 Uhr 50 Min. passierten wir ein seichtes, gegen NW. sicli 
erstreckendes Tal, namens el-Mälha, und sahen in der Richtung 300° 
am rechten Ufer des Hejdan {i. ez-Zer c a, nördlich über ihm die Quelle 
'ajn 'Arüs und nordöstlich von ihr hrejbe Sfära Widädi. Nahe dabei be- 
findet sich eine große Grotte inmitten üppig wachsender c Aran-Bäume, 
die einen sehr gesuchten Gerbstoff liefern. Dann ritten wir eine halbe 
Stunde in nordöstlicher Richtung, bogen später fast vollständig gegen 
W. ab, lenkten um 6 Uhr 48 Min. gegen N. ein und erreichten endlich 




Fig\ 31. Hammän Zerka' Main. Der warme Bach von Süden. 



um 7 Uhr ganz erschöpft und müde den sejl Hejdan, der hier bedeutend 
breiter ist als sejl el-M6geb. 

An seinem rechten Ufer erweitert sich das Tal zu einer sanft an- 
steigenden Ebene, die von zahlreichen Quellen bewässert, recht frucht- 
bar ist und von den Gbäl-Hamäjde auch fleißig angebaut wird. Der 
sejl Hejdan wird von da an unzugänglich, indem er sich unter einem 
schönen Wasserfalle in eine tiefe Felsenschlucht hineindrängt. 

Am nächsten Morgen brachen wir um 4 Uhr 45 Min. auf und 
ritten am linken Ufer des w. er-Rnieniin in der Richtung NNO. erst 
über die erwähnte fruchtbare Ebene, später am Westabhange des g. el- 
Gerwän bergauf. Die Hänge sind mit Eichengebüsch und zahlreichen 



17. Sep- 
tember 189G. 



96 

wilden Mandelbäumen, 16z, stark bewachsen. Um 6 Uhr 10 Min. waren 
wir auf der Hochebene. Dann nahmen wir die Richtung 260 °, ge- 
langten auf das rechte Ufer des nach S. sich erstreckenden Tales ab- 
al-Käsem und sahen um 6 Uhr 25 Min. an der rechten Seite des Tales 
die Ruine Sakat. Nun bogen wir fast direkt nach N. ein und ritten 
an ehemaligen Feldern und Gärten vorbei, die noch jetzt mit Mauern 
umgeben sind und ziemlich große Überreste alter Türme zeigen. Um 
6 Uhr 45 Min. kamen wir auf die Anhöhe ed-Dejr. Auch hier gibt es 




Fig. 32. Hanimäm Zerka" Mä c in. Der Moorboden von Süden. 



Ruinen von Steinmauern, Zisternen und Getreidemagazinen; sie sind 
aber nur gering und lassen den Schluß zu, daß hier ehemals ein Garten 
mit kleinen Häusern war. Unweit im SSW. erblickt man das Gebirge 
g. aba-s-S^un, mit dem hohen Gipfel el-Humr oder el-Humra, der auch 
von der Sultäni-Straße aus gut sichtbar ist. 

Ungefähr 15 Min. weit in der Richtung WNW. liegen in einer 
Ebene, die sich gegen SW. sanft neigt und im W. von dem Kegel el- 
Mesneka abgeschlossen ist, die Ruinen von el-Mcäwer, deren Ausdehnung 
von 0. nach W. geringer ist als von S. nach N. Eine von N. nach 
S. streichende Senkung trennt den westlichen Teil, welcher höher ge- 



97 

legen ist, eine Umfassungsmauer und größere Bauten aufweist, von 
dem kleineren östlichen Teile. Hier fiel mir besonders ein Bau auf, 
dessen Grundriß 13'2 m lang, 10 m breit und gegen O. apsidenartig 
abgeschlossen (5 m breit und 3'3 m tief) an eine Kirche erinnert. Un- 
gemein zahlreich sind daselbst großartig angelegte, kellerartige Zisternen, 
die man jetzt als Getreide- und Strohmagazine verwendet. 

Die Aussicht gegen W. ist wunderschön. Tief unten sieht man 
das ruhige, glänzende Meer und dahinter die ganze Küste Judas. In 




Fiff. 33. Hammäm Zerka' Ma i 



Der Palmenhain von Süden. 



der Richtung 296° erkennt man deutlich den Ölberg und selbst einen 
Teil von Jerusalem. 

Weil uns die hier lagernden Hamäjde recht unfreundlich empfangen 
hatten, so ritten wir schon um 8 Uhr 22 Min. auf einem alten und 
guten Wege in der Richtung 348° weiter, anfangs über die Ebene 
Ramallah, die wohl urbar wäre, und später in einer mäßigen Senkung 
zwischen dunkelroten, brüchigen Felsen. Um 9 Uhr 42 Min. gelangten 
wir auf eine zweite, tiefer gelegene Ebene namens misra' Z'ün, welche 
im S. aufsteigt, im N. vom sejl ez-Zerka 5 begrenzt wird, während sie im 
W. von einem unzugänglichen, aus Lava bestehenden Gebirgsrücken 
g. abu f Erne abgeschlossen ist (Höhe 200 m). 

Musil. Arabia Petraea. I. Moab. 7 



98 

Nun stiegen wir um 10 Uhr auf einem alten, jetzt verschütteten 
Wege ziemlich steil hinab und gelangten auf einen breiten Vorsprung, 
der keilförmig am linken südlichen Ufer von ez-Zerka J vorgelagert ist. 
Von da aus zieht ein Weg nach NW. und ein anderer, dem wir folgten, 
nach NNO. Dieser ist abschüssig und führt über Gerolle und andere 
Hindernisse zum Bache ez-Zerka' hinunter, den wir um 10 Uhr 38 Min. 
erreichten. 

Ez-Zerka' kommt von O. aus einer gewaltigen, unzugänglichen 
Klamm und fließt fast direkt gegen W., wobei sich sein Talbett lang- 




Fig. 34. Hammäm ZerW Mä'in. Die kalte und die warmen Quellen von Ostsüdosten. 



sam erweitert. Sein Wasserspiegel ist von etwa 1 m hohen, felsigen 
und glatten Steilufern eingeschlossen. Um auf die andere Bachseite 
gelangen zu können, mußten wir uns mittels großer Steine einen künst- 
lichen Übergang schaffen. Das rechte Ufer hat zuerst eine kurze 
Steigung, geht aber bald in die schmale Ebene el-Bke c über, die um 
260 m tiefer liegt als misra' Z'ün. 

Gleich am Ostrande der erwähnten kleinen Ebene entspringt eine 
heiße Quelle und etliche Schritte westlich eine zweite. Dann gelangt 
man zu einem ziemlich starken Bache, dessen Wasser 39° C warm ist. 
Er kommt von N. her aus einer tiefen Schlucht (Fig. 31). Wenn man 






99 

ihn überschritten hat, so betritt man einen moorartigen Boden (Fig. 32) 
und erblickt rechts einen schönen Palmenhain (Fig. 33), der ebenfalls 
einige heiße Quellen überschattet. Südlich von dem Palmenhaine sperrt 
ein Felsen die Ebene und östlich, unterhalb des Felsens, entspringt wieder 
eine heiße Quelle, über der man aus Steinen und Asten eine Art Bett- 
gestell errichtet hat, auf welches sich die Kranken legen. Das heiße 
Wasser stürzt in südlicher Richtung in den um etwa 15 m tiefer ge- 
legenen Zerka'-Bach hinab. Westlich von dieser heißen Quelle fließt 




Fig. 35. Hammäm Zerka* Mä'in. Die kalte und die warmen Quellen von Süden. 



eine kalte und gleich daneben wieder eine heiße Quelle und beide laufen 
über den Felsenvorsprung hinunter. Der Fels samt seinem Vorsprunge 
sind mit einer starken Tropfsteinschichte bedeckt, auf der sich die Ge- 
wässer vereinigen, um in zahllosen Tropfen hinunterzufallen (Fig. 34, 35). 
Gerne wäre ich unter diesen Wasserfall gestiegen, allein das rechte 
Ufer des Baches ist unter dem Felsen so dicht mit Schilf und Schling- 
pflanzen bewachsen, daß ich nach vieler vergeblicher Mühe von meinem 
Vorhaben abstehen mußte. 4 

Bachabwärts, hinter diesem Felsen kommt auch der nördliche Ab- 
hang dem Ufer ganz nahe, aber man kann auch da einem Pfade folgen, 

7* 



100 

der in westlicher Richtung an einigen lauwarmen Quellen vorbei zum 
Toten Meere fuhrt. 4 

Um 4 Uhr verließen wir hammäm ez-Zerka 5 , um auf dem kür- 
zesten Wege nach Madaba zu gelangen. Mhammad versicherte zwar, 
den Weg genau zu kennen; bald jedoch überzeugten wir uns, daß es 
nicht der Fall war. Wir kehrten auf die misra' Z'ün-Ebene zurück 
und folgten dem linken Ufer des Zerka" -Baches gegen 0. Da brach 
Mhammad, den seine Augen wieder zu schmerzen begannen, in Klagen 
und Weinen aus, setzte sich neben sein Maultier nieder und meinte, er 
müsse hier sterben. Wir gaben ihm kalte Umschläge und erst, als seine 
Schmerzen etwas nachließen, ließ er sich bewegen, sein Tier wieder zu 
besteigen und mit verbundenen Augen weiterzureiten. Wir nahmen ihn 
in die Mitte und suchten selber den Weg, der uns in nordöstlicher 
Richtung nach Madaba bringen sollte. Dies war aber in dieser schluchten- 
reichen, menschenleeren Gegend keine leichte Aufgabe, weshalb wir bei 
einbrechender Dunkelheit unser Vorhaben, die Nacht in Madaba zuzu- 
bringen, aufgeben und in einer Schlucht übernachten mußten. Beim 
ersten Tagesgrauen brachen wir wieder auf und, weil sich Mhammad 
in der Nacht erholt hatte, suchten alle drei so lange, bis wir den 
richtigen Weg fanden, auf dem wir dann mittags in Madaba anlangten, 
obwohl Madaba von hamman ez-Zerka' kaum 6 Stunden entfernt ist. 



Fiel auch das Ende dieser Tour recht traurig aus, so war doch 
die topographische Ausbeute, insbesondere südlich von Hejdän, recht 
bedeutend, weil sich Mhammad als ortskundig erwies. Wertvoll waren 
auch für mich seine Aufschlüsse über die Sitten und Gebräuche der 
Hamäjde, worüber er sehr gerne erzählte, wenn ihn seine Augen nicht 
schmerzten. 

Mit dieser Tour habe ich 1896 meine topographischen Forschungen 
in Moab beendet und kehrte nach Jerusalem zurück, um mich dort 
wieder biblischen Studien zu widmen. 



1 U. J. Seetzen, Reisen, ed. F. Kruse, I, Berlin 1854, S. 416 erwähnt ebenfalls 
ein „Bet Allah" in der Gegend von „Karrak". 

2 Halil az-Zäheri 1. c, S. \ r * : J\ L^-^i .. ^J^o> ^ **fj&\ <3^ U\_j 






101 

3 Ioannes Moschus, Pratum spirituale 155, ed. Migne, Patr. gr., t. 87s f c. 3024 : 

Ei; Ta; ocp^a; tou 7uaTotarou 7)p.(I>v ßaaiX£d); Maupixiou, oxav Naafj.avrj; 6 toSv Zapaxrjvfov cpüXaoyo; 
Tqv ftpaioa xsTCoirj/csv, co; iyupeuov tcX7]<ji'ov tou 'Apvcova xai tou Aioovä (kiopw Tp£i'; ^aGa^voj: 
k'yovTa; £va vstorspov eueiot] Ttavu, cl><; etwv •/.' aiyp-aXioTov. 

4 Flavius Josephus, De belle iudaico, ed. 13. Niese, VI, Berlin 1891, VII 180; 

TfJ; cpapayyo; oe T/j; /.ata tyjv apy.rov rcspisy_ou<J/]$ ttjv tco'Xiv (Machaerus) Baapa; ovo[j.a^£xai ti; 
to'twc, cp'jst £i£av 6[j.covu[jlw; Xeyo[xsv7]v auro> . . . 

186 sq.: 'Plouai 0£ xai Oepp-wv uöatcov 7U)yai y.ara tov to'tcov 7toX v u ttjv ysuaiv aXXrjXtov 
Stacplpouaai ' roxpai [xsv yap auTcöv tive; Eiaiv, ai oe yXuxuT/]To; ouoev a^oXeiTCoudai. rcoXXa-. oe 
xai J^u^pcov uöarcov avaoo'asi; ou [xo'vov ev tu> yJ)a[j.aXiüTspto toc; TC/jya; rcapaXX^Xou; E/ouaai, aXX 1 
da; av xai [xaXXo'v ti; Oaup.aa£i£, arcrjXaiov yap ti TtX/jaiov opatai xoiXo't^ti [jiv ou ßaOu, Trj Tthpa 
o"e Tcpou^ouarj a/.£TO[j.£vov TauT7); avtoÖEv <I)Tav£t [xaaTOi §üo avlyouaiv aXX7]Xtov oXiyfo ötEaToköc, 
xai ^u^poTaT7]v |j.ev aTEpo; xrjyr^v, aT£po; 8= Ö£p|j.oxaTr)v E-/.$i<$toaiv, af (Aiayo'jAEvai rcoiouai XouTpov 
7j8i3Tov tociol>vio'v T£ voar][xaTtov, tcoXXo> 8c jxaXiaTa v£upcov axEaiv. Sj^ei oe 6 to'tco; xat Oaou xai 
atuTCTrjpia; |j.sTaXXa. 

Petrus der Iberer, ed. R. Raabe, Leipzig 1895, S. 85 (2. Hälfte des 5. Jahrb.): 

; ii^=D K'inivr^.i ocna 

1. c., S. 91—94: £& O : K'&vAa.t ,CD öa*&\»r^ r^lnxsa^ rcA^jj Ta^. JA 






189 <7. 



[. 



Anfang Juni 1897 kam ich mit Herrn Ingenieur Rudolf Lendle 
nach Mädaba, um von da aus das nördliche Moab kartographisch auf- 
zunehmen und meine ethnographischen Studien fortzusetzen. Zu diesem 
Zwecke unternahmen wir gemeinsam oder Herr Lendle allein, von dem 
intelligenten Missionär Don Giuseppe Manfredi oder seinem Mitarbeiter 
B. Bülos begleitet, kürzere oder längere Ausflüge in die Umgebung, 
untersuchten zahlreiche Ruinenfelder und verfertigten Pläne und Skizzen 
verschiedener Anlagen. 

Als wir mit dem nördlichen Gebiete fertig waren, wollten wir den 
südöstlichen Teil bis zu el-M6geb besuchen, die el-Küra - Landschaft 
durchqueren und auf der Rückreise das Quellengebiet von hamniäm 
ez-Zerka' genau aufnehmen. 

Da sich der erste Teil unserer Forschung im Gebiete meiner 
Freunde, der Beni Sahr, bewegen sollte, so hätte ich gerne einen Sahari 
zum Führer gehabt; aber die mit mir befreundeten Geschlechter lagerten 
weit im 0. und so hatten wir große Mühe, einen passenden Führer aus- 
findig zu machen. 

Endlich wurde uns ein stolzer Bewohner von Mädaba namens 
Slimän empfohlen, von dem alle versicherten, daß er die östlichen Ge- 
biete genau kenne. Da ich mir bereits 1896 nach Angaben des Bargas 
ihn al-Fäjez eine Kartenskizze des zu bereisenden Gebietes entworfen 
hatte, so legte ich Slimän mehrere Fragen vor und erfuhr, daß er sich 
öfters widersprach. Allein wir hatten keine andere Auswahl und ich 
hoffte, daß wir vielleicht auf dem Wege einen ortskundigen Führer 
finden würden. Leider sollte diese Hoffnung unerfüllt bleiben und es 
stellte sich heraus, daß Slimän zwar die Hauptwege und die Namen 
der bedeutendsten Ruinen, Täler und Berge kenne, aber, ein stolzer 
Reiter, nicht immer gewillt sei, eine Anfrage zu beantworten. So ge- 
staltete sich diese Tour zu einer der unfruchtbarsten, die ich überhaupt 
gemacht habe. 






106 

Slima-n wollte kein Maultier mitnehmen, weshalb ich unser Reise- 
gepäck auf das allernotwendigste beschränken und auf unsere Pferde 
laden mußte. 

Von Mädaba zu £ ajn Sa'ide. 

17. Juni A m 17. Juni 1897 verließen wir um 5 Uhr 42 Min. früh Mädaba 

1897. 

und nahmen die OSO. -Richtung auf h. Hawwära, das wir um G Uhr 
50 Min. erreichten (Höhe 800 m, Fig. 36). Dieses nicht allzu umfang- 
reiche Ruinenfeld wird zur Erntezeit von Fellähin, die den umliegen- 
den fruchtbaren Boden für die Beni Sa^r anbauen, bewohnt; unter 
normalen Verhältnissen dürfte aus dieser Ansiedelung bald ein blühendes 
Dorf werden. 

Hawwära liegt auf einer Bodenwelle, die vom N. ausgehend, sich 
zwischen el-Habis und henw el-Gafär = w. el-Heri gegen SSW. erstreckt 
und die Wasserscheide der Täler ez-Zerka 5 und el-Wäle bildet. Auf ihr 
liegen nördlich von Hawwära in der Richtung 350° die Ruinen h. Gelul, 
weiter nördlich Menga, in der Richtung 195° el-Harbag, von diesem 
südwestlich ed-Dlelet es-Serkijje, dann in der Richtung 215° ed-Dlelet 
el-Rarbijje, während hirbe Süfa in der Richtung 230° die Ebene von 
Mädaba gegen S. abschließt. 

Die ganze, meist wellenförmige Gegend um Mädaba herum heißt 
auch ard el-Kerije; denn sie ist voll von größeren und kleineren Ruinen- 
feldern und so fruchtbar, daß man sie ziemlich fleißig anbaut. Mein 
Begleiter erzählte mir, daß vor 150 Jahren das ganze Gebiet noch im 
Besitze der 'Adwän war, welche nach und nach von den jetzigen Be- 
sitzern, den Beni Sahr, verdrängt worden sind. 

Wir zogen in der südöstlichen Richtung weiter, erblickten um 
7 Uhr 18 Min. etwa 4&m südlich Nitil, um 7 Uhr 40 Min. links zwischen 
einigen Seitentälern alte Steinbrüche namens zobäjer at-Twäl nebst zo- 
bäjer as-Sahätir und kamen um 7 Uhr 50 Min. zu dem festen Turme 
ummu Ksejr, bei dem sich auch einige zerstörte Häuser befinden. 

Von da aus überblickt man ringsherum zahlreiche Ruinen und 
zwar fast genau im SW. h. Nitil, südwestlich von ihm auf einem Hügel- 
rücken ed-Dlelet es-Serkijje, nordwestlich davon auf der erwähnten 
Bodenwelle h. el-Harbag, in der Richtung 165° b- umm el-Walid, dahinter 
mehr südlich in der Richtung 172° h. el-Heri, mehr westsüdwestlich 
davon in der Richtung 200° den festen Turm az-Za c farän und westlich 
von diesem rugm el-'Eläki. 



107 

Nach 10 Min. setzten wir unsere Route fort und stiegen um 8 Uhr 
14 Min. im h. umm el-Walid ab (Höhe 690 m). 

Umm el-Walid, 1 ehemals eine große Stadt, liegt auf einer mäßigen 
Anhöhe, auf deren steilerem Westabhange eine aus mächtigen, unbe- 
hauenen Blöcken errichtete Festung stand. Die aus behauenen Steinen 
aufgeführten Häuser des kleineren südöstlichen Stadtteiles hatten meist 
mehrere Wölbungen nebeneinander, die, besonders bei kleineren Räumen, 
sich dem Spitzbogen nähern und mit flachen Steinen gedeckt waren. 
Das nordöstliche, umfangreichere Quartier war stärker befestigt und 




Fig. 36. Hirbet Hawwära von Westen. 



enthielt auch größere Bauten. Unter dem jetzigen Bodenniveau sind 
noch Überreste eines Palastes mit schönen Zimmern und Gängen er- 
halten. Ein enges Loch, von einer Hyäne herrührend, vermittelt den 
Zugang. Am Rande der Stadt befindet sich eine größere Anzahl fest- 
gemauerter Zellen um einen großen gepflasterten Hof herum, die den 
Eindruck eines befestigten Hans hervorrufen. Etwa 30 m östlich von 
der Stadtmauer sieht man 1 — 2 m hohe Mauerüberreste eines quadra- 
tischen Baues (12 X 12 m), dessen Südwand apsisartig erweitert war. 
Die Mauerstärke beträgt 0*80 m. Zum Haupteingange an der Nordseite 
führt eine Treppe hinauf. Das Dach wurde vermutlich von zwei Säulen- 
reihen getragen. 



108 

Nachdem wir um 10 Uhr dieses Ruinenfeld verlassen hatten, 
wandten wir uns gegen SSO. und betraten bald darauf das w. el-Heri, 
welches von NO. kommt. Hier ist es ziemlich schrnal, erweitert sich 
jedoch in seiner gegen OSO. gerichteten Entwicklung und weist eine 
bwer er-Ra jän genannte Zisterne auf. Am Fuße seiner vegetationslosen, 
steinigen Hänge sieht man Reste von Mauern, aus denen man wohl 
schließen kann, daß es früher angebaut war. Nach einigen Minuten 
gelangten wir zu der festen, breiten und fast 4 m hohen Mauer el-CHsr, 
durch welche das Tal abgesperrt war, damit das Regenwasser sich 
stauen und mittels Kanälen auch auf abseits gelegenen Boden geleitet 
werden konnte. Nicht lange darauf fanden wir einen zweiten ähnlichen 
Damm, bogen dann aus dem Haupttale in ein nach 0. aufsteigendes 
Seitental ab und langten 11 Uhr 5 Min. bei den Ruinen von Zejnab an. 

Zejnab ist auf einem stumpfen Hügel gelegen (Höhe 700 m) 
und beherrscht die Zugänge gegen Ziza und el-Msatta im NO. und 
gegen el-Mdejjene im S. Die Anlage besteht aus einer Reihe von be- 
festigten Bauten, die sich von N. nach S. erstrecken. Sie finden ihren 
Abschluß in einem gewaltigen viereckigen Baue, der aus großen Qua- 
dern ohne Mörtelverband auf dem südwestlich liegenden höchsten Punkte 
errichtet war. Ungefähr 40 m weiter gegen NW. sieht man wieder eine 
besonders starke Anlage, deren Fundamente aus großen, nur teilweise 
behauenen Steinen bestehen und die einen ausgemauerten, jetzt ver- 
schütteten Tiefbrunnen in sich schließt. Aus dem nördlichen Teile von 
Zejnab gelangt man auf einem sanft geneigten Abhänge in ein Tal 
hinab, das durch eine dammartige, sehr starke Mauer gleichfalls in 
eine Zisterne umgewandelt wurde; nur hat diese ein viel älteres Aus- 
sehen als die im w. el-Heri. Die Art und Weise der gesamten An- 
lage überhaupt läßt auf einen viel älteren, noch vorrömischen Ursprung 
schließen; allein da sie derart in Trümmern liegt, daß nur noch die 
Fundamente vorhanden sind, hat man für eine genauere Zeitbestimmung 
gar keine Anhaltspunkte. Es liegt die Vermutung nahe, daß der größte 
Teil des Baumaterials fortgeschafft worden ist und anderswo, vielleicht 
in Ziza oder in el-Msatta Verwendung fand. 

Um 11 Uhr 25 Min. verließen wir Zejnab in der Richtung SSW. 
und ritten zum et-Tamad. Die Gegend wird immer öder, weiße Kalk- 
steinfelsen wechseln mit Streifen fruchtbaren Bodens ab, die Talufer 
werden immer abschüssiger und die Täler immer tiefer. Wir ritten am 
linken Ufer des w. el-Heri über eine steinige, nach S. geneigte Ebene 
und gelangten zu sechs zerstörten, nahe beisammen gelegenen Weilern 



109 



namens el-Eruge, von wo aus wir am jenseitigen Ufer das hochgelegene 
el-Heri und mehr südlich ; nahe an der direkten Straße von el-Mcäwer 
und Libb nach et-Tamad, den alten Festungsturm el-Komrok sahen. Im 
0. bemerkten wir g. ad-Darra und südöstlich davon den niedrigen g. 
el-Kidre, durch den ein Weg in östlicher Richtung zu teil el-Brejö führt. 

Um 12 Uhr 23 Min. waren wir im w. et-Tamad, das wir voll- 
ständig verlassen fanden, weil Heuschrecken sein Wasser verpestet 
hatten. Unser Begleiter versicherte, daß es hier mehr als 1000 Brunnen 
gebe und er mag wohl Recht haben. Um auf Wasser zu stoßen, braucht 
man an jeder beliebigen Stelle des nur zur 
Regenzeit wasserführenden Rinnsales 0*5 bis 
l'5m tief zu graben, ja man kann selbst 
mit bloßen Händen im leichten Schotter eine 
Grube auswerfen, in der sich dann Wasser 
ansammelt. Wie schon erwähnt, kommt das 
Tal von O., läuft zwischen weißen, wenig 
steilen Abhängen gegen W., biegt dort, wo es 
unseren Weg kreuzte, nach SW. ein und 
zieht sich weiter knapp am Fuße der nörd- 
lichen Hügel hin, während zwischen der 
südlichen Hügelreihe und dem Talbette eine 
schmale, gelblich weiße Ebene liegt. 

Um 2 Uhr 54 Min. verließen wir das 
w. et-Tamad und zogen über unfruchtbares, 
gegen S. ansteigendes Terrain weiter. Nur 
die Talsohlen der Seitentäler des w. as-Säbec 

und die des tlä c el-Kfül dürften anbaufähig sein. Wir ritten auf einer 
alten, teilweise noch gepflasterten Straße, deren Spuren ich schon bei 
h. umm el-Walid bemerkt hatte und überschritten einen Arm des w. el- 
Butm, welches von SSO. kommt und gegen W. zum wädi er-Rmejl 
sich hinzieht. 

Der Weg führte uns am rechten Ufer des w. el-Butm allmählich 
aufwärts zu den großen Ruinen von umm er-Rasas, welche auf der 
nördlichen Abdachung einer mächtigen Bodenwelle liegen. Nördlich von 
der Stadt steht ein hoher, schmaler, viereckiger Turm, bei dem wir um 
4 Uhr 17 Min. ankamen. Er wird Sarbüt genannt (Fig. 37). In seiner 
Mitte bemerkt man ein in den Quadersteinen eingemeißeltes Kreuz, das 
wohl schon im Plane des Baues mit einbegriffen war, weshalb wir es 
hier mit einem christlichen Denkmale zu tun haben. Diese Vermutung 



u 



U: 



■Rasfis. 



Der Turm von Südwesten. 



110 

wird bestätigt durch die erhaltene Apsis einer Kirche, die man einige 
Schritte nordöstlich erblickt. 

Man kann annehmen, daß der Turm auch als Wachtturm be- 
nutzt wurde. Im Inneren befand sich eine Stiege, die jetzt abgebrochen 
ist. Er ist bereits von h. Gelül und dem im NW. liegenden h. el- c Al 
aus sichtbar, und ich bemerkte ihn auch schon von dem fast eine Tag- 
reise nordöstlich gelegenen el- c Alja. Erwähnt man noch den Umstand, 
daß die Fernsicht nach O. erst an der Pilgerstraße durch g. el-Kijal 
(al-2ijäl) und die Swäka-Hügel begrenzt wird, so erscheint der Platz 
für einen Wachtturm als sehr gut gewählt. Denn wenn auch nach W. 
und S. das Gesichtsfeld kleiner ist, so erstreckt sich dafür im S. das 
tiefe wädi Sa'ide, welches den Zugang sehr erschwert, und im W. war 
die Gegend bewohnt. Gegen O. dehnt sich eine weite Steppe aus, 
die fast ganz eben erscheint, und im NO. sind alle Übergänge der 
höheren Hügelreihe sowie auch die Ebene gegen Ziza leicht zu über- 
sehen. Der Turm beherrscht somit vollständig den Zugang zu der 
fruchtbaren, auch jetzt noch angebauten Ebene el-Küra, die sich zwischen 
el-Mog-eb und el-Wale erstreckt, sowie die einzige bequeme Straße, 
welche den S. mit dem N. verbindet. Alle höher gelegenen Punkte 
gegen O., NO. und SO. sind mit kleinen Festungswerken versehen, die 
so angelegt sind, daß man von einem immer die beiden benachbarten 
beobachten kann. So liegt im 0. (100°), etwa 6 km entfernt, h. el-Msetbe, 
im SSO. (160°) auf einem steilen Hügel, namens el- c Al, kasr el-'Abd oder 
el- c Al und in der Richtung 200° h. er-Rämma. 

Um 4 Uhr 25 Min. setzten wir unseren Ritt in der Richtung 265° 
fort, passierten um 4 Uhr 51 Min. die Ruinen el-Mesrejz, 2 bogen gegen S. 
ab und erreichten um 5 Uhr 19 Min. h. el-Gmejl. Nun schlugen wir die 
Richtung 120° ein und kamen um 6 Uhr zu einem anderen, von umm 
er-Rasäs etwas mehr südöstlich (165°) gelegenen Festungswerke Sälije, 
das wieder den kürzesten Weg von el-Küra nach S. verteidigt. Von 
hirbe Sälije folgten wir in südlicher Richtung dem rechten Ufer der 
tiefen Schlucht se'ib c Awde, die in das von ONO. kommende w. Sa ide 
einmündet. Auf einem guten Wege stiegen wir in das tiefe, beiderseits 
von steilen, fast senkrechten Wänden begrenzte w. Sa c ide hinab und 
hielten dort um 7 Uhr 11 Min. bei der gleichnamigen Quelle. 

Von dem hochliegenden südlichen Uferrande hat man eine weite 
Fernsicht, weshalb die Saläjta hier eine Wache zu postieren pflegen, 
die den erwähnten Weg zu beaufsichtigen hat. Davon überzeugten wir 
uns, noch bevor wir die Talsohle erreichten. Wir wurden nämlich an- 






111 

gerufen, konnten uns aber mit der Wache nicht verständigen. Da wir 
nicht wußten, ob uns die Saläjta nicht etwa in der Nacht aufsuchen 
würden, fühlten wir uns nicht sicher und hielten während der Nacht 
fleißig Wache. 

Von c ajn Saide über Libb zu hammära ez-Zerka 5 . 

Am nächsten Morgen verließen wir um 5 Uhr 25 Min. unser Lager, 18 ^ uni 
ritten längs des Sa'ide in der Richtung WSW. und kamen um 6 Uhr 
20 Min. zur Mündung des aus SO. kommenden w. Afekre (Höhe 380 m). 
Nun verließen wir das vereinigte und jetzt sejl es-Sfej benannte Tal 
und erklommen auf einem sehr beschwerlichen Wege den Südabhang 
des feasmet er-Rämma. 

Um 7 Uhr 13 Min. erreichten wir den höchsten Gipfel von er- 
Rämma der die Überreste eines Dorfes trägt (Höhe 850 m). Hirbet er- 
Rämma ist ein alter Ort, auf einer weithin sichtbaren Berghöhe gelegen, 
die im N. allmählich in die Hochebene el-Küra übergeht, im S. dagegen 
sich sofort an die steilen Uferwände des sejl es-gfej und el-M6geb an- 
lehnt. El-Küra fällt im N. in einer Terrasse steil in das w. er-Rmejl 
hinab, das nach seiner Vereinigung mit w. el-Butm den Namen w. el- 
Wäle führt. Die Täler von el-Küra, sowohl die kürzeren südlichen, als 
auch die nach NW. gerichteten, sind anfangs seicht und haben flache 
Ufer, nach und nach aber werden sie tiefer und die Ufer immer steiler. 

Um 8 Uhr verließen wir er-Rämma, querten die Hochebene in 
nordöstlicher Richtung und gelangten um 10 Uhr 43 Min. zu h. Mak'ad 
ihn Nasralläh. Von da folgten wir einem alten, jetzt aber sehr schlech- 
ten Wege, der erst am rechten, dann am linken Ufer des w. ed-Dib 
zum w. el-Wäle hinunterleitet. 

Dieses Tal, das wir um 11 Uhr 40 Min. erreichten, führt immer 
Wasser und ist reich an blühenden Oleandern; seine Sohle bildet eine 
50 — 140 m breite Ebene, welche ziemlich steile Uferwände begrenzen. 
Zum Schutze des Tales und seiner Übergänge diente wahrscheinlich 
die jetzt h. Iskandar 3 genannte Anlage, die wir am rechten . Bachufer 
auf einem Vorsprunge des nördlichen Gebirgszuges fanden. Ein Hamidi 
sagte mir, daß man dort vor etlicher Zeit eine schöne Statue ausgegraben 
habe, doch sei sie nachher von Hirten zerschlagen worden. 

Auf der flachen Südseite des Tales gegenüber von h. Iskandar 
steht in der Erde eine über 2 m hohe, 0*68 m breite und 0*3 m starke 
Steinplatte, sarbüt, welche, wie man an ihren vom Regen abgewetzten 



112 

Kanten sieht, uralt sein muß. Da sie mitten auf einem ebenen Platze 
postiert ist und man unweit, etwas nördlich schönes Flußwasser findet, 
liegt die Vermutung nahe, daß hier ehemals eine Kultstätte oder Ahn- 
liches war. 4 

Wir hielten hier Rast, ritten um 1 Uhr 33 Min. weiter und ge- 
langten um 1 Uhr 42 Min. auf die alte Römerstraße, der wir dann 
gegen N. zu folgten. Nach 15 Min. sahen wir links von der Straße 
und rechts von dem jetzigen Wege G umgestürzte römische Meilen- 
steine. Der Straße in nördlicher Richtung folgend, erreichten wir um 
3 Uhr 21 Min. h. Libb. 5 

Es liegt auf einem großen, fast runden, aber nicht sehr hohen 
Hügel und bildet den Kreuzungspunkt zweier wichtiger Straßen. An 
der Westseite des Hügels läuft die alte römische Straße, welche Mädaba 
mit er-Rabba und dem Roten Meere verbindet, und an der Südseite 
führt ein zweiter alter Weg, der von el-Mcawer nach el-Mdejjene und 
in die Wüste hineinleitet. Wir folgten diesem Wege von Libb in der 
Richtung nach WSW. durch das breite Tal el-Grenäb, in dem die Ha- 
mäjde schönen Weizen anbauen. Der Weg ist stellenweise mit Basalt- 
platten gepflastert und von niedrigen Mauern eingesäumt. Wir verließen 
ihn um 4 Uhr 33 Min. auf der Höhe des w. el-Bhara und wandten uns 
mehr gegen N., während er die WSW.- Richtung einhält, direkt auf 
den g. 'Atarüs zu. 

Um 4 Uhr 56 Min. gelangten wir zu einem Lager, wo wir Gerste 
für unsere Pferde kauften und setzten um 5 Uhr 24 Min. unseren Ritt 
fort. Bald betraten wir einen abschüssigen Pfad, der nach W. führt 
und dem rechten Ufer des w. el-Bhara folgt. Unsere Pferde führend, 
stiegen wir hinunter und hielten um G Uhr 18 Min. bei der Mündung 
des w. el-Bhara in das w. Zerka 5 Ma'in, um daselbst zu übernachten. 
1 J;^ 7 uni Am nächsten Morgen folgten wir von 5 Uhr 48 Min. an dem w. 

ez-Zerka' nach W. ; sahen um 6 Uhr links die Mündung des w. abu 
Cizel und um G Uhr 17 Min. rechts die Mündung des w. er-Rsäs. Hier 
erweitert sich das rechte Ufer das Baches Zerka 5 Ma in zu der schmalen 
fruchtbaren Ebene el-Bke', durch die wir bis 7 Uhr 3 Min. ritten. Das 
Tal verengt sich wieder, indem die beiden Bergzüge aneinander rücken. 
Der Weg geht über den Bach auf das linke Ufer hinüber und windet 
sich auf einem Felsenvorsprunge, in den er 2 m tief eingehauen ist, 
steil hinauf, während das Tal zu einer Schlucht wird, deren nackte 
Wände stellenweise mit Lavaflächen bedeckt sind. Um 7 Uhr 27 Min. 
erreichten wir die steinige Ebene misra' Z'ün, auf der zwei Steinhaufen 



1897. 



113 

den Abstieg zum hammän Zerka' Mä'in bezeichnen. Um 8 Uhr waren 
wir bei den heißen Quellen. 

Wir wollten das ganze Quellengebiet genau aufnehmen und gingen 
deshalb sofort an die Arbeit. Da der trockene Südostwind, es -sink, 
wehte, so war die Hitze in dieser allseits von hohen Felsmassen ein- 
geschlossenen Schlucht unerträglich. Die zahlreichen bis 42° C. warmen 
Quellen und der von ihnen getränkte Bach hinderten uns nicht minder 
am Fortkommen als die dichtwachsenden scharfkantigen Schilfpflanzen 
und das stachelige Palmengebüsch. Und dennoch arbeiteten wir bis 
4 Uhr 15 Min. nachmittags, und die Frucht dieser anstrengenden Arbeit 
war der detaillierte Plan des Quellengebietes in seiner ganzen Breite 
und Länge (0. — W.) von 4 km. 

Um 4 Uhr 35 Min. verließen wir die heißen Quellen, allein kaum 
hatten wir die misra' Z'ün-Ebene erreicht, befiel den Herrn Ingenieur 
Lendle ein starker Ohnmachtsanfall, der uns zwang, in möglichster Eile 
nach Mädaba zurückzukehren, wo wir um 10 Uhr abends eintrafen. 

Mädaba. 

Die Ruinen von Mädaba (Fig. 38) bedecken eine mächtige felsige 
Kuppe, die im NW. in die Hochebene sanft übergeht, auf den übrigen 
Seiten aber ziemlich steil, und zwar auf der Südseite in zwei Stufen, 
abfällt (Fig. 39). Im S. und W. reichen die Ruinen nicht über den 
Fuß der Kuppe hinaus, gegen NO. und N. erstrecken sie sich aber 
mehr in die Weite (Höhe 774 m). 

Von alten Anlagen ist, der Wasserbehälter ausgenommen, keine 
einzige auch nur leidlich erhalten; denn Mädaba wurde mehrmals zer- 
stört und immer wieder aufgebaut, (man findet zwei bis drei übereinan- 
der liegende Mosaikböden), und dem Aufbaue mußten jedesmal auch 
die Überreste zum Opfer fallen. Die letzte Erneuerung datiert vom 
Jahre 1880, wo der katholische Missionär Abiina Skandar (Alessandro 
Macagni) die 'Azezät von el-Kerak herüberbrachte und daselbst eine 
neue Gemeinde gründete. Die Errichtung der, wenn auch armseligen, 
Hütten und Tennen hatte zur Folge, daß die älteren Bauten zerstört 
wurden und was noch übrig blieb, bedecken hohe Schichten von halb- 
verkohltem, mit Erde und Kuhmist vermengtem Stroh. Die Umgebung 
liefert nämlich nur sehr wenig Brennmaterial; so bereiten die Bäuerinnen 
aus Stoppeln, Kuhmist, Erde und Wasser große kuchenförmige Fladen, 
lassen sie trocknen und heizen damit ihre Backöfen. Was nicht 

Mnsil. Arabia Petraea. I. Moab. 8 



115 



verbrennt , wird hinter die niedrigen Hütten geschüttet, so daß sie 
wie yon einem mächtigen Walle eingeschlossen erscheinen. Ganz be- 
sonders hoch sind diese Abraumhaufen auf der Rast der zweiten Stufe 
im SO. der Kuppe. Da dieselben stets trocken, hochgelegen und dem 
erfrischenden Westwinde ganz ausgesetzt sind, so bilden sie, auch der 




Schichtenhöhe 5to. Richtung / 
Fig. 39. Mfidaba. Situationsplan. 



schönen Aussicht wegen, die beliebtesten Plätze, wo die älteren Männer 
von Madaba zusammenkommen, um sich zu unterhalten. Hierher 
schleppen sich oder lassen sich auch die Kränklichen führen, denn nebst 
frischer Luft finden sie daselbst immer Gesellschaft und Unterhaltung. 6 
Daß die Altertümer von Mädaba von Tag zu Tag verschwinden, 
ist umsomehr zu beklagen, als man daselbst in jedem Privathause schöne 

8* 



116 



Mosaikböden findet. Denn es ist gewiß, daß man es hier mit einem 
einheimischen Kunstzweige zu tun hat, der vom kunsthistorischen 
Standpunkte hochwichtig erscheint, und darum würden es diese un- 
zähligen Mosaiken wohl verdienen, von Sachverständigen aufgenommen 
zu werden. 

Einst war die Stadt von einer starken Mauer umgeben, welcher 
im 0. noch eine zweite niedrigere Mauer vorgeschoben war, die aber 
wahrscheinlich nur die Abgrenzung der Gärten bildete. Vier von den 
Toren lassen sich mit Sicherheit feststellen. 

Nähert man sich von N. auf der römischen 
Straße der Stadt, so erblickt man linker Hand 
das neu erbaute griechische Kloster und rechts 
einige Zisternen, darunter eine birnförmige, etwa 
20 m hohe und breite, in den Felsen gehauene, 
die, nach einer daselbst angebrachten Inschrift, 
der Kaiser Justinian I. entweder anlegen oder 
ausbessern ließ. Dann bemerkt man mehrere 
viereckig zugehauene Blöcke, die einzigen Über- 
reste eines alten Tores, und betritt eine voreinst 
gepflasterte Straße, längs der bis zum Nordosttore 
zu beiden Seiten Bruchstücke alter Säulen liegen. 
Links, gleich hinter dem Tore, gab es noch 
im Jahre 1896 ganze Flächen mit Mosaik bedeckt, 
die allerlei Szenen darstellten. So sah man einen 
Mann, der im Begriffe steht, einen wilden Esel mit 
der kurzen Lanze zu durchbohren, Antilopen, Gazellen auf wilder Flucht, 
Menschengestalten in ruhender und wieder in tanzender Stellung usw. 
An diese Mosaikflächen schloß sich damals im O. das Atrium oder der 
Portikus einer Basilika an (Fig. 40), deren Grundmauern noch ganz 
deutlich sichtbar waren. Auch hier war ein Mosaikboden, und der 
katholische Missionär P. Biever (jetzt in Tabra am See Genesareth) 
erzählte mir 1898, daß er daselbst in der Mitte der achtziger Jahre 
eine Mosaikkarte gesehen und von ihr mehrere Stücke kopiert habe. 
Auf dieser Karte soll auch Babylon und Rom verzeichnet gewesen sein. 
Im Jahre 1896 war man mit dem Baue der neuen griechischen Kirche 
auf der Stelle der alten Basilika begriffen, bei welcher Gelegenheit das 
Mosaik so arg beschädigt wurde, daß nach der Vollendung des Baues 
im Jahre 1897 nur noch Bruchteile von der Karte übrigblieben. Der 
Rest ist jetzt mit einem Gitter umgeben und so wird die Karte vor 




Fig. 40. Mädaba. 

Die Basilika 

mit der Mosaikkarte. 



117 






k 






Fig. 41. Mädaba. 
Die Basilika 

des heil. Elias. 



Fig-. 42. Mädaba. 
Die vierte Kirche. 



weiteren Verstümmelungen verschont bleiben. Allein bei jedem Touristen- 
besuche wird sie mit Wasser begossen und mit einem Besen abgekehrt, 
was gewiß zu ihrer Erhaltung nicht beiträgt. 

Die alte Basilika, deren Stelle die jetzige teilweise einnimmt, war 
durch je vier 0*85 m starke Säulen in drei Schiffe geteilt und hatte nur 
eine Apsis, an die rechts und links 
eine Kammer sich anschloß. Die 
Apsis wurde durch eine dünne Wand 
oder bloß durch Vorhänge von den 
Schiffen getrennt. Im Innern der 
Kirche, und zwar links von der 
Mitteltür war eine birnförmige Zi- 
sterne angebracht. 

Folgt man der Hauptstraße 
nach S., so bewegt man sich zwischen 
lauter niedrigen Hütten, welche den 
hiesigen Bazar bilden, und findet 
westlich unweit von der Straße in 

einer Hütte ein gut erhaltenes Mosaik mit schön dargestellten Menschen- 
figuren. Die Straße führt weiter auf einen freien Raum und biegt dann 
gegen SO. 

Eechts bei dieser Biegung befinden sich spar- /y \ 

liehe Überreste der zweiten, und östlich schließt sich 
an sie der Vorhof der dritten Kirche, welche dem 
heil. Elias geweiht war und im Jahre 607/8 unter 
dem Bischof Leontius vollendet wurde (Fig. 41). 
Sie dient jetzt einem Bauern als Hof und ist im 
östlichen und südlichen Teile verbaut. Ihr Mosaik- 
boden stellt verschiedene Ornamente ineinander ver- 
schlungener Pflanzen dar, zwischen denen sich ein 
schön ausgeführter calix ministerialis samt zwei In- 
schriften befindet, von denen die eine rund, die 
andere aber viereckig eingefaßt ist. Auch vor der 
Apsis dieser Kirche sieht man die Überreste der 
Vorwand und links und rechts die Kammern. Eine alte, jetzt teilweise 
zerstörte Treppe führt links in eine unter der Apsis errichtete Krypta, 
die ihrerseits gleichfalls eine halbrunde Apsis mit zwei kleinen Nischen 
zu beiden Seiten und ein Fenster in der Ostmauer hat. Der Boden 
besteht aus Mosaik mit vier Inschriften, nach welchen die Krypta im 



O 



Fig. 43. Mädaba. 
Die Marienkirche. 



119 



Jahre 595/6 vom Bischof Sergius zum Abschlüsse gebracht wurde. 
Wenige Schritte östlich betritt man die vierte dreischiffige Kirche 
(Fig. 42), die ebenfalls in eine Hütte umgewandelt ist. Auch hier war die 
Apsis mit einer Vorwand versehen und ist ringsherum von einer niedrigen, 
0*95 m breiten Bank mit einem vortretenden, viereckigen massiven Sitze 
in der Mitte versehen. Der ganze Mosaikboden besteht aus Rhomben, 
in welchen Tiere (Gazellen), Vögel, Pflanzen und Früchte dargestellt 
sind. Zum Baue dieser Kirche wurden, wie man es an den Grundmauern 
bemerkt, alte Säulen fragmente, Kapitale und dergleichen verwendet. 

Nördlich von der Kirche auf der anderen Seite der Straße findet 
man im Innern einer Bauernhütte die Überreste der schönen, rund an- 
gelegten fünften Kirche (Fig. 43), 
die der seligsten Jungfrau Maria 
geweiht war, wie man aus einer 
in der Mitte der Rotunde ange- 
brachtenMosaikinschrift entnimmt. 
Durch das nahe, befestigte Osttor 
verließ die gepflasterte Straße die 
Stadt. 

Kehrt man zu der erwähnten 
Biegung zurück, so steigt man auf 
einem modernen Wege in süd- 
licher Richtung zum kleinen tür- 
kischen Regierungsgebäude hinauf. 

Rechts, unterhalb der katholischen Mädchenschule, sind noch spärliche 
Überreste einer alten Badeanlage sichtbar. Südlich von der Mädchen- 
schule betritt man den höchsten Punkt der Kuppe und steht vor einer 
schönen, im Jahre 1904 erbauten katholischen Kirche, an welche sich 
im S. das katholische Missionshaus (Fig. 44) mit einem Garten anschließt, 
der fast die ganze alte Akropolis einnimmt. 

Als im Jahre 1897 die Grundmauern derselben bloßgelegt wurden, 
um das Baumaterial für die Gartenmauer und die neue Kirche zu liefern, 
hat Herr Ingenieur Lendle den Plan der alten Akropolis aufgenommen. 
In ihrem westlichen Teile steht jetzt die Knabenschule. Geht man 
an dieser gegen SSO. herunter, gelangt man zum Amtsgebäude des 
Ortsvorstehers und weiter dann auf einer Plattform zur sechsten und 
größten Kirche (Fig. 45) von Madaba. 

Auch sie war dreischiffig, und der Boden der beiden Seitenschiffe 
überragt um etwa O'lra den des Mittelschiffes. Er ist ebenfalls mit 



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Fig. 45. Madaba. 
Die sechste Basilika. 



Fig. 46. Madaba. 
Die neunte Basilika. 



120 

Mosaik belegt und in viereckige Felder eingeteilt, in denen allerlei 
Tiere und Vögel dargestellt sind. Die Vorwand der Apsis ist bereits 
auf der Mosaikfläche errichtet. In der Umgebung sieht man schöne 
Kapitale, Bruchstücke von Architraven und Säulen, auch sollen hier 
zwei nabatäische Inschriften gefunden worden sein. Südlich fällt die 
zweite Stufe der Kuppe zu einer Ebene ab und hier hat man im Jahre 
1899 die siebente, den heiligen Aposteln geweihte Kirche entdeckt. 
Nach einer daselbst angebrachten Mosaikinschrift wurde sie im Jahre 
578/9 vom Bischof Sergius erbaut. 

Von der Kirche mit dem Keraker-Wege in nördlicher Richtung 
ansteigend, geht man an dem erwähnten Walle von Kehricht vorbei, 
biegt dann nach NO. und gelangt zur achten Kirche, die aber ganz 
zerstört ist. Von da stammt ein Marmorrelief, auf dem ein von einem 
Kranze umgebenes Kreuz dargestellt ist. Dieses Relief schmückte bis 
zum Jahre 1903 den Altar der provisorischen katholischen Kirche. 
Wenige Schritte nördlich kann man in einer Hütte einen wunderschön 
im Mosaik geformten Frauenkopf sehen. 

Folgt man dem Abhänge gegen Norden, so gelangt man südlich 
von der Eliaskirche zum Orte, an dem einst die neunte Kirche stand 
(Fig. 46). Auch hier zeigt der Mosaikboden lauter Ornamente, die aus 
verschiedenen verschlungenen Pflanzenmotiven bestehen. 

Kehrt man zum Hause des Gemeindevorstehers zurück, so kann 
man, einem Wege in westlicher Richtung folgend, nach wenigen Schritten 
zu einer Hütte gelangen, deren Mosaikboden tanzende Mädchen und 
Frauen zeigt. 

Durch ein Tor verläßt man dann absteigend die Stadt und steht 
vor einem großen Wasserbehälter, der auch jetzt noch die Einwohner 
von Mädaba auf lange Zeit mit Wasser versehen könnte, wenn er ge- 
reinigt und ausgebessert würde. Allein er ist dem Untergange geweiht, 
denn das Haus des Gemeindevorstehers wurde z. B. aus den glatt be- 
hauenen Quadersteinen, welche die abgebrochene Südmauer bekleideten, 
erbaut. Sollte einmal ein Wolkenbruch niedergehen, so wird schon das 
Wasser das Seinige tun, und von dem schönen Wasserbehälter, der 
Tausende wert ist, wird nichts übrig bleiben. Und doch leidet Madaba 
jedes Jahr an Wassermangel, weshalb alte, gereinigte und gefüllte Zi- 
sternen für schweres Geld gekauft, mit Eisentüren versehen und vor- 
sichtig verschlossen werden. Nördlich von dem Wasserbehälter war 
einst ein Querdamm aufgeführt, an dem sich das Regenwasser ebenfalls 
staute. Jetzt ist die Vertiefung fast gänzlich ausgefüllt. 



121 

Ungefähr 320 m westlich von der Stadt stehen am Ostabhange einer 
felsigen Bodenwelle zwei hohe Säulen, die aus je zwei nicht zusammen- 
gehörigen Trommeln aufgebaut sind und el-Mesneka heißen (Fig. 47). 
Auf ihren Kapitalen ruht ein Architrav, darunter ist der Eingang zum 
katholischen Friedhofe. Einst stand hier ein Kloster mit einer (zehnten) 




Fig. 47. Mädaba. El-Mesneka von Westen. 



Kirche, deren Maße sich wegen der dort angelegten Gräber nicht mehr 
feststellen lassen. Hier ruht auch der unermüdliche Missionär Don Man- 
fredi, welcher im Dezember 1903 dem Typhus unterlegen ist, der sich 
jedes Jahr in der Zeit vor und nach dem ersten Regen, wo das alte 
Wasser bereits brackig und das neue noch nicht geklärt ist, einstellt. 
In dem östlich davon liegenden Felsen gibt es zahlreiche künst- 
liche Grotten, meistens wohl alte Gräberanlagen. 



122 

Nebst den erwähnten nabatäischen und griechischen findet man, 
insbesondere im östlichen Stadtteile bei einer zerstörten Moschee, küfische 
Inschriften, die jedoch, weil im Sandstein nur sehr oberflächlich aus- 
geführt, durch klimatische Einflüsse sehr stark gelitten haben und nicht 
leserlich sind. In einer Hütte südöstlich von dem Hause des Gemeinde- 
vorstehers fand ich ebenfalls eine längere küfische Inschrift. Der Stein 
jedoch, der sie trägt, ist hoch oben, fast in der Mitte des das Dach 
tragenden Bogens eingefügt und deshalb nur sehr schwer zugänglich. 
Nebstdem hat der Rauch auf dem Steine eine starke Schichte Ruß ab- 
gesetzt, und der Hauseigentümer wollte mir nicht gestatten, die Inschrift 
zu reinigen. Er fürchtete nämlich, den Stein, wenn die Regierung da- 
von erfahren würde, herausnehmen zu müssen. 7 



1 rtfiT Num. 2123 : nÄT Kn*1 mSIbM b*TW n*npb (flVD) K2H; Hieronymus, De 
situ, 1. c, c. 950 sq. : „Jassa ... Et usque hodie ostenditur inter Medabam et Debus"; 
Mesa r - Inschrift 19, 20; Maräsid al-Ittilä', ed. T. G. J. Juynboll, Leiden, I, S. zer: j»J 

2 Deut. 2 26 : niö'lp "ttTä. 

3 Vgl. Halil b. Sähin az-Zäheri, 1. c S. fir: (Im Gebiete von el-Kerak liegt) 

4 Erinnert gleich dem sarbüt Ader (S. 27, Fig. 1) an die biblische fHÜX. 

5 Fl. J. Antq., 1. c, XIII 397; Alexander gehörten in Moab die Städte: 

'Hasßcov == ^LufcMÄ., Hesbän, 

MrjSaßa 1>;U, Madaba, 

Ae[j.ßa vJ*J> Libb, 

'Opcovatjj. L ä\ r s«J\, al-'Aräk, 

AyaXaiv. J^sls»., Galgül, 
(Gtova?) 

Zoapa Äj>JU\, el-Kerje; 
1. c, XIV 18 : Hyrkan will Aretas 12 Städte zurückgeben: 

M^Socßa b_>Lo, Madaba, 

Afßßa ^, Libb, 

NaßaXtoö (NaßaXXw) Lo, Neba\ 

'ApaßaGa (TaßaQa, 0apaßaOa) Xj^Jl, ar-Rabba, 

AyaXaiv l^isU»., Galgül, 

010 V7] 

ZwVpa 3oJü\, el-Kerje, 

'Qpiovaiv J^jäM, al-'Aräk, 



123 

AiycoßaaiXtaaa (roßoXi;, ToßaXo;) = ? ^J-A:^, Häbel, 

Puo8a (Apuooa, ZapySoa) M T c, 'Aräd, 

'AXouaa <ks&kL\, al-IJalas.-i, 

'ßpußSa (Opußa) ? Ä^&^t, ar-Euhejbe. 

Vgl. jedoch: A. Schlatter, Einige Ergebnisse aus Niese's Ausgabe des Josephus, 
ZDPV. XIX, Leipzig 1896, S. 231 ff. 

6 Vgl. Hiob 2 8 : iBK.TTina zw Kim is Tianrb tsrin lb-npn. 

7 KSTÖ Num. 2130, J os . 139. . . Flav. Jos. Antq. XIII 1 1-2 1 : Ol 'A^apaiou rattSe? 
aus Mädaba überfielen und töteten den Hasmonäer Joannes. Um ihn zu rächen, ver- 
steckte sich ein starker Trupp Judäer sv reo opet, überrumpelten die 'A[xapaiou jca?8e?, 
welche eine Braut aus NaßaOa (NaSaßaO Neba 1 [?]) abholten, und metzelten gegen 
400 Menschen nieder; 1 Mak. 9 35— 42 # Sind diese 'Ajxapaiou TcaTSe«; identisch mit den 
f Amer ^U des Dichters Kutajjer und den Beni 'Amer, die heute noch östlich von 

Mädaba lagern? Al-Bekri, ^ää'^o! l* ^s?-^ i >VXS, ed. F. Wüstenfeld, Göttingen 

1877, S. oio. 

Hyrkan bemächtigt sich (Flavii Josephi Bell. lud., ed. B. Niese, Berlin 1895, 
162—63. Me8otßy]v ... x«i Sa^ayav (es-Sämac, es-Sämez, i y*\*u^\ «\ ^.«LtJl) ajxa raf$ 
^Xrjaiov. 

Step. Byz. (Uranius), p. 524 8 : MqSaßa, uo'Xt; ttov Naßocraicov. '0 TCoXiTrj; Mr]5aßr)vo;. 

Hieronymus, De situ . . ., c. 957: „Medaba, usque hodie urbs Arabiae, antiquum 
noraen retinens juxta Esebon." 

Petrus der Iberer, 1. c, S. 84, 94 f. 



IL 



JN achdem sich Herr Ingenieur Lenclle erholt hatte, trug ich mich 
mit der Idee einer größeren Reise bis nach Petra, um das gesamte 
Gebiet topographisch aufzunehmen. Wir wollten weder der Straße er- 
Rasif noch der es-Sultäni folgen, sondern das Land durchqueren, um 
die Ergebnisse meiner Forschungen von 1896 zu vervollständigen und 
untereinander zu verbinden. Gleich anfangs beabsichtigte ich, die letzte 
Tour zu ergänzen und deshalb die Gebiete Gbäl und el-Küra der 
Hamäjde nochmals zu bereisen, dann aber die Ebene zwischen kar'a 
Sihän und sejl el-Mheres sowie den Westabhang der Rwer-Landschaft 
zu erforschen. 

Dazu mußten wir anfangs einen H amidi zum Führer haben; es 
gelang mir auch wirklich, einen solchen, namens Mahmud, ausfindig zu 
machen. Er kam zufälligerweise nach Madaba und erklärte sich bereit, 
uns zu führen. Da er jedoch nur seine Stute mithatte, so ersuchte er 
uns, vorerst zu seinem auf el-Küra aufgeschlagenen Zelte zu reiten, von 
wo er ein Maultier mitnehmen wollte. Der Mann gefiel uns und wir 
gingen auf seinen Vorschlag ein. 

Der mir unvergeßliche, intelligente Missionär von Madaba, Don 
Giuseppe Manfredi, wollte uns begleiten, um das Land besser kennen zu 
lernen. Er ritt ein Maultier, wir unsere Pferde, und unser Gepäck wurde 
provisorisch auf alle Tiere verteilt. Wir führten mit: drei Decken, Weizen- 
mehl, Reis, Makkaroni, Zucker, Kaffee, eine Kochpfanne, eine Kaffee- 
kanne, Trinkbecher, zwei Kaffeenäpfe und einen Wasserschlauch, kirbe. 

In den Sattelsäcken hatten wir einen photographischen Apparat 
mit den nötigen Platten, ein Höhenmeßbarometer, Bussolen, Feldstecher 
und andere Gegenstände, wie wir sie auch bei den früheren Reisen 
mithatten. 

Mahmud war ein ortskundiger und redseliger Mann, deshalb erfuhr 
ich von ihm recht viel. Seine Ortskenntnis reichte jedoch nur bis zum 



125 

kar'a Sihän, und da er obendrein mit einem Geschlechte von el-Kerak 
in Blutfehde verwickelt war, mußte er sich von uns trennen. Im Lager 
von el-Mkati fand ich wohl viele in der nächsten Umgebung ortskundige 
Leute, allein ich konnte keinen einzigen ausfindig machen, der geeignet 
gewesen wäre, uns in die südlichen Gebiete zu führen. Es boten sich 
mir zwar mehrere an, aber ich merkte nur zu bald, daß sie sich süd- 
lich von Middin nicht auskannten. Endlich teilte mir Don Manfredi 
mit, daß unser Gastgeber erbütig wäre, uns bis wädi Musa zu führen, 
indem er behauptete, infolge seiner Teilnahme an vielen Razw-Zügen 
in diese Gebiete das ganze Land zu kennen. Ich faßte diese Ver- 
sicherung allerdings nur im orientalischen Sinne auf, allein es blieb uns 
nichts anderes übrig, als das Anerbieten dieses Mannes, namens Salem, 
anzunehmen. Denn durch den Besuch von 'Azzur hatten wir den 
Argwohn der mächtigen Megälje wachgerufen und mußten deshalb 
trachten, das Lager so schnell als möglich zu verlassen; auch wurde es 
sogleich bekannt, daß sich uns Salem selbst zum Führer angetragen 
habe, worauf alle anderen ihr Anerbieten zurückzogen. 

Salem erwies sich als gänzlich unbrauchbar. Er widersprach sich 
gleich bei den Ortsangaben östlich von er-Rabba, die Einzelnamen der 
Rwer-Senkung waren ihm unbekannt und obendrein zeigte er sich beim 
Überfalle bei Middin als ein arger Feigling. So suchte ich einen neuen 
Führer und hatte bereits einen unter den Hegaja gefunden, als uns die 
Nachricht zukam, die Megälje hätten die Regierung von el-Kerak gegen 
uns aufgehetzt. Unter solchen Umständen durfte uns Don Manfredi 
nicht begleiten, weil er als Ansässiger es am meisten hätte büßen müssen, 
und wir beiden anderen glaubten auch nicht, daß wir unter so un- 
günstigen Aussichten würden erfolgreich arbeiten können. Nebstdem 
stellten sich beim Herrn Lendle neue Fieberanfälle ein und so beschlossen 
wir, obwohl schweren Herzens, nach Mädaba zurückzukehren. 

Von Mädaba nach Barza und el-Lehün. 

Am 25. Juni 1897 verließen wir um 1 Uhr 25 Min. nachmittags 25 ig ^ ini 
Mädaba und ritten auf der römischen Straße nach S. Nach 11 Min. 
sahen wir rechts vom Wege h. et-Tejm und später gegen SW. Mä'in. 
Diese Gegend, ard el-Hadab, hat roten, sehr fruchtbaren Humusboden und 
wird deshalb intensiv angebaut. Im N. und 0. ist sie von einem Hügel- 
zuge begrenzt, auf dem wir um 2 Uhr in der Richtung 25° h. es-Samac, 
50° h. Gelül, 75° Hawwara, 150° h. Süfa, 195° h. el-Mrejgmet el-Rarbijje, 



126 

auch h. Butan el-Barl genannt, sahen. Nach einer Viertelstunde standen 
wir auf der Wasserscheide des westlichen w. Butan el-Barl und des öst- 
lichen w. el-Habis. 

Um 2 Uhr 30 Min. sahen wir in der Richtung SO. die umfang- 
reiche Ruine h. Süfa und ließen nach 3 Uhr links am rechten Ufer des 
w. el-Habis die Ruinen h. Harufa nebst h. Satiha, südwestlich von ihnen 
h. el-Mrejgmet es-Serkijje, weiter in der Richtung 160° ed-Dlelet el- 
Rarbijje und etwa 400 m rechts vom Wege el-Mrejgmet el-Rarbijje 1 
(Höhe 745 m). Dieses letztere ist eine ziemlich große Ruine, die auf 
einem gegen NW. abgerundeten Hügel gelegen ist und Schnittern und 
Fellähin zur Wohnung dient. 

Der Weg folgt der alten Römerstraße, die stellenweise durch das 
noch erhaltene Pflaster deutlich erkennbar ist. Um 3 Uhr 17 Min. fanden 
wir einen alten umgestürzten Meilenstein und überschritten um 3 Uhr 
36 Min. das w. el-Habis (Höhe 636 m). Um 3 Uhr 45 Min. passierten 
wir am südlichen Abhänge des Tales einen zweiten Meilenstein und 
erblickten um 3 Uhr 50 Min. im SW. ungefähr 4 km vor uns den kuppen- 
förmigen g. el-Hüma und östlich, uns näher, die Hügelreihe umm Räsejn. 
Einige Meter links von der Straße ist eine alte Zisterne nebst einigen 
Gartentürmen und einer kleinen Anlage, rugm oder hrejbe H redin, 
deren Steinmaterial die Hamajde auf ihrem Minsef abu Zejd genannten 
Begräbnisplatze verwenden (Höhe 668 m). 

Von diesem Begräbnisplatze aus läuft nach NW. das ziemlich tiefe 
Tal w. el-Hjäd, wo sich die Ruine krajet el-Waran befindet. Der steinige 
Rücken senkt sich gegen S. und man sieht im SO. etwa 4 — 5 km weit 
teil el-Mahra c a und l'bkm südwestlich rugm el-Beki'. Um 4 Uhr 15 Min. 
stiegen wir in die kesselartige, fruchtbare Ebene von w. Libb (Höhe 
660 m) hinunter und kamen nach 8 Min. am Fuße eines westlich ge- 
legenen Bergkogels vorüber, der das Ruinenfeld der großen Ortschaft 
Libb trägt (Höhe 705 m). 

Man sieht da zahlreiche, uralte Rundbögen und Trümmer von 
Häusern jüngeren Datums nebst Zisternen, die jetzt als Getreidespeicher 
verwendet werden. 

Der weitere Weg ist ziemlich beschwerlich; er führt in der Mitte 
des stellenweise steilen linken Ufers des w. umm < Aküla, das wir um 
4 Uhr 30 Min. erreichten. Nach 20 Min. überschritten wir das w. el- 
Hegaf, welches von NO. kommt und das w. umm 'Aktila aufnimmt. 
Das ganze steile rechte Ufer des w. el-Hegaf stand gerade in hellen 
Flammen, man hatte nämlich das trockene Gras und die zahlreichen 



127 

Sträucher daselbst angezündet; um mit ihrer Asche den steinigen Boden 
zu düngen. 

Die alte Römerstraße läuft etwa 150 m weiter östlich von dem 
jetzigen Wege. Um 5 Uhr 5 Min. sahen wir links auf einem kleinen 
Hügel drei stehende und einige umgestürzte Meilensteine und über- 
schritten um 5 Uhr 17 Min. das aus ONO. kommende tiefe Tal des 
radir aba-l- c Agül, und zwar bei der Mündung des tel'et abu-l- c Azam. Das 
w. radir aba-l- c Agül vereinigt sich bald darauf mit dem aus NNW. 
kommenden w. abu Hirke, das den hohen Bergrücken knan el- c Asi gegen 
0. abgrenzt. An seinem linken Ufer, einige Meter oberhalb des jetzigen 
Weges, läuft die alte Römerstraße, auf der wir um 5 Uhr 23 Min. halb 
verschüttete Überreste von sieben Meilensteinen fanden, die mit In- 
schriften versehen waren. Um diese aufzunehmen, mußten wir die Steine 
ausheben und reinigen, was keine leichte Arbeit war. Hier brachten 
wir auch die Nacht zu. 

Am nächsten Tage um 6 Uhr 45 Min. setzten wir unseren Weg 26 J uni 
fort und erreichten nach 15 Min. das Tal el-Wale (Höhe 430 m). Seiner- 
zeit leitete über den Bach eine Brücke, von der jetzt nur noch die 
Pfeiler halbwegs erhalten sind. Am rechten Ufer, unweit von der Brücke, 
sieht man unter einem großen Baume einige Gräber der Hamajde el- 
Ranamat. Die alte Römerstraße führt westlich vom jetzigen Wege am 
rechten Hange des aus S. kommenden und in den el-Wäle einmünden- 
den w. el-Eside. 

Wir tränkten unsere Tiere und ritten dann um 7 Uhr 19 Min. am 
linken Ufer des schönen, von blühenden Oleandern umsäumten Wale- 
Baches gegen W. und standen um 7 Uhr 38 Min. an der Stelle, wo er 
das w. el-Grüfa aufnimmt, an dessen steilem rechten Ufer wir nun hinauf- 
klettern mußten, um das Hochplateau zu erreichen. 

Ungefähr O'ökm von hier erhebt sich im W. am linken Ufer des 
Wale-Baches ein hoher Hügel mit alten Befestigungen, die jetzt kasr 
aba-1-Hsen oder auch kul c ammet aba-1-Hsejn genannt werden. Von diesem 
Hügel an heißt der Bach eine kurze Strecke lang el-PJammäm und nimmt 
an seinem rechten Ufer das Bächlein ez-Ziz auf, das von N. kommend 
mit seinem lauen Wasser ein ausgezeichnetes Bad für Menschen und 
Kamele abgibt. An seinem rechten Ufer zieht sich g. el-Madfür mit 
dem kegelförmigen Gipfel knän el-K6z bis zum w. el-Mserig hin, der 
gleichfalls vom N. kommt und in den Bach el-Hammäm einmündet, 
der von da an bis zu seiner Mündung in el-M6geb sejl Hejdän ge- 
nannt wird. 



128 

Um 8 Uhr 25 Min. erreichten wir bei einem festen, aus großen, 
teilweise behauenen Steinen erbauten Turme, ragm ez Zezibe. ein Zelt- 
lager der Hamajde. wo wir beim Oheim unseres Führers Mahmud kurze 
East hielten. Um 9 Uhr 39 Min. zogen wir wieder weiter gegen SW. 
über das wellenförmige, ziemlich fruchtbare Hochplateau el-Küra. Vom 
Rande der Hochebene genossen wir eine prachtvolle Aussicht auf das 
tiefe w. el-Hammam. sejl Hejdan und auf das Gebirge im NW. 

Die mächtige, zerklüftete Schlucht des sejl Hejdan übertrifft an 
Großartigkeit die bekannte Senkung des Mögeb. Die südlichen Tal- 
wände stehen fast senkrecht auf der Talsohle, während die nördlichen 
zwei steile, von zahlreichen Bächen durchfurchte Stufen bilden. Kurz 
nacheinander münden am rechten Ufer, westlich von el-Mserig. sejl el- 
Mtellem, weiter das w. el-Bire. dann w. er-Rmemin und endlich das w. 
ajn Anis. 

Um 9 Uhr 45 Min. passierten wir teil el-Bjäde und um 10 Uhr 
5 Min. haribt as-Skez. ein aus schwarzen Lavasteinen über der Kluft 
Hejdan erbautes Dorf. Nun ging es weiter längs schöner Weizenfelder an 
zahlreichen Zelten der Hamajde und an den Scharen ihrer Schnitter 
vorbei, die wir mit dem üblichen .. Gott möge ihren Leib gesund er- 
halten 1 , sahh badanorn" grüßten. Viele von ihnen luden uns freundlichst 
ein, sie mit unserem Besuche zu beehren, ja ein junger Hamidi lief 
sogar eine Zeitlang hinter uns her und bat. ihn der Gnade Gottes, 
einen Gast bewirten zu können, nicht zu berauben und somit in seinem 
Zelte wenigstens eine Tasse Kaffee trinken zu wollen. Da wir jedoch 
keine Zeit verlieren durften, mußten wir ihm seine Bitte abschlagen. 

Die Hochebene arnniu Gamäl. an deren Rande wir ritten, erhebt 
sich allmählich gegen SW.. wo auf ihrem höchsten Punkte einige Bäume 
die Ruinen h. es-Sbile überschatten. Ostlich davon, etwa 2*5 Ä'ü weit. 
zeigte mir der Führer hrejbet eUAjenät am gleichnamigen Bache, längs 
dessen ein Weg zum Mogeb herabführt. Ostlich von el-'Ajenät liegt in 
einer Senkung am Rande des sejl el-Mogeb h. el-Matluta. 

Hierauf kehrten wir in das bereits erwähnte Lager des Oheims 
unseres Mahmud zurück, wo wir mit dünnem Brote, sräk. bewirtet 
wurden. 

Mahmud besorgte sich ein Maultier und so ritten wir um 2 Uhr 
in südöstlicher Richtung weiter. Nach 11 Min. gelangten wir zu den 
Ruinen von Barza. deren zahlreiche noch erhaltene Wölbungen aus be- 
hauenen Steinen. Höfe und Zisternen erkennen lassen, daß dieser Oll 
ehemals von großer Bedeutung war. 



129 



Unser Mahmud erzählte uns ; daß man hier eine große menschliche 
Statue, sah?, und einen Stierkopf gefunden, sie aber aus Furcht vor 
bösen Geistern zerschlagen habe. Gespenster, Rül und Sajätin, hielten 
sich hier mit Vorliebe auf und seien schon oft, besonders in einer be- 
stimmten Zisterne unter den verschiedensten Gestalten erschienen. Diese 
Zisterne ist ein runder, gemauerter, sicherlich sehr tiefer Brunnen von 
X'lm Durchmesser, der aber jetzt bis auf 4 m Tiefe verschüttet ist. 
Der Sage nach ist es besonders ein Geist, welcher nachts in der Ge- 




Fi«\ 48. El-Mö£eb und die Sult 



-Straße von Norden. 



stalt einer Schlange mit strahlendem Kopfe sich sehen läßt. Mahmuds 
Vater, der sich darüber Sicherheit verschaffen wollte, stieg eines Tages 
in den Brunnen hinunter, seit der Zeit aber wurde er schwermütig 
und später sogar geistesgestört, denn der Geist hielt ihn besessen, er 
war magnün. 

Um 2 Uhr 30 Min. ritten wir gegen SSO. weiter und hatten nach 
9 Min. zur Linken h. Dhafra, am linken Ufer des Tales henw Zbejd, 
dem wir dann in südlicher Richtung folgten. Es kommt von S. aus 
der sanft ansteigenden, ziemlich steinigen, aber anbaufähigen Ebene 
ammu 1-Gamäl und vereinigt sich weiter nördlich mit dem w. el-Eside. 

Musil. Arabia Pctraea. I. Moab. 9 



130 



Zahlreiche Überreste von Mauern weisen auf ehemalige Gärten und 
Weinberge hin. Um 3 Uhr überschritten wir das Tal und folgten an 
seinem rechten Ufer einem alten Wege durch das steinige Terrain ksüb 
el Hattäb. Später sahen wir links in einer Niederung die Ruinen von 
h. ed-Dhejbe und erreichten um 3 Uhr 35 Min. Dibän (Höhe 728 m). 

Dibän steht bei den Hamäjde von el-Küra in hohem Ansehen, 
denn ihre berühmtesten Männer werden hier bestattet. 

Nach fünf Minuten ritten wir in der Richtung 130° auf einem breiten, 
bequemen Wege direkt auf h. c Araer zu. Die alte Römerstraße hält von 




Fig. 49. El-Mogeb von der römischen Brücke gegen Westen. 



Dibän aus die südliche Richtung ein ; läßt h. "Akraba 1 km östlich liegen 
und steigt neben der Quelle 'ajn Grejher in das w. el-M6geb hinunter. 

Um 4 Uhr 30 Min. waren wir in 'Araber (Höhe 750 m). Von da 
führt östlich bei einem Turme die uralte Straße es-Sinine zum Mogeb 
hinab, passiert etwa in der Hälfte des Abstieges die Quelle 'ajn 'Arä'er, 
kreuzt bei den Überresten einer alten Mühle ; namens hrejbet c Agam ; 
den Mogeb und steigt am rechten Ufer des sejl es-Skejfät den Hang 
ummu Rkebe in drei Stufen hinauf. 

Südöstlich unterhalb 'Arä'er vereinigen sich die Bäche sejl es- 
Skejfät, el-M6geb (Fig. 48, 49) und sejl es-Sfej. Nie zuvor bot sich mir 



131 

ein großartigerer Anblick das, als von hier aus auf die steilen ; fast 
800 m hohen Wände dieser drei Schluchten, welche in den Strahlen der 
untergehenden Sonne alle möglichen Farben spielten. 

Die Ebene von c Arä c er ist sehr fruchtbar. Gerste und Weizen 
waren schon abgemäht, die Durafelder aber grünten noch. 

Um 4 Uhr 50 Min. verließen wir c Ara c er und ritten in der Ost- 
richtung am Kande der Ebene, die ohne Übergang und ohne Abdachung 
plötzlich in die Schlucht von el-M6geb und es-Sfej hinabstürzt. Nach 
52 Min. waren wir bei den Ruinen von h. el-Lehün, die sich in der 
gleichnamigen Bodensenkung ausdehnen (Höhe 680 m). Ahnlich wie in 
'Arä/er steht auch hier am Rande der Hochebene am rechten Ufer des 
Tales w. el-Lehün eine Festung, die viel älteren Ursprunges zu sein 
scheint als die von c Araer. Ihre Umfassungsmauern sind aus rohen 
langen Steinen ohne Mörtelverband zusammengefügt und die Wohn- 
räume, welche sich in einer Reihe von S. nach N. hinziehen, zeigen 
dieselbe Konstruktion. Nur auf der Talsohle und an ihrer Ostseite gibt 
es Überreste einiger neuerer aus behauenen Steinen errichteter Bauten. 
Da in der Umgebung el-Kelu wächst, haben sich in den zerfallenen 
Häusern einige Familien der Haddädin von el-Kerak angesiedelt, um 
es zu sammeln und nach Razze und Nablus zu liefern. 2 

Von el-Lehün nach el-Mcäwer. 

Um 6 Uhr ritten wir weiter am rechten Ufer des w. el-Lehün 
gegen NNO. durch eine im weiten Umkreise wellenförmige Ebene, die 
voll von Überresten alter Kultur ist. So sahen wir um 6 Uhr 12 Min. 
zirka 3 km nordöstlich h. el-Mserfe und um 6 Uhr 22 Min. in derselben 
Richtung h. el-Kahkah, dann hielten wir uns mehr nordwestlich und 
erreichten um 6 Uhr 50 Min. rugm Selim. Nordwestlich davon am An- 
fange des w. umm ez-Zwära sieht man einen mächtigen heiligen Baum 
sowie die Ruine h. abu Sgera. 

Wir hatten kein Wasser mit, weil unser Begleiter uns versicherte, 

daß wir überall Zisternenwasser finden würden. Dem war aber nicht 

so und wir mußten Durst leiden, noch mehr aber unsere Pferde, die, 

seit sie in der Früh im w. el-Wäle getränkt worden waren, kein 

Wasser bekommen hatten. Denn alle Zisternen, die wir antrafen, waren 

mit großen Steinen zugedeckt und außerdem stellte es sich heraus, daß 

unser Mahmud den kleinen zum Wasserschöpfen nötigen Sack, delw, 

nicht mitgenommen hatte. In der Nähe fanden wir kein Zelt, so ritten 

9* 



132 

in derselben Richtung weiter. Da begann plötzlich mein von Durst 
gequältes Saklawi -Pferd den Kopf nach allen Seiten zu drehen ; sog 
prüfend die Luft durch die Nüstern ein und im Nu ging es mit mir 
durch und rannte über Stock und Stein nach NW. Ehe ich mich dessen 
recht versah, war ich auf einer Anhöhe vor einer ziemlich umfangreichen 
Ruine namens kerije Falha, die zeitweise von Feldarbeitern bewohnt 
wird (Höhe 730?»). Hier gab es wohl Wasser, allein weder ich noch 
mein Pferd bekamen es zu sehen, geschweige denn zu trinken. 

Um 7 Uhr 13 Min. kamen meine Begleiter nachgeritten. Wir baten 
und boten Geld an, allein alles war vergebens; für uns gab es kein 
Wasser. Wahrscheinlich fürchteten die dortigen Fellähin, wir würden 
bei ihnen übernachten wollen, und wiesen uns barsch ab, damit wir 
für uns kein Abendessen und für unsere Pferde keine Gerste verlangen 
könnten. So waren wir gezwungen, durstig weiterzureiten und, während 
Mahmud die Väter dieser Hunde, wie er die Fellähin betitelte, verfluchte, 
setzten wir unseren Weg gegen 0. fort. Als es dunkel geworden war, 
lagerten wir in einer Niederung seitwärts von der Straße. In der Nacht 
bemerkten wir zwei FJamäjde, die sich an unser Lager angeschlichen 
hatten; sie wurden jedoch von Mahmud freudig begrüßt und uns von 
ihm als seine Freunde vorgestellt Von ihnen erfuhren wir, daß die 
Hamajde vorgestern nördlich nicht weit von uns ein großes Zeltdorf 
aufgeschlagen hätten. 
27. Juni j± m nächsten Morgen, den 27. Juni, brachen wir um 5 Uhr 10 Min. 

1897. ö > \ 

auf (Höhe 700 m) und sofort ging es auf das erwähnte Lager zu, welches 
wir auch westlich von den Ruinen h. en-Nkejbät fanden. Da es aber 
auch hier für unsere Pferde kein Wasser gab, so zogen wir dürstend 
weiter, erreichten den Abstieg darb en-Nkejbat und gelangten endlich 
zur heiß ersehnten Tränke im Bache el-Wäle. 

Unten im Tale rasteten wir von 6 Uhr 33 Min. bis 9 Uhr 55 Min. 
bei der Steinplatte Sarbüt, die auf einer Ebene am linken Ufer des 
mit Oleandern bewachsenen Wale -Baches steht. Dann verließen wir 
diesen schönen Platz und ritten auf der Ebene, die sich am linken Ufer 
des el-Wäle ausbreitet, gegen Westen. Weil das Tal ziemlich starkes 
Gefälle hat, konnte man das Bachwasser in Kanälen leicht auf die Ebene 
leiten. Ein solcher alter Kanal ist jetzt ausgebessert und führt das 
Wasser auf eine Mühle, die westlich von der römischen Brücke steht. 
Hinter ihr hört die Ebene auf und der Bach windet sich zwischen zwei 
Felswänden hindurch, in denen zahlreiche Tauben nisten. Wir folgten 
einem alten breiten Wege, der uns von der Mühle gegen WSW. bis 



133 

Kul'ammet aba-1-Hsejn aufwärts und von da an gegen SW. zum sejl 
el-Hammäm abwärts führte. 

Die Gegend ist wirklich schön. Hohe Berge umrahmen das Tai, 
welches mit zahlreichen Weiden, wilden Feigenbäumen, Oleandern und 
Schilfrohr bewachsen ist, während der Bach stellenweise kleine, von 
Fischen wimmelnde Teiche bildet. Auf beiden Seiten sieht man an den 
Ufern Überreste von alten Bauten und von Mühlen. Wir ritten zuerst 
längs des rechten Ufers, bogen dann um 11 Uhr 20 Min. gegen NNW. 
in das Tal el-Mserig ein und stiegen an seinen Ufern bald rechts, bald 
links hinauf. Die Abhänge dieses Tales sind ziemlich reich bewaldet, 
besonders zahlreich sind Mandelbäume, 16z, deren Früchte gesammelt 
und genossen werden. Stellenweise stehen die Bäume so nahe am Wege, 
daß sie den Reiter zum Absitzen zwingen. 

Nach einer Stunde hatten wir die Hochebene erreicht und befanden 
uns bei einer alten Umfriedung, in der mehrere zerbrochene Sarabit- 
Steinplatten standen und lagen, ähnlich jener in w. el-Wale. Im NNW. 
sieht man am linken Ufer des w. Zerkäb die Kuppe des g. 'Atärus und 
am linken Ufer des w. el-Hejäs h. 'Atärus. Wir zogen auf einem breiten 
Wege durch hügeliges, steiniges Terrain von tel'et abu Sa'ad zwischen 
zahlreichen Mauerresten, die einst Weingärten umgaben, westwärts und 
gelangten um 12 Uhr 50 Min. in eine fruchtbare Niederung, den Anfang 
des w. el-Mtellem oder el-Msellem. 

Am Südwestende dieser bebauten Bodenfläche liegt der neuere 
Teil der Ruine el-Krejjät, 3 deren Häuser geräumig, gewölbt und aus 
behauenen Steinen aufgeführt sind. Die Zisternen sind meist recht- 
eckig und kellerartig und werden jetzt teils als Vorratskammern, teils 
als Wasserbehälter benützt. Die Wohnräume, welche alle mehr oder 
weniger zerstört sind, werden zumeist als Hürden gebraucht. Im W. 
erhebt sich bei diesem Orte ein niedriger Felsenrücken, in den man 
zahlreiche Grabkammern eingehauen hat. Sie bestehen aus geräumigen 
Vorkammern, die mit den eigentlichen Gräbern durch stollenartige Gäuge 
verbunden sind. Nördlich in der Nähe des Ortes steht ein heiliger 
Butm-Baum, welcher die ganze Umgebung beschützen soll und unter 
dem auf einer Steinplatte Opfer dargebracht werden. Hinter ihm liegt 
auf dem Felsrücken ein zweites zerstörtes Dorf, das allem Anscheine 
nach viel älter ist, weil man hier Wohnräume findet, die in den Felsen 
ausgehöhlt sind. 

Nach 10 Min. setzten wir unsere Route auf einem alten Wege fort, 
der zwischen den beiden Ortschaften, an dem heiligen Baume vorüber 



134 

über den niedrigen Felsrücken in das schöne und breite Tal el-Bire 
hinunterführt. Dieses ist stellenweise felsig, mit Gruppen großer Butm- 
Bäume bestanden. Reste alter Mauern und Türme sowie viele Zisternen 
weisen auf eine ehemalige größere Kultivierung hin. Auch zwei große 
Zisternen fanden wir hier nebst vier abgebrochenen Steinplatten, Sarä- 
bit, ähnlich jener im w. el-Wäle. Der Weg ist breit und von niedrigen 
Mauern eingesäumt. Längs des w. el-Bire zieht sich an seinem rechten 
Ufer von N. nach S. das Gebirge g. Gerwän, welches dieses Tal vom 
w. er-Rmemin trennt. An seinem nordöstlichen Anfange links von 
unserem Wege fanden wir eine kleine Ruine namens h. Balluta, wo 
ein unternehmender Hamidi ein Getreidemagazin, mahzan, errichtet 
hat, worin er die Weizen- und Gerstevorräte seiner Landsleute aufbe- 
wahrt und dafür jedes fünfte Maß, midd, bekommt. 

Um 1 Uhr 30 Min. ritten wir in der Richtung WNW. über die 
felsige Ebene merg al- c Arid. Auf den felsigen Lehnen bemerkten wir 
alte Terrassen, die zum Schutze von Gärten und Weinbergen dienten. 
Nach 2 Uhr überschritten wir das kurze auf w. er-Rmemin auslaufende 
henw el-Bedijje und bogen um 2 Uhr 26 Min. nach N. ein, um durch 
die fanft ansteigende, angebaute Ebene ard al-Krajäm zum ed-Dejr zu 
gelangen. 

Ed-Dejr heißt der nördliche Ausläufer eines von SW. nach N. 
gerichteten Gebirgszuges. Auf seinem Gipfel erblickt man spärliche 
Überreste eines Klosters (?). Im N. und W. von ed-Dejr, wo sich das 
Terrain allmählich senkt, gibt es viele Zisternen und künstlich errichtete 
Terrassen, woraus man schließen kann, daß hier früher wahrscheinlich 
Weinbau betrieben wurde. Überreste von Bedeutung, die auf größere 
Baulichkeiten schließen ließen, sind in der Umgebung von ed-Dejr nicht 
zu finden. Im S. teilt sich das Gebirge in zwei Züge, wovon der eine, 
namens g. abu-z-Zhür, gegen SW., der andere, g. aba-s-Shün, gegen W. 
sich erstreckt und im Gipfel el-Humr den Höhepunkt erreicht. 

Zwischen ed-Dejr und el-Humr beginnt das Tal Skara, das ein 
starkes Gefälle hat und an den nördlichen Ausläufern des g. aba-s-Shün 
vorbei erst gegen NW., dann gegen W. dem Toten Meere zustrebt. In 
seinem Anfange breitet sich am rechten Ufer eine kesseiförmige Ebene 
aus, in deren südwestlichen Teile die langgestreckten Ruinen von el- 
Mcawer liegen. 



135 



Von el-Mcäwer über c ajn el-Bedijje nach ras 

wädi Swar. 

Unser Mahmud stand mit den Hamäjde von el-Mcäwer nicht auf 
gutem Fuße, deswegen verließen wir bereits 3 Uhr diesen Ort und 
ritten am Ostabhange von ed-Dejr gegen S. Nach 36 Min. erreichten 
wir rechts beim Kopfe des w. er-Rmemin in der ziemlich fruchtbaren 
Ebene al-Krajäm die Ruinen Swekta und Sakat und stiegen hier ab, 
um etwas zu genießen. 

Um 4 Uhr 25 Min. folgten wir einem guten Wege am linken Ufer 
des genannten Tales nach S. hinunter. Beide Talhänge, und zwar sowohl 
der östliche von g. Gerwän als auch der westliche von g. Zlejma 5 sind 
bewaldet. 

Um 5 Uhr 32 Min. gelangten wir auf eine fruchtbare Ebene und 
fanden da einen großen Garten, den sich ein H amidi angelegt hatte. 
Mahmud ritt zu ihm, um Gerste für unsere Pferde zu kaufen. Wir 
setzten unseren Weg fort in der Richtung SSO. bis zu der wasser- 
reichen Quelle c ajn er-Rijja, neben der auf einem Hügel die kleinen Reste 
von hrejbet er-Rijja zu sehen sind. Das ganze sanft geneigte Terrain 
ist sehr fruchtbar. Im allgemeinen ist es mit Gebüsch und Gras be- 
wachsen, stellenweise wieder angebaut oder mit Bäumen bestanden und 
von Gazellen, Rebhühnern und Vögeln belebt; am häufigsten sieht man 
verschiedene Taubenarten. Bei der Quelle warteten wir auf Mahmud, 
der nach 10 Min. ohne Gerste zurückkam. Dann ritten wir weiter 
und erreichten um 6 Uhr 20 Min. sejl Hejdan (Höhe — 60 m), bei 
dem wir auf einer Tenne übernachteten. Unsere Tiere mußten ohne 
Futter bleiben und wir konnten nicht schlafen, da uns unzählige 
Moskitos plagten. 

Am nächsten Morgen um 5 Uhr nahmen wir die Reise wieder 28. Juni 
auf, und zwar auf einem alten Wege, der über den breiten sejl Hejdän 
führt. Dieser fließt zwischen spitzigen Lavafelsen, die den Zinnen einer 
Burg gleichen und deswegen auch kasr er-Rijäsi heißen. Rijäsi soll 
Wezir eines Sultans gewesen sein und mit Geistern Verbindung gehabt 
haben. 

Das rechte, gegen N. zu ansteigende Ufer des Hejdan bildet einen 
sehr fruchtbaren, von vielen Wasserläufen durchzogenen Abhang mit 
Überresten alter Bauten, die krajet ez-Zer'a genannt werden. Ungefähr 
200 m nördlich oberhalb derselben und nordwestlich von uns sahen wir die 



136 

Quelle c ajn f Arüs ; die unter üppigen Bäumen an der südlichen Abdachung 
des g. ^lejina' (ausgesprochen Dlejnia') entspringt. In derselben Höhe am 
rechten Ufer des w. en-Nimr, das von ard al-Krajam kommt und den 
g. Zlejina' gegen W. abgrenzt, erblickt man c ajn Barta' und 'ajn el- 
Ksib. Auf dem abfallenden Rücken des g. abu-d-Dhur, der sich bis 
zum Mogeb und zum Toten Meere erstreckt, zeigt ein grüner Streifen 
die Quelle c ajn el-Hrejbe an. 

Der Weg ist breit und steigt zwischen rötlichen, weichen Kalk- 
felsen, die hie und da von schwarzen Lavabildungen unterbrochen sind, 
gegen W. aufwärts. Stellenweise sieht man ganz deutlich, daß der Weg 
künstlich angelegt ist, weil er Unterbau hat. Die Umgebung, ard el- 
'Atasije (Fig. 50), ist öde Wüste. 

Um 7 Uhr 45 Min. erreichten wir den nakb el-Msammat. Von da 
aus hatten wir eine prachtvolle Aussicht auf die unheimliche Gegend 
ringsherum. 

Im O. sieht man rötliche, im N. graue und im S. weiße, fast 
1000 m hohe steile Felsen; im W. sind zerklüftete Hügel und el-M6geb 
erscheint als ein bläulicher Streifen, der sich hinter einem Vorsprunge 
des nördlichen g. abu-d-Dhur verliert. Auf diesem Vorsprunge soll 
ehemals ein alter Kanal das Wasser der Quelle c ajn el-Hrejbe durch 
viele Schluchten nach SW. geleitet haben, wo ein mächtiger Fürst 
wohnte. Man sagt noch jetzt: „Tausend Oden, tausend Schluchten und 
tausend Gräben der Kanäle; elf hejmaV elf hat, weif hafar el-kenät." 

Nach einer Viertelstunde setzten wir unseren Weg fort. Der Ab- 
stieg zum Mogeb ist beschwerlich, besonders in der Nähe der Talsohle. 
Wo ich vor einem Jahre einen guten Weg vorgefunden hatte, lagen 
jetzt ganze Steinhaufen, entwurzelte Oleander und Pappelbäume und 
nirgends gab es Weide für unsere Tiere. Es war sehr schwer, zum 
Wasser zu gelangen, aber noch schwieriger, das andere Ufer zu erreichen. 

Um 9 Uhr 20 Min. gelangten wir zum Mogeb und hielten uns da 
bis 11 Uhr 30 Min. auf. Nun begann der Aufstieg zum c ajn el-Bedijje, 
wohin wir nach einer Stunde kamen (Höhe 200 m). Nach unserem 
beschwerlichen Ritte durch die heiße, wüste Gegend erschien uns diese 
Oase äußerst lieblich und wir wie auch unsere ermüdeten Tiere fanden 
hier auf bewässerten Wiesen ein wenig Erholung. 

Nach einer Stunde begann wieder der Aufstieg auf dem Wege ed- 
Defäli zwischen den Tälern von sejl Makbüla, sejl es-Sder und dem w. 
Gejne, welches in sejl es-Sder einmündet. Der Weg ist sehr beschwer- 
lich, an einigen Stellen sogar gefahrvoll, weil der Felsen ganz glatt ist. 



137 



So mußten wir fast beständig unsere Pferde führen und kamen infolge- 
dessen vollständig erschöpft um 3 Uhr 2 Min. oben an (Höhe 780 m). 
Uns gegenüber am rechten Ufer des Mogeb, südlich von es-Shile ; 
entspringt die lauwarme Quelle hammäm el-Mögeb ; deren Wasser gegen 
gewisse Ziegenkrankheiten gute Dienste leisten soll. Geben die Ziegen 
keine oder nur bittere Milch ; so führen die Hamäjde die Tiere zu dieser 




Fig. 50. Ard el-'Atasije von Nordwesten. 



Quelle, schlachten ein Opfertier und gießen sein Blut dem Quellengeiste 
zum Opfer in das Wasser. Darauf machen sie ihren Ziegen mit diesem 
Quellwasser so lange Umschläge, bis das Übel gewichen ist. 

Im W. zeigte uns Mahmud ein altes Dorf, namens h. el-Mdejjene ; 
und links in der Kichtung NO. h. Mrajjer. Im SO. ; unweit von kar'a 
Slhän, beginnt das Tal w. Frewän, welches sich bei dem gleichnamigen 
h. Frewän gegen NW. erstreckt und als Bach Gdera über die steile 
Felswand 'arküb el-Gurf in den sejl el-M6geb einmündet. 



29. Juni 
1897. 



138 

Von fcara Sil; an zieht sich wellenförmig gegen W. hin eine frucht- 
bare Ebene, die später in nackte graue Hügelreihen übergeht. Wir 
ritten über sie am h. Mis'ar vorbei bis zu der Niederung ard er-Rmäh. 
Die alten Gartenmauern, die wir hier vorfanden, bestehen alle aus Basalt- 
steinen. Zisternen sind sehr zahlreich und gefährden das Reiten. 

Unser Mahmud stand mit den Megalje von el-Kerak in Blutrache 
und wollte das Keraker Gebiet nicht betreten, weil er für sein Leben 
fürchten mußte. Erst nach vielem Bitten willigte er endlich ein, uns 
bis in die Nähe des nächsten christlichen Lagers, südöstlich von kar'a 
Sihän, am Anfange des w. Swar zu geleiten, wohin wir nach längerem 
Umherirren um 6 Uhr 23 Min. gelangten und vor einem Zelte abstiegen. 

Von ras wädi Swar nach h. Bälü c a 5 c Azzür und 

zurück. 

Am nächsten Tage brachen wir um 10 Uhr in der Richtung NNO. 
auf und ritten unsere Pferde zur Tränke. Die Gegend ard el-Mkati 
ist eine fruchtbare Ebene und größtenteils angebaut. Die Täler fangen 
als seichte Niederungen an, werden aber bald zu unzugänglichen schwarzen 
Klammen, so z. B. das w. Swar, an dessen Anfange unser Lagerplatz 
war und dessen linkem Ufer wir eine kurze Zeit folgten. 

Um 10 Uhr 35 Min. kamen wir nach h. BäkYa am rechten Ufer 
des am Südabhange von Sihan beginnenden Tales w. el-Kurri. Die Ruinen 
breiten sich von W. nach O. aus. In ihrem westlichen Teile steht die 
Festung el-Kasr, welche aus rohen, scharfkantigen Basaltblöcken erbaut 
ist. Von der Ruine führt ein alter Weg in das tiefe gleichnamige Tal 
zum Wasser hinab. Ein anderer alter Weg führt durch das Tal Balü a 
in der Richtung ONO. bis zu seiner Vereinigung mit dem w. Swar. 
Etwa 200 m weiter nördlich sieht man das Wasser mojje Ngasa. Noch 
mehr gegen N. mündet von W. das tiefe w. Uhejmer in das vereinigte 
BälüV und Swar-Tal, das fortan den Namen sejl es-Skejfät führt. In 
dem Winkel, den das w. Bälü'a-Swar mit dem w. Uhejmer bildet, liegt 
oben auf einer Hochebene die Ruine h. abu Träba. Nördlich davon 
vereinigt sich mit dem sejl es-Ökejfät die Schlucht ammu Klejb, die bei 
h. Harbag ihren Anfang nimmt. 

Wir ritten 25 Min. zur mojje Ngasa und erstiegen dann in der 
Ostrichtung auf einem breiten Wege am rechten Ufer des es-Skejfät die 
Hochebene. Sie heißt ard kabr \Atijje, weil sie das Grab eines be- 
rühmten Razw-Führers beherbergt, zu dem man jetzt noch vor einem 



139 

Razw-Zuge pilgert, um sich seinen Beistand zu erbitten. Um 11 Uhr 
43 Min. waren wir oben und erreichten um 12 Uhr 15 Min. in nordöst- 
licher Richtung den alten Weg darb es-Sinine. Dieser leitet über das 
Terrain Grwar Dijäbe, zwischen den w. Swar, sejl es-Skejfät und w. 
Rwejta, el-M6geb, steigt dann zum letzteren über drei breite Stufen 
hinunter und führt beim kasr von Arä er wieder hinauf. 

Indem wir eine Zeitlang diesem Wege folgten, kamen wir um 
12 Uhr 43 Min. in nördlicher Richtung zu den ziemlich gut erhaltenen 
Ruinen von c Azzür. Sie liegen östlich vom Wege und erstrecken sich 
von NW. nach SW. auf dem Ostabhange des Hochplateaus, welches 
sich in einer breiten und langen Stufe nach 0. bis zum Rande der 
tiefen, hier ummu Rkebe genannten Schlucht des w. el-Rwejta senkt. 
Diese Stufe heißt ard er-Rha* und ist so fruchtbar, daß die Katho- 
liken von el-Kerak sie zu erwerben suchen, um das übrigens erst vor 
kurzem aufgegebene Dorf wieder aufzubauen. Die Mauern der Häuser 
sind fast alle noch gut erhalten, nur die Dächer sind eingestürzt. 

Die Umgebung von c Azzür weist ein dreifaches Klima auf. Auf 
dem Hochplateau herrscht dasselbe kontinentale Klima wie in el-Kerak 
oder in Mädaba, die tiefer gelegene, von allen Seiten geschützte Stufe 
hat eine gleichmäßig warme Temperatur, während unten im Mogeb- 
Tale, an dessen beiden Ufern sich schmale Ebenen ausbreiten, ein sub- 
tropisches Klima herrscht. Die türkische Regierung wäre nicht ab- 
geneigt, dieses Gebiet zu verkaufen, aber die Mgälje, die es sich mit 
Gewalt angeeignet haben, wollen nicht einmal gestatten, daß ein Christ 
es betrete, geschweige denn erwerbe und lassen deshalb durch eine 
Abteilung der Beni 'Atijje für die Unsicherheit der ganzen Gegend 
sorgen. 

Um 12 Uhr 53 Min. ritten wir rasch auf dem darb es-Sinine nach 
S. zurück und erblickten um 1 Uhr 34 Min. im SO. auf der Ebene h. 
Hmüd, einige hundert Meter östlich h. es-Smäcijje und dabei den An- 
fang des w. el-Rwejta, das sich in beinahe geradem Laufe nach N. 
erstreckt und im NNO. von c Azzür mit dem Mogeb vereinigt. Im ONO. 
von h. es-Smäcijje zeigte man uns h. ed-Dläleh, nördlich h. 'Alejjän 
und gegen S., über dem rechten Rande des w. el-Rwejta, den hohen 
rugm et-Tejs und hrejbe Rnem. 

Wir bogen nun gegen SW. ein und kamen zum Anfange des w. 
Swar. Es entsteht aus der Vereinigung des seichten, aus SSO. kom- 
menden w. abu-1-Kbäs mit dem von WSW. einmündenden, breiten und 
flachen w. abu Za'rüra, Von ihrer Vereinigung, also vom Anfange des 



30. Juni 
1897. 



140 

w. Swar etwa 3km entfernt, liegen bei dem Tale abu Za'rura zwei 
Ruinen: h. Nsib und sw. davon h. es-Sa'duni. 

Um 2 Uhr 13 Min. erreichten wir unser Lager und trafen daselbst 
einen einflußreichen und fanatischen Häuptling namens Ibrahim el-Mgalli, 
der fast wütend wurde ; als er erfuhr, daß wir in 'Azzür gewesen seien. 
Er verfluchte den Urgroßvater, Großvater und Vater unseres Begleiters 
und verbot uns gänzlich den Besuch der Ruinen im Gebiete von el- 
Kerak. Dieses Verbot machte mir große Sorgen, weil es meine Ab- 
sicht, das ganze Gebiet genau zu erforschen, zu vereiteln drohte. Wir 
bemühten uns daher, ihn milder zu stimmen, was uns jedoch so gründ- 
lich mißlang, daß er uns beim Weggehen nicht einmal grüßte. 

Von ras wädi Swar über el-Kasr nach el-Ftijän. 

Am 30. Juni verließen wir um 6 Uhr 35 Min. früh das Lager und 
ritten in der Richtung gegen SW. über eine schöne, fruchtbare Ebene, 
ard el-Mkati, aus der nur an wenigen Punkten der felsige Untergrund 
hervortritt. Nach 75 Min. waren wir in el-Kasr (Höhe 960m). 

Diese merkwürdige Ruine liegt auf einer von ONO. kommenden 
und westlich von der alten Römerstraße auslaufenden Bodenwelle, die 
im N. von el-M6geb, im S. von den Höhen begrenzt wird, die el-Kerak 
östlich vorgelagert sind. El-Kasr ist sowohl von N. wie von 0. weit 
sichtbar, dürfte aber keine militärische Bedeutung gehabt haben, weil es 
keine Wasserbehälter besitzt, von keiner Seite geschützt und außerdem 
von einer Bauart ist, die von allen Festungsanlagen des ganzen Landes 
auffallend abweichen würde. Es besteht aus zwei Teilen. Den west- 
lichen Teil bildet ein ziemlich erhaltenes, rechteckiges Gebäude. Der 
einzige Eingang dazu ist im 0. und hat ein Vestibül mit vier mächtigen, 
zusammengesetzten Säulen, deren Kapitale sehr fein gearbeitet sind. 
Von dem Tore führte eine Kolonnade zu der zweiten Anlage, die fast 
vollkommen zerstört ist. 

Das Ganze erschien mir so merkwürdig, daß ich soviel als mög- 
lich Material zur späteren eingehenderen Forschung sammeln wollte. 
Während nun mein Begleiter, Herr Ingenieur Lendle, den Plan auf- 
nahm, durchsuchte ich die Mauerreste und den Schutt nach alten Orna- 
menten, aus denen sich auf die Zeit der Gründung schließen ließe. Ich 
fand Reliefs (Fig. 51) mit Weinrauten, Feigenblättern und Vögeln, dann 
auf einem Bruchstücke den Vorderteil eines Löwen mit offenem Rachen, 
nahe dabei das Bruchstück (0*37 X 0'8 m) eines Basaltreliefs: Kopf 



141 

und Brust einer männlichen Figur (Schulterbreite 50 cm). Die Nase 
war abgebrochen, die Gesichtszüge schienen mir weich zu sein, die 
Augen schön geformt, die Stirne mäßig gewölbt, das lange Haar mit 
einer scharfen Strahlenkrone umgeben und die Schultern in ein faltiges 
Gewand gehüllt. 

Eben schickte ich mich an, diese Figur zu photographieren, als 
zwei türkische Soldaten mit einem Mgalli herangesprengt kamen und 
uns aufforderten, ihnen zu folgen. Rasch konnte ich noch eine Auf- 
nahme machen; dann begann eine lange Verhandlung, während der es 
sich herausstellte, daß die Soldaten nicht im Auftrage ihres Komman- 
danten handelten, sondern von Sejh Ibrahim, in dessen Lager sie über- 




Fio-. 51. El-Kasr. Relief. 



nachtet hatten, auf uns gehetzt worden waren. Auf das hin weigerten 
wir uns selbstverständlich, ihrem Befehle nachzukommen, ja ich schrieb 
mir sogar ihre Namen auf, um sie bei ihrem Kommandanten, der mir 
seit vorigem Jahre wohlbekannt war, anzuzeigen. Da entschuldigten sie 
sich und der eine Soldat, welcher mich inzwischen wieder erkannt hatte, 
bat, ich möge die ganze Sache vergessen. Schimpfend zog der Mgalli 
ab mit der Versicherung, bald mit besserer Hilfe wiederzukommen. So 
blieb uns nichts anderes übrig, als die Ruine zu verlassen. 

Um 9 Uhr 24 Min. schlugen wir, um aus dem Gebiete der Mgalje 
herauszukommen, die Richtung nach SSO. ein und begründeten dies 
den Soldaten gegenüber damit, daß wir über ksür Bsejr nach Mädaba 
zurückkehren wollten. Wir ließen die drei zerstörten Ortschaften el- 
Hmemät rechts, wandten uns vor h. el-Misna' gegen SO., folgten um 
10 Uhr 30 Min. dem Ostabhange des steinigen Höhenzuges ammu Flbele, 



142 

oder umm Ehbele, und kamen um 10 Uhr 40 Min. auf einen alten ; von 
er-Rabba nach O. führenden Weg. 

Der fruchtbare Boden geht allmählich in eine kalkhaltige, steinige 
Fläche über und nur die Niederungen bleiben noch anbaufähig. Um 
11 Uhr 25 Min. hatten wir das schon erwähnte, auf einem breiten Hügel 
gelegene hirbet el-Ruräb links und h. Hegfa rechts. Um 11 Uhr 38 Min. 
überschritten wir das Tal el-Kbejjät und waren um 12 Uhr 10 Min. bei 
h. el-Ftijän (Höhe 715 m). 

El-Ftijän liegt am Ostrande einer öden, steinigen Hochebene, die 
sich von er-Rabba ohne Unterbrechung nach O. erstreckt und dann 
ziemlich steil in die lange Bodensenkung el-Rwer fällt. Diese beginnt 
im SW. unterhalb h. Middin und endet im NO. bei h. el-Ftijan. Ihre 
größte Breite erreicht sie in ihrer südlichen Hälfte, während sie sich 
gegen NO. verengt und vor el-Ftijan kaum 2 km breit ist. Im S. ist sie 
flach und fruchtbar, in ihrem nördlichen Teile dagegen von weißen, 
kalkigen Erhöhungen durchzogen, die gegen el-Ftijän sanft abfallen 
und einen Kessel einschließen, in dem das alte Römerlager el-Leggun 
stand. 

Gegen 0. wird el-Rwer von einer Hügelkette geschlossen, die erst 
von N. nach S., dann aber in ihrem südlichen Teile gegen SO. verläuft. 
Westlich und nördlich von el-Ftijan und el-Rwer breitet sich das wellen- 
förmige moabitische Hochplateau aus. Es beginnt beim Toten Meere 
an dem flachen Rücken des östlichen Ufergebirges und ist durch die 
Schlucht des el-Mheres, welche von el-Ftijän gegen NNW. zieht, in 
zwei Teile getrennt, einen westlichen fruchtbaren und einen östlichen 
unfruchtbaren. 

Dieser letztere ist von großer Bedeutung für die Kommunikation 
zwischen dem N. (Mädaba) und dem S. (el-Kerak). Folgt man nämlich 
dem Ostrande, so geht man dem w. el-M6geb und dem w. el-Wäle aus 
dem Wege und kann über die verhältnismäßig seichten und wasserreichen 
Täler et-Tamad und Sä c ide die Ebene von Middin und ar-Rabba leicht 
erreichen. Für größere Karawanen ist der Zugang zu dem östlichen 
Teile der Ebene von S. und W. nur an el-Ftijän vorbei möglich, und 
zwar am Nordende von el-Rwer bei der Vereinigung des w. ed-Dejka mit 
dem w. es-Sultäni. Das vereinigte Tal ist nur an zwei oder drei Stellen 
von W. nach 0. zu passieren und das noch mit den größten Schwierig- 
keiten; es schließt somit diese wüste Gegend in seinem ganzen nach N. 
gerichteten Laufe vollständig ab. 



143 

Von el-Ftijän nach Middin und zurück nach el- 

Leggün. 

Von el-Ftijän stiegen wir in 4 Min. zu der Quelle c ajn el-Leggün 
hinunter und rasteten daselbst "bis 1 Uhr. Um 1 Uhr 30 Min. verließen 
wir die Talsohle und ritten längs des Westrandes der Senkung el-Rwer 
nach SW. Der Boden war anfangs steinig. Doch gelangten wir bald 
in anbaufähige Gebiete und sahen um 2 Uhr 15 Min. östlich den festen 
Turm h. 'Arbid mitten in einem kleinen Ruinenfelde, um 3 Uhr etwa 
4t km westlich die Ruine h. Ader und links bedeutend näher h. el-Gäztir. 

Durch die öde eintönige Landschaft weiter reitend, näherten wir 
uns der Ruine Middin. Sie lag vor uns auf einem von W. nach O. 
laufenden und, wie es schien, unersteigbaren Walle, der el-Rwer gegen 
S. abschließt. Nicht bloß der Aufstieg, sondern der Zugang überhaupt 
ist sehr schwierig, weil die kurzen Täler, welche von SW. und S. vor 
Middin in er-Rwer einmünden, enge, fast unzugängliche Schluchten 
bilden. Um 5 Uhr 29 Min. hatten wir den Fuß des Middin -Rückens 
erreicht und, da unser Führer den Weg nicht kannte, so war es schon 
7 Uhr 35 Min., als wir bei der Quelle von Middin ankamen. 

Wir lagerten hinter einem großen Felsenvorsprunge, um uns bei 
etwaigem Überfalle leichter verteidigen zu können. Diese Vorsicht war 
wirklich am Platze. In der Nacht schlichen sich einige Beduinen an 
unsere Pferde heran, wurden jedoch von dem Wache haltenden H. Lendle 
bemerkt, der sie sogleich, wenn auch vergeblich, zurückzutreiben suchte, 
worauf die Beduinen ihre Gewehre auf ihn abfeuerten. So mußten auch 
wir von der SchießwafFe Gebrauch machen, wobei wir dank unserer 
gesicherten Position bedeutend im Vorteile waren, sodaß die Angreifer 
sich zurückziehen mußten. 

Natürlich war von Schlaf keine Rede mehr und am Morgen ver- 
ließen wir unser Lager erst dann, als Leute von Middin zur Quelle 
kamen. Sie ist im weiten Umkreise die einzige Quelle, welche noch 
nicht ganz von Heuschreckenschwärmen, die heuer (1897) besonders 
zahlreich auftraten, unbrauchbar gemacht war. Zu Hunderttausenden 
bedecken diese alle Wasserorte, die unteren Schichten werden von den 
oberen noch lebenden zerquetscht, erfüllen die Luft mit entsetzlichem 
Gestanke und verpesten das Wasser. Deshalb bedecken die Leute die 
Brunnen mit Zeltdecken, aber die Heuschrecken gelangen dennoch hinein. 
Auch hier waren die Brunnen, trotzdem man sie bedeckt hatte, voll 
von diesen toten Insekten, die eine rötliche Masse bildeten und durch 



I. Juli 
1897. 



144 

neue Schwärme immer noch vermehrt wurden. Es war wohl eine 
schwere Sorge für die Fellähin, wenigstens die Quellenhöhle derart zu 
verschließen, daß den Heuschrecken der Zugang abgesperrt bleibe und 
wenigstens diese Quelle vor Verpestung bewahrt werde. 

Wir stiegen dann gegen Middin hinauf und gelangten auf die 

A 

Römerstraße, wo uns 'Isa, mein Führer vom Jahre 1896 ; aus el-Kerak 
einholte und die Nachricht brachte, daß die Partei des Ibrahim el- 
Mgalli gegen uns sehr aufgebracht sei und dieser vom Kommandanten 
unsere Verhaftung fordere. Unter solchen Umständen erklärten meine 
beiden Begleiter eine Weiterreise in diesem Gebiete für unmöglich und 
so beschlossen wir, durch das Gebiet der Hegäja und Salajta nach Mädaba 
zurückzukehren. 

Der Hügelzug, auf welchem Middin liegt, beschreibt hinter der 
Stadt einen nach N. offenen Bogen nach SO., vereinigt sich dann als 
ras abu Hnuk (so nannte ihn mir ein Hegiwi) mit der östlichen Hügel- 
kette al-Batra und bildet auf diese Weise die Süd- und Südostgrenze 
von el-Rwer. An seinem gegen SO. gerichteten Abhänge soll die Ruine 
h. Hder liegen. In ihrer Nähe entspringt ein Arm des w. Sirt el-Hejrän, 
das in seinem unteren Laufe w. et-Tarfäwijät heißt und nördlich von 
el-Morejra mit el-Rwer sich vereinigt. 

Dem gestrigen Wege folgend, kehrten wir mit dem Führer isa 
in fünf Stunden zum 'ajn el-Leggün zurück und übernachteten bei den 
Salajta, die nördlich von el-Ftijän lagerten. 

Von c ajn el-Leggün über et-Tamad nach Mädaba. 

Am nächsten Morgen setzten wir unsere Reise fort, indem wir um 
7 Uhr 25 Min. auf dem alten Wege bei der Mündung des wädi Wäset 
den Bach el-Mheres überschritten und um 10 Uhr 46 Min. nach ksür 
Bsejr gelangten. 

Von da ritten wir um 11 Uhr 45 Min. in nördlicher Richtung am 
kasr el-Hädem vorbei weiter. Über den Ursprung des kasr el-Hädem 
erzählte unser Begleiter folgendes: Es war einmal ein berühmter Arzt 
namens Bsejr. Dieser hatte nur eine Frau, die er innigst liebte, welche 
ihm aber eines Tages entfloh und erklärte, sie könne mit ihm nicht 
zusammenleben. Da habe er ihr dieses Schloß erbaut, um sie wenig- 
stens in seiner Nähe zu haben. 

Ksür Bsejr und kasr el-Hädem liegen im Wassergebiete des Tales 
Afekre. und seines Armes aba-1-Harak, zu dem wir um 12 Uhr kamen. 



145 

Diese Gegend hat große Bedeutung, weil von hier aus der Zugang vom 
N. sehr leicht abzuschneiden ist. Darum sind hier auch die Warttürme 
größer und zahlreicher. So sahen wir um 12 Uhr 28 Min. westlich am 
linken Hange des gleichnamigen Tales kser Ratjan und nördlich davon 
auf dem ziemlich hohen Hügel g. el-'Al die gleichnamige Befestigung 
kasr el- r Al. 

Gr. el- c Al erhebt sich (0. — W.) zwischen den Tälern Afekre und 
Sa'ide und ist durch einen schmalen Sattel mit dem östlich gelegenen 
Gebirgszuge gebel Sbejban verbunden. Über diesen Sattel führt der 




Fig.. 52. Wädi el-Haraze von Westen. 



einzige für Karawanen gangbare, durch feste Anlagen geschützte Weg. 
Die südlichste Feste ist das erwähnte kser Ratjän, nördlich davon am 
g. el- c Al liegt die umfangreiche Burg kasr el-'Al und nordöstlich davon 
am linken Ufer der Schlucht w. el-Haraze (Fig. 52) l>asr el-Haraze 
mit einem starken zweistöckigen Turme und weiter östlich kser es- 
Swemi. Die beiden letztgenannten sind ziemlich tief gelegen, werden 
jedoch von dem westlichen kasr ed-Dirse noch vollständig beherrscht, 
sodaß Signale von el- c Al nach ksür Bsejr, el-Ftijän und umm er-Rasäs 
leicht gegeben werden können. 

Der Weg wird nun stellenweise ziemlich beschwerlich, denn er 
führt zwischen gelben ausgewühlten Tonwänden hin. Weder nach W. 



Musil. Aiabia Petraea. I. Moab. 



10 



146 

noch nach O. ist ein Abbiegen möglich. Im W. hebt sich el-'Al mit seinen 
im S., N. und W. ziemlich steil in die erwähnten Täler abfallenden 
Abhängen ; während im 0. die scharfzackigen Risse des g. Sbejbän und 
ed-Dalmät sich erstrecken ; welche die zahlreichen tiefen Seitentäler von- 
einander trennen. Wir waren froh, als wir das breite, felsige Bett des 
w. Sa'ide erreichten. Auch dieses hat, wie die zahlreichen Oleander- 
büsche beweisen, Grundwasser, welches in WSW. zum Vorscheine 
kommt und ein schönes Bächlein bildet. Der Weg ist nun breit und 
führt am rechten Ufer des w. Saide gegen WNW. aufwärts auf eine 
fruchtbare Ebene. 

An der Stelle, wo der Weg diese Ebene erreicht, steht der Wart- 
turm kasr ed-Dirse. Von da schlugen wir die Richtung nach NNO. 
ein, ließen die Festung kasr et-Trajja rechts, ruhten zwischen umm er- 
Rasäs und der im O. gelegenen Festung al-Msetbe von 2 Uhr 13 Min. 
bis 3 Uhr 21 Min. aus, ritten dann in derselben Richtung rasch weiter 
und erreichten um 5 Uhr 4 Min. das w. et-Tamad. 

Leider fanden wir da alle Wasserlachen mit Heuschrecken voll- 
gefüllt, sodaß uns der unerträgliche Pestgeruch bald weitertrieb. Darauf 
gelangten wir zu einem kleinen Begräbnisplatze der Beni Sahr, wo wir 
ein von Hyänen zerwühltes Grab sahen, aus dem abgenagte Gebeine 
herausragten. Nun wollten wir kasr az-Za c farän besichtigen, verloren 
aber die Richtung und konnten uns in der Dunkelheit nicht mehr 
zurechtfinden. Wir übernachteten also in einer Schlucht, setzten bei 
Tagesanbruch unseren Weg über ed-Dlelet — es-Serkijje fort und ge- 
langten endlich um 8 Uhr glücklich nach Madaba. 



Wie aus dem Gesagten ersichtlich ist, verlief diese Reise unter 
recht schwierigen Umständen, lieferte aber dennoch befriedigende Er- 
gebnisse. Die Umgebung des Baches el-Wale und Hejdan, die west- 
liche Hälfte von el-Küra, das Wassergebiet des mittleren el-M6geb sowie 
der Bäche es-okejfat, el-Rwejta und el-Mheres wurde topographisch auf- 
genommen. Rechnet man dazu die ethnographisch recht interessanten 
Aufklärungen über die Sitten und Gebräuche der Hamäjde, so waren 
die Anstrengungen und Mühsale dieser Reise gewiß nicht vergebens. 

Herr Lendle wurde wieder fieberkrank und, da sich sein Zustand 
in den folgenden Tagen nicht bessern wollte, so benützte er die erste 
Gelegenheit, nach Jerusalem zurückzukehren, um daselbst ärztliche Hilfe 
zu suchen. Im Krankenhause der österreichischen Barmherzigen Brüder 



147 

in Tantiir bei Jerusalem wurde er dann von schwerem Typhus befallen 
und konnte erst nach drei Monaten das Krankenbett verlassen. 

Ich blieb in Mädaba, wo ich ethnographischen Studien oblag, und 
bereitete eine Reise in das östlich von der Pilgerstraße gelegene Gebiet 
vor Als jedoch infolge des Krieges zwischen den Rwala und Beni 
Sahr mein Vorhaben unmöglich wurde, reiste ich mit einem wandernden 
Geschäftsmanne über Hawrän nach Damaskus, dann nach Palmyra, 
Homs, in das Gebirge der Nusejrijje und kehrte über den Libanon 
nach Beirut zurück. 

Das Ergebnis meiner Reisen 1897 in Edom und Moab sollte die 
Grundlage einer Karte des durchforschten Gebietes bilden. Leider wurde 
aber nur die Karte der weiteren Umgebung von Mädaba, und zwar von 
h. el-'Al im N. bis w. el-Wäle im S. und von h. Sijära im W. bis h. Ziza 
im 0. entworfen. Die nötigen Angaben für die übrigen Gebiete hatte 
Herr Lendle in seinen Notizbüchern verzeichnet, war aber infolge seiner 
Erkrankung und auch seiner Berufsarbeiten wegen nicht imstande, sie 
zu verwerten. Dasselbe gilt auch von anderen zahlreichen Plänen und 
Skizzen, von denen nur der Plan von Mädaba teilweise ausgeführt worden 
ist. Meine ethnographischen Aufzeichnungen wurden dagegen ziemlich 
bereichert und der Wunsch, das alte Moab und Edom im ganzen 
Umfange topo- und ethnographisch aufzunehmen, reifte in mir zum festen 
Entschlüsse. 



1 Nach al-Belädori ( .j\jJUJ\ ryZh t >Uo, ed. de Goeje, Lugduni Batav. 1866), 

S. | r^, besaß Abu Sufjän in al-Belka ein Dorf namens whaS, das nach Halil b. Sabin 
ez-Zaheri (1. c, S. i r und S. F. Volney, Voyage en Syrie 6, S. 314) in der Mitte auf 
der Straße von Hesbän nach Dibän liegt, was auf el-Mrejgmet el-Rarbije paßt. Vgl. 
Clermont-Ganneau, RAO, Paris 1898, S. 183. 

2 W. Heyd, Geschichte des Levantehandels im Mittelalter, II B., Stuttgart 1879, 
8. 459: „Kali- Asche wurde im Mittelalter ausgeführt. Semseddin, p. 171, erwähnt Nablus 
als Zentrum der Seifenfabrikation." 

3 trrP'Tp Jer. 48L23 ; E. Hieronymus, De situ 1. c, c. 931: „Cariathaim . . . 
Nunc autem est vicus Christianis omnibus florens, juxte Medaban urbem Arabiae, et 
appellatur Corojatha, in decimo milliario supradictae urbis contra occidentalem plagam, 
vicinus ejus loci, qui appellatur Baare - ' (hammäm Zerka' Mä'in). 



10* 



18 9 8. 



L 

Von sejl el-Hsa über daraget el-Hajje 
nach el-Kerak. 

Am 3. Mai 1898 verließ ich in Begleitung eines Hweti um 4 Uhr 3Mai 

1898. 

20 Min. nachmittags den sejl el-Hsa (Höhe 240 m) und gelangte in der 
Eichtung NW. durch fruchtbares und angebautes Terrain zum sejl el- 
Mbejres. Der weitere Weg am rechten Ufer dieses Baches war eine 
Zeitlang ziemlich bequem, dann über die glatten Stufen daraget el- 
Hajje recht beschwerlich, aber von dem sejl en-Ngegir an wieder gut 
gangbar. 

Um 6 Uhr 35 Min erreichten wir das Gebirgsjoch Hadd ed-Dibe 
und wollten in Hanzira übernachten. Als wir aber hörten, daß sich 
dort Militär behufs Steuereintreibung aufhalte, änderten wir die Rich- 
tung und zogen auf einem alten, breiten Wege am Westabhange des 
g. Dubäb gegen NNO. 

Die Gegend ist felsig, an manchen Stellen aber angebaut. West- 
lich von unserem Wege sahen wir die grünen Olivenhaine von el-Gebälin 
und südöstlich im w. Sder die von abu Hsebe. Kurz darauf ließen 
wir die Quellen von h. et-Tajjibe links und ritten an den Ausläufern 
des knän es-Särfijje weiter. Nach Sonnenuntergang wurden südöstlich 
von h. Fkekes die Lagerfeuer der Fellähin von el-'Arak sichtbar; wir 
konnten aber nicht zu ihnen gelangen, weil wir den in der Dunkelheit 
verlorenen Weg über die zwischenliegende tiefe Schlucht des w. ed- 
Daba'a und selält el-Maghüz nicht wiederfinden konnten. So zogen wir 
geraume Zeit an ihrem linken Abhänge in südöstlicher Richtung weiter, 
bogen bei der Quelle f ajn umm et-Twaki noch mehr nach S., später 
nach O. und erreichten erst gegen Mitternacht zwischen schönen Dura- 
und Weizenfeldern ein Lager der Fellähin von el-Kerak, wo wir über- 
nachten wollten. 

Alles lag schon in tiefster Ruhe, nur vor einem Zelte brannte 
noch ein Feuer. Die Kälte war sehr empfindlich, noch empfindlicher 



152 

aber unser Hunger. Der Zeltherr nahm uns gastlich auf und ließ 
sogleich ein Gerise-Gericht bereiten. Ja er warf sogar, da er sah, wie 
mich fror, seinen Mantel über mich. Müde wie wir waren, schliefen 
wir sehr bald ein und ich erwachte erst kurz vor Sonnenaufgang, als 
mir ein Knabe den Mantel seines Vaters wegnahm. 

Um 6 Uhr ritten wir in nördlicher Richtung weiter. Die Gegend 
ist hügelig, aber fruchtbar. Um 6 Uhr 38 Min. waren wir beim h. el- 
'Amaka (Höhe 1190 m), nahmen dann die Richtung 310° und erreichten 
um 6 Uhr 48 Min. Ga c far (Höhe 1165 m), einen heiligen und viel be- 
suchten Ort, der aus einer halb zerfallenen Moschee, sechs Hütten und 
einigen Neubauten besteht. Es sollte gerade ein Pilgerfest beginnen, 
als wir hinkamen, und wir begegneten sehr vielen Kerakijje, die dem 
Orte zuströmten: teils zu Fuß, teils auf Eseln oder auf Maultieren mit 
Frauen und Kindern, welche Holz trugen oder Schafe und Ziegen vor 
sich hertrieben. 

Um 7 Uhr 25 Min. hatten wir Mote 1 erreicht. Es ist dies ein 
alter Ort, der mitten in einer fruchtbaren Ebene, namens el-Burce, liegt. 
Etwas nördlich davon sieht man links am Wege drei alte römische 
Meilensteine, die ich jedoch der Pilger wegen nicht genauer besichtigen 
konnte. Um 8 Uhr 35 Min. hatten wir westlich vom Wege auf einer 
breiten Kuppe h. el-Mahna. 2 Die Kuppe erhebt sich am rechten Ufer 
des w. el-Bawäb. Hier entspringt die Quelle 'ajn Gahra. Von unserem 
Wege konnten wir eine Zeitlang beobachten, wie sich das w. el-Bawäb 
vertieft. Später schloß uns der g. umm et-Teläge die Aussicht gegen W. ; 
wir folgten dem w. Etwi und trafen um 10 Uhr 7 Min. in el-Kerak ein. 

1 Steph. Byz. (Uranius), I.e., p. 525 2 *: McdOw /top) 'Apaßia?, ev r\ eöavev 'Avuyovo; 
6 Ma/.eSobv urcb TaßiXou tou ßaatXeio<; tqjv 'Apaßuov. o iari T7J 'Apaßtov cptovrj to'jcos öavaxou. 

AI-Mal* disi; 1. c, S. iva: A)J\ j^s^ f*S^ Jläa. +*£ ^J 3 Vst\j.s ^ 'd3ycj 
Al-Bekri ( >ss* x * a \ U ^ <_jUS, ed. F. Wüstenfeld II, Göttingen 1877, S. o- •: 
Abulfeda, 1. c, S. r£v: JLa^. ~*S L^^ 'Ä3y* (y*fS}\) &X* dX^j** Jp*> ^ 

2 Theophanes, ed. Mig-ne, c. 689 ; Boor, p. 335 : Koa *jX6ov xatevavTt Mou^ecov xw^ 
Xeyo^evr) ^ Mou^aitov, ev 7) urcrjp^e ösootopo? 6 ßtxapio;, OeXovre; OT'.ppi^ai xata twv 'Apaßtov 
T?) fjjjLipa xrj; eioajXoOua'.as aüxöjv. 



II. 



W ährend meines Aufenthaltes in el-Kerak hörte ich öfters von 
einer großen ed-Dejr (Kloster) genannten Ruine , die zwischen den 
Bächen el-Kerak und beni Hammad liegen soll. Da ich dieses Gebiet 
noch nicht kannte, so wollte ich es besuchen und mich von dort weiter 
nach el-Lisän begeben, um das vor es-Säfije nebst ror Fefe zu durch- 
forschen und so die Route 1896 zu ergänzen. Dazu bot sich mir im 
Jahre 1898 eine ausgezeichnete Gelegenheit, als mich der mit mir be- 
freundete Häuptling Tsa el-Mgalli zum Besuche seines in jenen Gegenden 
aufgeschlagenen Lagers einlud; auch versprach er mir ; mich auf der 
ganzen Reise zu begleiten. 

Da ich mit Recht annehmen konnte, daß Sejh 'Isa die Wege zu 
seinem Lager sowie dessen Umgebung genau kennen müsse, so brauchte 
ich für diesen Teil der Reise keinen anderen Führer. Nach el-R6r und 
el-Lisän hatte ich in el-Kerak keinen ortskundigen Führer ausfindig 
machen können, deshalb nahm ich einen Hweti aus der Gegend östlich 
von Ma'än mit, der seit mehreren Tagen bei mir weilte, um mir bei 
ethnographischen Aufnahmen als Gewährsmann behilflich zu sein. Ich 
plante nämlich damals eine größere Reise in die Gebiete des w. Sirhän 
und wartete auf den Bewilligungsferman aus Konstantinopel. Der Hweti 
mietete sich ein Maultier und sollte das Gepäck beaufsichtigen, sowie 
im Ror einen ortskundigen Führer auffinden helfen. 

Don 'Abdrabbo, den Tsa ebenfalls eingeladen hatte, wollte mich 
begleiten. Unmittelbar vor unserer Abreise traf im Missionshause ein 
Regierungsbeamter ein, der uns erklärte, er müsse ebenfalls zum Sejh 
Isa in Regierungsangelegenheiten reiten. Er hatte zur Begleitung einen 
Soldaten mitgenommen, der uns später zur Last fiel und uns auf der 
Reise recht hinderlich wurde. 

Von el-Kerak zu hammäm wädi beni Hammad. 

Am 12. Mai 1898 verließen wir um 10 Uhr el-Kerak und ritten ^^ 
auf einem alten, gut erhaltenen Wege am bürg ez-Zäher (Bibars) vorbei 



154 

in das w. el-Malhe hinab. Dieses tiefe Tai, das die Fortsetzung des 
w. Gawäd und w. es-Sitt bildet, begrenzt den Hügel von el-Kerak an 
der östlichen und nördlichen Seite und vereinigt sich im NW. mit dem 
sejl el-Medäber. 

Der Kerak -Hügel senkt sich hinter dem Turme ez- Zäher nach 
NW. zu dem schmalen Grate 'arküb Nuh, an dessen beiden Seiten je 
ein Weg führt: am Westabhange der breitere in das Tal el-Medäber, 
an der Ostseite der schmälere in das Tal el-Malbe. Der c arküb Nüh 
ist durch einen breiten und tiefen Graben in zwei ungleiche Hälften 
geteilt, von denen die kleinere bis zum bürg ez-JZäher als Friedhof be- 
nützt wird, während die größere und längere sich nach NW. erstreckt 
und im höhlenreichen Felsen el-Habis ihren Abschluß findet. 

Unten im Tale el-Mälhe stehen bei der gleichnamigen salzigen 
Quelle einige Gärten. Eine zweite Quelle, namens c ajn Moker, ent- 
springt am nordöstlichen Fuße des Hügels in demselben Tale. 

Nach einer Viertelstunde erreichten wir die Talsohle an der Stelle, 
wo das aus NO. kommende w. es-Sakra einmündet; von hier an heißt das 
Tal, das sich zu einer Schlucht verengt, w. ed-Defali. Wir erstiegen 
seine rechte Lehne und folgten ihr gegen NW. am Südabhange c Aneza 
des g. el-Mramle. Im W. ist dieser durch das kurze w. el-Kurukka 
begrenzt, dessen linkes Ufer wir um 10 Uhr 34 Min. erreichten. 

Bergauf reitend sahen wir westlich oberhalb des rechten Ufers des 
w. es-Sebsabijje, wie die vereinigten Täler el-Madaber, el-Kurukka und 
ed-Defäli heißen, h. gawäga und nordwestlich davon h. et-Trunge. 
Beide liegen mitten auf einem breiten fruchtbaren Absätze, kubbe *abd 
es-Sajjid. Am Nordrande dieser ebenen Terrasse führt ein guter Weg, 
darb el-Mezarab, zum Toten Meere hinunter. Um 11 Uhr sahen wir 
westlich h. Hbes, südwestlich h. Beddan und nordwestlich h. el-Kadglabi 
oder el-Kudäbi. 

Um 11 Uhr 30 Min. kreuzten wir auf dem flachen steinigen Rücken 
des g. el-Kren einen alten aus NO. von er-Rabba kommenden Weg, 
der sich nordwestlich von h. el-Kaddäbi mit dem darb el-Mezaräb ver- 
einigt und auf dem Rücken des umm Cith über h. el-Mzärib in das 
i'ör el-Hadite hinunterführt. Ungefähr 2*5 km östlich von uns lag h. 
Räcin. Dann bogen wir mehr nach NNW. ein und standen um 11 Uhr 
57 Min. vor der großen festen Ortschaft ed-Dejr. 

Sie liegt auf einem 965 m hohen, steilen und runden Hügel und nur 
von S. vermittelt ein schmaler Sattel zwischen zwei tiefen Schluchten 
den Zugang. Die eine Schlucht, die von SO., O. und NO. den Hügel 




■8 

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r*4 



156 

umgibt ; heißt w. umm Rummäne und mündet in das tiefe w. el- c Aräbi, 
welches als tel c et el-Müte sich von h. el-Hdeb herabzieht und um 
die Westseite des Hügels herum nach N. erstreckt. Die Ruine ist 
mit einer Mauer umgeben und hat an den Ecken Überreste vier- 
eckiger Türme. Jetzt haben die Fellähin sich daraus Hürden für 
ihre Herden gemacht und auf diese Weise alles zerstört und gründ- 
lich verwüstet. 

Um 1 Uhr 10 Min. verließen wir ed-Dejr in der Richtung SSO. 
und kreuzten um 1 Uhr 40 Min. auf einem recht beschwerlichen Wege 
das w. umm Rummäne, worauf wir zu der Ruine h. ez-Zrejrijje kamen. 
Sie liegt mitten in einer fruchtbaren Ebene, die viele bauchige, in den 
Felsen eingehauene Zisternen mit Wasser versorgen. Westlich von 
ez-Zrejrijje sieht man die Grundmauern von zwei großen, rechteckigen 
Bauten, deren übriges Steinmaterial auf zwei große Steinhaufen zusammen- 
getragen worden ist. Den umliegenden Boden hat man in schöne Felder 
verwandelt. Die Gerste war bereits reif und wurde geschnitten, der 
Weizen war aber noch grün. 

Um 2 Uhr kamen wir in nordöstlicher Richtung zum rugm Bargas, 
fanden da mehrere Zisternen und alte Gartenmauern, bogen nach N. 
ein und stiegen dann in das w. el-Mkäsed hinab. Diesem folgten wir 
bis 2 Uhr 30 Min. in der Richtung NNW., worauf wir bei den Quellen 
c ujün abu Sa c id abstiegen (Höhe 800 w). 

Mein Begleiter Tsa el-Mgalli wollte mir hier eine Inschrift zeigen, 
die wir aber nicht fanden, obwohl wir sie lange suchten. Oberhalb 
der Quelle sieht man eine Höhle und in ihrer Nähe ist eine Doppel- 
höhle, in der sich eine Rola aufhalten soll. 

Um 3 Uhr 42 Min. stiegen wir in der Richtung 30° bergauf und 
gelangten um 4 Uhr 17 Min. zum se'ib el-Azwar, wo wir südlich von 
el-Järüt im Zelte c Isas übernachten sollten. 

Von da besuchte ich dann die Ruinen von er-Rabba, wobei mich 
der Beamte begleitete (Fig. 53). Ostlich von der Straße fand ich den 
südwestlichen Teil der Ruinen arg verwüstet. Man hatte nämlich 
einen Zentralbau, der nur verschüttet war, gereinigt, um seine schönen 
Basaltquadern und Marmorplatten nach el-Kerak zum Verkaufe zu 
bringen. Es wurde mir gesagt, daß manche Platten beschrieben waren, 
die Inschriften aber von den Leuten vernichtet worden seien. Dasselbe 
geschieht auch mit Inschriften, die in el-Kerak gefunden werden, und 
zwar aus Furcht vor der Regierung, die jede Inschrift für sich bean- 
sprucht. In er-Rabba müssen ganze Schätze von Inschriften begraben 



157 

liegen, nur fürchte ich, daß sie längst vernichtet sein werden, bevor 
man systematische Ausgrabungen vornehmen können wird. 

Die Umgebung von er-Rabba und el-Kasr heißt el-'Arämi; sie ist 
sehr fruchtbar, aber wasserarm. Deswegen gibt es da viele kunstvoll 
angelegte Zisternen und auch mehrere Reservoirs. 

Am nächsten Morgen (13. Mai 1898) ritten wir um 6 Uhr 15 Min. «^ 
unter dem Schutze des Soldaten von el-Jarüt in sw. Richtung langsam 
auf einem alten Wege zu h. Dimne, 1 wohin wir um 6 Uhr 40 Min. ge- 
langten. Hier mußten wir auf unseren Begleiter Tsa 10 Min. warten. 
Hirbet Dimne, ein alter, fester Ort, liegt auf einer niedrigen, kuppen- 
artigen Erhöhung (Höhe 900 m) des flachen Felsenrückens el-Ma'rad 
und beherrscht die Zugänge zum Wasser el-Mrejsel. 

Prächtig ist die Aussicht auf das tiefe zweiarmige Tal beni Hammäd. 
Es entsteht aus der Vereinigung des von SO. kommenden w. el-Mkäsed, 
nachher w. 'ujim abu Sa'id genannt, mit dem tiefen, kurzen, von S. 
kommenden w. el-Barl und dem ebenfalls kurzen, von 0. kommenden 
el-Mrejsel. 

Um 6 Uhr 50 Min. begannen wir hinabzusteigen und gelangten 
nach 32 Min. am rechten Ufer des sejl el-Mrejsel auf eine 200 — 400 m 
breite, angebaute Ebene (Höhe 607 m). Weizen und Gerste wurden 
eben geschnitten und zahlreiche Kinder der Beni 'Atijje jitsajjefü, lasen 
da Ähren auf. Eine Viertelstunde später sahen wir zwei kleine ober- 
schlächtige Mühlen und kreuzten um 7 Uhr 48 Min. den Bach (Höhe 
430 m). Nun folgten wir seinem linken Ufer, querten nach 5 Min. den 
sejl el-'Arabi, 2 w elcher von ed-Dejr kommt und in den sejl beni Ham- 
mäd einmündet. 

Dieser fließt nun in einem unzugänglichen Bette, während an seinen 
Ufern sich eine schmale Ebene ausbreitet, die fleißig angebaut wird. 
Am rechten Ufer ist diese Ebene durch eine fast senkrechte Felsenwand 
namens Tor el-Mhägin begrenzt, aus welcher die Quelle c ajn Sarrüg 
hervorsprudelt. Wir ritten durch die Ebene am linken Ufer des Baches 
bis 8 Uhr 28 Min. und setzten dann über den Bach c ajn el-Fare a, der 
den g. el c Arabi, westlich von h. el-Bwere, vom g. umm el-Wität trennt. 
Um 8 Uhr 40 Min. waren wir bei einem festen Turme namens umm 
Kal c a. Unter ihm entspringt aus der linken Uferwand des Talbettes die 
heiße Quelle hammäm umm Kafa, die jedoch in jenem Winter ein ab- 
gebrochener Felsblock verschüttet hatte (Höhe 30 m). 

Hier mußten wir absteigen und die Pferde am Zügel nehmen, um 
auf dem steilen Wege, der hinunterführt, zur Talsohle (Höhe — 45 m) zu 



158 

gelangen, was um 9 Uhr 13 Min. auch glücklich geschah. Dann ritten 
wir am rechten Ufer des breiten Baches nach W., bis wir nach 4 Min. 
zu einem Garten gelangten. Wir überschritten hierauf den Bach und 
kamen um 9 Uhr 20 Min. an seinem linken Ufer zu einer heißen Quelle, 
die hammäm ibn Hammäd genannt wird. 

Sie quillt in ziemlicher Stärke aus einem Felsen hervor und hat 
eine Temperatur von 37*5° C. Über ihr steht eine kleine Hütte aus Asten, 
welche, gerade als wir kamen, ein Badender benützte. Schon unten im 
Tale hörten wir sein Geschrei; bald rief er Slimän ibn Daüd an, er 
möge das Wasser wärmen, bald schimpfte er wieder über den menschen- 
feindlichen Gän, der hier hausen soll, daß er kaltes Wasser zugieße. 

In der Umgebung wachsen schöne Bäume wie 'Aran, Sejäl und die 
schön blühenden Zakkum; besonders zahlreich sind aber die Ruräb, 
deren schlanke Stämme als gutes Baumaterial sehr hochgeschätzt werden. 
Alte Bauten fanden wir hier nicht. Das Tal Avird durch die Felsen 
abu-1-Moräjer und Fare'at el-Brejle so eingeengt, daß das Wasser bei 
Regengüssen es vollfüllt und es unmöglich sein soll, von da zu Pferde 
zum Toten Meere zu gelangen. 

Von hammäm ibn Hammäd nach el-Lisän. 

Von dem Bade kehrten wir um 9 Uhr 49 Min. auf dem alten 
Wege zum umm Kal'a zurück, erstiegen dann den felsigen, gegen W. 
abfallenden g. umm el-Wität, kamen an den Quellen c ajn Hammära und 
'ajn Sawäb (Höhe 385 m) vorüber und bogen nach W. Um 11 Uhr 
15 Min. gelangten wir auf den bereits erwähnten alten und breiten el- 
Mezaräb-Weg. Die Westabhänge des umm el-Wität und umm Cith sind 
ganz wüst; nicht anders ist es auf der anderen Seite, wo der Anblick 
der schwarzen Lavamassen von Färe'at al-Brejle und abu-1-Moräjer, 
welche keine Quelle bewässert, den Beschauer recht düster stimmt. 
Hier sind auch die höheren Gebirgsschichten, welche aus Basalt und 
scharfkantigem Granit bestehen, ganz öde, während im w. el-M6geb 
oder im w. el-Kerak die nackten Basalt- und Kalkfelsen stellenweise von 
kleinen, grünen Oasen bedeckt sind. 

Um 12 Uhr hielten wir bei einem alten Wachtturme am Wege und 
erblickten zum ersten Male wieder die Halbinsel el-Lisän und das Tote 
Meer in seiner schönen, grünblauen Färbung. 

Um 1 Uhr begann der Abstieg, der ziemlich bequem ist, da er auf 
der von mehreren Türmen geschützten Straße auf dem flachen, langsam 




ÖD 



160 

abfallenden Höhenrücken in Serpentinen abwärts führt. Nur ihr letzter 
Teil von etwa 150 m Höhe abwärts ist recht beschwerlich, weil der 
weiche, weiße Mergelboden den Regengüssen keinen großen Widerstand 
bieten kann. Infolgedessen ist die Straße samt ihrem Unterbaue stellen- 
weise weggeschwemmt und gänzlich zerstört. Entschlöße man sich, diese 
kurze Strecke auszubessern, so könnten alle Lastkarawanen diesen Weg 
wählen. Um 1 Uhr 43 Min. zeigte das Barometer die Höhe m an. 

Nunmehr ritten wir in südwestlicher Richtung zwischen großen, 
weichen Mergelhügeln und kamen um 2 Uhr 13 Min. zu einem alten 
römischen Turme mit einer Umfriedung, wie solche sehr häufig im öst- 
lichen Moab und Edom sich vorfinden. Der Zugang in den viereckigen 
Hof ist von W. aus, während der aus großen Felsblöcken errichtete 
Turm in der Südostecke steht. Westwärts und nordwärts von diesem 
Turme gibt es zahlreiche Grundmauern und auch einige Ruinenhügel, 
tlül. Das Ganze heißt bei den Kerakern el-Blede, während die ein- 
heimischen Rawarne es el-Baladijje 3 nennen. 

Nördlich von diesen Ruinenhügeln fließt der sejl beni Hammad, 
der hier sejl el-Hadite heißt. Da sein Wasserbett ziemlich tief liegt, 
so hat man, um el-Blede bewässern zu können, wie mir ein Rawärne- 
Beduine erzählte, das Wasser des nahen Kerak-Baches, welcher hier sejl 
el-Buksäse genannt wird, durch einen offenen Kanal hiehergeleitet. Der 
Kanal soll in ziemlicher Entfernung beginnen und in die Felsen des 
rechten Ufers eingehauen sein. 

Der alte Weg ist auch hier deutlich erkennbar, besonders wo er 
über die kleinen Hügel läuft. Wir überschritten el-Buksäse in südlicher 
Richtung, bogen nach 3 Uhr mehr südwestlich ein und betraten die 
üppigen Mezra c (Fig. 54), Weizenfelder der Rawarne, welche mit un- 
durchdringlichen 'Usäb-Sträuchen umfriedet sind und fleißig bewässert 
werden. Überhaupt fand ich in ganz Palästina keinen einzigen Stamm, 
der so vernünftig Ackerbau und Viehzucht betreibt wie die Rawarne. 
Um 2 Uhr 39 Min. erreichten wir ihr Lager, das am linken Ufer des 
sejl el-Buksäse nahe an der nordöstlichen Einbuchtung des Lisan stand. 
Wir stiegen ab, wurden aber, weil wir einen Soldaten im Gefolge hatten, 
nicht sehr freundlich aufgenommen. 

Die Rawarne sind ziemlich wohlhabend. Schon Ende März bringen 
sie frische Gerste nach el-Kerak auf den Markt und Mitte April schneiden 
sie den Weizen und bauen dann noch Dura an. Auch mit ihren Kühen 
verdienen sie schönes Geld. Sie lieben ihr Land und verteidigen es 
tapfer; weil sie aber in steter Furcht sind, von der Regierung vertrieben 



161 

zu werden, so wurde ihr Mißtrauen durch das Erscheinen unseres 
Soldaten ziemlich stark erregt. Dazu kam noch, daß dieser durch einen 
dummen Scherz, den er sich erlaubte, sie in große Aufregung brachte. 
Ich hatte nämlich meinen photographischen Apparat aufgestellt, um das 
Lager aufzunehmen (Fig. 55), als einer der vielen Neugierigen, welche 
das fremdartige Ding aus der Ferne mißtrauisch besichtigten, den Sol- 
daten fragte, was ich eigentlich tun wolle. Dieser antwortete, ich sei 
von der Regierung beauftragt, das Land zu vermessen, weil sie be- 
absichtige, das große Meer von Razze durch einen Graben über Bir 
es-Saba* hieher zu leiten, um ganz el-'Araba samt dem Rör zu über- 
schwemmen, damit die großen Schiffe bei el-Kerak anlegen können. 
Bestürzt darüber fragte ein alter Mann, was denn mit ihnen, den Ra- 
warne, geschehen werde. 

„Ja", meinte der Soldat, „ihr müßt alle in das östliche Gebiet der 
Hegäja", und das sind die Todfeinde der Rawärne. Auf das hin sprangen 
alle Männer in wildem Zorne auf und geboten uns, wenn uns unser 
Leben lieb sei, ihr Gebiet sofort zu verlassen. Nur mit aller Mühe 
gelang es uns, die erregten Gemüter ein wenig zu beschwichtigen, allein, 
wäre nicht der Missionär Huri Antun, der einigen von ihnen wohlbe- 
kannt war, mit mir gewesen, ich weiß nicht, wie dieser Auftritt geendet 
hätte. Aber auch so war unser Aufenthalt ihnen sichtlich zuwider und, 
als ich nach Ruinen forschte, wurde mir jede Auskunft verweigert. Ja 
sie wollten uns nicht einmal zum Meere lassen und verließen alle das 
Zelt, als der Soldat mit Strafen drohte. 

So ritten wir allein in nördlicher Richtung zum Meere und erst 
später gesellten sich zwei Knaben zu uns. Die Entfernung betrug kaum 
2 km, aber der Ritt dauerte über 45 Min., weil wir große Umwege machen 
mußten. Jedes Feld hat nämlich ringsherum eine Dornhecke, um nicht 
vom Vieh oder von Wildschweinen beschädigt zu werden. 

Etwa 200 — 250 m vom Meere hören die Felder auf und es beginnt 
ein undurchdringliches Dickicht, welches den sumpfigen Rand des Meeres 
bedeckt. Je näher wir dem Meere kamen, desto sumpfiger wurde der 
Boden, welcher stufenweise auf ungefähr je 30 m um 5 — 8 cm niedriger 
wird. Der Rand dieser Stufen ist ganz deutlich zu sehen. Der ältere 
unserer Begleiter erklärte uns diese Stufen als Folgen von Überschwem- 
mungen. Bei der letzten großen Überschwemmung vor mehreren Jahren 
kam das Wasser bis dorthin, wo die erste, südlichste Stufe erkennbar ist. 
Dort blieb es lange stehen und, als es im Sommer zurückgetreten war, 
fand man diesen Bodenstreifen niedriger als das übrige Land. Nun 

Musil. Arabia Petraea. I. Moab. 11 



162 

kommt das Wasser jedes Jahr bis zur ersten Stufe und hat den Streifen 
ganz in seiner Gewalt. 

„Es ist Krieg zwischen uns und dem Meere", meinte der eine der 
Begleiter, „aber das Meer ist stärker". Und in der Tat breitet sich das 
Meer immer weiter landeinwärts aus. Unsere Gefährten erzählten, daß 
noch vor 40 Jahren ein breiter Weg zwischen dem Meeresrande und 
dem östlichen Randgebirge hinführte, welcher jetzt an manchen Stellen 
ganz versunken ist. 4 

Westlich von diesem Wege, und zwar nördlich von es-Skek bei 
'njün es-Seh, waren bis zum Jahre 1893 zwei ergiebige Asphaltquellen, 
humr, welche im genannten Jahre infolge eines Erdbebens verschwanden. 
Auch im Meere sollen solche Quellen häufig vorkommen. Denn im 
Frühjahre schwimmen oft große Humr-Stücke auf dem Wasser, welche 
am Ufer gesammelt werden und dem Sejh gehören. 

Am Meeresrande lag vor der offenen Wasserfläche ein breiter 
Wall von angeschwemmten Bäumen, Asten und Sträuchern und bis 
auf 30 — 40 m Entfernung ragten aus dem Wasser dürre Oleanderstauden 
heraus. Wir ließen die Pferde am Ufer und wateten bis ins Meer hinein, 
welches wir um 5 Uhr 43 Min. erreichten. Das Wasser war klar, durch- 
sichtig und 24° C warm. Unsere Begleiter warnten uns aber darin zu 
baden, weil hier im Meere böse Geister sich herumtreiben sollen. 5 

Das Tote Meer heißt bei den Teräbin al-bahr al-Majet, bei den 
Shür buhejrat al-Melh und bei den Zulläm bahr al-Fli. Die Rawärne 
sagen, das Tote Meer sei die Folge eines Fluches, al-bahr suht, und 
erzählen folgendes: „Einst kam Mohammad mit seinen Jüngern zu den 
Bewohnern von el-R6r und blieb als Gast im Hause eines reichen, aber 
geizigen Mannes. Dieser wollte seine Gäste mit Fleisch bewirten, 
schlachtete aber statt eines Schafes einen Hund. Eine Frau bemerkte 
dies und, als sie an den Gästen vorbeiging, dachte sie im Herzen: 
,Welche Schande, solche Gäste und zum Mittagessen einen Hund! Ja 
hejf had-dujüf radäku al-jom calb'. Als der Gastgeber die große Minsaf- 
Schüssel mit dem Fleische vor Mohammad stellte, berührte dieser mit 
seinem Stabe die Schüssel und sagte: ,kusch-ehda", wie man eben 
Hunde fortzujagen pflegt. Der Hund wurde sogleich lebendig, sprang 
auf und lief davon. 

Nun stiegen Mohammad und die Seinigen zu Pferde und ritten 
fort. Als sie am Hause der erwähnten Frau vorbeikamen, sagte ihr 
Mohammad: ,Wenn du früh in deinem Ofen, täbün, blaues Wasser 
erblickst, so nimm, was dir am liebsten ist, und fliehe, ohne dich um- 




er. 

£ 

M 

o 



164 

zuwenden/ Die Frau erblickte früh das Wasser im Ofen, nahm ihr 
Söhnchen und floh. Neugierig wandte sie sich aber um und wurde zu 
einem Felsen." 

Der Boden an der Südostküste ist sehr fruchtbar. Man sät hier 
zumeist den N'emijje- Weizen, wogegen auf der Hochebene der Zrejbijje 
angebaut wird. Auch gedeihen hier Nil (Indigo) und 'Usab, dessen 
Früchte verkauft werden und zum Anfertigen von Decken dienen, und 
der Zakkiim-Baum, dessen Früchte unseren Zwetschken ähnlich sehen 
und als wirksames Abführmittel genossen werden. 

Sehr gut kommen Kühe und Ziegen an der Küste des Toten 
Meeres fort. Ein jedes Zelt besitzt 15 — 20 Stück Rindvieh, das durch 
großen Kopf und zarte Haut ausgezeichnet ist. Oben auf der Hoch- 
ebene kommt diese Rasse nicht vor. Schafe und Pferde können der 
vielen Mücken wegen nicht gehalten werden. 
H. Mai Am nächsten Tage ; 14. Mai 1898 ; gelang es uns mit großer Mühe, 

1898. 

einen Mann zu finden, der uns zu der Ruine el-Ksejr oder el-Kerje auf 
der Halbinsel el-Lisän führen sollte. Um den Dornhecken auszuweichen, 
schlugen wir um 6 Uhr 40 Min. bei einer Temperatur von 21° C die 
Richtung nach SW. ein, erreichten nach einer Viertelstunde inmitten von 
Gerstestoppelfeldern ein zweites Lager der Rawärne und ritten dann 
zwischen den Stachelzäunen, welche die Felder umschlossen, in der 
Richtung 310° weiter. 

Die Rawärne waren unter heiteren Gesängen gerade emsig be- 
schäftigt, den überreifen Weizen zu schneiden. Nach ungefähr 10 Min. 
waren die Felder zu Ende und wir betraten eine weite Senkung, die 
mit einer Salzkruste überzogen ist und im N. bis zum Meere, im W. 
bis zu den gelben Wänden von Lisän sich erstreckt. Diese Senkung, 
auf der wir zahlreiche Störche sahen, heißt ard el-Ketät und wird wahr- 
scheinlich auch bald vom Meere verschlungen sein. 

Die ganze Gegend, durch welche wir ritten, ist reich an lebenden 
Wesen. In den Baumkronen girrten Tauben und sangen verschiedene 
Vogelarten und auf der Erde sahen wir überall Spuren von Wild- 
schweinen und Gazellen. 

Um 7 Uhr 24 Min. nahmen wir die Richtuug 210° und nach 
8 Min. erreichten wir den ersten Wall des Plateaus von el-Lisän. Der 
weitere Weg ist für Pferde ungangbar, denn 15 — 20 m hohe Wände, 
die wir zu Fuß mit aller Mühe erklettern mußten, steigen hier fast 
senkrecht hinan. Oben breitet sich eine weite weiße Ebene aus, welche 
jeine mäßige Erhebung von N. nach S. hat und von zahlreichen Schluchten 




CO 



166 

durchzogen ist. Die gerade Richtung kann man nicht einhalten, denn plötz- 
lich, ohne eine leise Ahnung davon zu haben, steht man am Rande einer 
5 — 15 m tiefen und 2 — 10 m breiten Spalte mit fast senkrechten ab- 
rutschenden Mergelwänden, die umgangen werden muß. Unser Begleiter, 
der schon oft auf el-Lisän war, um Kibrit G , Schwefel, zu suchen oder 
um Gazellen zu jagen, kannte die Gegend genau und führte uns in der 
Richtung 210°. Nach 20 Min. rutschten wir in einen Graben hinunter 
und stiegen um 7 Uhr 53 Min. mühsam einen von allen Seiten mit 
Schluchten umgebenen 12 — 14 m hohen Hügel hinauf, auf dem ehemals 
ein Kerje-Bau 7 stand (Fig. 56, Höhe — 360 m). 

Die Abhänge bestehen aus Mergel und sind an der Sohle durch 
Mauern gestützt, welche teilweise noch erhalten sind und dort, wo der 
Mergel verwittert und zerfallen ist, ganz frei dastehen. Die Länge der 
Anlage beträgt von W. nach 0. 69 Schritte und ihre Breite am Ost- 
ende 24 Schritte und am Westende 11 Schritte. Die Außenmauern 
bestanden aus weißem Kalkstein, während die inneren Bauten Sand- 
stein zeigen. Verstärkt waren die Mauern durch hölzerne Balken, deren 
Reste noch sichtbar sind. In der Mitte liegen schön gearbeitete Quader- 
steine, Bruchstücke weißen Marmors sowie mehrere Säulenreste von 
0*45 m Durchmesser. Ich fand zwar keinen sicheren Beweis für die 
Richtigkeit meiner Meinung, glaube aber trotzdem nicht zu irren, wenn 
ich behaupte, daß dieser Bau ein altes befestigtes Kloster gewesen ist, 
das zeitweise auch zur Überwachung der alten, etwa 400 m südlich 
gelegenen und gepflasterten ar-Rasife- Straße dienen konnte. 

Von el-Lisän auf der Rasife-Straße nach Kufrabba 

und el-Kerak. 

Wir kehrten auf demselben Wege in das zweite Lager der Rawarne 
zurück, wo man uns Burrul und saueren Rahm vorsetzte. Um 11 Uhr 
48 Min. betrug die Temperatur in der Sonne nur 27° C und, da die 
Luft feucht war, wirkte die milde Tages wärme ziemlich erschlaffend auf 
uns ein. In der Nähe unseres Zeltes standen viele Zakküm -Bäume. 

Um 12 Uhr verließen wir das Lager in der Hauptrichtung 150°. 
Nach 20 Min. hörten die Felder auf, und wir kamen auf ein Terrain, 
das mit c Awsege und Sejal-Bäumen spärlich bewachsen ist. Um 12 Uhr 
32 Min. ritten wir an mehreren halbverkohlten Strohfeimen vorüber und 
gelangten um 12 Uhr 45 Min. zu einem Wasserbehälter, birke, der vor- 
-dem sein Wasser durch einen Kanal aus dem Bache sejl ed-Drä c schöpfte. 



167 

Der Wasserbehälter (Hohe — 330 m) ist ein Quadrat von 32 m Länge 
und Breite und von 4— 5 m Tiefe. In seiner Nordwestecke führt eine 
Stiege zum Boden hinab. Die Mauern haben eine Stärke von 1*5 m 
und sind aus Bruchsteinen auf Kalkmörtel errichtet. An der Südseite 
sieht man eine Ausflußöffnung, durch welche das Wasser in die Gärten 
geleitet werden konnte, die aber jetzt brachliegen. 

Südlich von der Birke senkt sich der Boden gegen SW. und enthält 
mehr Feuchtigkeit, so daß sich die Vegetation besser entwickeln kann. 
Darum sieht man hier auch wieder angebautes Land. Dieser Teil heißt 
rör el-Msetbe und erstreckt sich am Ufer der südöstlichen Bucht von 
el-Lisän. 

Um 12 Uhr 51 Min. ritten wir in der ursprünglichen Richtung 
weiter und erreichten einen alten breiten Weg, der auf der Abdachung 
des Rfäk es-Sähel hinführt. Eine halbe Stunde später überschritten wir 
das w. er-Rfäk und gelangten in die Nähe des Baches 'Esäl, der hier 
ziemlich breit ist, und an dessen Ufern verschiedenartige Bäume und 
Strauch er stehen. Auf seinen Seiten, besonders auf der südlichen nahe 
an der Mündung breitet sich das fruchtbare rör 'Esän aus. Wir ritten 
nach Osten am rechten Ufer des Baches, wo die jäh abfallenden Ab- 
hänge nahe aneinander rücken, und hielten um 1 Uhr 40 Min. bei einem 
großen Wasserbehälter, der im Schatten mächtiger Gumejz-Bäume 40 
bis 50 m südlich vom Talbette sich befindet. Er ist aus großen, teil- 
weise behauenen Basaltsteinen gebaut und diente zur Bewässerung der 
Abhänge, die am Fuße des Gebirges g. el-Mälhe sich langsam ver- 
flachen, bis sie schließlich in eine urbare Ebene übergehen. 

An seiner Südostecke (Höhe — 265 m) beginnt die 2*65 — 3 m breit 
angelegte gepflasterte Rasife-Straße, die infolge der vielen Erhebungen 
und Einschnitte des Terrains in zahlreichen Windungen am Gebirgs- 
abhange emporsteigt und nach Kufrabba führt. Sie hat künstlichen 
Unterbau, ist stellenweise aus dem Felsen gebrochen und an abschüs- 
sigen Stellen mit Schutzmauern versehen; im Mittelalter war sie sicher- 
lich noch in Benützung. In nördlicher Richtung führt sie am hrejbe 
umm el-'Akäreb vorbei. Hierauf biegt sie nach NW., erreicht oberhalb 
der Bodenwelle aba-1-Hejtän, und zwar bei teil abu-1-Flüs, das Mergel- 
gebiet nahäbir abu-1-Fejlät und endet jetzt beim rugm el-Mketa' am Ufer 
des Meeres. 8 

Um 3 Uhr 15 Min. ritten wir auf der Straße in der Hauptrichtung 
150° bergauf und machten auf der Höhe m um 3 Uhr 55 Min. Halt, 
um el-Lisän zu photographieren (Fig. 57). 



168 

Die Aussicht war sehr schön. Lisän streckt den nordwestlichen 
rötlichen Arm wie eine Nadel in das tiefe Blau des Meeres hinaus und 
bildet mit dem Ostufer einen schönen bogenförmigen Hafen, an dem 
el-Baladijje als Hafenstadt liegt. Die Westseite weist keine Einbuch- 
tung auf, sondern fällt wie eine Mauer senkrecht ins Meer hinab. Auf 
der Südseite gibt es zwei Einbuch tungen, welche durch einen stumpfen 
Vorsprung voneinander getrennt sind und von denen die südwestliche 
kleiner ist, weil das südwestliche Kap des Lisän nur unbedeutend vor- 
ragt. Die westliche Hälfte von Lisän ist ganz kahl, nur auf der nörd- 
lichsten Spitze ihres langen Armes steht ein Baum; dagegen ist die 
Niederung, welche Lisän mit dem östlichen Gebirge verbindet, mit 
Bäumen und Gestrüpp bewachsen und anbaufähig. 

Die fruchtbarsten Teile haben sogar üppigen Baumwuchs, und 
zwar sind es: ror el-Hadite im NO., südwestlich davon ror el-Buksäse 
und südlich von diesem das angebaute Land el-Mezra', welches durch 
die Westausläufer des umm el- c Akäreb vom ror el-Msetbe getrennt ist. 
Südwestlich von diesem zeigt sich das dreieckige rör 'Esäl oder 'Esän 
und südlich fast unter unseren Füßen lag das schwarze ror el-Mrejsed, 
welches im S. der sejl er-Rawwäg von dem ror en-Nmera trennt. 

Um 4 Uhr 10 Min. setzten wir unsere Reise fort und erreichten 
schließlich das Ende der Straßenserpentinen. Die Straße führt jetzt 
durch die terrassenförmige Ebene ard el-Kajsärijje, die gleichmäßig gegen 
SO. ansteigt; rechts ragt die Felswand des gebel-el-Mälbe noch ziemlich 
hoch empor, links dagegen fällt der Abhang von einer schmalen Ter- 
rasse treppenartig zum tiefen und engen wädi 'Esän hinunter. Um 
4 Uhr 49 Min. passierten wir zwei alte Türme und 33 Min. später das 
Tal und die Quelle er-Rses (Höhe 685 m). Sie speist ein Bächlein, das 
in seinem Oberlaufe Weingärten bewässert, dann aber in die 'Esäl- 
Klamm hinuntereilt. Südlich von der Quelle soll h. er-Rses liegen. 
Nach einer weiteren halben Stunde gelangten wir durch angebautes 
Land immer auf der Straße zu den Zelten der Bewohner von Kufrabba 
und stiegen im Gastzelte, sikk, ab. 

Das Dorf selbst liegt noch 20 Min. weit südöstlich, seine Bewohner 
aber beziehen zur Erntezeit inmitten ihrer Felder ein Zeltlager. Man 
nahm uns sehr freundlich auf, ja der Seh selber wollte sich das Recht, 
so angesehene Gäste bewirten zu dürfen, nicht nehmen lassen. Bei den 
Fellähin ist nämlich in jedem Zeltlager nur ein Zelt für die Gäste be- 
stimmt und für die Bewirtung haben die Leute der Reihe nach zu 
sorgen. Nur wenn besonders vornehme Gäste eintreffen, übernimmt der 



170 

Seb die Sorge, was unter vielen Worten und Ehrenbezeigungen ge- 
schieht. Derjenige aber, welcher an der Reihe ist, muß dagegen arg 
protestieren, sein ganzes Haus zu Hilfe rufen und über die Ungerechtig- 
keit, die ihm angeblich geschehen ist, gewaltig schimpfen, 
^s" Die Nacht war kalt. Am nächsten Morgen ritten wir um 4 Uhr 

45 Min. am Südabhange des Tales in der Südostrichtung weiter und 
kamen nach Kufrabba, das in einer breiten halbkreisförmigen, gut 
bewässerten Senkung liegt. In seiner Nähe sieht man viele starke 
Quellen, welche zahlreiche Gärten bewässern, die mit Zwiebeln, Knob- 
lauch, Feigen, Ölbäumen und mit Weinreben bepflanzt sind. Ungefähr 
800 m nördlich von dem Dorfe wird das Kufrabba-Tal zu einer tiefen 
und breiten Kluft, w. Razwän. Sie heißt nach ihrer Vereinigung mit 
w. 'Ammäl selält el-Gindi und bildet den Anfang des sejl 'Esal. Hinter 
Kufrabba bogen wir nach NNO. ein und erstiegen langsam den von S. 
nach N. laufenden Gebirgsrücken el-Mese. Darauf kehrten wir, weil es 
Feiertag war und ich starke Halsschmerzen spürte, im raschen Ritte 
bereits um 7 Uhr nach el-Kerak zurück. 



Die Auffindung der Thermen im w. ibn (auch beni) Hammäd, 
sowie der von el-Lisan nach Kufrabba führenden römischen Straße 
bilden nebst zahlreichen topographischen Angaben das Ergebnis dieser 
Route. Sie hätte noch fruchtbarer werden können, wenn uns der Soldat 
nicht im Wege gestanden und ich nicht erkrankt wäre. Ich bekam 
nämlich in der Nacht nach dem Bade im Toten Meere so heftige Hals- 
schmerzen, daß ich kaum Atem holen konnte und dem Ersticken nahe 
war. Umschläge und Gurgeln mit Salzwasser linderten wohl etwas den 
Schmerz, aber ich konnte nichts hinunterschlingen; deshalb drang Don 
'Abdrabbo energisch darauf, die Reise nach ror Fefe auf ein anderes 
Mal zu verschieben und unverzüglich nach el-Kerak zurückzukehren. 



1 pian Jes. 15 9 : , 4 4 sniö rwbsh maou pön-by rrttfx ^ di i*6& pari s ü *ä 

Jer. 48 2 : "fcnn Jölö-ai 

E. Hieronymus, De situ, 1. c, c. 922: „Aelim, putens Dimon, et hujus loci in eadem 
visione Isaias recordatur". 

2 crn-iyn bm jes. 15 7 : ♦ dix^ a-a-iyn bnvbv wvrpfii rwv mir p~bv, ttjv 

(papayya "Apaßa?. 

3 Diese am Rande des ror el-Mezra' gelegene Ruine dürfte dem alten BctOofjiapasa 
ir, xat Maiou[Aa$ (Mosaikkarte von Mädaba) entsprechen. Hier war und ist der Hafen 
von el-Kerak (ar-Rabba) am Toten Meere, daher die Benennung Maioufjux; — al-Mine = 

. der Hafen, und el-Mezra c steht dem Mapasa sehr nahe. 



171 

i Al-Idrisi Jjl.X.iis.^Jl Sjbyi \ &XS ^x> (Analecta arabica), ed. E. F. C. Rosenmüller, 

Leipzig- 1828, S. 2: l^^ia vJ-«- 3 ^ 3 Ä^twIäM v*£JIJ' ^a L$.i r*^"*?. ;b*.,o er*" 40 ^^3 
.^ä)\ Jl^fil^L*)^ lsräj\ J\ ^ij ^ ^J\ ^9^ O^J.äJ\ 
J. Delaville Le Roulx, Cartulaire, c. 207, p. 160: (J. 1152) „Ego Mauritius, Montis 
Regalis possessor et dominus . . . dono et concedo in navi et in transitu Maris Mortui, 
quod Hospitale libere et quiete deferat, et referat eundo et redeundo, huc et illuc 
transfretando, omnia quaecunque at utilitatem hominum haberi possunt, absque omni 
redditione census et tributi et vectigalis, nisi in molis et in circulis; si illa deferre 
voluerit, naulum inde persolvat." 

4 Al-Istahri, 1. c, p. n : (J. 951) JUä. J\ j&\ ^5 £*£*>£ J*} tJ* ^O C^ 5 

. . . f5 £ (at-Tafile) s\jJU)\ 

Ibn Hawkal, 1. c, S. 1 ro f.: ls^\ J\ Ji ^jJL^Jl CU-o J\ . . . lib ^x> 3 ■ • • 

CU-^o \»xa jljJLo^ o^*"* o^ c_5-f-^?. Cr* L5^ *J^J^ ü^^* L5^ (^ Aj «J* 1 ^ 

Rothelin, R. d. H. d. C. (Hist. Occid. II), Paris 1859, S. 511: „D'illeuc (de Jour- 
dain-Jerico) a une journee jusques au Crac et d'illeuc a une autre jusques au Mont 
Roial." 

5 Deut. 3 17: nb&H tT iTS'Tpn D h 

C. Plinius Secundus, Historia naturalis 5*6, ed. D. Detlefsen, I, p. 210: (ca. 79) 
„Jordanes . . . velut invitus Asphaltiten lacum dirum natura petit, a quo postremo ebi- 
bitur aquasque laudatas perdit pestilentibus mixtas. Asphaltites nihil praeter bitumen 
gignit, unde et nomen. nulluni corpus animalium recipit, tauri camelique fluitant. 
inde fama nihil in eo mergi. longitudine excedit C p., latitudine maxima LXXV p. 
implet, minima VI p." 

Flavius Jos., Bei. lud. IV 482 : ... Taurrj«; xrj; Xijxvr]? [xf}y.o; fiiv oyöo^/.ovTa xat xsvta- 
xoatoi araoioi, xa9b Srj fJ-l/pi Zoxpcov xy\c, Apaßia; SxteivSTatj £Üpo? 0£ H£VT7]/.ovta y.txi exaro'v . . • 

E. Hieronymus, De situ et nominibus, 1. c, c. 957: „Mare Salinarum, quod 
vocatur Mortuum sive mare Asphalti, id est bituminis, inter Jericho et Zoaram." 

Antoninus Martyr, Perambulatio Locorum Sacrorum, Itinera Hierosolymitana, 
edd. T. Tobler & A. Molinier, I, Genevae 1879, p. 97: „. . . a mari Salinarum, in quod 
Iordanis ingreditur subtus Sodomam & Gomorrham: ad cujus littus bitumen & sulphur 
colligitur. In quo mari mense Julio & Augusto & usque medium Septembrem toto die 
jacent leprosi; ad vesperum autem lavantur in ipsis thermis Moysis & aliquoties, quos 
vult Dominus mundat; nam in generalitate est aliqua paramitia [jrapafxuöta]. In quo 
mari nihil invenitur vivificatum; nee ligna nee palee ibi natant, neque homo natare 
potest, sed quidquid in illud proiectum fuerit, in profundum demergitur." 

Arculfi Relatio de Locis Sanctis, Itin. Hier., 1. c, p. 178: „Jordanis albidus, quasi 
lac, in superficie color mare Salinarum intrantis, longo maris tramite, a colore maris 
Mortui per alveum eius facile discerni potest. Quod videlicet Mortuum mare in magnis 
tempestatibus collisione fluetuum ad terras sal eiieit, per illius maris cireuitum abun- 
danter haberi solet, quod non solum undique vicinis, sed etiam longe positis nationibus 
valde magnum profectum prebet, solis calore satis sufficienter siccatura." 

Ibn Hordadbeh, 1. c, S. v^ : (J. 849) U '<)JJLLJ\ *j^sUl Cr ^> £j*^ 

^JJ \ ^>jl\ J^.3 >y-^\ j*£ y*>$ j^^\ <^^i r*?3 ^-"^ J"*?. 0>orax AiLoJl) 



172 

Al-Istaljri, 1. c, 8. ig: (J. 951) tj^ £y ^j*> j^ &* *^£M '^^3 
Al-Makdisi, 1. c, S. iao: (J. 985) ^>j$\ ^ l^ä ^JJÜ 3o^ ^, V^J 

^■».^1 L^SU-j ^-*~^ c^3 ^r" 5 t5r*^ ^ ^^ J^.3 ^«* J-~ s - ^ <\ r A3\ ^ 3 

Abulfeda, 1. c, S. n, AI: ^3 l^s *JLoj>^ dUjILi^Jt s^sxll ^^ ^.s.: "a^sr? 

L5 A J? jr^^ cr° c ^ dJ ^° Zj**' ^3 l -f-^ ^ Je^.3 **ijAü jr-t-* 5*3 0^ NJl 
^jX^wJl l ^ ^ j~^^ o* ^ O^'^ 5 *' W-2 O^. -^3 Ä-**JaAJ\ *U.«J\ ^Xl-Xi J^-*-* 

Al-Kazwini, 1. c. II, S. ^o. 

6 Al-Makdisi, 1. c, S. |A£: *^s0\ ^ giö^ *rC*5 ^^.j^ o*^"** j\yh^j 

7 Marescalcia. E. G. Rey, Recherches geographiques et historiques sur la do- 
mination des Latins en Orient, Paris 1877, S. 19. 

Vgl. W. A. Neumann, Über die neuesten österreichischen Palästina-Forschungen, 
Wien 1905, S. 41. N: „Item in terra Gor, ubi fuit Sodoma et Gomorrha castrum quod 
Marescalcia dicitur, quod fuit dicti regis". 

8 Hanna el-Kalanze, is^XÄ3\ l^r*., erzählte mir: „Im Jahre meiner Geburt (etwa 
1830) fand ein Erdbeben statt. Über 20 Häuser stürzten in el-Kerak zusammen. 
Damals verschwand auch der Weg von el-Lisän nach 'ajn Gedi durch das Tote Meer. 
Dieser Weg, el-Mketa* genannt, war 2 — 4 Schritte breit und stellenweise 2 — 5 Finger 
unter dem Wasser, sodaß er mit Stangen abgegrenzt werden mußte. Bei Razw-Zügen 
kehrten die Sieger mit ihrer Beute sehr gerne über el-Mheta l heim, weil ihnen der 
Weg nicht abgeschnitten werden konnte." 



III. 



Von Mädaba nach hän az-Zebib. 

Der Mutasarref von el-Kerak hatte den Verdacht gefaßt, ich sei 
ein ägyptischer Spion, und ließ mich von zwei Soldaten nach Damaskus 
eskortieren. Diese brachten mich am Pfingstsamstage 1898 nach Mädaba, 
ließen sich aber bewegen, mich hier über die Piingstfeiertage ausruhen 
zu lassen. 

Inzwischen gelang es mir, mit meinen Freunden von den Beni 3 J 89 ^ al 
Sahr, mit welchen ich von el-Kerak in das Gebiet der Sarärät zwischen 
Tubejk und Tejma zu reisen und über kusejr c Amra zurückzukehren 
beabsichtigte, in Verbindung zu treten. Ich ließ ihnen die Weisung 
zukommen, mich östlich von Mädaba bei h. Hawwära zu erwarten, denn 
ich hatte begründete Hoffnung, den türkischen Soldaten zu entkommen 
und mein Vorhaben, die Gebiete östlich von der Hagg-Straße zu be- 
suchen, trotz dieses unliebsamen Zwischenfalles dennoch zur Ausführung 
zu bringen. 

Der Muläzem von Mädaba (Fig. 58) ließ mich, durch materielle 
Gründe bestimmt, in einem Privathause übernachten; die Folge davon 
aber war, daß ich am 31. Mai um 6 Uhr 30 Min. mit meinem Freunde 
Häjel ibn al-Fäjez und Bahit, einem verwegenen Sahari, bei der Ruine 
Hawwära, die bkm östlich (105°) von Mädaba entfernt liegt, zusammen- 
traf. Ein gutes Reitkamel stand mir zur Verfügung. 

Wir schlugen die Richtung 110° ein, erreichten nach 7 Uhr das 
nnö. zur Hagg-Straße ziehende Tal el-Mesäde und sahen von da aus 
im NO. h. al-Kastal, fast im O. h. Ziza, uns näher h. Zwejza, süd- 
westlich davon h. al-Medakk, südöstlich von ihm Ji. es-Sicer, südöstlich 
davon den mittleren Orejnbe-Hügel, uns noch näher, und zwar südöst- 
lich, die Anlage ummu Ksejr und 2'bkm von ihr gegen SSO. das große 
Ruinenfeld h. umm el-Walid. Von diesem und von ummu Ksejr nörd- 
lich bis al-Kastal und nordwestlich bis zum h. umm Rummäne und dem 



174 

Rücken von Gelül und Hawwära gibt es keine größeren Ruinen, ein 
Beweis, daß dieses Gebiet auch im Altertume Steppe war. 

Nach 5 Min. schlugen wir die Richtung nach SSO. ein und stiegen 
um 8 Uhr bei h. Nitil ab, wo ich eine küfische Inschrift abklatschte. 
Nach 45 Min. zogen wir in der Richtung SO. weiter und waren um 
9 Uhr 29 Min. in h. el-Heri. 

Dieses ist ein rechteckiger Festungsbau auf einem hohen (740 m), 
ziemlich steilen Kegel, der im 0. und SO. von dem gleichnamigen tiefen 
Tale, im W. und SW. aber von einem seichteren umschlossen wird 
und weithin sichtbar ist. Die Grundmauern der Anlage stehen etwas 
schräge und sind aus starken Swän-Blöcken ohne Mörtel errichtet. In 
der Nähe sieht man zahlreiche birnförmige Zisternen. Infolge der hohen 
Lage auf dem Rücken des Hügelzuges, der von ad-Dlelet al-Rarbijje 
nach ONO. sich erstreckt, beherrscht al-Heri die ganze Umgebung und 
kann wegen seiner Lage am Ostrande des angebauten Landes einen 
jeden feindlichen Angriff von 0. und NO. stets rechtzeitig abwehren. 
Jetzt ist die Anlage fast vollständig zerstört und wird als Begräbnis- 
platz benützt. 

Im 0. und S. besteht der Boden aus weißem, sterilem Kalkstein, 
auf dem man hie und da auch schwarzes Gestein finden kann. 

Um 10 Uhr 34 Min. ritten wir in der Richtung 160° und gelangten 
nach einer Stunde zum h. el-Mdejjene im w. et-Tamad, wo wir abstiegen 
und uns ans Brotbacken machten. 

Die Hitze war hier fast unerträglich; mein Thermometer zeigte in 
der Sonne 51° C, denn die Sonnenstrahlen durchglühten die blendend- 
weißen Wände dieses Tales, das infolge seiner Tiefe vollständig wind- 
still war. 

Um 2 Uhr 30 Min. ließen wir h. al-Mdejjene rechts und ritten 
durch nakb et-Tirra gegen SSO., stiegen um 2 Uhr 53 Min. in das w. 
as-Säbec, das sich mit dem w. et-Tamad vereinigt, und folgten dann 
seinem breiten, weißen, von niedrigen Hügeln eingeschlossenen Bette in 
der Richtung OSO. Um 4 Uhr 30 Min. sahen wir am linken Ufer neun 
Grotten, h. as-Sabeö, die höchst wahrscheinlich ehemals bewohnt waren, 
jetzt aber als Hürden dienen. 

Nach zwei Stunden gelangten wir zu einer von N. nach S. ge- 
richteten Bodenwelle, welche die Wasserscheide des Säbec und der 
Hägg-Straße bildet. Südöstlich von ihr liegt g\ al-2jjäl und südsüdöst- 
lich davon g. as-Swäka. Nun ging es über eine ziemlich ebene Steppe 
zum hän az-Zebib, den wir um 7 Uhr 10 Min. erreichten. Die Luft 



; 







176 

war sehr trocken und schwül (42° C) ; sodaß wir kaum atmen konnten. 
Den Kopf und das Gesicht hatten wir vollständig mit dem Mantel ver- 
hüllt ; wodurch wir zwischen dem Mantel und unserem Leibe eine Luft- 
schichte erhielten, welche viel frischer war als die äußere Luft. Bei 
Jiän az-Zebib angelangt, warfen wir uns auf den Boden nieder und 
blieben bewegungslos liegen, was auch unsere Kamele taten, die, ob- 
wohl hungrig, dennoch nicht fressen wollten. Erst nach Mitternacht 
wurde es kühler und vor Sonnenaufgang zeigte das Thermometer 
+ 105°C. 

Hän az-Zebib 1 ist eine oblonge Karawanserei jüngeren Ursprunges. 
Durch ein einfaches Tor tritt man von O. in einen geräumigen Hof, 
an dessen Westseite fünf, an der Süd- und Nordseite je sieben Türen 
in die bald kleineren, bald größeren Zimmer führen. Letztere lehnen 
sich sämtlich an die mit halbrunden Türmen versehene Umfassungs- 
mauer. Alle Zimmer waren einst gewölbt; die zugleich als Dach 
dienenden Wölbungen sind aber jetzt zum Teile eingestürzt und werden 
von der mit Schießscharten versehenen Umfassungsmauer überragt. Das 
Material dieses Baues ist zum größten Teile einer älteren Anlage ent- 
nommen, deren Überreste sich etwa 130 Schritte weiter östlich befinden. 
Man gewahrt daselbst ein großes Tor, zu dessen Seiten noch Bruch- 
stücke zweier Pfeiler stehen. Diese sind aus je zwei Halbsäulen mit 
einfachen arabeskenartigen Verzierungen an den Kapitalen zusammen- 
gesetzt. Etwa 60 Schritte weiter nach S. liegt ein kleiner, im N. und 
0. mit Türen, im S. mit einer Apsis versehener viereckiger Bau, in 
dem man eine Kultanlage vermuten darf. Vom Oberbau ist gegen- 
wärtig allerdings alles zerstört, aber die Grundmauern und zahlreiche 
Zisternen in der Nähe beweisen, daß diese Anlagen nicht zu den un- 
bedeutenden gezählt haben können. 

Von hän az-Zebib nach at-Tüba. 

i. Juni Am 1. Juni um 6 Uhr 10 Min. verließen wir hän az-Zebib und ritten 

1898 

durch eine wellenförmige, mit Hamd, Hegine und Rite bewachsene Land- 
schaft gegen SO., bis wir uns um 9 Uhr 44 Min. einer Anzahl von 
Sarärät-Zelten gegenüber befanden, wo wir anhielten. 

Da hörten wir, daß der Weg nach kasr at-Tüba nicht ungefähr- 
lich sei, und ritten deswegen, unser Gepäck hier im Zelte zurücklassend, 
wohlbewaffnet um 12 Uhr 45 Min. in der Richtung 80° weiter. Ich 
. trug außer meinem Notizbuche und Barometer auch einen kleinen photo- 



177 




Fi£. 59. Kasr at-Tüba. Situation. 



graphischen Apparat bei mir, Häjel hatte an seinem Sattelknopfe einen 
kleinen Schlauch mit Kamelmilch und ein Säckchen mit Käse befestigt 
und Bahit, mein zweiter Begleiter, einen Wasserschlauch, zirbe. 

Wir ritten nun längs des rechten Ufers des w. as-Subhijje, das 
sich gegen W. hinzieht und mit dem w. Sa ide (el-Mögeb) vereinigt. 



Musil. Arabia Petraea. I. Moab 



12 



178 

Um 2 Uhr stießen wir auf eine große Kamelherde, tarse, und fingen 
eine mächtige Kamelin , die sich soeben auf einer staubigen Stelle, 
morära, gewälzt hatte, tamarrarat, um uns durch einen Trunk Milch 
zu erfrischen. 

Um 2 Uhr 35 Min. verließen wir die Kamelherde in der Richtung 
110°, überschritten um 3 Uhr 10 Min. das breite Tal as-Subhijje und 
ritten am linken Ufer die Nordabdachung des Hügelzuges äl-Bida ent- 
lang, bis wir um 3 Uhr 32 Min. in das Tal al-Klejta gelangten, dem 




Fig. 60. Kasr at-Tüba. Die südliche Hälfte des Haupttraktes von Osten. 



2. Juni 
1898. 



wir dann weiter folgten. Die Gegend erscheint wellenförmig, die Täler 
sind breit und haben alle westliche Richtung. 

Erst 6 Uhr 43 Min. erreichten wir die Wasserscheide aS-Sefa 5 
zwischen dem Toten Meere und dem wadi Sirhan. Von da an ziehen 
sich alle c Atatir, wie die seichten Täler hier heißen, gegen Osten hin 
und münden in das lange Tal äl-Radaf. Wir konnten und durften nie- 
mals auf einem Hügelrücken reiten, sondern mußten uns stets in den 
Niederungen der Täler bewegen und die Gegend scharf im Auge be- 
halten, weil hier viele Köm -Truppen durchziehen. Nach einem elf- 
stündigen Ritte hielten wir um 1 1 Uhr 50 Min. nachts an und legten 
uns bei unseren Kamelen zur Ruhe nieder. 

Um 2 Uhr 51 Min. früh wurde die Reise weiter aufgenommen und 
um 5 Uhr morgens erreichten wir das steinige, 300— 600 m breite w. äl- 



179 




b'ß 



12" 



180 

Radaf. Wir stiegen in seine Wasserrinne hinunter und ritten, von 
Tarfa' und anderem Gebüsch gedeckt, in der Richtung 20° weiter. Um 
5 Uhr 20 Min. befanden wir uns an der Vereinigungsstelle des w. äl- 
Radaf mit dem schmäleren w. al-Mhajwer, das von 0. her in das erstere 
einmündet. Hier banden wir unsere Tiere an, um von da aus kasr at- 
Tüba oder Tübat al-Radaf zu Fuß zu besuchen. 

Das rechte Ufer sowohl des äl-Radaf als auch des al-Mhajwer ist 
durch starke, aus Swän- Blöcken errichtete Mauern vor Abschwemmung 
geschützt, und auf dieser so gesicherten Ebene sieht man etwa 250 m von 
äl-Radaf entfernt kasr ät-Tüba. Diesem Schlosse schritt ich mit Häjel zu. 










Fig. 62. Kasr at-Tüba von Norden. 



At-Tüba liegt auf einer steinigen Ebene (Fig. 59) am rechten Ufer 
des w. al-Radaf. Das Talbett ist hier 5 — 8 m breit, 2 — 3 m tief und 
hat felsigen Untergrund. Dieser ist an vielen Stellen künstlich vertieft 
oder mit einem Wehr versehen, damit sich daselbst das Regenwasser 
länger aufhalten könne. Beide Ufer des Talbettes sind auf etwa 4 bis 
6 m Entfernung mit dichtem, hohem Gebüsche bestanden. 

Verläßt man die Talsohle, so gelangt man in der Richtung OSO. 
nach 240 Schritten zu einem 8 Schritte breiten und 1 — l'5m hohen Erd- 
walle, der parallel mit der Talrichtung läuft. Von dem Berührungspunkte 
kann man den Wall in nördlicher Richtung gut 500 Schritte weit ver- 
folgen und südöstlich erreicht er nach 87 Schritten das rechte Ufer des 
w. al-Mhajwer. Der alten Richtung folgend, gelangt man nach weiteren 



182 

102 Schritten zum südwestlichen Eckturme des Schlosses, dessen West- 
seite die Richtung 207° einhält. 

Von dem Südwesteckturme die Südostrichtung einschlagend, kommt 
man über sandigen Schwemmboden nach 44 Schritten zu Grundmauer- 
resten alter Anlagen, die man 84 Schritte weit bis zum rechten Ufer 
des w. al-Mhajwer wahrnehmen kann. Südwestlich reichen sie bis zu dem 
erwähnten Erdwalle, der ihre westliche Abgrenzung bildet. In dem 
steinigen Boden gewahrt man Spuren eines schmalen Kanales, der das 




Fig. 64. Kasr at-Tüba. Der Anbau von Osten. 



Regenwasser aus dem w. al-Mhajwer in diese Anlage und weiter in das 
Schloß leitete. 

Das rechte Ufer des w. al-Mhajwer und auch ein Teil des w. al- 
Radaf sind — wie oben erwähnt — mit einer bis zu 2 m starken, aus 
as-Swän-Blöcken ohne Mörtel errichteten Stützmauer versehen, welche die 
Ebene stellenweise um etwa 0'5m überragt. Der erwähnte Kanal führt 
am rechten Ufer des Mhajwer-Tales 62 Schritte in der Richtung OSO. 
mit der Mauer parallel zu einem jetzt teils niedergerissenen, teils über- 
schwemmten alten Deiche, welcher das Wasser des 6 — 10 m breiten 
Mhajwer-Tales staute. Ein zweiter Deich liegt etwa 130 Schritte weiter 
östlich, dort wo das Terrain anzusteigen beginnt. Die Stützmauer reicht 
bis dahin. Sie hatte die Aufgabe, das kalkige rechte Ufer vor Ab- 



183 



stürz und im Vereine mit dem Walle das Schloß vor Überschwemmung 
zu schützen. Den ersten Teil ihrer Aufgabe erfüllt sie auch heute 
noch; das rechte gestützte Ufer des w. al-Mhajwer und w. al-Radaf hat 
seine Lage nicht geändert, vor Überschwemmung aber schützt sie das 




Fig. 65. Kasr a(-Tüba. Die Türe 



dem Anbau von Osten. 



Schloß nicht mehr. Das Becken vor dem östlichen Deiche ist näm- 
lich mit Sand und Steingeröll gefüllt und das nach einem ausgiebigen 
Platzregen durch das Talbett fließende Wasser hat das rechte kalkige 
Ufer östlich von der Stützmauer durchbrochen und wälzt sich dann zu 
dem Schlosse. Die östliche Hälfte der südlichen und die ganze östliche 



184 

Umfassungsmauer des Schlosses at-Tuba war niemals vollendet, sondern 
es sind nur ihre Fundamente fertiggestellt worden; so fand der Wild- 










Fig. 66. Kasr at-Tüba. Die östliche Türe des westlichen Portalvorbaues. 



bach keinen Widerstand und ergoß sich in den Hof wie in die west- 
lichen Trakte, die er mit Schutt füllte. Dem Anpralle des Wassers 
können manche leichter verwitternde Teile der aus weichem weißen 
Kalkstein errichteten Unterbauten nicht widerstehen; sie bröckeln nach 



185 

und nach ab, und die auf ihnen ruhenden Ziegelmauern stürzen ein 
(Fig. 00). 

Das Schloß (Fig. 61, 62, 63) war in der Form eines von runden 
Türmen flankierten Viereckes von 155 auf 78 m (0. — W.) angelegt. An 
seine Umfassungsmauern schließen sich innen ringsum die Gebäude- 
trakte an und bilden einen großen Hofraum, der durch Quermauern in 
drei Teile geteilt ist. In den östlichen und westlichen der so gebildeten 
drei Höfe führen von N. her Eingänge, die außerhalb der Umfassungs- 
mauer von je zwei Vorbauten flankiert sind. Jeder enthält ein großes 




Fig. 67. Kasr at-Tüba. Die nördliche Hälfte des Haupttraktes 



Osten. 



Gemach, das man durch ein reich verziertes Tor von der Eingangsseite 
aus betritt (Fig. 64, 65, 60). 

Nur der von der Achse des rechtsseitigen Einganges westlich 
liegende Teil (Fig. 67) des Schlosses und der größte Teil der nördlichen 
Umfassungsmauer mit ihren Toren und Vorbauten waren vollkommen 
ausgebaut. Von allen übrigen Mauern wurden, wie schon erwähnt, nur 
die Fundamente angelegt, die auch noch erhalten sind. 

Der nördliche (Fig. 68) und südliche Gebäudetrakt bestehen aus 
einzelnen Wohnbauten, die mit je einer Schmalseite an die Umfassungs- 
mauer anstoßen. Jeder von ihnen enthält zwei mit Tonnen überwölbte 
Gemächer (Fig. 69). Die Gewölbe waren über einem jeden Räume ge- 
trennt errichtet, sodaß zwischen ihnen von außen ein Einschnitt wahr- 
nehmbar ist. Gegenwärtig besitzt nur noch das von der Nordwestecke 



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187 

als zweites folgende Gebäude seine Wölbung. Zwischen den einzelnen 
Wohnbauten liegen kleinere Höfe, von denen aus jene durch Türen mit 




Fig. 69. Kasr at-Tüba. Durchsicht durch die Verbindungstüren von Westen. 



spitzbogigen Oberlichten zugänglich sind. Die Höfe stehen wiederum 
mit den großen Hofräumen durch Türen in Verbindung und sind, wo 
es anging, überall dort angelegt, wo an den Außenmauern Türme zu 
stehen kamen (Fig. 70). 



188 

An der Ost- und Westseite fehlen die Wohngebäude. Hier sieht 
man nur je zwei Hofräume, die mit den dort befindlichen nördlichen 
und südlichen Höfen durch Türen in Verbindung stehen. 

Zu beiden Seiten der Haupteingangsmauern liegen zwischen diesen 
und den zunächststehenden Wohnbauten schmale Gänge. Hier sollten 
wohl Treppen auf die Umfassungsmauern hinaufführen. 

At-Tüba ist zum Teile aus weichem weißen Kalkstein, zum Teile 
aber aus Ziegeln erbaut. Aus ersterem bestehen die Umfassungsmauern 
und die Fundamente aller Bauten, während alles übrige Mauerwerk 
nebst den Tonnengewölben aus 25 X 25 X 6*3 cm großen Ziegeln errichtet 
war, beziehungsweise errichtet werden sollte. 2 

Nach kurzer Zeit winkte uns Bahit mit seinem langen Hemdärmel, 
wir sollten schnell zu ihm zurück. Da er nicht rief, sondern nur winkte, 
wußten wir schon, daß er etwas Wichtiges bemerkt haben müsse, und 
eilten sogleich zu ihm. Wie er uns mitteilte, hatte er etwa 30 Schritte 
vom Wasserbecken entfernt ganz frische Spuren von vier Kamelreitern 
gesehen und war der Meinung, daß sie von Aufklärern einer Kom- 
Truppe herrührten. Umsonst verlangte ich, man möge mir nur eine 
Stunde Zeit lassen ; meine Begleiter fürchteten, in die Hände der Feinde 
zu fallen und drängten zum Aufbruche. Ich mußte mit und dadurch 
wurde mir der Besuch von kasr Bäjer, das zwei kleine Tagreisen von 
kasr at-Tüba entfernt ist, unmöglich gemacht. Aus der Beschreibung, 
die mir Hajel und Bahit gaben, entnahm ich, daß dieses Schloß im 
Stile des Brunnenschlosses von kasr at-Tüba erbaut ist und am w. Bäjer 
bei dem Brunnen bir Bäjer liegt. 3 

Von at-Tüba nach al-Mwakkar, al-Msatta 5 f Alja 

und al-Genäb. 

Um 5 Uhr 57 Min. früh traten wir in aller Eile unseren Rückweg 
an, auf dem ein kleiner, etwa 2'hkm nordnordöstlich von kasr at-Tüba 
befindlicher Turm meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Er schützte 
einen tiefen Brunnen, der jedoch verschüttet ist, weil die Gegend sonst 
noch gefährlicher wäre. Nach ungefähr 20 Min. wandten wir uns im 
Eilmarsche nach W. und gelangten mit Sonnenuntergang zu dem Sarari- 
Lager, woselbst wir übernachteten. 
Juni Am nächsten Morgen verließen wir um 5 Uhr 30 Min. das Lager 

898. ° ° 

und ritten in der Richtung NNO. durch das Hügelland al-Äijal oder 
auch al-Kijäl, welches im N. an ard al-Egal grenzt. Wir wollten nach 




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190 

kusejr al-Hammam, einem zerstörten Turme ; und schlugen deshalb um 
6 Uhr 47 Min. die Nordrichtung ein. Um 7 Uhr 23 Min. erreichten wir 
dann den Hügelzug al-Brejc 7 welcher sich von WNW. nach SO. hin- 
zieht. Hier erblickten wir einige feindliche Späher und bald darauf eine 
größere Razw-Truppe ; vor welcher wir fliehen mußten, und zwar über 
das w. al-Hrajjem ; rugm al-Genejb oder al-Geneb ; w. al-Hammäm, Banäja 
Färes, w. al-Msattara ; al-Msath und w. al-Mutabba ; bis wir auf die 



Fig. 71. Al-Mwakkar. Situationsplan. 

wellenförmige Ebene al-Genäb gelangten ; wo wir um 3 Uhr 45 Min. im 
Zelte Häjels abstiegen. Die Lufttemperatur betrug im Zelte 30° C und 
mein Barometer zeigte die Höhe von 810 m. 

Vom Lager sah ich in der Richtung 315° auf dem Rücken einer 
nach Osten gezogenen Hügelreihe die 6 km entfernte Ruine kasr al- 
Mwakkar ; welche ich am nächsten Tage besuchte. Al-Mwakkar 4 krönt 
(Fig. 71) den Gipfel einer 910 m hohen Kuppe der gleichnamigen von 
0. nach W. gerichteten Hügelreihe. Diese Kuppe fällt gegen N., 0. 
und SW. ziemlich stark ab ; hängt im W. durch einen schmalen Sattel 



1898. 



191 

mit dem südlichen 930 m hohen Ausläufer des gebel al-Haku zusammen 
und senkt sich gegen SO. zu einer kleinen Ebene. 

Die ganze Anlage zerfällt in drei Teile: das Schloß, einige zer- 
störte, Wohnstätten nebst etlichen Grotten und einem Turme westlich 
vom Schlosse und endlich einen Wasserbehälter mit einem größeren Ge- 
bäude am Südostfuße der Kuppe. 

Das fast gänzlich zerstörte Schloß (Fig. 72, 73) bildete, soweit man 
es gegenwärtig noch feststellen kann, ein Viereck von 65 m Länge 





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Fig. 72. Al-Mwakkar. Grundriß des Schlosses. 



(0. — W.) und 39 m Breite. Seine l'löm starken Umfassungsmauern 
waren von je zwei runden und viereckigen Türmen flankiert. Da man 
jedoch sowohl an der Nordost- und Ost- als auch an der Südseite der 
Umfassungsmauern allenthalben auf Fundamentreste stößt, so muß man 
wohl auf eine ursprünglich weit größere Ausdehnung des Bauwerkes 
schließen. Sie läßt sich jedoch kaum mehr genau feststellen. 

Das Innere des Schlosses ist durch eine 1 m starke und durch 
einen turmartigen Pfeiler verstärkte Quermauer in zwei ungleiche Hälften 
geteilt. Die östliche Hälfte besitzt an der nördlichen und südlichen 
Umfassungsmauer zwei 1*5 wi breite Eingangstore. Sie endet im 0., wo 






192 




Fig. 73. Äl-Mwakkar. Der Mauerrest von Nordosten. 

sich der natürliche Boden bereits senkt, mit einer Substruktion aus 
aneinander gereihten Tonnengewölben auf niedrigen Widerlagermauern 
(Fig. 74, 75). Innerhalb der Umfassungsmauern liegen 8 Tonnen von 
durchschnittlich 3*72 m Breite, während je eine solche außerhalb der- 






193 

selben angebaut ist. Über der Substruktion befinden sich noch Reste 
von Pfeilern (Fig. 76), Säulen und Mauerstücken an ihrer ursprünglichen 
Stelle. 

Zahlreiche Pfeilerquadern und Säulentrommeln, insbesondere auch 
Basen und mit Weinreben, Palmblättern, Lilien und anderen Motiven 
reich verzierte Kapitale liegen in nächster Nähe im Schutte umher. Es 



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Fig. 74. Kasr al-Mwald ar. Die Gewölbe von Osten. 

ist zweifellos, daß die genannte Gewölbsubstruktion samt ihrem Kolon- 
nadenaufbaue ehemals über die gegenwärtige Abbruchsstelle hinausgereicht 
hat, da die Trümmer der Umfassungsmauern noch heute darüber hinaus- 
liegen und die bezeichneten Pfeiler- und Säulenreste gegen O. keinen 
organischen Abschluß aufweisen. 



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Fig. 75. Kasr al-Mwakkar. Schnitt A— B. 



Diese Anlage mit ihrer im 0. offenen Säulenhalle erinnerte mich 
lebhaft an h. ed Dejr bei el-Fatüma im w. Müsa (Petra). 

Die Wände der Gewölbe waren mit Mörtel beworfen und in diesen 
Bewurf hatte man Kerben eingehauen, damit der feinere Kalkverputz 
besser haften könne. Den nämlichen Anwurf und die nämlichen Quer- 
schnitte fand ich auch in kasr at-Tüba und in kusejr c Amra. 

Die Verzierung einer von mir im Schutte gefundenen Steinplatte 
durch ein vertieftes Kreuz (Fig. 77) inmitten eines Kreises von Wem 

Musil. Arabia Petraea. I. Moab. 13 



194 




Fig. 76. 
Al-Mwakkar. Gekuppelter Pfeiler. 



Durchmesser und kleineren Kreisen zwischen den Kreuzarmen legt 
den Schluß nahe, daß hier einst auch Christen gewohnt haben. Gegen- 
wärtig dient das Schloß samt seiner nächsten Umgebung den Shtir als 

Begräbnisstätte. 

Der südliche und südöstliche Ab- 
hang der Kuppe enthält nebst zer- 
störten Mauern sehr viele zwiebelför- 
mige Zisternen, die zahllosen Tauben 
zum Aufenthalte dienen. 

Gegen SSO., am Fuße des Hü- 
gels, befindet sich ein Wasserbehälter 
von 34 m Länge (0. — W.) und 31*5 m 
Breite. Seine Umfassungsmauer hat 
eine Stärke von 1*9 m und einen Kern 
aus Schutt und Erde; an ihrer Nord- 
west- und Südwestecke führen Treppen 
zum Boden des Behälters hinab. 

Etliche Meter südöstlich von dem 
Wasserbehälter steht ein 13*5 — 17 m 
langer (N. — S.) und 13'26m breiter Gebäuderest (Fig. 78) mit drei je 
3*42 m breiten Räumen (Fig. 79, 80, 81, 82). Diese Räume waren mit 
Tonnengewölben überdeckt, von welchen nur mehr das mittlere teil- 
weise erhalten ist. Sie kommunizieren 
untereinander, indem die auf einem durch- 
gehenden Sockel aufgebauten 0*9 m starken 
Trennungs wände durch je 10 halbkreis- 
förmig überwölbte Offnungen durchbrochen 
sind. Hier ist also die Konstruktion gewöhn- 
licher Wohnräume zu einem besonderen 
Zwecke angewandt worden, der aber die 
Benützung des Gebäudes als Wohn- oder 
Kultstätten ausschließen dürfte. Die Außen- 
wände sind nur 0*6 m stark und mit schma- 
len Fensteröffnungen versehen. Anscheinend bildete den südlichen Ab- 
schluß des Mittelraumes eine halbrunde Apsis, doch verhinderten mich 
die hier überall angelegten Beduinengräber, mir über diesen Punkt 
Gewißheit zu verschaffen. Etwa 3*5 m von den Außenmauern und 
5 m von den erhaltenen Pfeilern entfernt gewahrt man Überreste einer 
0*8 m starken Mauer, welche die ganze Anlage umfaßte. 




o 50cm 

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Fig. 77. 
Al-Mwakkar. Das Kreuz. 



195 

Am anderen Morgen verließ ich um 7 Uhr 15 Min. mit Bahit das 5Juni 
Lager in der Richtung 255°; nach 18 Min. gelangten wir auf das rechte 




Fig. 78. Kasr al-Mwakkar. Die dreiteilige Anlage von Norden. 




Fig. 79. Kasr al-Mwakkar. Mittelraum der dreiteiligen Anlage von Norden. 



Ufer des w. al-Mutabba, dem wir talabwärts folgten. Um 8 Uhr 28 Min. 

erblickten wir eine fast 2ra starke Mauer, die sich quer durch das Tal 

hinzieht, um das Regenwasser in einen künstlich hergestellten Graben 

zu leiten. Dieser Graben gab dann den Wegweiser für unseren weiteren 

13* 



196 



Ritt ab (Richtung 280°), bis wir um 8 Uhr 55 Min. in eine breite ; 
fruchtbare und in früheren Zeiten bebaute Ebene gelangten. 

Sie durchquerend erreichten wir um 9 Uhr 20 Min. den 743 m 
hohen Hügel ad-Dhejbe, 6 auf dem sich zahlreiche Kalksteinbrüche be- 
finden. Von hier aus liegt kasr al-Msatta in der Richtung 205 °, uns 
näher in der Richtung 220° hrejbet al-Msatta, gegen 0. der Hügelzug 
al-Lusejjen, in der Richtung 10° hrejbet al-'Alja, 310° h. ar-Razim, auch 

ar-Razib, 290° h. al-Libben, die 
beiden letztgenannten bereits 
westlich vom darb al-Hägg. 

Von 9 Uhr 30 Min. folgten 
wir dem rechten Ufer des w. ed- 
Dhejbät und des w. al-Mutabba 
in SSW.-Richtung und gelangten 
nach 42 Min. zu neuen Kalk- 
steinbrüchen, die an der rechten 
Seite des Tales liegen und hrejbet 
al-Msatta heißen. Um 10 Uhr 
20 Min. hielten wir beim kasr 
al-Msatta. 

Die Anlage von al-Msatta 
(Fig. 83) ist der von kasr at- 
Tüba zwar nicht gleich, immer- 
hin aber sehr ähnlich. Sie unter- 
scheidet sich von der letzteren 
hauptsächlich durch die Größe 
und Gestalt der Gesamtdisposition 
und den dekorativen Reichtum. 
Während die Umfassungs- 
mauern von at-Tüba ein Recht- 
eck von 155 auf 78 m Seitenlänge bilden, zeigen die von al-Msatta 
ein Quadrat, dessen Seiten etwa 147 m messen. Dem einfachen, aber 
größere Detaildimensionen aufweisenden Systeme von Höfen und Wohn- 
gebäuden von at-Tüba stellt sich in Msatta ein Grundplan gegenüber, 
der nicht bloß eine multiplizierte Form jener Anlage darstellt, son- 
dern auch die Hauptachse betonende Repräsentationsanlagen enthält, 
die dort gänzlich fehlen. Man darf deshalb dieses monumentale Bau- 
werk im Vergleiche mit at-Tüba als eine Anlage höherer Ordnung 
bezeichnen. 




iß 

4-00 

10 



20 M 



Fig. 80. Al-Mwakkar. 
Grundriß der dreiteiligen Anlage. 



197 

Die von Rundtürmen an den Ecken und Seiten flankierte, an 
der Südseite außen mit reicher, aber nur teilweise fertiggestellter Ver- 
zierung (Fig. 84 — 88) versehene Umfassungsmauer weist nur ein einziges 
Portal auf, das die Mitte der Südseite einnimmt und von zwei im Acht- 
eck angeschlossenen Türmen flankiert ist. Die Umfassungsmauer wurde 
niemals vollendet, ist jedoch durchwegs ungefähr bis zur ursprünglichen 
Höhe erhalten. 




Fig. 81. Kasr al-Mwakl<ar. Längenschnitt durch die dreiteilige Anlage. 

Der Raum innerhalb dieser Umfassung wird durch zwei von N. 
nach S. laufende Mauern in drei Abschnitte geteilt. Der größere mittlere 
Abschnitt enthält einen großen quadratischen Hof, der die Mitte der 
ganzen Anlage einnimmt. An seiner Südseite war die Errichtung einer 
Eingangshalle und eines Vorhofes nebst mehreren größeren und kleineren 
Räumen geplant. Von alledem wurden jedoch nur die Fundamente 
fertig, die das Niveau kaum merklich überragen. 




l lH lll l l ll 



2.M 

=1 



Fig. 



Kasr al-Mwakl<ar. Querschnitt durch die dreiteilige Anlage. 



An die Nordseite des Mittelhofes schließt sich innerhalb des mitt- 
leren Abschnittes ein zweiter Gebäudekomplex an. Er scheint von allen 
Teilen der Anlage allein fast vollendet gewesen zu sein und ragt noch 
heute mit seinen mächtigen Mauermassen und Gewölben hoch über die 
Baustätte empor. 

Hier findet man auch noch zahlreiche, gut erhaltene Architektur- 
gliederungen. Wie die Gesamtanlage zerfällt auch dieser Komplex in 
drei Abschnitte. Der mittlere enthält dem Hofe zunächst eine geräumige 



198 



dreischiffige Halle, von der aus man einen großen quadratischen Zentral- 
raum betritt (Fig. 89, 90, 91). Die Südseite des letzteren stand in weitem 
Bogen offen, während sich an den drei übrigen Seiten tiefe, halbrund 
geschlossene Nischen anschlössen. Dieser Raum erscheint mir den Kuppel- 
gemächern von l Ainra, kubbet el-Bir und el-Bir bei c Abde mit ihren 







Fig. 83. Kasr el-Msatta/ [Grundriß. 



Nischen enge verwandt. Ob er jedoch jemals eine Kuppel getragen 
hat (oder tragen sollte), dürfte kaum mehr zu entscheiden sein. Zwischen 
ihm und der nördlichen Umfassungsmauer liegen noch drei mit Tonnen 
überwölbte kleine Räume. 

Die beiden seitlichen Abschnitte dieses Komplexes sind vollkommen 
symmetrisch. Sie enthalten einen größeren Mittelhof, von dem aus man 



199 

nördlich und südlich je einen kleineren Hofraum betritt. Sie sollten 
wohl niemals überwölbt werden, so wenig wie die ihnen entsprechenden 
von at-Tuba. Von hier aus gelangt man durch Türen mit spitzbogigen 
Oberlichten wieder in je zwei, also insgesamt acht Wohngebäude mit 
Tonnengewölben (Fig. 92), von denen jedes zwei Gemächer enthält. 




Fig. 84. Kasr al-Msatta. Ornamente auf der Südfront. 



Wir haben somit — nur etwas kleiner dimensioniert — dasselbe System 
von Höfen und Wohngebäuden, sogar in der nämlichen Durchführung, 
vor uns, wie wir es in at-Tüba angetroffen hatten. 

Die beiden äußeren Abschnitte der Gesamtanlage stehen und standen 
seit jeher vollkommen leer; keinerlei Fundamentmauern lassen die Ab- 
sicht der Erbauer erkennen. Zwar sind an den diese Plätze umschlie- 
ßenden Mauern noch größtenteils die Verzahnungen erhalten, an welche 



200 

die Gebäudemauern anschließen sollten; ans ihrer Lage läßt sich auch 
folgern, daß das oben erwähnte System hier weiter geführt worden 
wäre; diese Anhaltspunkte jedoch genügen noch nicht zu einer auf 
sicherer Grundlage stehenden Rekonstruktion. 

Dadurch gewinnt die Anlage von kasr at-Tüba ein höheres In- 
teresse. Hier konnte nämlich auf Grund des gegenwärtigen Bestandes 
mit voller Sicherheit zur Rekonstruktion geschritten werden. Es zeigte 
sich dabei ; daß die ganze Anlage von at-Tüba mit ihren drei zentralen 




Fig. 85. Kasr al-Msatta. Ornamente auf der Südfront. 



Höfen eigentlich nichts anderes ist als — mutatis mutandis — ein für 
sich abgeschlossener Teil der viel weitläufigeren Anlage von al-Msatta, 
wie er in jedem der beiden seitlichen Abschnitte hätte erstehen sollen. 
In Bezug auf die Wohngebäude und ihr Anordnungssystem — 
man vergleiche auch den Grundriß von kasr al-Haräni — erinnere 
ich an die Einrichtung der Beduinenzelte, die stets durch einen Teppich 
in zwei Abteilungen geteilt sind, deren eine von den Männern bewohnt ist, 
während die andere als Frauengemach dient. Ich erinnere ferner an jene 
in den Beduinenlagern gebräuchliche Anordnung der Zelte, die sie dann 
anzuwenden pflegen, wenn sie sich in großen Massen vereint sicher fühlen. 



201 

Man kann wohl annehmen, daß hier wie dort Resultate derselben Lebens- 
bedürfnisse, nur unter verschiedenen äußeren Verhältnissen, vorliegen. 
Die Verwandtschaft der beiden Anlagen von al-Msatta und at- 
Tüba, deren Entfernung voneinander allerdings nicht mehr als 80 km 
beträgt, erstreckt sich übrigens bis ins Detail. Hier wie dort sind die 
Umfassungsmauern aus weißen Muschelkalkquadern mit Füllmauerwerk, 
die in at-Tüba allerdings ohne Sockelvorsprung und Verzierung glatt 
aufsteigen, errichtet. Hier wie dort bestehen alle Fundamentmauern aus 




Fig. 86. Kasr al-M3atta. Ornamente auf der Südfront. 



Kalkstein. Für alles übrige Mauerwerk gab man jedoch gebrannten 
Ziegeln den Vorzug. Und doch war in der nächsten Nähe, und zwar 
bei al-Msatta in Zobajer, bei at-Tüba in al-Beda, reichliches Steinmaterial 
vorhanden. Die Herstellung von Ziegeln muß in diesen holz- und 
wasserarmen Gegenden ungeheuere Mühe gekostet haben. Die einzelnen 
Ziegelsteine messen bei beiden Anlagen durchschnittlich 25 X 25 X 6*3 cm. 
Auch die Gewölbe zeigen durchwegs die gleiche Herstellungs- 
technik. Sie waren mittels verschiebbarer Leergerüste hergestellt und 
bestehen aus zwei übereinanderliegenden Gewölbschalen. In al-Msatta 
sehen wir noch eine starke Gewölbnachmauerung, die in at-Tüba fehlt. 



202 

Gleiche Gestalt und Ausführung zeigen auch die in die Wohn- 
räume führenden Türen samt ihren im Spitzbogen geschlossenen Ober- 
lichten mit steinerner Bogenkonstruktion. Der Türsturz ist später überall 
herausgebrochen worden. An der Süd- und Nordmauer von al-Msatta 
belinden sich je an vier Stellen enger aneinander gerückte Verzahnungen 
für Maueranschlüsse. Diese scheinen den Gangmauern zu beiden Seiten 
der Eingänge im Inneren von at-Tüba zu entsprechen. Auch hier sollten 
wahrscheinlich Treppenanlagen errichtet werden. Ähnlichkeit tritt end- 




Fig. 87. Kasr al-Msatta. Ornamente auf der Südfront. 



lieh auch in der ornamentalen Dekoration zutage, die übrigens bei beiden 
Anlagen niemals fertiggestellt wurde. 

Die Anordnung der Eingangstore ist jedoch insofern verschieden, 
als sie bei at-Tüba an der nördlichen Umfassungsmauer angebracht 
sind, während das Tor von al-Msatta an der Südseite der Anlage liegt. 
Der Umstand, daß dort zwei Eingänge hergestellt wurden, scheint den 
analogen Verhältnissen in den seitlichen Abschlußmauern des großen 
Hofes von al-Msatta zu entsprechen. In ihren Fundamenten sind näm- 
lich sowohl nördlich wie auch südlich noch Spuren beabsichtigter Tor- 
gewände sichtbar. 



203 

Die flankierenden Türme beider Anlagen zeigen einigen Unter- 
schied, da sie hier größtenteils voll ausgemauert sind, während die von 
at-Tüba durchwegs nach innen offene Hohlräume enthalten. 

Um 1 Uhr 15 Min. verließen wir al-Msatta und ritten in der alten 
Richtung nach ad-Dhejbe und dann zwischen zwei Anhöhen nach NNW. 




Fig. 88. Kasr al-Msatta. Ornamente auf der Südfront. 



weiter. Um 3 Uhr 6 Min. gelangten wir an den Westabhang des Hügel- 
zuges al-Mkejre, von wo aus eine wunderschöne Aussicht auf die Ebene 
von darb al-H ägg und die westlichen Berge sich eröffnet. Westlich von 
darb al-Hägg liegt in der Richtung 292° h. Sah ab und weiter in der 
Richtung 315° h. Salbüd. Nach 3 Uhr 48 Min. bogen wir, dem Hügel- 
zuge folgend, mehr gegen 0. ab und ritten über eine schöne Ebene an 
den Ruinen von al-Mkejre oder en-Nkejre vorüber. 



204 

Der südliche Teil des Hügelzuges heißt al-Mwakkar oder al-Mkejre, 
der nördliche, dem wir eben zustrebten, al-Haku. Um 4 Uhr 20 Min. 
gelangten wir an den Fuß des letztgenannten und 20 Min. später hatten 
wir ihn erklommen. Auf seiner Höhe (960 m) stand vormals ein aus 
festem Materiale erbauter Turm namens rugm oder hrejbet al- c Alja. Die 
Aussicht ist nur gegen 0. verlegt. Im S. ist die breite, von Hügel- 
zügen eingeschlossene Ebene mit der Pilgerstraße, im SW. sieht man 
die Schluchten von el-M6geb, den Berg Sihän und das Gelände bis zur 




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Fig. 89. Kasr al-Msatta. Eingestürzter Pfeiler. 



sagarat el-Mese und den Höhen östlich von Hanzire, im W. das ruinen- 
reiche Hügelland des Bezirkes von Madaba, welches im N. von einem 
schwarzen Gebirgsrücken abgeschlossen ist, der sich in einem mäch- 
tigen, nach S. offenen Bogen von O. nach WSW. hinzieht. Dieser 
Gebirgszug g. al-Mserfe, scheint mir die natürliche Grenze des Gebietes 
von 'Amman zu sein. Seine Fortsetzung findet er östlich von der Pilger- 
straße, gegen die er ziemlich steil abfällt, im gebel al-Maskal. Das oben 
erwähnte h. Salbüd liegt am Südabhange des erstgenannten Gebirgs- 
zuges, das h. el-Mnäher am Südabhange des el-Maskal. Dieser zieht 
sich etwa 8 km nördlich von al- c Alja von W. nach 0. das linke Ufer 




bß 



206 

des tiefen Tales al-Hägeb entlang, welches mit w. al-Rbäwi in az-Zerka^ 
einmündet. Gebel al-Ma§kal bildet somit die Wasserscheide zwischen 
el-Mögeb und az-Zerka'. Al-'Alja ist jetzt die Begräbnisstätte der Shür, 
die ihre Häuptlinge fast immer auf Hügeln begraben. 

Um 5 Uhr 7 Min. verließen wir al- c Alja ; gelangten in der Richtung 
120° um 6 Uhr 17 Min. nach al-Mwakkar und trafen um 7 Uhr 10 Min. 
im Lager ein. 

Von al-Genäb über al-Haräni, kusejr c Amra nach 

al-Azrak. 

7. Juni Am 7. Juni wollten die Shür einen Razw-Zug gegen die Ibn Sa'län 

unternehmen, bei dem ich sie begleiten sollte. Wir brachen um 8 Uhr 
25 Min. auf und schlugen die Hauptrichtung O. ein. Ich ritt mit dem 
Fürsten Taläl und seinem ersten Häuptlinge, dem alten Rumejh ibn 
al-Fäjez. 

Nach Durchquerung der ziemlich fruchtbaren Ebene al-Genäb ge- 
langten wir um 1 Uhr 15 Min. in die Ebene Mdejsisät, die im S. von 
der gleichnamigen Hügelkette begrenzt und von dem Tale al-Celat durch- 
quert wird. Dieses Wädi ist sehr breit und flach und seine Bachrinne 
mit Gesträuch bewachsen. Nördlich davon zieht sich von NW. gegen 
OSO. g. as-Safra 1 , der im tlejl ar-Rogel seine größte Höhe erreicht. Die 
Umgebung ist nacktes, graues Wüstenland as-Swän von seichten, aber 
engen Tälern durchwühlt, welche alle in das w. al-Celät einmünden. 

Wir folgten der Talebene in der Hauptrichtung O. und hielten um 
2 Uhr 47 Min. bei einem Gestrüppe (Fig. 93). Nordnordöstlich von uns 
in einer Entfernung von etwa 3 km sahen wir die im Viereck erbaute 
Festung al-Haräni. Sie liegt auf einer schwärzlichen Hochebene, die 
etwa 2 km weiter im N. durch das nach O. sich hinziehende w. el-Msäs 
von dem Hügelzuge as-Safra' getrennt wird. 

Am nächsten Morgen war man schon vor Sonnenaufgang wach, um 
die Kamele zu satteln, doch blieb noch alles ruhig und die Tiere lagen. 
Als aber die Sonnenscheibe am Horizonte erschien (4 Uhr 19 Min.), 
sprang c akid Taläl auf sein Reitkamel und in demselben Momente erhob 
sich das ganze Lager und fort ging es gegen ONO. Wir ritten über 
die Ebene Mdejsisät und hielten um 8 Uhr 42 Min. an der Vereinigung 
des w. Mdejsisät mit dem w. al-Butum. Hier trafen wir auch unsere 
Ujün, Aufklärer, welche vorausgesendet worden waren, um das Wasser- 
gebiet von al-Azrak zu durchforschen. Der Fürst Taläl sprang von 



1898. 




OS 



208 

seinem Kamele und in demselben Augenblicke standen alle Reiter auf 
der Erde; es sollte hier kurze Rast gehalten werden, um mir Gelegen- 
heit zu bieten, das nordwärts gelegene Schloß kusejr 'Amra zu be- 
sichtigen. 

Als Begleiter wurde mir der greise Vater meines Bahit zugeteilt; 
er ritt die Stute des Fürsten Taläl, ich mein Delul-Reitkamel. Nach 
einer kleinen halben Stunde erreichten wir das Schloß. Allein nach 
40 Min. wurden wir von feindlichen Aufklärern überrascht und mußten 
so schnell als möglich zu den Unsrigen zurückfliehen. Unsere Freunde, 




Fig. 92. Kasr al-Msatta. Der Haupttrakt von Norden. 



die Shur, hatten nicht lange gerastet; wir sahen sie nicht mehr, sie 
waren hinter dem von NO. nach SO. verlaufenden Hügelzuge umm 
Hazne verschwunden, von dessen letzten Ausläufern aus wir bemerken 
konnten, daß unsere Verfolger schon die Richtung ONO. eingeschlagen 
hatten. Auf dem Rücken des Hügelzuges angekommen, sahen wir den 
Fürsten mit einigen Reitern auf uns warten und nun ging es fort- 
während bergab in der Richtung 0. (Höhe 442 m). 

Die Gegend ist öde, aber nicht mehr graue Swan- Landschaft, 
sondern schwarze Vulkanbildung und heißt harrat al- c Wejned. Gegen 
S. ist sie abgeschlossen durch das w. ar-Ratam, welches in das w. al- 
Megäber einmündet. Das vereinigte Tal heißt w. Sirhän und wird durch 
die Quellen f ajn az-Zelle, c ajn al-Megibe und f ajn al-Asad bewässert. 



209 

Unterhalb der Mündung des w. ar-Katäm steht kasr al-Azrak 6 
gegenüber einem Palmendickichte. 

Von al-Azrak nach ar-Razib. 

Unsere Feinde hielten die Oase von al-Azrak besetzt. Es entspann 
sich sofort ein Kampf, aus dem wir wohl als Sieger hervorgingen, da 
aber die Feinde leicht Hilfe bekommen konnten, mußten wir fliehen 
und gelangten erst am nächsten Morgen in unser Lager auf al-Genäb. 




Figf. 93. Beim radir ac-Celät. 



Seit 1 . März war ich fast ununterbrochen im Sattel gewesen. Die 9 - Juni 

1898. 

Folgen der beständigen Anstrengung und Aufregung sowie der schlechten 
Ernährung machten sich endlich fühlbar und ich befürchtete einen 
Fieberanfall. So entschloß ich mich, geradewegs nach Damaskus auf- 
zubrechen und den Besuch des SO.- und 0. -Gebietes von Hawrän auf- 
zugeben. Der Fürst Taläl wollte von meiner Abreise nichts wissen und 
bat mich unter Tränen, wenigstens noch einen Tag bei ihm zu ver- 
bleiben. Er sei alt und wisse nicht, ob er mich noch einmal sehen 
werde. Allein meines Bleibens war nicht länger und so verließ ich denn 
am nächsten Morgen um 6 Uhr das Lager und die Segenswünsche der 10 18 ^ ni 
braven Leute begleiteten mich weit in die Ferne. 

Um 8 Uhr 30 Min. gelangten wir in die Nähe von h. Sahäb, das 
auf einem gegen N. aufsteigenden Hügel liegt. Die Gegend war von 



Mus iL Arabia Petraea. I. Moab. 



14 



210 

Felläbin angebaut, welche das große, nördlich gelegene Dorf Salbüd 
bewohnen. Ursprünglich hatten sie den Shür Abgaben zu leisten; im 
Jahre 1895 wurde jedoch dieses Gebiet für Samsijje erklärt und seit 
dieser Zeit gehören die Felläbin samt ihrem Besitze unter die Herrschaft 
des Sultans. Um 9 Uhr ließen wir ungefähr 2 km südlich das ebenfalls 
bewohnte Dorf keraje Salem, welches die Shür zur Hälfte den Christen 
von es-Salt verkauft haben, und gelangten nach etwa 10 Min. in eine 
fruchtbare Niederung, welche das hohe Gebirge el-Mserfe von dem süd- 
lichen Hügelzuge trennt. 

Ungefähr 2'bkm nördlich von uns sahen wir h. ar-Razib, 7 welches 
von Felläbin aus Damaskus bewohnt wird und der türkischen Regierung 
gehört. Um 9 Uhr 30 Min. kamen wir zu der Ruine eines festen 
Schlosses, kser es-Sahl, von dem ein Turm noch gut erhalten ist. Nahe 
bei ihm führt ein Weg von S. nach 'Amman, den ich einschlug, um 
über Damaskus und Beirut nach Europa zurückzukehren. 8 



Von topographischen Ergebnissen dieser anstrengenden Reise er- 
wähne ich die Feststellung der Wasserscheide zwischen el-M6geb und 
w. Sirbän sowie die Auffindung der Schlösser at-Tüba un( i 'Amra. 

Die ethnographische und folkloristische Ausbeute war ebenfalls 
befriedigend, da sich mir daselbst Gelegenheit bot, manches zu sehen, 
was ich früher nur vom Hörensagen kannte. 



1 Hagi Mehemmed Edib, 1. c, p. *ivff. : „ r Ajn Zerka 1 ist ein wasserreicher Ort, 
von Mafrak 12 Stunden entfernt. Er besitzt eine Festung-, und ein Fluß fließt an ihm 
vorbei. Man erzählt, daß der in Medina befindliche Bach 'ajn Zerka'* von diesem Orte 
seinen Ursprung nimmt. Jener Fluß ist von schmackhaften Fischen belebt, an seinen 
Ufern sind Schilfrohre, woraus man Flöten verfertigt, und Oleanderbäume in großer 
Anzahl vorhanden. Der Ort selbst liegt zwischen zwei Bergen. Sobald man von c ajn 
Zerka 1 nach Belka 1 geht, tritt man in eine Ebene durch einen Engpaß, dessen Weg 
beschwerlich ist und in Windungen verläuft. An steilen Abhängen vorbei kommt 
man zum Orte namens Baläta (al-Msatta). Auf dem Wege von Baläta nach Belka' 
aber wird es eben und schön und auch kein Schlamm findet sich dort. Hier steht 

ein zerstörtes Unterkunftshaus namens hän-ez-Zejt (wohl hän ez-Zebib y *.,oJ\ ,«A=i-)- 

Auf der Rückkehr der Karawane kommen den Pilgern bis zu diesem Orte Leute aus 
Damaskus entgegen, bringen ihre Waren und verkaufen sie." (v. Kraelitz.) 



2 At-Tabari, I.e., II, S. lv£r: yS $ d^kX^^ ^^ 



»LÄob , • SS 






211 

Kitäb al-Arani, VI, S. i . £ : *Lo ^.U ij\ji_j ii?^^ «J 3 ;^ C**"2 libi^"* Jt** 

• ? L£*A Ob» {jZ** <3-Xä3\ <^3 

Ibn al-Atir, ed. C. J. Tornberg, Lugduni Batav. 1870, V, S. HÄ: j^J^J\ £ t s? 

^>y^l> AJ s U> ^J^ l3jJ^^ Ui"^ ^^S*.? AJCoLL ^-o jj-jU Aä*o_2', 1. c, V, S. riv: 

Fragmenta historicorum arabicorum, ed. M. J. de Goeje et P. de Jong, Leyden 
18G9, S. in, ITA. 

At-Tabari, 1. c, S. r I : ^C* ^*o l3j^\ ^ c_s j^b 5A 9 *?i-t j«.^3^\ J'\^. 

3 Kitab al-Arani, I, S. |gr; II, S. |.a: yb ^ jj>Lo J»fP ^ J^-J^JI .>..<U ü\^ 

Al-Makdisi, 1. c, S. ro«: r jZgj <J^ O^** O' ^^^ s • • -^_? ti^A ^ 5 
. . . J.aULo; 1. c, S. ror: ä..l5 äXc^a*. Xsüb ^9 .l>\ Jo^- 

4 Al-Bekri, ^ä^I U ^ ^US ed. F. Wüstenfeld, Göttingen 1877, 

S. 01 0: *.^AS jjls JJ,*Sw*JO AJiXl3\ ^J-^fi ^-o ^L^lsf** ^U-o^xi ^k**Jü\^ ~3^J\. 

«iX a*j\_£*o ( - r ^Xk^w.A3 b ,j^ <0 «Xol.^ j-AJ <J-^3\ ^i^^Ä. ^y£.i 

Auch Garir kennt al-Mwakkar (1. c): *£,.=*. JUJ 

t >, *> «'• 1 . t if • c f c .*. 1 'f 1 #c - ' * 1 ? ' ' & ä ' c «\T Ä v't *? = •. ' 

Jäküt, Geographisches Wörterbuch, ed. Ferd. Wüstenfeld, IV, Leipzig 1869, 

, C. S f 

. . . JUi ? L£J\ ^j\ ^^0 t-s>J\ £jb yiL£j\ ^-14. uXs 9 • • • <^Jj-^. <£&~*J\ 
^3^.31 Jjfc\ »UäJ\ J.a\ ^ ^^ 

5 DHT H. Moses redet (Deut. 1 5) : SX1Ö pxn pTH "WS (also weder ni31p2 
2S*Ö noch DXIft nTvt'2, wie die Jordanebene und die angrenzenden Abhänge des 
'Abarim-Gebirges genannt werden) und zwar in 

WO = der Steppe 

tyiD = hirbe Süfa d^y^ä <^y^ 
2H1 n = ed-Dhejbe Ä^äJJ\ 
pb = el-Libben Cr JJ\. 
Al-Hamdanis Geographie der arabischen Halbinsel, ed. D. 11. Müller, I, Leiden 
1884, S. i A r: ^Juo ^Sl^^ ^ Ä^i\^ «TkUil • ,^A\j^J\; H, Leiden 1891, S. 202: 

c- 14 * 



212 



jbA> JJ^Jb IXä. <*JiJ\ ^_z&^) 



Müller meint: ,( — ^a\ > >.<J\ scheint eine Variante für «^Aäu^JI zu sein', was 
der Wirklichkeit entspricht, weil zwischen al-Kastal und al-Mwakkar zahlreiche 
C^ULX«ö> Dhejbät, liegen. 

6 Abulfeda, 1. c, S. rn (Anm.: Ce qui suit a ete biffe dans le man. autographe): 

7 Dp^l Jos. 13 21; Flav. Jos., Antiq., ed. B. Niese IV 1«: Von den Israeliten 
wurden geschlagen die Könige: 'Q)(°S xe x«i Souprj; eri os c Poßer]? xai Oüpr]? rapiros 8s 
'Pexspog, oü toXi? sTuovufxo; tb Tiav ä^ico[xa T7J; Apaßcov e^ouaa yrj; stat fJ^XP 1 vuv uto ^avib; xou 
'Apaßiou toü xTiaavroi; ßaatXIco? tb ovojxa 'Ps/cspjs zaXeirai, üstp« Tiap' "EXXrjai Xeyo^evr). 

Al-Istahri, I.e., S. i g : 2^ä^ ^a^ «UUUJ\ < >yb Ä/Oj^o l^ils ^^»j Ü\_j 

.^^ y^ \^\S j-s?* ^ Lfi\ JV >Ä-3 L$J5 ^5^? Äj^s^ 

Al-Makdisi, 1. c, S. | vo f.: 3o>UJl ?>s^ 1c ^U^ ^-o ^j-s J-* *i.ß p-z*j^3 

J^:LjJ\ <*J.1.*.j> jo.3 ^-^ü\ »J-^O ^j-* J O*"**./?. J~^3 j^"^ 0^4 ^ ijli« l^s 

Al-Kazwini, OU*^Ls.v*J\ v_ols? i >lXS ed. F. Wüstenfeld, I, Göttingen 1849, 

S. m: ,0-^.i^ ^ä^\ v_j12^\ ^\ tJU^u*a* ? \ o\yü\ ^s j5 ^JmJ\ yfe^ f£V^ J"^ 

Ibn al-Atir, ed. Rec. de Crois., S. 593: (Juni 1173) & j&\ J\ »Uu ^jJ\ j^3 

.^Lil\.Ä»^o \*$ SS\ ^^5 ^**-^^ fAr^ c)" ^ 

8 Siehe : Kusejr r Amra, S. 3 ff. 



1900. 



J. 



x!inde Juni 1900 kam ich nach Madaba in der Absich t, von dort 
neuerlich nach kusejr c Amra zu gelangen. 

Es war wiederum die schwierige Aufgabe zu lösen, die türkische 
Machtsphäre zu verlassen, was ; an und für sich schon eine mißliche 
Sache, mir geradezu unmöglich werden konnte, weil die türkischen Be- 
hörden um meine Sicherheit sehr besorgt waren. So mußte ich zuerst 
trachten, die notwendigste Reiseausrüstung über die Grenze zu schaffen, 
um dann selbst bei günstiger Gelegenheit unauffällig dorthin zu ge- 
langen. Mein Freund Häjel, der später mein Reiseführer sein sollte, 
hielt sich in der Nähe von Madaba auf und es gelang mir, meine Aus- 
rüstung ohne wesentliche Hindernisse mit der Nachricht zu ihm gelangen 
zu lassen, daß ich selbst bald folgen werde. 

Um die Aufmerksamkeit der Behörden von mir möglichst abzu- 
lenken, unternahm ich täglich kleinere Ausflüge und kehrte regelmäßig 
abends in der auffallendsten Weise nach Madaba zurück. Dadurch 
sowie durch andere Mittel verminderte sich allmählich die Wachsamkeit 
der Behörden, und so wagte ich es, am 4. Juli Madaba zu verlassen, 
um mit Häjel zusammenzutreffen. 

Von Madaba nach el-Jädüde. 

Ich ritt mit einem verschwiegenen Begleiter um 1 Uhr 5 Min. *- o ^ u 
nachmittags von Madaba bei der griechischen Kirche auf der Straße 
nach Hesbän fort. Nach etwa 5 Min. sahen wir rechts bei einer großen 
Zisterne einen Weg abzweigen (Höhe 746 m) } der in nördlicher Richtung 
zu dem Hügel Hanina, wo sich die Nekropolis von Madaba befindet, 
und weiter zum kfer abu Hinan führt. Um 1 Uhr 15 Min. setzten wir 
über eine kleine, bei kerje c Afnän beginnende Senkung tel'e Rabne, 
die sich von W. nach 0. erstreckt. 



1900. 



216 

Westlich von Mädaba zieht sich gegen Hesbän in einem weiten, 
nach O. offenen Bogen die Bodenwelle IJawwa-n-Nattafe. Dann ritten 
wir durch das steinige, aber urbare Terrain ard Mähri, ließen rechts 
bwere Sa c id und passierten um 1 Uhr 25 Min. in der Richtung NW. 
einen Wasserweg, der über kfer abu Sarbüt zum Ji« Sümijje im w. 
Hesbän abzweigt. 

Kfer abu Sarbüt erscheint als eine umfangreiche Ruine mit einer 
einzeln stehenden Säule und einem zerfallenen mohammedanischen Bet- 




Fig. 94. Kfer abu Bedd von Süden. 



hause. Man findet hier auch zahlreiche Bruchstücke schön ausgeführter 
Kapitaler. Nach weiteren 10 Min. lag abu Sarbüt westlich, während im 
O. der steinige Hanina-Hügel anstieg. Von 1 Uhr 41 Min. an senkte sich 
das Terrain sanft gegen N. Auf dem Rücken der Bodenwelle Hawwa- 
n-Nattafe sahen wir im WNW. kfer abu Bedd und hrejbe Dejr Sillih. 
Kfer abu Bedd (Fig. 94), ein kleiner Ort, wird so benannt nach 
einem runden Steine von 2*85 m im Durchmesser bei einer Stärke von 
(Mira. In der Ostrichtung, etwa 200m weit von der Straße liegt kfer 
abu Hinan, wo ich viele Gewölbe sowie ein altes aus Trümmern er- 



217 

richtetes mohammedanisches Bethaus sah. Links und rechts sind an 
der Straße zahlreiche im Felsen ausgebrochene und zementierte birn- 
förmige Zisternen, an deren Restaurierung jetzt gearbeitet wird. Süd- 
östlich von kfer abu Hinan sieht man einen großen in den Felsen ein- 
gehauenen Wasserbehälter und noch weiter östlich kfer es-Serki. 

Nun verließen wir die Straße in nö. Richtung und hatten um 2 Uhr 
vor uns: in der Richtung 50° h. es-Sämeö, auch es-Sämac oder es-Sämez 
genannt, in der Richtung 90° h. Menga, in der Richtung 60° umm el- 
'Amad und in der Richtung 350° Hesbän. 




Fig. 95. Eine Zisterne bei Barazen. 



Um 2 Uhr 13 Min. betraten wir eine Ebene, die, im N. von tel'et 
el-Merbat begrenzt, sich von W. nach 0. ausbreitet und von dem w. 
Grejne durchschnitten wird (Höhe 755 m). In der Richtung 310° lag 
das gleichnamige h. Grejne. Nach weiteren 10 Min. gelangten wir zur 
Megma c el-Banät, wie die Vereinigung des von Hesbän kommenden tel'et 
el-Merbat mit dem aus NNO. zulaufenden se c ib Mäsiih genannt wird 
(Höhe 740 m). Das vereinigte Tal empfängt südlich das w. el-Grrejne 
und führt von da an den Namen w. el-Habis. 

Nun erstiegen wir eine Bodenwelle, die von dem im SSW. am 
linken Ufer des w. el-Habis gelegenen h. ed-Dlelet el-Rarbijje nach N. 
streicht und sich bei es-Sämac mit dem von Hesbän nach 0. gerichteten 



218 

Hügelzuge verbindet. In ihrem nördlichen Teile, durch den wir eben 
ritten, heißt sie el-Gbejl und gehört den 'Adwän-Beduinen. Um 3 Uhr 
10 Min. hatten wir in der Richtung WNW. am Südabhange des Hügels 
el-'Ala das h. Mästih, in der Richtung 60° h. umm el- c Amad und in der 
Richtung 5° auf dem Gipfel einer Hügelkette h. es-Sämec mit den Über- 
resten einer Festung. 

Wir folgten dann der Richtung 40° und gelangten um 3 Uhr 26 Min. 
zu dem ziemlich ausgedehnten Ruinenfelde Barazen 1 (Fig. 95), das sich 
am östlichen Abhänge der erwähnten Bodenwelle ausbreitet. Trotz der 
argen Verwüstung lassen die noch bestehenden Grundmauern und das 
reichlich vorhandene Baumaterial auf eine größere Anlage schließen. 
Wir folgten dem Abhänge, hatten um 3 Uhr 30 Min. es-Sämec in der 
Richtung 310°, umm el-'Amad in der Richtung 90°, al-Kastal in der 
Richtung 120° und kreuzten dann das seichte und breite henw el-Gafär, 
welches von N. kommt, gegen OSO. läuft und eine fruchtbare Ebene 
bildet. An seinem linken Ufer liegt In. el-Rbejja, das wir um 3 Uhr 53 Min. 
erreichten. 

Um 4 Uhr sahen wir am Ostabhange des erwähnten Hügelzuges 
in der Richtung 305° h. umm el-Hanäfis, östlich bei ihm h. Hamze, süd- 
südwestlich davon in einer breiten Mulde umm el-Brac, dann auf dem 
Rücken des genannten Hügelzuges in der Richtung 335° h. umm el- 
Kindib, das auf eine feste Anlage schließen läßt. Wir ritten in der 
Richtung 20° im w. el-Mashür aufwärts durch eine fruchtbare, mit Dura 
bepflanzte Ebene, die im W. von ziemlich steilen Abhängen begrenzt 
ist. Um 4 Uhr 22 Min. erblickten wir umm el-Brac in der Richtung 
260°, in der Richtung 65° einen einzelnstehenden hohen Bergkegel mit 
der Ruine rugm el-Hammän und am Nordrande der Ebene in der Rich- 
tung 10° h. el-Jädüde, auf das wir nun zuritten. 

Dieses Dorf gehört jetzt der christlichen Familie Abu Gäber von 
es-Salt ; die hier zwei große Häuser und einige Hütten für ihre Feld- 
arbeiter errichtet hat. El-Jadüde (Höhe 697 m) liegt auf einem Hügel 
westlich der Straße nach 'Amman, an der Grenze einer fruchtbaren 
Ebene; es war somit ein Punkt von Wichtigkeit. Desgleichen das 
kleinere, westlich gelegene h. Gazzü', welches den Paß über den Hügel- 
zug beherrscht, und die uralte Festung Gäwa, welche etwa 2 km nord- 
östlich den Hügelzug krönt. 



219 



Von al-Jädüde nach kusejr'Amra. 

Um 5 Uhr 41 Min. stieg ich im Zelte Häjels ab, um ihm schein- 
bar einen Besuch abzustatten. Sein Bruder, der Fürst Taläl, weilte mit 
Bahit in Hawrän. 

Nach Mitternacht schickte Häiel seinen Schwager Kuftän und 5 - Juli 

J . 1900. 

Fahad ; den Bruder Bahits, mit drei Kamelen zur Tränke, was niemandem 
auffallen konnte. Mit den Wasserschläuchen lud er ebenso unauffällig 
auch mein Reisegepäck auf und sagte Kuftän, er möge am Südost- 
abhange des Hammän-Hügels auf uns warten. 

Am nächsten Morgen verließ ich mit meinem Begleiter aus Mädaba 
um 4 Uhr 25 Min. das Zelt und ritt ostwärts am Fuße des Hügelzuges 
entlang. Nach 5 Min. kreuzten wir die 'Amman-Straße. Um 4 Uhr 
40 Min. ließen wir links die kleine Ruine er-Rufejse — eigentlich zwei 
Ruinen, es-Serkijje und el-Rarbijje — und sahen in der Richtung 155° 
b. at-Tonejb. Nördlich von er-Rufejse erhebt sich ein mächtiger, kegel- 
förmiger Gipfel mit der Ruine h. Gräwa. Nun bogen wir gegen SO. ab. 

Der Boden wurde allmählich steiniger, blieb aber noch eben und 
urbar bis zu einem mächtigen Kegel, dem südlichen Ausläufer der nörd- 
lichen Hügelkette, bei dem wir um 5 Uhr 11 Min. anlangten. Er heißt 
rugm el-Hammän, 2 trägt einen viereckigen festungsähnlichen Bau aus 
sehr großen Steinblöcken ohne Mörtelverband und beherrscht die Um- 
gebung in weitem Umkreise. Etwa l'bkm in der Richtung 60° sieht 
man auf zwei anderen Ausläufern die Ruinen von el-Libben, nordöstlich 
davon keraje Sälem und in der Richtung 175° at-Tonejb; das waren 
die östlichsten Ansiedlungen. Das südliche, in der Richtung 170° ge- 
legene h. al-Kastal ist römischen Ursprunges. In der Ebene sieht man 
in der Richtung 65° Ziza, zwischen 110° und 130° zahr al-Msatta, in 
der Richtung 220° h. umm el- c Amad, 225° Mädaba, 245° es-Sämez und 
in der Richtung 315° el-Jädüde. 

Gegen 9 Uhr erblickten wir in weiter Ferne in einem Seitentale 
östlich bei el-Hammän einen Kamelreiter, der ein freies Tier mit- 
führte. Es konnte nur Häjel sein. Bald stellte sich unsere Vermutung 
als Wirklichkeit heraus und wir eilten ihm entgegen ins Tal hinab. Da 
gab es einen flüchtigen Gruß und eine kurze Frage, ob alles in Ord- 
nung sei, und schon hatte ich aus der Satteltasche des ledigen Kamels 
einen Beduinenanzug herausgeholt, kleidete mich um, steckte den photo- 
graphischen Apparat in die große Satteltasche hinein, nahm die Bussole 



220 

und andere Instrumente zu mir und sprang dann auf das freie Kamel, 
an dessen Sattelknopfe mein Karabiner bereits angebracht war. Im 
Sattel nahm ich von meinem Begleiter Abschied, der mit meinem bis- 
herigen Anzüge und meinem Pferde nach Mädaba zurückkehren mußte, 
während Häjel und ich unsere Tiere nach 0. wendeten. 

Es war 9 Uhr 20 Min. Wir suchten in Seitentälern Deckung, 
trafen bald auf Kuftän und Fahad und zogen dann zusammen südlich von 




Fig. 96. Kusejr 'Amra. Situation. 



el-Libben in fast direkt östlicher Richtung. Die südlichen Ausläufer des 
Hügelzuges sind zwar sehr steinig, aber dennoch ziemlich fruchtbar und 
die Fellähin haben sie auch auf weite Strecken hin angebaut. Um 10 Uhr 
22 Min. gelangten wir zu einem von NNW. nach SO. gerichteten Tale, 
an dessen linkem Ufer hirbet oder rügm es-Sämi auf einem isolierten, 
in die Hägg-Ebene abfallenden Hügel liegt. Nördlich davon in der Ver- 
längerung des Tales sind die Ruinen von In. Sahäb und h. Salbüd. 

Um 10 Uhr 30 Min. betraten wir die Hägg-Straße (Höhe 735 m), 
auf der wir in der Richtung 80° bis 11 Uhr 55 Min. ritten. Darauf 
erstiegen wir allmählich den Kalksteinhügelzug, der sich meridional an 



221 

ihr hinzieht, und um 12 Uhr 34 Min. hatten wir den Hügelrücken 
bei al-Mwakkar erreicht (Höhe 930 m). 

Um 2 Uhr 13 Min. verließen wir in östlicher Richtung diesen Ort 
und gelangten nach 17 Min. zu einem großen Wasserbehälter, der da- 
durch entstanden war, daß ein Tal gegen W. mit einer Mauer ab- 
geschlossen wurde. Diese stellenweise noch Mm hohe Quermauer ist 
79 m lang (S. — N.), hat eine Stärke von 1*8 m und ist durch aufgeschüttete 
Erde gestützt. Die Breite des Behälters (W. — 0.) beträgt 65 m. (Höhe 
890 m, Lufttemperatur 31° C.) 




Fig. 97. Kusejr c Amra von Südosten. 



Um 2 Uhr 37 Min. ritten wir in östlicher Richtung weiter. Wir 
folgten der breiten Ebene des al-Glenäb, stießen jedoch nirgends auf eine 
Spur menschlicher Tätigkeit. Die Ebene wird gegen N. durch den 
nach 0. aufsteigenden Hügelzug gebel el-Mwakkar abgeschlossen. Um 
6 Uhr 27 Min. betrug die Lufttemperatur 28° C. Um 7 Uhr 5 Min. 
erreichten wir das Talbett eines Seitenarmes des w. aö-Celät, wo wir 
übernachteten. 

Die Nacht verging ruhig. Um 4 Uhr 35 Min. zogen wir in der 
Richtung 115° weiter (Temperatur um 4 Uhr 38 Min. nur 12° C). Nach 
kurzer Zeit verließen wir das Tal, erstiegen die ersten Ausläufer der 
schwarzen as-Swän-Fläche des nördlichen Wellenzuges, der hier gegen 
SO. einbiegt, und erreichten um 6 Uhr 33 Min. die Festung al-Haräni 
(Höhe 622 m, Lufttemperatur um 8 Uhr 16 Min. 23-2° C). 



;. Juli 

1900. 



222 



Um 8 Uhr 25 Min. verließen wir das Schloß, zogen in nordöstlicher 
Richtung über eine wellenförmige Landschaft weiter und erreichten um 
9 Uhr 24 Min. einen Weg, 3 der nach kasr al-Azrak führt (Temperatur 
28° C). Von hier aus bot sich uns eine schöne Aussicht nach O. (das 
Tal al-Butum) und auch nach W. Da die Gegend sehr unsicher ist, 
weil hier viele Kom-Truppen durchziehen, mußten wir oft Umschau 
halten. Wir gelangten jedoch um 11 Uhr 13 Min. unbehelligt in das 
Tal al-Butum, an dessen Flußbette einige Butum- Bäume stehen, die 
einzigen Bäume, die ich östlich von darb al-Hägg gesehen habe. Dann 

kamen wir zum kusejr c Amra, wo wir 
abstiegen (Höhe 536 m). 

Das Schlößchen f Amra liegt am 
Nordende einer schmalen Ebene (Fig. 96) 
am linken Ufer des w. al-Butum. Diese 
Ebene ist im N. abgeschlossen (Fig. 97) 
von einem niedrigen, von W. nach 0. 
streifenden Hügelrücken und im S. vom 
w. al-Butum, über dessen rechtem Ufer 
sich eine wüste Steinfläche ausbreitet; 
gegen W. verengt sich die Tal ebene, gegen 
0. jedoch breitet sie sich aus, weil der 
Hügelrücken gegen NO. abbiegt. 

Die Anlage des Schlößchens hat die 
Orientierung 198°. Schreitet man von 
der Südwestecke in der Richtung 175° 
fort, so gelangt man zwischen niedrigen 
Sträuchern hindurch auf ziemlich urbarem, rötlichem, mit Stein ver- 
mengtem Boden, der stellenweise künstlich geebnet ist, nach ungefähr 
300 Schritten zu einem Butum-Terebintenbaume, der am linken Ufer 
des dort 2 m tiefen und 6 Schritte breiten Flußbettes steht. 

Von hier aus in der Richtung 90° weiterschreitend, trifft man 
nach 174 Schritten einen zweiten Butum-Baum, der 14 Schritte weiter 
südlich am linken Ufer des Wasserbettes sich befindet, und erreicht 
hierauf nach weiteren 60 Schritten einen Pfeiler (Fig. 98). Dieser hat die 
Richtung 111°, ist 1*49 m breit (W. — 0), 1*31 m stark, aus großen un- 
behauenen Blöcken auf Mörtel erbaut und jetzt noch über 4 m hoch. 
In der Entfernung von 0'8 m von der Nordwestecke und 0*46 m von der 
Nordostecke schließt sich an die West- und Ostmauer des Pfeilers eine 
kreisrunde Treppelbahn an, die im Durchmesser 6*65 m mißt und von 




Fig. 98. Kusejr c Amra. 
Der zerstörte Brunnen. 



223 

einem 0*65 m breiten und 0'3m hohen Steingürtel umgrenzt ist. Dem ersten 
Pfeiler gegenüber stand ein zweiter, von dem aber jetzt nur mehr einige 
Steine übrig sind. Beide Pfeiler bildeten die Endpunkte des Durch- 
messers der Bahn und hatten einst die Göpelvorrichtung zu tragen, 
mittels welcher das Schöpfrad des benachbarten Brunnens durch ein 
Zugtier in Bewegung gesetzt wurde. Vom Südrande dieses Gürtels ist 
das Flußbett noch T6m entfernt. 

In der Nordflucht des Pfeilers gelangt man ostwärts nach 2*87 m 
senkrecht auf eine 0*85 m starke Mauer, die sich von dem Punkte, an 




Fig. 99. Kusejr 'Amra. Der Hof. 



dem wir sie erreichten, südwärts 4*4 m und nordwärts 1*85 m fortsetzt 
und dann nach O. umbiegt, um noch hm weiterzulaufen. Es sind offen- 
bar die Überreste des längst eingestürzten und durch Anschwemmung 
verschütteten Brunnens, zu dem die vorhin genannte Treppelbahn ge- 
hörte; seine Ost- und Südmauern sind vollständig verschwunden; ihre 
Steine mochten den Beduinen als Schutzplatten gegen die Hyänen für 
die östlich davon angelegten Gräber gedient haben — ein Schicksal, 
dem mit der Zeit der noch übrige Rest der Mauer zum Opfer fallen 
dürfte. 

Das Flußbett ist fast 2 m tief und 10 Schritte breit. Etwa 30 Schritte 
östlich gewahrt man darin ein Wehr von ziemlicher Stärke, mit dem 



224 

man einst in dem künstlich vertieften Flußbette das Regenwasser staute. 
Seither haben die Anschwemmungen längst wieder alles ausgefüllt. 

Folgt man von dem vorhin genannten Pfeiler der Richtung 23 °, 
so hat man zuerst 72 Schritte lang fruchtbaren Boden ; gelangt dann auf 
Steingeröll und nach weiteren 118 Schritten auf eine Straße, welche die 
Richtung 95° einhält. Sie ist 2*65 m breit, mit großen Steinen gepflastert 
und etwa 0*25 m über dem Boden erhöht; von dem Punkte, an dem wir 
sie berührten, ist sie gegen W. 22 Schritte gut zu verfolgen, dann ein 
Stück weit verschüttet, um unmittelbar beim Schlößchen wieder deut- 




Fig. 100. Kusejr c Amra. Grundriß. 



lieh zutage zu treten. Zur Regenzeit war es den Kamelen nur auf 
dieser erhöhten Chaussee möglich, das Schlößchen zu erreichen. Zehn 
Schritte östlich von jenem Berührungspunkte läuft eine niedrige Um- 
friedungsmauer, welche die fruchtbare Umgebung von 'Amra abschließt. 
Sie nimmt ihren Ausgangspunkt von dem Wasserwehr im Flußbette, 
hält die Richtung 2° ein und ist in ihrem südlichen, der Abschwemmung 
am meisten ausgesetzten Teile fast 2ra stark. 

Folgt man ihr in der Richtung 2° weiter, so findet man, daß sie 
nach 48 Schritten gegen 312° abbiegt und, weil das Terrain um etwa 
05 m höher liegt, hier nur 0*9w stark ist. 

Nach 52 Schritten ist die Mauer in einer Länge von 6 Schritten 
durch das nördlich bei 'Amra laufende Wasserbett unterbrochen; jenseits 



225 




Musil. Arubia Petraea. I. Moab. 



15 



226 

desselben biegt sie nach 31 Schritten in die Richtung 287° ein und 
läuft am Fuße des nördlichen Hügelzuges weiter. 89 Schritte lang ist 
sie hier noch gut sichtbar, dann aber stellenweise unterbrochen, im all- 
gemeinen gleichwohl bis zu einem Butum-Baume südlich unter dem 
gleich zu nennenden Hofe leidlich zu verfolgen. 

Von der Südwestecke von c Amra gelangt man in der Richtung 
302° nach 741 Schritten zu einem viereckigen Hofe (Fig. 99) mit zwei 
vorspringenden Türmen in den Ecken der Nordmauer und einem be- 
festigten Tore in der Mitte der Südmauer, die die Richtung 265° hat. 
Die ganze Anlage ist 62 Schritte lang (W. — 0.) und 36 Schritte breit. 
Im Inneren lehnen sich an drei Seiten der Umfassungsmauer Reste 
von Wohngemächern an. Wir dürfen deshalb in diesem Gebäude wohl 
die Wohnungen der Dienerschaft oder eine Kaserne erblicken. 

Der Richtung 201° folgend, erreicht man nach 46 Schritten den 
äußeren Rand der kleinen, gegen SO. geneigten Ebene, in deren West- 
hälfte der Hof steht. Nach 14 Schritten steht man um 6ra tiefer als 
das Hofniveau bei der erwähnten Umfriedungsmauer und nach weiteren 
49 Schritten ist man bei dem oben genannten Butum-Baume am linken 
Ufer des Wasserbettes. 

Etwa 100 Schritte nordwestlich von dem letzteren bemerkt man 
in der Mitte des Wasserbettes einen starken Damm. Dieser wurde 
errichtet, als man den alten Flußlauf, der sich ursprünglich am Fuße 
des Nordhügels hingezogen hatte, gegen S. abzuleiten für gut fand; der 
Damm sollte das alte Flußbett gegen das neue absperren. Sei es, um 
die neuen Ufer vor Abschwemmung zu schützen, oder vielleicht auch, 
um der Gegend ein lebendigeres Aussehen zu geben, wurden beiderseits 
Butum-Bäume angepflanzt. Viele davon sind allerdings seither teils dem 
Feuer der Hirten, teils den Fluten des Wildwassers zum Opfer gefallen; 
die noch stehen, sind stattliche Bäume von 2 — 3 m Umfang. Durch 
Anschwemmung wurde das neue Bett wieder allmählich ausgefüllt, so- 
daß die Fluten zur Regenzeit über die Dammkrone hinweg in das alte 
Bett hinüberbrachen; auf diese Weise mochte Samen von den Butum- 
Bäumen mitgekommen sein, aus dem seither zwei neue Bäumchen 
erwachsen sind. 

Über dem erwähnten Damme am Südabhange des Nordhügels 
gewahrt man Steinbrüche, aus denen der rote harte Baustein von c Amra 
stammt. Die Basaltsteine aber, die bei der Herstellung der Pfosten zur 
Verwendung kamen, wurden aus dem 12 km entfernten al- c Wejned herbei- 
geschafft. 



227 

Von dem vorhin genannten Hofe der östlichen Richtung folgend, 
durchquert man die erwähnte Ebene. Sie liegt in ihrem östlichen Teile 
am tiefsten und man steigt von da ab bergauf zu dem um 16 m höheren 
Gipfel des Hügels. Hier liegen Überreste eines viereckigen Turmes von 
6 Schritten im Geviert bei 0'5m Mauerstärke. 

Der Rücken des Hügels ist ungefähr 20 Schritte breit, ziemlich 
flach und kaum um 17 m höher als die nächste Umgebung von c Amra, 
gegen die er jedoch ziemlich steil abfällt. Er besteht oben aus weißem 
Kalkstein, der durch stärkere as-Swän-Schichten unterbrochen ist. Hie 




Fig. 102. Kusejr c Amra von Nordosten. 



und da bemerkt man halbverschüttete Kalksteingruben, die um so seichter 
werden, je mehr man sich dem Schlößchen nähert. 

In der Verlängerung der Westseite des Schlößchens sieht man 
oben auf dem Rücken die Grundmauern einer völlig zerstörten Anlage 
von 21 Schritten Länge (W. — 0.) und 11 Schritten Breite. Ihre Mauer- 
stärke beträgt 058 m. Sie dient jetzt als Begräbnisplatz, wodurch sich 
das Verschwinden der Mauern hinlänglich erklärt. Weiter östlich ge- 
wahrt man noch einige Kalksteingruben und nach etwa 100 Schritten 
einen viereckigen Turm von 6 Schritten im Geviert, den Rest einer 
kleinen, ganz zerstörten Anlage. Wenn man von der ersten Anlage auf 
das Schlößchen zugeht, so gelangt man nach 104 Schritten an das linke 
Ufer des alten Flußbettes, in dem noch die Spuren mehrerer gemauerter 
Querdämme zu bemerken sind. Der dazwischenliegende Raum war 

15* 



228 

vielleicht mit Erde ausgefüllt; die Dämme hatten wahrscheinlich die 
Aufgabe, die Ufer vor Abschwemmung zu schützen. Später aber wurden 
sie an einigen Stellen durchbrochen, wodurch sich mehrere Wasserbette 
bildeten. Kreuzt man sie, so steht man nach weiteren 18 Schritten 
an der Nordwand des Wasserbehälters und damit vor der eigentlichen 
Schloßanlage (Fig. 100). 

Das Schloß besteht aus drei Teilen: dem Hauptgebäude, dem 
Brunnen nebst Reservoir und Treppelweg und dem Hofraume, der gegen 
W. durch eine Umfassungsmauer begrenzt ist. Diese schließt einerseits 
an die Südwestecke des Hauptgebäudes, anderseits an den nördlichen 
Pfeiler des Treppelweges an, in dessen Nähe sie durch ein 1*85 m breites 
Eingangstor unterbrochen ist (Fig. 101). 

Sie sollte dazu dienen, bei eintretender Überschwemmung die Fluten 
vom Gebäude abzuhalten, weshalb sie, in scharfer Keilform angelegt, die 
Grenze einer künstlichen Erhöhung des Hofniveaus um etwa 1 m bildet. 

Das Hauptgebäude (Fig. 102) selbst besteht ebenfalls aus drei Teilen: 
dem Saalbaue mit seinen Nebenräumen, einer Gruppe von drei östlich 
an diese anschließenden Gemächern und endlich einem gegenwärtig un- 
bedeckten Vorräume. 

Den letzteren betritt man nördlich vom Hofe aus (Fig. 103). Er 
dürfte wohl ein Holzdach besessen haben, weil nirgends Spuren eines 
ehemaligen Gewölbes zu entdecken sind und zwei in der Ostwand an- 
gebrachte rechteckige Fenster auf den einstigen Bestand einer Decke 
hinweisen (Fig. 104). An seiner Westseite liegt ein tonnenförmig über- 
wölbter Verbindungsgang, dessen Fußboden auf einer zweiten Tonne 
ruht; er vermittelte ehemals den Zutritt zu den inneren Räumen des 
Gebäudes. Später wurde er jedoch durch eine Mauer abgeschlossen. 

Außen an der Nordmauer, rechts vom Eingange befindet sich ein 
etwa 2 m hoher vom Boden aufsteigender Schlitz (siehe Fig. 103), der 
an seinem oberen Ende die Mauer horizontal durchbricht. Innen setzt 
er sich, leicht nach abwärts geneigt, an der Nordmauer fort und führt 
dann an der Nordwand des VerbindungsgaDges durch ein Loch der 
Trennungsmauer in das anschließende Gemach. Der innere Teil des 
Mauerschlitzes war nicht von vornherein hergestellt, sondern wurde erst 
nachträglich ausgestemmt. 

Das ursprünglich erste Gemach ist ein kleiner, ungefähr quadra- 
tischer Raum, dessen Fußboden um zwei Stufen tiefer als jener des 
Verbindungsganges liegt. Diese beiden Stufen gewahrt man noch an 
ihrer ursprünglichen Stelle am Fuße der genannten Trennungsmauer. 



229 

Eine auf Pendentifs ruhende, von vier Fenstern durchbrochene 
Kuppel bildet die Decke des Gemaches. Seine Symmetrie erscheint 
durch die Anordnung zweier tiefer, im Halbkreise geschlossener Nischen 
besonders hervorgehoben. Der untere Teil der Wände springt in einer 
Höhe von 2*33 m über dem Fußboden rings um 10 cm hinter den oberen 
bemalten Grund zurück. In den vier Ecken der Druntersicht dieses 
Rücksprunges gewahrt man je eine Mündung vertikal aufsteigender 
Tonrohre von etwa 7 cm äußerem Durchmesser. 

Das nächste Gemach, ein Raum von gleicher Größe, trägt ein 
Kreuzgewölbe. Seine Nordwand unterbricht eine rechteckig abgeschlos- 




Fig. 103. Kusejr c Amra. Der Hofeing-ang von Norden. 



sene Nische mit einem nahe ihrer Wölbung angebrachten Fenster. Der 
auch hier durchgeführte Mauerrücksprung gleicht demjenigen des Kuppel- 
raumes vollständig und weist in den vier Ecken seiner Druntersicht 
ganz ähnliche Rohrmündungen auf. Er reicht jedoch nur bis zu einer 
Höhe von 1*98 m über dem Fußboden. 

Der folgende Raum ist etwas schmäler als die beiden vorigen und 
trägt ein Tonnengewölbe. Hier gewahrt man weder einen Mauerrück- 
sprung noch Rohrmündungen. Hingegen umzieht die Süd-, Ost- und 
teilweise die Nordwand eine 0*32 m breite und 0*4 m hohe Bank, in 
deren südlichem Teile in Fußbodenhöhe ein die ganze Mauer durch- 
brechender 03 m breiter und 0*37 m hoher Ausflußkanal angebracht ist. 



230 




In der östlichen Gewölbelünette sitzt ein kleines viereckiges Fenster. 
Unter dem Fußboden der Gemächer fanden sich 0*7 m hohe Pfeiler 
vor, deren Zwischenräume einst hohl waren, jetzt aber mit Schutt und 
Asche ausgefüllt sind. Sie hatten die Fußbodenkonstruktion zu tragen. 
Wir betreten nun den großen Saal. Zwei mächtige halbkreisförmige 
Gurtbögen ruhen auf vier kurzen Wandpfeilern und tragen die inneren 
Widerlager der drei parallelen Tonnengewölbe, welche den Saal über- 
decken. 

In den hiedurch gebildeten sechs Lünetten sitzen ebensoviele 
rechteckig gebildete Fenster. Zwei andere sieht man außerdem im 
oberen Teile der Ostwand. Die Mitte der Südwand öffnet sich zu einer 
tiefen, rechteckigen, mit einer Tonne überwölbten Nische. Von derselben 
führen rechts und links Türen in zwei halbrund geschlossene, ebenfalls 

mit Tonnengewölben über- 
deckte, fensterlose Kammern. 
Die Wände des Haupt- 
saales und der drei erst- 
beschriebenen Gemächer sind 
in ihrem unteren Teile un- 
verputzt geblieben. Zahl- 
reiche im Mauerwerke aus- 
gestemmte Löcher weisen 
darauf hin, daß sie mit Marmorplatten verkleidet waren. Auch die 
Fußböden besaßen ehemals ein Pflaster aus zirka 3 cm starken weißen 
Marmorplatten, von welchen noch Reste aufgedeckt wurden. Nur die 
beiden fensterlosen Seitenkammern sind bis unten verputzt und besitzen 
einen gut erhaltenen Mosaikboden. 

Durch das in der Mitte der Nordwand des Saales liegende Ein- 
gangstor gelangt man nunmehr in den Hofraum zurück. In seinem 
Äußeren zeigt das Gebäude jene Gestalt, welche die Form und die Kon- 
struktion der Innenräume bedingt, in schmuckloser Einfachheit (Fig. 105). 
Es ist aus unregelmäßig dimensionierten Quadern von hartem, 
rötlichem Kalkstein erbaut und blieb an den Außenwänden unverputzt. 
Nur die ebenfalls aus Kalkstein hergestellten Gewölbe besitzen gleich 
den horizontalen Mauerabschlüssen einen starken Zementüberguß, der 
auch heute noch ziemlich gut erhalten ist. 

Oben auf dem Dache zeigen sich noch einige bemerkenswerte 
Einzelheiten. Vorerst sind es stellenweise in die Gewölbe eingemauerte 
und dieselben durchbrechende Tonröhren, die man schon von den 



Fig. 104. Kusejr 'Amra. Längenschnitt. 



231 

Räumen aus zum Teile als Öffnungen wahrnehmen kann. Einige der- 
selben sind jedoch vollständig mit Zement ausgegossen, die übrigen 
möglicherweise erst später wieder geöffnet worden. Zu beiden Seiten 
jeder Tonne des Saales sitzen je vier solcher Röhren, ferner je drei in 
den Tonnengewölben der beiden fensterlosen Gemächer und endlich vier 
im Kreuzgewölbe des zweiten Gemaches. 

Außerdem befindet sich auf dem Dache des Kreuzgewölb- und 
Kuppelraumes eine ähnliche Einrichtung, wie ich sie nachher in kubbet 




Fig. 105. Kusejr 'Arnra von Nordosten. 



el-Bir aufgenommen habe. Die nahezu horizontale Ebene des Daches, 
über welches die Rücken der beiden Gewölbe hervorragen, war am 
äußeren Rande mit einer erhöhten und innen abgerundeten Einfassung 
versehen. Hierdurch entstand ein einfaches System von Rinnen, in 
welchen man die Mündungen von acht zylindrischen Tonröhren wahr- 
nimmt. Es sind dies dieselben acht Röhren, deren untere Mündungen 
wir bereits in den beiden darunterliegenden Räumen gesehen haben. 

Der Brunnen besteht aus einer quadratischen Einfassungsmauer 
mit einem Schachte. An den vier Ecken stehen Pfeiler, die durch halb- 
runde Bögen miteinander verbunden sind. An der Nordseite wurde der 



13. Juli 
1900. 



14. Juli 
1900. 



232 

Kaum zwischen zwei Pfeilern später zugemauert. Westlich schließt sich 
daran ein kreisrunder Treppelweg, an dessen Nord- und Südseite je ein 
starker und hoher Pfeiler stand ; von welchen jedoch nur mehr der 
nördliche erhalten ist. Sie dienten zur Befestigung des Windengerüstes. 

An die Ostseite des Brunnens ist ein Wasserbehälter angebaut, 
unzweifelhaft erst später, denn seine Westmauer wurde durch Zu- 
mauerung der Bogenöffhung zwischen den anschließenden Brunnen- 
pfeilern hergestellt. Diese zeigen beim Anschlüsse der beiden Längs- 
mauern des Behälters auch keinen Steinverband. Das Reservoir ist gut 
erhalten, innen sorgfältig auszementiert und auf der Südseite nahe am 
Boden mit drei Ausflußöffnungen versehen. 4 

Am 13. Juli um 8 Uhr 43 Min. abends verließen wir kusejr c Amra 
in der Richtung WSW. und ritten einige Zeit lang ziemlich schnell 
durch eine öde Wüste, bogen dann nach WNW. ein und hielten erst 
um 11 Uhr 51 Min. nachts in einer kleinen Schlucht. 

Um 5 Uhr früh brachen wir wieder in der Richtung 220° auf. 
Die Luft war feucht und der Westwind kalt (7 ° C). Die Landschaft 
wurde allmählich wellenförmig und zeigte seichte nach SO. und NO. 
gerichtete Täler. Um 7 Uhr 15 Min. erreichten wir den Hügelrücken 
es-Sefa 5 bei ras w. al-Butum (Temperatur 20° C) und um 8 Uhr 3 Min. 
hielten wir in einer stark mit 'Eseb-Gras bewachsenen Talmulde Rast. 

Nachdem wir etwas Brot mit Kamelbutter, gebäbe, genossen hatten, 
ging es gegen 9 Uhr in der Richtung 245° weiter bis zu dem Kampf- 
platze marma ad-Durmi am Anfange des Wdej el-Usejmir, wohin wir 
um 9 Uhr 36 Min. kamen. Nach 10 Uhr 47 Min. begann die Hoch- 
ebene al-Genab sich gegen W. zu senken, um 11 Uhr 15 Min. passierten 
wir den Lagerplatz, wo ich vor zwei Jahren längere Zeit geweilt hatte 
(Temperatur 25*8° C) und erreichten nach einem raschen Ritte um 1 Uhr 
43 Min. al-Msatta, wo wir das gefährliche Gebiet bereits hinter uns 
hatten (Temperatur 26'7° C). Um 2 Uhr 34 Min. verließen wir al- 
Msatta, gelangten über al-Kastal 5 um 5 Uhr nach umm Rummäne. Hier 
wartete ich auf den Anbruch der Nacht und kehrte dann in 2 Stunden 
nach Mädaba zurück. 6 



1 IIP-ÖS imöS n^n Jos. 28 8 (LXX B. ed. de Lagarde) : Bosop Iv T/j ipr^to £v tjj 
yfj T7j jceStvfj. Leviten- und Asylstadt Deut. 4 43, j s. 2136, l Chr. 6 63. 

1 Mak. 5 8; ... jcpoxareXaße t/jv 'Ia^v ... 28 xat areaTpsJ/s 'Iou8a? y.cu r\ TwepepßoXq 
autöu 6Sbv et; T7)v Ipr^ov sie, Boabp a^pvio xai xareXocßero -rijv tco'Xiv 35 y.al arclxXtvsv et? Maa^pa 
(Msupa s) xat rcpoxaTsXaßeTo aürrjv 36 ixetföev arcfjpsv xai jrpoxaTsXaßexo T7)v XaacptoO (^aa'ftov, 



233 

/.aacpiov), Ma/io . . (also: Bejt Zer'a, Barazen, Nefa'a, ÄajLo, .«jJJO, Ä&vi CXo) Fl. 
Jos. Ant. XII 335 sq . 

2 Hassan b. Täbet, ed. Tunis, S. v^ : 

3 Al-Makdisi, S. roi: aJlL« JJ^t J\ £3 ^l^S ^y> J\ ... (Äi^5ü\ ^ 

S. rt«: ^jlgi jJj£äJ\ Jl Cß ^w> Jä.U9 (, :r uJ\) ^*tJ\ ^k> ^^.k U\_j. 

4: Hagi Mehemmed Edib, 1. c. S. ia, sagt bei der Beschreibung- der Station 
Belha" 1 : „Andere Namen sind Msatta, Balät (Hagi Haifa schreibt 1. c, f. Iav: Balala 
d^X^i wie die Beduinen heute noch al-Msatta nennen), und Ziz(a). Von 'ajn Zerka' 
ist es 18 Stunden weit entfernt. Es ist ein wasserloser Ort mit einer Festung und 
einer Zisterne. Wenn man von hier nach Kuträni geht, übersteigt man sieben steile 
Berge und vier Pässe. Das Gebiet selbst ist hügelig. In der Umgebung desselben 
liegen zwei Dörfer, namens Azrak und 'Amra, die sehr wasserreich sind und wo vor- 
zügliches Schilfrohr für Flöten wächst. Dieses Azrak ist eine zerstörte Festung, im 
Nordosten in einer Dattel- und wasserreichen Gegend gelegen. Man braucht eine 
Tagesreise bis dahin. 'Amra liegt im Osten auf dem Wege nach Duma. Es (az-Zerka 1 ) 
besitzt Wasser, welches zwei Mühlen treibt. Dasselbe kommt von 'Amman und fließt 
in der Richtung nach Ror. Belka* gehört zur Provinz Urdunn. Im Süden erhebt sich 
ein Berg namens gebel es-Sera', der von Fellähin besiedelt ist. Auch eine Station, 
Uzir j}i£ mit Namen — wohl Jjö.i. Rarandal — liegt hier, wo man ein zerstörtes 
Unterkunftshaus und Bäche vorfindet. Es wird erzählt, daß der Prophet bis zu diesem 
Orte seine Züge ausgedehnt habe. Hier entläßt man die Eskorte von 'ajn Zerka 1 " 
(v. Kraelitz). 

5 Hamzae Ispahanensis Annalium libri X, ed. J. M. E. Gottwaldt, Petropoli 1844, 
S. l iv: ^ ^ir* J.kJUiü\_2 Cj^3 jl?\JLsA\ ASÜ.^ ^s 0^3 • • • C\>jUJ ^i ÄJLXa- 

At-Tabari, 1. c, II, S. IVA£: J\ \$*.js? ^3 e b^\ y*&3 f UJ\ CUJI& 

S^o; Ibn al-Atir, V, S. rir: ^UäM ^J6 3 ^\y^\ J\ \y^j^ £oj ? L&J\ ^^9 

.(al-Msatta) 5-^u*A JU-o\ U-^JL^o üaj\ düoLJb j^jp^ J.k*«JiJb 

Jäküt, IV, S. 98: <3^rk <^ { Jy&.'0> Jp^ ^-0 £ Ui.L*J\ < >-ä g^o^ ^J-k^^s 3 

6 Vgl. Kusejr 'Amra, S. 51 ff. 



IL 



lJie heißen Quellen von ez-Zära, das bergige, el-Gebäl genannte 
Gebiet der Hamäjde und der südliche g. el- c Al, der für meine karto- 
graphischen Aufnahmen sehr wichtig war, bildeten das Ziel meiner 
nächsten Tour. 

Für den größeren Teil der Reise gewann ich als Führer einen 
Hamidi namens Mhammäd, der mir auch versprach, für das ihm un- 
bekannte Gebiet von el- c Al einen Sliti-Führer ausfindig zu machen. 

Wir wollten zu Pferde reisen und keinen anderen Begleiter mit- 
nehmen; deshalb beschränkten wir unsere Reiserequisiten auf das alier- 
notwendigste und luden alles in unsere Sattelsäcke. 

Von Mädaba nach el-Mcäwer, ez-Zära und se c ib 

el-Klejt. 

22 i9 ^ u Am 22. Juli 1900 verließen wir um 8 Uhr früh Mädaba auf der 

alten römischen Straße, die nach el-Kerak führt. Um 8 Uhr 20 Min. 
lenkten wir von ihr in der Richtung 210° ab und gelangten nach 
8 Min. über fruchtbare, teilweise mit Dura bewachsene rote Felder, die 
den Belkäwijje gehören, in das Tal se'ib Butan el-Barl, dem wir dann 
in südlicher Richtung folgten (Höhe llbm). 

Um 9 Uhr 5 Min. waren wir beim letzten Westausläufer des Ge- 
birgszuges el-Gbäl, der vom rechten Ufer des sejl Hejdän sich nach 
NO. hinzieht und südwestlich von b- Libb in zwei Züge zerfällt, von 
denen der eine nach NNO., der andere nach 0. ausläuft. Auf dem 
westlichsten Ausläufer des erstgenannten Teiles liegt h. Butan el-Barl, 
auch h. el-Mrejgmet el-Rarbijje genannt, welches noch den §bur gehört, 
während am rechten Ufer des Tales schon die Belkäwijje Herren und 
Besitzer des Bodens sind. 

Um 9 Uhr 15 Min. überschritten wir das Tal und folgten dann 
den Ostabhängen des Randgebirges, das vom Hermon bis zum Roten 



235 

Meere die östliche Abgrenzung der Senkung des Jordan und von el- 
'Araba bildet. Von Osten aus gesehen macht dieser Gebirgszug keinen 
besonderen Eindruck, sondern erscheint nur als eine mäßige wellen- 
förmige Anschwellung der angrenzenden Hochebene. Seine nach O. 
auslaufenden Täler sind zumeist seicht und breit mit mäßig ansteigen- 
den Ufern, die zum Anbau sehr geeignet zu sein scheinen. Auf den 
dazwischenliegenden Höhenrücken sind zahlreiche Steinwälle vorhanden, 
die einst Tennen umfriedeten und auch jetzt noch stellenweise demselben 
Zwecke dienen. 

Um 9 Uhr 26 Min. erreichten wir das bereits den Hamäjde gehörige 
b. el-Hawijje, wo ebenfalls etliche derartige Steinringe, sidd, sowie eine 
zweiteilige langeckige Hürde, sire, vorhanden sind. Um 9 Uhr 36 Min. 
sahen wir in der Richtung 110° h. el-Mrejgmet es-Serkijje, 40° h. el- 
Mrejgmet el-Rarbijje, in der Richtung 340° Mä'in und in der Richtung 
240° k- er-Rke c ijje. Um 9 Uhr 44 Min. bemerkten wir zwei größere 
viereckige, einer Festung ähnliche Bauten namens hrejbet et-Twemten 
(Höhe 730m), welche den von S. nach Main führenden Weg zu ver- 
teidigen hatten. Im 0. liegt das von hier aus unzugängliche, ins w. el- 
Habis einmündende w. el-Mrejgme, im W. das kurze nach S. auslaufende 
Tal asfal ed-Dbä'ijje und in der Richtung 220° g. el-Hüma. Um 9 Uhr 
54 Min. nahmen wir die Richtung 210° am linken Ufer des asfal ad- 
Pba'ijje und betraten den Boden ard el-Mdawwara, wo ebenfalls viele 
Steinwälle liegen, die mein Begleiter für alte Tennen, el-helle, erklärte. 

El-Mdawwara liegt zwischen dem asfal ed-Dbä'ijje und dem aus 
0. kommenden w. el-Habis, das wir um 10 Uhr 14 Min. betraten. Es 
hat im allgemeinen Westrichtung. Wir ritten an seinem linken Ufer, 
während am rechten ein Weg nach el-R6r zur Straße darb aba-1-Hasan 
hinabführt. Ostlich von uns sahen wir den g. el-Hjäd, an dessen West- 
abhange wir auf einem alten Wege um 10 Uhr 23 Min. hielten, um 
uns die Grotten Abu Star anzusehen. 

In der steilen Felswand des rechten Ufers von el-Habis sahen wir 
übereinander zwei Reihen von Grotten. In der oberen Reihe sind jetzt 
noch drei, in der unteren dagegen sechs Grotten erhalten. Die untere 
Reihe, die teils in den Felsen eingehauen ist, teils aus Mauerwerk be- 
steht, befindet sich in einer Höhe von ungefähr 10 m über der Talsohle 
und über ihr, durch etwa 3 m breiten gewachsenen Fels getrennt, 
, sieht man die obere Reihe, über der nur eine 1 — 2 m starke Felsen- 
schichte zum oberen Rande des Ufers verbleibt. Um jeden Zutritt un- 
möglich zu machen, wurde die Uferwand stellenweise behauen, sodaß 



236 

tlic Verbindung mit der Außenwelt nur mittels Stricken möglich war. 
Einige Meter nördlich bemerkt man Überreste anderer Grotten, die 
leichter zugänglich waren, jetzt aber teilweise zerstört sind und als 
Hürden benützt werden. 

Um 10 Uhr 40 Min. ritten wir in der alten Richtung weiter und 
hielten um 10 Uhr 47 Min. bei der Quelle ajn JVfejt (Höhe 576 m). 
Ihr gegenüber liegt auf einem zungenförmigen Vorsprunge des hohen 
felsigen rechten Ufers des w. el-Habis das gleichnamige alte Dorf h. M c ejt, 
das nur von N. aus zugänglich ist, da das tiefe Talbett und seine steilen 
Ufer jeden anderen Zugang unmöglich machen. 

Um 11 Uhr 29 Min. ritten wir in südwestlicher Richtung bergauf 
und erreichten um 11 Uhr 44 Min. h. el-Hume (Höhe 725 m). Diese 
Ruinen sind ziemlich ausgedehnt und liegen am Westabhange des Ge- 
birgszuges. In ihrer Mitte steht eine alte Terebinte, die für heilig gilt, 
von der man deshalb weder einen Ast abschneiden, noch Früchte ab- 
pflücken darf. Im NNW. sahen wir zahlreiche Wege, die zur Quelle 
\ajn ez-Zerka' führen 5 nach dieser Quelle wird el-Habis fortan sejl ez- 
Zerka' oder Zerka' Mä'in genannt. 

Von h. el-Hüme folgten wir in der Richtung 160° kurze Zeit dem 
w. el-Bhara', das gegen W. ausbiegt und in das w. ez-Zerka' einmündet. 
In derselben Richtung passierten wir um 11 Uhr 54 Min. einen kleinen 
Turm und erreichten um 12 Uhr mittags den Gebirgsrücken Msagkl el- 
Hemmal, der gegen 0. in die Bodenfläche ard el-Bekf übergeht. Um 
12 Uhr 17 Min. hatten wir links die Turmreste rugm umm el-Afennas, 
bei denen wir um 12 Uhr 24 Min. in die Richtung 230° einbogen und 
auf einer alten, gut erhaltenen Straße weiter ritten. 

Diese felsige Hochebene fällt gegen S. leicht ab und sendet die 
Täler dieser Seite, nachdem sie sich vorher zum w. ez-Zerkäb oder ez- 
Zerdäb vereinigt haben, dem sejl Hejdän zu. Im N. fällt die Hoch- 
ebene in das tiefliegende w. ez-Zerka' steil hinunter, wohin auch die 
wenigen tief eingeschnittenen Täler der W.-Seite einmünden. Eines dieser 
Täler, nämlich asfal Drä'zhajje, überschritten wir um 12 Uhr 47 Min. 
Gegen W. erhebt sich die Hochebene zuerst nur sanft, schwillt dann 
aber plötzlich ohne Übergang zu einem mächtigen Kegel, g. 'Atarüs, an, 
den wir um 12 Uhr 57 Min. erreichten (Höhe 765 m). 

Infolge seiner dominierenden, abgeschlossenen Lage beherrscht er 
die Umgebung in weitem Umkreise. Denn mit der östlichen und west- 
lichen Umgebung ist er nur durch je einen schmalen Sattel verbunden, 
im N. begrenzt ihn das tiefe asfal Drä'zhajje und im S. schützen ihn 



237 

die tiefen Seitentäler des ez-Zerkäb. Seine Spitze, die man zu einer 
Plattform von 80 m Breite und 110 m Länge abgestutzt hat, trägt un- 
gefähr in ihrer Mitte einen 28 m langen (N. — S.) und 14 m breiten Bau 
mit schrägen Mauern, die aber derzeit größtenteils eingestürzt sind, 
während das Innere von den Hamäjde als Begräbnisplatz benützt wird. 
Von der Südwestecke des Baues liegt 21 in weit gegen W. eine birn- 
förmige Zisterne; von dieser 12m gegen S. eine zweite, bei welcher, 
wie auch an der Nordwestecke der Anlage, ein Terebintenbaum steht. 
Am Abhänge des Kegels stehen ebenfalls mehrere solche Bäume. 

Um 1 Uhr 35 Min. folgten wir in der Richtung 210° der alten 
Straße weiter, passierten um 1 Uhr 49 Min. rechts von der Straße eine 
Anzahl alter Tennen und ihnen gegenüber links eine große Zisterne, sahen 
an den Abhängen viele Steinmauern, Überreste ehemaliger Weinberge, 
und gelangten um 2 Uhr 8 Min. zu einem Hügel, auf dessen Gipfel h. 
'Atärüs liegt (Höhe 750m). Die Lufttemperatur betrug 33° C. 

Um 2 Uhr 30 Min. setzten wir den Weg fort und folgten in süd- 
licher Richtung auf einer alten, gut erhaltenen Straße dem Oberlaufe 
des Tales w. abu Cizel, bogen aber bereits um 2 Uhr 40 Min. nach SW. 
ab und erblickten nach 7 Min. viele Quermauern, die jedenfalls den 
Zweck hatten, die Humusschichte länger feucht zu erhalten und das 
Abrutschen zu verhindern. Um 2 Uhr 54 Min. erreichten wir den Nord- 
abhang des ausgedehnten Hügels ed-Dejr, betraten dann die fruchtbare 
Ebene Ramallah und hielten um 4 Uhr 3 Min. am Anfange des w. el- 
Keräbe bei einem Zelte. 

Von dort besuchte ich das nahe Ruinenfeld el-Mcäwer, 1 auch 
Emcäwer. Es liegt auf einem Felsenvorsprunge, der von den Ausläufern 
des g. ed-Dejr in der Richtung 340° abzweigt. 

Zwischen ed-Dejr und der Ruine zieht sich ein rötlicher, sehr er- 
giebiger Humusstreifen hin, der die Verlängerung der nordwärts gelegenen 
schönen Ebene Ramallah bildet und im S. beim Dneb et-Tör in Fels- 
boden übergeht. Ungefähr in der Mitte des Streifens schwillt der Boden 
gegen W. an, wird steiniger und fällt ziemlich steil gegen N. und S. in 
tief eingeschnittene Täler ab. Das südlich gelegene Tal heißt in seinem 
Anfange tel et el-Mcäwer, dann aber, ungefähr von der Mitte der Ruine 
an, wo es sich mit dem aus SSO. kommenden tel c et Dneb et-Tör ver- 
einigt, w. Skära. 

Sein Lauf hat anfangs die Richtung nach NW., wendet sich dann 
gegen SW. und wird dabei immer tiefer und schmäler. Nun biegt es 
scharf gegen NNW. ein, wird zu einer tiefen Felsenschlucht und nimmt 



238 

das den Ruinenhügel gegen N. abgrenzende Tal el-Keräbe auf. Von 
hier ab führt es Wasser, das sich mit ungeheuerer Gewalt durch riesige 
Felsmassen den Weg nach W. bricht. 

Somit begrenzen die Täler Skära und el-Keräbe das länglich vor- 
hängende Plateau (Höhe 730 m), auf dessen östlichem Teile sich das 
Ruinenfeld der Stadt Mcäwer befindet, an das sich in dem westlichen 
Teile in einer Länge von 400 m Überreste einstiger Gärten und Wein- 
berge anschließen. In der Nordwestecke dieser c Arküb genannten Fläche, 
an der Vereinigung des w. Skära mit dem w. el-Keräbe, steht rugm el- 
Masmül. 

Südwestlich führt über den c Arküb längs einiger Höhlen ein alter, 
breiter Weg in das Tal Skära hinab und folgt seinem rechten Ufer bis 
zur Stelle, wo es nach N. einbiegt. Dort geht er auf das andere Ufer 
über und steigt in nördlicher Richtung zu dem viereckigen, teilweise 
aufgeschütteten Hügel el-Mesneka hinauf (Höhe 750 m). Dieser liegt 
westlich von el-Mcäwer und scheint aus der Fläche c Arküb heraus- 
zuwachsen, in Wirklichkeit aber ist er durch den nördlichen Teil des 
unzugänglichen w. Skära von der "Arkub-Fläche getrennt. Im 0. und 
N. schützt ihn dieses Tal, im W. dagegen ist er durch steile Abhänge 
gedeckt und nur im S. mit dem Gebirgszug durch einen schmalen Sattel 
verbunden. Diese von Natur aus äußerst starke Position wurde durch 
Menschenhände fast sturmfrei gemacht, indem man die Abhänge abgrub, 
die viereckige Plattform mit starken Mauern versah und den Über- 
gangssattel stark befestigte. Infolgedessen scheint el-Mesneka uneinnehm- 
bar gewesen zu sein, umsomehr, als zahlreiche Zisternen von großem 
Umfange die Verteidiger mit Wasser versorgten. 

Die Aussicht von da ist einzig in ihrer Art. Vor sich sieht man 
die ruhige, tiefblaue Fläche des Toten Meeres, dessen helle Uferlinien 
stellenweise von dunklen Flächen, üppigen Oasen, unterbrochen sind. 
Im 0. fällt das Gebirge senkrecht in das Meer, während auf der anderen 
Seite das Westjordanland stufenweise aus dem Wasser heraussteigt und 
auf seinen Höhen zahlreiche Städte und Dörfer trägt. Bei schärferer 
Aufmerksamkeit bemerkt man den Olberg mit dem russischen Turme, 
einen Teil von Jerusalem selbst, südlich davon die österreichische An- 
siedlung Tantür, Betlehem und die Umgebung von Hebron bis tief in 
das nackte ungastliche Gebirge des Edomiterlandes hinein. Und dort 
südlich von Betlehem ragt ein eigentümlicher Hügel namens g\ Fardejs 
empor, dessen Form eine große Ähnlichkeit mit el-Mesneka zeigt. 
G. Fardejs ist vom Könige Herodes mittels Stützmauern erhöht worden. 



1900. 



239 

Auf der so entstandenen Plattform errichtete der König einen Palast, 
und unwillkürlich drängt sich einem der Gedanke auf ; ob nicht el- 
Mesneka denselben Erbauer hat. 

Das w. el-Keräbe ist in seinem oberen Teile durch einen starken 
Damm, hinter dem auf dem rechten Ufer eine Art Vorstadt stand, in 
zwei Teile geteilt. Ostlich und nordöstlich von dem Damme breitet 
sich die erwähnte Ebene Ramallah aus, auf der wir dann übernachteten. 

Die dortigen Hamäjde sind arm und sehr mißtrauisch, dabei aber 
gewinnsüchtig; so gelang es uns ohne besondere Schwierigkeiten, einen 
Mann zu mieten, der uns zum l ajn und hrejbet ez-Zära führen sollte. 

Um 4 Uhr 20 Min. früh verließen wir unser Lager in der Rieh- 2 ^ uli 
tung SW., ritten zuerst über Durafelder zwischen ed-Dejr und den 
Ruinen, kreuzten um 4 Uhr 37 Min. das tel'et Dneb et-T6r und erreichten 
um 4 Uhr 43 Min. teil ez-Zäne bei dem gleichnamigen sVib ez-Zäne, 
das sich mit Dneb et-T6r vereinigt. Um 4 Uhr 48 Min. bogen wir nach 
W. und folgten einem schmalen Felsrücken, der das rechts liegende w. 
Bajjüd von dem links liegenden w. abu Kesr trennt. Um 4 Uhr 56 Min. 
betrug die Lufttemperatur 21° C. 

Am linken Ufer des Tales abu Kesr erhebt sich in südlicher Rich- 
tung der hohe, mächtige Rücken des g\ aba-s-Shün, dessen westliche 
Fortsetzung zahre Hawrän heißt. Im N. ist der künstlich viereckig 
geformte Berg el-Mesneka deutlich zu sehen und von ihm zieht sich 
nach SW. zum w. Bajjüd eine tiefe gleichnamige Schlucht. Um 5 Uhr 
11 Min. überschritten wir das Bajjüd-Tal (Höhe 455???, Lufttemperatur 
21° C), das später zur engen Schlucht wird, und folgten in der NW.- 
Richtung seinem rechten Ufer. Der Weg führt am Südabhange des 
f arküb el-Mesneka an zahlreichen Überresten alter Gärten und Wein- 
berge vorbei, die bezeugen, daß diese Gebiete nicht immer brach lagen. 

Um 5 Uhr 23 Min. erreichten wir den schmalen Rücken des West- 
abhanges von el-Mesneka. Nördlich hatten wir die unabsehbare schwarze 
Schlucht des w. Skära und südlich das breitere, nach S. von hohen Wänden 
eingeschlossene Bett des Bajjüd in Sicht, das von da an sejl 'Attün heißt. 
Nach 10 Min. betraten wir eine schmale Terrasse. Links von dem Wege 
steht ein Turm (Lufttemperatur 23° C). 

Um 5 Uhr 53 Min. standen wir nach einem beschwerlichen Ab- 
stiege auf einer zweiten, der vorigen ähnlichen Rast, wo ebenfalls ein 
Turm steht (Höhe 198 m). Von da an war das Gestein hochrot oder 
gelb und so stark verwittert, daß wir bisweilen die Pferde führen mußten. 
Schwarze Feuersteinstücke von keilförmiger Gestalt ragten aus dem 



240 

roten Felsengcstein heraus ; als hätte sie jemand in den Boden hinein- 
getrieben, während das weiche gelbe Gestein stellenweise von scharf- 
kantigem Granit unterbrochen ist. Die Gegend ist ganz wüst, überall 
nur kahler Fels ohne die geringste Vegetation, ohne Gras, ja ohne einen 
einzigen grünen Halm! 

Wir waren schon recht müde, als wir um 7 Uhr die dritte viel 
breitere Terrasse erreichten und es tat unseren Augen recht wohl, als 
wir hier das Grün einer Schilfrohrfläche bemerkten, die sich scharf von 
der schwarzen Umgebung abhob. (Lufttemperatur 28*2° C.) 

Der Weg führt direkt zu der Ruine eines 31 m langen (0. — W.) 
und 20m breiten lirejbet ez-Zära genannten 2 Turmes, der auf einem 
mächtigen Felsen steht (Höhe — 285 m). Im W. senkt sich der Boden 
noch mehr und ist mit Trümmern von langen, niedrigen Gartenmauern 
und einigen Häusern bedeckt, zwischen denen einige Dattelpalmen ihre 
Kronen zum Himmel erheben. Hinter dieser zerstörten Ansiedlung fällt 
das Ufer ziemlich steil zum Meere hinab. Wenige Schritte südlich von 
dem Turme entspringt aus dem Felsen eine mächtige Therme von 43° C. 
Sie bildet einen Bach, an dessen Ufer Mauerreste stehen. Nordnordöst- 
lich, etwa 250 m vom Turme, entspringt eine zweite Therme, deren Lage 
und Temperatur ich aber nicht bestimmen konnte, weil sie, von dichtem, 
scharfkantigem Schilfe eingeschlossen, unzugänglich ist. Im N. wie auch 
im S. soll es sehr viele solche Quellen geben, selbst noch nördlich von 
sejl Skära, der die Ebene in zwei ungleiche Teile zerschneidet. Das 
Wasser der Thermen schmeckt sehr gut, ist ziemlich süß und soll bei 
einigen eisenhaltig sein. 

Diese einsame Ebene, die selten von Menschen betreten wird, dient 
nicht selten Steinböcken zur Weide. Am Südufer des w. Skära traf ich 
auf ein Rudel dieser Tiere, die derart im Schilfrohre lagerten, daß nur ihre 
Hörner, welche ich für angekohlte Tarfa- Stämme hielt, herausschauten. 
Wie ich aber näher trat, kam auf einmal Leben in diese Aste; erschreckt 
sprangen die Tiere auf und jagten, das Gehörne auf den Rücken ge- 
senkt, nach NO., um blitzschnell im sejl Skära zu verschwinden. 

Um 8 Uhr 58 Min. verließen wir ez-Zära auf unserem früheren 
Wege und erblickten ungefähr nach einer halben Stunde in der Rich- 
tung N., und zwar in weiter Ferne, einen mächtigen Kegel, der durch 
seine Form lebhaft an g. Fardejs und el-Mesneka erinnert und twejjel 
el-Rurbän heißt; auch er soll Reste ehemaliger Befestigungen tragen. 

Um 10 Uhr 15 Min. wichen wir von unserer Richtung nach S. ab 
und gelangten um 10 Uhr 36 Min. auf einem recht beschwerlichen Wege 



241 

zu c ajn 'Attun (Höhe 55 m, Lufttemperatur 32°). Es ist eine schwache 
Süßwasserquelle, die in der linken Uferböschung des gleichnamigen Tales 
entspringt und in das ungefähr 50??i tiefe, zu einer Schlucht verengte 
Bett tropfenweise absickert. Dieses Tal nimmt in seiner westlichen 
Fortsetzung zahlreiche andere, aber unzugängliche und von Palmen be- 
schattete Quellen auf. Südlich von 'Attün ragt der hohe Gipfel des 
zähre Hawran empor, hinter dem ein ähnlicher Bach namens sejl ed- 
Pabje fließt. 

Um 1 Uhr 33 Min. verließen wir die Quelle auf einem viel be- 
nützten Wege in der Richtung NO. und erreichten um 2 Uhr 8 Min. 
das seichte Tal w. el-Mkassab, durch welches wir nach 0. ritten und 
unseren früheren Weg erreichten. Um 3 Uhr 2 Min. waren wir am 
Westabhange des ed-Dejr ; nahmen die Richtung 320° und kamen um 
3 Uhr 23 Min. zu einem Zelte, das am Abhänge des nach NW. sich 
hinziehenden se'ib el-Klejt stand (Höhe 680m, Lufttemperatur 30° C). 

Von se'ib el-Klejt über kul c ammet aba-1-Hsejn 

nach el- c Äl. 

Um 5 Uhr 50 Min. ritten wir in der Richtung 80° am Nord- 
abhange des g. ed-Dejr und gelangten nach 10 Min. auf das linke Ufer 
des w. Sesabe, dem wir in südlicher Richtung talaufwärts folgten. Ostlich 
sahen wir die Mündungen der kurzen Seitentäler des se'ib ammu 
Zwejtine und ammu Swämer, die aus dem felsigen Terrain c arküb abu 
Habl kommen. Um 6 Uhr 4 Min. betraten wir die Talsohle und waren 
um 6 Uhr 11 Min. bei der Vereinigung des beginnenden Sesabe-Tales 
mit dem se'ib ammu-s-Sfajten, auf dessen rechtem Ufer ein gleichnamiger 
Steinhaufen, rugm, sich erhebt. Wir ritten an ihm vorbei und betraten 
um 6 Uhr 30 Min. eine Felsenwelle, die den südlichen Abschluß des 
'Atarüs-Rückens bildet. 

Eine zweite Felsenwelle zieht sich von dem genannten Rugm in 
einem nach S. offenen Bogen gegen O. und trennt das Wassergebiet 
des sejl Hejdän von dem nördlichen w. el-Hejas, welches als sejl ez- 
Ziz in el-Wäle einmündet. Diese Bodenwelle ard oder merg el-'Arid ist 
glatter Fels, aus dessen Spalten zahlreiche Sträucher und selbst einige 
Terebintenbäume hervorwachsen. Wir folgten der Richtung OSO. und 
hatten um 6 Uhr 30 Min. zur Rechten ras sVib ammu-t-Tubejk. 

Um 6 Uhr 44 Min. betraten wir die breite, nach S. zum el-Bir ge- 
neigte Niederung ammu Hurfejse und hielten um 6 Uhr 50 Min. östlich 

Musil. Arabia Pctraea. I. Moab. IG 



84. Juli 
1900. 



242 

von h. Meke beim Zelte meines Begleiters, um daselbst zu übernachten 
(Höhe 600 m). 

Am nächsten Morgen brachen wir um 6 Uhr 25 Min. auf und 
ritten in der Richtung OSO. auf unfruchtbarem, nur mit einigen Tere- 
binten bestandenem Felsenboden, bis wir um 6 Uhr 50 Min. in der etwa 
200m breiten, nach N. und S. abfallenden Niederung ard el-Hasne 
wiederum Felder betraten und gegen ONO. einlenkten. In derselben 
Niederung, und zwar nahe an ihrem felsigen Westrande, liegt h. el- 
Krejjät. Um 6 Uhr 59 Min. lag h. 'Atärüs in der Richtung NW., g. 
c Atärüs in der Richtung 345° (Lufttemperatur 26° C). Um 7 Uhr 9 Min. 
sahen wir im N. auf einem Berggipfel am linken Ufer des w. ez-Zerkäb 
die Ruine h. Fizäret en-Nakküba und südöstlich eine hohe (etwa 750 m) 
Kuppe des g. el-Madfur mit dem gleichnamigen h. el-Madfür oder el- 
Mdaffar. 

Um 7 Uhr 33 Min. lag nördlich die Mündung des von el-Libb 
kommenden Tales el-Glenäb in den sejl ez-Zerkäb, der nun den Namen 
sejl ez-Ziz annimmt. Westlich von el-öenäb erhebt sich der steile g. 
es-Süne. 

Nach einem sehr beschwerlichen und stellenweise gefährlichen Ab- 
stiege erreichten wir um 8 Uhr 9 Min. den Bach el-Hammäm. Er ist 
4 — 6 m breit, ungefähr 0*4 m tief, die Ufer dicht mit Oleandergebüsch 
bewachsen und das Wasser 26° C warm. Im unteren mir unzugäng- 
lichen Laufe des sejl ez-Ziz sollen Thermen vorkommen, nach denen 
dann der vereinigte Bach el-Wäle und ez-Ziz el-Hammäm heißt (Höhe 
315 m). Um 8 Uhr 35 Min. erstiegen wir oberhalb des linken Ufers 
einen schmalen Sattel, der den Ausläufer 'arküb es-Ökez mit einem 
steilen, auf seinen anderen Seiten vom Bache el-Wäle umschlossenen 
Kegel verbindet. 

Nach 23 Min. waren wir auf der Sattelhöhe und bemerkten nun, 
daß der Weg durch zwei starke Mauern abgesperrt ist. Diese Mauern 
sind im O. miteinander verbunden und führen westwärts zu einem 9 m 
breiten, im Felsen ausgebrochenen Graben. Westlich steigt der Felsen 
steil zu einer Plattform empor, die durch Unterbauten teilweise erweitert 
ist und auf der ein viereckiges Fort steht (Fig. 106). Der östlichen 
17 m langen und 1*2 m dicken Mauer ist ein lim breiterund 13 m tiefer 
halbrunder Turm vorgebaut, dessen Fundamente aus großen Steinblöcken 
bestehen. Die in der Hauptrichtung 290° laufende, stellenweise ge- 
krümmte Nordmauer ist 54 m lang und hat in der Mitte ein 2*9 m breites 
Tor. Die Südmauer geht von O. aus in der Richtung 250°, wird nach 



243 

27 m von einem 3*6 m weit vorspringenden nnd 5 m breiten Turme ver- 
stärkt und nach 25 m wieder durch eine Mauer mit der Ostmauer ver- 
bunden. Eine V2m breite Tür führt in einen 42 m tiefen ; durch die 
Verlängerung der östlichen und westlichen Mauer gebildeten Hof, dessen 
Westmauer durch drei im Grundriß quadratische Türme von 5 m Seiten- 
länge gedeckt ist. Der Hof ist leer, die Wohnräume befanden sich an 
der Ostseite. Die Mauern bestehen aus Hausteinen und sind jetzt noch 
stellenweise bis zu einer Höhe von 4 m gut erhalten. 

Das Ganze scheint aus dem Mittelalter zu stammen, denn be- 
sonders der halbrunde südöstliche Turm erinnert lebhaft an ähnliche 
Bauten der Kreuzfahrer. Die Lage der Festung ist äußerst günstig; 




Fig. 106. KuTammet aba-1-Hsejn. Grundriß. 



sie liegt iu der Höhe der Hauptverbindung zwischen N. und S., ist 
von drei Seiten vollkommen geschützt und Wasser befindet sich in der 
Nähe. 

Diese Burg (Höhe 490 m), die kuFammet aba-1-FTsejn heißt, ver- 
ließen wir um 9 Uhr 40 Min. (Lufttemperatur 25° C), stiegen zu einer 
zerstörten Mühle gegenüber dem selb es-Sjar hinunter und ritten dann 
an einer neuen Mühle und einem Garten vorüber in der Richtung nach 
0., bis wir um 10 Uhr 15 Min. die alte Römerstraße kreuzten. 

Zwischen ihr und dem sejl el-Wäle steht ein kleines Wächterhaus, 
das hauptsächlich von den Soldaten, welche die Post zu befördern haben, 
als Raststation benützt wird. Der Mutasarref von el-Kerak wollte näm- 
lich, daß der Soldat, der die Post von es-Salt zu expedieren hatte, in 
einem Tage bis hierher gelange und hier raste, um am nächsten Tage 
in el-Kerak zu sein. Vorläufig benützte es der neuangestellte Mudir von 
Dibän als Wachtlokal, um Transporte von Telegraphenstangen zu über- 

16* 



244 

wachen. Hunderte von solchen lagen herum und einige Soldaten schrien 
und zankten gerade mit den armen, unbeholfenen Halbfellähin, welche 
die Stangen auf ihren Maultieren oder Eseln weiterbefördern sollten. 
Schon am Wege erfuhren wir von einem Hamidi, daß am selben Tage 
Soldaten nach allen Richtungen ausgesendet worden waren, um Trans- 
porttiere wie Esel, Maultiere und Kamele zu requiriereD. 

Um 10 Uhr 20 Min. trafen wir am linken Ufer des w. el-Wäle ein. 
Gegenüber am rechten Ufer liegt h. Iskandar und östlich davon stehen 
am Ufer eines seichten Se'ib mehrere hohe und schmale in die Erde 
eingesetzte Steinplatten, saräbiL Nach 8 Min. gelangten wir am linken 
Ufer des Wale zu einer ähnlichen Sarbüt-Platte. Allem Anscheine nach 
waren hier ehemals beide Ufer mittels einer Brücke verbunden, weil 
man beiderseits noch Reste der Widerlager wahrnehmen kann. Von 
dieser Stelle führt dann nach N. zum h. ed-Dlelet el-Rarbijje ein guter 
breiter Weg, der von den Beduinen der weiter westlich führenden alten 
Römerstraße vorgezogen wird. 

Um 10 Uhr 34 Min. kreuzten wir in der Richtung 60° den Bach, 
umgingen eine niedrige Kuppe mit den Ruinen el-Mlehleb und ruhten 
um 10 Uhr 50 Min. wieder im Tale bei der Quelle mojet el-Kalbe, die 
den Anfang des Baches el-Wäle bildet (Höhe 465 m, Lufttemperatur 
29-8° C). 

Die Lage von el-Mlehleb wie von h. Iskandar und kul ammet 
aba-1-Hsejn ist umso wichtiger, als von diesen Orten sowohl das Wasser 
wie alle nach S. und nach N. führenden Wege beherrscht werden können. 
So von S. der westlichste am rechten Ufer des w. el-Gufa gelegene Weg, 
dann die alte Römerstraße, östlich von ihr der Weg durch das Tal ed- 
Dib und endlich der darb en-Nkejbat; von N. der Weg am Ufer des 
w. el-Genäb, die ehemalige Römerstraße und der oben erwähnte Kamel- 
weg über ed-Dlelet el-Rarbijje. 

Da das w. el-Wäle 3 und das w. el-Butm die beste Verbindung nach 
O. und SO. bilden, zogen wir um 12 Uhr talaufwärts. 

Das Flußbett führte kein Wasser mehr, allein zahlreiche blühende 
Oleander bezeugen, daß hier Grundwasser vorhanden sein muß. Um 
12 Uhr 7 Min. ließen wir rechts den Aufstieg en-Nkejbät, der auf eine 
fruchtbare Ebene hinaufführt. Die Talwände sowie die anliegenden 
Hügelzüge werden ziemlich steil, während der Weg, welcher stellen- 
weise regelrecht angelegt ist, abwechselnd an den Abhängen bald des 
rechten, bald des linken Ufers aufwärts führt. Um 12 Uhr 29 Min. 
passierten wir die Ebene Dürat ed-Dab 1 , die durch das Zurücktreten 



245 

der nördlichen Hügelkette Tejrän el-Bir entsteht. Um 12 Uhr 40 Min. 
waren wir bei der Mündung des von N. kommenden Tales sVib ammu- 
r-Rkejbe und standen nach 8 Min. an der Vereinigung des w. er-Rmejl 
mit w. el-Butm, wo der Name el-Wale aufhört. Das w. el-Butm kommt 
von SO. aus der Ebene el-Mdawwara, in deren Mitte ein kegelförmiger 
Hügel emporragt. 

Um 12 Uhr 48 Min. verließen wir el-Wäle (Höhe 480 m) in der 
Richtung 70° auf einem sehr bequemen alten Wege, auf dem wir nach 
20 Min. die genannte Hochebene erreichten. Von hier aus lag in der 
Richtung 135° b- el-Hassäs, ein ausgedehntes Ruinenfeld am rechten 
Ufer des w. el-Butm und an seinem linken Ufer in der Richtung 215° 
h. en-Nkejbät. Nun ging es auf dem alten Wege in der Richtung 80° 
weiter über eine fruchtbare Steppe und an vielen einzelnstehenden 
Türmen vorbei, bis wir um 1 Uhr 30 Min. auf ein einsames Zelt der 
Slit-Beduinen stießen. Hier stiegen wir ab in der Hoffnung, für die 
Pferde Gerste kaufen zu können und einen Führer zu finden. 

Die armen Leute hielten mich für einen Beamten und fürchteten, 
daß wir sie samt ihren Kamelen zum Stangentransporte zwingen würden. 
Als sie aber erfuhren, daß wir mit der ihnen so verhaßten Regierung 
nichts zu schaffen hätten, bewirteten sie uns mit Butter und mit Sräc- 
Kuchen. Dann erzählten sie uns, daß die Saläjta östlich vom h. er- 
Ränima ihr Lager hätten und im w. Sa'ide ihr Wasser schöpften. 

Um 2 Uhr 56 Min. ritten wir weiter in Begleitung des Zeltinhabers, 
der seine Kamele nach O. trieb, um sie vor den ausgesandten Soldaten 
in Sicherheit zu bringen. Um 3 Uhr sahen wir am linken Ufer des 
w. el-Butm in der Richtung 160° eine große Ruine, welche el-Kerje oder 
auch Kerje w. el-Bufm genannt wird, in der Richtung 220° noch weiter 
entfernt h. abu Sgera, in der Richtung 30° el-Heri, 40° er-Rmejl, 25° 
kasr el-Komrok und az-Za faran und in der Richtung 350° el-'Eläki 
(Höhe 626 m). Nun bogen wir gegen OSO., passierten um 3 Uhr 10 Min. 
hrejbet c Alejjän, einen viereckigen Turm, von dem aus sich gegen O. 
große rechteckige Schafhürden erstrecken, die, mit Mörtel gebaut, durch 
eine niedrige Mauer in zwei ungleiche Hälften getrennt sind. Südlich 
davon gibt es viele Zisternen sowie einen großen Steinring, el-helle, von 
einer ehemaligen Tenne. 

Dann ritten wir in der Richtung 160° weiter und waren um 3 Uhr 
50 Min. beim Grabe rugm el- c Alija, der berühmten tapferen Anführerin 
der Shür in den Kämpfen mit den ägyptischen Truppen unter Isma'il- 
und Ibrahim-Pascha, Ihr Grab bedeckt ein großer Steinhaufen und 



246 

zahlreiche Haarflechten sowie allerlei Kamels ch muck und Amulette ; die 
man hier findet, bezeugen, daß das Grab eifrig besucht wird und daß 
die Verstorbene noch immer in hohem Ansehen steht. 

Die Steppe, welche in der Umgebung ertragfähig ist, senkt sich 
im N. zum w. et-Tamad und im S. zum w. el-Butm. An seinem linken 
Ufer sahen wir um 4 Uhr in der Richtung 270° h. abu Sgera nebst 
einem Baume. Um 4 Uhr 17 Min. konnten wir in der Richtung 295° 
auf einem Hügel das Ruinenfeld el-Kerje beobachten, das vom w. el- 
Butm von drei Seiten umschlossen ist. Um 4 Uhr 24 Min. kreuzten 
wir dieses Tal (Höhe 690 m } Lufttemperatur 30° C), ritten dann in 
seinem Arme südwärts und stießen um 4 Uhr 55 Min. in seinem ziem- 
lich seichten, aber breiten Bette auf einen Wasserbehälter, der durch 
eine Quermauer gebildet ist. In seiner Nähe befand sich ein kleines 
Lager, ferik, der Salajta, wo wir abstiegen. 

Nur wenige Männer waren zu Hause, alle übrigen mit den Kamelen 
über die Pilgerstraße gezogen, als sie erfuhren, daß in ihrem großen 
Lager beim h. er-Ramma Soldaten übernachteten, die alle Kamele, deren 
sie habhaft wurden, samt ihren Besitzern nach el-Wäle treiben sollten. 
Deshalb suchten auch wir das große Lager nicht auf, sondern blieben 
hier über Nacht. 
2 i9co U ^" m ochsten Morgen ritten wir um 3 Uhr 57 Min. in Begleitung 

eines Führers in der Richtung S. weiter und sahen um 4 Uhr 9 Min., 
obwohl es noch ziemlich finster war, im 0. den Turm von umm er- 
Rasäs; nach weiteren 11 Min. lag die schwarze Masse der Stadt umm 
er-Rasäs uns zur Linken. 

Um 4 Uhr 29 Min. waren wir in der Niederung von henw umm 
er-Rasäs, die den Anfang des w. el-Butm bildet. Wir folgten diesem 
Tale, sahen wenige Minuten später in der Richtung SSW. auf der Ost- 
spitze des von W. nach O. abfallenden gleichnamigen und schmalen 
Hügelzuges die Ruine er-Ramma und hatten um 4 Uhr 43 Min. in der 
Richtung 280°, etwa 3 km von uns, h. Gmejl 4 (Höhe 770m, Lufttem- 
peratur 21° C). Hier ist die Wasserscheide des sejl es-Sfej und des 
w. el-Wäle. 

Auf dem Rücken des g. er-Rämma erblickten wir einige Beduinen 
mit 11 Kamelen und hinter ihnen vier Soldaten in westlicher Richtung 
reitend, während drei andere Soldaten direkt nach N. zogen, um nach 
Kamelen zu suchen. Um ihnen auszuweichen, bogen wir auf einem 
fruchtbaren, südwärts geneigten Boden mit zahlreichen Resten alter 
Felder nach SO. ab und sahen um 5 Uhr 20 Min. östlich auf einem 



247 

keilförmigen Vorsprunge die alte Festung h. Sälije mit einem noch ziem- 
lich gut erhaltenen Bau auf ihrer nördlichen, schwächsten Seite. Von da 
an wird der Boden steinig und fällt gleichzeitig ziemlich stark ab (Höhe 
800 m). Um 6 Uhr gelangten wir in südlicher Richtung zu einigen 
Schafhürden, von wo aus er-Rämma rechts, also westlich liegt, und 
sahen in der Richtung 140° kasr el- c Al, in der Richtung 145° kser 
Ratjän und in der Richtung 265° kasr Siken. 

Um 6 Uhr 7 Min. waren wir bei einem Turme am Beginne des 
Abstieges nakb Swejmijje und um 6 Uhr 13 Min. unten bei der Quelle 
f ajn Sa'ide, die von dichtem Oleandergebüsch umsäumt ist und am 
rechten Uferrande entspringt. Das Wasser hat eine Temperatur von 
20*6° C, ist salzig und so voll von Egeln, daß die Beduinen und ihre 




Fig. 107. Hirbet el-Mdejjene von Süden. 

Pferde es nur durch ein Tuch geseiht trinken. Ihr Gefälle ist so gering, 
daß kein konstanter Abfluß vorhanden ist, sondern nur schwarze stehende 
Lachen. Zahlreiche Oleandersträucher, welche noch weiter östlich ge- 
deihen, lassen erkennen, daß hier Grundwasser sein muß, und unser 
Begleiter versicherte auch, daß man in ganz geringer Tiefe auf Wasser 
kommen könne (Höhe 420 m, Lufttemperatur 25° C). 

Um 8 Uhr 10 Min. folgten wir dem Tale Sa'ide in der Richtung 
ONO. aufwärts, ließen bald darauf nakb Hmejje rechts und gelangten 
um 8 Uhr 44 Min. zur Mündung des w. Sälije in das w. Sa'ide. An ihrer 
Vereinigung erhebt sich ein steiler, felsiger, abgeflachter Kegel, der mit 
der östlichen Hochebene nur durch einen schmalen, etwa 2m breiten, 
teilweise eingestürzten Sattel zusammenhängt, kaum zugänglich ist und 
b. el-Mdejjene trägt (Fig. 107). Sein Südabhang und mit ihm ein Teil 
des Plateaus samt den Baulichkeiten darauf ist vermutlich infolge eines 
Erdbebens abgestürzt, sodaß man oben deutlich noch die Reste von 



248 



mit großer Kraft auseinandergerissenen Mauern bemerkt, während unten 
im w. Saide ungeheuere, hochaufgetürmte Blöcke, Gerolle und Bruch- 
steine den Bach gestaut haben. Das Winterwasser muß mit Riesenkraft 
diese Massen durchbrechen, wobei es Bruchsteine und Gerolle strecken- 
weit mitführt. 

Von da folgten wir der Südrichtung und erstiegen auf einem an- 
gelegten, aber beschwerlichen Wege namens nakb abu Btejme die linke 
Uferwand des w. Sa'ide. Um 8 Uhr 55 Min. erreichten wir die Hoch- 
ebene und sahen in der Richtung 
95° kasr el-Haraze, in der Rich- 
tung 65° kasr ed-Dirse, 60° kasr 
et-Trajja, 0° h. el-Mdejjene, 175° 
kser aba-1-Hrak, 125° kasr el- c Äl, 
260° kar'a Sihän und in der Rich- 
tung 295° h. er-Rämma. 

Um 9 Uhr zogen wir auf der 
Hochebene (Höhe 630 m) gegen 0. 
weiter, kreuzten um 9 Uhr 24 Min. 
das nach SSW. abfallende se'ib 
c ajn el-Hbejle und überschritten 
um 9 Uhr 40 Min. das diesem zu- 
laufende w.el-Hmejle (Höhe 710m). 
Diese beiden vereinten Täler mün- 
den in das w. Afekre, und zwar 
beim Wasser mojet Afekre oder el- 
Hmejle, zu dem von S. der Weg 
nakb el-Mistarah führt. Das ver- 
einigte Sa'] de- und Afekre -Tal 
heißt sejl es-Sfej und empfängt links die Täler w. abu 'Amiid und henw 
es-Säjeb, zwischen denen ein Weg über nakb er-Rahama leitet. 

Am linken Ufer des seichten und breiten el-Hmejle-Tales erhebt 
sich der letzte nordwestliche Ausläufer des östlichen Grenzgebirges 
Sbejbän, auf dessen flachem Rücken die Ruine kasr el- c Al schon von 
weitem sichtbar ist. Um zu ihr zu gelangen, wendeten wir uns um 

9 Uhr 50 Min. nach S., folgten einem alten Wege und erstiegen um 

10 Uhr 15 Min. den Gipfel el- c Al (Höhe 815 w), wo wir bei einer alten 
Festungsanlage hielten (Fig. 108). 

Ihre Westmauer (Richtung 160°), 98 Schritte lang und 1*8?» breit, 
besteht aus ungewöhnlich großen Bruchsteinen; so hatten verschiedene 




_»|OM 



Fi£. 108. Kasr el-'Al. Grundriß. 






249 



Steine die Dimensionen 2*3 X 0*68 m. Die Nordseite ist 80 Schritte lang 
und hat einen starken Unterbau. Die innere Einteilung der Anlage ist 
noch ziemlich kenntlich. So zieht sich 19 Schritte von der nordwest- 
lichen Ecke der Westfront eine 62 Schritte lange Mauer nach 0. und 
bildet im Vereine mit der Nordwand einen viereckigen, länglichen Hof. 
23 Schritte südlich davon erhebt sich an der Westfront ein 
21 Schritte langer und 14 Schritte hoher viereckiger Turm (Fig. 109), 
dessen Mauern noch 4 — 6 in hoch sind. Östlich von ihm, 13 Schritte 
von der Ostfront entfernt, befindet sich ein 16 Schritte langer (W. — O.) 
und 8 Schritte breiter viereckiger Raum ohne Dach, aber mit niedrigen 




Fig. 109. Kasr el-'Äl. Der Turm von Südosten. 



Mauern. An der Südfront, 26 Schritte südlich von dem Turme, waren 
28 Schritte lange (W. — O.) und 12 Schritte breite Wohnräume angeordnet, 
in welche ein 3 m breites Tor von der Nordostseite führte. 

Die inneren Räume des Turmes waren mit großen Platten über- 
deckt, sind aber jetzt, da sie den Salajta als Begräbnisstätte dienen, 
abgebrochen, sodaß man die innere Einteilung schwer erkennen kann. 
Auch in dem kleineren, viereckigen Räume hinter dem Turme gibt es 
überall Beduinengräber, auf denen man zahlreiche Haarflechten, Amu- 
lette, Kamelstäbe und andere Weihegeschenke bemerkt. 

In der nördlichen Hälfte befinden sich große, künstlich ausgehöhlte 
und ausgemauerte Zisternen. Ornamente fand ich hier keine und von 
Inschriften bemerkte ich nur eine kurze nabatäische, die auf der Nord- 
wand des Turmes eingekratzt war. Den felsigen Grund hatte man 
künstlich geebnet und die Seiten um die Festung herum 3 — 4 m tief 



250 

senkrecht abgeschlagen, wodurch eine natürliche Mauer entstand, in der 
sich zahlreiche Grotten befinden. Auf dem östlichen, niedrigeren Teile 
des Rückens sind große Zisternen. (Lufttemperatur um 11 Uhr 50 Min. 
31° C.) 

Die Aussicht von da aus ist schön; man überblickt beinahe das 
ganze Land Moab von Middin und sagarat el-Mese im S. bis zum el- 
c ^l und es-Sämac im N., während im SO. und 0. die erwähnten Grenz- 
gebirge g. Sbejbän, g. ed-Dalmät sowie g. es-Swäkat el-Rarbijje die 
Fernsicht begrenzen. Im NO., nördlich von £ijäl und w. el-Mustabteh, 
öffnet sich am rechten Ufer des w. el-Haraze die Steppe und man sieht 
zahlreiche Ruinen von Warttürmen, welche die Verbindung mit der öst- 
lichen Wüste überwachen sollten. 

A 

Von el- c Al über et-Tamad nach Mädaba. 

Um 12 Uhr verließen wir kasr el- c Al und waren um 12 Uhr 
58 Min. am linken Rande des w. Sa'ide gegenüber h. el-Mdejjene beim 
nakb Hmejje, der in Terrassen hinuntersteigt, auf denen sich Überreste 
von Gartenanlagen vorfinden. Um 1 Uhr 10 Min. waren wir unten im 
Talbette (Lufttemperatur 33*2° C), wo wir den Felsenhügel, auf dem 
el-Mdejjene liegt, umgingen. 

Nach 12 Min. zogen wir am rechten Uferabhange der Schlucht 
Sälije auf einem guten Wege in der Richtung 20° bergauf. Die vielen 
Oleandergebüsche, welche man hier sieht, lassen auf Grundwasser 
schließen, was unser Begleiter auch bestätigte. Um 2 Uhr 8 Min. er- 
reichten wir bei einigen Terebinten die Hochebene, wo wir den Be- 
gleiter entließen, weil er unser ganzes Wasser allein ausgetrunken hatte. 
Wir ritten dann ziemlich scharf (9 — 10 km in der Stunde) durch die 
Steppe gegen NNW. und waren um 3 Uhr 29 Min. bei umm er-Rasa?. 
Den Namen umm er-Rasäs leiten die Salajta von den zahlreichen, faust- 
großen Bleikugeln, rasäs, ab, die daselbst gefunden werden. 

Um 4 Uhr 20 Min. hatten wir links in einem Seitentale des w. el- 
Butm das h. Hmejjel, 8 Min. später hrejbe Safijet el-Razäl, folgten der 
Richtung 340° und erreichten um 4 Uhr 40 Min. die Wasserscheide des 
w. el-Butm und et-Tamad. Wir ritten auf einer alten, links von einer 
niedrigen Mauer begrenzten Straße am linken Hange des tlä' el-Kfül, 
sahen im O. am rechten Hange des w. as-Säbec die Grotten moräjer 
el-Gurh und gelangten um 5 Uhr 20 Min. zu den Brunnen und Wasser- 
lachen des w. et-Tamad, wo wir uns 25 Min. aufhielten. 



251 

Dann nahmen wir über eine weiße, von SW. nach NO. gerichtete 
Bodenwelle die Richtung nach NNW. und kamen nach 10 Min. zum 
w. el-Heri ; welches da eine schöne Ebene bildet. Um 6 Uhr 5 Min. 
erreichten wir in westlicher Richtung das Ende dieser Ebene und er- 
blickten im S. h. er-Rmejl. Es liegt auf einem Kegel am linken Ufer 
des w. at-Tamad gegenüber der Mündung des w. el-Heri und besteht 
aus einer kreisrunden Anlage, in deren Mitte eine viereckige Festung 
stand. Das Ganze ist stark versandet. Mein Begleiter erzählte, daß 
diese Ruine vormals einen anderen Namen führte, als man aber vor 
vielen Jahren „el-mhedäwi" aus dem Rör hierher brachte, sei da alles 
voll von Sand gewesen, weshalb der Ort seither b. er-Rmejl genannt 
werde. 

Von hier nahmen wir auf einem alten, breiten und mäßig an- 
steigenden Wege die Richtung WNW., kreuzten um 6 Uhr 38 Min. 
das nach S. laufende w. Mes'ed, um 6 Uhr 42 Min. das aus der Rich- 
tung 10° kommende w. el-'Eläki, um 6 Uhr 46 Min. se'ib ammu Klal 
und um 6 Uhr 58 Min. das w. el-Megadre, das aus NW. kommt und 
sich mit dem w. Mleh vereinigt. Hier trafen wir um 7 Uhr 10 Min. 
auf drei Brunnen bir Mleh (Höhe 670 m) und sahen gegen SW. die 
Ruinen von kerje Mleh und h. Glerwän. 

Westlich vom w. Mleh beginnt eine urbare Ebene, die sich all- 
mählich zwischen den nach NO. und O. auslaufenden Hügelzügen er- 
weitert. Im SW. zeigte mir mein Begleiter teil el-Mahra'a, das durch 
eine feurige Rauchsäule von brennendem Tennenstroh markiert war. 
Um 7 Uhr 45 Min. schlugen wir unser Lager seitwärts von einer Tenne 
auf (Höhe 700 m). 

Am nächsten Morgen zogen wir um 4 Uhr 29 Min. in der Rich- 
tung NO. weiter durch das Ackerland ard el-Mahra'a, ein wellenförmiges 
Terrain mit breiten, seichten, nach SSW. zum w, Bremän gerichteten 
Tälern. Um 5 Uhr 2 Min. konnte ich in der Richtung 290° h. ed-Dlelet 
el-Rarbijje und in der Richtung 130° h. el-'Elaki notieren. 

Ed-Dlelet el-Rarbijje 5 war einstens eine große und feste Stadt, am 
NNW.-Abhange des Hügelzuges gelegen, der die fruchtbare Ebene von 
Mädaba gegen S. abgrenzt. Mit ihrer höher gelegenen, starken Burg 
beherrschte sie drei Straßen, und zwar sowohl die östliche von w. et- 
Tamad über Mleh führende Wüstenstraße wie die beiden Verkehrswege, 
die nach S. laufen; sie war somit von großer strategischer Bedeutung. 

Um 5 Uhr 15 Min. betraten wir die Seitentäler des w. el-Megadre. 
Sie werden nach und nach enger und felsiger, doch liefern die Hänge 



24. Juli 

1900. 



252 

gute Weide. Um 5 Uhr 37 Min. waren wir oben auf dem Rücken 
(Höhe 770 m, Lufttemperatur 19° C), ritten nach 5 Min. in NO. -Rich- 
tung über eine breite, nach NO. sich hinziehende Bodenwelle, welche 
die Wasserscheide zwischen dem w. el-Habis und w. Mes'ed bildet, und 
gelangten um 6 Uhr zu den ausgedehnten Ruinen von ed-Dlelet es- 
Serkijje. Den hier urbaren Boden haben in den letzten Jahren die 
Fcllahin aus dem g. el-Halil (Hebron) für die Beduinen angebaut. 

Um 6 Uhr 37 Min. kamen wir durch dieses fruchtbare Land zum 
großen Ruinenfelde Nitil und erreichten von da nach 2 Stunden 20 Min. 
Mädaba selbst. 



Diese Tour gehört zu den erfolgreichsten sowohl in topographischer 
als auch in folkloristischer Hinsicht, denn Mhammad war ein intelligenter 
Mann, der bald begriff, was ich brauchte, und mir in jeder Beziehung 
behilflich war. Wo er selbst keine Auskunft geben konnte, erkundigte 
er sich, sodaß ich ihm zahlreiche, höchst interessante Aufschlüsse über 
das Hamajde- und Saläjta-Grebiet sowie über deren Einteilung und Ge- 
bräuche verdanke. 



1 Flav. Jos., Ant. XIV 83 , Alexander Aristobuls Sohn befestigte: Ma^aipouvra 
:tpb; xoXc, Apaßtot; opeaiv. Von Gabinius wurde es (J. 57) geschleift. Herodes ließ el- 
Mkäwer wieder aufbauen (Bei. Jud. VII 171—177^ und zwar als Grenzfestung oti r*jv xuiv 
Apaßtov yeixviaatv jtecxat yap ev im/.<x[pu) 7tpb; x/jv Ijceividv yrjv ajcoßXsTrov. Vor der Festung 
gründete er eine Stadt: Msyav [a£v ouv xoVov xefysanv /.cd rcupyot; raptßaXwv tco'Xiv evxauOa 
xaxioxiasv, £<j fj? avoSo; £t; auxrjv s^sps xrjv a/.ptop-iav. ou [x^v dXXa /.cd rcspi auxrjv avco xrjv 
/.opu^rjv xiiyoq ioz[\xaxo /.cd roipyou; sk\ taig ycovtat? r/.aaxov s^/.ovxa 7tr]^wv dvsar/jasv. 

Bell. Jud. VII 168 sq.: Machaerus ist auf allen Seiten von Tälern umgeben. Das 
westliche t] |A£v yap arcb xrj; iarclpa; Ksptxl t avouaa (wädi Skära) rcapaxEtvet araSiou; s^xovta 
TCspa; aui7]; xrjv AacpaXxlxiv Tcotoüfjiv/) Xipr ( v xaxa xouto 81 tct) /.cd aurb; 6 Ma^atpou; xrjv 
u^rjXoxaxrjv s-/ei y.opucprjv urapavtayoucrav (el-Mesneka)* ai 8' dito i% ap/.xou scai |A£a7)[j.ßpia; (w. 
el-Keräbe) cpxpayys; [ieylösi piv djwXsi7rovxat x^; 3rpo£ip7]jxevrj;, ofxoito? S 1 £tatv djju^avot rcpb; 
ETCt^siprjaiv. xrj; 0£ Tipb; dvatoXrjv <pdpayyo; xb piv ßdOo; oux s'Xaxrov i/.axbv supiaxsrai 7C^ewv, 
xip[j.a os yivexai rcpb; b'po; drcavxucpu xs({jl£vov Ma^atpouvxo?. 

Bassus ließ das Osttal verschütten (VII 19 sq.) und die Festung schleifen. 

2 mat Jos. i3i9 : pttyn -iro ^rt^n mat, lxx 2£pa8a *xt Stow lv xw 6'pei 'Evdß, 

LXX A xot Sapb y.x\ Stup iv 'Eva/.. 

Flav. Jos., Bei. Jud. I 657 ? Herodes läßt sich von Jericho hierher tragen: Ataßa; 
youv xbv 'IopSdvr^v xoT; xaxa KaXXippo'^v £X.P*) T0 O-fP ??' taüra 8 1 s'Esiai [xsv st; xrjv Aa'faXxtxtv 
Xi[iv/]v (Antq. XVII 171 : ,et? X-'[xvtjv tt]v da^aXxofpopov'), ujw yXux.ui7)xo; 8' eax v t xat 7taxtva 

C. Plinius Secundus 5 16 ( e d. Detlefsen I, p. 210): „Prospicit eum (Aspaltiten 
lacum) ab Oriente Arabia Nomadum, a meridie Machaerus, secunda quondam arx Iu- 



253 

daeae ab Hierosolymis. eodem latere est calidus fons medicae salubritatis Callirroe 
aquarum gloriam ipso nomine praeferens." 

Al-Idrisi, ed. Gildemeister, S. r: <L^.UJ\ ^U ^Js L^j ~öL*o AjLo ^J»~*>o ^ A j. 

Uy ^\ (für 5 ; \y\, ij\^\) *j\}^3 j*} c ^c j^X}\ \^yZ*> 3 O n -UM l^Jls J-^ä* j 

•J>*^ J^-»^ yUo^ 

3 Num. 21 19: bX'brB (?), LXX B. Mava^X. 

4 Jer. 48 23 : blfc: JV2, raiuwX, Ta^wX. 

5 Num. 33«: nöTlbm }Ö^3 13IT1 U p^Ö Wl, TeX^wv AsßXaOat^, AoußXaOaip 
Jer. 48 22 : DTlbm JV3. 



III. 



Anfang August 1900 traf ich in el-Kerak mit der Absicht ein, das 
Westgebirge in seiner ganzen Ausdehnung von dem Toten bis zum 
Roten Meere zu erforschen. Als ich nämlich meine früheren Reisen 
zusammenstellte und dabei neue Erkundigungen einzog, erkannte ich, 
daß ich dieses Gebirge noch zu wenig kenne; darum wollte ich die 
Lücken ausfüllen. 

Da ich wußte, daß ich für diese Reise in el-Kerak keinen orts- 
kundigen Führer finden würde, sah ich mich bloß um einen Begleiter 
um, der auf seinem Maultiere den Transport meines Reisegepäckes be- 
sorgen und mir bei Anwerbung von ortskundigen Führern behilflich 
sein sollte. Dazu bot sich mir ein Christ an, namens Gergis abu Slimän, 
den mir auch der Missionär als zuverlässig empfahl und den ich — 
allerdings nicht gern — in meinen Dienst nahm. Es gefiel mir nämlich 
nicht, daß er el-Kerak und dessen nächste Umgebung nie verlassen 
hatte, weil ich daraus schloß, daß ihm die geplante Reise zu lange 
dauern und er infolgedessen Heimweh bekommen werde. 

Auf dieser Reise sollte ich die Regierungssitze et-Tfile, es-S6bak 
und el-Gi berühren und die Dörfer Kufrabba, Hanzire, el-'Ejme und 
Senefhe besuchen. Wollte ich mich also nicht der Gefahr einer Eskor- 
tierung aussetzen, so mußte ich mir unbedingt eine Empfehlung vom 
Mutasarref von el-Kerak verschaffen. Dieser war mir jedoch schon seit 
1898 nicht gewogen und, als er 1900 von Damaskus die Ordre bekam, 
für meine Sicherheit tunlichst zu sorgen, hatte er die beste Gelegenheit 
in Händen, mich in meinen Arbeiten zu hindern. Ich wurde auch in 
el-Kerak überwacht. 

Als ich nun um die Empfehlung für die Reise nach w. Müsa-Petra 
ansuchte, wurde sie nicht mir, sondern einem Grenzgendarmen aus- 
gefolgt, der mich begleiten und wieder nach el-Kerak zurückbringen 
sollte. Der Gendarm, cäwis walad Halil agha, war ein Kurde, der 
arabischen Sprache kaum mächtig und benahm sich, auf die erhaltenen 



1900 



255 

AVeisungen und den Einfluß seines Vaters ; eines Agha- Offiziers der 
Grenzgendarmerie, gestützt, recht rücksichtslos und herrisch und bereitete 
mir große Unannehmlichkeiten. 

Der Soldat und ich ritten Pferde, Gergis hatte ein Maultier, das 
auch unsere Reisevorräte trug. Ich legte die Tracht der Beduinen an, 
die der Tracht der dortigen Fellähin ziemlich gleicht, weshalb ich nicht 
besonders auffiel. 

Von el-Kerak über Kufrabba und Hanzire zum 

sejl el-Kerähi. 

Am 9. August 1900 brach ich um 7 Uhr 12 Min. von der katho- 9 \ A ^f st 
lischen Missionsstation in el-Kerak auf. Mein Plan war, über Kufrabba 
und Hanzire zum sejl el-Hsa zu gelangen; der Soldat führte uns aber 
den Ostabhang des Stadthügels entlang, um auf der Sultani- Straße 
dorthin zu kommen. Sobald ich seine Absicht erkannte, bog ich mit 
meinem Begleiter an der Südostecke der Festung in den Festungsgraben 
bircet umm en-Nasr ein, erstieg dessen Südwand und erreichte auf be- 
schwerlichen Umwegen den zur Quelle 'ajn el-Frang am Westabhange 
des Stadthügels führenden Weg. 

Diese Doppelquelle, zu der wir um 7 Uhr 53 Min. gelangten, ent- 
springt unter der Felswand von et-Teläge am rechten Ufer des schluchten- 
förmigen Tales w. el-Bawäb und wird beim Ursprung in einen Kanal auf- 
gefangen, um eine etwa 200 Schritt nördlich gelegene Mühle zu treiben 
(Höhe 850 m). Oberhalb der Quelle sieht man zwei in der Felswand 
ausgemeißelte Grotten, vor denen sich eine künstliche, von einer nied- 
rigen Mauer umgebene Plattform befindet; über den Grotten steht die 
glatte Felswand noch über 20 m hoch. 

Von der erwähnten Mühle aus erstiegen wir über Wein- und 
Feigengärten, basatin el-Frang ? in westlicher Richtung auf einem alten 
Wege den Ostabhang zähra Sämra, Um 8 Uhr 15 Min. bogen wir, immer 
diesem Wege folgend, in die Richtung 200° ein und erreichten nach 
einer Viertelstunde am Anfange des w. abu Ja'küb die Ruine h. 'Oöbor 
(Höhe 1130?»), von wo aus sagarat und h. el-Mese in der Richtung 
180° liegen. 

Die südliche Landschaft gleicht einem riesigen, nach W. geneigten 
Kessel, dessen Niederungen bewässert und deshalb fruchtbar sind. Das 
Terrain ist sonst steinig, von tiefen Tälern durchquert, meistenteils aber 
urbar. Im O. wird die Fernsicht durch den Gebirgsrücken el-Mese 



256 

versperrt; gegen W. sahen wir um 9 Uhr 19 Min. in der Richtung 300° 
fr. Gennat Rit am nördlichen Abhänge der Schlucht sejrEsäl (Höhe 1160m, 
Lufttemperatur 24'8° C). Dann kreuzten wir mehrere seichte Arme des 
w. es-Sawälil, welches von O. kommt und sich südlich bei dem Dorfe 
Goza zu einer unzugänglichen Klamm verengt. Um 9 Uhr 43 Min. 
kamen wir zum w. el-'Ekeli, an dessen linkem Ufer westlich fr. ed- 
Dwejbf liegt, und gelangten um 10 Uhr 3 Min. zu der starken Quelle 
f ajn Gehir, die inmitten von Gärten mit Feigen-, Oliven-, Granatbäumen 
und Rebengeländen am rechten Ufer des w. es-Sufsäfa entspringt, und 
zwar östlich von der alten Ansiedlung fr. Esgar. Nach 7 Min. waren wir 
beim w. es-Sufsäfa (Höhe 840???), welches von 0. kommt, sich ungefähr 
100??? weiter westlich mit dem w. el-'Ammäl vereinigt und dann den 
Namen w. 'Alekan führt. 

Zwischen den erstgenannten Tälern verläuft der westliche Zweig 
des el-Mese-Gebirges, auf dessen flachem Rücken nahe an ihrer Ver- 
einigung die Ruinen des h. c Ajj x liegen, die wir um 10 Uhr 11 Min. 
erreichten. Größere Gebäude sind hier nicht zu sehen; die Fellahin 
haben in den Ruinen Hürden und Gehege errichtet und Tabak an- 
gepflanzt (Lufttemperatur 25° C). Von da gelangten wir um 10 Uhr 
34 Min. in südwestlicher Richtung nach Kufrabba, das fast menschen- 
leer war, weil seine Einwohner ein Zeltlager bezogen hatten (Höhe 
815???, Lufttemperatur um 11 Uhr 51 Min. 25*7° C). 

Etwas archäologisch Wichtiges konnte ich in Kufrabba nicht er- 
mitteln, weil die Leute meines Soldaten wegen sich mißtrauisch und 
zurückhaltend zeigten. Deshalb ritten wir um 1 Uhr 15 Min. auf einem 
in der Richtung 120° stets ansteigenden Wege weiter und gelangten 
um 1 Uhr 46 Min. zum tiefen w. el-'Ammäl; hier verließen wir den 
nach fr. Mote führenden Weg, bogen nach S. ein, erklommen sehr müh- 
sam einen steilen Felsenabhang und betraten um 2 Uhr einen uralten, 
bequemen Weg, welcher dem Mese-Rücken gegen SSO. folgt. Dieser 
Weg, oder besser diese Straße, verläuft auf dem Kamm des Gebirges, 
das die Senkung des Toten Meeres und al-'Araba gegen O. abgrenzt. 
Man kann ihre Anlage in der ganzen Ausdehnung des Gebirges bis zum 
Roten Meere hin verfolgen (Höhe 1130 m, Lufttemperatur 28*7° C). 
Ostlich von uns sahen wir am höheren rechten Ufer des w. el- c Ammäl aus 
schwarzem Lavastein errichtete lange Hürden, erblickten um 2 Uhr 13 Min. 
vor uns das kleine Ruinenfeld fr. Zabbücl und nordwestlich fr. Zabda. 

Um 2 Uhr 38 Min. verließen wir die alte Straße, welche zum 
fr. Fkekes führt, und stiegen in südwestlicher Richtung abwärts zu einer 



257 

Dolme (Fig. 110). Sie steht auf einer kleinen Ebene am Westabhange 
des g. ammu-n-Nusäjeb, besteht aus drei mächtigen Steinplatten und ist 
2'36m lang, 0*7 m breit und 1*11 m hoch. Von ihr genießt man eine 
schöne Aussicht in die ebenfalls kesseiförmige Senkung von el-Gedira 
auf die Dörfer Tar'in, el-'Arak und Hanzira sowie auf zahlreiche Oliven- 
haine und Gärten, die ihr Dasein starken Quellen verdanken. 

Diese nach W. geneigte Senkung ist begrenzt im NW. von den 
mächtigen Ausläufern des g. el-Mälhe und er-Räs und im NO. von dem 
g. animu-n-Nusäjeb, der sich im S. mit den Ausläufern des knän es- 









:&' .■•-• •'" " •-• '*£: 


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Fig. 110. Dolme am Westhange des g. ammu Nsäjeb. 



Sarfijje vereinigt und somit die östliche Abgrenzung der Senkung bildet. 
Im SO. gehen die niedrigen Hügel des knän es-Särfijje in den mächtigen 
schwarzen Berg g. Dubäb über ; der im W. durch das Joch Hadd ed- 
Dibe von dem langgezogenen g. er-Räs getrennt ist. Westlich von er- 
Räs senkt sich bis zum rör es-Säfije der rötliche g. Sarmüg ; der im 
N. in den niedrigen g. es-Samra 5 übergeht. Ostlich von es-Samra 5 erhebt 
sich der zerrissene g. abu-l-L6z ; der in nordwestlicher Richtung als g. el- 
Minkafe'a zum Ufer des Toten Meeres abfällt. 

In der nördlichen Hälfte dieser Senkung zieht sich von OSO. nach 
WNW. ein breiter, tiefer Riß. Er entsteht bald nach der Vereinigung 
des w. ed-Daba c a, das aus SO. von knän es-Särfijje herabkommt, mit 
dem von O. laufenden w. el-Beda. Im Anfange ist der Taleinschnitt 



Mus iL Arabia Petraea. I. Moab. 



258 

über O'bkm breit, 20 — 50 m tief und hat zahlreiche Quellen. Weiter 
westlich nimmt er das ebenfalls schluchtartige, aus SO. vom g. Dubäb 
kommende w. el-Far' auf und heißt fortan w. el-Gedira. Mit el-Gedira 
vereinigt sich das tiefe, durchwühlte, von S. kommende w. es-Sidd und 
dann der kurze Bach sejl Ratäk Sella. Die Schlucht nimmt nun den 
Namen sejl en-Nmera an, verengt sich und endet an der Küste des 
Toten Meeres. 

Gegen NW. sahen wir im g. el-Knen h. el-Hwäle und südwestlich 
davon soll am Nordrande der Numera-Schlucht das große Ruinenfeld 
h. Sahwän 2 liegen. Besonders zahlreich sind die Ruinen am Nordost- 
rande der Gedira-Schlucht, wo sich eine wellenförmige, gut bewässerte 
Ebene ausbreitet. So sahen wir südlich etwa 1 km von uns ksejr Hazim 
und südlich davon h. Tar'in. Nordwestlich von ksejr Hazim am rechten 
Ufer eines kurzen Tales liegt h. Gifra 3 mit einer starken Quelle und 
südwestlich davon b- und c ajn Beka\ 

In der Richtung 210° am Nordabhange des g. er-Räs lockten uns 
die grünen Gärten des Dorfes Hanzira an, wo wir übernachten wollten. 
Wir setzten deshalb um 3 Uhr 16 Min. unseren Ritt fort, stiegen west- 
wärts, an zahlreichen Grotten vorüber, zu der Quelle \ajn Gifra hinunter, 
wo wir um 3 Uhr 28 Min. unsere Pferde tränkten, verließen um 3 Uhr 
43 Min. diese Quelle, bogen gegen SSO. durch die fruchtbare, nach SW. 
geneigte Ebene und waren um 4 Uhr 8 Min. beim alten, jetzt wieder 
aufgebauten Dorfe Tar'in. 4 

Das Dorf zählt bereits zehn Häuser und es ist nicht unwahrschein- 
lich, daß die Bewohner des schwer zugänglichen el-'Aräk sich hier bald 
ansiedeln werden. Zwei gleichnamige Quellen, die südöstlich vom Dorfe 
entspringen, bewässern große, gegen W. gelegene Gärten. Nach 10 Min. 
erreichten wir c ajn Grad und umgingen dann die 'Aräk-Schlucht. 

Es kam mir vor, als ob die Nordosthälfte des oben erwähnten 
Gedira-Kessels infolge einer unterirdischen Verschiebung durchrissen 
wäre. Der Riß verlief von OSO. nach WNW. in einer Breite von 
300 — 500 m; das Gestein der Bruchzone senkte sich um 20 — 30 m, zer- 
sprang der Länge nach in der Mitte und lehnte sich im N. und im S. 
an die Felsenwände an, sodaß die so entstandene Schlucht ein eigen- 
artiges Bild darstellt. Fast durch ihre Mitte bricht sich ein kleiner 
Bach nach W. Bahn, sein Bett ist 2 — 5 m breit und fast 25 m tief 
zwischen steil hinaufsteigenden Ufern, auf denen sich oben schmale, 
ansteigende Ebenen ausbreiten, die im N., O. und S. von einer 20 — 30 m 
hohen Felsenwand eingeschlossen sind. 



259 

Von dem Rande dieser Felsenwände erhebt sicli das Terrain kessei- 
förmig nach allen Richtungen. Es ist steinig, aber urbar. Wie bereits 
gesagt, entspringen besonders im N. zahlreiche Quellen, deren Wasser 
nicht nur die oben gelegenen Felder, sondern auch die Ebene unten in 
der Schlucht bewässern. Sie stürzen über den steilen Felsenrand hinunter 
und erhalten dadurch solche Kraft, daß z. B. die Quelle von Tar'in zwei 
Mühlen zu treiben imstande ist. 

Da die Ebenen auf beiden Seiten der Schlucht vor rauhen Winden 
geschützt und hinreichend bewässert sind, so sind sie sehr fruchtbar 
und haben auch recht schöne Gärten. Sie bieten aber auch noch den 
Vorzug, daß sie insbesondere für berittene Beduinen schwer zugänglich 
sind; da man hier genug Nahrung und Wasser findet, so dienen sie als 
Zufluchtsorte in schwerbewegten Zeiten. Und wirklich finden wir hier 
ein Dorf, welches in der nordöstlichen Ecke versteckt liegt und el- 
c Aräk heißt. 

Um 4 Uhr 25 Min. befanden wir uns über diesem Dorfe, in dem 
ich 19 erhaltene und viele zerstörte Hütten zählte. Dieser kleine Ort 
widersetzte sich öfters den mächtigen Megälje von el-Kerak; infolge- 
dessen wurde er von ihnen eingenommen und niedergebrannt, wovon 
die zerfallenen Hütten Zeugnis geben. 

Um 4 Uhr 36 Min. überschritten wir das w. el-Bedta (Höhe 775 w), 
dessen Gewässer die erwähnte Schlucht hinunterbrausten, und nahmen an 
ihrem Südrande die Richtung 240°. Um 5 Uhr 4 Min. bogen wir am 
westlichsten Ausläufer des knän es-Särfijje in die Richtung 140° (Höhe 
900 m) ein und ließen um 5 Uhr 13 Min. links das kleine hrejbe Bejt 
Sahin, unter dem (rechts) südwestlich die gleichnamige Quelle einigen 
Ölbäumen ihr Wachstum ermöglicht. 

Nachdem wir um 5 Uhr 21 Min. die Richtung 170° eingeschlagen 
hatten, kreuzten wir um 5 Uhr 34 Min. den aus SO. kommenden sejl 
Ruräb (Höhe 830 m) } an dessen Ufer wir etwa 1*5 hm südöstlich die 
Quelle und die Olivengärten von h. et-Tajjibe sahen. Dann folgten wir 
in der Richtung 220° einem alten, guten Wege auf der Westabdachung 
des g. Dubäb erst aufwärts und nach einigen Minuten abwärts zum 
breiten Tale w. el-Häjne, dessen Wasserlauf eine tiefe Klamm bildet. 
Diese Klamm beginnt unterhalb der Quelle f ajn Saräka, bei der wir 
um 6 Uhr abstiegen (Höhe 920 m). Das Dorf Hanzira liegt westlich 
bei der Quelle. 

Es zählt etwa 80 Hütten, die amphitheatralisch über der Häjne- 

Schlucht auf dem nördlichsten Ausläufer des g. er- Ras gelegen sind. 

17* 



260 

Ostlich ; nördlich und westlich breiten sich um das Dorf herum schöne 
Gruppen von Ol-, Feigen- und Granatäpfelbäumen und neu angelegte 
Weinberge aus. Der gegen N. geneigte Boden ist ziemlich fruchtbar 
und das westwärts angrenzende Terrain el-Merzab besteht aus schönen 
Feldern. Im W. reicht el-Merzäb bis zur Klamm w. el-Rejlän, die links 
das kürzere w. Balät Howbar aufnimmt und sich unter dem Namen 
w. es-Sidd mit dem w. el-Gedira vereinigt. 

El-Rejlän kommt von S. aus dem Gebirge er-Räs, und zwar von 
einer Ruine namens h. Medint er-Räs, die auf dem Rücken des Gebirges 
gelegen ist. Nordwestlich von dieser Ruine entspringt auf einer schönen 
Ebene eine starke Quelle, deren Wasser in den Rejlän fließt. Bei dieser 
Quelle sind die Ruinen und Gärten von h. und c ajn Häbel. 
10 'i%o USt ^ m näcnsten Morgen verließen wir um 5 Uhr 20 Min. die Quelle 

c ajn Saräka und folgten in südöstlicher Richtung dem Seitenarme sdüd 
el- c Abed des Häjne-Tales durch das Terrain ard 'Elelijät. Um 5 Uhr 
43 Min. sahen wir links unten im Tale w. el- c Ajn die Quelle und die 
Gärten von h. el-Gebälin, ritten dann mehr nach 0. und erstiegen um 
6 Uhr 15 Min. den Sattel Hadd ed-Dibe, welcher den westlichen Gebirgs- 
rücken er-Räs mit dem g\ Dubäb 5 verbindet. 

Auf diesen Sattel führt der alte, mehrmals erwähnte, auf dem 
Rücken des Gebirges von N. nach S. laufende Weg hinauf, dem wir 
dann weiter südwärts folgten. Er zieht sich, mäßig abfallend, in 
einer Serpentine zwischen den Schluchten des w. en-Ngegir und dem 
westlich gelegenen w. ed-Defäli zu zwei Quellen namens l ajn el-G6za\ 
Die obere von ihnen entspringt unter einer 10 — 15 m hohen, von W. 
nach O. gerichteten Felswand, die auf mehr als 400 m Entfernung 
jeden Zugang von N. unmöglich macht. Südlich von den Quellen dehnt 
sich eine sanft geneigte Ebene aus, die, weil hinreichend bewässert, den 
Fellälun reiche Weizen- und Duraernten liefert. 

Durch dieses angebaute Land kamen wir um 6 Uhr 57 Min. zu 
der Quelle c ajn Telw, von wo an der weitere Weg sehr beschwerlich 
wird. Wir mußten absteigen und die Tiere führen, weshalb wir nur 
mit großer Anstrengung vorwärts kamen. An einer Stelle, ciaraget el- 
Hamra 5 genannt, bilden rote Felsen, über welche der Weg führt, steile 
hohe Stufen, die so glatt sind, daß wir unsere Pferde nur mit großer Mühe 
hinüberführen konnten. Für beladene Tiere ist der Weg überhaupt un- 
gangbar. Unterhalb dieser Stelle biegt der alte Weg nach OSO. Da ich 
aber zur Mündung des warmen Baches "Afra 1 in den sejl el-Hsa wollte, 
ließen wir den alten Weg links und folgten einem Seitenpfade nach S. 



261 

Nun gestaltete sich der Abstieg nicht nur beschwerlich, sondern 
geradezu gefährlich, da die weichen gelben Gesteinsmassen, über welche 
der Pfad führt, stellenweise unter den Hufen der Pferde nachgaben, 
sodaß wir Gefahr liefen, hinunterzustürzen. Schließlich hörte der 
Pfad ganz auf, wir wollten umkehren, konnten aber nicht, weil unsere 
Pferde beim Aufwärtssteigen auf dem morschen Gestein keinen Halt 
fanden. 

Meine zwei Begleiter verloren ganz und gar den Mut, fluchten 
dem Augenblicke, wo sie mit mir el-Kerak verlassen hatten und setzten 
sich nieder, um die Hilfe Allahs abzuwarten. Es blieb mir somit nichts 
anderes übrig, als selbst die gangbarsten Stellen mit Steinen zu be- 
zeichnen, um auf diesen mein Pferd hinunterzuführen. Meine Gefährten 
versicherten zwar, daß mein Vater meine bleichenden Knochen unten 
am Rande des Kerähi-Baches werde zusammenklauben können, doch 
gelangte ich glücklich zum Wasser hinab. Das wirkte auf sie ermun- 
ternd ein, sie folgten mir nach und um 9 Uhr 38 Min. waren wir wieder 
beisammen, und zwar am rechten Ufer des mit zahlreichen Weiden und 
Pappelbäumen bestandenen Baches el-Kerahi, etwa 150 m nordwestlich 
von der Mündung des sejl c Afra\ 



Als Ergebnis dieser Route nenne ich die Berichtigung und Ver- 
vollständigung meiner topographischen Aufzeichnungen von 1896 und 
1898. Ich verdanke dies den Angaben eines Fellähs von Kufrabba, der 
uns von c Ocbor nach Kufrabba begleitete, und denen eines Hirten, den 
wir bei der Dolme trafen. Dann ging ein Felläh von Bejt Sahm mit 
uns eine Strecke weit, und oben auf Hadd ed-Dibe fanden wir einen 
Hirten, der mir die dortige Umgebung zeigte und benannte. Dafür 
aber gab sich der Gendarm alle Mühe, die Leute, wenn ich sie um 
Auskunft fragte, zum Schweigen zu bringen und ich hatte dann immer 
vollauf zu tun, um ihn wenigstens für Augenblicke freundlicher zu 
stimmen. 

An ethnographischen Angaben gewann ich nur einige wenige 
Notizen, die Einteilung der Bewohner von Hanzira betreffend. 



262 

1 'Ata, Mosaikkarte von Madaba. 

2 E. Hieronymus, De situ et nom., 1. c, p. 961: „Nemerim . . . nunc autera est 
vicus nomine Bennamarim ad septentrionalem plagam Zoarae"; ed. de Lagarde, p. 143, 
284: „Nsßrjpsip."; ad-Dimiski, 1. c. S. rir:^«3 ^^o ^ß>\^- 

3 Siehe S. 75, Note 5, Z. 4. 

4 Gapai?, Mosaikkarte von Madaba. 

5 Ad-Dimiski, 1. c. S. rir: v__jl^o J«^. 



1901. 



1. 



W ährend ich auf das Eintreffen der Beni Sahr wartete, die mich 
nach kusejr 'Amra begleiten sollten, unternahm ich mehrere Touren in 
die Umgebung von Madaba. Eine von ihnen erfolgte gegen den West- 
abhang des Gebirges zu, das die östliche Abgrenzung des Toten Meeres 
bildet. Ich wollte dessen Ostküste besichtigen, die von dem Toten 
Meere, dem Jordan und dem Hesbän- Bache eingeschlossene Ebene 
durchforschen und über Sijära zurückkehren. 

Zum Begleiter nahm ich einen braven Felläh aus Madaba namens 
Halil von es-Swälhe, der das Gebiet westlich von Madaba kannte und 
mir versprach, als Führer für die Küstengegend einen Belkawi-Beduinen 
ausfindig zu machen. Ich war in meiner Beduinentracht und ritt ein 
Pferd, mein Begleiter jedoch ein Maultier, das auch das Reisegepäck trug. 

Von Madaba zu den Quellen r ujün ed-Dib. 

Am 9. Mai 1901 verließ ich mit meinem Führer um 6 Uhr 40 Min. »■ m[ 

1901. 

das katholische Missionshaus zu Madaba und ritt in westlicher Richtung 
zu dem Hügel el-Mesneka, auf dem sich der katholische Friedhof be- 
findet. El-Mesneka heißen eigentlich, wie bereits erwähnt, zwei allein- 
stehende durch einen Architrav verbundene Säulen eines gänzlich zer- 
störten von W. nach 0. gerichteten Gebäudes, das einst wahrschein- 
lich eine Kirche war. Die Abhänge des Hügels sind voll alter Zisternen 
und Gräber, von denen manche als Wohnungen benützt wurden und 
auch jetzt noch solchen Zwecken dienen. Auch der Gründer von 
Madaba, der katholische Missionär Alessandro Macagni, lebte lange 
Zeit hindurch in einem dieser Gräber. 

Von el-Mesneka folgten wir dem seichten henw el-Mahfüd, das 
von W. nach O. läuft und südöstlich von Madaba in das w. el-Habis 
einmündet. Seine Abhänge sind zwar steinig, könnten aber mit Wein- 



266 

und Olivengärten ; deren Spuren man noch überall vorfindet, leicht 
wieder besetzt werden. Um 6 Uhr 54 Min. waren wir an der Stelle, 
wo der Weg nach NW. zur Quelle Gdejd abzweigt. Das Tal wird 
seichter und flacher und geht endlich in eine Ebene über, die im W. 
von dem Hügel rugm el-Gäzel überragt wird; um 7 Uhr 20 Min. lag 
dies nördlich von uns. Südlich von el-Gäzel zieht sich eine Bodenwelle 







Fig. 111. El-Kwejzije. Situationsplan. 



hin, welche das henw el-Mahfüd vom henw Hesman trennt, das sich bei 
hrejbet el-Krejk in südlicher Kichtung erstreckt. 

Um 7 Uhr 41 Min. waren wir bei der alten breiten Straße darb 
es-Sefa 5 , welche, dem eigentlichen Gebirgsrücken folgend, von N. nach 
S. läuft. Dieses Gebirge, allgemein es-Sefa' genannt, begrenzt vom 
Hermon bis zum Koten Meere die eigenartige Senkung von el-R6r und 
al-'Araba. Der Rücken des Gebirgszuges ist breit und flach, und nur 
wenige kuppenartige Gipfel überragen ihn. Gegen O. ist er sanft ge- 
neigt und bildet die fruchtbare Hochebene von el-Belka 1 mit seichten, 



267 



breiten, aber wasserarmen Tälern, gegen W. dagegen fällt er in drei 
steilen Abstufungen, von tiefen, grünen, quellenreichen Schluchten durch- 
wühlt, zum Rör hinab. 

, Wir folgten der Sefa '-Straße gegen N. und hielten nach 8 Min. bei 
einer Dolme, von wo aus ich verzeichnen konnte: in der Richtung 98° 
Madaba, 95° Gelul, 56*5° es-Sämac, 37° el-'Äl, 185° kar'a Sihän, 195° 
Mä f in, 216° rugm el-Msejic, 262° el-Maslubijje, 273° el-Kudus (Jerusalem), 
0° rugm el-Mhajjet und 341° el-Kwejzije (oder el-Kwejzijje?). 

Ungefähr 400 Schritte nörd- 



lich kreuzt die Sefa 5 - Straße den 
oben erwähnten Weg nach Gdejd. 
Dieser steigt über felsiges Ter- 
rain gegen WNW. hinab und 
quert einen flachen Sattel zwi- 
schen henw ammu Grejsat im 
S. und tel c e Saläme im N. Dann 
führt der Weg zu einem Hügel, 
der gegen NW. gestreckt ist und 
die Ruinen h. el-Kwejzije trägt 
(Fig. 111), umgeht diesen süd- 
westlich und folgt dem henw 
ammu Grejsat gegen N. Das 
erwähnte tel 'e Salame fällt in die 
tiefe Schlucht des w. el- c Afrit ; 
welche aus NO. von dem h. el- 
Jusra kommt, den Hügel gegen 
N. abgrenzt und sich an seinem 
NW.-Abhange mit dem ammu 

Grejsat vereinigt. Bei dieser Vereinigung entspringt die Quelle 'ajn 
Gdejd (Höhe 340 m). Südöstlich oberhalb von ihr sieht man einen be- 
festigten Platz. 

Zu den Ruinen von el-Kwejzije bildet den einzigen bequemen Zu- 
gang der vorhin erwähnte, durch einen starken Turm verteidigte Sattel. 
Die Kuppe des Hügels (Höhe 805 m) gilt als heiliger Ort, weil die 
Belkäwijje dort ihren Begräbnisplatz haben; darunter befindet sich auch 
ein großes weißes Grab, in welchem der Hamdan von el-Lezäjde ruht, 
der wegen seiner herausfordernden Haltung von einem Christen aus 
Madaba erschlagen wurde, was dann einen blutigen Krieg zur Folge 
hatte. Von der Kuppe sieht man durch das Tal Gdejd und el-Knejjese 




Fig. 112. El-Kwejzije. 
Dolme am Südhange des w. el- c Afrit. 



268 



einen Teil der Ost-Jordanebene und am Westabhange des Sijära-Hügels 
das wüste Gebiet Wtät en-Na'am; gegen 0. überblickt man einen ziem- 
lich großen Teil des Sefa'- Rückens, gegen S. die Landschaft el-Maslü- 
bijje und gegen N. die Südabhänge von en-Neba. 1 

Wie aus dem Situationsplane (Fig. 111) ersichtlich, findet man in 
der ganzen Umgebung von el-Kwejzije zahlreiche Dolmen, die alle einander 
gleichen. Zwei rohe, durchschnittlich 07 m breite, 03 m starke und 
1*5 m hohe viereckige Steinplatten stehen 07 m weit voneinander senk- 
recht und 05 ra tief im Boden. Ihre parallelen Stirnseiten tragen oben 







Fig. 113. El-Kwejzije. Dolmen am Südhange des w. el- f Afrit. 



eine ähnliche 1*8 m lange und 0'8m breite Steinplatte. Nirgends habe 
ich darunter Spuren eines Grabes oder in nächster Nähe Feuerstellen 
entdecken können. Auch ist es mir trotz aller Mühe, die ich mir ge- 
geben habe, nie gelungen, weder auf den stehenden noch auf den liegen- 
den Steinplatten irgendwelche künstliche Zeichen zu bemerken, welche 
auf religiösen Kult hinweisen würden. Auf jeder Platte sieht man zwar 
zahlreiche Ritzen, Löcher und Vertiefungen, allein bei näherer Unter- 
suchung erweisen sie sich sämtlich als durch Verwitterung entstanden. 
Manche Dolmen stehen einzeln, andere wieder bilden ganze Gruppen 
(Fig. 112, 113); alle sind aber so postiert, daß der Gipfel des el-Kwejzije 
von ihnen sichtbar ist. Deshalb liegt die Vermutung nahe, daß oben 
einst ein Tempel mit dem Symbol der Gottheit oder etwas Ahnliches 



269 

gestanden sei, und daß die Dolmen ringsherum von Pilgern ex voto 
errichtet wurden. Die in Gruppen stehenden hätten dann die Mitglieder 
eines Geschlechtes oder Stammes aufgestellt. 












Fig. 114. El-Kwejzije. Dolmen am Nordabhange des g. el-Maslübijje. 



Auf den Dolmen wurden wahrscheinlich Tiere geopfert und wäh- 
rend sich das Blut derselben auf die obere Steinplatte ergoß, hielt der 
Opfernde seine Augen auf die Gottheit oben auf dem Gipfel gerichtet, 
ein Vorgang, der auch heute noch von den Beduinen, wenn sie bei feier- 
lichen Anlässen zum Grabe ihres Ahnherrn wallfahren, eingehalten wird. 



270 

Um 8 Uhr 40 Min. kehrten wir auf dem es-Sefa'-Wege nach S. 
zurück. Rechts in der Richtung von OSO. gegen N. steht der Hügel 
el-MashYbijje, der auf seinem Gipfel im S. Ruinen und an seinen öst- 
lichen und nordöstlichen Abhängen el-Hadänijje zahlreiche Dolmen trägt 
(Fig. 114). Herr Mielich hat sie aufgenommen. Allein weder daselbst, 
noch im O. von el-Kwejzije haben wir alle notieren können. Da wo der 
Hügel el-Maslübijje von dem Rücken es-Sefa' abzweigt ; stand einst eine 
Anlage, deren Trümmer, rugm el-Mesrefe, 2 wir rechts ließen (Höhe 860 m). 




Fig. 115. 'Ujün ed-Dib von Westen. 



Um 9 Uhr 23 Min. verließen wir die Straße darb es-Sefa' und 
kamen in der Richtung 241° auf den Weg darb el-Mesrefe am linken 
Hange des tiefen w. el-Ketimi, welches den g. el-Maslubijje gegen S. ab- 
grenzt. Um 9 Uhr 35 Min. gelangten wir über angebautes Land zum 
bir 'Aräd, einer uralten Zisterne, bei der zahlreiche Steinhaufen den 
Platz anzeigen, wo im Jahre 1890 ein Kampf zwischen Türken und 
Hamäjde stattgefunden hat. 

Wir folgten dann weiter in derselben Richtung dem alten breiten 
Wege el-Mesrefe durch das felsige Terrain ard al-Mu'akkar und hatten 



271 

um 10 Uhr 4 Min. südlich am linken Ufer des w. el-Hegbe h. el-Mrejiät, 
nördlich davon bir el-Halesijje und in der Richtung 139° südwestlich 
bei Mä'in die Ruine ed-Dejr. Nun bogen wir mehr gegen W. und ließen 
links einen Weg, der in südwestlicher Richtung durch tel'et el-Banat 
am Anfange des w. en-Nefeyje zum h. es-Safra' und von da entweder 
durch w. er-Rsäs oder über 'ajn 'Agermän und g. umm c Erne zum 
hammäm ez-Zerka 5 führt. 

Um 10 Uhr 20 Min. erreichten wir mezär abu Rayif, ein heiliges 
Grab der Belkäwijje-Lezäjde. Im SSW. erhebt sich der höchste Gipfel 
des g. aba-l- c Edes, an dessen Südwestabhange, und zwar am Anfange 
des w. Hawära, das Wasser von 'ajn el-Minijje fließt. 

Um 10 Uhr 26 Min. verließen wir den alten, breiten Weg, der 
am Abhänge des g. aba-l-'Edes nach el-Minijje führt, und stiegen in 
nordwestlicher Richtung in das Tal el-Ketüni hinunter, wo wir um 
11 Uhr 22 Min. bei den Quellen 'ujtin ed-Dib hielten (Höhe 480 t??, Luft- 
temperatur 24° C). 

Bei der östlichen Quelle stehen einige Hamät-Bäume (Fig. 115); 
Reste von Bauten finden sich hier nicht vor. 

Von c ujün ed-Dib über Sijära nach Mädaba. 

Um 12 Uhr 31 Min. verließen wir die Quellen und folgten dem Tale 
w. c ujün ed-Dib in der Richtung gegen W. Nach 13 Min. sahen wir links 
am Nordabhange der Steigung umm 'Assire zwei Türme, rechts einen 
kleinen Turm. Das Tal wird allmählich breiter und heißt nun w. el- 
Msabbe; stellenweise waren kleine Flächen mit Tabak oder Dura bepflanzt. 

Um 12 Uhr 52 Min. verließen wir dieses Tal bei einer alten Mühle 
und lenkten am Westabhange des g. c Aneze gegen N. ein. 

Um 1 Uhr 28 Min. erreichten wir das zerrissene Felsengebiet 
Barräkät, welches eine breite Stufe bildet. Es ist gegen O. durch 
die steilen Wände des g. 'Aneza abgeschlossen und fällt nach W. zu 
einer ähnlichen, aba-1-Hasan genannten Stufe ab. Auf dieser, einer 
wüsten Ebene, sieht man ganz deutlich als eine weiße Linie die alte 
Straße, welche von Eriha (Jericho) und dem Jordan zu den heißen 
Quellen von ez-Zära oder Zerka Ma'in und dann weiter an den Ab- 
hängen des g. abu ^rne, el-Mrejzib, Maksar el-Hsan, el-Mrejrat und 
Abu Star auf die Hochebene von Moab führt. 

Um 1 Uhr 32 Min. sahen wir südsüdwestlich bei der Straße aba- 
1-Hasan den Kegel twejjel el-Rurbän, welcher, wie bereits erwähnt, eine 



272 

große Ähnlichkeit mit dem Kegel g. Frejdis bei Betlehem und el-Mes- 
neka bei Müäwer aufweist. Wie dort, so scheint man auch hier mittels 
schräger Stützmauern den Hügel erhöht und dadurch eine feste Basis 
für ein Kastell oder eine Festung geschaffen zu haben. Überreste von 
Bauten kommen sowohl auf dem genannten el-Rurbän als auch nördlich 
von ihm in der schönen Palmenoase von c ajn Mensele und ferner im 
SO. beim w. und c ajn Hamära vor. Nördlich von c ajn Mensele mündet 
in das Meer das w. ammu Klejb, an dessen rechter Seite die Straße 
aba-1-Hasan das öde Gebiet Hazejkät en-Nasäba durchquert. 

Um 1 Uhr 40 Min. kreuzten wir in nordwestlicher Richtung das 
w. es-Sejjäh, den Kopf des w. al-Buhn (Lufttemperatur 26° C, Höhe 330m). 
Die Gegend hier ist öde und sehr gefährlich, denn sie bietet geeignete 
Schlupfwinkel für die vielen Räuberbanden, die von da aus die Ver- 
kehrsstraßen der Jordanebene unsicher machen. Insbesondere heuer, 
wo nach einem regenlosen Winter die Belkäwijje nichts zu essen hatten, 
gingen ganze Familien auf Raub aus, und es verstrich fast keine Woche, 
wo man nicht von dem Überfalle einer Karawane gehört hätte. So war 
erst vor 14 Tagen auf dem Wege aba-1-Hasan eine große Karawane mit 
Lebensmitteln für die Besatzung von el-Kerak überfallen und ausgeraubt 
worden. Mein Führer ließ sich auch um keinen Preis bewegen, mich 
zu der Straße von aba-1- Hasan zu geleiten, obwohl ich gerade diese 
Gegend gern aufgesucht hätte, weil ihr nordöstlicher Teil beim Toten 
Meere biblisch sehr wichtig, kartographisch aber ungenau aufgenommen 
ist. Wenigstens nannte mir mein Führer zahlreiche Hügel, Quellen und 
Täler, die auf den Karten nicht verzeichnet sind. Um 2 Uhr 35 Min. 
kreuzten wir den Anfang des w. c Amr und um 2 Uhr 44 Min. das w. es- 
Seleti, durch welches unser Weg darb el-Hamra' in der Richtung WNW. 
zur Straße aba-1- Hasan führt. 

Wir ritten gegen NNO. und gelangten zum Tale asfal el-Knejjese, 
das weiter westlich asfal el-Heri heißt, nur stellenweise Wasser führt 
und sich als w. el-Rwer im el-R6r verliert. Südlich von diesem Tale 
heißt der flache Abhang ammu Hajje und nördlich Wät en-Na'am. 3 
Durch diese wüste Fläche zieht sich vom westlichen, el-Ehneni genannten 
Abhänge des g. Sijara die tiefe Kluft des w. es-Sejäle. 4 In seinem 
Unterlaufe im Ror führt es den Namen w. el-'Adejmi und vereinigt sich 
mit w. c ujün Müsa. 

Die Straße aba-1-Hasan führt durch ammu Hajje und kreuzt das 
asfal el-Heri, worauf sie sich teilt. Ein Zweig führt gegen WNW. 
über h. Swejme 5 und w. el-Gorfe zum Jordan, den er nördlich bei seiner 



273 

Mündung erreicht. Der andere Zweig dagegen führt durch wtät en- 
Na c am gegen NNO. Er kreuzt das w. el- c Adejmi und el-Mehterka, wie 
die wasserlose Fortsetzung des w. ujün Müsa heißt, gelangt bei hagar 
et-Twal an die gleichnamige Ostgrenze der Jordanebene und erreicht 
bei mesra* Akwa die alte Römerstraße. 

Wir folgten dem linken Ufer des engen und tiefen Tales el-Knejjese 
in der Richtung 106° und gelangten um 3 Uhr 36 Min. zum ras mojet 
el-Knejjese. Ostlich oberhalb dieser Quelle sieht man Überreste eines 




Fig. 116. Hrejbe Sijära von Osten. 



festen Turmes, von dem ein alter Weg gegen NO. hinaufführt. Wir 
folgten ihm am Westabhange des hasm el-Hanisijje bis 4 Uhr 13 Min., 
wo wir ihn verließen und durch das tel'et Hesa in nördlicher Richtung 
zum h. Sijära ritten. Um 4 Uhr 29 Min. kreuzten wir den Weg, der 
von el-R6r, und zwar von hagar et-Twäl am Südhange des w. es-Sejale 
heraufführt, und stiegen nach weiteren 5 Min. bei dem zerstörten Kloster 
Sijära ab (Fig. 116). G 

Diese Anlage bildet ein Viereck, dessen Ostseite 50 m und dessen 
Nordseite 56 m lang ist. In der nördlichen Hälfte befand sich eine 
ziemlich große Kirche, von welcher die eingestürzte Apsis, zahlreiche 



Musil. Arabia Petraea. I. Moab. 



18 



274 

Säulenfragmente und eine verschüttete Zisterne noch vorhanden sind. 
In dem größeren südlichen und westlichen Teile waren Wohnräume und 
mehrere Zisternen. 

Um 5 Uhr verließen wir dieses Kloster und erreichten nach einer 
halben Stunde in SO. -Richtung ein anderes kleineres, welches el-Kasr 
oder el-Kser heißt. Nördlich davon beginnt die felsige Senkung tle'ät 
es-Safa', welche in nördlicher Richtung zum w. abu-n-Naml abfällt und 
den Anfang des w. ujün Müsa bildet. Nun bogen wir mehr gegen 
S., bemerkten um 5 Uhr 56 Min. h. el-Jusra am Anfange des w. el- 
c Afrit und kehrten über h. et-Turkmänijje um 6 Uhr 51 Min. nach 
Mädaba zurück. 

Der erste Teil dieser Tour brachte mir viele topographische Auf- 
schlüsse, die ich teils IJalil, teils einem Hirten, den wir bei 'ujun ed- 
Dib trafen, verdanke. Wir konnten jedoch keinen Führer finden, der 
uns auf dem Wege darb aba-1-Hasan zum Jordan geleitet hätte; darum 
mußte ich mich mit den Angaben begnügen, die mir am Abhänge des 
el-Ehneni gemacht wurden, von wo man die Ebene genau übersieht. 



1 bya maa oder rnaa. Num 21 19, jes. 15 2, Num. 22 *ij ir6n ayba-nx pba np^i 
♦ ♦ ♦ nnaiö nyatr nn "'rrua pbybx ayba ^^x^ j ayn nstp att>a xti byz maa 

2 1 Sam. 22 3 j DKia riSSTa atra IM *]b'\ Maaarjcpaö, Maaecpa. 

3 rnasn nntr« Deut. 3 «, 'Aa^ö. 

Jos. 12 3; ruaan nnwK nnn ja^nai marn rra -pi nmia nban-a" -ir. 

4 D"tDWn bdK Num. 33 49. 

E. Hieronymus, De situ . . ., c. 909: „Abelsatim, locus in deserto ad meridiem 
Moabitarum"; ed. de Lagarde, p. 212: „-/.ata Suajxa; Mcoaß". 

E. Hieronymus, In Joelem 3 18 ? e d. Migne, Patrol. lat. 25, c. 1035: „Vallis, seu 
Torrens spinarum, est locus juxta Liviadem trans mare Mortuum, sexto ab ea distans 
milliario, ubi quondam cum Madianitis fornicatus est Israel". 

5 matm rva Jos. 13 20, Ez. 25 9. 

Num. 21 20 : ja-pT! *fe m b9. 

Onomasticon, ed.de Lagarde, p. 233: ß/]0aai[j.oüO . . . avrixpu 'Iepi^ou? ärcb {xtXicov i' 
7tpbs votov 7iapax£i[jiv7) t?) vexpa öaXaaarj. 

6 Petrus der Iberer, 1. c, S. 85 (Petrus geht von Livias nach Mädaba): 
>*i=jr^ r^Tn=?3.1 rdl*CV53.1 rClx*.m r^lCL^\ *1^»V=*3 rtiyi Oc^l c^&u^saao 
^*.l cna &\»r^ .^Or^ö xifio ,r4ca\r4 cn\ i."S3r^.l c£*.c^ .rtC^gaa &uAOr^ 

.W/t^cH^ JA. ,0301.1») 



IL 



Von Mädaba nach c Amra, aW Wejned, al-Haräni, 
al-Mwakkar und al-Msatta. 

Samstag den 25. Mai x verließ ich, von Herrn Mielich begleitet, 25 - Mai 
Mädaba nach Mitternacht zu Pferde und schlug die Richtung gegen el- 
Kerak ein. Erst benützten wir die Sultäni-Straße, bogen später gegen 
SO., kreuzten das w. el-Habis, erstiegen die Bodenwelle von el-Harbag 
und hielten in den Ruinen von umm Kusejr an. Dann ritten wir in 
der Richtung NO. weiter und gelangten zu einem Seitentale des henw 
al-Gefär. Die ONO. -Richtung einhaltend, überschritten wir das henw 
al-Gefär, ließen rechter Hand Zwejza liegen und kamen um 10 Uhr an 
der Grenzstation Ziza 2 vorbei. Nachher durchquerten wir die Ebene 
an der Hägg-Straße, gelangten um 11 Uhr 34 Min. mittags zum Schlosse 
al-Msatta und hielten im Inneren im Schatten seiner Ziegelwände Rast. 

Um 2 Uhr 35 Min. ritten wir in östlicher Richtung über den 
unteren Lauf des w. al-Mutabba den Höhenzug al-Lusejjen hinauf und 
dann durch die wellenförmige Landschaft al-Genäb. 

Um 5 Uhr 31 Min. überschritten wir den Anfang des w. al-Mu- 
tabba und trafen um 5 Uhr 46 Min. in einer Senkung des Rückens as- 
Sefa' (Fig. 117), südöstlich von teil al-Ad'am, auf reichlichen Pflanzen- 
wuchs; wir hielten an und ließen die Kamele grasen. 

Nach 8 Uhr ritten wir in der Ostrichtung weiter und bezogen 
nach 9 Uhr das Nachtlager. 

Am nächsten Tage ritten wir um 4 Uhr 31 Min. fort. Der Weg 26. Mai 
führte uns durch die Bodensenkungen am Ostabhange der Sefa'- Wasser- 
scheide, bis wir die breite ac-Celät-Ebene erreichten. 

Von 8 Uhr 10 Min. bis 9 Uhr 47 Min. rasteten wir, setzten dann 
den Ritt fort und erreichten um 12 Uhr 11 Min. den von W. nach 
SO. sich erstreckenden Hügelzug as-Safra', dessen Rücken wir nun zu 
übersteigen hatten. Glücklich kamen wir hinunter, ritten langsam über 

18* 



1901. 



276 

eine mit grauschwarzen kleinen Steinen bedeckte Ebene und hielten um 
2 Uhr 53 Min. vor kusejr c Amra. 

Die Innenräume des Schlößchens sind mit Wandmalereien ausge- 
stattet, die verschiedene Szenen darstellen. 3 So sieht man auf der Kuppel 
des ursprünglich ersten Gemaches das Bild des nördlichen Sternen- 
himmels (Fig. 118, 119, 120). Im Scheitel erscheint zwischen den beiden 
Bärinnen der Drache, dann Bootes, unter ihm die Jungfrau, Ophin- 
chos, der Schütze, der Delphin, der Schwan, Kassiopeia, die Fische, 
der Wassermann, der Steinbock, der Skorpion, der Löwe, das Schiff, 
der Krebs, die Zwillinge, Erichtionos usw. 




Figf. 117. As-Sefa' von Westen. 



In dem anschließenden Räume ist die Bogenlaibung der Fenster- 
nische mit Weinranken ausgefüllt, in denen Tiere und Menschen abge- 
bildet sind. Die vier Südkappen des Kreuzgewölbes sind mit binsen- 
artigen Pflanzen gefüllt. In der östlichen Lünette bemerkt man vor 
einem großen Hause zwei nackte Frauen, die zwei nackte Kinder 
waschen und baden. Die gegenüberliegende westliche Lünette enthält 
badende Frauen, die sich gegenseitig begießen. Über der Türe in der 
Südmauer gewahrt man wieder eine Badeszene. Eine Frau strählt ihr 
Haar, eine andere trägt ein kleines Kind und eine dritte einen Eimer. 
Im Hinter grün de ein Haus. 

In dem folgenden Räume sieht man zu beiden Seiten des Fensters 
je eine nackte Person, unter dem Fenster ein nacktes kleines Kind. 



2 







280 

Auf dem Tonnengewölbe (Fig. 121, 122, 123) sind auf weißem Grunde 
Bänder, auf denen schuppenförmig große Laubblätter befestigt sind, so 
angebracht, daß sie Rauten bilden. In jeder Raute ein Tier oder eine 
Figur. In der mittleren Reihe die Brustbilder der drei Lebensalter, 
in der ersten Reihe links ein Kranich, ein Kamel, eine Gazelle, ein 
Storch; in der zweiten ein lautenschlagender Bär, ein stehender Affe, 
ein Mann mit der Gebärde des Staunens; in der dritten ein Wasservogel, 
naknük, ein wilder Esel, ein Pferd, ein Storch; in der vorderen Reihe 
ein Fuchs, eine Schlange, eine wilde Katze. Rechts erste Reihe ein 
Wüstenhuhn, hagal, eine Gazelle mit lyraförmigen Hörnern, eine wei- 
dende Gazelle; zweite Reihe ein Flötenbläser, eine Tänzerin, ein Tänzer; 
dritte Reihe ein Reiher, ein wilder Esel, eine Trappe, ein Schwan; vierte 
Reihe ein Stachelschwein. 

„In der Lünette 4 oberhalb der Türe auf einem weichen Lager eine 
in eine Decke gewickelte Figur eines Toten (?). Am Fußende des Lagers 
steht auf einem Sockel ein Tonkrug, daneben eine am Oberkörper nackte, 
wie es scheint, männliche Gestalt, trauernd; ein Flügelknabe weist sie 
auf die liegende Figur hin." 

Betritt man durch die Türe den großen Saal, so bemerkt man, 
daß die Ostwand in vier längliche, zueinander parallele Felder geteilt 
ist. Das unterste Feld ist mit Behängen geschmückt. Darüber er- 
scheint eine Meute schlanker Sulkän- Hunde, die Antilopen verfolgen. 
Ein Stier stellt sich mit festgestemmten Füßen und geneigten Hörnern 
zur Wehr. 

„Auf dem daranschließenden Streifen, wo sich zwei Fenster be- 
finden, ist dargestellt : erstens ein Mann im weiten, langen, gemusterten 
Gewände, der auf ein weißgekleidetes Weib zueilt, zweitens ein nacktes 
Paar, drittens ein Löwe, der eine weiße Stute überfällt; der Grund 
ist oben blau. Das oberste Feld der Osttonne ist durch Streifen 
in zwei übereinandergestellte Reihen von je acht Rechtecken geteilt, 
in denen sich Bauarbeiter befinden. Der Hintergrund zeigt unten 
den erdfarbenen Boden, darüber eine breite rote Zone, darüber eine 
schmale blaue und eine schmale gelbliche. In der oberen Zone im 
ersten Felde ein Mann, dessen Gebärde nicht deutlich, im zweiten Felde 
ein Mann bei einem Hackstock, im dritten ein Mann mit einer Spitz- 
haue, im vierten ein Mann an der Hobelbank (?), im fünften ein Mann 
neben einer Mörtelkiste, im siebenten wird die Wand glatt geschabt, 
im achten poliert; in der unteren Reihe im zweiten Felde ein Mann 
mit einer Spitzhaue deutlich, im dritten mit Sand- oder Mörtelkiste, im 




CO 



282 

fünften ein Kamel, im siebenten zwei Männer, die eine Sandkiste tragen, 
im achten ein Mann, der eine Ziegelmaner aufführt". 

„Die gleiche Einteilung sieht man auch auf der westlichen Hälfte 
der Osttonne. Oben auf Nr. 2 werden zwei Männer deutlich, die einen 
Balken durchsägen, auf Nr. 6 ein Steinarbeiter, der mit einem Hammer 
Teile von einer Steinplatte absplittert, unten auf Nr. 4 ein Lastesel, 
auf Nr. 7 neben einer mit Mörtel gefüllten, gemauerten Grube wird ein 
großes Bohrloch angelegt. In den Zwickeln des Bogens je ein Palm- 
baum mit Fruchttrauben." 

„Auf der südlichen Stirnwand dieser Tonne zeigt der Hintergrund 
des Mittelbildes eine Architektur von drei weißen Bogen, von denen röt- 
liche Vorhänge herabhängen, davor werden von zwei Männern, der eine 
im weißen Kittel, der andere im getupften blauen, erjagte Antilopen 
ausgeweidet. Oben neben dem Fenster rechts zwei antik gekleidete 
Frauen mit Kränzen im Haar, aneinandergelehnt stehend, bezeichnet 
J2T0PIA und 2KEUT2, auf der anderen Seite eine mit gestütztem 
Haupte aufwärts blickende dritte, in Stellung einer Musenstatue, be- 
zeichnet ITOIH2I2". Diesem Bilde gegenüber auf der nördlichen Stirn- 
wand bemerkt man Jäger, die gefangene wilde Esel töten. 

Die Mitteltonne ist durch mit Kreisen versehene Ornamentbänder 
in je „zwei übereinanderstehende 5 Reihen von je acht Rechtecken geteilt. 
In jedem Rechteck am Rande zwei gedrungene Säulen, worüber sich 
immer ein Spitzgiebel erhebt, dessen roter Grund mit weißen neben- 
einanderstehenden heraldischen Lilien und Herzen verziert ist, neben 
jedem Giebel beiderseits ein Wüstenhuhn. Innerhalb jedes dieser spitz- 
giebeligen Gebilde ein oder zwei meist nackte menschliche Figuren, im 
dritten Felde der unteren Westreihe ein nacktes Paar deutlich. Im süd- 
lichen Zwickel des westlichen Scheidebogens eine nackte Frau in einer 
gemalten Nische, im nördlichen Zwickel eine Frau, auf die eine Sieges- 
göttin mit einer roten Kugel zufliegt. Gegenüber im nördlichen Zwickel 
der östlichen Hälfte in einer mit einem Behänge ausgeschlagenen Nische, 
die von zwei auf Postamenten stehenden Säulen flankiert wird und deren 
Apsis ebenso wie die sie überwölbende Decke mit blauen Kacheln be- 
legt scheint, eine Frau geschmückt mit Armband und einem Halsband, 
das einen Anhänger trägt. Ihr reiches, dunkles Haar ist mit Perl- 
schnüren umwunden". 

Auf der nördlichen Laibung des Ostbogens ist „das unterste Feld 
nicht mehr erhalten, darüber ein Flötenbläser auf blauem Grunde, darüber 
eine Frau in bedeutend größerem Maßstabe, mit nacktem Oberkörper 




3 



fco 



286 

und einem quadrierten braunen Rock um den Unterkörper; sie greift 
in das Ornament des Bogenscheitels, das aus aneinandergereihten Reifen 
besteht". 

Auf der Südhälfte „zunächst an das Ornament anschließend wieder 
die große Frau, gleich gekleidet wie die der anderen Hälfte, darunter 
eine Lautenspielerin und darunter in einem anderen Felde wieder eine 
Figur, die undeutlich geworden ist. Von den Bildern des Westbogens 
ist nur mehr eine tanzende Figur deutlich" (Fig. 124). 

Auf der nördlichen Stirnwand dieser Tonne bemerkt man „ober 
der Haupttüre beiderseits eine Säule, deren Basen über Eck gestellt 
sind, gegen einen Teil dieser Architektur scheint sich ein kräftiger, 
nackter Mann zu stemmen". 

„Oberhalb der Nische ist auf dem triumphbogenartigen Mauerstücke 
der nördlichen Stirnwand beiderseits unterhalb des Fensters ein Rahmen 
angebracht, in dem sich je drei Brustbilder befinden. Sie scheinen weib- 
lich zu sein". 

Die Stirnwand der Nische ist mit einem reichgegliederten Bilde 
versehen. „Der Herrscher 6 auf einem Throne, die äußere Umfassung 
bildet eine Reihe aneinandergereihter Kata -Vögel auf blauem Grunde. 
Der Herrscher, der auf einem damaszenischen Thronsessel sitzt, hat 
einen Nimbus, zwei gewundene Säulen unterstützen das Dach darüber, 
auf dessen blauer vorderer Kante eine arabische Inschrift steht. Rechts 
und links Begleitfiguren, von welchen die links mit einem Stabe männ- 
lich zu sein scheint, die rechts mit einem Nimbus weiblich. Der Herr- 
scher stützt die Füße auf einen Schemel. Unter dieser Darstellung eine 
blaue Zone mit Wasser vögeln, Seetieren und einer Barke". 

„In der westlichen Hälfte der Tonne sieht man" unter rundbogigen 
Arkaden, deren Säulen mit einem gewundenen Zickzackbande um- 
schlungen sind, in jeder Nische vor einem Behang ein nacktes Weib, 
das nur um den Unterkörper ein Tuch geschlungen hat. Der dritten 
legt eine Dienerin dieses Gewand, das diesmal karriert ist, an, ober 
jedem dieser Behänge erscheint noch der Kopf einer größer gebildeten 
Frau auf blauem Grunde. Im Scheitel des Gewölbes der Nische wachsen 
Ranken aus einer bauchigen Vase heraus". 

„Die östliche Hälfte der Nische 7 ist ganz analog der westlichen ge- 
bildet, die Kleider um den Unterkörper sind diesmal alle karriert, ein 
solches umzulegen erscheinen einmal zwei Dienerinnen". 

Auf der südlichen Stirnwand der Westtonne unter einem pracht- 
vollen Zelte eine reichgekleidete, auf ein Polster sich stützende Frau, zu 



287 




Fig. 125. Kusejr al-'Wejned. Situationsplan. 



beiden Seiten in kleinerem Maßstabe dienende (?) Personen. Die untere 
Hälfte der Wand ist durch Bordüren und Behänge ausgefüllt. Rechts 
oben auf dem blauen Grunde steht NIKH". 



288 




Fig. 126. Kusejr al-'Wejned. Grundriß. 



„In der Mitte der nördlichen Stirnwand 8 sind die ausgestreckten 
Arme einer stehenden, wie es scheint, weiblichen Figur sichtbar, auf 
dem Stück blauen Grundes oben neben dem Fenster Seetiere, worunter 
ein Delphin deutlich, unten ein mit Männern besetztes Boot; den unter- 
sten Abschluß bildet ein Behang". 



289 

Die Westwand ist in drei Felder geteilt. In dem südlichen Teile 
des unteren Feldes bemerkt man zuerst eine Gruppe von Männern 
und Frauen in reicher Gewandung und darüber Fragmente von sechs 
Gruppen griechischer und arabischer Inschriften. „Darauf folgt ein 
Frauenbad mit eigentümlicher Architektur, daran schließt sich ein Ring- 
grund, wo verschiedene bis auf ein Schamtuch nackte Männer Übungen 
vornehmen, zwei, wie es scheint, schwingen eine Springschnur". 

Über diesem Gemälde eine Jagd auf wilde Esel. Einige Männer 
hetzen lange, flinke Sulkän-Hunde auf sieben oder acht wilde Esel, die 
in schönster Bewegung fliehen. Mehrere Reiter trachten ihnen den Weg 




Fig. 127. Radir al-'Wejned von Südosten. 



abzuschneiden und treiben sie in eine aus starken Zweigen errichtete 
Umzäunung mit einem einzigen Eingange, der durch lange Stangen 
leicht zu sperren ist. Bei diesen Stangen kauern versteckt zwei Männer. 
Darüber bemerkt man einige auf mageren Pferden dahinjagende Gestalten. 

Von c Amra machte ich am 8. Juni um 6 Uhr früh einen Ausflug 8 Jq* 1 
nach al- c Wejned. Erst folgten wir dem Butum-Tale in östlicher Richtung, 
gelangten nach 7 Uhr an eine Stelle, wo das Tal ein wenig gegen SSO. 
einbiegt, und setzten auf das linke Ufer über. Um 8 Uhr 23 Min. ließen 
wir links einen kleinen viereckigen Wartturm und waren um 8 Uhr 
37 Min. vor al-'Wejned. 

Al-'Wejned (Fig. 125) liegt am linken Ufer des gleichnamigen von 
NW. gegen SO. laufenden Tales, und zwar auf einem Vorsprunge der 

Musil. Arabia Pctraea. I. Uoab. 1 ( J 



290 

schwarzen, mit Lavastein bedeckten Harra-Wüste. Sich der Terrain- 
formation anpassend, hat die Anlage eine unregelmäßige Form. 

Die l"05m starken Umfassungsmauern (Fig. 125) sind aus in Mörtel 
gelegten Lavablöcken errichtet und stellenweise noch über 2 m hoch. 
Durch die zerstörte Südseite führt ein breites Tor in einen Vorhof und 
dann in den geräumigen Hof, an dessen Seiten — die Westseite aus- 
genommen — Kammern erbaut waren, die nun eingestürzt sind. Am 
südlichen Vorsprunge der Westseite steht ein fester Turm und nördlich 
davon im Hofe befindet sich ein verschütteter Schachtbrunnen. 




Fiff. 128. Aufbruch von c Amra. 



9. Juni 
1901. 



Im Talbette sieht man mehrere künstliche Vertiefungen, die an 
ihrer Südseite von einer niedrigen Quermauer abgeschlossen sind, um 
das Wasser zu stauen (Fig. 127). Jetzt sind sie freilich mit ange- 
schwemmter Erde ausgefüllt. Dennoch hält sich hier das Regenwasser 
ziemlich lange. An den Ufern bemerkt man Überreste alter Gärten, in 
denen jetzt Tarfa'-Gebüsch üppig gedeiht. 

Am nächsten Tage verließen wir um 1 Uhr 45 Min. c Amra (Fig. 128) 
und ritten gegen SW. (Richtung 215°). Um 3 Uhr 15 Min. erreichten 
wir den Rücken von as-Safra' (Höhe 650 m) und waren um 4 Uhr 
52 Min. vor al-Haräni. 

Al-Haräni ist ein ziemlich gut erhaltener, einstöckiger Bau (Fig. 129). 
Der Grundriß des Erdgeschosses (Fig. 130) weist nebst den Stallungen 
zu beiden Seiten der Eingangshalle und den daranschließenden Stiegen- 



291 

häusern mit sehr flachen Treppen drei um den Hof (Fig. 131) gruppierte, 
voneinander getrennte Wohnungen auf. 

Jede derselben besteht aus einem größeren Hauptraume und fünf 
bis sechs kleinen Kammern, die zum Teile durch Türoberlichten, zum 
Teile durch schmale Schlitze (Fig. 132, 133), Schießscharten, von außen 
her Licht erhalten. Nur zwei dieser Kammern an den Ecken des Hofes 
konnten bei der Art der Mauerführung kein Licht erhalten. 

Der Arkadeneinbau im Hofe ist nicht mehr vorhanden, doch ließ 
er sich aus den vorhandenen Spuren unzweifelhaft rekonstruieren. Wohl 
ist von den Bogenpfeilern wenig zu finden, die vorhandenen Widerlager 




Fis". 129. Kasr al-Haräni von Westen. 



der kleinen Bögen sind indes noch gut erhalten. Eine breite Nut rings 
an den Hofmauern in der Höhe des Obergeschoß-Fußbodens zeigt an, 
daß die Arkaden mit großen und starken Steinplatten überdeckt waren, 
die dem oberen Umgang als Fußboden dienten. 

Im Obergeschosse (Fig. 134) münden sowohl die Stiege als auch 
die mit einem Oberfenster versehenen Türen gegenwärtig in den leeren 
Hofraum, führten also ehemals auf den Gang. Hier zählt man fünf 
Kaumgruppen, und zwar drei Wohnungen über denjenigen des Erd- 
geschosses und zwei solche über den Stallungen, während über der Ein- 
gangshalle ein besonderer Raum liegt. Die einzelnen, aber durchwegs 
durch Türen verbundenen Wohnungen bestehen auch hier aus je einem 

größeren und vier bis sechs kleineren Zimmern. Drei der großen 

19* 



292 

Zimmer sind durch architektonische Gliederungen besonders ausgezeich- 
net. Die Erhellung der Räume erfolgt ganz ähnlich wie unten; man 
sieht jedoch hier an den äußeren Wänden übereinander zwei Reihen 
Ton Schießscharten. 

Vom Obergeschosse führt die Treppe weiter auf das Dach. 




D 



Fig. 130. Kasr al-Haräni. Grundriß des Erdgeschosses. 






Alle Räume beider Stockwerke waren mit Tonnengewölben über- 
deckt, die auch heute noch größtenteils erhalten sind. Nur im Nord- 
trakte des Obergeschosses sind sie sämtlich eingestürzt. 

Die Außenmauern bestehen so wie die übrigen aus lagerhaft zu- 
gehauenen Bruchsteinen, die mit Ausgleichsscharen aus kleineren Steinen 
wechseln. Während jedoch alle übrigen Mauerflächen einen auch im 
Hofe noch zum Teile erhaltenen Verputz besaßen, blieben die äußeren 
Flächen unverputzt. 



293 

Die Außenmauern mit ihren Türmen, welehe vornehmlich zur Ver- 
steifung dienten, entbehren auch nicht des Schmuckes. In der Höhe 
zwischen den beiden oberen Schießscharten zieht sich ein Band schräg 
aneinandergelegter Ziegel, ein Zickzackmuster bildend, zwischen zwei 
horizontalen Ziegelscharen rings um den Bau herum und etwas weiter 
unten umzieht ein gleiches Band die Türme allein. Auch die Schieß- 
scharten sind geschmückt, indem ihre Überdeckung mittels je zwei schräg 
aneinandergestemmter Ziegel in verschiedener Weise zu einer Zierform 
verwendet wurde. 




Fig. 131. Kasr al-Haräni. Der Hof von Süden. 



Die in Fig. 135 dargestellte Hauptfront ist, wie man aus einem 
Vergleiche mit Fig. 129, S. 291, ersehen kann, ergänzt worden. Am 
oberen Ende der Pfeiler zu beiden Seiten des Haupttores gewahrt man 
noch deutlich den Übergang des kürzeren Radius ihrer Rundung in 
einen längeren. Die Annahme, daß über dem Tore eine „Pechnase" 
bestanden habe (vgl. Fig. 6, S. 38), mag die gegebene Rekonstruktion 
rechtfertigen. Die Darstellung der Krenelierung und der Turmaufbauten 
beruht wohl nicht auf positiven Anhaltspunkten, konnte aber umsomehr 
beigefügt werden, als ähnliche Abschlüsse an anderen Bauwerken dieser 
Gebiete noch erhalten sind. 

Um 1 Uhr 40 Min. nachts saßen wir auf und gelangten um 9 Uhr 
10 Min. in der WNW.-Richtung nach al-Mwakkar, das wir um 1 Uhr 
5 Min. nachmittags verließen. Wir ritten dann in der Richtung gegen 



10. Juni 
1901. 



294 

SW. bis zum Fuße des al-Haku- Gebirges und langten um 3 Uhr 12 Min. 
in al-Msatta an. 

Von al-Msatta über al-Mdejjene nach kasr 
al-Hammäm. 

Am 26. Mai hatte ich mich mit Herrn Kunstmaler A. L. Mielich 
in l Amra niedergelassen und nach 14tägiger Arbeit hatten wir unsere 
Arbeit daselbst vollendet. Obwohl geistig und körperlich müde, wollten 
wir dennoch über at-Tuba und kasr al-Bäjer nach w. Müsa (Petra) reisen. 

Der Zweck dieser Reise war die möglichst getreue Aufnahme von 
at-Tuba und al-Bäjer. Dabei hoffte ich auch neue topo- und ethno- 
graphisch wichtige Beobachtungen anstellen und meine Forschungen 
von 1896, 1898, 1900 vervollständigen zu können. 

Als Führer hatten wir vier Beduinen der Beni Sahr, und zwar 
Häjel und 'Abtän, den Bruder, und den Sohn des Fürsten Taläl, ferner 
Bahit, alle drei aus dem Geschlechte al-Fäjez; dann Shejmän, einen bei den 
Shür ansässig gewordenen Handwerker, und einen intelligenten Kerakeser 
namens Abdallah al- Akasi, der mir bei meinen ethnographischen Arbeiten 
sehr behilflich war. 

Wir ritten alle auf Kamelen, welche auch unser Gepäck trugen. 
Dieses bestand aus einigen Decken, Weizenmehl, trockenen Feigen, 
Butterschmalz, einheimischen trockenen Käsen, trockenen Aprikosen, 
kamar ed-din genannt, Zucker, Kaffee, Tee, dem allernotwendigsten Koch- 
geschirr, vier Wasserschläuchen und unseren wissenschaftlichen Instru- 
menten. Wir trugen alle dieselbe Tracht und waren gut bewaffnet. 

n i9oi ni Am U - Juni 1901 um 8 Uhr 5 Min - frün verließen wir al-Msatta 

und ritten in der Richtung 210° über die breite, von da an al-'Arin 
genannte Ebene der Hägg-Straße am rechten Ufer des w. al-Mutabba. 
Dieses heißt nach seiner Vereinigung mit dem w. el-Msattara w. el-Matijje 
und mündet zwischen Orejnbet al-Meze f ijje und g. ad-Darra in das w. al- 
Hammam ein. Im 0. erhebt sich der von N. nach S. gezogene al- 
Lusejjen und hinter ihm sieht man den langen Hügelzug Benäja Färes. 
Nach 20 Min. hatten wir links die kleinen Ruinen und das w. von 
Zobajer al^Enfedän und kreuzten um 8 Uhr 40 Min. in derselben Rich- 
tung die Pilgerstraße. Von da sahen wir in der Richtung 175° am 
Nordabhange des ed-Darra den zerstörten Wartturm kusejr Dubej c a. 
Nach einer Stunde betraten wir eine Bodenwelle, von der aus wir süd- 
östlich Orejnbet al-Meze c ijje, südlich Orejnbet al- c Arbüri und im SSW. 




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ei 



60 



296 

umm Za'ärir erblickten, drei Hügel, die jedoch keine Ruinen tragen. 
Um den umm Za'ärir zu umgehen, nahmen wir mehr die Richtung nach 
SW., sahen um 10 Uhr 8 Min. etwa 1 km nördlich von uns auf einem 
kleinen Hügel hrejbet es-Sicer 9 über dem linken Ufer des vereinigten 
w. el-Gefär und Ziza, welches w. as-Sekuri genannt wird, und gelangten 




Fig. 134. Kasr al-Haräni. Grundriß des Obergeschosses. 



durch tiefe und schmale Täler, die sich gegen SSO. zum w. el-Hammäm 
erstrecken, um 10 Uhr 40 Min. zum h. Zejnab. 

Um 12 Uhr 20 Min. verließen wir Zejnab in der SSW.-Richtung 
auf einem alten Wege, der uns nach einer Viertelstunde auf eine Hoch- 
ebene hinaufführte, von wo aus sich uns eine instruktive Aussicht auf 
die Terrainformation darbot. Von ed-Dlelet-el-Rarbijje biegt gegen NO. 
ein breiter, ziemlich hoher Hügelzug ab, der beim hrejbet es-Sicer in 
die Ebene der Pilgerstraße übergeht. Auf seinen Gipfeln sieht man die 
festen Punkte: ed- Dielet es-Serkijje, az-Za'farän, el-Heri und Zejnab. 



297 



Seine Täler sind tief, schmal 
und schwer zugänglich; die 
nördlichen Abhänge bieten 
gute Weideplätze, die süd- 
lichen dagegen sind ziemlich 
kahl und öde. 

Südöstlich von diesem 
Hügelzuge breitet sich eine 
kalkige , wüste Hochebene 
aus, die im O. der massige 
Berg ad-Darra abschließt. 
Dieser liegt zwischen dem 
w. al-Hammam = an-Nasüri 
und w. al-£idre und der 
Ebene der Hägg - Straße, 
welche er mit dem g. al-Brejc 
abgrenzt. 

Die Hochebene, auf der 
wir ritten, fällt sanft gegen 
ONO. ab und erst nach einer 
halben Stunde ziehen sich 
die kurzen tiefen Täler süd- 
wärts zum w. at-Tamad, das 
wir nach 23 Min. erreichten. 

Das w. at-Tamad ist 
hier 40— 90 m breit, von blen- 
dend weißen Kalkfelsen ein- 
geschlossen und fast ohnejede 
Vegetation, öde und wüst. 
Im Bachbette findet sich 0*3 
bis 1 m unter dem Stein- 
gerölle fließendes Wasser. 
Die Beduinen graben oder 
werfen mit den Händen 0*5 
bis 1*7 m tiefe und 0*8 — 2 m 
breite Gruben aus, in denen 
sich fast immer eine 0*2 bis 
0*3 m hohe Wasserschichte 
ansammelt. Solche Wasser- 










298 

gruben heißen Bir, Bijär. Dca sie regelmäßig im Winter während der 
Regenze'it zugeschwemmt werden, müssen sie im Frühjahre von neuem 
gegraben werden. Jedes Zelt besitzt seinen eigenen Bir; jene der Familien- 
und Geschlechterhäupter sind mit besonderer Sorgfalt hergestellt und, 
wenngleich die Häuptlinge nur sehr selten eigenhändig arbeiten, heißt 
es doch immer, diesen Brunnen grub, hafar, Seh N. 10 

Sollen Kamele getränkt werden, breitet man am Rande des Brun- 
nens über einer Vertiefung ein Stück Leder aus, worauf ein Mann, der 
nur mit einem Lendenschurze bekleidet ist, in den Brunnen hineinsteigt 




Fig. 136. Hirbet al-Mdejjene von Norden. 



und mit einem ledernen Sacke oder hölzernen Gefäße das Wasser schöpft 
und auf das Leder vor dem Brunnen gießt, wobei er fast immer ein 
Hedäwi-Lied singt. Die Kamele drängen sich um die Grube und wäh- 
rend sie trinken, entleeren sie sich gewöhnlich; dies gelangt dann in 
den Bir und verunreinigt sein Wasser, sodaß es gelbrot wird, salzig 
schmeckt und stinkt. 

Solche Tränken sind immer stark besucht, weshalb sehr viele 
Wege zu ihnen führen; auch zwei uralte Straßen kreuzen sich hier; die 
eine läuft von N. nach S., die andere führt von el-Mcäwer im W. durch 
das Tal et-Tamad nach O. Dieser Ort wurde frühzeitig beschützt durch 
eine Befestigung, deren uralte Überreste heute den Namen h. el-Mdejjene 
tragen (Fig. 136). 



299 

El-Mdejjene 11 (Fig. 137) liegt am linken Ufer des w. at-Tamad auf 
einem Nordausläufer des Hügelzuges as-Säbeö. Das winklige Tal grenzt 
den Hügel im NO., N. und NW. ab, während der natürliche Sattel im 
S. künstlich vertieft und in einen Wasserbehälter umgewandelt wurde, 
um den Zugang zu erschweren. 

Folgt man von den Wasserlachen im w. at-Tamad (Höhe 575 m) 
der Richtung 197°, so kreuzt man nach weiteren 106 Schritten einen 
von O. kommenden Weg, sieht etwa 40 Schritte weit einen Turm von 
10 Schritten im Geviert und nach wieder weiteren 106 Schritten quert 
man eine den Fuß des Hügels umschließende Mauer (Höhe 587 m). 
Bergauf steigend erreicht man dann nach 62 Schritten einen starken, 
etwa 2 m hohen Wall und nach weiteren 52 Schritten das Plateau (Höhe 
608 m), das aus zwei ungleichen ovalen Teilen besteht. 

Der kleinere nördliche Teil ist 30 Schritte (O.— W.) lang, 16 Schritte 
breit und durch eine gleich breite Fläche mit dem größeren südlichen 
verbunden. Man sieht daselbst die Grundmauern einer starken Festung. 
Die größere Hälfte, welche 64 Schritte breit (O. — W.) und in der Rich- 
tung 207° 192 Schritte lang ist, war ebenfalls mit einer Mauer um- 
geben und in ihrem südlichen Teile (Höhe 615 m) mit einem starken 
Turme versehen. Jetzt ist allerdings alles durchwühlt und im Süd- 
ostteile bemerkt man einige Gräber. 

Geht man nun in der Richtung 207° abwärts, so erreicht man 
nach 22 Schritten einen 11 Schritte breiten Wall und nach weiteren 
32 Schritten die Nordgrenze eines Wasserbehälters. Er ist durch Aus- 
grabung entstanden und von einer Mauer wellenförmig umschlossen, 
mißt 40 Schritte (N. — S.) in der Breite und 71 Schritte in der Länge. 
Südlich davon steigt das Terrain an und bildet eine gegen S. geneigte 
Ebene von 142 Schritten Länge (N. — S.) und etwa 100 Schritten Breite, 
welche mit Ruinen -bedeckt ist. Am Westabhange des Hügels führt 
ein bequemer Weg hinauf. 

Um 3 Uhr 30 Min. folgten wir in der Richtung 80° der alten, 2*8 m 
breiten Straße im Tale at-Tamad an zahlreichen Bijar vorüber und 
fanden um 4 Uhr 13 Min. am linken Ufer bei zwei Butm-Bäumen eine 
birnförmige, uralte, in die Kalkfelsen eingehauene Zisterne und ihr gegen- 
über am rechten Ufer auf einem Hügel eine viereckige Befestigung h. 
az-Z6na oder ez-Zanijje. 

Die Talbreite wechselt zwischen 15 und 70 m; im S. fallen die 
Abhänge des g. as-Säbec steil zur Sohle ab, während im N. die oben 
erwähnte Hochebene sich längs des Tales hinzieht. Die Straße hält sich 



300 

links vom Wasserbette und ist stellenweise in den Felsen eingehauen. 
Die Abhänge wie das Tal selbst sind kahl, nur einige Oleanderstauden 




Fig. 137. Hirbet al-Mdejjene. Situationsplan. 



und Terebintenbäume unterbrechen das eintönige Grau. Den letzten 
Oleander sahen wir um 4 Uhr 28 Min. beim letzten Brunnen, von da 
an werden keine Brunnen mehr gegraben, weil man nur in größerer 
Tiefe auf Wasser stoßen würde. 



301 

Um 4 Uhr 53 Min. gelangten wir zur Mündung des w. al-ITammam 
oder w. än-Nasüri, 12 wie es im Unterlaufe genannt wird, das in tiefem 
schluchtartigem Bette aus NO. kommt. Unweit von der Mündung stehen 
über seinem rechten Ufer einige schwarze, groteske Felsen, tor an- 
Nasüri. An seinem linken Ufer erhebt sich das schon erwähnte, im 
S. von dem Tale el-2idre begrenzte Gebirge g. aol-Darra. Am linken 
Ufer des al-2idre erstrecken sich gegen 0. als Fortsetzung des g. as- 
Sabec die Hügel zumejlat al- c Agam. Wir verließen nun das Tal at- 
Tamad, wie die vereinigten Täler al-Hammäm und al-Zidre heißen, und 
folgten dem letztgenannten gegen 0. aufwärts. Dieses erweitert sich 
allmählich zu einer 110 — 180 m breiten seichten Ebene, in der die er- 
wähnte Straße hinführt. 

Um 5 Uhr 13 Min. trafen wir auf zahlreiche Steinhaufen, marma 
al-'Askar, Denkmäler an die hier von den Shür geschlagenen, irre- 
gegangenen Truppen des Ibrahim-Pascha. 

Um 6 Uhr 40 Min. waren wir am Ende des w. al-2idre und 8 Min. 
später an der Pilgerstraße, etwa O'hhm südlich von der Station kalat 
Dab c a, die von den Türken kasr el-Belka' genannt wird. 

Sie hat denselben Stil wie el-Kuträni oder el-IJsa, ein viereckiger 
Bau mit einem Eingange in den geräumigen Hof, um welchen Wohn- 
räume und Stallungen stehen; über ihnen gibt es noch niedrige Räume, 
welche ein flaches Dach deckt, das aber von der Außenmauer überragt 
wird. Nach einer daselbst angebrachten Inschrift wurde sie im Mai 
1767 von dem Verweser der syrischen Pilgerstraße 'Otmän Pascha er- 
neuert. Nur zur Zeit der Pilgerfahrten ist hier ein Posten stationiert, 
sonst steht die Festung leer, weil die Keraker Familie, deren Obhut sie 
anvertraut ist, bei ihren Herden m Zelten wohnt (Höhe 715 m). 

Die Pilgerstraße wird nun ziemlich beschwerlich, da sie über zahl- 
reiche Täler führt. Westlich von ihr erstrecken sich von N. nach S. 
die Abhänge des g. aol-Darra, zumejlat al- c Agam, der dreispitzige g. al- 
ZijäJ und as-Suwäkat al-Rarbijje, östlich g. al-Geneb, g. al-Brejc und as- 
Suwakat as-Serkijje. 

Alle diese Gebirgszüge, die in der Hauptrichtung von O. nach W. 
verlaufen, bestehen hauptsächlich aus Kalkstein und boten nur an wenigen 
Stellen Kamelweide und Brennmaterial. Obwohl wir eine Stünde die 
Umgebung absuchten, konnten wir weder das eine noch das andere 
finden. Endlich sahen wir nahe an der Pilgerstraße eine Telegraphen- 
stange liegen und nahmen sie sofort als gutes Brennmaterial in Beschlag. 
Dann stiegen wir langsam in das aus der Richtung 101° kommende 



302 



12. Juni 
1901. 



w. al-Hrajjem, welches zwischen al-Brejc und al-öeneb östlich an DaVa 
vorbeistreicht und in das w. al-Hammam einmündet. Hier fanden wir 
auch nach ungefähr einer halben Stunde etwas Weide für unsere Kamele. 
In diesem ziemlich breiten Tale sahen wir weiter östlich die al-Hkejs 
von den Shtir, die auf einer Wanderung in die Gegend von 'Amman 
begriffen waren, mit ihren Kamelen lagern. So konnten wir auf ziem- 
lich sicheres Nachtlager rechnen, ließen unser Feuer hochlodern und 
buken unser Brot. 

Am nächsten Morgen erstieg ich auf der linken Talseite einen 
Hügel, von wo aus ich eine prächtige Aussicht genoß und folgende 




Fig. 138. Kusejr al-Hammäm von Südwesten. 



Punkte aufnehmen konnte: in der Richtung 239° umm er-Rasäs, dahinter 
kar'a Sihän, in der Richtung 201° el- l Al, 197° kasr ed-Dirse, in der 
Richtung 191° das Westende des g. as-Suwäkat al-Rarbijje, in der Rich- 
tung 158° das Ostende des as-Suwäkat as-Serkijje, 171° näher zu mir 
die höchste Spitze des g. al-2ijäl, in der Richtung 138° al-Brejc, 92° 
al-Geneb, 342° al-Msatta und den ganzen Abhang der Belka 5 von Salbüd 
nach Gelül und fast bis nach al-Heri. 

Die ganze Umgebung war fast menschenleer, nirgends war ein 
Lager zu sehen, obwohl sonst zu dieser Zeit die Hägg-Ebene mit 
schwarzen Zelten über und über besät ist. Heuer war kein Rabf, kein 
Frühling gekommen, es fehlte an Weide. Vor Jahrhunderten war augen- 
scheinlich hier eine Niederlassung, wenigstens fand ich am Fuße des 



303 

Brejc Überreste eines zerstörten Weilers kerijet al-Brejc mit einem festen 
Turme, der in der Länge (S.— N.) 30 und in der Breite 26 Schritte mißt. 

Nach einem Besuche von Dal/a ritten wir um 8 Uhr 43 Min. auf- 
wärts durch das w. el-Hrajjem, das vom w. al-Hammäm nur durch den 
Höhenrücken al-Geneb getrennt ist. Nach 2 Stunden bogen wir mit ihm 
nach SO. ab, erstiegen um 10 Uhr 48 Min. die mäßige Bodenwelle al-Geneb 
und hatten das breite, blendend weiße w. al-Hammäm vor uns, das im N. 
vom g. Udenabe und im S. von den Hügeln Bida-1-Hammäm begrenzt wird. 

Es kommt von O. und biegt bei den letzten Ausläufern des Benäja- 
Färes gegen WNW., wobei es sich zu einer 600 — 1000 m breiten Ebene 
erweitert. Rechts nimmt es das w. al-Fälez auf, welches, von den Kuppen 
Mhakhak ad-Dab'i und Rugelet 'Alaji kommend, die Hügelreihe Benäja 
Färes durchzieht. Vor seiner Mündung erhebt sich im Tale el-Hammäm 
eine etwas vorgeschobene isolierte Kuppe, Klejb al-Hammäm genannt, 
auf der ein weiblicher Geist, gänije, hausen soll. Um 11 Uhr 32 Min. 
erreichten wir am rechten Ufer des Tales das Schlößchen kusejr al- 
Hammäm (Fig. 138); 170 Schritte südwestlich sieht man zwei größere 
Zisternen; dem Schlößchen gegenüber scheint auch das Wasserbett künst- 
lich vertieft worden zu sein, um eine Art Reservoir zu bilden. 

Vom Gipfel des Hügels, auf dessen Fuße al-Hammäm steht, sieht 
man in der Richtung 320° al-Msatta, in der Richtung 249° Sihän, in der 
Richtung 293° al-Brejc, in der Richtung 212° 2ijäl und in der Rich- 
tung 328° Klejb al-Hammäm. Die Lufttemperatur betrug 46° C, und 
da es hier nirgends Schatten gab, wurde uns die Hitze ziemlich lästig. 

Von al-Hammäm über at-Tüba nach c attärat umm 

at-Tejrän. 

Das w. al-Hammäm bildet die natürliche Verbindung mit dem 
0., weshalb es auch von den Razw-Truppen sehr stark benützt wird. 
Um einer solchen feindlichen Begegnung vorzubeugen, verließen wir es 
um 1 Uhr 43 Min. wesentlich in der Richtung 150° und erreichten um 
2 Uhr 19 Min. die Wasserscheide des w. al-Hammäm und al-Hrajjem. 

Die ziemlich eintönige Landschaft weist zahlreiche niedrige Hügel 
auf, zwischen denen wir in den breiten und seichten Tälern Deckung 
suchten. Um 4 Uhr 52 Min. erblickten wir im NO., etwa 8— 9 km von 
uns entfernt, den ziemlich hohen, von N. nach S. sich hinziehenden 
Gebirgsrücken as-Sefa' mit einer Kuppe namens rugm as-Sid, bei welcher 
das w. al-Hammäm beginnt. 



304 

Nach 12 Min. gelangten wir zum Kampfplatze der Shur und Ibn 
Sa'län, wo zahlreiche kleine und ein großer Steinhaufen, marma Senäd, 
die Stellen bezeichnen, wo vor 28 Jahren viele tapfere Krieger mit 
Senad, dem Feldherrn der Ibn Sa'län, gefallen sind. Meine Begleiter 
ergingen sich in lauten Lobreden auf die Heldentaten ihres Stammes 
und, obwohl kein einziger von ihnen an der Schlacht teilgenommen hatte, 
waren sie doch imstande, selbst die kleinsten Einzelheiten des Kampfes 
anzugeben. Alle ruhmreichen Taten eines Stammes werden nämlich von 
den Angehörigen desselben dem Gedächtnisse genau eingeprägt und 
Erzählungen und Gesänge von solchen Kampftagen, ajjäm, vererben 
sich von den Vätern auf ihre Kinder und Kindeskinder. 

Um 5 Uhr 38 Min. tauchte westlich von uns ein kurzer, bogen- 
förmiger Kücken mit einem spitzigen Gipfel auf, der sich durch seine 
schwarze Farbe scharf von der gelben Umgebung abhob, es war g. al- 
Klejta. Wir ritten seiner östlichen Abdachung entlang und suchten in 
den Seitentälern Deckung, als wir auf einmal um 5 Uhr 51 Min. zahl- 
reiche Pferde- und Kamelspuren erblickten. Im Nu war unser Shejmän, 
der sich im Lesen von Spuren am besten auskannte, vom Kamele ge- 
sprungen, untersuchte aufmerksam jedes Zeichen und erklärte schließ- 
lich, daß erst vor ganz kurzer Zeit etwa 30 Pferde und mindestens 
50 Kamele in südwestlicher Richtung diese Stelle passiert hätten. 

Auf Iläjels Geheiß saßen wir sofort ab und, während die anderen 
sich mit den Kamelen in eine Niederung begaben, machten Hajel und 
ich uns daran, die Gegend genau abzusuchen. Hajel schlich zu einem 
südlichen, ich zu einem westlichen Hügel, wo ich eine aus Kalksteinen 
errichtete hohe Warte zu erreichen trachtete, deren hohe Lage mir einen 
weiten Überblick über die Umgebung zu versprechen schien; sonst hätte 
man nicht so viele Steine hinaufgeschieppt und einen so großen zylinder- 
förmigen Beobachtungsposten, rugm al-Klejta, errichtet. 

Der Rugm (Höhe 870 m) erhebt sich am Rande einer ausgedehnten 
tiefen Senkung, welche von der Pilgerstraße aus weit in das östliche 
Hochland einschneidet. In südlicher Richtung war nichts Verdächtiges 
zu sehen, kein Rauch durchzog die ruhige klare Luft, kein Feuer 
leuchtete auf den grauweißen Flächen. Ich wandte mich nach W. und 
da sah ich etwa 2 km nordwestlich in einem breiten Tale am Fuße des 
g. al-Klejta 13 Feuer und um sie herum Männer und Pferde, während 
abseits von ihnen gesattelte Kamele weideten. Das war also die un- 
bekannte, von O. gekommene Truppe. Nun lagerten aber im 0. keine 
Shür und westlich von al-Klejta waren, wie wir am Morgen von den 



305 

Hkejs gehört hatten, ebenfalls keine ihrer Zelte; auch wußten wir, daß 
in diesem Gebiete keine Abteilung der Beni Sahr auf einem Razw-Zuge 
begriffen war, und wäre es auch der Fall gewesen, so hätten sie von 
0. die gerade Richtung zu ihren Lagerplätzen eingeschlagen, es war 
also zweifellos, daß wir es mit Feinden zu tun hatten, welche die Kamele 
und die Lagerplätze der Shür suchten. 

LTnsere Lage war recht kritisch; wie leicht konnte einer ihrer Späher 
uns entdecken! Wenn das aber nicht geschah, so würden sie gewiß, 
wenn sie morgen nur wenig südwärts kamen, unsere Spuren sehen und 
uns dann auch einholen. Ich mußte Häjel benachrichtigen; ich glitt somit 




Fig. 139. Kasr at-Tüba. Der erste Brunnen von Westen. 



auf dem südöstlichen Abhänge des Hügels rasch hinab, durchlief mehrere 
Seitentäler in der Richtung, in welcher Häjel verschwunden war, und 
erblickte ihn endlich auf einem Hügel liegend, wie er mit seinem Feld- 
stecher die Umgebung absuchte. Ich winkte ihm mit meinem Ärmel, 
worauf er rasch herbeikam; als er aber meine Nachricht vernahm, hieß 
er mich sofort zurückkehren und die Feinde weiter beobachten, während 
er selbst zu unseren Gefährten eilte, um mit ihnen ein besseres Versteck 
aufzusuchen. 

Meine Aufgabe war es, darauf zu achten, was die Feinde anfingen, 
ob sie hier lagern, oder mit einbrechender Nacht weiterziehen würden. 
In der reinen, klaren Abendluft konnte mir keine ihrer Bewegungen 
entgehen. Als ich sah, daß sie ihr Abendbrot bereiteten und die Pferde 

Mus iL Arabia Petraea. I. Moab. 20 



306 



ihr Futter bekamen, wußte ich auch, daß sie binnen 1 — 2 Stunden nicht 
aufbrechen würden und ich konnte die Gegend genauer betrachten. 

Da lag in der Richtung 314° Grelül auf jener Bodenwelle, welche 
die fruchtbare Ebene von Madaba von der Steppe trennt, in der Rich- 
tung 267° war deutlich sichtbar kar'a Sihän, in der Richtung 235° 
al-Kufrani und im W. g. as-Swäka. Südlich vom rugm al-Klejta fällt 
in der Entfernung von 10 km ein gelber Vorsprung Hasm Matrük des 
östlichen Hochlandes al-'Atätir steil zur Ebene ab. Südöstlich davon 
beginnt das Tal w. at-Twej. Es durchzieht die Ebene in nordwestlicher 

Richtung fast bis zu dem g. as- 
Swakat as-oerkijje und nimmt das w. 
abu Halüfa auf, welches g. as-Swäkat 
as-Serkijje und g. al-Bida' im S. ab- 
grenzt. Das vereinigte Tal, w. as- 
Swemi genannt, bildet den östlichen 
Arm des w. el-M6geb (Arnon). 

Nach einiger Zeit kam l Ab tan 



um mich abzulösen, damit ich in 
unserem Lager etwas essen könne. 
Dieses war so gut versteckt, daß ich 
Mühe hatte, es aufzufinden. Kaum 
hatte ich ein Stück Brot gegessen 
und eine Tasse heißen Tee der feuch- 
ten Kälte wegen getrunken, forderte 
Hajel mich schon wieder auf, auf 
meinen Posten zurückzukehren, weil 
nach der .schlimmen Erfahrung bei 'Amra auf 'Abtan kein Verlaß war. 
Er selbst blieb bei unseren müden Tieren, die einige Schritte weiter 
auf magerer Weide grasten. 

Ich erklomm somit wieder den Hügel, um weiter zu beobachten, 
ob die Feinde bleiben oder aufbrechen würden. 

Nach einer Stunde bemerkten wir, wie die Feinde ihre Kamele 
zum Feuer brachten, sie niederknien ließen und sich dann selbst bei 
ihnen zur Ruhe legten. Nun waren wir gewiß, daß sie vor Mitternacht 
nicht aufbrechen würden; nutzten wir diese Zeit aus, so konnten wir 
einen tüchtigen Vorsprung gewinnen und einen Zusammenstoß vermeiden. 
Ich kehrte daher mit 'Abtan in alier Eile in unser Lager zurück 
und berichtete meine Beobachtungen Hajel, der auch sofort den Befehl 
zum Aufbruche erteilte. Zehn Minuten .später waren wir marschfertig 




Fig. 140. Kasr at-Tüba. 
Der erste Brunnen. Grundriß. 



307 

und um 10 Uhr ging es in südöstlicher Richtung über die wellenförmige, 
gegen ONO. abfallende Hochebene Bawalijat. 

Die Nacht war dunkel und naßkalt, was den Ritt geradezu qual- 
voll machte. 

Die feuchte Kälte wurde nach und nach so unerträglich, daß wir 13Juni 

° ; 1001. 

nach etwa 3 Stunden halten mußten; wir ließen unsere Kamele nieder- 
knien und suchten, indem wir uns an sie schmiegten, uns ein wenig 
zu erwärmen, um die große Schläfrigkeit, welche sich unser bemächtigte, 
zu vertreiben. Doch schon nach einer halben Stunde mußten wir wieder 
weiter in die unbekannte Dunkelheit hinein. 




Fig. 141. Kasr at-Tüba. Der zweite Brunnen von Nordosten. 



Ungefähr um 2 Uhr 45 Min. waren wir auf der Wasserscheide 
des Bawalijat- und 'Atätir-Gebietes angelangt. Die Gewässer des ersteren 
fließen in das w. a(J-Dab c i und mit diesem östlich von al-Haräni in das 
w. Mdejsisät, während das gegen S. und SO. abfallende Gebiet 'Atätir 
oder 'At^arät sein Wasser dem w. al-Radaf zuführt. Die wellenförmige 
Landschaft zwischen dem w. ad-DaVi und dem Unterlaufe des al-Radaf 
heißt Gaw c alijat. 

Mit zunehmender Tageshelle mußten wir, in südöstlicher Richtung 
weiterreitend, wieder in den Tälern Deckung suchen und gelangten um 
7 Uhr 17 Min. zu einer höheren Bodenwelle, hinter der wir anhielten, 
um die Umgebung abzusuchen. 

20* 



308 

Von einem niedrigen Steinhaufen aus konnte ich mit Hajel weit 
südwärts die breite, von blendend weißen Bergrücken eingeschlossene 
Ebene des w. al-Radaf erblicken, durch welche die beste Verbindung des 
w. Sirhan mit al-Hafire und der Pilgerstraße hergestellt wird. Während 
ich die Gegend nach 0. durchmusterte, gewahrte Hajel einige Kamel- 
reiter, welche dem Tale nach W. folgten und denen wir sogleich unsere 
ganze Aufmerksamkeit zuwendeten. Infolge der großen Entfernung 
konnten wir sie nicht zählen, aber da ihrer höchstens sechs waren, 
meinte Hajel, es wären 'Ujün, Aufklärer, der vorerwähnten oder einer 
anderen Köm-Truppe. Wir schauten ihnen fast 20 Min. nach, bis sie im 
WSW. langsam unseren Blicken gänzlich entschwanden. 

Nun trat an uns die wichtige Frage heran, wo ihre Hauptmacht 
hielt, von der die 'Ujun unmöglich weit sein konnten; sie mußten 
somit irgendwo in der Niederung des al-Radaf stecken. Unsere Lage 
wurde dadurch äußerst bedenklich, wir hatten kein Wasser mehr und 
da solches nur in al-Radaf zu finden war, mußten wir hin. So saßen 
wir wieder auf, empfahlen uns dem Schutze Gottes, taht nasib Allah, 
und folgten in südöstlicher Richtung einem Seitentale, wo wir um 8 Uhr 
32 Min. unter einem steilen, hohen Hügel bei einer Wasserlache, radir, 
Halt machten. 

Während meine Begleiter unsere Schläuche füllten und unsere 
Tiere aus der Wasserlache getränkt wurden, erstieg ich den Hügel, um 
Umschau zu halten. Der Aufstieg war sehr beschwerlich, weil das 
kalkige, mürbe Gestein unter meinen Füßen nachgab und mich in Ge- 
fahr brachte abzurutschen. Endlich war ich oben und sah im 0. ganz 
deutlich das Schloß at-Tüba, wie es sich vom dunklen Hintergrunde 
scharf abhob und von den Strahlen der Sonne vergoldet dastand; etwas 
Verdächtiges gewahrte ich nicht, weshalb ich mich beeilte, zu meinen 
Gefährten zu gelangen. 

Hier füllte gerade "Abdallah unsere Schläuche, aber womit! Als 
unsere Tiere zum Wasser kamen, traten sie hinein und tranken behag- 
lich mitten aus der Wasserlache. Dadurch rührten sie den ganzen 
Schlamm auf und verunreinigten nebstdem das Wasser durch ihre Ent- 
leerung. Dieses Naß, mehr Jauche als Wasser, schöpfte 'Abdallah in 
unsere Schläuche als Trank für uns! 

Nach 15 Min. ritten wir das Tal abwärts, erreichten um 9 Uhr 
34 Min. al-Radaf, dem wir dann gegen NNO. weiterfolgten, und machten 
um. 10 Uhr 2 Min. in seinem breiten und tiefen Talbette nahe bei dem 
Schlosse at-Tüba Halt. 



309 



Obwohl recht müde, mußten wir, um die Zeit möglichst auszu- 
nützen, uns unverzüglich an die Arbeit machen. Zuerst besichtigten 
wir die ganze Anlage im allgemeinen und, nachdem wir uns durch eine 
Tasse Tee, den c Abdallah rasch bereitet hatte, erfrischt hatten, begannen 
wir mit der eingehenden Aufnahme. Häjel hielt als Späher oben auf 
dem Dache Umschau, 'Abfcän, Shejmän und Bahit hüteten die Kamele, 
während 'Abdallah zuerst das Essen bereitete und uns dann bei der 
Arbeit behilflich sein sollte. 

Um 4 Uhr 43 Min. begab ich mich zu den beiden Brunnen, welche 
im N. des Schlosses liegen, und zwar ohne Begleitung, weil ich bei 
einem möglichen Überfalle unsere Kräfte 
gesammelt haben wollte, auch nur leicht 
gekleidet, dafür aber wohl bewaffnet. 

Von dem Nordwesteckturme von at- 
Tüba gelangt man in nördlicher Richtung 
nach 2870 Schritten durch eine öde, mit 
schwarzen Kieselsteinen bedeckte Ebene 
zu dem gegen 0. liegenden Bette von al- 
Radaf. Dieses ist auch hier von Gestrüpp 
umzäunt und 32 Schritte breit. Das Bett 
östlich lassend, kommt man nach 412 Schrit- 
ten zum ersten Brunnen. 

Er besteht (Fig. 139, 140) aus einem 
jetzt verschütteten Tiefbrunnen, einem 
westlich sich anlehnenden Wasserbehälter 

und einer Treppelbahn. Gegen 0. neigt sich das Terrain bis zu dem 
Wasserlaufe und überall sind Überreste alter Gärten zu sehen. 

Den Brunnen verlassend, kommt man nach weiteren 121 Schritten 
in nördlicher Richtung durch die graue, steinige Ebene wieder zum 
Bette des al- Radaf- Tales, das hier 36 Schritte breit ist und gegen 
NNW. einbiegt. Nach weiteren 565 Schritten erreicht man den zweiten 
Brunnen. 

Sein Schacht (Fig. 141, 142) ist derart überwölbt, daß in der Mitte 
nur ein Schlitz freigelassen ist. Auf beiden Seiten erhebt sich, bis an 
den Rand des Schlitzes reichend, je eine fast 3m hohe Mauer, deren 
jede mit einer Öffnung versehen ist. In dem freien Räume zwischen 
den beiden Mauern konnte sich der Eimer bewegen. 

Westlich bei dem zweiten Brunnen senkt sich der Boden ungefähr 
um 2m und weist bis zu dem nahen Wasserbette Spuren alter Gärten 




Fig. 142. Kasr at-Tüba. 
Der zweite Brunnen. Grundriß. 



310 

auf, die sich auch nordwärts verfolgen lassen. Auf der linken Seite des 
Talbettes steigt die Wüste sanft gegen W. an. 

Auf dem Rückwege konnte ich mich nicht genug an dem impo- 
santen Anblicke sattsehen, den at-Tuba von NO. bietet. Um 6 Uhr war 
ich wieder im Schlosse. 

Als wir uns zum Abendessen anschickten, erklärte mir Häjel, daß 
wir unbedingt weiterziehen müßten, er sei überzeugt, unser Feuer und 
unsere Kamele seien sehr weit sichtbar, sodaß wir hier ganz sicher auf 
einen Überfall gefaßt sein müßten. Obwohl wir sehr gern wenigstens 
bis zum nächsten Vormittag geblieben wären, mußten wir uns der 
Notwendigkeit fügen. 

So brachen wir um 8 Uhr 53 Min. auf, zogen ungefähr eine halbe 
Stunde im al-Radaf südwärts, ritten dann nach SSW. in das c attarat 
umm at-Tejrän, stiegen über eine steinige Bodenwelle und waren um 
10 Uhr 58 Min. wieder im al-Radaf, an dessen linkem Ufer wir in einem 
Talkessel unser Nachtlager aufschlugen. 

V 

Von c attärat umm at-Tejrän nach radir al-Ginz. 

Die Kälte war recht empfindlich, doch durften wir der Gefahr 
wegen kein Feuer anmachen und so war unsere Nachtruhe sehr zweifel- 
i4. Juni haft. Wir waren froh, als um 4 Uhr 13 Min. aufgebrochen wurde. 
Auf den Kamelen sitzend, waren wir in höheren Luftschichten und 
mußten unausgesetzt Bewegung machen; dadurch wurde die Nachtkühle 
etwas erträglicher. Wir ritten immer im Tale in der Richtung SSW. 
bis 6 Uhr 40 Min., wo wir bei radir al-AVag die hier fast 1 km breite 
Talebene verließen, da wir die Richtung gegen W. nahmen. 

Die Landschaft dort ist eine wellenförmige, mit schwarzen Feuer- 
steinen bedeckte graue Swan -Wüste und steigt allmählich gegen W. 
an. Je höher wir kamen, desto aufmerksamer mußten wir die Um- 
gebung, insbesondere alle Steinhaufen auf den Gipfeln, beobachten. 

Um 9 Uhr 17 Min. waren wir an der Westgrenze Arabiens und 
zugleich auf der Wasserscheide angelangt, welche der von N. nach SSO. 
sich hinziehende as-Öefa'- Rücken, hier g. Morär genannt, 13 bildet. Wir 
stiegen hinter seinem höchsten Gipfel (Höhe 1140 m) von den Kamelen, 
um uns und unseren Tieren etwas Ruhe zu gönnen, auch konnten wir 
von da aus die Umgebung weit und breit im Auge behalten. 

. Im SSO., ungefähr 20km weit, zeigte mir Häjel den Anfang des 
al-Radaf, bei dem in der Richtung 33° das Schloß at-Tüba liegt. Süd- 



1901. 



311 

lieh von dem blendend weißen Hügelzuge al-BegV, der die Radaf-Ebene 
gegen O. abgrenzt, zieht sich das w. äl- Awbeh hin, welches durch eine 
ähnliche Hügelkette, namens g. er-RW, von dem w. al-BAjer getrennt 
wird. 

Westlich vom g. Morar dehnt sich eine weite Ebene aus, welche 
in der Richtung 320° am Horizonte von Hscm Matrük geschlossen er- 
scheint. Südlich davon in der Richtung 310° erheben sich auf der Ebene 





Fig. 143. Kusejr al-Msejis. Situationsplan. 



isolierte Hügel as- Seisei, zwischen denen das Tal at-Twej gegen NW. 
läuft. Westlich von Seisei ragen in der Richtung 280° mehrere Kegel 
as-Sakärät empor. Am Westfuße des al- Morar heißt auch die Ebene 
al-Morär, weiter kä c an-Naka' und in der Fortsetzung al-Hafire. 

Ihre Gewässer fließen gegen NW. und vereinigen sich im w. al- 
Hafir, das sich nordöstlich nahe von al-Kutrani erstreckt und in das 
w. el-Mheres, el-M6geb einmündet. Zwischen dem w. al-Hafir und w. es- 
Sultani wird die Ebene gegen W. durch den Hügelzug g. ad-Dabba 
begrenzt, von dem sich südlich am linken Ufer des w. as-Sultani die 
Hügellandschaft rist al-Atäwel ausdehnt. 



15. Juni 
1901. 



312 

Bei einer Temperatur von 41° C wurde es allmählich so schwül, daß 
wir kaum atmen konnten und deshalb um 12 Uhr 31 Min. aufbrachen 
in der Hoffnung, uns durch den infolge der Bewegung entstandenen 
Luftzug ein wenig zu erfrischen. Wir folgten dem Tale as-Swemri in 
der Richtung 239° und erreichten bald die Ebene kä c an-Naka c , wo 
wir nach zweistündigem langsamen Ritte die ersten weidenden Kamele 
der Shür antrafen. Um 2 Uhr 38 Min. lenkten wir gegen NW. ein 
und folgten in scharfem Ritte dem rechten Ufer des w. al-Hafir. 

Nachdem wir über eine Stunde durch eine öde und nackte Kalk- 
ebene geritten waren, gelangten wir an den Fuß der ersten Sakra-Kuppe 
und trafen dann auf zahlreiche, von NO. kommende Reiterabteilungen, 
welche uns erzählten, daß man nördlich bei Höem Matrük einen Razw- 
Trupp gesehen habe, der jedoch heute verschwunden sei. 

Um 5 Uhr 5 Min. passierten wir am westlichen Fuße eines Sakra- 
Hügels eine kleine Ruine mit einem festen Baue, kerijat al-Hafire ge- 
nannt, 14 in deren Umgebung Überreste vieler niedriger Mauern auf ehe- 
malige Gärten und Weinberge schließen lassen. Westlich von der Ruine 
ist eine natürliche, künstlich erweiterte Senkung, die vom letzten Regen 
her noch voll Wasser war; sie heißt radir al-Hafire. 

Nachdem wir den Durst gelöscht hatten, ritten wir zu einem west- 
lich vom Wasser aufgeschlagenen Lager der Shür, wo wir übernachteten 
(Höhe 900 m). 

Am nächsten Morgen sättigten wir uns mit Kamelmilch und dann 
ging es um 4 Uhr 39 Min. in südlicher Richtung zuerst durch die Ebene, 
später, von 5 Uhr 2 Min. an, durch die wellenförmige, gegen N. ab- 
fallende Landschaft al-Mutrammalät, deren Fortsetzung im NW. Wdijät 
al-Hamd und im SO. ar-Rumejlat (auch er-Rumejtat) bilden. 

Die Gegend ist unfruchtbar und öde, nur die seichten und breiten 
Täler waren mit wenigen Perennen und zahlreichen 2elu-Pflanzen be- 
standen. Da unsere Kamele sehr hungrig waren, hielten wir um 6 Uhr 
13 Min. an, um sie weiden zu lassen, und erst um 7 Uhr 32 Min. setzten 
wir unseren Ritt wieder fort, indem wir mehrere Täler durchquerten, 
die insgesamt in nördlicher Richtung in das w. el-Hafire einmünden. 

Um 8 Uhr 42 Min. erstiegen wir eine Hügelkette, die von SO. 
nach N. streicht und die Wasserscheide zwischen dem w. al-Hafire und 
w. as-Sultäni bildet. Die Landschaft ist eine graue Swän- Wüste, mit 
schwarzen Feuersteinen bedeckt, von seichten, nach SSW. gerichteten 
Tälern durchzogen, und heißt g. at-Twejfha. Hier erblickten wir zum 
ersten Male den hohen turmartigen Gipfel Twil Shäk, den bisher noch 



313 

niemand erstiegen hatte. Dann schlugen wir die südwestliche Richtung 
ein und ritten durch die Täler as-Saharijat ; welche sich mit dem w. el- 
Msejis vereinigen. 




Fig. 144. Kusejr al-Msejis. Grundriß. 



Das w. el-Msejis ; in das wir um 10 Uhr 42 Min. gelangten, ist ein 
200 — 300 m breites Talbett und mit einer hohen Kalkschichte bedeckt, 
auf welcher jedoch die 2elu-Pflanzen sehr gut fortkommen. Es kommt 
aus SO. aus dem g. al-Ka'ade und verbindet sich im NW. am Südfuße 



314 

der Bodenwelle Dejkat al-Kuträni mit dem Tale as-Sultäni. Das linke 
Ufer des w. al-Msejis steigt ziemlich steil zu einem grauen, unfruchtbaren 
Hochplateau hinan, auf dem wir um 11 Uhr die Anlage kasr al-Msejis 
erreichten. 

Diese Anlage besteht (Fig. 143) aus einem festen Hofe, einem 
Wartturme und einigen Zisternen. 

Der feste Hof (Fig. 144) ist 36 Schritte lang, 34 Schritte (Rich- 
tung 232°) breit; seine Mauern sind 1 — 2m stark. Alles ist gänzlich 
zerstört und in Hürden verwandelt, sodaß man die innere Einrichtung 
kaum feststellen kann. Bei der Südecke der Ostmauer scheint ein Tor 
bestanden zu haben. An der Südwest- und Nordwand waren 8 Schritte 
im Geviert messende Kammern angelegt, die durch 0*56 m starke Mauern 
getrennt waren. Vor der Nordmauer standen noch einige andere Gebäude. 

Von der Südwestecke dieser Anlage sieht man in der Richtung 
242° die Nordostecke des Turmes. Auf ihn zugehend, gelangt man 
nach 86 Schritten zu einem seichten Wasserbette, in dem sich etwa 
50 Schritte nordöstlich drei halbverschüttete Zisternen befinden. Ihre 
Offnungen haben die Form eines Viereckes von 0*9 m Länge und O'l m 
Breite. Nach weiteren 116 Schritten erreicht man den Turm. 

Dieser steht in der Südostecke eines von einer 08 m starken 
Mauer umgebenen, 34 Schritte langen (N. — S.) und 29 Schritte breiten 
Hofes. Der Turm ist 16 Schritte lang und 12 Schritte (Richtung 90°) 
breit; seine Mauerstärke mißt Im. 

Von da sahen wir in der Richtung 173° Twil Shak und in der 
Richtung 236° Hala'-t-Tawlänijje. Wir wollten nach kasr al-Bäjer. Da 
jedoch Herr Mielich stark fieberte, mußten wir unseren Plan ändern 
und trachten, sobald als möglich in sichere Gebiete zu kommen. 

Deshalb nahmen wir um 1 Uhr 8 Min. die Richtung 248° durch 
die wüste, gegen W. geneigte Ebene ad-Desise, die vom w. abu Kräse 
durchzogen ist und noch zum Wassergebiete des w. as-Sultäni gehört. 

Dieses lange und bei den Oststämmen hoch angesehene Tal führt 
im Beginne den Namen w. al-Kubu c , das wir um 3 Uhr 50 Min. in 
SW.-Richtung erreichten. Der Kopf des w. al-Kubü* liegt im SSO. im 
Gebirge g. Hgänagem. Nach dem Austritte aus dem Gebirge nimmt es 
direkt die Hauptrichtung von 0. nach W. durch eine ziemlich breite 
Ebene, wendet sich jenseits am Fuße der Bodenwelle al-Hafra nach N. 
und bricht sich südlich von al-Kuträni zwischen den Hügeln rist al- 
Atäwel und al-Jäbes Bahn, worauf es dann die nordwestliche Richtung 
einschlägt. 




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bß 



316 

Es bildet die natürliche Ostgrenze des alten Moab; 15 durch die 
Ebene an seinen Ufern führt ein bequemer Weg, der für die wandern- 
den Beduinen die bequemste Verbindung zwischen S. und N. herstellt. 
Von unserem Platze aus konnten wir seinen Lauf sowohl gegen 0. als 
gegen W. sehr weit verfolgen. 

Im W. ziehen sich von N. nach S. hohe, ziemlich steil in die 
Ebene abfallende Höhenrücken ; die nur eine Unterbrechung zwischen 
rist al-Hafra und g. er-Rweha aufweisen. Al-Hafra senkt sich gegen das 
w. el-Hsa, das einem tiefen, scharfen Einschnitte gleich, weit im W. 
sich verliert, steigt aber jenseits als g. er-Rweha wieder an, bildet eine 
mächtige Masse und verläuft dann südwestlich in der Steppe, aus der 
nur die einzelne Kuppe g. al-Asmar emporragt. 

Nordöstlich von g. al-Asmar zieht sich in der Richtung OSO. die 
hohe, steile, unübersteigbare Wand des g. aba-l-'Awafi hin und dahinter 
fällt die eigentümliche Form des Berges Twil Shäk ins Auge. 

Von ihm erstreckt sich als grünes Band zwischen g. aba-l-'Awäfi 
und dem obengenannten Gebirge die breite und tiefe in el-Hsa ein- 
mündende Senkung aba-1-Kerät. Dort erblickten wir um 5 Uhr 13 Min. 
weidende Kamele, auf die Hajel und ich, weil wir die schnellsten Tiere 
hatten, so rasch als möglich zuritten, um von den Hirten zu erfahren, 
wo der Fürst Talal sich befinde. Im Lager, wo wir gestern übernachtet 
hatten, wußte man nur, daß er demnächst al-Gafar verlassen und sich 
nach Norden begeben werde. Da aber das Gebirge aba-l-'Awäfi keinen 
Durchgang gewährt, so mußte er es, falls er, seiner Absicht gemäß, 
bereits nördlichere Weideplätze bezogen hatte, östlich oder auf der be- 
quemeren Straße westlich umgangen haben. 

Die Hirten, zu denen wir um 6 Uhr 2 Min. gelangten, teilten 
uns mit, daß er den östlichen Weg gewählt und sein Lager bei radir 
al-Ginz aufgeschlagen habe. Wir winkten unseren Gefährten, welche 
uns langsamer folgten und ließen, nachdem sie uns eingeholt hatten, 
unsere Kamele tüchtig in der SSO. -Richtung ausgreifen. Nach einer 
halben Stunde erreichten wir mitten im Tale eine weiße Bodenwelle — 
und da entrollte sich vor unseren Augen ein prächtiges Bild. Von den 
Strahlen der untergehenden Sonne überflutet, breitete sich vor uns eine 
schöne, von hohen, roten Wänden abgeschlossene und grün bewachsene 
Ebene aus. Das Sonnenlicht brach sich an den roten Wänden, sodaß 
ihre Ränder und Kanten wie von tausend Flammen übergössen erschienen 
und von einer tiefglühenden Aureole umgeben waren. Weiter im SO. 
ragte der hohe Shäk zum Himmel und sein blendend weißer Kopf schien 



317 

in der dunkelblauen Luft zu brennen. Violette Luftstreifen schwebten 
wie ein Schleier über der grünen Ebene und uniwoben eine Unzahl von 
schwarzen Zelten verschiedener Größe, die aus der grünen Umgebung 
hervorlugten. Die kleineren schmiegten sich im weiten Umkreise wie 
verschämt aneinander, wogegen die größeren ansehnliche Reihen bildeten, 
sich aber auch aneinanderzudrängen schienen, um den größten recht 
viel Raum zu überlassen. Die längsten standen stolz jedes für sich da 




Fiff. 146. Kadir al-Ginz. 



oder waren höchstens von einigen kleineren begleitet, die aber sichtlich 
nur ihre Fortsetzung bildeten. Und vor und zwischen den Zelten wogten 
unabsehbare, meist weiße Scharen von Kamelen, sodaß es schien, als 
müßten sie alle Zelte überfluten. Sie drängten gegen die Mitte der 
Ebene, wo in einer tiefen Senkung Regenwasser angesammelt war. Dies 
war der radir al-Ginz (Fig. 145, 146). Hier stiegen wir um 6 Uhr 
48 Min. ab. 

Nach zweitägigem Aufenthalte in dem gastlichen Zelte des Fürsten 
Talal verließen wir die Wüste und unternahmen eine Forschungsreise 
nach dem alten Edomiterlande. 



318 

1 Vgl. Kusejr 'Amra, S. 75 ff. 

2 Erinnert an die DTT Gen. 14 5; wird erwähnt von C. Ptolemaeus (Geographia 
5 16, ed. C. Müller, p. 998): Z£« 68° 45' —31°. 

An der südlichen Außenwand befindet sich folgende Inschrift: 

f 'Etci <J>Xaßiou IlauXou ivSoijoraTou 
oou/.o'?, a7iou8rj üsrpou 

XataxporocTou Xpiaroyovou dvOuTcarou 
rcsptTSTetyiaTat eious t8' ivBixtCojvos 6' 

Vgl. Brünnow, 1. c, S. 94. 

At-Tabari, 1. c, II, S. i vos: J.a\ ^ ^>J\ j,s ? ^ ^*ki J^fi J^ yt^ O^.? 

i^äJljo^ ? b\ Ä.XXj Ajiii <*J J^*£ J^f^-J «^ er* j^"° er* <?- ä ^t13 ^*^* ÄJoLoJ\ 

Abulfeda, 1. c, S. r£V: L^-U ÄJLä^ 5^ ^Jlc \j»y ISj* ^Uio qU£_j- 

Ihn Batüta, I, S. 255: (Die Pilger, J. 1326) d6y> J\ ^r^> (^-^ £,*) 

Quatremere, Hist. d. sult. Maml. par Makrizi I, S. 83, 98; I 2, S. 38 et passim. 

3 Vgl. Fr. Wickhoff, Erklärung der Tafeln (Kusejr 'Amra), S. 209 ff. 

4 Wickhoff, 1. c, S. 211. 

5 1. c, S. 210. 

6 1. c, S. 209. 

7 1. c, S. 210. 

8 1. c, S.211. 

9 E. Hieronymus, De situ et nominibus, 1. c, c. 956: „Matthane, quae nunc di- 
citur Masechana. Sita est autem in Arnone, duodecirao milliario contra orientalem 
plagam Medabus." Die Lage dürfte entsprechen und der Name selbst weist einige 
Ähnlichkeit auf, denn Sicer = Seker = Seken ■ — Ma-Sechana. 

10 Num. 21 17: ünttf HllBn "liC. 

11 In al-Mdejjene am at-Tamad j^*JÜ\ ( Jlc ÄJoj^J\ sehe ich die biblische Ort- 
schaft mxn (Num. 21 16) und D^X 1XS (Jes. 15 8). Es ist dies der einzige Ort nörd- 
lich vom Arnon, wo das Wasser auf die in Num. 2116—18 beschriebene Art zum Vor- 
schein kommt. At-Tamad spezialisiert die Bedeutung des hebräischen IXS und die 
hier wachsenden Terebinten berechtigen zu der Benennung Ü^X. 

12 'Abdalrani, 1. c, fol. 174: (Auf dem Wege von al-Kuträni nordwärts) UUloy 

Lo^io\ ^.j* . . . 0UU0 £i.\ ^\ o^UJ\ $s? <^s ^r-y^ £^3 E^*^ ^® f 2 *"*!^ 

.(Ziza oder al-Msatta) *ULLJb ^***^J\ \jJ^\ j^U 

13 Ibn Hawkal, 1. c, S. 1 v : ÄJo \ ^ . . . «^—yOl jb > >j J^. J^U^ä. ^X3\ X» 



319 

14 Notitia Dignitatum, ed. Otto Seeck, Berolini 1S7G, p. 81. „Sub dispositione 
uiri spectabilis ducis Arabiae: Cohors tertia felix Arabum, in ripa Uade Afaris fluvii 
in castris Arnonensibus." 

15 Num.2i u. i2 : ninao 3xi& ^^ m bv ipk 13103 d-isih "vi iani niaiKö wdi 

.111 bnsn i:m iro3 dpe : wawn 

Deut. 2 8 : 3N1& 131)3 -pl 13231 |S31. 
Deut. 2 13 : Hl bn3TlK 33^ 113*1 löp inj?. 
Deut. 2 18 : Ijrnx 3X13 bl33"nX Dl\1 13* inK. 

Zared Zapst, ZapsO, hat mit der Südgrenze Moabs nichts zu tun. Die Israeliten 
befinden sich nach Num. 21 H- 12 schon in der Steppe östlich von Moab, sollen nach 
Deut. 2 13 die Karawanenstraße, welche von Moab in die Steppe führt, benützen, um 
sich dem angebauten Gebiete c Ar der Moabiter zu nähern. Dann bildet Zared im 
Osten oder besser im Südosten Moabs die äußerste Grenze des angebauten Gebietes 
und dürfte wohl mit wädi es-Sultäni identisch sein, denn dieses wird bis heute als 
die äußerste Ostgrenze des Gebietes von el-Kerak angesehen, welche Stadt nur die 
Nachfolgerin von c Ar-Areopolis ist. Die D' , 13J71 "V sind niedrige Steinhaufen, welche 
in der flachen, von seichten, aber bröckligen Wasserrinnen durchquerten Wüste die 
bequemsten Übergänge andeuten und bei einigen Stämmen den schönen Namen Sams 
at-tarik, ^>.kJ\ i y*^£) Sonne des Pfades, tragen. E. Hieronymus, De situ..., 
c. 909: „Ahic quae et Achalgai; pro hoc Symmachus interpretatur, in collibus. Est 
autem e regione quondam Moab, nunc Areopoleos ad orientalem plagam". 



III. 



Von al-Ajna über Nahl nach al-Hanacen. 

29. Juni Der römischen Straße aus dem w. Musa gegen N. folgend, ge- 

langten wir am 29. Juni 1901 um 3 Uhr nachmittags zum Bache al-Hsi 
(Höhe 470 m). Die Talmulde ist nur 40— 70 m breit, mit Schilf, Oleander- 
und Tarfa'- Gebüsch bewachsen. Der Bach führte derzeit nur wenig 
Wasser, aber in der Regenperiode scheint das Flußbett, soweit man den 
Überschwemmungen nach urteilen kann, unpassierbar zu sein. 

Um 4 Uhr 8 Min. verließen wir das Tal und erstiegen am rechten 
Ufer des sejl er-Rtege eine kleine humusreiche Terrasse, die, dem nörd- 
lichen steilen Abhänge vorgelagert, 150 — 200 m über der Talsohle liegt 
und ziemlich eben ist. Sie wird von vielen schwächeren Quellen bewässert 
und von den Na'emät-Fellähin, welche al- c Ajna bewohnen, bebaut. Die 
kleinen Felder waren umgeackert und stellenweise mit Dura und Tabak 
bepflanzt; der Boden war so naß und weich, daß unsere müden Tiere 
kaum vorwärts konnten. Weil sie fort und fort ausglitten, wollten sie 
nicht weiter. Das Kamel des Herrn Mielich warf sich sogar nieder 
und mußte, nachdem wir es mit aller Mühe wieder auf die Füße ge- 
bracht hatten, geführt werden. 

Um 5 Uhr waren wir auf der Terrasse und einige Minuten später 
standen wir vor dem Dorfe al-'Ajna, das außerhalb des Humusbodens 
auf felsigem Terrain gelegen ist (Höhe 675 m). In Ruinen eingebaut, 
besteht es aus 14 Hütten und einigen Getreidelagern; sein Klima ist 
ungesund, weil fiebererzeugend. So ist es bei den Beduinen sehr ver- 
rufen und wird von ihnen gemieden, ein Umstand, der seine Bewohner 
vor so manchem räuberischen Überfalle sicherstellt. 

Nordöstlich vom Dorfe entspringt aus der Felswand die sehr starke 
Quelle c ajn al-Jehüdijje, zu der ein alter Felsenweg vom Plateau herab- 
führt. Eine zweite starke Quelle findet sich westlich von dem Dorfe 
bei der Ruine hrejbet el-Mrejsel. 



321 

Hinter dem Dorfe steigt das felsige Terrain der nördlichen Tal- 
seite, die schluchtartig durchschnitten ist, 150 — 200 m zu einer Terrasse an, 
um dann sofort in eine schroffe, ungefähr 200 m steil ansteigende, schein- 
bar unerklimmbare Felsenwand überzugehen. Die alte im Humusboden 
verschüttete Straße tritt in der Nähe des Dorfes wieder zutage und 
windet sich in zahlreichen, oft geschickt unterbauten steilen Serpentinen 



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Fig. 147. Dät-Räs. Kapitale. 



durch den Einschnitt nakb al-Ksuba zum nördlichen Hochplateau hinauf. 
Wir mußten unsere Kamele führen, weil die anbrechende Dunkelheit 
und die vielen abgerutschten Felsblöcke, die auf der Straße lagen und 
den Weg versperrten, den Aufstieg gefährlich machten. 

Ganz erschöpft erreichten wir um 6 Uhr 50 Min. die Hochebene 
(Höhe 1085 m), welche fast bis zu ihrem Rande urbar ist. Weil wir 
hier weder Brennmaterial noch Weide für unsere Tiere fanden, lagerten 
wir ohne Feuer und ohne Abendessen zwischen dem doppelten Ji. as- 
Skera und dem westlichen h. al-Ksuba. 

Musil. Arabia Petraea. I. Moab. 21 



322 

o. Juni Nach einer sehr kühlen Nacht brachen wir am nächsten Tage um 

1901. ° 

5 Uhr 34 Min. auf und ritten auf der alten Römerstraße in der Rich- 
tung NNW. gegen h. Dät-Räs, an dessen Südabhange, knapp an der 
Straße, eine gut erhaltene Ruine steht, die wir um 6 Uhr 40 Min. er- 
reichten. 

Es ist das ein viereckiger Bau von der Südseite her zugäng- 
lich, in der noch zwei Nischen erhalten sind. An der Innenseite der 
Nordwand befindet sich eine ähnliche, aber bedeutend größere Nische. 
Die Mauern sind überwölbt und hatten wahrscheinlich ein flaches Stein- 
dach. Der ganze Bau macht den Eindruck einer kleinen Tempel- 
anlage. Nordwestlich davon auf der abgeflachten Kuppe des h. Dät-Räs 
stand die eigentliche Stadt, in deren ziemlich ausgedehnten Ruinen man 
in der jüngsten Zeit neuerdings Wohnungen und Getreidekammern er- 
richtet hat; dadurch verschwand so manches, was bei meinem ersten 
Besuche am 1. September 1896 noch gut erhalten war. Trotzdem ist 
noch vieles vorhanden, was einer eingehenden Untersuchung wert wäre, 
wie schön erhaltene Kapitale (Fig. 147), Säulen, verzierte Türpfosten 
usw., die in Menge herumliegen. Da ganze Gebäudekomplexe in ihren 
Fundamenten unschwer bloßzulegen wären, so hätte man verhältnis- 
mäßig leichte Arbeit, von der ganzen Anlage ein deutliches Bild zu 
zeichnen (Fig. 148). 

Ihre hohe Lage inmitten einer ausgedehnten fruchtbaren Ebene 
erinnert stark an Mädaba; der Gesichtskreis ist hier aber unvergleich- 
lich größer und die Aussicht schöner als dort. So sieht man weit im 
SO. Twil Shäk; mit seiner glühend roten Spitze, nachher fast südsüd- 
westlich die schwarze Kuppe des Dabbet es-Sarbüt und im SW. die 
grauen Massen des g. Zobar. Im W. versperren niedrige Hügel die 
Fernsicht, ebenso gegen N., aber im NNO. und NO. sieht man weit 
auf die Kuppen des Hügelzuges al-Batra, abu Rucbe und zmejlet el- 
c Akeli. Bis zum Fuße des g. al-Batra dehnt sich eine fruchtbare, wellen- 
förmige Landschaft aus, die im S. von den Hügeln Kfejkef und im 0. 
von dem zmejlet es-Sarr abgeschlossen wird. 

Südlich von Dät-Räs fließt das Regenwasser dem Bache el-Hsa zu, 
nördlich ist die Ebene gegen 0. geneigt und führt ihr Wasser im Tale 
as-Serma dem radir al-Abjad und mit diesem dem mächtigen es-Sul- 
täni zu. 

Um 7 Uhr 12 Min. ritten wir fast genau gegen N., kreuzten nach 
16 Min. das w. as-Serma, hatten um 7 Uhr 43 Min. links einen Turm, 
bogen gegen NNO. ein und erreichten um 7 Uhr 57 Min. h. umm 



324 

Hamät (Höhe 1050 in). Es liegt auf dem Rücken einer mäßigen, von 
AV. nach O. gerichteten Bodenwelle, deren Ostende von einem befestigten, 
rechteckigen Lager — einem jüngeren Baue römischen Ursprunges — 
gekrönt wird. Seine Mauern, welche die Richtung von S. nach N. 
haben, messen 50, die von W. nach O. 100 Schritt und sind sehr stark. 
Im nordwestlichen Teile der Ruine ist ein Quaderbau ziemlich deutlich 
zu erkennen, dessen Anlage und Bauart auf sehr hohes Alter schließen 
lassen und der allem Anscheine nach Kultzwecken gedient hat. Von 
den übrigen Gebäuden ist nicht viel übrig, weil die Fellähin aus ihrem 
Materiale auch hier zahlreiche Hürden errichtet haben, in den Höfen 
Tabak bauen und in den Zisternen ihr Stroh aufbewahren. Nach 15 Min. 
ritten wir gegen NO. weiter und gelangten um 8 Uhr 47 Min. zu einem 
der ausgedehntesten Ruinenfelder dieser Gegend, zum h. Nahl (Höhe 
1040 m). 

Es bedeckt eine flache, kreisförmige Bodenwelle, die, gegen W. 
offen, eine kesselartige Senkung umgibt, welche durch Quermauern in 
Wasserbehälter eingeteilt und an den Rändern mit zahlreichen Zisternen 
versehen ist. Die eigentliche Stadt war auf dem nördlichen Teile der 
Bodenwelle gelegen. Auf der Südseite sieht man ausgedehnte, aus Qua- 
dern errichtete Grundmauern, die den Eindruck machen, als ob kein 
Bau zu Ende geführt worden wäre. Der östliche Teil der Bodenwelle 
trug die Stadtfeste und die Tempel. Manche Außenmauern sind aus 
behauenen Kalksteinblöcken ohne Mörtelverband aufgeführt, allein so 
fest zusammengefügt, daß man sich unwillkürlich an die Pyramiden 
Ägyptens erinnert fühlt. Mehrere Quadern sind 3*2 m lang, 0*75 m hoch 
und 0*6 m breit. Leider ist kein einziges Gebäude ganz, was den 
sicheren Eindruck erregt, daß der Ort gewaltsam zerstört worden sein 
müsse. Gründliche Untersuchungen und Nachgrabungen dürften gewiß 
lohnend sein. 

Die Umgebung ist sehr fruchtbar, besonders im SO., wo man in 
der Richtung 135° die mächtige Festung li. Mhajj sieht, und im S., wo 
Dät-Räs in der Richtung 195° liegt. 

Wir ließen unsere Kamele weiden, bereiteten unser Brot und ritten 
erst um 12 Uhr gegen NNO. weiter. Nach 19 Min. erreichten wir das 
w. Sirt el-Hejrän und at-Tarfawijjät, dem wir in nördlicher Richtung auf 
dem steinigen Abhänge des ras abu Hnuk folgten. Dann bogen wir 
auf dem Hügel Sirt el-Hejrän (Höhe 850m) gegen NO. in die breite 
Senkung ard el-Fegg oder Fegg el-.'Aseker. Sie erstreckt sich gegen 
SO., ist bei der Vereinigung mit der Ebene arql el-Mesann gegen 2 km 



325 




breit und bildet die bequemste Verbindung von el-Kerak mit der Pilger- 
straße. 

An ihrer Westgrenze steht auf einer isolierten Kuppe die bereits 
erwähnte starke Festung el-Morejra, welche die ganze fruchtbare Land- 
schaft beherrscht und von el-Kerak gut sichtbar ist. 

Um 1 Uhr 38 Min. hatten wir Ij. el-Morejra links und betraten den 
g. abu Rucbe, wel- 
cher gegen 0. auf- 
steigt. Wir suchten 
das Lager der Shtir 
al-Fäjez, von denen 
wir wußten , daß 
sie in hafajer al- 
Hanacen ihre Ka- 
mele tränken; des- 
halb glaubten wir, 
sie im w. abu Rucbe 
oder im rist al-Ja- 
bes zu finden. 

Um 2 Uhr 
15 Min. waren wir 
auf der Wasser- 
scheide von al-Fegg 
und w. abu Rucbe, 
wohin die tiefen 
und schmalen Tä- 
ler einmünden. Un- 
gefähr 100 m links 
standen kleine 

Wasserlachen, tainäjel, in einer tiefen Schlucht. Gegen NO. bot sich uns 
eine eigenartige Aussicht dar auf die weiße, durchwühlte und ungang- 
bare Einöde von hafajer al-Hanacen, welche zu den trostlosesten ge- 
hört, die ich je gesehen habe. Inmitten grauer Bodenwellen, die bei- 
nahe gar keinen Graswuchs zeigten, erblickten wir im NNO. etwa 6 bis 
1km entfernt ein kleines Lager, dessen schwarze Zelte sich von der 
kahlen, weißen Umgebung scharf abhoben. 

Wir beschlossen, am kser el-Hädem vorbei dorthin zu reiten, allein 
wir rechneten nicht mit den zu überwindenden Schwierigkeiten. Wie 
oft mußten wir absitzen, wie oft Umwege machen! Stellenweise war 



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Fig. 149. Hafajer el-Hanacen von Norden. 



326 

der Weg derart ; daß wir in steter Furcht waren, samt unseren Tieren 
mit dem losen Gestein in die Tiefe hinabzugleiten! Doch infolge der 
vorzüglichen Eigenschaften, welche die Beduinenkamele auszeichnen, 
vollbrachten wir diesen gefährlichen und lange dauernden Abstieg glück- 
lich und waren ohne Unfall um 4 Uhr 14 Min. unten im Tale al-Hanacen, 
dem wir dann nach NO. folgten. 

Da sich unter dem Gerolle in seiner Talsohle stellenweise Wasser 
befindet, suchen die Beduinen dieses Tal häufig als Tränkplatz für ihre 
Kamele auf. Das Flußbett ist nur 4 — 10 m breit und windet sich 
zwischen schneeweißen, senkrechten, 6 — 40 m hohen Wänden, weshalb 
es zur Regenzeit unpassierbar wird. Wiederholt stößt man hier auf 
5 — 8 m tiefe, schmale, schluchtenförmige Einsenkungen, die voll von 
grünem, stinkendem Wasser sind und Hanacen heißen. 

Nördlich von der Einmündung des w. abu Rucbe erblickten wir 
auf einer kleinen Ebene nahe vor uns das gesuchte Lager, zwischen 
dessen Zelten 'Abtän das seines Vaters, des Fürsten Taläl, erkannte. 
Erstaunt darüber, hier den Fürsten zu finden, ritten wir eilig auf das 
Lager zu, wo man uns inzwischen auch erkannt hatte, und stiegen beim 
Zelte Häjels ab. 

Unser Empfang, an dem sich das ganze Lager beteiligte, war 
überaus herzlich; alles drängte sich herbei, Umarmungen und Küsse 
wurden gewechselt und ein jeder wollte uns in seinem Zelte zu Gaste 
haben. Die dunklen Augen des Fürsten strahlten von aufrichtiger 
Freude, daß wir alle wohlbehalten angekommen waren, und mit be- 
wegten Worten dankte er Gott dafür, daß Er uns alle Gefahren glück- 
lich hatte überstehen lassen. 

Der Fürst war als Schiedsrichter und Friedensstifter hier. Einige 
Mgälje von el-Kerak hatten einen Sahari-Hirten ausgeraubt, wofür wieder 
die SJiür ein Lager der Mgälje überfielen, einige töteten und deren 
Habe als Beute wegnahmen. Die Mgälje wendeten sich an den Mu- 
tasarref von el-Kerak um Hilfe, der dann den Fürsten Taläl ersuchen 
ließ, den Streit zu schlichten. Um Kerak näher zu sein, schlug dieser 
mit seinen nächsten Verwandten sein Lager hier oben am rechten Ufer 
des w. al-Hanacen auf, im Gebiete der ihm tributpflichtigen Hegäja. 
Unten im Flußbette waren zahlreiche Wasserlöcher (Fig. 149), die man 
graben mußte, um die weit im 0. weidenden Kamele tränken zu können. 

Den nächsten Tag wollten wir ethnographischen und künstlerischen 
Studien widmen, allein wir kamen nicht dazu, weil wir von der Kranken- 
pflege gänzlich in Anspruch genommen wurden. 



1901. 



327 



Von hafäjer al-Hanacen über el-Mdejjene und 
Dibän nach Mädaba. 

Am nächstfolgenden Morgen verließen wir das Lager mit den 2 - Juli 
Frauen, Kindern und Sklaven, die sich zu ihren Feldarbeitern östlich 
von Mädaba begeben sollten. Wir folgten dem w. al-Hanacen und e(J- 
Dejka bis zu seiner Vereinigung mit as-Sultäni, das wir um 7 Uhr 
30 Min. erreichten. 




Fig. 150. Nakb el-Haraze von Norden. 



Nun erstiegen wir auf dem alten Kuträni-Wege seinen rechten 
Hang gegen 0. und bogen um 7 Uhr 48 Min. in die Richtung 20°. 
Wir ritten durch eine öde, mit schwarzem Gestein bedeckte Kalkwüste, 
die von seichten breiten Tälern durchquert wird, von denen wir das 
w. Aweset oder Wäset um 8 Uhr 12 Min. kreuzten. Auf höher ge- 
legenen Punkten sieht man hier kleine Türme, welche von den Siiür 
rgüm Risän genannt werden. Um 9 Uhr 13 Min. gelangten wir in das 
w. el-Mdejze, das hier das aus NO. kommende w. ez-Zakkäf aufnimmt. 
Vor der Mündung steht ein großer Turm, namens el-Mikhaz. 

Auf der rechten Seite des w. el-Mdejze, das die Fortsetzung des 
Tales el-Hafir oder el-Hafire und as-Swemri bildet, zieht sich gegen N. 



328 

fast bis zum w. Sa'ide jg. Sbejbän, der uns die Fernsicht abschloß; er 
ist im W. vom w. ez-?akkaf, im 0. von dem wdej as-Ska* begrenzt 
und geht dann in die Hägg-Ebene über. 

Um 11 Uhr 13 Min. hielten wir bei ksür Bsejr an und ritten dann 
um 1 Uhr auf der alten Straße gegen NO. weiter, sahen links den Turm 
kser el-JJädein und um 1 Uhr 29 Min. westlich kser aba-1-Hrak. Um 
1 Uhr 45 Min. erreichten wir die Wasserscheide des w. Afekre und 




Fig. 151. Hirbet el-Mdejjene. Situationsplan. 



Sajide und gelangten um 2 Uhr 8 Min. zum kasr el-Haraze an der Ver- 
einigung des w. el-Haraze mit as-Swemi (Höhe 600 m), 

Wir befanden uns jetzt im Passe nakb al-Haraze (Fig. 150), der, 
weil für eine größere Abteilung schwer passierbar und zur Regenzeit 
überhaupt unzugänglich, leicht zu verteidigen ist. Der Aufstieg auf die 
nördliche Ebene am rechten Ufer des w. al-Haraze ist künstlich an- 
gelegt und wird oben vom kasr ed-Dirse (Höhe 720 m) geschützt. Auf 
der Hochebene angelangt, setzten wir unseren Ritt bis zu der alten 
Römerfestung kasr et-Trajja fort, bogen dann um 3 Uhr nach WSW. 



329 



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und erreichten um 4 Uhr 2 Min. ];. et-Mdejjene l (Höhe 670 w). Dies ist 
der Name der auf einem Vorsprunge der Küra-Hochebene gelegenen 
Stadt (Fig. 151). Im N., NO. und W. ist sie durch die 170 m tiefe 
Schlucht des w. Sälije und im S. durch die noch tiefere Schlucht des 
w. Sa'ide abgegrenzt. Nur im 0. stellt ein 4 — 8 m breiter Felssattel 
die Verbindung mit der Hochebene her. Diese senkt sich zum Sattel 
um etwa lbm, sodaß man nur sehr schwer hinabgelangen kann. Der 
Sattel zeigt seiner ganzen Länge (etwa 100 Schritte) nach Spuren von 
zwei ungefähr 2 m voneinander parallel laufenden Mauern, welche stellen- 
weise durch Quermauern verstärkt und gestützt waren. 

Am Südende des 
Sattels hebt sich das 
Massiv um 10 m und 
bildet die Fläche, welche 
die Reste jener alten 
Stadt trägt. Ihre nörd- 
liche Umfassungsmauer 
ist 1*2 m stark. 66 Schritte 
von der Nordecke ent- 
fernt liegen in der Rich- 
tung gegen SO. die Reste 
eines größeren Baues 
und 76 Schritte weiter 
steht man am Rande 
einer abgestürzten Fels- 
wand. Die Blöcke der 
einstigen Umfassungs- 
mauer hängen daselbst wie in der Luft, denn der Fels wurde durch ein 
Erdbeben zerrissen und infolgedessen stürzte seine südliche Hälfte in 
die Sa'ide-Schlucht hinab. 

Kehrt man nun zur Nordecke zurück und folgt der Westmauer 
in südwestlicher Richtung, so gelangt man nach 120 Schritten zu einem 
festen Turme und sieht 14 Schritte östlich von demselben eine ein- 
gesunkene Fläche von 10 Schritten Breite und 44 Schritten Länge mit 
zahlreichen Mauerresten und einem Risse bis zur Südhälfte. 

12 Schritte südlich bemerkt man eine Quermaüer von W. nach 0., 
die, obwohl auch ihre Osthälfte abgerissen ist, dennoch 58 Schritte Länge 
mißt. Die Westmauer sowie die Überreste alter Häuser sind noch gut 
zu sehen. Im Nordabhange befinden sich etliche Höhlen, von denen 




Fig. 152. Hirbet 'Arä'er. Situationsplan. 



330 



3. Juli 
1901. 



einige durch Menschenhand entstanden sind. Östlich am Anfange des 
Sattels führt ein beschwerlicher Weg zur Quelle von Sa c ide hinunter. 
Am nächsten Morgen brachen wir in der Absicht auf, das w. Sälije 
in der NW.-Richtung zu durchqueren ; mußten aber, da dies Unternehmen 
nicht ausführbar war, von 4 Uhr bis 5 Uhr 37 Min. seinem linken 
Ufer in der Richtung NNO. folgen, um an einer geeigneten Stelle gegen 
NW. einbiegen zu können. Um 5 Uhr 52 Min. gelangten wir zum 
h. Salije, einer kleinen Ruine mitten in einer fruchtbaren Landschaft, 










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Fig. 153. Hirbet 'Arä'er. Der Turm von Norden. 



bogen gegen SW. ein, ließen um 6 Uhr 20 Min. den dreikuppigen Berg 
mit dem h. er-Ramma links und betraten darauf einen guten Weg, der 
uns gegen W. führte. 

Um 6 Uhr 42 Min. sahen wir rechts einen festen Turm, namens 
kasr Siken, und um 6 Uhr 50 Min. h. el-M§akkar oder es-Skera. Um 
7 Uhr kreuzten wir das tiefe w. el-Kattar, an dessen Ufern der gleich- 
namige Weg nakb al-Kattär zum w. es-Sfej hinabführt, und erreichten 
um 7 Uhr 39 Min. h. al-Jehün (oder el-Lehün), wie sein Name von den 
Shür ausgesprochen wird. In den Ruinen an der rechten Seite des 
gleichnamigen Tales waren einige Getreidespeicher neu errichtet und 
auf der linken Seite neben einem gut erhaltenen römischen Turme zwei 



331 

Zisternen gereinigt worden, lauter Anzeichen, daß der Ackerbau im 
Aufblühen begriffen ist. Im S. sieht man den tiefen Einschnitt des 
henw es-Säjeb, welches Tal von SSO. in den es-Sfej mündet. 

Um 8 Uhr 13 Min. verließen wir el-Lehün und ritten zwischen neu- 
angebauten Bodenflächen, die heuer infolge geringen Niederschlages aller- 
dings wenig Ernte brachten. Deswegen fanden wir auch bei 'Arä'er, 
wo wir um 9 Uhr 9 Min. anlangten, keine Tennen und die Besitzer der 
neuen hier errichteten Getreidespeicher meinten, daß man heuer kaum 
die Aussaat heimbekommen werde. 




Fig. 154. Hirbet 'Arä'er von Nordosten. 



c Arä c er 2 (Fig. 152, Höhe 750 m) liegt am Südrande der fruchtbaren 
Küra-Ebene, wo dieselbe in die um 600 m tiefere Mogeb-Schlucht abstürzt. 

Die Anlage besteht aus zwei Teilen, von denen der westliche 
kleinere die Reste eines festen Turmes und einige Höfe zeigt, während 
der größere östliche die Trümmer der eigentlichen Stadt umfaßt. 

Der Turm (Fig. 153), dessen Schmalseite in der Richtung 138° 
66 Schritte und dessen Langseite 72 Schritte mißt, ist in seinen unter- 
sten Außenmauern, welche aus großen, nur lose eingefügten Swan- 
Blöcken bestehen, über 2 m stark. Im Inneren sieht man mehrere 
Räume, deren Mauern mit Mörtel gebaut waren, aber derart zerstört 
sind, daß man den Grundriß nur sehr schwer verfolgen kann. 

In der Fortsetzung der Nordmauer läuft in nordöstlicher Rich- 
tung eine l'3m starke Mauer, welche gleich unter dem 8 m hohen Turm- 



332 

hügel ein breites Tor hatte, durch das man auf die uralte, ziemlich be- 
queme es-Sinine-Straße gelangen konnte. Die Straße führt östlich unter 
dem Turme zum Mogeb hinab und dann zwischen den Mögeb- und 
Skejfät-Bächen weiter hinauf auf die südliche Hochebene. 

Südlich von der Mauer und östlich von der Straße sieht man 
Grundmauern von mehreren viereckigen großen Räumen, die Karawanen- 
höfe gewesen sein dürften. 

Die eigentliche Stadt, die in einer flachen Senke der Hochebene 
ebenfalls am Rande der Mogeb-Schlucht in der Richtung 120° sich aus- 
breitet, ist derart zerstört, daß ich nicht imstande war, ihren Plan genau 
aufzunehmen. Außerdem bauten daselbst die Fellahm in allerjüngster 
Zeit etwa 10 Hütten und etliche Getreidekammern auf, wodurch auch 
die alten Grundmauern teilweise zerstört wurden (Fig. 154). 

Sehr bemerkbar sind in der Stadt wie östlich von derselben zahl- 
reiche birnförmige Zisternen, welche das Weiterkommen recht beschwer- 
lich machen. 

Die Feste von 'Arä'er beherrschte nicht bloß den Ort und den hier- 
her von N. kommenden Weg, sondern auch das tiefe und breite Tal 
el-Mögeb sowie auch den jenseits führenden Weg darb es-Sinine und 
den östlichen darb el-Kattän. 

Um 9 Uhr 40 Min. verließen wir 'Ara'er auf dem alten Wege, 
der zwischen Feldern an dem henw Sarb entlang nordwärts führt. Das 
Terrain ist wellenförmig und sanft gegen NNW. geneigt. Um 10 Uhr 
52 Min. hielten wir in einer flachen Senke, wo auf zwei breiten Kuppen 
die Ruinen von Dibän gelagert sind. 

Um 4 Uhr 10 Min. zogen wir wieder auf der Sultäni-Straße nord- 
wärts. Das steinige Terrain steigt eine kurze Strecke ziemlich steil 
und nimmt dann den Charakter eines Hochplateaus an. Der Römer- 
straße folgend, kreuzten wir um 6 Uhr das w. el-Wäle und schlugen 
um 7 Uhr 3 Min. im w. el-Hgaf unser Nachtlager auf. 
4 i90i U ^ m ^ ^ nr ^ rün setzten wir unsere Route fort und gelangten lang- 

sam reitend um 10 Uhr 13 Min. nach Mädaba. 



1 nj? Num. 22 36 : bm m bv nttfx sxi& tj?-^k impb an dj? 1 ?:: ns-o pbn yöttn 

blSn rttpa ^ÜX piX; dieses c Ar ist gemeint auch Num. 2128 : SKIfc ny pibSK ♦ ♦♦IMTO, 
und Jos. 13 9 : bn3rr*|irO 1ITX "W, 

E. Hieronymus, De situ . . ., c. 909: „Ar, locus vel oppidum Arnonae" ; c. 955: 
„Madian, urbs ab uno filiorum Abraham ex Chetthura sie vocata. Est autem trans 
Arabiam ad meridiem in deserto Saracenorum contra orientem maris Rubri: unde 



333 

vocantur Madianaei, et Madianaea regio. Legimus et filias Jobab soceri Mosis, filiaa 
Madian. Sed liaec alia civitas est 6jj.o>vu|j.o<; ejus, juxta Arnonem et Areopolim, cujus 
nunc ruinae tantummodo demonstrantur 1 ' ; ed. de Lagarde, p. 136 sq. 

In Isaiam 15 1, ed. Migne Patrol. lat. T. 24, c. 172: „Audivi quendam Areo- 
politem, sed et omnis civitas testis est, motu terrae magno in mea infantia, eadem 
nocte muros urbis istius corruisse". 

2 "un? Jos. 12 2 : pnx bnrns^-br -nrx njnr. 

Der Abstieg zum Arnon Jer. 48 20 : nyny r^W "03» ^ör TlT^K. 

E. Hieronymus, De situ . . ., c. 910: „Aroer, oppidum Moabitarum, quod situm 
est suj)er ripam torrentis Arnon ... Et ostenditur usque hodie in vertice montis 
illius: sed et torrens per abrupta descendens, in mare Mortuum rluit" ; ed. de Lagarde, 
p. 86, 212. 



IV. 



Von Mädaba über en~Neba J nach el-Mhajjet. 

Das Ziel dieser Route bildete das für die Bibel hochwichtige Nebo- 
Gebiet mit dem Berge und der Stadt Nebö. Als Führer diente uns 
Halil es-Swälhe aus Mädaba, der sich einen Belkäwi- Halbbeduinen 
mitnahm. 
*i™ 1 Am 8. Juli 1901 verließen wir um 5 Uhr früh Mädaba in der 

Richtung WNW. und gelangten über birket et-Träb auf die Sefa'-Straße. 
Dieser in nordnordüstlicher Richtung folgend, ließen wir h. c Afnän west- 
lich, h. Dejr oillih und kfer abu Bedd östlich und kamen in W. -Richtung 
zum krejbet Flamra 5 und dann in N.-Richtung zum h. Berdala. 

Dieses liegt auf dem felsigen Westabhange des oefä'-Rückens und 
zwar fast in der Mitte zwischen den Anfängen der Täler w. abu-n-Naml 
und w. el- c Afrit, die als w. ( ujün Müsa und asfal el-Knejjese den Sijära- 
Ausläufer begrenzen. Hinter Berdala schlugen wir die W. -Richtung ein 
und betraten um 6 Uhr 23 Min. das weltbekannte Gebiet von Neba\ 

Mit diesem Namen bezeichnen heute die Belkäwijje-Halbbeduinen 
das felsige und humusarme Terrain zwischen 'ujün Müsa im N. und 
w. Gdejd im S., welches den Übergang aus der fruchtbaren Hochebene 
zu der letzten Erhebung des Abfallrückens Sijära bildet, der mehr oder 
minder steile und nackte Abhänge in die Jordanebene hinausschickt, 
welcher er eben vorgelagert ist. 

Im NO. wird das Gebiet von Neba 5 durch tlä c ät es-Safa M begrenzt, 
im SO. durch das schluchtartige Tal w. el- c Afrit, gegen SW. durch tefet 
Hesa und im NW. durch den im W. vorgelagerten Rücken Sijära. 

Im allgemeinen wellenförmig und nach W. geneigt, fällt en-Neba' 
gegen N. mäßig steil zu den Quellen von c ujün Müsa ab, im S. aber 
geht es sehr schroff in eine Schlucht über, während es im WNW. 
durch einen tieferen Sattel mit Sijära verbunden ist. 

En-Neba 5 hat mehrere kuppenartige Erhebungen, von denen be- 
sonders zwei hervortreten. Die eine, sanft ansteigend und bei zentraler 



335 

Lage näher zu 'ujün Müsa gerückt, trägt eine bei 150 Schritt im Durch- 
messer haltende Plattform und ist von den Überresten einer niedrigen 
Mauer oder eines Steinwalles umschlossen. Ihr Südende krönen die 
Überreste eines kleinen Turmes, wie man solche auch heutzutage noch 
in Weingärten sehen kann; deshalb liegt die Vermutung nahe, daß die 
Plattform ehemals mit Weinreben, ihre Abhänge aber mit Oliven und 
Feigenbäumen bepflanzt waren. Ungefähr 350 Schritte südwestlich sieht 




Fig. 155. Hirbet el-Mhajjet. Situationsplan. 



man eine auch mit Mauern umschlossene Terrainwelle, die noch deut- 
licher den Eindruck eines ehemaligen Weingartens macht. 

Von der Plattform (Höhe 835 m) hat man eine Aussicht, die einzig 
in ihrer Art ist. 2 Auf zwei Seiten abgeschlossen, erweitert sich gegen 
SW., W. und NW. das tiefe Tal c ujün Müsa, hinter ihm erhebt sich 
ein hoher, terrassenförmiger Rücken, auf dem ein einzelner heiliger 
Baum steht, mit einer uralten Ruine, sagara und hrejbe as-Seh Grajel, und 
weiter gegen N. überblickt das Auge unzählige Hügel. Auch das hohe, 
von N. nach SO. abfallende, ziemlich gut bewachsene Gebirge von es-SaU 



336 

ist sichtbar. Durch einen tiefen Einschnitt, östlich von der deutlich 
wahrnehmbaren Festung von es -Salt, überblickt man einen Teil der 
bergigen Landschaft zwischen 'Ag'lün und Geras. Im NO. verdeckt der 
Hügelzug mit Hesbän, el-'Al und es-Sämec die Aussicht. Im 0. stört 
die Fernsicht der höhere Rücken es-Sefa', gegen S. und SW. dessen 
Westausläufer el-Kwejzijje und el-Maslubijje. Durch den Einschnitt von 
w. el-Ketüni = c ujün ed-Dib gewahrt man im SW. den tiefblauen Spiegel 
des Toten Meeres mit der am Ufer jenseits in Juda gelegenen grünen 
Oase c ajn Gedi und darüber in weiter Ferne die südlich von Hebron 
gelegenen Gebirge von Zif, Jutta und c Arad. Ferner sieht man gegen 
W. durch tefet Hesa und den Einschnitt von el-Knejjese die Nordhälfte 
des Toten Meeres, teilweise verdeckt durch den vorgelagerten Sijära- 
Rücken, dahinter das Westjordanland, das einer steilen, dreistufigen 
Wand gleicht, dann den Rücken des palästinischen Gebirges mit Betle- 
hem, Tantür und dem Olberge; auch die Jerusalemer -Vorstadt an der 
Jaffa- Straße und Nebi Samwil sind deutlich sichtbar. Weiter nördlich 
schweift das Auge über die Osthälfte des Efraim-Gebirges bis zur neb- 
ligen Jizre'el-Ebene. Das ansteigende Galiläa überblickt man fast ganz 
bis zum Libanon und der tiefen Senkung, welche zum Hernion reicht. 
Diese vom Jordan durchflossene Senke trägt im N. fast immer einen 
Dunstschleier, allein der Bdui erkennt noch ganz genau die Lage von 
Orten und Punkten, die von Bedeutung sind, wo ein ungeübtes Auge 
nichts mehr zu unterscheiden vermag. Folgt man mit dem Blicke der 
Jordansenke nach S., so sieht man wieder klarer die westlichen steilen 
und grünen Abhänge am See Tiberias sowie die ganze weite Jordan- 
ebene mit zahlreichen hell glitzernden Wasserläufen und die dunkel 
umsäumten Ufer des Flusses. Je weiter nach S., desto deutlicher wird 
das Bild und desto satter die Farben, bis schließlich am Toten Meere 
alles so klar und so nahe erscheint, daß man es mit Händen greifen 
oder in einem Sprunge erreichen zu können vermeint. Bei diesem herr- 
lichen Anblicke mag wohl den armen Bdui die Sehnsucht mit unwider- 
stehlicher Gewalt nach W. hinüberziehen, in jenes paradiesische Land, 
wo es Wasser im Überflüsse gibt, wo das üppige Grün nie zu vergehen 
scheint und wo er alles, dessen er zu seinem Glücke bedarf, reichlichst 
zu finden glaubt. Von dort kommt ja der Regen, der ihm Leben und 
Gedeihen bringt, sein Alles ist, von dorther weht um 4 Uhr nachmittags 
ein kühler Wind, der zur Sommerszeit die Hitze lindert und ihn mit 
neuer Tatkraft erfüllt, von dort kommt jener süße Traubenhonig, nach 
dem jedes Beduinenkind sich in seinen Träumen sehnt, dort gibt es 



337 



das ganze Jahr hindurch frische Milch und trockenen Käse, die beste 
Nahrung auf Kriegszügen und die unentbehrlichste Zugabe bei der Zu- 
bereitung von Fleisch . . . 

Die einzige größere Ruine im Gebiete von Neba' ist h. el-Mhajjet, das 
in der Richtung 191° auf seinem Ausläufer über der Schlucht el-'Afrit liegt. 

Wir brachen auf, um es zu besichtigen. Nach 5 Min. betraten 
wir einen alten Weg, der von NO. zu el-Mhajjet führt, nach weiteren 
8 Min. kreuzten why einen Weg, der zum tef et Hesa und Sijära leitet, 




Fig. 156. Hirbet el-Mhajjet. Die Felsengräber von Osten. 



nach weiteren 4 Min. waren wir wieder auf einem alten Wege, auf dem 
man von 0. gegen SSW. zur Quelle 'ajn Gdejd gelangt, und standen 
bereits an der Nordgrenze der Anlage von el-Mhajjet. Der Weg, dem 
wir gefolgt waren, führt am Westabhange des gegen S. gerichteten 
Gebirgszweiges, der im 0. und W. von seichten Tälern umgeben ist, 
die jedoch von dem Gdejd-Wege an zu wahren Schluchten werden und 
in das noch tiefere, von O. nach W. sich erstreckende w. el-'Afrit ein- 
münden. Bei dem Gdejd-Wege sind beide Täler durch einen nur 220 
bis 240 Schritte breiten Sattel voneinander getrennt, der, geebnet und 
befestigt, den einzigen Zugang zu der Festung el-Mhajjet bildet (Fig. 155). 



Mus iL Arabia Petraea. I. Moab. 



22 



338 



Am nördlichen Rande des Sattels führt der Weg von O. zu der 
Gdejd-Quelle. Südlich von ihm steigt das Terrain um 4 m zu einer gegen 
N. eingerundeten ebenen Fläche an, die 92 Schritte breit (N. — S.), 
112 Schritte lang ist und bei einem jetzt verschütteten Graben endet, 
über den der eigentliche Mhajjet-Hügel noch 22 m hoch emporragt. 

Ostlich von dem Ostende des Grabens fällt die Sattelfläche steil 
3 m tief zu einer mit Ruinen bedeckten, gegen OSO. geneigten Ebene, 
die der Abhang bildet. Neben zahlreichen Trümmern bemerkt man da 




Fig. 157. Teil er-Räme von Osten. 



Reste einer stark zerstörten, klosterartigen Anlage, die drei Räume ent- 
hält, von denen der nördliche, gut orientierte, von 22 Schritten Länge 
und 10 Schritten Breite mit einer Apsis endet. Westlich von dieser 
Ruine befindet sich ein Gämi c , ein mohammedanisches Bethaus, das 
20 Schritte (O. — W.) lang, 10 Schritte breit ist und eine runde Gebets- 
nische, kibla, in der Südwand aufweist. 

Eine zweite größere Anlage am Südende dieses Ruinenkomplexes, 
ist derart zerstört und überbaut, daß man nur eine Apsis bemerkt, aus 
der man auf ein ehemaliges Kloster schließen kann. 

Von da steigt man in westsüdwestlicher Richtung recht mühsam 
100 Schritte aufwärts zur Festungsmauer, die 1*4 m stark ist und am 



339 

Hände des oben geebneten Hügels steht. Dieser steigt gegen S. an, so- 
daß man noch 60 Schritte machen muß, um seinen Gipfel (Höhe 790 m) 
zu erreichen. Hier sieht man einen runden Festungsbau von 34 Schritten 
im Durchmesser mit einer Zisterne in der Mitte, ähnlich der alten 
Anlage auf dem Gipfel des Berges Sihän. Nun geht es in südlicher 
Richtung 50 Schritte abwärts, bis man über eine Bodenwelle noch 
52 Schritte weiter zu einer 0*98 m starken Mauer kommt. Von da hat 
man 64 Schritte bergab zu machen, um zu einem zweiten Walle zu 







Fig. 158. Eine Zisterne westlich von Sijära. 



gelangen, worauf man nach weiteren 28 Schritten vor einem Turme 
von 14 Schritten Länge und 10 Schritten Breite und nach ferneren 
82 Schritten bei der südlichen Festungsmauer steht. Die Südseite des 
Felsens ist künstlich behauen. 

In dem nördlichen Teile bildet der Stadthügel eine 270 Schritte 
lange und 132 Schritte breite ebene Fläche. Einst standen da Häuser, 
die aber jetzt gänzlich zerstört sind, weil man ihr Baumaterial zu der 
jüngeren Anlage am Ostabhange verwendete. 

Etwa in der Mitte der Fläche, ganz nahe an der Ostmauer, sieht 

man Überreste einer Klosteranlage mit einer Kirche. Die Kirche ist 

22* 



340 

17*18 m lang, 10*25 m breit und hat 0*85 m starke Mauern und ein 1*42 m 
breites Tor. Ihre Apsis mißt 3*55 m in der Breite und 2*20 m in der 
Tiefe. Hinter der Apsis liegt ein 2*15 m breiter freier Raum, in dem 
sich eine Zisterne mit einer Öffnung von 0*35 m Durchmesser befindet. 
Nördlich von der Kirche sieht man einige Grundmauern. Westlich 
steht ein behauener Felsblock, bei dem ein runder, 0*37 m starker Stein 
von 2*11 m Durchmesser liegt. Andere Überreste aus älterer Zeit konnte 
ich hier nicht entdecken. 3 

Von h, el-Mhajjet über el-Ehneni und f ujün Müsa 

nach Mädaba. 

Von el-Mhajjet gegen WNW., rechts von dem Gdejd-Wege, sieht 
man einige alte Felsengräber (Fig. 156), die dadurch entstanden sind, 
daß man durch Abgraben in dem Sandsteinfelsen eine Wand bildete. 
In diese wurden dann Kammern eingehauen, die kleine und niedrige, 
durch eine Steinplatte verschließbare Türen haben. Leider konnten wir 
diese Gräber nicht näher untersuchen, da sie wieder benützt werden 
und infolgedessen durch ihren Gestank die ganze Umgebung verpesten. 
Denn die Leichen werden einfach in das Gemach gelegt und die Tür 
wird mit einigen größeren Steinen notdürftig verschlossen, um den 
Hyänen und Schakalen den Zutritt zu verwehren. 

Über den Gräbern ist der Felsen geebnet und auf der Plattform 
waren zwei Ölpressen errichtet. In der Mitte einer viereckigen Fläche 
befindet sich eine runde Vertiefung von 0*3 — 0*7 m Breite und 0*1 — 
0*15 m Tiefe, aus welcher eine schmale Rinne zu einer kleinen Grube 
außerhalb der Fläche führt. 

Noch weiter gegen WNW. gelangt man zu einer Plattform mit 
einem alten Garten von 130 Schritt im Durchmesser, der mit einer 
niedrigen, aus abgenützten Steinen aufgeführten Mauer umzäunt ist und 
innerhalb derselben zwei, außerhalb aber eine Zisterne hat. Hinter dem 
Garten endet der Felsen und eine von S. nach N. verlaufende Senke 
trennt das Neba'- Gebiet von dem eigentlichen Sijära. Nördlich von 
dem Garten und nordwestlich von der Neba'- Kuppe sieht man die 
Ruinen einer kleinen Anlage, namens el-Kasr, in denen man nicht mit 
Unrecht die Reste eines ehemaligen Klosters erblickt. 

Nahe bei diesem Kasr-Kloster führt ein alter Weg, dessen Win- 
dungen auf dem steilen Südabhange deutlich sichtbar sind, zu der Gdejd- 
Quelle und ein anderer kreuzt die Niederung gegen W. Der letztere 



341 

kommt aus NO. (von el-Kasr), vereinigt sieh mit dem erwähnten, zwi- 
schen der Neba'-Kuppe und el-Mhajjet gelegenen Wege und führt dann 
auf der Südseite des Sijära-Rückens gegen W. Etwa 20 Min. vom Kasr 
entfernt, zweigt von ihm ein alter Weg ab, der am linken Rande des 
tel c et Hesa, und zwar auf dem Hasm el-Hanisijje genannten Abhänge in 
südwestlicher Richtung zu c ajn el-Knejjese hinabführt. Nach weiteren 











Fig. 159. Von c ujün Müsa gegen Westsüdwesten. 
(Rechts oben h. Sijära.) 



5 Min. gelangt man zum Anfange des tefet Hesa und 5 Min. später wird 
der Weg durch die Ruinen des Sijära-Klosters versperrt. 

Der Sijära-Hügel hat die Richtung O. — W., steigt allmählich an, 
senkt sich dann ein wenig, um sich gleich wieder zu erheben und eine 
kleine Plattform zu bilden. Von dieser an fällt er wieder ab, steigt dann 
nochmals, worauf er ziemlich unvermittelt als el-Ehneni in die zerklüftete, 
öde Hochebene Wtät en-Na'am übergeht. Auf der erwähnten Plattform 
stand, wie bereits erwähnt, ein Kloster, das, im Viereck gebaut, mit 
festen Mauern umgeben war. Gegen N. und NW. ist der Felsen künst- 
lich abgegraben. 



342 

Nahe an der Westseite des Klosters vereinigen sich zwei alte 
Wege; beide kommen aus der Jordanebene, und zwar der südlichere 
direkt aus W. vom Jordan, nördlich von seiner Mündung, über h. Swejme, 
der andere dagegen aus NW. von teil er-Räme und teil es-Särul an der 
Ostgrenze der Jordanebene. Er führt gegen SSO. bis an den Fuß der 
grauen und öden Fläche Wtät en-Na'am, welche die Jordanebene um 
200 m überragt und während der Regenzeit vor Überschwemmungen 




Fig. 160. Von Vjün Müsa gegen Westen. 
(Rechts oben Überreste der Kirche.) 

sichere Lagerplätze bietet, weshalb die Halbbeduinen sie zu dieser Zeit 
mit ihren Herden aufsuchen. 

Dort, wo der Weg zu steigen beginnt, stehen nördlich vom w. el- 
Mehterka einige hohe Felsen, die hagär et-Twäl heißen. Bei ihnen 
gabelt sich der Weg; der eine leitet gegen SO. zum trockenen Bette 
des w. el-Mehterka, worauf er sich gerade nach S. wendet, den asfal 
el-'Adejmi kreuzt und sich schließlich am westlichen Fuße des Sijara 
mit dem Wege vereinigt, der vom Nordende des Toten Meeres, und 
zwar von der Straße aba-1- Hasan angefangen am rechten Ufer des w. 
el-Rwer direkt nach O. führt. Dann steigt er an dem el-Ehneni ge- 
nannten Westabhange des Sijara, mehr auf der Nordseite desselben, 




Fig. 161. c Ujün Müsa. Der Wasserfall von Westen. 



344 

hinan und kommt zu dem erwähnten Kloster, wo sich mit ihm der 
zweite, darb el-Mehterka genannte Weg verbindet. 

Dieser führt von hagär et-Twäl gegen OSO. am rechten Ufer des 
asfal el-Mehterka, kreuzt dort, wo das Plateau Wtät en-Na'am endet 
und die Felsen steil werden, das erwähnte Bachbett, nimmt dann bei 
teil Hämi Kurse fast die S. -Richtung bis zum Anfange des w. es-Sejäle, 
wo er gegen O. einbiegt und, am Nordabhange des Sijära sanft an- 
steigend, bei dem Kloster mit dem erstgenannten Wege sich vereinigt. 




Fig. 162. 'Ujun Müsa. Die westliche Quelle. 



Von da wendet sich der Hauptweg zum Neba' und ein anderer Weg 
in ONO. -Richtung zum Wasser von r ujun Müsa, zu dem übrigens auch 
ein direkter Pfad vom Anfange des w. es-Sejäle führt. 

Alle diese Wege sind gut und für Kamele fast bequemer als die 
römische Sultäni-Straße, die von teil er-Räme 4 (Fig. 157) und es-Särül 
über mesra c Akwa in östlicher Richtung zum teil el-Matäba durch das 
öde, ziemlich ebene Terrain el-Mehterka hinansteigt, dann die zweite 
Stufe mit sagara und hrejbe as-Seh Gräjel 5 erreicht, hierauf in mäßiger 
Steigung zum rugm el-Mehäwes, kabr abu Rdejne und Kam el-Kabs 
gelangt und schließlich in südöstlicher Richtung weiter verläuft. 



345 



Von dem erwähnten Knotenpunkte der Wege ritten wir auf dem 
Sijära-Rücken westwärts und gelangten zuerst zu einer großen, vier- 
eckigen Zisterne (Fig. 158), dann zu einem zerstörten Gartenturme und 
nach einigen Hundert Schritten zu einem anderen zerstörten Turme, 
hinter dem dann 
der Bergabhang 
steiler abfällt. 

Das Terrain 
ist steinig, aber 
die Gartentürme 
und einige Öl- 
pressen sind der 
Beweis dafür, daß 
es früher bebaut 
wurde und Wein- 
trauben wie Ol 
lieferte. Gegen- 
wärtig gibt es 
auf dem ganzen 
Sijära - Rücken 
nur in der er- 
wähnten Nieder- 
ungbei der Kuppe 
Neba'Felde^aber 
auch dort nur we- 
nige kleine Par- 
zellen. 

Nun wand- 
ten wir uns gegen 
ONO. den c ujün 
Müsa- Quellen zu. 
Der Weg ist breit, 

stellenweise, besonders näher beim Wasser, künstlich erweitert und unter- 
baut. Das Tal von 'ujün Musa 6 (Fig. 159, 160) hat nördlich von dem 
Sijära -Kloster Ähnlichkeit mit einer Elipse. Das tiefe, schwer zugäng- 
liche Bett teilt diese in zwei fast gleich große Hälften, die je 250 bis 
300 Schritt breit, ziemlich eben und fruchtbar sind. Diese geneigten Flächen 
werden im NO. von den weichen Felsen des abu-n-Naml abgegrenzt, im 
S. von thVät es-§afa, im W. von Sijära und im N. von abu Rdejne. 




Fig. 163. 'Ujiin Musa. Die Klausen von Südosten. 



346 

Die Felsen nähern sich einander sowohl im W. als auch im 0., 
wo sie eine 20 — 30 Schritte breite, schluchtartige, steinige Ebene um- 
grenzen, in der eine starke Quelle zum Vorschein kommt. Sie bildet einen 
ungefähr 15 Schritte langen Bach, der sich dann von einer 9 — 13 m 
hohen, mit Sykomoren bewachsenen Felswand hinunterstürzt (Fig. 161), 
in der sich eine große Grotte befindet. 

Ungefähr 150 Schritte von dieser Quelle gegen WSW. entspringt 
aus den Felsen des Sijara eine andere noch stärkere Quelle (Fig. 162), 
die aber fast sofort in das tiefe Flußbett hinunterfällt. 

Zwischen den beiden Quellen weist die Sijara- Felswand zahlreiche 
natürliche und künstliche Grotten auf, welche früher als Klausen dienten, 
heute aber teilweise zugemauert sind und von den Ranamät-Belkäwijje- 
Gärtnern bewohnt werden (Fig. 163). Diese haben die fruchtbaren 
Ebenen auf beiden Ufern des Baches 'ujün Müsa in große Gemüse- 
gärten und Felder umgewandelt, zu deren Bewässerung alte Kanäle 
benützt werden. 

Am Ostende der rechten Ebene sieht man inmitten von Gärten 
ein Ruinenfeld, namens el-Meshed, das von einer viereckigen, 50 Schritt 
breiten und 60 Schritt langen Anlage herrührt. Auf dem Hügel, der 
sich nördlich oberhalb der ersten Quelle erhebt, stand eine kleine Kirche. 7 

Auf der Ostseite dieses Hügels führt ein guter, breiter Weg gegen 
NNO. auf eine kesseiförmige, fruchtbare Ebene, abu-n-Naml genannt, 
welche die Sultäni-Straße kreuzt. Ein anderer Weg leitet von der ersten 
Quelle am rechten Ufer des w. abu-n-Naml am Anfange des w. 'ujün 
Müsa gerade nach 0. und ein dritter durch tla'ät es-Safa' gegen SO. — 
die beiden letzteren zu der Straße darb es-Sefa', die auf dem Bücken 
der erwähnten mächtigen Bodenwelle von N. nach S. läuft. 

Wir verließen um 4 Uhr 23 Min. c ujün Müsa, folgten dem dritten 
Wege und trafen über h. el-Möerfe um 6 Uhr 2 Min. in Madaba ein. 






Die genaue Untersuchung des Nebo-Gebietes ergab die Gleich- 
stellung des h. el-Mhajjet mit der Stadt Nebo und erschloß ein besseres 
Verständnis der daselbst sich abspielenden Begebenheiten. 



1 D^Btt ,TW Num. 23 l±. Balak führt Bil am von b$Z niÖS = el-Kwejzijje nach 

E. Hieronymus, De situ . . ., c. 910: „Agri specula, mons est Moabitarum, qui 
propter vehemens praeruptuin, vocatur excisus, et imminet mari Mortuo haud procul 
ab Arnone." 



347 

2 Deut. 341 : in*oi inf va m by irx njosn wn im irrbx sxid nn-iy& nu>& bin 

.pKrr^a-n« mm 

Der ganze westliche Ausläufer des Sefa 1 - (ClDl?) Rückens zwischen w. 'ujfin 
Müsa im Norden und sejl el-Knejjese im Süden dürfte dem !UD3 entsprechen. 

Nach Deut. 3 27 befahl Gott Mose: HJDBn WK1 TlbV; nach Deut. 32 49 : 'b* rhv 

.im— n mn tmarn "in 

Flav. Jos., Bellum lud. IV 454 S q. . 'AvxiV.sixai 8s xoutco xb rcepi xbv 'IopSav7)v opo? 
apxo'jjLSvov obib louXiaoo? xat xcov ßopeia>v y.Xijj.axojv, 7wcpaxetvov os et; [xsar][j.ßptav sco; Eojj.o'piov, 
JJirep bpt£si ttjv Ilsxpav rfjs 'Apaßia;. ev toutci) 8' sau xai xb 2i07]pouv (Fenän) xaXoujjLevov ö'po; 
jjLr3y.uvop.svov ps/pt TT)5 McoaßixiSo?. 

E. Hieronymus, De situ . . ., c. 913: „Abarim . . . Dicitur autem et mons esse 
Nabau. Ostenditurque ascendentibus de Liviade in.Esbum, antiquo hodie vocabulo 
juxta montem Phogor, nomen pristinum retinentem, a quo circa eum regio usque 
nunc appellatur Phasga" ; c. 960: „Et usque hodie ostenditur in sexto milliario urbis 
Esbus contra orientalem plagam"; ed. de Lagarde, p. 283: y.ai osi'y.vuxai sxi vuv <xkq ? 
ar]psiou 'Eaßoü; sl; 8uajJ.cc;. 

3 133 Nura. 32 3. 38. 

Num. 33^7; inj ^sb D^MM nm 13111 flÖTlbai lö^r» Wlj die Israeliten 
lagerten südwestlich von Nebo bei el-Kwejzijje Ä^Jü^äM und zogen (Num. 21 20) 
jö-WM VZ>-bv HBpttW njDBH tWO 33K1B HIED ItrX jrih (niÖSÖl); Jes. 15 2 : Naßao; 
Jer. 48 1 : ... HUP '»S IDS'^N 1!1. 

E. Hieronymus, De situ . . ., c. 960: „Nabo, civitas filiorum Rüben in Galaad. 
Sed et usque hodie ostenditur desertus locus Naba, distans a civitate Esbus millibus 
octo contra meridianam plagam". 

Petrus der Iberer, S. 88: r^saxfioi >OD r^&\*in arxJ ^SO.l cti^-i Jür^.l 

4 pH ITS oder DIU Num. 32 36, Jos. 13 27. 

Flav. Jos., Bei. lud. II 252 : Agrippa II. bekam von Nero zwei freie Städte in 
Peraea: "AßeXoc psv y.at 'IouXta8a auv xcxXq xorcapyjat; ; Antq. XX 159 ; Bei. Ind. IV 438. 5 nXa/.ioo; 
eroberte "AßiXa xai TouXtäoa y.at B^aipco xa; xs ps/pt xrj; Aa^aXxtxtSo; rocaa; iyy.aOiaxrjaiv 
iy.aaxrj xou; l7ttx/]8etous xtuv auxopo'Xcov. 

E. Hieronymus, De situ . . ., c. 927: „Betharam, civitas juxta Jordanem, quae 
a Syris dicitur Bethramta, et (ab Herode in honorem Augusti) Libias cognominata 
est"; ed. de Lag-arde, p. 103, 234. 

Petrus der Iberer, ed. R. Raabe, Leipzig- 1895, S. 83: *^\^ **** i^L 
r^bx^D .A\rC!i rtlairi'.l K&cn&rdi. Ar^.l : (Petrus dem Iberer) nCilaCV^A 

Theodosius de Terra Sancta, Itin. Hier., 1. c, p. 69, 88: „Civitas Liviada, trans 
Jordanem, distat a Iericho milliaribus duodecim. In ipsa Liviada Moises silicem de 
virga percussit, et fluxerunt aque, que abundantius totam terram irrigant, dactylorum 
incolatum maiorem habent. Ibi & Moises migravit a seculo. Et ibi aque calide sunt, 
ubi Moises lavit & in ipsis aquis calidis leprosi mundantur." Bei J. Gildemeister, 
Theodosius de situ Terrae Sanctae, Bonn 1882, p. 24. 

Antonini Martyris Perambulatio Locorum Sacrorum, Itin. Hier., p. 97, 122, 136: 
„Et ibi prope est civitas, que vocatur Salamaida, ubi remanserunt due semis tribus 
filiorum Israel, priusquam transirent Jordanem. In quo loco therme sunt, que vocantur 
thurme Moysis, ubi etiam leprosi mundantur. Et ibi est fons aquam habet dulcissimam, 



348 

que pro catarthico bibitur, & maltos sanat languores, non longe a mari Salinarum, 
in quod Iordanis ingreditur subtus Sodomam & Gomorrham. ... De Jordane usque 
ad locum illum, in quo Moysis de corpore exivit, sunt millia octo, & exinde non 
multum longe ad Segor, in quibus locis sunt multi eremite. Vidimus & ibi monu- 
mentum Absalon, iilii David". 

5 Vom hrejbet es-Seh Gäjel genießt man die schönste Aussicht auf die tief unter 
den Füßen des Beschauers gelegene Abdachung des Gebirges und die Jordan-Ebene, 
östlich von den Ruinen steht ein Sejäl-Baum, unter dem der Seh Gäjel verehrt wird. 
Da der Orient in den Lokaltraditionen sehr konservativ ist und die Lage vollkommen 
entspricht, so darf man in diesem Orte das biblische 11173 1T3 sehen. 

Um dem Bilam das ganze Lager der Israeliten zu zeigen, führt ihn Balak 
(Num. 25 16-19) von den D^32t m» = tlä'ät es-Safa nach *fe m hv *)pWI 111731 E7K1 

E. Hieronymus, De situ . . ., c. 925: „Bethphogor, urbs . . . iuxta montem Phogor, 
sex millibus supra Libiadem. — Est autem idolum Moab, cognomento Baal, super 
montem Phogor (quem Latini Priapum vocant)"; ed. de Lagarde, p. 101, 104, 232, 233. 

6 Iran Num. 21 20 . Die Israeliten lagerten in 1JD31 E7K1 2X1& ftWÖ 1B7K *Tjn 
fÖ-PM "3S-^ HBp»3; das Tal 'ITjün Müsa entsteht nördlich bei Nebö = 1JD31 B7K1 
und zieht sich zum h. es-Swejmijje = Jesimön. 

Josua begrub Moses (Deut. 34 6) 11173 rP3 blö 5X1E pK3 Ä 
S. Silvia Aquitana, 1. c, p. 20: „Item transacto aliquanto tempore, et jubente 
Deo, fuit denuo voluntas accedendi usque ad Arabiam, id est ad montem Nabaü 
(p. 21). Transeuntes ergo fluvium pervenimus ad civitatem, quae appellatur Libiada, 
quae est in eo campo, in quo tunc filii Israel castra fixerant (p. 22). Euntibus nobis 
commonuit presbyter loci ipsius, id est de Libiade . . . : si vultis videre aquam, quae fluit 
de petra, id est quam dedit Moyses filiis Israel sitientibus, potestis videre; si tarnen 
volueritis laborem vobis imponere, ut de via camsemus forsitan miliario sexto. Quod 
cum dixisset, nos satis avidi optati sumus ire: et statim divertentes a via, secuti 
sumus presbyterum, qui nos ducebat. In eo ergo loco ecclesia est pissina subter 
montem non Nabaü, sed alterum interiorem; sed nee ipse longe est de Nabaü; mo- 
nachi autem plurimi commanent ibi vere saneti, et quos hie ascites vocant (p. 23). Ibi 
ergo inter ecclesiam et monasteria, in medio fluit de petra aqua ingens pulchra valde, 
et limpida saporis optimi . . . Itaque ergo proficiscentes de eodem loco, pervenimus 
ad radicem montis Nabaü, qui erat valde excelsus, ita tarnen ut pars eius maxima 
sedendo in asellis possit subiri: modice autem erat acrius, quod pedibus necesse erat 
subiri cum labore, sicut et factum est. Pervenimus ergo ad summitatem montis illius, 
ubi est nunc ecclesia non grandis in ipso summitate montis Nabaü h. Sijära (p. 24). Nam 
de hostio ipsius ecclesiae vidimus locum, ubi intrat Iordanis in mare mortuum: qui 
locus subter nos, quemadmodum stabamus, parebat. Vidimus etiam de contra non 
solum Libiadem, quae circa Iordanem erat, sed et Iericho . . . Maxima etiam pars 
Palaestinae, inde videbatur, nee non omnis terra Iordanis ... In sinistra autem parte 
vidimus terras Sodomitum omnes, nee non et Segor . . . (p. 25). Item de eodem loco 
ostensa est nobis a contra Fogor . . . Sane illa parte montis, quam dixi sinistra, quae 
erat super mare mortuum, ostentus est nobis mons praecisus valde, qui dictus est ante 
Agri specula ..." 



Die Nordgrenze meines Forschungsgebietes und somit die Nord- 
grenze von Moab war mir bisher nicht genau bekannt. Als somit Herr 
Mielich al-Msatta besuchen wollte, begleitete ich ihn bis umm Rum- 
mäne und schlug dann mit Häjel und Bahit die nordöstliche Richtung 
ein, um über at-Tonejb nach ar-Razib zu gelangen und über Bejt Zer c a 
und sejl Hesbän nach Madaba zurückzukehren. 

Von Madaba über at-Tonejb nach Nefa c a. 

Am 10. Juli 1901 verließen wir um 9 Uhr 20 Min. Madaba und w.juii 

1901. 

ritten auf Kamelen in der Richtung gegen NO. zum h. Menga, das die 
Umgebung ziemlich weit beherrscht (Höhe 790 m). Die Bodenwelle, 
von der es aufragt, verläuft von SSW. nach N. und bildet die Wasser- 
scheide zwischen w. el-Habis = Zerka' Ma'in, und sejl Hejdän = el-M6geb. 
In Menga kamen wir um 10 Uhr 52 Min. an und standen 21 Min. später 
vor dem fast östlich davon gelegenen h. umm Rummäne (Höhe 752 m), 
einer kleinen Ansiedlung jüngeren Ursprunges, die sich an der Grenze 
der fruchtbaren Ebene gegen die Steppe zu erhebt. Ostlich und südöst- 
lich von umm Rummäne gibt es mit Ausnahme des römischen al-Kastal 
und der Karawanenanlage Ziza keine Ruinen mehr. 

Um 11 Uhr 25 Min. setzten wir den Ritt fort. Das Terrain ist 
ziemlich steinig, die Täler, die zumeist die Richtung OSO. einhalten, 
sind eng und tief. Nach 25 Min. nahmen wir die Richtung 40° und 
überschritten das Talbett henw al-Grafär, das sich westlich von h. es-Sicer 
mit dem w. Ziza vereint. Nun betraten wir eine große Ebene, namens 
al-Mahalla, die sich von NW. nach OSO. ausdehnt und sehr fruchtbar 
ist. Westlich sahen wir kleine Hügel mit aufgelassenen Steinbrüchen, 
zobäjer 'Adwän, und nördlich eine mächtige Kuppe, auf der umfangreiche 
Ruinen von h. umm el-'Amad liegen, so benannt nach einigen noch 
stehenden Säulen. Um 12 Uhr 25 Min. hatten wir sie etwa 2 Am west- 



350 

lieh, überschritten das w. el-Mashur und gelangten um 1 Uhr 23 Min. 
in ursprünglicher Richtung zum h. at-Tonejb. 

Es liegt fast am Südende eines von N. nach S. abfallenden nied- 
rigen Gebirgsausläufers, der westlich, nordwestlich und südlich in die 
erwähnte Ebene al-Mahalla übergeht. Gegen 0. erweitert sich die Ebene, 
hängt dort mit der Hägg-Ebene zusammen und endet erst am Fuße 
des Hügelzuges al-Mkejre und al-Haku. At-Tonejb hat daher eine sehr 
wichtige Lage, weil es, die fruchtbare Ebene verteidigend, dem ersten 







Fig. 164. In den Ruinen von at-Tonejb. 



Anpralle aller von O. kommenden Feinde standhalten muß. Die Römer 
errichteten, um das angebaute Gebiet besser zu schützen, ihre Festung 
al-Kastal südöstlich auf jenem Hügelzuge, der, von umm Rummäne ost- 
wärts verlaufend, die Ebene gegen S. abschließt. Man hatte somit die 
strategische Bedeutung dieser Ebene schon im Altertum erkannt und 
auch jetzt noch werden hier Schlachten geliefert, von denen mir Häjel 
und Bahit ausführlich erzählten. 

At-Tonejb scheint, insbesondere sein ostsüdöstlicher Teil, nicht nur 
stark befestigt, sondern auch mit schönen Bauwerken versehen gewesen 
zu sein, denn obwohl jetzt alles zerstört und in Hürden und Stroh- 
magazine umgewandelt ist, findet man in den Mauern eines langgestreck- 
ten, eckigen Hofes jüngeren Ursprunges Quadersteine mit Ornamenten 



351 

und Reliefs, welche stark an jene von al-Msatta und at-Tüba erinnern. 
Besonders bemerkenswert sind einige in Sandstein ausgeführte Arabesken 
(Fig. 164). 

Um 2 Uhr 52 Min. ritten wir in nordöstlicher Richtung zuerst 
durch die Ebene, wo wir zahlreiche Gazellen sahen, dann um 3 Uhr 
17 Min. durch ein enges Tal in hügeligem Terrain weiter. Um 3 Uhr 
34 Min. erblickten wir von einem felsigen Hügel aus etwa 2 km nord- 





Figr. 165. Im hirbet es-Sük. 



westlich h. el-Libben ; worauf wir, durch das erweiterte Tal in der Rich- 
tung NNO. weiterziehend, um 4 Uhr 16 Min. den Rücken eines von W. 
nach 0. gerichteten Hügelzuges erstiegen. 

Zwischen ihm und dem nördlichen, ebenfalls von W. nach 0. laufen- 
den Gebirgszuge el-Mesrefe liegt eine 2 — 3 km breite, fruchtbare Nie- 
derung, die noch zum Wassergebiete des el-M6geb gehört. 

In der Niederung selbst ist fast keine Ruine zu sehen. Alle An- 
siedlungen liegen entweder auf dem Südabhange des nördlichen Ge- 
birges oder auf dem Rücken des südlichen Hügelzuges. So sahen wir 
l'bkm westsüdwestlich von uns auf einem nach W. geneigten Plateau 
den teilweise wieder bewohnten Ort keraje Salem und in der Richtung 
121° den östlichsten Punkt unseres Hügelzuges mit dem rugm es-Sämi, 



352 

der sich am rechten Ufer des von al-Madune kommenden w. ad-Dalil 
über der Pilgerstraße erhebt. Weiter bemerkten wir in der Richtung 
20° Salbüd, in der Richtung 35° h. Sahäb, nördlich h. ar-Razib, in der 
Richtung 221° h. at-Tonejb und endlich in der Richtung 224° h. Gelül. 
Nach 5 Min. ritten wir gegen SW. weiter, wendeten uns um 4 Uhr 
52 Min. gegen N. und waren um 5 Uhr 36 Min. in ar-Razib. Es liegt 
auf dem Südabhange des 'Amman- Gebirges, und zwar östlich von einer 
alten Straße. Ungefähr 350 Schritte westlich von den Ruinen des Dorfes 
befindet sich die berühmte Grotte el-Cehf und südöstlich von ihr der 
heilige Baum sagarat al-Hneti. 




Fig. 166. Bejt Zer'a von Ostnordosten. 



Wir kehrten dann in südwestlicher Richtung in die Ebene zurück, 
ließen um 6 Uhr 2 Min. den Turm kusejr as-Sahel rechts und das kleine 
hrejbet as-Sahel links, bogen darauf in scharfem Ritte mehr gegen W. 
ein, sahen um 6 Uhr 17 Min. rechts mehrere alte Gräber und stiegen 
um 6 Uhr 36 Min. im h. Nefa'a 1 ab. 

Nefa'a liegt am Nordfuße des Gäwa- Hügels und ist, wie man 
aus zahlreichen Säulenstücken und mehreren erhaltenen Grundmauern 
schließen kann, römischen Ursprunges. Die Zisternen sind hier keller- 
artig. Meiner Ansicht nach war h. Nefa'a nur eine Vorstadt der auf 
dem Gawa-Hügel gelegenen Festung, die von einem mächtigen und durch 
einen ziemlich deutlich erkennbaren Graben verstärkten Wall umgeben 
war und zahlreiche birnförmige Zisternen hatte. 



353 

Sowohl die Lage der Festung als die von Ncfa'a ist strategisch 
sehr wichtig. Sie beherrscht nämlich die von SW. nach 'Amman führende 
Römerstraße, die nur wenige hunderte Meter westlich läuft, und über- 
wacht die erwähnte fruchtbare Niederung, die gegen 0. offen ist und 
die natürliche Verbindung der östlichen Steppe mit dem bewohnten W. 
herstellt. Bei ar-Razib kann man am leichtesten in das 'Amman-Gebirge 
gelangen, deshalb benützen auch jetzt noch die von O. und SO. kom- 
menden Beduinen fast ausschließlich diesen Weg, wenn sie ihre Kamele 
in 'Amman tränken wollen. So wie von der Festung al-Kastal die Zu- 
gänge zur Hesban-Tränke beobachtet werden konnten, überwachte man 
auch vom Gipfel des Gäwa-Hügels die Zugänge zur 'Amman-Tränke 
und im Falle eines Raubzuges konnte Militär von Nefa'a sofort Hilfe 
bringen. 

Von Nefa'a über Bejt Zera und Sümijje nach 

Mädaba. 

Die Nähe der Karawanenstraße und die hier auf Tennen wohnen- 
den, aus allen Richtungen zusammengeströmten Feldarbeiter machen die 
Umgebung von Nefa c a recht unsicher, weshalb wir uns spät abends mit 
unseren Kamelen in alier Stille zu der l'hkm westlich gelegenen Ruine 
h. es-Sük begaben und dort in einem Verstecke übernachteten. 

H. es-Sük, das ich bereits früher einmal besucht hatte, liegt an 
der westlichsten Grenze der fruchtbaren Niederung und besteht aus 
einer alten (südwestlichen) und einer griechischen (nördlichen) Anlage, 
in der zahlreiche Säulen mit grob gearbeiteten Kapitalen zu sehen sind 
(Fig. 165). 

Der vorhin erwähnte Hügelzug schließt wie ein künstlicher Wall 
diese Niederung gegen S. ab und steigt konstant gegen W. Von der 
Pilgerstraße aus bietet er durch ein westlich von keraje Salem gelegenes 
Tal einen Übergang von S. nach N. der Straße zu, die gegen ar-Razib 
und 'Amman führt, während ein zweiter Übergang durch ein Tal süd- 
westlich von Nefa c a gebildet wird. 

Westlich vom h. es-Sük vereinigen sich die Ausläufer des südlichen 
Gäwa-Zuges mit dem nördlichen Gebirge el-Mesrefe zu einem felsigen 
Terrain, das, insbesondere von S. gesehen, den Charakter eines Gebirges 
mit zahlreichen Ruinen auf dem Südabhange zeigt. 

Von der Kälte (+9° C) geplagt — es gab da kein Brennmaterial l J 
— verließen wir am nächsten Morgen um 4 Uhr 32 Min. unser Lager, 

Musil. Arabia Petraea. I. Moab. 23 



Juli 
1901. 



354 

überschritten das w. Gäwa und hielten, da wir Feuerungsmaterial fanden, 
um 5 Uhr 14 Min. an, um uns zu wärmen und einen Tee zu bereiten. 
Um 6 Uhr 23 Min. ritten wir auf der Nordseite des flachen Rückens 
Gazzü c nach WSW., ließen um 6 Uhr 46 Min. h. c Omejri im N. und 
kreuzten um 6 Uhr 53 Min. tel'e Mashür, das zahlreiche Zisternen und 
ein gleichnamiges Hirbet im S. hat. Nun bogen wir gegen SW. ein, 
passierten rugm er-Rwäk und erreichten um 7 Uhr 42 Min., nachdem 



mm 




*m 



Fig. 167. Wädi Hesbän. Shune Dijäb von Süden. 

wir das w. abu Nukle überschritten hatten, h. al-Gumle, das auf einer 
großen Plattform liegt und fast gänzlich zerstört ist. Die Hirten haben 
hier viele Hürden errichtet und in der letzten Zeit haben sich daselbst 
zur Erntezeit auch die von Muräb'in bediensteten Fellähin niedergelassen 
und Tennen sowie Ställe für ihre Kühe erbaut. 

Von al-Gumle zieht sich eine Hügelkette, namens g. ed-Denne, 
nach SW. und so entsteht zwischen ihr und dem nördlichen Gebirge, 
das die Westrichtung einhält, wieder eine 2 — 3 km breite Niederung, 
die, stellenweise sehr fruchtbar, überall ausgezeichnete Weideplätze auf- 
weist. An der Südgrenze dieser Niederung liegt auf einem Ausläufer 
des Denne-Hügelzuges am rechten Ufer des w. el-Minhar die große, 



i 



355 

aber gänzlich zerstörte Ruinenstätte Bejt Zer'a, zu der wir in scharfem 
Ritte um 8 Uhr kamen (Fig. 166). Einst stark befestigt und, wie man 
aus den Grundmauern schließen kann, mit großen Bauten versehen, 
ist sie jetzt zu Tennen, Hürden, Stallungen und Strohmagazinen um- 
gewandelt. 

Nach 10 Min. ritten wir gegen W. durch die Ebene Mudawwarat 
el- c Al weiter, kreuzten um 8 Uhr 27 Min. die römische Straße und ge- 
langten nach 19 Min. zu dem befestigten Orte umm el-Kenafed (Höhe 
850 m) am rechten Ufer des w. Hesban, dem wir dann talwärts folgten. 

Unterhalb von umm el-Kenäfed trafen wir die erste gleichnamige, 
aber schwache Quelle an und gelangten um 9 Uhr 17 Min. auf einem 
ziemlich beschwerlichen Wege auf der Talsohle zu der starken, aus 
einem Felsen entspringenden Quelle c ajn Hesban (Höhe 657 in) y wo wir 
unsere Kamele tränkten. Nach 10 Min. zogen wir längs des linken 
Ufers auf einem alten Wege weiter. 

Die Talsohle wird breiter und es zeigen sich stellenweise Über- 
reste alter Wasserbehälter, Kanäle, angebauter Flächen und auch Gärten. 2 
Wir ritten an der Mühle thünet es-Sukr, dann an shüne Dijäb (Fig. 167) 
vorüber und ließen um 9 Uhr den zum Hesban hinabführenden Weg 
links. Am rechten Ufer steht das vor kurzem erbaute Haus des Häupt- 
lings der 'Adwän. Nach 8 Min. waren wir bei der Quelle c ajn el-Fudejli 
(Höhe 610 m), kreuzten um 10 Uhr 11 Min. die Mündung des w. el- 
Megarr und stiegen um 10 Uhr 23 Min. beim h. Sümijje 3 ab (Höhe 
506 m). Diese ziemlich große, aber vollkommen zerfallene Ruine liegt 
bei einer Quelle am linken Ufer des Hesban-Baches. 

Um 12 Uhr 30 Min. kehrten wir zum w. el-Megarr zurück und 
folgten seiner Sohle aufwärts. Wir ritten auf einem guten, stellenweise 
kunstvoll angelegten und viel benützten Wege und ließen rechts über 
dem Tale h. umm el-'Akäk, links {i- el-Härät und später h. el-Mesteräh. 
Um 1 Uhr 7 Min. erreichten wir die Mündung des aus NO. kommenden 
w. el-Härat und betraten dann östlich von h. el-Musakkar die Hochebene. 

Der Weg führt durch angebautes oder anbaufähiges Terrain in 
südlicher Richtung zum hrejbet el- c Aris, von welchem nordöstlich rugm 
es-§wänijje liegt. Um 1 Uhr 29 Min. gelangten wir in südwestlicher Rich- 
tung zum kabr 'Abdallah, allem Anscheine nach einem alten Kloster mit 
einem heiligen Grabe, ließen h. Berdala rechts und kamen in südöst- 
licher Richtung zum kfer abu Sarbut, von wo wir um 2 Uhr 38 Min. 
nach Mädaba zurückkehrten. 



23* 



356 

Die Auffindung des h. Nefa'a bildet das wichtigste Ergebnis dieser 
Route. 



1 nrSO Jos. 13 18, Jer. 48 21, 1 Mak. 5 35, Mat^xaö, Macpa, Mw?aO. 

Bezüglich der verschiedenen Aussprache erwähne ich, daß ein Webegerät bei 
den östlichen Stämmen Mösa und bei den westlichen MesV heißt; siehe Mcoaa, Msiaa;. 

Not. Dign., 1. c, p. 81: „Mefa. Equites promoti indigenae"; Onomastica sacra, ed. 
P. de Lagarde, p. 139: „Mephaath ... in qua praesidium Romanorum militum sedet 
propter vicinam solitudinem" ; p. 279: iM/j'faaO. 

Ibn Hisäm, <^J0\ Ay^ » *r^*° l ■ »^ e( *- Ferd. Wüstenfeld, Göttingen, I, S. isa: 

(Zejd ibn r Amr) ^ ÄaJLX.^ <^o*\^ Jl ^^^ c^^- **$ P UfcJ\ Jls s J^s\ ^i' 

Maräsid al-ittilä c , III, Leiden 1854, S. iao: ^ *Uü-J\ Jp y \ ^* 3o-S ^LäaX^> 

.(auch gi-w*) ? L£J\ 

2 H. L. 7 5 : pStWlS ITD1S ^W. 

3 DDP Num. 32 3. Targ. Hier, setzt ptf. 

Nach Jes. 16 8 f., Jer. 48 32 berühmt durch seine vorzügliche Weinkultur. 
Hieronymus, In Isaiam 16 8, ed. Migne, Patrol. lat. 24, c. 177: „Inter Esebon et 
Sebama vix quingenti passus sunt". 



19 2. 



I. 




Von sejl el-Hsa auf der Sultäni-Straße nach 

el-Kerak. 

Vom S., aus dem alten Edomiter-Reiche zurückkehrend, verließen 
wir am 7. Oktober 1902 um 5 Uhr früh sejl el-Hsa, um auf der Sultäni- 
Straße nach el-Kerak zu gelangen. 

Der erste Teil des Weges in einer Höhe 
von 390 — 558 m heißt nakb el- c Aküze und ist 
sehr beschwerlich , sodaß wir unsere Kamele 
treiben mußten. Noch beschwerlicher aber ist 
der zAveite Teil, der 
anfangs sanft an- 
steigt, dann aber 
ungemein steil zu 
einer Höhe von 
785 m emporführt. 
Für schwer bela- 
dene Kamele ist 
dieser Weg fast 
ungangbar. Darum 
benützen die gro- 
ßen Karawanen 
entweder die römi- 
sche Straße oder 
sie schlagen noch 

lieber den Weg über Rarandel ein, der zur Hägg-Straße führt. In der 
Höhe von 755 m steigen die südwestlichen Ausläufer des schwarzen 
Basaltberges Hammt ed-Dacel fast senkrecht empor und nur ein schmaler, 
treppenartiger Aufstieg führt hinauf zu dem zerstörten Turme h. Feleka, 
der, am linken Ufer des sejl Hoha stehend, wie ein treuer Wächter 
auf diesen gefährlichen Weg herabsieht. 





Fig. 168. El-Kerak. 

Gräberanlage im linken 

Hange des w. Etwi. 

Grundriß. 



*£= 



Fig. 169. El-Kerak. 

Gräberanlage im linken Hange 

des w. Etwi. 

Grundriß und Längschnitt. 



7. Oktober 
1902. 



\ßO 




,■;.; 




Die Straße folgt nun ziem- 
lich bequem der Sohle des w. 
Feleka, wie der Oberlauf des 
sejl Hoha genannt wird. 

Um 8 Uhr 20 Min. erreich- 
ten wir das Hochplateau und 
damit die Höhe von 900 m und 
machten bis 9 Uhr 13 Min. Rast, 
worauf wir unseren Ritt fort- 
setzten. 

Es ging zwischen Feldern 
hindurch, auf denen zahlreiche 
Fellähin mit Ackern beschäftigt 
waren. Ostlich sahen wir etwa 
1 km weit von der Straße am 
linken Hange des w. umm el- 
Klab h. ed-Dleka und noch 
weiter am Rande der Ebene 
rugm es-Sahari. Im SW. wurde 
auf dem Rücken einer von S. 
nach N. sich erstreckenden Bo- 
denwelle ru&m Eskah und im 
NNW. davon h. ed-Dwehle 
sichtbar. Bei ihm nimmt das 
w. el-Mhejres seinen Anfang, 
das dann als ein Bach in el- 
Hsa einmündet. 

Nordwestlich von ed- 
Dwehle liegt h. Megra und wei- 
ter in derselben Richtung lj. el- 
Mgädel. Bei letzterer Ruine 
beginnt der sejl en-Ngegir ; der 
links das w. umm Sidre auf- 
nimmt und dann ebenfalls in 
el-Hsa mündet. 

Am rechten Ufer dieses 

Baches führt der berühmte Paß 

daraget el-Hajje nach Hanzira, in welches Dorf man von el-Hsa aus 

auch durch die Pässe daraget el-Hamra > oder nakb Nhal gelangen kann. 



Fig. 170. El-Kerak. 

Gräberanlag-e im rechten Hange des w. Etwi. 

Grundriß und Querschnitt. 




Fig. 171. El-Kerak. Gräberanlage 
im rechten Hange des w. Etwi. Grundriß. 



361 



Nakb Nhäl liegt am rechten Ufer des w. Defali, das westlich von dara&et 
el-Hamra 5 in el-Hsa mündet. 

Um 10 Uhr 8 Min. sahen wir auf der erwähnten Bodenwelle südwest- 
lich h. umm 'Alanda und westlich nahe am Wege das große, jetzt wieder 
bewohnte Ruinenfeld h. el- c Amaka ; bei dem das w. Hanäwa beginnt, welches 
in beinahe rein süd- 
licher Richtung am h. 
'Abde vorbeizieht und 
sodann östlich von rugm 
es - Sahari sich unter 
dem Namen w.Hanejzir 
oder Hanejzira mit sejl 
el-Hsa vereinigt. 

Ostlich von die- 
sem Wädi soll der Paß 
nakb el-Mastüra nach 
el-Hsa hinabführen. 
Noch weiter östlich 
mündet in el-Hsa der 
kurze Bach sejl er- 
Rtege, auf dessen rech- 
tem Ufer die römische 
Straße tarik ar-Rasif 
über den Paß nakb el- 
Ksuba zur Ebene von 
Dät - Ras hinaufleitet. 
Durch die östlichen 
Täler sejl Bhejtan, w. 
Slejla und es-Sallül soll 
man ebenfalls dorthin 
gelangen können. 

Um 10 Uhr 18 Min. sahen wir nordwestlich von el- e Amaka das 
neuerbaute Dorf Gra'far und erreichten um 10 Uhr 17 Min. die Wasser- 
scheide der Täler w. el-Hsa ; w. el-Kerak und w. el-M6geb ; die durch 
eine von der Kuppe el- c Amaka in einem Bogen gegen 0. ziehende 
Bodenwelle gebildet wird. Um 10 Uhr 40 Min. ließen wir etwa 100 m 
östlich weli oder meshed abi Täleb. 

Um 11 Uhr 20 Min. blieb westlich das neuaufgebaute Dorf Mote. 
Es liegt in einer schönen, fruchtbaren Ebene, die zum Wassergebiete 




Fig. 172. El-Kerak. 
Die Nordostecke der Festung von Osten. 



362 

des w. el-Kerak gehört. Um 11 Uhr 40 Min. kreuzten wir die Ab- 
zweigung der römischen Straße nach Mote (Höhe 1050 m). Um 11 Uhr 
55 Min. lag westlich h. al-Mahna und nordöstlich beim Kopfe des w. el- 
Hawijje und des w. Etwi h. Telisa. Um 12 Uhr 25 Min. ritten wir an 
h. el-Güba vorüber und betraten dann das w. el-Msäteb mit h. el-Msäteb 
und h. el-Lebün am linken Ufer. Nach 1 Uhr kamen wir an der Mün- 
dung der von h. el-Karjaten und h. en-Nakkäz herabziehenden kurzen 
Täler vorüber, nämlich dem w. en-Nakkäz und dem w. c ajn Pejfalläh 
(Höhe 900 m\ und ritten durch das w. Etwi. So heißt das w. al-Msäteb 
bis zum Brunnen 'ajn es-Sitt. Es ist ziemlich tief. Im W. schließt es 
der Rücken umm et-Teläge mit b« 'Azra und im O. der flache Zug es- 
Sabha mit rugm el-öilime ein. In den Kalksteinfelsen beider Abhänge 
sieht man zahlreiche Gräberanlagen, die alte Nekropolis von el-Kerak 
(Fig. 168, 169, 170, 171). 

Nachdem wir um 1 Uhr 36 Min. die Talsohle hinter f ajn es-Sitt 
verlassen hatten, kamen wir, den am linken Uferabhange unter der 
Festung (Fig. 172) dahinführenden guten Weg benützend, um 1 Uhr 
58 Min. in el-Kerak an. 



IL 



Von el-Kerak über sagarat el-Mese nach Gafar. 

Am 22. Oktober 1902, um 7 Uhr früh, verließ ich el-Kerak, be- 12 
gleitet von dem jungen Seh Tawfik el-Mgalli, dem intelligenten und 
mutigen Sohne des geachteten Seh l Isa el-Mgalli, um mich nach mehreren 
mir noch unbekannt gebliebenen Orten zu begeben. 

Wir ritten zu Pferde durch den winkeligen, im Swän-Felsen ein- 
gehauenen Westtunnel bei bürg ez-Zäher und kamen, indem wir uns 
beständig an dem rechten Uferabhange des sejl al-Medäber hielten, zur 
Quelle c ajn es-Sufsäfa, die wir um 7 Uhr 20 Min. erreichten. Sie ent- 
springt am Südwestfuße des Festungsberges und dürfte einst die Festung 
mit Wasser versehen haben, da aus dem Seraja-1-KaFa eine in den Felsen 
gehauene Stiege tief herab zu einem Stollen führt, der Wasser hält. 
Durch diesen Stollen konnte man ostsüdostwärts bis in das w. es-Sitt 
und westwärts in das w. al-Medäber gelangen. Gegenwärtig soll der 
obere Teil der Stiege verschüttet sein, aber vom Sitt-Tale aus ist der 
Stollen noch zugänglich. 

Über der Quelle 'ajn es-Sufsäfa sieht man in gewissen Abständen 
voneinander dicke Stützmauern, welche dem Kalkfelsen, der die Festung 
trägt, einen festen Halt verleihen sollen. In einer solchen Mauer be- 
findet sich die Mündung des erwähnten Stollens, der jedenfalls nicht 
bloß der Wasserversorgung, sondern auch zu Ausfällen diente. 

Von c ajn es-Sufsäfa ritten wir zunächst an dem rechten Ufer des 
sejl el-Frang aufwärts, dann kreuzten wir den Bach, um in die frucht- 
bare Ebene al-Marärek an seinem linken Ufer emporzusteigen. Schließ- 
lich ging es durch das w. abu Ja'küb wieder aufwärts. Linkerseits 
erblickten wir nunmehr die Gärten basätin al-Frang, die das Wasser 
der Quelle c ajn en-Nattäf befruchtet. 

Um 8 Uhr ließen wir rechts die Mündung des sVib 'Ocbor, bogen 
gegen SSW., ritten an der rechts gelegenen Mündung des se'ib ez- 
Za'nüne vorbei und sahen um 8 Uhr 30 Min. etwa 1*5 km nordwestlich 



Oktober 
1902. 



364 

h. 'Oöbor und links den Anfang des ammu-s-Öurtän, welches Tal rechts 
henw el-Mahzüka und henw umm el-Malläta aufnimmt und als w. 'Ajnun 
bei c ajn en-Nattäf in das w. al-Bawäb mündet. 

Nun ritten wir über einen flachen, felsigen Rücken dahin, der die 
Wasserscheide des sejl c Esal und sejl el-Kerak bildet. Kurze, tiefe 
Seitentäler des w. es-Sawälil laufen in südwestlicher Richtung zum Dorfe 
Goza', das auf dem NO. -Rande der Schlucht selalt el-Gindi Hegt, wie 
der Anfang des sejl 'Esäl genannt wird. Wir mußten um die tiefen 
Täler herumreiten, sodaß wir erst um 9 Uhr 20 Min. beim h. und sagarat 
el-Mese ankamen (Höhe 1240 m). 

Ein großer, alter, heiliger Mese-, Elsbeerbaum ; überschattet die 
Ruinen einer uralten, aus großen Swän-Blöcken erbauten Festung. Von 
hier aus kann man die ganze kesselartige Senkung von Kufrabba über- 
blicken. 

Am Nordostabhange der Kuppe el-Mese, die den genannten Rücken 
krönt, entspringt das w. en-Nwejse und südlich von ihm beim fe. Galgul 
w. ecLDaVa. Beide öffnen sich in nordöstlicher Richtung zum w. el- 
Bawäb. Am NW.-Abhange beginnt das tiefe Tal w. Gifra, während 
sich am SO. -Abhänge das w. abu Sa'äde, auch w. el- c Akeli genannt, 
hinzieht. Beide Täler vereinigen sich bei h. ed-Dwejbf und münden 
dann südöstlich vom Dorfe Groza' in den Bach selalt el-Gindi. 

Südöstlich von w. el- c Akeli entsteht beim h. Cferäz das w. el-'Am- 
mal, das zwischen g\ ammu-n-Nusajeb und g. al-Knen zuerst in NNW.- 
Richtung läuft und rechts das w. ammu-t-Twäki aufnimmt. Dann wendet 
es sich gegen WNW., erhält rechts das w. es-Sufsäfa, links das von 
S. kommende w. Razwän und vereinigt sich unter dem Namen w. c Alekän 
mit selalt el-Grindi. 

Am rechten Ufer des w. al^Ammal, und zwar über der Mündung 
des w. es-Sufsäfa, liegt das Ruinenfeld h. c Ajj. Kufrabba hingegen liegt 
am rechten Ufer des w. Razwän inmitten vieler Gärten. Dieses Tal 
trennt in seinem w. el-Hwäle genannten Oberlaufe die östlichen Aus- 
läufer des g. ar-Räs, der im W. die ganze Kufrabba- Senkung abgrenzt, 
von dem Rücken al-Knen.. 

Westlich von h. al-Hwäle soll auf dem Rücken des Räs-Gebirges 
das große h. ar-Räs zu finden sein. 

Die Klamm selalt el-Gindi wendet sich unterhalb Goza gegen W. 
und nimmt den Namen sejl 'Esän oder 'Esäl an. An seinem rechten 
Ufer mündet w. el-Gendeli und w. ed-Dära, welches von dem von 0. 
nach W. verlaufenden Rücken g. Katr en-Neda herabkommt. Ferner 






365 

mündet w. umm el-Kät'e, noch mehr gegen W. w. el-öwäri und schon 

ziemlich in der Ebene w. er-Rfäk. 

Am rechten Ufer des w. ed-Dära, etwa in der Mitte des Abhanges, 
sieht man die Oase von 'ajn 'Wejle und westlich von ihr unzählige rote 
Gipfel, darage Hamra J , welche durch das w. el-Kät f e von dem schwarzen 
Hügelzuge g. al-Kren getrennt sind. 

Unser Führer, ein Gozi (aus dem Dorfe Goza 5 stammend), entfloh, 
und so ritten wir allein um 11 Uhr 10 Min. mit Tawfik auf dem Rücken 
des Gebirges durch steiniges Terrain mit zahlreichen Hürden in SSO.- 
Richtung nach h. Cferäz, wohin wir nach 12 Uhr 25 Min. gelangten. 

Cferäz liegt am Ostabhange des Gebirges und besteht aus zwei 
Ruinen. Die nördliche, Cafruz, war ein ansehnliches Dorf, wogegen 
die kleinere südliche einem römischen Lager nicht unähnlich ist. 

Von Cferäz liegt in der Richtung 358° die alte Ruine h. Galgul, 1 in 
der Richtung 338° sagarat el-Mese, 130° Mote und 168° Gafar. Von Cferäz 
gegen W. fließt das Wasser in das w. el- c Ammäl, wogegen in östlicher 
Richtung alles dem w. el-Hanis zufließt. Letzteren Namen führt auch 
das Tal von el-Kerak zwischen Mote und el-Mahna. 

Um 12 Uhr 50 Min. ritten wir über das seichte Tal w. umm ez- 
Zukrut, nahe am h. 'Abur, von Kferäz direkt nach Ga'far. Um 1 Uhr 
16 Min. überschritten wir das von S. kommende w. es-Senine (Höhe 
1140m), welches südlich von dieser Stelle in dem von S. nach N. ge- 
richteten Becken ljor el-Mezär entsteht und den Kopf des w. el-Kerak 
bildet. 

In dieser steinigen, aber urbaren Niederung sahen wir von einer 
Anhöhe etwa l'hkm südwestlich h. en-Niswän und westlich davon am 
rechten Hange des w. el-Beda' h. ed-Dabbäce. 

Am Ostrande des Beckens hör el-Mezär liegt südlich bei Ji. en ~ 
Niswän die kleine Ruine h. umm el-Atat. 

Südlich von hör el-Mezär zeigte man mir nördlich vom Kopfe des 
w. el-Beda' die Plätze von h. Goza', h. und 'ajn el Mker und die Quelle 
ajn Nadaf und 'ajn es-Smet, woher die Bewohner von Ga'far das Wasser 
holen. Nordwestlich von Goza' liegt h. ed-Dahra, von wo w. ed-Dab a 
ausgeht. 

Bis 1 Uhr 32 Min. ritten wir am Südrande der fruchtbaren, nach 
NW. geneigten Niederung el-Birce, wie man die Umgebung von Mote 
nennt. Dann stiegen wir allmählich auf eine von W. nach 0. streichende 
Bodenwelle, die Wasserscheide zwischen w. el-Mögeb und w. el-Hsa 
(Höhe 1200 w). 



3G6 

Um 1 Uhr 54 Min. hielten wir in Ga'far an, wo mich mein Ge- 
fährte 'Abdallah mit meinen Kamelen erwartete. Diesmal fand ich das 
ziemlich erhaltene Ruinenfeld von Ga'far fast vollständig bewohnt. Es 
hatte nämlich ein Teil der Einwohner von el-Kerak sich hierher zurück- 
gezogen. Leider waren die Zisternen noch verschüttet. Man muß alles 
Wasser von den Quellen c ajn el-Mker oder en-Nadaf holen. Unter solchen 
Umständen war es schwer, hier unsere Pferde zu tränken und so be- 
schlossen wir, bei Middin zu übernachten. 

Von Gafar nach h. el-Haddäde. 

Um 4 Uhr 10 Min. verließen wir Ga'far und ritten langsam, unsere 
Kamele vor uns treibend, zu den Brunnen von Middin. Um 6 Uhr 
34 Min. kamen wir an und übernachteten daselbst. 

Wir lagerten auf der Sohle des schmalen w. al-Middin. Westlich 
hob sich über uns der Swän-Kegel, welcher die ehemals zerstörte, nun 
aber wieder bewohnte Ortschaft Middin trägt. Knapp unter der Anlage, 
etwa 20 m über der Talsohle, ist eine kleine Höhle, in der sich Wasser 
ansammelt. Eine zweite findet sich einige hundert Schritte nördlich in 
einer Schlucht, die sich an den Middin-Kegel anschließt. Das Wasser 
quillt sehr langsam, sodaß man lange warten muß, um einen Wasser- 
schlauch zu füllen. 

Da eines unserer Kamele verwundet war, so ließ ich sie unter 

'Abdallahs Obhut bei Middin ruhen und ritt, von Tawfik und einem 

Führer begleitet, nach O., um den Lauf des wdej Usejmer zu erforschen. 

13. Oktober Tj m 5 Uta* 45 Min. früh verließen wir w. Middin, welches aus dem 

1902. ( ; 

westlichen se ib burct et-Träb und w. Merwed entsteht. Dem rechten 
Hange des letztgenannten Tales folgend, fast immer in südlicher Kich- 
tung, ließen wir um 6 Uhr links &. Merwed liegen und wandten uns 
gegen SO. Um 6 Uhr 13 Min. kreuzten wir w. umm el-'Edül, das sich 
vom gleichnamigen Hirbe nordostwärts bis zum w. el-Mzebbel erstreckt. 
Um 6 Uhr 28 Min. sahen wir südwestlich h. Sül, nördlich, nahe 
bei uns, die kleine Ruine rugm und teil umm c Alenda und betraten 
das w. el-Mzebbel beim gleichnamigen Hirbe. Dieses Tal kommt von 
SSO., vom h. umm es-Sejfe, einer großen, befestigten Anlage. Die 
Landschaft zeigt eine wellenförmige Swän-Formation mit tiefen, breiten 
Tälern, die zwar steinig, dennoch aber urbar sind, wovon übrigens die 
zahlreichen Dorfruinen Kunde geben. Etwa 4 km nördlich sahen wir 
h. Nsenes und nordwestlich davor h. el-Lwebde. 



367 

Um 7 Uhr überschritten wir w. Naljl und stiegen um 7 Uhr 42 Min. 
in dem großen Ruinenfelde von h. Nahl ab. Eine Viertelstunde später 
ritten wir wieder vorwärts, und zwar in der Richtung 50 °, direkt auf 
rugm al-Mahri zu. Der Weg führte durch graue, wellenförmige Steppe. 
Diese ist im N. durch den ras abu Hnuk und den von SO. nach NW. 
laufenden Rücken al-Batra abgeschlossen. Die Täler, seichten Rinnen 
ähnlich, sammeln sich im wdej Usejmer, das nach SO. zieht und alles 
Wasser vom h. Molejbf, Dät-Räs und Mhajj aufnimmt. 

Am Fuße des g. el-Batra angekommen, nahm ich einen daselbst 
weilenden Hegiwi-Hirten mit, daß er uns den Weg nach el-Mähri zeige. 
Das Terrain ist steinig, die Seitentäler des wdej Usejmer sehr tief und 
der Aufstieg recht beschwerlich. Am SW. -Abhänge des eigentlichen 
Mahri-Hügels trafen wir mehrere große Zisternen an, zu denen das 
Regenwasser durch lange, stellenweise in Felsen ausgehauene Rinnen 
geleitet wird. 

Um 9 Uhr 34 Min. waren wir oben angelangt und stiegen bei der 
Burg ab (Höhe 1070 m). El-Mahri ist ein uralter, zerfaller Beobachtungs- 
posten, von viereckiger Form, aus großen Steinblöcken erbaut. Man 
findet solche Burgen nahezu auf jedem höheren Gipfel an der Grenze 
der Wüste. Von al-Mahri aus war die natürliche und bequeme Ver- 
bindungsstraße zwischen dem W. und dem 0. leicht zu überwachen. 
Diese Straße führt durch die fast 2 km breite Senkung Fegg el-'Aseker, 
welche den g. al-Batra von dem nördlichen g. abu Rucbe trennt. 

Da ich von dieser Hägg-, Pilger-Straße genannten Verbindung schon 
viel gehört hatte und ich auch den berühmten radir el-Abjad und den 
Brunnen en-Näjem sehen wollte, so verließ ich um 10 Uhr 3 Min. kser 
el-Mähri und ritt in raschem Tempo, von dem Hegiwi auf seinem Kamele 
begleitet, durch das w. Usejmer gegen SO. Meiüe Begleiter sollten uns 
von oben beobachten und uns wieder einholen, sobald wir die Senkung 
el-Fegg erreicht hatten. Der Weg am Sudabhange des Batra-Zuges über 
die zahlreichen Seitentäler des w. Usejmer war recht beschwerlich. 

Um 10 Uhr 47 Min. gelangten wir an das östliche Ende des g. el- 
Batra und hielten uns an dem Westausläufer des zmejlet el- c Akeli gegen 
NO. Nach 11 Uhr 24 Min. traten wir zwischen niedrige, weiße Kalk- 
steinhügel, welche die Verbindung des zmejlet el- c Akeli mit dem nörd- 
lichen kuff c Adese bilden. Das Bett des wdej Usejmer verliert sich fast 
gänzlich an dem Ostabhange der südlichen Kalksteinkuppe zmejlet es- 
Sarr. Diese wird im SO. durch das w. es-Serma von dem ziemlich 
hohen g. en-Näser getrennt. 



Der Weg- war sehr mühsam, der Tag recht heiß (36° C) und 
meine Stute hatte in der Frühe nicht getrunken. Deshalb mußten wir 
gegen N. reiten, um den Brunnen bir en-Xajem baldigst zu erreichen. 
Um 11 Uhr 30 Min. erstiegen wir eine Kuppe und beobachteten das 
Terrain. Zme.jlet e>-Sarr und zmejlet el-'Akeli umschließen eine kessel- 
artige Senkung, die sich gegen ONO. kaum merklich neigt. Sie wird 
radir al-Abjad genannt. 

Die Täler wdej Usejmer, w. es-Serma und w. es-Skür scheinen 
hier zu verlaufen. Sobald aber die Eegenwasser die teils natürlichen, 
teils künstlichen, radir al-Abjad und radir es- Sultan genannten Ver- 
tiefungen 2 gefüllt haben, so fließt das übrige Wasser in zahlreichen 
Rinnen nach XO. und vereinigt sich im w. es-Sultani. 

Xaek 18 Min. stiegen wir wieder herab und gelangten um 12 Uhr 
36 Min. zur öden Senkung Wruk Rabe'e, welche, gegen SO. geneigt, die 
Fortsetzung der Fegg- Niederung bildet. Rasch durchquerten wir die 
steinige Landschaft und hielten um 1 Uhr 26 Min. bei dem Brunnen bir 
en-Xäjem (Höhe 960«*). Es ist das ein berühmter Brunnen am Ost- 
rande des von 0. nach W. gerichteten Hügelzuges abu Rucbe. Ich 
tränkte meine Stute und bereits um 1 Uhr 49 Min. ritten wir auf einer 
alten Pilgerstraße 3 durch die wüste, nach W. ansteigende Ebene Wrük 
Räbe c e. Um 2 Uhr 21 Min. wandten wir uns nach WKW. (Höhe 1000 w). 
Nördlich, am Abhänge des g. abu Rucbe, sahen wir den Brunnen bir 
Basbas. Über ihm ragt auf einer Kuppe h. Ehwen el- Hadern. Wir 
überschritten nun die Wasserscheide des w. el-Rwer und es-Sulfani. 

Südlich vom bir Basbas neigt sich der Boden gegen WXW. und 
heißt el-Fegg oder Fegg el- c Aseker. Hier trafen wir meine Begleiter 
an und verabschiedeten den Hegiwi-Hirten. 

Als el-Fegg mehr die NW. -Richtung anzunehmen begann, über- 
schritten wir den Rücken al-Batra und betraten um 3 Uhr 57 Min. unter 
dem kleinen h. al-Batra das w. et-Tarfäwijät, die Verlängerung des 
w. Xahl = Sirt el-Hejrän. In dem zerklüfteten Terrain westlich von dem 
AVädi zeigte mir mein Führer h. el-Fhede. 

Auf dem erwähnten Terrain gelangten wir um 4 Uhr 32 Min. in 
NW. -Richtung zu der Zisterne bir abu Shäde und kamen nach einem 
sehr schnellen Ritte recht müde um 4 Uhr 58 Min. in Middin an. 

Hier war schon alles für die Abreise gerüstet, sodaß wir um 5 Uhr 
10 Min. unsere Reise fortsetzen konnten. 

Wir stiegen langsam durch das Tal burct et-Träb in W. -Richtung 
zur Hochebene empor, worauf wir in raschem Tempo das rechte Ufer 



369 

der Kluft sdür el-Morär entlang, auf der römischen Straße tarik cr- 
Raslf dahinritten. 

Um 5 Uhr 40 Min. kreuzten wir den Kopf des w. abu-s-Öahm, das 
sich ostwärts erstreckt. Um 6 Uhr 33 Min. ließen wir links h. at-Tenijje, 
das am rechten Ufer des w. al-Bijär, und zwar auf einer Kuppe nörd- 
lich von den Brunnen liegt, und erblickten durch die gegen W. ab- 
fallende Senkung sahl abu Iiammür und das tief eingeschnittene w. el- 
Bijar die Festung von el-Kerak. 

Rechter Hand blieb die viel breitere Senkung el-Fegg, deren Wasser 
sich im w. el-Haddäde sammelt, das unter dem Namen w. Zeh um gegen 
NO. biegt und sich mit dem w. es-Sjar, der Fortsetzung des el-Rwer, 
vereinigt. Um 7 Uhr 15 Min., als es schon dunkel geworden war, 
schlugen wir zwischen Ji. el-FJaddäde im NO. und hrejbet ummu-1-Hjaja 
im SW. unser Lager auf. 

Von h. el-Haddäde nach Mädaba. 

Am Morgen saßen wir um 6 Uhr wieder auf und ritten auf der 
römischen Straße gegen N. Nordöstlich sahen wir in einer Senkung 
h. Adar, von wo w. Adar, später Hemmt el-Hemri genannt, sich nach 
NO. zieht. 

Wir durchritten das urbare Gebiet ard el-Wasije. Um 6 Uhr 
15 Min. sahen wir zur Rechten tlä c el-Hüri, eine Rinne, die sich west- 
lich von Adar mit w. el- Muhbäh vereinigt. Um 6 Uhr 37 Min. über- 
schritten wir den Anfang des tiefen w. es-Saräbit, welches in das w. es- 
Sakra einmündet. Um 7 Uhr lag östlich w. Turejjer, ein Seitental des 
w. Adar, nordwestlich, am rechten Hange beim Ursprünge von w. es- 
Sakra, hrejbet abu Ruzzi, und mehr südwestlich, am linken Hange, 
h. Krenlla. 

Um 7 Uhr 15 Min. gelangten wir zu dem Kreuzungspunkte der 
Sulfäni- und der römischen Straße er-Rasif. Von da sind im NO., 
etwa 600 m entfernt, zwei Ruinen h. el-Kamaren und h. el-Kmer zu er- 
blicken. Sie befinden sich am Kopfe des seichten, aber breiten w. el- 
Kmer, welches den Anfang des w. abu-s-Sa'ar bildet. Etwa 4k?n im 
NO. von el-Kamaren liegt h. ez-Zerrä'a. 

Um 7 Uhr 28 Min. lag östlich am Ostrande der Anhöhe von 
h. Räcin rugm al-Minhar. 

Um 7 Uhr 45 Min. kreuzten wir den Kopf von tel'et el-Barrisi 
und gelangten nach 13 Min. zu marma el-'Ejr 4 . Wir näherten uns dem 

Musil. Arubia Petraea. I. Moab. 24 



14. Oktober 
1902. 



370 

Ruinenfelde ar-Rabba. Die felsige Landschaft östlich von tel c et el-Barrisi 
hat den Namen el-Gebabin, weiter nordöstlich bis zum w. el-Mharrakat 
nennt man sie burct-al-Msa/ed. 

Um 8 Uhr 7 Min. stieg ich mit Tawfik bei ar-Rabba ab, um den 
Plan aufzunehmen. 

Er-Rabba 5 (Fig. 173, Höhe 930 m) liegt auf einer von SW. nach 
ONO. streichenden Bodenwelle, die im N. von der Ebene des w. el- 




Fig. 173. Hirbet er-Eabba. Situationsplan. 



Misna', im S. und 0. von der Ebene des w. teFet el-Barrisi ab- 
gegrenzt wird. 

Westlich von der eigentlichen Stadt (Fig. 174) sieht man drei 
Wasserbehälter, von denen der südliche 60 Schritte in der Breite und 
66 Schritte in der Länge (Richtung 280°) mißt. Die Mauern, welche 
3'20w stark sind, bestehen aus Blöcken, von denen manche bis 2*35 ra 
lang, 0*50 m breit und ebenso hoch sind; sie besitzen einen Zement- 
bewurf von 0*32 m Stärke. In der Nordostecke des 6 <m tiefen Be- 



371 

hälters befindet sich eine zerstörte Stiege. Von der Ecke sieht man in 
der Richtung 53° eine stehende Säule. 

In derselben Richtung gelangt man nach 128 Schritten zur Süd- 
ostecke des zweiten Wasserbehälters von 24 Schritten Länge und 
26 Schritten Breite, dessen l'6m starke Mauern einen 0*45 m dicken 
Zementbewurf tragen, in dessen Oberfläche schwarze Basaltsteinclien 
eingedrückt sind. Von der Nordostecke steigt man auf einer 1*9 m 
breiten Stiege zum Boden des ebenfalls 6 m tiefen Wasserbehälters hinab. 
10 Schritte westlich war der Boden bis zum ersten Wasserbehälter 




Fiff. 174. Hirbet er-Rabba von Westen. 



4 m tief ausgehoben, geebnet und mit einer niedrigen Mauer eingefaßt, 
wodurch ein rechteckiges Bassin entstand, welches ebenfalls den Zweck 
hatte, Wasser aufzufangen. 

Folgt man der alten Richtung weiter, so kreuzt man nach 34 Schrit- 
ten den Weg ( ujün ibn Sa'id und nach ferneren 26 Schritten liegt die 
Südostecke des dritten Wasserbehälters nur noch 11 Schritte nordwest- 
lich. Er bildet ein Viereck von 44 Schritten im Geviert. Seine Nord- 
ostecke lehnt sich an eine gegen OSO. gerichtete Tempelanlage. 

Bei diesem Wasserbehälter sieht man insbesondere östlich zahl- 
reiche Ornamente, Architrave, Türpfosten usw., die den Boden bedecken 
(Fig. 175). Arbeitet man sich durch diese Trümmer mühsam hindurch, 

so gelangt man in der alten Richtung nach 53 Schritten zu einer schönen 

24* 



372 

Mauer, die sich zur Nordostecke des letzten Wasserbehälters hinzieht, 
und steht nach weiteren 16 Schritten bei einer Säule, welche aus zwei 
großen Trommeln besteht. Von da liegt die Nordostecke eines Tempels 
in der Richtung 345°, die Sultäni-Straße 18 Schritte östlich und eine 
zweite stehende Säule in der Richtung 23° 44 Schritte weit. 

Von dieser zweiten Säule gelangt man nach 52 Schritten in west- 
licher Richtung zu dem el-Gämi 4 genannten Tempel (Fig. 176), den 
man in der allerjüngsten Zeit zu einer Wohnung adaptiert hat. Rechts 
von der Tempeltür sieht man einen 2 m langen Stein mit Überresten 
einer lateinischen Inschrift und oberhalb der Tür ein altes Ornament 
mit einer griechischen (Fig. 177) und darunter einer arabischen Inschrift 
neuesten Ursprunges (La iläh ill- Allah wa sajjedna Muhammad rasül 
Allah). Die Inschriften zeigen Blutspuren, welche darauf zurückzuführen 
sind, daß man bei der Einweihung des Wohnraumes, um es vor dem 
Einflüsse der bösen Geister zu sichern, auf dem Dache eine Ziege 
opferte, deren Blut an der Mauer heruntertropfte und die Wand benetzte. 

Von der zweiten Säule hat man in östlicher Richtung nur 10 Schritte 
zur Sultäni-Straße zu machen, die hier in der Richtung 20° führt, und 
von dieser geht man in östlicher Richtung durch Trümmerhaufen hin- 
durch zu einem weißgetünchten Grabmale, welches an dem Südrande 
einer teilweise durch Unterbauten künstlich geebneten Fläche gelegen ist. 

Nach SSW. senkt sich der Boden und man gelangt nach 25 Schritten 
zu einer 7 Schritte breiten Straße, welche nach W. führt und an der 
Nordseite eines el-Kenise genannten Baues von 48 Schritten Breite vorbei- 
zieht. Dieser zerfällt der Länge nach in zwei Räume, von denen der 
nördliche 32 Schritte und der südliche 48 Schritte lang ist. Seine Mauern 
bestehen aus uralten Säulenfragmenten und aus Basaltstücken, während 
das Innere mit Basaltquadern gepflastert ist (Kantenlänge 0'75ra :042m). 
In der Südwestecke der Anlage steht eine Hütte, welche dem Sejh Tsa 
el-Megalli gehört. 170 Schritte südlich befindet sich die Stadtmauer. 

Das bereits erwähnte Grab liegt in der Südwestecke einer 52 Schritte 
(N. — S.) langen und 48 Schritte breiten Anlage, deren Mauern 1*8 m 
stark sind und zahlreiche Säulenfragmente bis zu 2*68 m Länge bei 
0*95 m Durchmesser umschließen. Der Boden, welcher gegen N. an- 
steigt, erreicht seine höchste Höhe nordwestlich von dem genannten 
Grabe. Hier erblickt man die Reste eines gewaltigen Festungsbaues. 

Nach 84 Schritten in nördlicher Richtung gelangt man zu einer 
starken von O. nach W. gerichteten Mauer, welche, wie ich annehmen 
möchte, die ursprüngliche nördliche Stadtmauer war. Man kann diese 



373 

am besten von einem Turme aus verfolgen, welcher auf der Südseite 
des Ruinenfeldes östlich von der Sultani-Straße steht. 

Die Stadtmauer ist durchgehends 09 m stark und von mehreren 
Türmen flankiert. In der Richtung gegen OSO. bemerkt man 180 Schritte 
entfernt zwei Tore; ein drittes Tor dürfte sich dort befunden haben, 
wo die Sultani-Straße heute das Stadtterrain von N. betritt. Sie führt 
96 Schritte an der Westmaner entlang, dann biegt die Mauer nach W., 
nach 86 Schritten nach S. und endet bei der Nordwestecke des Tempels. 
Von dem dritten Wasserbehälter hält sie bis zu einem Turme in der 
Südwestecke der Vorstadt die Südrichtung. Hierauf führt sie wieder 
östlich zu einem Tore, durch das die Sultani-Straße die Stadtruinen 
verläßt. 




Fig. 175. Hirbet er-Rabba. Ornament. 

Südöstlich etwa 300 Schritte von diesem Turme entfernt liegt eine 
große, schöne Zisterne, welche bir abu Kamen heißt. 

Von ar-Rabba ritt ich um 4 Uhr 23 Min. mit Tawfik in NO.- 
Richtung zum rugm al-Ma'räd, einer Anhöhe am linken Ufer des w. el- 
Järüt, wo ich um 4 Uhr 57 Min. bei einem zerfallenen Turme, etwa 
l'bkm nordöstlich von h. Dimne, abstieg, um die Landschaft aufzu- 
nehmen. 

Man kann das ganze Gebiet von kasr el-'Al im NO. und kara 
oihän im N. bis sagarat el-Mese übersehen. Im OSO. behindert die 
Anhöhe ammu Hbele die Aussicht. Die Bodenwelle ard abu-1-Kasis 
erstreckt sich von ar-Rabba nach W. und trennt w. el-Mekäsed von dem 
nördlichen w. el-Mrejsel. Auf dieser flachen Bodenwelle führt eine alte 
Straße über Betir direkt nach Lisän im W. 



374 

Am rechten Ufer des el-Mrejsel steigt eine ähnliche flache Boden- 
welle; al-Ma'räd genannt, empor, die im O. durch se'ib al-Azwar ab- 
o-esrrenzt ist. Sie scheidet das breite w. beni Flammad von dem nörd- 
liehen, schluchtartigen w. el-Jarüt, welches von der Quelle c ajn Grbeba 
den Namen sejl al-Minka'a und dann sejl al-Fawwär trägt. Auf dieser 
Bodenwelle liegt am Rande des wasserreichen Tales beni Hammad 
h. Dimne und westlich im Gebiete al-Mhägin das kleine hrejbet el- 
Fuhhära. 




Fig. 176. Hirbet er-Rabba. El-Gämi c von Osten. 



Im W. erhebt sich am rechten Ufer des Baches el-Fawwär g. Sarfa 
mit h. Sarfa auf einer mächtigen Kuppe über dem w. ed-Dähle. 

Nordöstlich hängt mit Sarfa der flache Rücken g. Nwe'me und 
östlich von diesem zahret er-Rab c zusammen, an dessen Ostabhange 
g. es-Sahrig das steinige w. el-Mnaharen sich von S. nach N. erstreckt. 
An seinem Kopfe sieht man h. Mra\ 

Die ganze Landschaft, soweit sie sich übersehen läßt, war und ist 
angebaut und zahlreiche Ruinen sind der Beweis, daß sie einst dicht 
bevölkert war. Wir übernachteten bei der Ruine Ji. al-Järüt, die am 
rechten Ufer des se'ib al-Azwar über der Quelle c ajn el-Järüt liegt. 



375 



Um 6 Uhr 10 Min. verließ ich mit Tawfik diesen Ort. Wir ritten 
nordwärts, anfangs über steiniges Terrain, dann hinter h. Bejt Legga 
auf fruchtbarem roten Humus des hör 'Abür. Bejt Legga, ein bedeuten- 
derer Ort, liegt am linken Ufer des w. abu Juzkul, das wir um 6 Uhr 
38 Min. durchquerten. Um 6 Uhr 45 Min. sahen wir östlich sagarat 
Bejt Allah oder 'Obejdallah und hatten um 6 Uhr 52 Min. links h. 
Tedüm am linken Ufer des gleichnamigen Wädi passiert. Letzteres ver- 
einigt sich gleichzeitig mit 
w. Megdelcn im w. abu 
Juzkul, das schluchtartige 
Form annimmt und den 
Namen sejl Grbeba erhält. 
Der Bach Grbeba mit sejl 
Jarut vereint bildet den 
sejl Minka'a, der unter 
dem Namen sejl el-Faw- 
wär in das Tote Meer 
mündet. 

Nun ritten wir durch 
roten, höchst fruchtbaren 
Weizenboden el - Hejme, 
kamen um 7 Uhr 8 Min. 
an h. Megdelcn vorüber, 
betraten nach 7 Uhr 1 8 Min . 
die ersten, nach 0. sich 
neigenden Ausläufer des 
Sihän , die ad - Dabbüs 
heißen, und folgten der 

seichten Senkung Hdeb abu No'man aufwärts. Nordöstlich hatten wir 
den Berg kar'a Sihan, westlich die fruchtbare Umgebung des h. Mra\ 
Sie reicht im SW. bis zu dem g. Sarfa, auf dessen Ausläufer der heilige 
Baum sagara Mezar es-Sa'edat sichtbar ist, im W. ist sie durch den 
zahret er-RaV abgeschlossen und gehört zum Wassergebiete des w. el- 
Mnaharen und sejl es-Skek. 

Um 7 Uhr 50 Min. erreichten wir das Terrain ard er-Rmah und 
überschritten um 8 Uhr 5 Min. die seichte Rinne des w. el-Mdeber, das 
westwärts von oihan mit dem von S. kommenden w. el-Mnaharcn zu- 
sammentrifft. Ostlich über dem Vereinigungspunkte dieser beiden Täler 
liegt das große Ruinenfeld h. Fakü'a. Das vereinigte Tal nimmt die 



15. Oktober 
1902. 




Hirbet er-Rabba. El-Gämi\ Ornament. 



376 

Richtung gegen W. an und bahnt sicli durch die schwarzen Basalt- und 
Lavamassen des südlichen g. es-Sahrig am Südfuße des nordwärts ge- 
zogenen flachen Rückens g. al-Kawä a den Weg zum Meere hinab. 

Am Nordabhange des g. al-Kawaa beginnt w. ammu Aw c äl mit 
gleichnamiger Quelle. Die ganze fruchtbare Ebene zwischen kar'a oihän, 
g. al-Kawa c a und dem Rande des w. el-M6geb wird ard Gedera genannt. 

Nach einem halbstündigen Aufenthalte beim w. el-Mdeber erstiegen 
wir um 8 Uhr 55 Min. ostwärts den Gipfel des kara Öihän 6 (Höhe 
1060 m). Die Abhänge waren einst durch zahlreiche Mauern in terrassen- 
förmige Gärten umgewandelt worden. Oben auf dem Gipfel sieht man auf 
einer durch Unterbauten künstlich erweiterten Plattform Überreste einer 
viereckigen Festung mit einer großen, birnförmigen Zisterne in dem 
nordöstlichen Teile. Die Aussicht ist wunderschön. 

Um 9 Uhr 43 Min. stiegen wir herab und ritten am Ostabhange 
des Sihan zwischen zahlreichen Überresten alter Häuser mit Zisternen 
dahin. Hier lag also ehedem ein Dorf. In südöstlicher Richtung ge- 
langten wir über die Sultäni- Straße (Höhe 835 m) an das kleine zer- 
störte Dorf h. Denn. 7 Dann lenkten wir nach OSO., folgten dem linken 
Ufer des w. el-Kurri und hielten um 10 Uhr 32 Min. beim h. al-Bälu a, 8 
wo mich Abdallah mit meinen Kamelen erwartete. 

Um 12 Uhr 10 Min. verließen wir h. Bälua in nördlicher Richtung. 
Links blieb h. el- Burdan und h. ed-Dribban (auch ed-Dribbän), rechts 
h. abu Träba am rechten Rande des w. Uhejmer. Um 1 Uhr 25 Min. 
hatten wir rechts am Kopfe des se'ib ammu Klejb die Ruine h. Harbag, 
links den Kopf des sejl Seliha, der sich östlich von h. Frewän in die 
Schlucht el-M6geb hinabstürzt. 

Nach 25 Min. ritten wir an h. Riha vorbei und kamen um 2 Uhr 
42 Min. bei h. Mbattet el-Hägg an (Höhe 800 m) ; wo der Abstieg be- 
gann. Um 3 Uhr 46 Min. erreichten wir zwei Wasserbehälter bei einem 
kleinen römischen Lager (Höhe 250 m) und waren um 4 Uhr 10 Min. 
unten am Bache el-M6geb (Höhe 105 m). 9 

Hier ruhten wir bis 6 Uhr abends aus. Um 8 Uhr 17 Min. hatten 
wir die Hochebene el-Küra erstiegen ; wo wir übernachteten (Höhe 
730 m). Die Nacht war sehr feucht und kühl (7° C) ; so daß wir schon 
um 5 Uhr weiterritten und nach 75 Min. in Dibän eintrafen. 

Dibän 10 (Fig. 178, Höhe 720 m) liegt auf zwei felsigen Hügeln, 
welche die fruchtbare Hochebene el-Küra fast gar nicht überragen 
(Fig. 179). Sie werden abgegrenzt: im S. und W. durch den Lauf des 
henw Libbäd ; im N. und NO. durch das schmale tel c et el-Bakar. Der 



1902. 



377 

südliche Hügel hängt im 0. mit der Hochebene zusammen. Von dem 
nördlichen Hügel wird er durch einen etwa 15 m tiefen Einschnitt ge- 
trennt, sodaß dieser ziemlich allein dasteht. 

Die Südstadt scheint viel älter zu sein. Sie liegt auf dem oberen 
Teile des West- und Nordabhanges des Hügels und hatte eine Um- 
fassungsmauer. In der südöstlichen Ecke ist eine feste Anlage mit 




Schichtenhöhe 5 m. 



Fig. 178. Hirbe Dibän. Situationsplan. 



massiven Wölbungen erhalten. In Dibän findet man fast nirgends Stein- 
plattendecken auf Bogensubstruktionen, sondern nur massive Tonnen- 
gewölbe, die öfters aus schön zugehauenen Steinwürfeln bestehen. 

Auf der Westseite dieser vorspringenden Festungsanlage ist ein 
9 Schritte breites Tor, das rechts und links durch Türme verteidigt 
wurde. Die westliche Festungsmauer ist durchschnittlich l'öwi stark 
und hat vorspringende Türme. Im nördlicheren Teile, wo der Abhang 



378 

abschüssiger ist, war sie durch Stützmauern verstärkt. In der Nord- 
westecke sieht man einen festen Turm und daneben ein 5 Schritte 
breites Tor. Es liegt auf der Sohle des Einschnittes, der den nördlichen 
Hügel von dem südlichen trennt. 

Nördlich von dem Tore beginnt die Umfassungsmauer der Nord- 
stadt; sie ist ebenfalls durchwegs 1*5 m stark und folgt dem Rande des 
Hügels, der hier stellenweise durch Menschenhand korrigiert ist. Recht 
eigenartig erscheint ein 16 Schritte breiter und 20 Schritte langer fester 
Turm, der durch einen von zwei Mauern eingeschlossenen Gang von 
20 Schritten Länge und 3 Schritten Breite mit der Festung zusammenhängt. 

Besonders stark war die Nordwestecke befestigt. Ungefähr in der 
Mitte des Abhanges zieht sich hier ein angelegter Wall. Ostlich von der 
östlichen Umfassungsmauer, etwa Sm tiefer, sieht man einen großen 
Wasserbehälter. An seiner Nordwestecke führt ein 5 Schritte breites, 
stark befestigtes Tor aus der Stadt. Am Ostende des Torweges stand 
ein fester Turm, an den sich ein 44 Schritte langer und 5 Schritte 
breiter Gang anschloß, dessen Fortsetzung gegen S. eine Straße bildete, 
die dann in westlicher Richtung abbiegt und zwischen den beiden Stadt- 
teilen läuft. 

Folgt man ihr, so gelangt man in der Verschneidung bald zu 
einem Tore mit einer jetzt noch wahrnehmbaren Treppe, welche in die 
Nordstadt zu einem 8 m höher gelegenen Platze führt, der als Begräbnis- 
ort benützt wird. Das ist auch der Grund, warum die nächste Um- 
gebung fast gänzlich in Trümmern liegt. Von der ehemaligen Schönheit 
der Stadt zeugen zahlreiche, mit eigentümlichen Ornamenten verzierte 
Türpfosten und Architrave, welche überall umherliegen. Fast in der 
Mitte des schon erwähnten Stadtplatzes sieht man Überreste eines ein- 
zelnen viereckigen Bauwerkes, von dem sich östlich das weißgetünchte 
Grabmal des Sälem ibn Misleh befindet. Der Bau (N.— S.) ist 28 Schritte 
breit und besteht aus zwei Räumen, von denen der östliche 16 Schritte, 
der westliche aber 24 Schritte lang ist; er wird als heiliger Ort mizär 
el-Halil verehrt. Auf der Straße beim Südwestende des Wasserbehälters 
wurde der MesV-Stein aufgefunden, dessen Reste in einer nahen, nörd- 
lich von dem Wasserbehälter gelegenen Zisterne liegen sollen. In der 
Ostseite des Einschnittes zwischen den beiden Hügeln steht das eben- 
falls weißgetünchte Grabmal des Sliman el-Hamdän. 

Die Haupteinfahrt in die Nordstadt befindet sich, wie schon er- 
wähnt, an der Nordseite des Wasserbehälters. Von da kann man in 
östlicher Richtung bis zur Sultani-Straße eine Pflasterstraße verfolgen, 



380 



an deren Ostende man rechts und links Reste von Festungsbauten be- 
merkt. Ostlich von der Sultäni-Straße liegen im Talbette des tiefen 
tel'et el-Bakar die Wasserbehälter der Stadt. 

Das Tal wurde nämlich durch Querdämme gesperrt, welche das 
Regenwasser aufhielten. Die Abhänge sind stellenweise durch Unter- 
bauten gestützt. 

Überall in der Umgebung, insbesondere an der Ostseite der Süd- 
stadt, findet man zahlreiche birnförmige Zisternen, weshalb man genau 
auf den Weg achten muß, wenn man nicht verunglücken will. Die Stadt 
liegt heute fast gänzlich in Trümmern, darum ist es schwer, die Rich- 
tung der einzelnen Straßen und Gassen zu bestimmen. 

Von dem höchsten Punkte der Südstadt sieht man in der Richtung 
335° eine größere feste Anlage, welche den höchsten Punkt der Nord- 
stadt krönt. 

Folgt man dieser Richtung, so erreicht man nach 166 Schritten 
durch lauter Trümmer die nördliche Umfassungsmauer der Südstadt. 
Nach weiteren 110 Schritten gelangt man zum tiefsten Punkte des Ein- 
schnittes, durch den der Weg in der Richtung nach WSW. führt. Dann 
steigt man 42 Schritte zur eigentlichen Umfassungsmauer der Nordstadt 
hinauf, um nach weiteren 10 Schritten zu einer festen, auf dem Gipfel 
eines kleinen Hügels gelegenen Anlage zu kommen. Von da führt der 
Weg über einen freien Platz, dann senkt sich der Hügel etwa um 5 m 
und man erreicht nach 58 Schritten den tiefsten Punkt. 

Nun geht es wieder über große Trümmerhaufen aufwärts, bis man 
nach 78 Schritten zu einer von 0. nach W. gerichteten Mauer kommt. 
Nach weiteren 74 Schritten steht man auf dem höchsten Punkte, der 
die Überreste eines Palastes trägt. 

Der Richtung 335° weiter folgend, gelangt man nach 162 Schritten 
zur Umfassungsmauer. Unterhalb derselben ist der Fels behauen und 
in der Tiefe von 20 m mit einem Walle (Graben) umgeben. In den 
steilen Felsen am linken Ufer des henw Libbäd sieht man einige Höhlen, 
welche ihren Ursprung alten Gräbern verdanken. 

Von Dibän benützten wir um 10 Uhr wiederum die Straße, erreichten 
nach 48 Min. den Kopf des w. abu-z-Zirän und kamen um 11 Uhr 
45 Min. zum Bache el-Wäle. Ohne uns daselbst aufzuhalten, erstiegen 
wir die bergige Landschaft und gelangten um 1 Uhr 20 Min. zum h. Libb. 
Nach 40 Min. überschritten wir das w. el-Habis und erblickten um 2 Uhr 
44 Min. Madaba, wo wir um 4 Uhr 17 Min. glücklich ankamen. 



381 

1 d^jk Jes. i5 8 : d^k nx3i nrhb* D'b:x -ir hkid biaa-pN npyiri ns'pn '3 

nnb'T; AyocXsipi, AtXetp., 'AyeXXtfx; vgl. S. 318, Note II. 

E. Hieronymus, De situ. . ., c. 922: „Agallim, et huius Isaias meminit in vieione 
contra Moab. Est autem nunc Aegalim vicus ad australem partein Areopoleos distans 
ab ea millibus octo". Gemeint ist wohl hirbet el-Gilime nö. \on er-Rabba. 

2 Nach 2 Kg. 3 8 ziehen die verbündeten Könige DVlX ""DIE ""p"! und gelangen, 
die tiefe el-Hasa-Sehlncht umgehend, bis an die Südostgrenze von Moab, wo die 
Moabiter die Wasserplätze und die Straße nach bir en-NAjem besetzt halten (3 21). Auf 
die Weisung ElisVs hin sollten die an Wassermangel leidenden vereinigten Truppen, 
wie es auch die Beduinen tun, im Talbette D"Oa D'Oa ,17,1 bnaPT HIT}? künstliche Ver- 
tiefungen, rudrän, herstellen, damit das aus dem östlichen gebel Hgfinagein kommende 
Regenwasser aufgehalten werde und nicht sofort verschwinde. 

3 Deut. 2 8 : nXIB *Q1Ö "pX 

4 'Ejr ,-^aM erinnert an T]7, 1p, Areopolis. 

5 *\j? Die Hauptstadt von Moab, Jes. 15 1, und dann auch das Land zwischen 
Arnon = el-MÖgeb und al-Hasa; Deut. 2 9-29 : rWV -tfrnK Tina B'fr-'ab TD. 

E. Hieronymus, In Isaiam 15 i, I.e., c. 171: „Moab provincia est Ar ab um. 
Huius metropolis civitas AR (11?) quae hodie ex Hebraeo et Graeco sermone composita 
Areopolis nuneupatur; non ut plerique existimant, quod 'Apsio;, id est Martis ci- 
vitas sit." 

E. Hieronymus, De situ . . ., c. 955: „Moab, ab uno filiorum Lot, qui vocabatur 
Moab, urbs Arabiae, quae nunc Areopolis dicitur, sie vocata est. Appellatur autem 
Moab ex nomine urbis et regio. Porro ipsa civitas, quasi proprium vocabulum pos- 
sidet: Rabbath Moab (id est grandis Moab)"; c. 922: „Ariel . . . Hanc putant esse quidam 
Areopolim, eo quod ibi usque nunc Ariel idolum colant, vocatum <xkq xoü 'Apsio;, id 
est, a Marte, unde et civitatem dietam suspicantur" ; ed. de Lagarde, p. 98, 137, 228, 276. 

Notitia Dignitatum, 1. c, p. 81: „Equites Dalmatae Illyriciani Areopoli". 

Sozomenus, Historia ecclesiastica 7 15 , ed. Migne, Patrol. gr. t. 67, c. 1457: Eiastt 
8e y.txxa. jcdXet$ ttva«; :rpo8uu.u>; u^Ep£p.a^ovTo tcov vawv ol 'EXXrjv.axai * rcapa jxev Apaßtoi;, üsTpalot 
x.ai ApsoTioXlrar rcapa ös IlaXouaTivof:;, 'Pa^iwrat xai Ta^ato'.. 

Le Quien, 1. c, p. 735: Bischöfe 449, /Vvaaraato;, 518 IIoXu^po'vios, 536 'HXia;. 

Wilermus Tyr. XXII, 14, 15: (1182) „Salahadinus . . . juxta praesidium, quod di- 
citur Mons Regalis, quasi ad decem milliaria castra metatus est . . . Rex vero iuxta 
urbem veterem (= ar-Rabba), cui nomen Petra Deserti, in seeunda sitam Arabia, 
castra locaverat, ab exercitu Salahadini triginta sex vix distans milliaribus . . . Sala- 
hadinum usque ad locum cui Gerba (h. und 'ajn al-Gorba' *b..i.\ .*r*s 3 «JJo ,.=*-) nomen 
permiserunt accedere, ubi aquarum . . . omnem reperit abundantiam. Audientes ergo, 
quod ad praedictum jam pervenisset locum, iterum decreverunt nostri ad aquas quibus 
nomen Ras el-Rassit (ras el-Hasa oder ras el-Hasi ^*i.\ L y\y gemeint ist 'ajn el- 
Bze'ijje <^^ä^j.^)\ -y^t) ibi oecurrere. Quod si factum fuisset per ulteriorem solitu- 
dinem oportuisset eum iter coeptum agere . . . Quod propositum cum non fuisset 
effectui maneipatum, accessit ad praedietas sine difficultate aquas; od inde . . . Da- 
mascum pervenit". 

Abu Säma, 1. c, S. 248: (Ende Oktober 1183, Saläheddin) ^Ju^k Lß s jU* ? 



382 

Abulfeda, 1. c, S. r£i f.: äJbjw« < >U>^ . . . *ULLJ\ ^^ . . . üoJ\ ^a » < >Lo 

j*&Z> jS> ^_->UJ 3 • • • JU-&J\ ^-^ ^ ^"^ **- **^ Cr* ü"^ o^ ^-^ o & 

■^*-" 0**^3 
ß Abulfeda, 1. c, S. r£v: ^.^o £A»J\ LJ i\ äLsJu^ A*j\j *^ o-" l j^^.3 

Jacuts Geographisches Wörterbuch, ed. Ferd. Wüstenfeld, III, Leipzig 1868, 

• • • dA-O-9 • • • ^yOjJL*^ C^-^i ^\ JZl*.9 r^S. ^jAAi^A &.+~< <^>j.J&>\ 

7 E. Hieronymus, De situ . . ., c. 937: „Dannaba ... et est usque hodie villa 
Dannaia, in octavo milliario ApsoTroXsüj; pergentibus Arnonem; et altera Dannaba super 
montem Phogor in septimo lapide Esbus". 

8 Al-Idrisi, ed. Gildemeister, S. r • : ^^ *— 'r^r*. <JLoj^ ^\ ^J».*) ^y* ^t^^ 

^\ AJ<* 2 '<&•*•** (? Bälü c , f^Jb) £^o <^\ <^.w>^ iL-olc Äju* (^Aj (Jj^-* OU 
3oJ» (^5 A ^ ÄL=*...w> (Xx-o, Ä-Xwo) £>o J\ <*JLo ^ ^JLä-^ (at-Tenijje, A^-i*3\) £^X.-J\ 

9 J'nX; die Arme Arnons (Num. 21 13-15) . ^yUJuvJl ^>\ 3 TM bn3) 3PÖ 
ba3Ü (w. Sa'ide Ü^ju*j ^5^3) K3ttTI "Wöa 11PX pns inj?» 13IT1 11703 (wädi es-Sultäni 

(w. es-Suiiäni nebst) |i3iK a^nan-nx! (h. süfa ^s^-co X^rL) nsiaa anrnx ♦ ♦ ♦ "HÖHn 

sejl el-Mheres ^ r^v^l ,3^-"J> welches das c Ar- Gebiet gegen Osten abgrenzt) 
."TP na'tf b ntD3 "IPX D^n:n "Itt'Xl (und el-Rwer ^.3*Jt ^3 

E, Hieronymus, Do situ . . ., c. 909: „Arnon, rupes quaedam in sublime porrecta 
in finibus Amorrheorum inter Moab et Amorrhaeos. Moab vero Arabiae civitas est, 
quae nunc Areopolis nominatnr. Ostendunt regionis illius accolae locum vallis in 
praerupta demersae satis horribilem et periculosum, qui a plerisque usque nunc Arnonas 
appellatur: extenditurque ad septentrionem Areopoleos: in quo et militum ex omni 
parte praesidio distributa plenum sanguinis et formidinis testantur ingressum." 

Al-Idrisi, ed. Rosenmüller, S. 4, ed. Gildemeister S. 0: ^X^s. ,J\ (Ä-Sy 6 ) {-$«*•* 3 
^5 ^.äÄJI ^^^c <»-^ c >\$ 3 A 3 ^^ä-^^-^ ^ «J^rt J-^* (^ 5 ^ Ä ^ 3 cj^rt ^-^ j~+^ 

Jaküt, 1. c, IV, S. tva: ^IäX^J\ 3 ^jJül ^^o ^LäJU j^Jl^ vJ^-w^iJ\. 

10 pn"n Num. 2130 ; die Bollwerke werden erwähnt: Jer. 48 18: W\ TQ3ö HH 

T'^issö nntr *]a nb]? nsiö nmt» »a jwrna na^ 1 sö^d, Jes. i5 2 : pnn n-an Au^roOe 

£^' eauTot?, aTToXsrrat yap -/.ai A/jßwv (Aaißr]0(ov) ou 6 ßco[ib; u[xojv. 

Mesa c - Inschrift 21 ff.; ♦ \njn * "[3X1 I bsj?n nöm ♦ pÖT.1 ♦ n^H ♦ HH^p ♦ ^33 ♦ "J3K 

♦ p[öb ♦ niwxn ♦ ^xba . ti^j? ♦ "isxi ♦ *\b& . na ♦ 'n:a . "]3ki i nnb"!3ö ♦ ^run ♦ "[3xi ♦ nnrir 

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III. 



Von Mädaba nach Hesbän, Bejt Zer c a und 
umm el-Brac. 

Am 12. Oktober 1902 ritt ich um 8 Uhr 13 Min. mit Halil es- 
Swälhe von Mädaba nach Hesbän, wo wir um 9 Uhr 47 Min. anlangten. 

Hesbän 1 (Höhe 874 m) liegt auf einem langen, von N. nach S. 
ziehenden Hügel (Fig. 180), der im O. von tel'et el-Merbat, im W. von 
henw el-Härät und im S. von tel'et umm Tejne begrenzt ist. 

Das Ruinenfeld von Hesbän zerfällt der Lage nach in drei Teile, 
deren Entstehung in verschiedene Zeitalter fällt. 

Die älteste Stadt liegt auf einem stumpfen Kegel, der im S. und 
N. teils von Natur aus, teils durch Menschenhand von dem Hügelrücken 
abgetrennt ist. Sie ist von einer starken, meist aus Swän-Blöcken er- 
richteten Mauer eingeschlossen. 

Nordöstlich von diesem Kegel auf der südlichen Abdachung des 
umm ed-Dahab 2 liegt die jüngste, mehr dorfartige Ansiedlung, wogegen 
am Südfuße des Kessels und auf dem hier flachen und breiten Rücken 
sich die mittlere, der griechischen und römischen Periode angehörende, 
mit Pracht aufgeführte Stadt ausdehnt. 

Der Kegel trägt einen 50 m langen und 48 m breiten (Richtung 48°) 
Bau, dessen 0*98 m starke Außenmauer aus unbehauenen Blöcken besteht. 
Im östlichen Teile dieses Baues, an der Südmauer, sieht man einen 
ll*8m breiten Raum mit vier Säulen. Die östliche Säule steht 1*7 m 
von der Ostmauer ab, ruht auf einem viereckigen Piedestal von 1 m im 
Geviert und hat einen Durchmesser von 0'65m. Zwischen der zweiten 
und dritten Säule befindet sich die viereckige Öffnung einer großen 
Zisterne. Nördlich, und zwar 3*83 m weit von den Säulen, sieht man 
einen 8'6m langen (S. — N.) und 5*64 m breiten gepflasterten Platz, der 
5 m von der Ostmauer und 6 m von der 0'7 m starken Nordmauer ent- 
fernt ist. Die letztere, die zur Akropolis gehörte, hatte 16 m von der 



384 

Nordostecke entfernt ein 1*17 m breites Tor (Fig. 181). Die Mauerstärke 
beträgt hier l a I3sn. Die einzelnen behauenen Steine, aus denen die 
Mauer besteht ; haben 1*94 m Länge, 05 m Breite und 05 ra Höhe. Die 
Mauer ruht auf Fundamenten, die aus rohen Blöcken bestehen und bis 
5m tief gehen; die oberen Teile sind aber jüngeren Ursprunges. 




Schichtenköhe 5 m. 



Fig. 180. Hirbet Hesbän. Situationsplan. 



Von der Südostecke der Akropolis sieht man in der Richtung 142° 
die Nordostecke eines Wasserbehälters. Folgt man dieser Richtung ab- 
wärts, so gelangt man auf eine alte Straße und nach weiteren 118 Schritten 
auf die Sultäni- Straße. Von da erreicht man nach 132 Schritten die 
Nordwestecke des Wasserbehälters, der 67 m in der Länge (S. — N.) und 
46 m in der Breite mißt. In der Nordmauer (Richtung 300°) sind noch 



385 

neun und in der Westmauer aeht Reihen von Quadern von 076 m Länge 
und 0*35 m Höhe erhalten. Die Mauern sind 1*45 m stark und haben 
zwischen den Randquadern Füllungen aus Feldsteinen. 

Von der Südwestecke des Wasserbehälters sieht man in der Rich- 
tung 278° am Südwestende der Stadt die Südostecke einer festen An- 
lage namens el-Kafa. Dieser Richtung weiter folgend, kreuzt man nach 
140 Schritten die Sultäni-Straße, hat nach weiteren 30 Schritten rechts 
und links Zisternen und gelangt nach noch weiteren 130 Schritten zur 
Stadtmauer, von der 100 Schritte entfernt ein halbverfallener Palast 
steht. In der Richtung 355° von diesem ragt noch der Schaft einer 




Fig. 181. Hirbet Hesbän. Ein Architrav. 



Säule empor. Will man zu ihr gelangen, so kreuzt man nach 64 Schritten 
die alte, oben erwähnte Straße. 22 Schritte weiter trifft man die er- 
wähnte Säule, die wahrscheinlich einst einem Tempel angehörte, da in 
ihrer Nähe noch Rumpfe von mehreren anderen Säulen zu sehen sind. 
Etwa 70 Schritte weit von ihr liegt in der Richtung 290° ein ziemlich 
gut erhaltenes Gebäude. Sonst ist alles fast gänzlich zerstört, sodaß es 
dem Forscher sehr schwer fällt, sich zurechtzufinden. 

Das Gebäude el-Kal c a wurde in allerjüngster Zeit zu einem Wohn- 
hause hergerichtet und dient jetzt einem Kaufmanne als Geschäftsraum. 
Südlich davon führt ein Weg von SSO. nach W. zum w. Hesbän. Süd- 
westlich von el-Kafa sieht man noch mehrere andere Anlagen. Ins- 
besondere gut erhalten ist ein gegen NW. gerichteter viereckiger, 
46 Schritte langer (Südseite) und 40 Schritte breiter Bau mit acht 

Musil. Arabia Petraea. I. Moab. 25 



386 

Kammern. Westlich und südwestlich davon ist das felsige Terrain, das 
unzählige Gräber faßt, stark zerklüftet. Die meisten Gräber, die ich 
betreten habe, sind arg beschädigt und werden als Schafhürden benützt. 
Ich hätte sie gerne näher untersucht, allein eine Unzahl von aus- 
gehungerten kleinen Flühen, die mich hier überfielen, zwangen mich 
zu schleuniger Flucht. 

Will man von der Altstadt aus die nördliche Vorstadt besuchen, 
so schlägt man von ihrer Kordostecke die Richtung 10° ein, gelangt 




Fisr. 182. Hirbet Hesb; 



Gräberanlaere. Grundriß. 



nach 150 Schritten auf einen Sattel am Fuße des Hügels, nach weiteren 
40 Schritten zu einem nach NW. führenden Wege, betritt dann die 
Vorstadt und erreicht nach weiteren 136 Schritten in der Nordostrich- 
tung ihr Nordende. 

Die Nordseite der Vorstadt ist nur 84 m lang (0. — W.). Von der 
Nordwestecke gelangt man in nördlicher Richtung nach 23 Schritten 
zu einem nach NW. laufenden Wege, von dem 20 Schritte entfernt sich 
ein Wasserbehälter von 14???. im Geviert befindet, dessen drei Seiten in 
den Felsen ausgehauen sind, während die Westseite aus Mauerwerk be- 
steht. In denselben führen von 0. vier breite Stufen hinein. Von da 
erreicht man nach 20 Schritten einen Turm von 4 m im Geviert. 










Fig. 183 und 184. Hirbet Hesbän. Gräberanlage. Grundriß und Querschnitt. 



388 

Von der Nordwestecke der Vorstadt gelangt man in südwestlicher 
Richtung nach 25 Schritten zu einem viereckigen Tempel von 6 m Länge 
(N. — S.), 4'5m Breite und 0*75 m Mauerstärke. Die Mauern zeigen Reste 
von Säulen; eine solche Säule, welche 0'9w Höhe und 0*32 m im Durch- 
messer mißt und ein jonisches Kapital hat ; steht an der Nordmauer 
3 m weit von der Ostecke. 

Von der Südwestecke dieses Tempels erreicht man in südwest- 
licher Richtung nach 17 Schritten die Nordostecke einer Kirche, die 
gut orientiert, aber gänzlich zerstört ist, sodaß man nur die Grund- 




Fig\ 185. Hirbe Bejt Zer c a von Norden. 



mauern aufnehmen kann. Sie sind 22 m lang (0. — W.), 17*3 m breit 
und O'Sm stark; die Ostmauer hat in der Mitte eine Apsis von 7'3m 
Breite und 4*57 m Tiefe. In der Nähe trifft man auf Steine von 2-18 m 
Länge, 055 m Stärke und Breite. 

Westlich grenzt die Talsohle des el-Härät an; man hat sie geebnet 
und durch mehrere Dämme gesperrt, um das Regenwasser auffangen zu 
können. Am rechten Ufer sieht man im felsigen Abhänge des Hügels 
el-Kurmijje zahlreiche Gräber (Fig. 182, 183, 184) und Zisternen. Überall 
stößt man hier auf Spuren alter Weinberge, die einst die gesamten felsigen 
Abhänge belebten, während im S. fruchtbare Felder sich ausdehnten. 

In Hesban blieben wir bis 3 Uhr 15 Min.; dann führte uns die 
Sultani-Straße nach el-'Äl, 3 wo wir nach 26 Min. anlangten. 








V 







; 






390 

Die Ruinen von el- c Al bedecken den Gipfel und Südabhang einer 
930 m hohen, felsigen Kuppe und waren im Jahre 1896 noch ziemlich 
erhalten. In den letzten Jahren aber haben die Fellahin hier Hürden 
errichtet, wodurch manches zerstört wurde. Auf dem Gipfel stehen 
noch mehrere schlanke Säulenstumpfe, wie man da überhaupt sehr viele 
Reste von Säulen bemerkt. 

Von el- c Al folgten wir seit 3 Uhr 50 Min. der Sultäni-Straße süd- 
wärts und betraten nach 10 Min. eine andere gepflasterte Straße, die 
gegen NO. führt. Um 4 Uhr 20 Min. kreuzten wir ein Tal, welches 
von der mudawwarat el-'Al genannten Ebene kommt, und 5 Min. später 
stieg ich in h. Bejt Zer'a ab. 

Bejt Zer c a 4 (Fig. 185, Höhe 880 m) bildete einst einen großen und 
wichtigen Ort. Er liegt auf einer breiten, flachen und felsigen Boden- 
welle, die, im S. und 0. von dem w. Hanafis abgeschlossen, im N. in 
die fruchtbare Ebene al-Mudawwara übergeht. 

Die Anlage setzt sich aus zwei Teilen zusammen, der nordwest- 
lichen Festung und der südöstlich sich ausbreitenden Stadt. Was von 
den Mauern noch übrig geblieben ist, läßt erkennen, daß sie mit großer 
Sorgfalt zum Teile aus Hausteinen errichtet waren. Fast in einem jeden 
Hause befindet sich eine birnförmige Zisterne. Die Lage ist eine sehr 
vorteilhafte. Von Bejt Zer c a ritten wir über das w. Hanafis in südöst- 
licher Richtung und erreichten nach 20 Min. h. umm el-Brac. Es liegt 
am Südende einer kleinen Ebene, die zwischen der Bodenwelle von 
Bejt Zer'a und dem nördlichen Ausläufer des g. es-Samac keilförmig 
eingeschoben ist. Im östlichen Teile sieht man zahlreiche Felsengräber 
mit Bogentüren und einen schönen Wasserbehälter, der in den Felsen 
eingehauen ist — darum auch der Name ,Mutter der Teiche' — und 
im westlichen Teile eine eigentümliche, ebenfalls in den Felsen einge- 
hauene Anlage namens el-Birce (Fig. 186). 

Die Ostseite der Anlage (Fig. 187, 188) lehnt sich an den steilen 
Felsenabhang, die übrigen Seiten liegen frei. Das ganze el-Birce besteht 
aus vier Teilen. Den Mittelpunkt bildet ein viereckiges Becken, an 
dessen S.-, O.- und N. -Seite je eine Bank ausgemeißelt ist. Jede dieser 
Bänke ist wieder besonders geteilt. 

Den Zugang vermittelt in der nordwestlichen Ecke der Nordwand 
eine Treppe von zwei 0*9 m langen, 0*25 m breiten und 0*2 m hohen 
Stufen. Sie führt zu einer viereckigen ebenen Fläche hinab, die 1*65 wi 
lang (N.— S.), l'bm breit und im N. und W. von einer 0\34m hohen 
Felswand eingeschlossen ist. 



391 





Fio-. 187 und 188. Hirbet umm el-Brac. El-Birce. Grundriß und Längschnitt. 



392 

An der Nordwand, und zwar an ihrer Westecke, befindet sich eine 
rechteckige Grube von 1*2 ra Länge, 0*33 m Breite und 0'12m Tiefe. 
In der Mitte dieser Fläche sieht man eine runde, kaum 0*04 m tiefe, 
tellerartige Ausnehmung von 0*75 m Durchmesser. Von ihrer Südseite 
läuft nach S. eine Rinne von 0*12 m Breite und 0*04 m Tiefe. Gegen 
O. ist diese Fläche durch einen 0*38 m breiten und oben 0*12 m (-j-0 , 34w) 
hohen, gegen S. abfallenden Felsenrand abgegrenzt. An ihn schließt 
sich eine zweite ähnliche Fläche von 1*83 m Länge und 1*2 m Breite. 
Ein Hm langer, 0*26 m breiter und kaum 0*08 m hoher Felsrand trennt 
sie von einer dritten Fläche, die 1*65 m lang (0.— W.) und 1*1 m breit 
ist. Ihre Südseite bildet eine viereckige, gegen O. ansteigende Fels- 
schichte, die 1*15 m lang (0. — W.) und 07 m breit ist. In der Ver- 
längerung der Westseite dieser Schichte bemerkt man einen viereckigen, 
0*4 m langen (0. — W.) und 0*35 m breiten Vorsprung, der schon zu der 
Ostbank gehört. 

Diese besteht ebenfalls aus zwei viereckigen Flächen. Die nörd- 
liche ist 1*83 m breit, 2*06 m lang und gegen W. offen, während sie auf 
den übrigen Seiten von i'4m hohen Felswänden abgeschlossen ist. Ein 
1*4 m hoher und 05 m breiter Felsrand trennt sie von der zweiten Fläche, 
die 2*4 m Länge und 1*83 m Breite mißt. 

An den Vorsprung der Südwand lehnt sich ein 0*6 m breiter, 2*08 m 
langer und l*5m hoher Felsrand. Seine Südseite ist jedoch nur Im 
lang und gehört bereits zu der Südbank, die zwei ähnliche Flächen auf- 
weist. Die östliche ist 2 m lang (O. — W.), 1*82 m breit und wird durch 
einen 0'4m breiten, 1*68 m langen und O'lm hohen Felsrand von der 
zweiten Fläche geschieden, die ein 0*3 m breiter Rand gegen W. ab- 
grenzt. 0*72 m von der Ostecke sieht man in der Nordwand eine eigen- 
tümliche Erweiterung. Ein 0*08 m tiefer Schlitz geht zuerst 0*55 m weit 
nach N., dann 0*04 m nach W., endlich wieder O08m nach N. und 
schließt sich dann, sodaß von dem 0*76 m breiten Rande hier nur eine 
0*14 m starke Schichte übrig bleibt. 

Das viereckige Becken liegt um 0'65 m tiefer als die Flächen der 
Bänke und wird auf allen Seiten von senkrecht zugehauenen Felsen 
abgesperrt, l'lm südlich von der Nordostecke, und zwar 0*96 m west- 
lich von der Ostwand, sahen wir eine viereckige Grube von 1*15 m 
Länge (W. — O.), 1*05 m Breite und 0*55 m Tiefe, an deren südwest- 
lichen Teil sich eine zweite runde von l'l m Tiefe und l'lm Durch- 
messer anlehnt, in welche die oben erwähnte Rinne mündet. Rechts 
und links, und zwar 0*08 m weit von der Rinne, bemerkt man an der 



393 

Nordwand je eine gegen S. abgerundete, Im lange (N. — S.), O'iom 
breite und ungefähr 0*04 m tiefe Grube. 

Eine dritte von elliptischer Gestalt liegt 0*2 m weit von der Nord- 
wand und 0*17 m westlich von der westlichen Vertiefung. Dieselbe ist 
06 ra lang und 0*38 m breit. In der Verlängerung ihrer Ostseite läuft 
ein 0'05m hoher Rand 1*9 m weit nach S. zu einer 0*38 m langen 
(W.— 0.), 0*36 m breiten und 0*03 m tiefen Grube, die eine 0*02 m breite 
Felsschichte von einer anderen von 0*38 m Breite, 0*46 m Länge (N. — S.) 
und 0*3 m Tiefe trennt. 

In der Südwand, und zwar westlich unter der Erweiterung der 
Südbank, sieht man eine Altarnische, die einen heiligen Stein (Symbol) 
bewahrte. 

Von umm el-Brac begaben wir uns um 5 Uhr 42 Min. über es- 
Sämac nach h. el-Mäsüh 5 und langten um 7 Uhr 50 Min. in Mädaba an. 



1 fOtPH Num. 2125; Jes. 16 9: tra osvSpa aou x.aiaßaXsv 'Eaeßcbv xai 'EXeaXij. Flav. 
Jos., Antiq. XV 294 : (Herodes) h xe tw jxeyaXw ttsSico töjv ^uXektiov tarcetov 7cept autbv 
äjtoy.Xrjptoaa? X 10 ?^ 07 ffuvexTiaev im T7] raXtXoaa Taßa y.aXou£j.£vov /.od t?j üspaia rr)v 'EaeßamTiv. 

E. Hieronymus, De situ . . ., c. 939: „Esebon . . . Porro nunc vocatur Esbus, 
urbs insignis Arabiae, in montibus qui sunt contra Jericho, viginti a Jordane millibus 
distans." 

Chronique de Michel le Syrien, ed. J. B. Chabot I., Paris 1899, S. 124: 325 
Bischof Gennadios; Le Quien, 1. c, p. 863, 764: (Mitte des V. Jahrh.) Zojj'o;, 649 
0£ootopo; (650 Bischof Avxdvto;). 

Abu Säma, 1. c, S. 251 ff. : (Ende September 1184 muß Saläheddin die Be- 
lagerung von el-Kerak unterbrechen) JJü\ rj^ ^ *>ä3\ j-.,ojb .^UaJU*J\ .L-o 1$ 
$*j& ^Ic «UÜUJb Jjä i^^ j^3 (nicht Ä.J\^J\) JIäJI <0 JUo 5^5^ ^J^ ^ 

• dS'j.JÜl ^jwolS V^ p • • ■ (nicht ÄJ\^Jb) JUJb o*-*"^* *V^-? 

Vgl. Bahaeddin, I.e., S. 81 f , 256: \yi\S 3 ^^\ p JIaM Us lkUJ\ ^-^9 

fjkx3\i v*X).^s^.3\ i^Ä^j dJLiCLi g^o^-Jt ^XJö*_5 (nicht ÄJ\^J\) JIaH aJ^JL« ^ 

Abulfeda, I.e., S. rnf. : zL^vä-o äjJb ^ä»^ . . . ^U^*:*. «UUuJl k'^U'^ 

siehe S. 355. 

Halil b. Sahin az-Zäheri, I.e., S. £i: eJo^sL ÜLäUJ 1^*9 ^L^uaä. Ä^fj.* Lc\ 3 

2 Siehe S. 382, N. 7. 



394 

3 nWx Num. 32 3.37, Jes. J6 9. 

E. Hieronymus, De situ..., c. 940: „Eleale . . . sed et usque villa grandis 
ostenditur in primo ab Esbus milliario;" vgl. Note 1. 

4 ~lTI?^ Num. 2 1 21 (LXX B ed. de Lagarde) : ort 'Ia^rjp opia uiäSv Ap.fj.i6v saxtv. 
(Gutes Weideland) Num. 32,1: TOpÖ Ülpft u.ir pKTlK. 

1 Mak. 58; (Judas) y.ou Ttpo/.arsXaßs ttjv 'Ia^v. 

E. Hieronymus, De situ..., I.e., c. 909 sq.: „Asor, sive Iazer, terminus urbis 
Amnion, quae nunc Philadelphia dicitur, ... et est in oetavo cisciter lapide ejus ad 
solis occasum vicus Iazer usque in praesentem diem permanens;" ed. de Lagarde, 
p. 86 Azor, p. 212 A£top, A^p. 

1. c., c. 951: „Iazer ... in deeimo lapide Philadelphias ad solis occasum ... et 
distat ab Esebon millibus quindeeim, e qua magnum flumen erumpens, a Jordane sus- 
cipitur" (hier meint er es-Sür); ed. de Lagarde, p. 131, 264: . . . sv T?j vjv üspaicc xr t c, 
HaXataxivr]; urap tbv 'Iop8av/]v . . . 

5 Jäküt, 1. c, III, S. ao=i : f ta\ ^s gy*» ^_$$*)b\ <Ä-^c\ ^ . . • jJlsL ^ js.-ot.vo * 

^r* ^9 ('Amman) ^Cc ^s (^^\) ^yas? j (Ziza) stj^j <—>j£.j <^_\a ^5-^ 
^^.a^c £ LäJ ^3 »Loi • . . ^v-o\ ^-O ^j-^o ä'jL.i. <^^\ v_l>»^.-ö5\ ^ . . . j^äJI AJjJ^JL) 

L*-^. ^^JCjJüI ^ft 5^=i-\ i^-*» 2 *- ^"jA^j a^ols- .JLo ^ (^^ J[fr». (fr-^ 9 Lü\ 
. . . dols.* ! dJ^s. JjjjÄSj <*o ^sls ^/aa. ^-<a^- W^3 (Hesbän) ^LJLä. äo^s J\ ^Loi 









IV. 



Von Mädaba nach h. c Atärüs und über Mä c in 

zurück. 

Von Halil es-Swälhe begleitet, begab ich mich am 13. Oktober 
1902 um 5 Uhr früh nach 'Atärüs. 

Von Mädaba folgten wir der Sultani-Straße südwärts und waren um 
7 Uhr 8 Min. auf dem flachen Hügel ; an dessen westlichen Ende h. Butan 
el-Barl ; etwa 300 m westlich von der Straße, liegt. Ostlich unten am 
rechten Ufer des w. el-Habis sahen wir h. Harüfa und südlich bei ihm 
h. Satiha. Letzterem gegenüber mündet das aus ONO. kommende tel'e 
Salma und weiter südlich davon tel'e Besir el-Hlejjel. Etwa 200 m 
östlich von der Stelle, wo die Sultani-Straße das w. el-Habis kreuzt, 
nimmt letzteres links das von SO., von ed-Dlelet el-Rarbijje, kommende 
tel'et H redin auf. 

Um 8 Uhr ließen wir h. Hredin links und ritten gegen WSW. 
Wir schlugen einen alten Weg ein, der auf den felsigen, die Wasser- 
scheide zwischen dem nördlichen w. el-Habis und dem südlichen w. 
el-Wäle bildenden Rücken führt. 

Um 8 Uhr 53 Min. kreuzten wir den Anfang des w. al-Mwakkar, 
kamen um 9 Uhr 4 Min. bei tel r et Hmeta an, durchquerten um 9 Uhr 
20 Min. das tel c e Frü c Zejt, erreichten um 9 Uhr 49 Min. den g. 'Atäriis 
und stiegen um 10 Uhr 21 Min. im h. 'Atärus ab (Höhe 750 m). 

c Atarüs x (Fig. 189) liegt auf einem von ONO. nach WSW. ziehen- 
den felsigen Rücken, der die Wasserscheide des w. Zerka 3 Ma'in und 
des sejl Hejdän bildet, und zwar auf einer kleinen Erhöhung, die im 
NO. von tel'et el-Msahalle und im S. von tel'et umm Hashäsa ab- 
geschlossen ist. 

Ein 12 Schritte breiter und 4 — 10 m tiefer Graben trennt die 
Stadtkuppe von der südlichen Fortsetzung des Rückens und ein ähn- 
licher Graben ist auch an der Nordseite sichtbar. Der Westabhang ist 



396 

sehr steil, der östliche ebenfalls, nur daß das tel'et umm Hashäsa nicht 
sehr tief ist. 

Das linke Ufer des tel f et el-Msahalle verflacht sich gegen NO. 
Hier lag ehemals eine Art Vorstadt, während heute dort nur fünf Hütten 
stehen, die als Getreidekammern dienen. 

Auf dem Gipfel der Kuppe steht ein heiliger Baum, und zwar in 
der Mitte eines großen viereckigen Baues, der ebenfalls als heilig gilt. 







Fig. 189. Hirbet 'Atärüs. Situationsplan. 



In der ehemaligen Stadt ist kein einziges Gebäude erhalten geblieben, 
die Grundmauern sind zwar hie und da sichtbar, aber stark verschüttet. 
Ornamente fand ich hier keine. 

Um 12 Uhr 10 Min. verließen wir b- 'Atärüs und kamen über 
g. 'Atärüs auf einem sehr schlechten Wege um 2 Uhr 50 Min. zu den 
Klausen von abu Star. Ohne Aufenthalt ritten wir nordwärts. Der 
Weg war verhältnismäßig gut. Um 3 Uhr 48 Min. waren wir auf dem 
Südostfuße des Hügels Main (Höhe 745m). 



397 

Ma in 2 (Fig. 190) liegt am Ostabhange des von N. nach S. sich hin- 
ziehenden Sefa'-Gebirgsrückens, der die Grenzscheide zwischen dem Toten 
Meere, el-R6r und al-'Araba einerseits und dem Osten anderseits bildet. 

Es krönt den Scheitel einer mächtigen, hohen Kuppe, die im W. 
durch einen schmalen Kücken mit dem Gebirge zusammenhängt, gegen 
N., O. und S. aber steil zur Ebene abfällt. Von N. und O. sammelt 




Fig. 190. Hirbe Ma in. Situationsplan. 



sich das Regenwasser im w. el-Mlühijje, von W. und S. im w. ed-Dejr. 
Beide vereinigen sich und bilden das w. abu Hadba. Das Tal und 
ebenso die östlichen Abhänge sind ungemein fruchtbar, während das 
westliche, mehr felsige Terrain gute Weide liefert. 

Von hier aus erscheint der Lauf des ed-Dejr in der Richtung 312°. 
Wir ritten durch dieses Tal aufwärts und gelangten nach ungefähr 
6 Min. zur Mündung von tel'et el-Birce und sahen südlich einen Turm. 
Dem el-Birce zu Fuß talaufwärts folgend, kommt man an mehreren 
Zisternen vorbei und gelangt nach 400 Schritten zu einem 40 Schritte 



398 

breiten und 176 Schritte langen Damm, der das Talbett quert und einen 
Wasserbehälter bildet. Bei seiner Südwestecke fand ich eine griechische 
Inschrift. Zu beiden Seiten des Talbettes ziehen sich gegen Norden 
340 Schritte weit starke Mauern. 

Der Westmauer folgend, bemerkt man nach 40 Schritten links 
mehrere Zisternen, von denen eine schöne Blumenornamente aufweist, die 
in den Zement welcher den Verputz bildet, eingepreßt sind. 200 Schritte 
weiter ist der nördliche Teil des Wasserbehälters in der Länge von 
100 Schritten halb verschüttet und in einen Garten verwandelt. 

Oberhalb der Nordseite des Wasserbehälters ist eine fast 2 m 
starke Mauer von W. nach 0. aufgeführt und 38 Schritte weiter nörd- 
lich sieht man eine zweite fast ebenso starke, die mit der ersteren parallel 
läuft und offenbar den Zugang zu der am Westabhange gelegenen Vor- 
stadt zu verteidigen hatte. 

Die Vorstadt, die auf einer felsigen, nach 0. geneigten Fläche von 
300 Schritten Länge (N. — S.) und etwa 100 Schritten Breite westlich 
von dem Wasserbehälter gelegen ist, hat unzählige Zisternen und einige 
große feste Höfe, die noch jetzt als Schafhürden bezeichnet werden. 
Die Höfe enthalten gewöhnlich in einer Ecke einige Wohnräume, sonst 
sind sie leer; allein ich glaube, daß an den Mauern arkadeüartige 
Gänge angebracht waren, die auf Pfeilern ruhten und mit Steinplatten 
überdacht waren. 

Den nördlichen Teil der Vorstadt bildet eine 170 Schritte lange 
und 144 Schritte breite (0. — W.) Anlage, deren Nordmauer mit den 
Mauern des Sattels zusammenhängt. In der Mitte des letzteren liegt 
eine zerstörte dreischiffige Basilika von 30m Länge und 19*5 m Breite; 
ihre Mauern haben 1*1 m, nur die Südmauer 2 m Stärke. Im Innern der 
Basilika bemerkt man 3*6 m westlich von der Nordostecke der Außen- 
mauer eine angebaute Mauer von 0'85m Stärke und südlich von ihr 
eine 3*5 m breite und 2'3m tiefe Apsis. Durch eine l'lm starke Mauer 
ist sie von der mittleren, 5*5 m breiten und 3*6 m tiefen Apsis getrennt. 
Zahlreiche Säulenreste und Kapitale, die da herumliegen, liefern den 
Beweis, daß die Kirche durch Säulen in drei Schiffe eingeteilt war. 
Den Platz, wo einst die Tür stand, konnte ich nicht mehr bestimmen. 
Vor der Kirche befindet sich ein 26 Schritte langer (0. — W.) Vorhof, 
dann folgt eine massive, 10 Schritte lange Quermauer und mitten hinter 
derselben liegt eine Zisterne. 

90 Schritte östlich von der Zisterne gewahrt man in der Um- 
fassungsmauer, die von N. nach S. läuft, ein Stadttor, von dem man 



391) 

nach 86 Schritten in östlicher Richtung zur Akropolis gelangt; die von 
starken Blockmauern umgeben war. Nach 50 Schritten stösst man in 
ihrem Inneren auf eine Mauer von l'öm Stärke und 60m Länge, welche 
die Westseite einer viereckigen ; 70 Schritte langen (W. — O.) Anlage 
bildet^ die auf dem höchsten Punkte (Höhe 860 m) stand. Hier sieht 
man zahlreiche abgestürzte Säulenfragmente und hat gegen 0. eine 
wunderschöne Aussicht auf die fruchtbare Ebene. 

Das Ruinenfeld der einstigen Stadt ist gänzlich durchwühlt, denn 
vor 10 Jahren ließen sich hier Fellähin nieder und errichteten armselige 
Hütten und Hürden, von denen die meisten nördlich unter der Akro- 
polis stehen. 

Es war schon vollkommen dunkel, als wir um 6 Uhr 20 Min. Ma in 
verließen und über fruchtbares Terrain um 7 Uhr 51 Min. nach Madaba 
zurückkehrten. 



1 imtfll? Num. 32 3 ; 32 35 : jbuT nW LXX B xai tijv Zto?ap, LXX A yrjv Zrocpap, 
LXX F StiKpav, Sem. D^Sttf mtflj?. Sonst bliebe das wegen leicht zugänglicher Quellen 
von den Kleinviehhirten hochgeschätzte Gebäl-Gebiet, \L*.i»\, unerwähnt. 

2 ptftt bV2 oder ]V2 Num. 32 3.38. j os . 13 17; pj?ö bV2 m. 

E. Hieronjmus, De situ . . ., c. 926: „Beelmeon . . . Est autem vicus usque nunc 
grandis juxta Baaru (hammäm Zerlxa' Mä'in -j.**L* «IS.J ? l^.) in Arabia, ubi aquas 
calidas sponte humus effert, cognomento Beelmans, distans ab Esbus millibus novem, 
unde et Elisaeus prophaeta fuit". 

Abu Säma, -AÄ/baJl <, >\X$ ed. in Recueil des Hist. des Croisades (Hist. Orien- 

taux IV), Paris 1898, S. 153: (20. April 1170) Üb\ ltiy 3 ^Tyü\ >^ J\ U*»* 5 p 



400 

Ich wartete in Mädaba auf die Ankunft meiner Freunde von den 
Beni Sahr, die weit im Osten lagerten und mit welchen ich eine neue 
Forschungsreise unternehmen wollte ; um die Fragmente der Inschriften 
von kusejr c Amra genau zu kopieren und meine kartographischen Auf- 
nahmen auch gegen Osten abzugrenzen. Doch die Beni Sahr kamen 
nicht, dafür aber trafen immer neue beunruhigende Nachrichten über 
das Umsichgreifen der Cholera ein. Die meisten Bezirke Palästinas 
waren von ihr heimgesucht und die Hafenplätze gesperrt, aber es blieb 
noch immer der Weg gegen Damaskus und Beirut frei. Als jedoch 
offiziell kundgegeben ward, daß auch im Hawrän verdächtige Sterbefälle 
vorkämen und daß sich jeder, der durch das Hawrän nach Damaskus 
reise, einer lOtägigen Quarantäne unterziehen müsse, steigerte sich die 
Ungeduld, mit der ich die Beni Sahr erwartete, ins Unerträgliche. Ich 
wollte mit ihnen in die allein noch gesunde und zugängliche Wüste. 
Da kehrte mein Bote allein zurück. Er hatte ihre Lagerplätze ver- 
lassen gefunden und von zurückkehrenden Kaufleuten erfahren, daß 
sich alle Shtir vor der Cholera in die innere Wüste geflüchtet hatten. 
So mußte ich unverrichteter Dinge über Jerusalem nach Jaffa zurück- 
kehren und hiebei zweimal die türkische Epidemie -Isolierung durch- 
machen. 



Routenübersicht. 



Von el-Kcrak nach ksür-Bsejr. 
El-Kerak 

h; el-Cinnär 59 Min. 

Römerstraße 16 „ 

h. Ader 25 ., 

al-Kabr 30 „ 

morärt el-Hemri .... 22 „ 

kasr el-Leg-gün 55 „ 

sejl el-Mheres 40 „ 

ksejr el-Mikhaz 75 „ 

kasr Bsejr . . . .... 98 r 

7 St. - Min. 

Von ksür Bsejr über el-Mheres 

nach el-Hmemät. 
Kasr Bsejr 
kser aba-1-Hrak 
rugm el-Watijje 



el-Hagar el-Mansüb 



40 Min. 



sejl el-Mheres 
el-Ma arrage . 

el-TImemat . 



40 Min. 

75 „ 
48 „ 
68 ,. 
71 „ 



5 St. 2 Min. 



Von el-Hmemat nach el 



Kntrani. 
El-Hmemat 
morärt abu-s-Sa'ar 
h. el-Ftijan . . . 
^jn el-Leg-gün . 
w. ed-Dabba . . 
kser ed-Dabba 

Musil. Aralna Petraea. I. Moab. 



55 Min. 

59 „ 

5 „ 
45 n 
15 ,. 



gebel ed-Dabba 84 

... 36 



kal at el-Kutrani 



5 St. 39 Min. 



Von el-Kntrani über el-Morejra 

und Middin nach el-Kcrak. 

I 

El-Kutrani 
: Kser ed-Dabba .... 168 Min. 

bafäjer el-Hanaccn. ... 80 „ 

i kser el-Hadem 36 ., 

kser et-Tamra 50 „ 

• h. el-Morejra 48 „ 

i h. Middin^ 90 „ 

rugm el-Mradd 21 „ 

bjar et-Tenijje 46 .. 

| w. es-Sitt 35 „ 

el-Kerak 37 „ 

10 St. 11 Min. 

Von sejl el-Kerak zum sejl 
ed-Dra\ 
El-Kerak 

sejl el-Medaber 25 Min. 

'ajn Shür 37 „ 

'ajn Möma 38 ., 

en-Nakb 7 „ 

nakb um Esnane .... 48 .. 

sejl cd-Dra c . . . .... 52 „ 

3 St. 27 Min. 

2G 



402 

Von sejl cd-pra' nach ror 
es-Säfije. 
Sejl ed-Pr;V 

teil egl-Dm 10 Min. 

teil Minkat ed-Drü ... 25 „ 

Totes Meer 56 „ 

rugm es-Sejh Saleh ... 87 „ 

scjl en-Numera 7 „ 

sejl el-Kneje 23 ,, 

sejl el-Uhejmer 36 „ 

ror es-Säfije 91 • „ 

scjl el-Kerähi 16 „ 

5 St. 51 Min. 

Von ror es-Safije über Hanzire 
nach el-Kerak. 

Ror es-§afije 

w. Swehef 55 Min. 

( ajn Hamras 73 „ 

Hanzire 110 „ 

el- c Aräk 105 „ 

g*. el-Knen 50 „ 

Knfrabba 30 „ 

el-Kerak .... ... 128 „ 

9 St. 11 Min. 

Von el-Kerak über Dät-Ras 
nach el-Mhajj. 

El-Kerak 

b. et-Tenijje 69 Min. 

meshed abi Taleb ... 118 „ 

b. et -Tür 13 „ 

h. Pat-Räs 136 „ 

h. Mglejbf 85 ., 

lj. Mhajj 68 „ 

8 St. 9 Min. 

Von Mhajj nach kaTat el-Hsa. 

IJ. Mhajj 

rug-m Haglän 60 Min. 

'ajn el-Bzc c ijje 138 „ 



kscr er-Rwcha 51 Min. 

kal'at el-Hsa 26 „ 



4 St. 35 Min. 



Von el-Kerak nach 'Arsa 
Slimän ibn Dänd. 

El-Kerak 

h. el-Kamaren 60 Min. 

h. Bejt Legga 130 „ 

lu Tedün 20 „ 

h. Megdelen 15 ., 

h. el-Mahfür 65 „ 

c ajn el-Grehir 32 „ 

c ujün Hafajer el-Grerra . . 17 „ 

teil el-Msattäh 10 „ 

'Arsa Slimän ibn Daüd .17 „ 
6 St. 6 Min. 

Von c Arsa Sliman ibn Daüd 
nach c ajn el-Bedijje. 
l Arsa 

! g. er-Räs 75 Min. 

I sejl es-Skek 30 ., 

teil el-Mikla £ 40 „ 

nakb el-Manara 70 „ 

*ajn el-Bedijje 92 „ 

5St 7 Min. 

Von \ijn el-Bedijje nach ham- 
mam ez-Zerka 5 und ]\Iadaba. 

c Ajn el-Bedijje 

sejl el-M6geb 72 Min. 

nakb Msammat 64 „ 

sejl Hejdan 120 „ 

h. Sakat 100 „ 

g. ed-Dejr 20 „ 

misra c Z'ün 60 „ 

hammam ez-Zerka 5 ... 56 „ 

MMaba 360 „ 

14 St. 12 Min. 



403 



Von Madaba zu Vjn Sa'idc. 

Madaba 

h. Tlawwara . . . 
h. uinmu Ksejr . 
h. umm el-Walid 
1). Zejnab .... 
w. et-Tamad . . . 
sarbüt umm er-Rasas 
h. el-Mesrejz . . 
h. el-G-mejl . . . 
< ajn Sa'ide . . . 



58 Min. 

60 „ 

14 „ 

65 „ 

58 „ 

83 „ 

16 n 

28 „ 

112 „ 



8 St. 14 Min. 



Von l ajn Sa'ide über Libb zu 

hammäm er-Zerka\ 
c Ajn Sa'ide 

sejl es-Sfej 55 Min. 

h. er-Ramma 53 ., 

h. Mak c ad ibn Nasralläh 103 „ 

sejl el-Wale 57 „ 

h. Libb 114 „ 

w. el-ßhara 89 „ 



w. Zerka 5 Ma'in . 
misra' Z'ün . . . . 
hammam ez-Zerka' 



54 
99 
33 



10 8t. 57 Min. 



Von Madaba nach Barza und 

el-Lehün. 
Madaba 

h. el-Mrejgmet el-Karbijje 75 Min. 

w. el-Habis 66 n 

h. Libb 47 „ 

w. el-Hegaf 27 „ 

sejl el-Wale 48 „ 

w*. el-Gufa 19 „ 

rug-m ez-Zezibe 47 n 

h. Barza 11 „ 

h. Dibän 65 ,, 

h. c Ara c er 50 „ 

h. el-Lehün . . . .... 52 „ 

8 St. 28 Min. 







73 Min. 






38 „ 






83 „ 






85 „ 






30 „ 






96 „ 


6, St 


45 Min. 



Von el-Lehün nach cl-Mcawer. 

El-Lehün 
kerije Falha 
h. en-Nkejbat 
sejl el-Wale 
w. el-Mscrig- . 
li. el-Krejjat . 
h. el-Mcawer 



Von el-Mcawer über c ajn el- 
Bedijje nach ras wadi §war. 

El-Mcäwer 

h. Sakat 36 Min. 

c ajn er-Rijja 77 77 

sejl Hejdan 28 „ 

nakb el-Msammat . . . 165 „ 

sejl el-Mog-eb 80 „ 

c ajn el-Bedijje 60 „ 

Hochebene 92 „ 

ras wadi Swar .... 201 „ 
12 St. 19 Min. 

Von ras wadi Swar nach h. 
Bälü'a, 'Azzür und zurück. 

Ras wadi Swar 

h. Balu a 35 Min 

moje Ngasa 25 „ 

darb es-Sinine 75 „ 

h. 'Azzür 28 n 

ras wadi Swar 80 „ 

4 St. 3 Min. 



Von ras wadi Swar über el- 
Kasr nach cl-Ftijan. 

Ras wadi Swar 

el-Kasr 75 Min. 

el-Ftijän .... . . . 166 ., 

4 St. 1 Min. 

26* 



404 

Von el-Ftijän nach Middin und 
zurück nach el-Leggün. 

El-Ftijän 

w. Middin 243 Min. 

c ajn Middin 126 „ 

d-Leggiin 300 „ 

11 St. 9 Min. 

Von c ajn el-Leg-gun über et- 
Tamad nach Mädaba. 
'Ajn el-Leg-gun 

ksür Bsejr 271 Min. 

w. aba-1-Harak 15 „ 

kasr al-Msetbe .... 133 „ 

w. et-Tamad 103 „ 

Mädaba 200 „ 

12 St. 2 Min. 

Von sejl el-Hsa über daraget 
el-Hajje nach el-Kerak. 

Sejl el-Hsa 

TTadd ed-Dibe 135 Min. 

el- c Amaka 120 „ 

Ga f far 10 „ 

Mote 37 „ 

el-Kerak .... ... 162 „ 

7 St. 44 Min. 

Von el-Kerak zu hammam 
wadi beni Hammäd. 

El-Kerak (bürg- ez-Zäher) 

w. el-Kurukka 34 Min. 

darb el-Mezarab 56 „ 

h. ed. Dejr 27 „ 

'ujün abu Sa'id 80 ., 

sc'il) el-iVzwar 35 „ 

h. Dimne 25 „ 

sejl beni Hammäd .... 58 „ 

hammam umm Kafa . . 52 „ 

hammam ibn hammäd . 40 ,, 

6 St. 47 Min. 



Von hammam ibn Hammäd 
nach el-Lisän. 

Hammam ibn Hammäd 

darb el-Mezaräb 86 Min. 

h. el-Baladijje 118 „ 

sejl el-Buksäse 56 „ 

el-Lisän 52 ., 

el-Kerje 21 „ 

5 St. 33 Min. 

Von el-Lisän auf der Easife- 
Straße nach Kufrabba und el- 
Kerak. 
El-Lisän 

el-Birke 45 Min. 

sejl^Esäl 49 „ 

c ajn er-Rses 112 „ 

sejl Razwän 40 „ 

el-Kerak 125 „ 

6 St. 11 Min. 

Von Mädaba 
nach hän az-Zebib. 

Mädaba 

h. Hawwära 50 Min. 

w. el-Mesäde 30 „ 

h. Nitil 55 „ 

h. el-Heri 44 „ 

w. at-Tamad 60 „ 

w. as-Säbec 23 „ 

hän az-Zebib 217 „ 

7 St. 59 Min. 

Von hän az-Zebib 
nach at-Tuba. 

Hän az-Zebib 

w. as-Subhijje 383 Min. 

g-. es-Sefä* 203 „ 

w. al-Radaf 436 „ 

kasr at-Tuba . . .... 20 „ 

17 St. 22 Min. 



405 



Von at-Tüba nach al-Genäb, 
al-Msatta und zurück. 
At-Tüba 

al-2ijal 660 Min. 

al-Genab 550 „ 

al-Msatta 125 „ 

rugm al- c Alja 205 „ 

al-Mwakkar 70 „ 

al-Genäb . . 53 „ 

27 St. 43 Min. 

Von al-Genäb über al-Haräni ? 
kusejr 'Arnra nach al-Azrak. 

Al-Genäb 

w. ac-Celät 382 Min. 

w. al-Butum 262 „ 

kusejr 'Amra 39 „ 

al-Azrak .... . . . 300 „ 

16 St. 23 Min. 

Von el-Azrak nach ar-Razib. 
Al-Azrak 

al-Genab 780 Min. 

h. Sah ab 150 „ 

h. es-Sük 60 „ 

16 St. 30 Min. 

Von Madaba nach el-Jädüde. 
Madaba 

tel c e Rabne 15 Min. 

Megma c el-Banat .... 68 „ 

h. Barazin 63 ., 

h. el-Rbejja 27 „ 

el-Jadude .... ... 108 „ 

4 St. 41 Min. 

Von al-Jadüde nach kusejr 
c Amra. 
Al-Jadüde 

al-Hamman 74 Min. 

Häg-g-Straße 70 „ 

el-Mwakkar 124 „ 



w. ac-Celat 287 Min. 

al-ljarani 118 „ 

| kusejr c Amra 172 „ 

14 St. 5 Min. 

I Von kusejr'Amra nach Madaba. 
Kusejr 'Amra 
ras wädi al-Butum . . 328 Min. 

al-Msatta 331 „ 

h. umm Rummänc . . . 146 „ 
Madaba 120 „ 



15 St. 25 .Min. 



Von Madaba nach el-Mcäwcr ? 

ez-Zära und sVib el-Klejt. 
Madaba 
el-Mrejgmet el-Rarbijje . 65 Min. 

b. el-Hawijje 21 „ 

abu Star 57 „ 

c ajn M c ejt 7 „ 

b. el-Hüma 15 „ 

g\ c Atarüs 73 „ 

h. 'Atärüs 33 „ 

h. el-Mcawer 93 „ 

hammäm ez-Zara . . . 165 „ 

l ajn 'Attün 98 „ 

se <A ib el-Klejt . . . . . 110 .. 
12 St. 17 Min. 

Von se'ib el-Klejt über kuT- 
amraet aba-1-Hsejn nach el- AI. 
Se f ib el-Klejt 

h. Meke 60 Um. 

sejl el-Hamman .... 104 „ 
kurammet aba-1-Hsejn . . 23 .. 

mojet el-Kalbe 70 „ 

w. el-Butm 48 „ 

rugm el- c Alija 96 „ 

| c ajn Sa ide ' 201 „ 

j w. Sälije 33 „ 

kasr el- f Al . . . .... 86 „ 

12 St. 1 Min. 



406 

Von cl- c Al über et-Tamad nach 

Mädaba 
El- c Al 

nakb Ilmejje 58 Min. 

umm er-Rasäs ..... 151 „ 

w. et-Tamad 111 „ 

ard el-Mahra'a .... 120 „ 
ed-Dlelet es-Serkijje ... 91 „ 

1.. Nitil 37 „ 

Mädaba 140 „ 

11 St. 48 Min. 

Von el-Kerak über Kufrabba 
undHanzire zum sejl el-Kerähi. 

El-Kerak 

c ajn al-Frang- 41 Min. 

Kufrabba 158 „ 

Dolme 83 „ 

l ajn Gifra 12 „ 

Tar m 25 „ 

hrejbe Bejt Sahm .... 65 „ 

Hanzira 47 „ 

Hadd ed-Dibe 55 „ 

sejl el-Kerahi . . ... 203 „ 
11 St. 29 Min. 

Von Madaba zu den Quellen 

'ujün ed-Dib. 
Mädaba 

darb es-§efa J 61 Min. 

h. el-Kwejzijje 18 „ 

bir c Aräd 55 „ 

mezär abu Rarif .... 45 „ 

'ujün ed-Dib 62 „ 

4 St. IMin. 

Von ujün ed-Dib über Sijära 
nach Mädaba, 

'Ujün ed-Dib 

w. es-Sejjäh 69 Min. 

ras mojet el-Knejjese . 116 „ 



tel'et Hesa 37 Min. 

h. Sijära 21 „ 

Mädaba . . 111 „ 

5 St. 54 Min. 

Von Mädaba nach 'Amra, al- 

Haräni ; al-Mwakkar und al- 

Msatta. 
Mädaba 
h. umm Kusejr .... 120 Min. 

h. Ziza 105 „ 

kasr al-Msatta 94 „ 

g-. as Sefa* 191 „ 

g\ as-Safra' 431 .. 

kusejr 'Amra 162 „ 

kusejr al-'Wejned ... 122 „ 

kusejr c Amra 122 „ 

kasr al-Haräni .... 187 „ 

kasr al-Mwakkar . . . 450 „ 

kasr al-Msatta . . ... 127 „ 
35 St. 11 Min. 

Von al-Msatta über al-Mdejjene 
nach kasr al-Hammäm. 

Al-Msatta 

h. Zejnab 158 Min. 

w. at-Tamad 68 „ 

w. an-Nasüri 83 w 

darb al-Häg-g- 115 „ 

kerijet al-Brejc 62 r 

kusejr al-Hammäm . . 169 ., 
10 St. 55 Min. 

Von al-Hammäm über at-Tiiba 
nach 'attärat umm at-Tejrän. 

Al-Hammäm 

marma Senäd 201 Min. 

rugm al-Klejta 39 „ 

kasr at-Tüba 637 „ 

c attärat umm at-Tejrän 125 „ 
16 St. 42 Min. 



407 



Von attarat um m at-Tejran 
nach radir al-Grinz. 

attarat umm at-Tejran 

radir al-AVag .... 147 Min. 

g\ Morär 157 „ 

lpV an-Naka' ..... 120 „ 

radir al-Hafire .... 147 „ 

kusejr al-Msejis .... 302 „ 

w. al-Kubü c 118 „ 

radir al-Ginz 178 „ 

11 St. 29 Min. 

Von al-\Ajna über Nahl nach 
al-Hanacen. 

Sejl al-Hsa 

al-'Ajna 60 Min. 

h. as-Skera 42 „ 

Dät-Räs 66 „ 

h. umm Hamät 45 „ 

h. Nahl 35 „ 

hafajer al-Hänaöcn . . 254 „ 
8 St. 22 Min. 

Von hafajer al-Hanacen über 

el-Mdejjene und Dibfin nach 

Madaba. 

hafajer al-Hanacen 

w. as-Sultäni 90 Min. 

kasr el-Mikhaz .... 107 „ 

ksür Bsejr 120 „ 

kasr el-Haraze 68 „ 

h. el-Mdejjene 114 „ 

h. Salije 112 „ 

h. el-Lehün 107 „ 

h. c Arä f er 56 „ 

h. Diban 112 „ 

w. el-Hgaf 173 ,. 

Madaba . . 193 „ 

20 St. 52 Min. 



Von Madaba über en-Ncba' 
nach el-Mhajjet. 
Madaba 

en-Neba' 83 Min. 

el-Mhajjet .... .... 17 „ 

1 St. 40 Min. 

Vonb-el-Mbajjet über el-Elnn"ni 
und 'ujün Müsa nach Madaba. 

El-Mhajjet 

Li. Sijara 38 Min. 

el-Ehneni 16 „ 

'ujün Müsa 26 „ 

Madaba 99 „ 

2 St. 59 Min. 

Von Madaba über at-Tonejb 
nach Nefa'a. 

Madaba 

b. Menga 92 Min. 

! h. umm Rummane ... 21 „ 

h. at-Tonejb 118 „ 

h. ar-Razib 159 „ 

h. Nefa^a 50 „ 



7 St. 20 Min, 



Von Nefa f a über Bejt Zer'a und 
Sümijje nach Madaba. 

Nefaa 

h. Sük 16 Min. 

tel'e Mashiir 72 „ 

h. al-Gumle 49 „ 

Bejt Zer'a 18 „ 

h. umm el-Kenafed ... 36 „ 

c ajn Hesban 31 „ 

h. Sümijje 46 „ 

kabr 'Abdallah 59 „ 

Madaba 69 „ 

C) St. 3(5 Min. 



408 

Von sejl el-Hsa auf der Sultani- 
Straße nach el-Kerak. 

Sejl el-l.Isa 

Hochplateau 200 Min. 

h. el-'Amaka 55 „ 

h. el-MsiUeb 137 „ 

el-Kerak .... . . . . 93 „ 

8 St. 5 Min. 

Von el-Kerak über sagarat el- 

Mese nach GVfar. 
El-Kerak 

c ajn es-Sufsäfa 20 Min. 

sagarat el-Mese .... 120 ,. 

h. Kferaz 75 „ 

w. es-Senine 31 „ 

Ga'far 38 „ 

4 St. 44 Min. 

Von Ga'far nach h. el-Haddäde. 
Öa far 

Middin . 144 Min. 

h. Merwed 15 „ 

h. el-Mzebbel 28 „ 

h. Nahl 74 „ 

rugm el-Mahri 97 „ 

zmejlet el-'Akeli .... 44 „ 

Wrük Räbe f e 91 „ 

bir en-Najem 60 „ 

bir abu Shäde .... 163 „ 

]\Iiddin 26 „ 

h. el-Haddäde 125 „ 

14 St. 27 Min. 

Von h. el-PIaddade nach Mä- 
daba. 
El-TTaddade 

darb es-Sultani 75 Min. 

h. er-Rabba 52 „ 



rugm el-Ma c ra(J 34 Mi 

h. el-Jarüt 18 „ 

h. Megdelen 58 

w. el-Mdeber 57 

kara Sihan 20 „ 

Ij. al-Bälü c a 49 „ 

Mhattet el-Hagg- . ... 152 „ 

sejl el-Mogeb 108 „ 

el-Küra 137 „ 

lj. Dibän 75 „ 

sejl el-Wale 105 „ 

h. Libb 95 

Madaba . . 177 

20 St. 12 IV 



Von Madaba nach Hesbän, Bejt 
Zer'a und umm el-Brac. 

Madaba 

h. Hesban 94 Min. 

h. el- { Al . 20 „ 

h. Bejt Zer'a 35 „ 

[i. umm el-Brac 20 ,. 

Madaba . . 128 „ 

4 St, 57 Min. 



Von Madaba nach h. ( Atarüs 
und über Ma'in zurück. 

Madaba 

h. Hredin 180 Min. 

g\ 'Atai'üs 109 „ 

h. 'Atarüs 32 „ 

abu Star 160 „ 

h. Main 70 „ 

Madaba 91 „ 

10 St. 42 Min. 



Register. 

Verzeichnis der neuarabisehen Ortsnamen. 

A I 

Seite 

9, 10, 81, 322, 367 radir el-Abjad ^ji, ju>^| 

88 lj. el-Attajjem *.-ö^\ 

69, 138, 376 sejl el-Uhejmer J.^ ; j**;*^ 

81, 368 kser Eh wen el-Hädem . aass, ^UL\ ^.^\ 

19, 27, 143, 369 h. Ader ^\ 

275 teil el-Ad'am JJ, ^^\ 

5, 109 h. el-Erftgi o^*/^ 

271 Eriha *lsc^ 

5, 296 Orejnbet uram Za'arir . »JkUj ^\ ÜL*.>o »\ 

5, 294 Orejnbet al-'Arbüri . ^.^ äJ\ ^Lvü,I 

5, 294 Orejnbet al-Meze'ijje . ^ÜLäJLgJ'I <^^J^.\ 

18,22,206,209,222 kasr al-Azrak y^S, ^j^\ 

156, 374 se'ib el-Az\var .^^väÜj, j^j^l 

9, 81 w. el-Ashar ^^\ 

18, 208 'ajn al-Asad ^^c, j^^\ 

14, 129 w. el-Eside sj^o^\ 

111, 244 lj. Iskandar ^jOSUol 

316 g. al-Asmar j.^uj^\ 

6,10,81,366,367 wdej Usejmer ^j^, j.+.~^\ 

16, 232 w. el-Usejmir j^.^^\ 

4, 256 h. Esgar jS^\ 

360 rngm Eskah f-^J' <*~~^ 

66 nakb umni Esnane ? \ v_^«Jb, <*ÖLLiö\ 

6, 10, 21, 311, 314 rist el-Atawel *A>j' JjU»^\ 

15, 26, 152, 362 w. Etwi ^^>\ 

92, 376 sejl umm Aw'al f \ J~^^, J^ 



410 

Seite 

22, 310 . . radir al-Awag jf.^i G**^ 

236 rugm umm el-Afennas ? \ *.ä.j, ^j^-s^l 

12,34,144,248,328 w. Afekre *j*i*\ 

16,21,273,344 meSra' Akwa £r&*, ^S^\ 

3, 272, 341 . . . ' g. el-Ehneni J^*-' ls^S^*^ 

B o 

138, 376 h. Balü'a ä^ib 

188, 294, 311, 314 kasr Bäjer ^oS, Jb 

6, 10, 78, 82, 144, 322, 367, 368 . . g. al-Batra 6 J JL^\ 

272, 336 Betlehem *i.CU^o 

21, 87 h. Betir ^X> 

3, 94 g. el-Batan o^ 1 * 

4, 66, 67 g. Btene <L^Zi 

162 al-Bahr al-Majet C~0\ ^s\J\ 

16, 82, 361 w. Bhejiän o 1 ^ 3 ^ 

14, 112, 236 av. el-Bljara \^i\J\ 

19, 216 kfer abu Bedd y >\ ^Ü, JL> 

65, 66, 154. fc. Beddän \jo 

12, 92, 94, 136 'ajn el-Bedijje ^^, 3o*xJl 

3, 271 g. Barrakat Ola'O 

52 el-Brak ^\yS\ 

136 c ajn Barta' i*)-^» e U>\_> 

156 rugm Bargas ^ y i_r~^ 

376 h. el-Burdän 0**rC^ 

65 'ajn el-Bardijje £>*?•> ^O*-^ 

334, 355 h. Berdala %^ 

128 h. Barza i\^ 

5, 20, 22, 88, 218 h. Barazen ^j^j 

218, 390 h. umm el-Brac ? \, y£y& 

365, 390, 397 el-Birce 'dS^)\ 

77, 366 Burct et-Trab ...... ^\^\ *Sj* 

369, 370 tel'et el-Barrisi £äU, ^^J-Jl 



7, 8, 21, 109, 190, 297, 301, 302 . . g. al-Brejc vi^^l 

18, 22, 83 'ajn el-Bze'ijje Cr^*' *£ Ä £y£^ 

25, 32, 141, 144 ksür BSejr j>-°»> j~&* 

65 'ajn el-Bsas O - "^' (jP' 00 "^ 

14, 126, 234, 395 Butan el-Barl JiJ\ Uo 



411 



Seite 

8, 13, 16, 17, 109, 222, 232, 1 

244, 245, 24G, 250, 289 I ' 

28, 248 el 

157 w. el- 

258 lj. 

376 tel r et el- 

5, 112, 126, 236 rugm el 

9, 14, 15, 17, 160, 168 el 

260 w. 

21, 160, 168 h. el 

1. 301, 302 el 

134 lj. 

271 tel'et el 

7, 190, 303 

16, 84 w. el 

15, 45 w. el 

52 hart 

15, 152, 255, 364 sejl el 

8, 307 al 

157 . lj. el 

15, 26, 77, 369 w. el 

47 bürg 

87, 375 ..."... h. 

259, 261 lj. 

349, 355, 390 lj. 

5, 198, 241 el 

161 

13, 128, 134 w. el 

147, 210 

7, 8, 9, 11, 17, 41, 42, 65, 128, 178, ^ 

201, 257, 259, 303, 300, 311, 365 I 
239 w. 



el-Butui 



<JLJ\ 



. . . -Üb 

. . ÜojJLj\ 



Bteme 

Bail 

Beka' 

Bakar 

Beki' 

Buksäse . 

Balftt Ilowbar 

Baladijje 

Belka 1 *UUuJ\ 

Ballüta <Ä1>^L 

Bannt ÄaU, OU~J\ 

Benäja Färes u*J^ ^^ 

Bint (JU-^.^J\ 

Bundukänijje ^^SVs^^LJl 

Baniir o^**' ^3^ 

Bawäb <J"^°> ' '^-^ 

Bawlijät oy^JI 

BAvere tj£y*}\ 

Bijar ^UJ) 

Bibars r^J, ^.^o 

Bejt Legga Äi. C-..*o 

Bejt Sahm f-f-*" v -^""^:? 

Bejt Zer'a £c.: <J^~o 

Bir ^XJ\ 

Bir es-Saba' £-^«J\ JLj 

Bire 6j*^\ 

Beirut 0;;aJ 



Beda 1 



Bajjücl 



=Lo-o 



^3^ 



\^j 



147 • . (Palmyra) Tadmor 

16, 19, 89 h. Tedun 

334 birket et-Träb . 

138, 376 lj. alm Träba 



j-eJ^ 



£>3> 



ZSjl, 



>\jZl\ 



yi\, J^\ T 's 



412 

Seite 

257, 258 Tar'in Cf&J* 

274 &• et-Turkmänijje doJl^JÜI 

42 kser et-Tamra r^-°* s *> *r«**H 

76, 85 b- et-Twäne äi\ 5 ;Ü\ 

34 rugm et-Tejs (4> ^. J , L-r wJj\ 

235 h. et-Twemten •j^JC.^^LM 

125 !)• et-Tejm ^x)\ 

383 tel'et umra Tejne ? \ ÄäU, &U3 



248, 328 kasr ef-Trajja yca, W^r^ 

174 nakb et-Tirra ^_^ä3, JLäJÜI 

45, 152, 255, 362 umra et-Teläge ? \, ^^UJ\ 

5, 12, 13, 18, 20, 21, 108, 109, 142, } 

w. et-Tamad j.^Jj\ 

146, 174, 246, 250, 251, 297 I 

21, 26, 45, 77. 369 et-Tenijje ~<klX%\ 

65 ajn IVere £j-&i *j*&* 



19, 266 rugm el-Gäzel ^ y Jj^ 

26, 28, 143 h. el-Gäzür £j^ 

372 el-Ganu £«\L\ 

4, 218, 219, 352, 354 \. Gäwa «jIä. 

15, 77 w. el-Gäje A?M*1 

16, 17, 88, 374, 375 sejl Gbeba J^-" 3 » 

370 el-Gebabin 

1, 13, 86, 124, 234 el-Gbal J^L\ 

151, 260 h. el-Gebälin Cr^^ 

218 el-Gbejl J^c4^ 

15, 152 'ajn Gahra' ^*°> ^j^" 

336 f ajn Gedi 0- c ' eS^ 2 *" 

2, 4, 15, 64 knan abu Gidjan ^j\ ,«A^s, ,-X^J-s^ 

17, 266, 267, 334, 337 c ajn Gdejd ^c, ^J,*~ 

12, 15, 17, 137, 257, 260, 376 .... sejl Gdera J^wj, iyjo* 

137 'arkub Gurf v >5®r c > ^r^ 

92 ... w. Gerbaz J4/ 2 *" 

W> (Was cA\/^ 



413 

Seite 

250 moräjer el-Gurb r 5l«.-<, t > y L\ 

267 l.iemv ammu GrejSät ? \ ysa», OU£oj.=>- 

89 . 'ajn wädi Gar'üb \£^} CX&* ^^^ 

3, 134, 135, 251 «•-. Öerwän oS/^ 

14, 217 el-Grejne '^i.j^ 

4, 218, 354 h. Gazzu ti}^ 

108 el-Gisr r-* 1 *^ 

152, 361, 365 Gafar ^i_Ä^ 

13, 106, 218, 275, 296, 349 .. . l.onw el-Gafär.. y^., JikL\ 

316 al-Gafar j*L\ 

258, 364 . Gifra iLi.^ 

364, 365 h. Galgül J*?^ 

35, 45, 362 el-Gilime i^U.\ 

5, 106, 110, 125, 174, 267, 302, 306, 352. h. Gelul J 3 Jl^ 

4, 89, 128, 129 ammu-1-Gamäl ? \, Jl*L\ 

65 'ajn iiimii Gani'am ? \ ^ac, i*A Ä ^- 

2, 354 hirbet al-Gumle ^r^> &l»JÜ 

110, 246 h. el-Gmejl J^-t 

7, 112, 190, 206, 207, 221, 232, 242, 275 al-Genäb v^jUJU 

7, 190, 301, 302 g. al-Geneb *^L\ 

256 h. Gennat Kit 



170, 364 selält el-Gindi ÄJ\U> ^jJ±\ 

364 w. el-Gendeli Jv^L\ 

316 radir al-Ginz r-*^*' j-^-^ 

89, 256 'ajn el-Gehir C?- ß ' rtrt^ 

15, 26, 65, 77, 86, 154 w. el-Gawad >\ y L\ 

365 w. el-Gwäri ^.\yL\ 

362 lj. el-Güba 4*5^ 

15, 19, 256, 260, 364- lj. G6za' Ajy^ 

8, 307 el-Gawalijät OUXftyLl 

14, 127, 244 w. el-Güfa &yü 

254 el-Gi ±.\ 

136 w. Gejne 



h C 

260 fc. ajn IJabel . . ^^s-, J-^ 

7, 40, 196, 203 darb al-I.Iag£ Oy, £U.t 

355, 383 el-flärat 0\^:L\ 



\\ 1 

7, 206 w. al-l.lageb <^^^.U.\ 

344 teil IJämi Kurse .... Jj, d*.*=>ß ^s*^ 

21, 37 tel'et el-Hajec ÄaU, v*X5U-\ 

241 'arküb abu llabl ^j\ < 13S.*, J.^»- 

5, 141, 248, 373 ammu IJbele f \, ÄUs*. 

2, 3, 14, 15, 20, 64, 65, 106, 126, 154, \ ^.^ u 

217, 235, 252, 265, 349, 380, 395 .1 0~^ 

15, 154 lj. Hbes ^^U^s*. 

52 birket el-Hegab ^j, ^jlsii.\ 

26 tel'et rlgazi ^sJü, ^jlsr*" 

8, 9, 314 g. Ugänagem ^^Irsr*" 

37 el-yagar el-Mansüb . . . v j^^a^J\ t-S"^ 

19, 142 h. IJegfa Xast*- 

82 rugm Raglan p-^y O^"^** 

4, 16, 151, 257, 260, 261 tfadd ed-Pibe ^jJ\ j,2w 

26, 369 h. el-tfaddäde 'i>\j.L\ 

125 ard el-Iladab Jf*^ J >0^\ 

14, 397 w. abu Hadba 5 ^\, Lj^. 

2, 4, 5, 156 knan lideb O^*' u * ^i^^ 

375 ftdeb abu Norman . ^L*ä3 _^\ l^^Jo. 

9, 15, 19, 20, 154, 160, 168 el-tfadit.e Z£sjJ*\ 

17 w. el-tfart d^\ 

126, 394 h. Urejdin Cjt'Hr" 

258 ksejr Ilazim *-*"«aS> pl.j-:*- 

3, 14, 16, 18, 19, 21, 22, 215, 216, 1 

217, 265, 336, 349, 355, 383 f ' ' ' * eSban oV"^ 

20, 235, 271, 274, 342 darb aba-1-tfasan ^\ ,_>y, ^-u-il 

i . . el-Bsa m «*X\ 

245 h. el-Hassas u iUai.\ 

20, 94 h. el-Husra 'ijJlJJ 

32 kasr aba-1-ITasani ^>\ y*a£, c _ J Sl>oi.\ 

242 ard el-3a§ne ( J> J \, 3U*ai.\ 

127, 133, 243, 244 ... . kulammet aba-1-tfsejn $A <Wä1s, a ~*L\ 

89 'ujün Hafajer el-Gerra . . £)5^i *t^ _p^-=»- 

8, 21, 83, 314 g. al-liafra 'iyuL\ 

11, 312 w. al-Uafir j.~*L\ 

11, 311, 312, 327 el-Hafire *j*M* 

7, 21, 191, 204, 294, 350 g. el-tfaku yUJ 



1, 5, 16, 18, 19, 20, 21, 25, 76, 82, 83 
84, 85, 151, 320, 322, 359 



415 



Seite 

40 Haleb. 



8, 11, 306 w. abu ITalufa ^, Äi^X^. 

271 bir el-JJalesijje y^ Ä^v*Jli.t 

314 HalaM-Tawlanijje . . . £^ 5 kJ\ JL*. 

88 rugm el-I.Tamnia <o^»y ^Z^-\ 

2, 3, 16, 17, 18, 157, 158, 170, 374 wädi beni llammäd ^JLi^c^yA^ 

26 zahrat el-l.Imär *rt-k> X+^\ 

16, 158 IJamära *>W- 

6, 80, 324 \\. amm Hamät ? \, Ul^. 

1, 2, 3, 8, 12, 13, 18, 127, 133, \ .„ A . -. . 

190, 242, 294, 301, 303 ) ' ' ' eI "^ mmam fU±-\ 

260, 334, 360, 365 el-tfamra <\j*L\ 

22, 72 c ajn Hamras /r^ 1 ' cArS- 

28, 369 w. el-Eemri ^-^ 

147 14oms ^P^- 

359 Haramt ed-Paeel ,J.SJJ\ £■&. 

34, 139 h. 5müd >^. 

26, 369 abu Hammur ^>\, .^. 

247, 250 nakb IJmejje v_^.£3, Ä^> 

67 r ajn el-tfamidi C? 1 ^' <3-^-*-^ 

395 tel'et IJmeta ÄäU, £k^. 

18, 35, 141 h. tfmemät OU^- 

26 herr IJoniän yb, ^U.2» 

361 w. IJanäwa ä^U.:*. 

218, 390 h. umm el-ljanafis ? \, ^Jui^ 

6, 10, 144 ras abu IJnuk ^>\ ^-oK, d^ow 

10, 17, 18, 41, 325, 327 w. el-flanacen CX^*^ 

14, 365 w. el-tfanis ^j^J.^ 

273 hasm el-Hanisijje a^z»., ^yUfc^UJJ 

352 äagarat al-TTneti iys^-, ^_5^^^ 

215 h. ITanina dJ^S.2- 

5, 16, 19, 106, 125, 173, 271 ]x. IJawwara äjtj». 

82 w. el-IJ\vari *3j^ 

73, 258, 364 lj. el-Iiwäle 'äJ\ 5 ±.\ 

3, 147, 209, 239 JJawrän ol»** 

15, 19, 44, 235, 362 w. el-IJawijje *~>.^ 

151, 360 daraget el-IJajje *^-j>> ^0^ 

78 sirt el-TTejran *r*"°> olrS^ 

133, 241 w. el-tfejas e*>^ 



416 

Seite 

126, 235 w. el-I.Ijficl Jp^M 

167 aba-HJejtän ^\, ^lk^i.\ 

36? brejbet uinm el-Hjaja ? \ 2Lo«a», bl<cL\ 

B t 

42, 144, 325, 328 kser el-HMem j^" *' f*4J 

34 tel'et umm Härük ? \ ^ab', JJj^Iä» 

16, 83 w. el-Häsre äj.-oli.\ 

250, 260 w. el-Häjne ÄJoUU 

86 nigra abu Harräme ^>\ *a.%> Ä.-oCsL 

200, 206, 221, 290, 307 kasr al-Harani ^os, L5 *\^U 

11, 20, 145, 248, 250, 328 el-Haraze *j^U 

241 ammu Hurfejse ^\ } &*x*.*Sj.s». 

33, 35, 144, 248, 328 kser aba-1-Hrak 5 j\ ^-oS, ^L\ 

13, 127 w. abu Hirke 5 j\, ^Jo^rL 

126, 395 b. Harüfa ^7^- 

136 'ajn el-Hrejbe r^- c ' ^SLr^*^ 

7, 190, 302, 303 w. al-Hrajjem ^^ 

8, 17, 208 g. umm Hazne ? \, ÄJ>l£. 

266 benw Hesmän 5^2^, ^l^^i^ü. 

341 Hasm el-Hanisijje . . Ä.^cU^JJ*.\ *..*^=*. 

8, 11, 306, 311, 312 Hsem Matrük <& Sr*** ^-^ä* 

151 b. abu Hsebe ^, d^^yCUs^ 

88, 92 b. abu-1-Hasib ^\, u^x**M 

83 w. el-Häsre 'i^\:L\ 

53 el-Harlr ^o-L\ 

66, 252 (Hebron) el-Halil J*^ 

19, 218, 219 rugm el-Hammän ^ y ^U-^U 

3, 96, 134 . . g. el-Humr ^L\ 

250 . b. el-Hmejjel J^<^ 

12, 248 w. el-Hmejle *WL\ 

22, 70, 72, 151, 204, 254, 255, 257, 

258, 261, 360 

16, 361 sejl Hanejzir ij"^ ' rrif^ 2 *" 

65, 154 c ajn Hawäga £r^*' ^ i **^ = *" 

16, 359 sejl Hoba tj"^ ' ^a-^ 2 *- 

26, 369 ruo-m el-Hüri ^a.j, ^,5^ 

216 Hawwa-n-Nattäfe .... äilkXj\ \y>* 



> . . Hanzire a^i-o*. 






417 

Seite 

16, 375 '. ard el-Hejme ^ \, ^^^i.\ 

215, 21(5 kfer abu Hinan y\ ^SS, U^L 



D o 

88, 374 w. ed-Dähle ^X=JjJ\ 

364 w. ed-Dära ü J \jJ\ 

87 lj. ed-Daüdijje Äj>;>j\jJ\ 

365 h. ed-Dabbäce i$\jjj\ 

6, 10, 21, 31, 37, 40, 311 ed-Dabbe a3jJ\ 

322 g. Dabbet es-Sarbut .... t^,>^w*J\ üo> 

375 ed-Dabbüs ^^JjJl 

129 b- Dhafra *jr*f° 

84 w. ed-Darä\vis ^ba\,jj\ 

35 ed-Der'i ^fijjJl 

10, 314 ed-Desise Ä*£ww£>jJ\ 

232 marnia ed-Durmi c_5"V*' t^-*-*^ 

G7 kasr ed-Darangi ^-oS, ^s^jJl 

15, 16, 65, 94, 154, 260, 361 ed-Defäli <JlijJ\ 

28 mrarib ed-Dacacin v_^:>,iLc, ^^SSj^)\ 

34, 139 lj. ed-Dläleh ^jj\ 

6, 11, 31, 35, 146, 250 ...... g. ed-Dalmat OUJjJ\ 

360 h. ed-Dleka £)LJjJ\ 

13, 352 w. ed-Dalil J-^^ 

5, 19, 106, 146, 252, 296 lj. ed-Dlelet es-Serkijje . . . '<LSj^J\ ÄJUijsJJ 

5, 19, 20, 106, 126, 174, 217, , .. u .. , H 

v. . . h. ed-Dlelet el-Rarbijje . . . <*oo t äJ\ «jJuJjJl 
244, 251, 296, 395 j "' J 

32, 40, 147, 209, 254 Damaskus 3^~*> 

15, 19, 157, 374 ]\. Dimne dJ^> 

354, 376 ed-Denne <)ojJ\ 

360 lj. ed-Dwehle <üJlsL 9 jJ\ 

244, 360 Dürat ed-Daba' g~oJ\ 'i j3 > 

3, 19, 96, 134, 153, 154, 157, > - ■ . 

K . . . . ed-Dejr ,_>jJ\ 

237, 241, 271, 397 j J " 

216, 334 h. Dejr Sillifc >JLä j*> 

D ^ 

20,21,22,76,79,322,361,367 h. Dat-Ras ^Xj CA> 

20, 36 rugin abu Daljile y>\ pj>.j, <*J^.rL3 

Musil. Arabia Petraea. I. Moab. 27 



418 

Seite 

237, 239 Dneb et-TÖr ; ^£J\ ^53 

7, 13, 93, 196, 203, 383 ed-Dhejbät v^U^AJjl 

355 shüne Dijäb i5^sr°, * >b} 

139 gwar Dijäbe ; ^, &b3 

14, 111, 244, 271, 274, 336 ed-Dib v_ r 3JJ\ 

19, 21, 130, 243, 332, 376 h. Pibän ck±> 

R ) 

4, 68, 73, 88, 92, 257, 364 er-Räs i_r°V* 

19, 154, 369 lj. Racin C^J 

21, 342, 344 teil er-Rame JJ, ^\^J\ 

237, 239 Ramallah <*JJ\ ? \^ 

6, 12, 13, 110, 111, 246, 248, 330 . . . er-Rämma <Lq\j)\ 

3, 94 g. er-Räjme Ä^.S\y\ 

5, 15, 20, 21, 25, 35, 44, 87, i , 

i . . . . h. er-Rabba <*o J\ 

112, 142, 156, 370 1 ' J 

4, 88, 92, 374, 375 zahret er-Rab c s^, g^J\ 

258 sejl Ratäk Sella J-t^ ' *&* ^j 

208 w. er-Ratam ^j^\ 

16, 82, 320, 361 sejl er-Rtege J-?*> AsZpjA 

8, 206 tlejl er-Rogel J^JIS, J^ß\ 

311 g. er-Rha' *\^\ 

248 . . . . , nakb er-Rahama ^^.£5, <Ä^.J\ 

2, 344, 345 kabr abu Rdejne ^>\ ~^s, Ä-o>» 

86 h. abu Ruzzi ^\, ^J\ 

66, 168 c ajn er-Rses cj^"> o*"^"*^ 

14, 112, 271 er-Rsäs J&&^\ 

43, 109, 145, 246, 250, 302 . . . umm er-Rasäs f \, ^pLo^M 

76, 361, 369 tarik er-Rasif Jfe/k, ci^-eJI 

167 er-Rasife ÄjL^oJI 

108 bwer Ra'jän rlsi* 0^ £ j 

271 mizär abu Rarif ^>\ Aj.*, t—i^fi; 

167, 365 Rfak es-Sähel .... Ja.UJ\ ^U, 

219 h. er-Rufejse d*v»+3^\ 

20, 210, 349, 352, 353 h. er-Razib ^-^r^ 

78, 130, 245 b. ummu Rkebe ? \, <L^Ssj 

235 . . . ' . . h. er-Rke'ijje äIä^SJI 

6, 10, 42, 325, 326, 367 g. abu Rucbe ^\, ^5^ 



419 

Seite 

138 ard er-Rmäh j, \, ^U^il 

19, 156, 173, 232, 349, 351 ... h. umm Rummane f \ t &\j; 

312 (er-Rumejtät) er-Rumejlät . . . . (OU^ ; Jl) OVyl 

1, 5, 13, 109, 111, 245 er-Rmejl J-^r^ 

13, 95, 128, 134, 135 er-Rmemin CJÄ*Ä*pl 

139 an] er-Rha' ,^ \, «IaJ\ 

68, 168 sejl er-Rawwag- J"~-°> £^' 

4, 354 rugin er-Rwäk ^^ ^l^l 

20, 84, 316 er-Rweha A*^J1 

20, 135 er-Rijja ~SSj)\ 

94, 135 ksejr er-Rijäsi jy&* Lg^ij^ 

31, 327 rugüm Risän w a. } O^^O 



18, 20, 234, 239, 240, 271 . . hammäm ez-Zära ^, \ \j)\ 

239 se'ib ez-Zäne u***aÜ;, 'ÄJ>\j.\\ 

9, 78, 201 az-Zobäjer J^i)^ 

106 Zobäjer es-Sahätir . . ^j'li-u£J\ rS^J 

106 Zobäjer et-Twäl J^* j&>j 

349 Zobäjer c Adwän 0^5^*' T^) 

294 Zobäjer al-'Enfedän . . ^\jJLLäJ\ J*^} 

256 h. Zabda äjoj 

256 h. Zabbüd >£z 

176 h. fcän az-Zebib cA^> « -k^j.)\ 

129 henu Zbejd }-*•£».> ^-^j 

369 w. Zehüm ?5 2w 5 

86, 92, 369 h. ez-Zerrä'a \*\jj)\ 

135 krajet ez-Zer'a &i.j** teyj.W 

133, 236 w. Zerkäb S-^jj 

1, 7, 14, 206 sejl Zerka 1 'Amman . . . ,J^^, ^l^ft \£j\ 

, 9, 14, 16, 18, 21, 94, 97, 98, 105, 106, 

' 9 JJ 



112, 113, 236, 271, 349, 395 



l Zerka* Mä'in crt*^* ^*j 



64 lj. ez-ZuU y\ 

139 w. abu Za'rüra $>\, tjjj-*) 

106, 245, 296 kass ez-Za r farän ^oi>, ^\jSlb.j}\ 

363 se'ib ez-Za'nüne. v_^a<£>> ^i^XcyJl 

3, 97, 100, 112 misra' Z c ün £^£^e, ^}£j 

156 \\. ez-Zrejrijje 



420 

Seite 

11, 32, 128, 327, 365 'w. ez-Zakljäf «3Ujäl 

14, 131 w. umra ez-Zwära ? \, *jUjll 

322 g. Zobar ^j 

241 se'ib ammu Zwejtine .... ? \ v-^-stio, A^LJh£*: 

173, 275 ... . . . h. Zwejza ^J^3i 

13, 20, 108, 173, 219, 275, 349 h. Ziza* «\jjj 

380 w. abu Ziiän ^>\, Jjo^JI 

336 . . Zif CÄÄj 

13, 18, 127, 241 sejl ez-Ziz J-^°> Jfc^i 

5, 108, 296 b. Zejnab 



15, 65 sejl es-Sädde J"^- 4 *»» *;>Lc*J\ 

64 'ajn Sara cr^' *j^ 

219, 353 keraje Sälem . . . Juj$ <<JUo 

12, 110, 247, 250, 330 Sälije XJUo 

255 zahra Sämra . zLä>1&, iL^L-o 

4, 5, 14, 19, 125, 217, 218, i 

\ es-Samez, es-Sämac ^*£-oU*J\, *«L«LaJ\ 

219, 250, 267, 336, 393 J ^ 

2, 15, 154 w. es-Sebsabijje £*^m*^uJ\ 

6, 146, 250, 328 . g. Sbejbän U^^o 

15, 18, 56, 154, 362, 363 w. es-Sitt JU*~S\ 

20, 21, 235, 271, 396 abu Star ^1, JC&a 

19, 202, 209, 220, 352 b. Sahäb ^jlsT**» 

67 w. es-Sahälv £Iäu*J\ 

65 'ajn Sl.iür C.?^ c ' J^^ 

3, 18, 19, 128 h. es-Shile iUswJI 

3, 96, 134, 239 g. aba-s-Sljün ^\, ^jäft. 

258, 260 w. es-Sidd J.^31 

65, 360 'ajn umm Sidre ? \ ^^c, ä \v^«*o 

16, 72 w. es-Sidrijje Äj.jk.**J\ 

12, 20, 94, 136, 152 sejl es-Sder J^, j>X~*M 

369 w. es-Saräbit k-o\...««»Jl 

259, 260 ajn Saräka' c ^c, ISl^iu 

363 Seräja'-l-Kal'a £äJüü\ U^-oj 

216, 355 kfer abu Sarbüt ^\ j.<J&, by>j.*o 

65 Serg abu IJläk .... Jj^Iä. ^>\ r^ 

7, 12, 18, 153, 208, 210 w. Sirh.än cJ^f 4 * 






421 

Seite 

65 ard Sirjiäb ^ \, ^_Ar*^o 

4, 22, 69, 71, 257 %. Sarrnug ^^^ 

157 ajn Sarrüg- ^^c, ^.^^ 

395 fc. Satiha ia^k«i 

364 w. abu Sa'äde «j\, i;Lst-vo 

133 tel'et abu Sa'ad ~.>\ <JjL»Ju, Js.äx-0 

140 fc. es-Sa'düni ^SjvXä-mJI 

216 bwere Sa'id *;?.& J^o 

156, 157, 371 <u jün a ^u Sa'id ^\ ^^.c, 



I, 6, 11, 20, 106, 110, 142, 145, l •'« «.-, 

177, 245, 217, 328, 329, 330 f • • • fea lde »J-*- 

19, 375 mizär es-Sa'edät .\y*, 0\j^-*-**J\ 

88 ard es-Safähijät J^\, O^Ä.li-w»J\ 

II, 328 wdej as-Ska' v3^> '^ä**^ 

8, 311 g. as-Sakärät 0\jUL**J\ 

96, 135 h. Sakat kJL*o 

5, 15, 154 w. es-Sakra aLjLvvJl 

9, 81, 368 w. es-Skür ; ^JL~J\ 

65 'ajn Sakka cr^ c > ÜLo 

355 thünet es-Sukr ÄJys : , yU*J\ 

5, 173, 296, 349 h. es-Sicer yLc*J\ 

247 kasr Siken +***■> ^^-^ 

28, 267 Saläme ^^Uo 

4, 203, 204, 210, 220, 302, 352 Salbüd ;^Uo 

243, 335 es-Salt kL~J\ 

21, 368 radir es-Sultän rr^> ^U»Jl**J\ 

6, 9, 10, 18, 20, 41, 76, 86, 142, 311, I _' . mi , ii 

312, 314,322,327,368,369 } W * ^^^ ^^ 

394 tel'e Salma <Ä.aJü, ^Xao 

12, 376 sejl Saliha ^3-^°» ÄxaJu*j 

131 rugm Selim f^)* ^JUo 

19, 34, 139 h. es-Smäcijje ÜL^U^J\ 

4, 65, 69, 257 g. es-Samra *\^-uJ\ 

365 'ajn es-Smet o*^> '-^V«-*^ 

94 teil es-Snesel Äj, ( J~wwyL*vJ\ 

14, 20, 130, 139, 365 w. es-Senine 2JL;J+*J\ 

9, 210, 352 lj. es-Sahl J-*-***M 



422 

Seite 

8, 11, 21, 110, 174, 250, 302, 306 . g. es-Swäka ÄSt^**^ 

106, 125, 126 h. Süfa Ä&y~> 

353 h. es-Sük <jk*»*^ 

77 b- Sül J^ 

16, 216, 355 . h. Sümijje *<~*y** 

135 h. Swekta £kiu^o 

342 h. Swejrae ^-o-^-* 

3, 21, 273, 334, 337, 341, 342, 345, 316 lj. Sijära UU^o 

273, 344 ... w. es-Sejäle £JU**J\ 

14, 241 w. Sesabe dL*^^o 

243 se'ib es-Sjar c^^aio, j.*~«^\ 

66 Sujül en-Nkäb ^_jlÄ>Ü\ J^a-o 



8, 13, 21, 109, 174, 299 as-Säbee ^l&M 

4, 14, 151, 257, 259 knän es-Särfijje O^*' *4*J^ty 

87 h. es-Sä'eb v_^.cLiJ\ 

342, 344 teil es-Särül JJ, J 5 iLiJ\ 

5, 19, 220 rug-m es-Sämi *a.%j ^-oLiJl 

12, 248, 331 henw es-Säjeb yX^, <^oLiJ\ 

131, 245, 246 lj. abu Sgera ^\, ij^* 3 

368 bir abu Shäde ^>\ ^ iijlaS** 

369 w. abu-s-Sahm ^\, ^sv^)\ 

88 b- Sahtür jy^* 

364 se'ib ammu-s-Surtän ->\ ^_^.^ä^o, ^U^^iJl 

217 kfer es-Serki ^JS 7 tÄ^^ 

5, 9, 80, 81, 322, 367 ...... . w. as-Serma '<LojJ^\ 

88 h. es-Serik ^y&JW 

11, 34, 35, 369 w. abu-s-Sa'ar ^\, ._ä*£J\ 

14, 332 henw Sarb 5X2». l~^ä^o 

2,7,12,16,20,21,178,266,310,335,346 es-Sefa *\su&A\ 

16, 80, 321 h. es-Skera *j*jL&3\ 

7, 12, 17, 130, 138, 146, 332. . . . sejl es-Skejfät J^°> OU^JLäJ\ 

9, 92, 128, 162, 242, 375 es-Skek J^-^ 

304 marma Senäd o"°/ w> ' ^^-^ 

258 h. Sahwän c^^"" 3 

256, 364 w . es-Swfilil J^*<^ 

255 es-S6bak i *SliyJj\ 



423 

Seite 

242 g. es-Öüno <jü^i£j\ 

5, 83 g. Sawhar y A^^> 

6, 11, 145, 328 w. es-Swemi ^^J\ 

327 w. as-Swemri < c T ^iy^\ 

7, 16, 31, 34, 35, 36, 124, 125, 137, j 

204, 248, 267, 302, 303, 306, 339, i kara Sihän £* j>, U=^ i ' 

373, 375, 376 ) 

18, 92, 162 f ujÜn es-Seh o5 ^, gjtf\ 

21, SU es-Selj Gäjel JJl^ gM\ 

36 rugm es-Se^ abu Daljile . ^, ÄX*.jL> ^>\ >u£J\ 

68 rugm es-Sejfc §äleh ^^ JU> >^£j\ 

7, 12, 303 rugm as-Sid ^, j^£j\ 

20, 22, 32, 67, 69, 74, 153 rör e§-§äfije j9 i, 2L»LaM 

11, 177 w. as-§ubhijje '<L<si*a}\ 

10, 313, 361 §aharijät 0^"° 

2, 9, 80, 81, 88, 322, 367, 374 .. . g. es-§arfa Äi^oJl 

126 h. Satiha '<Ls^° 

274, 334, 345 tläat es-Safa Ol*NJj, U>oJ\ 

95 b- S&ra 1 Widädi ^b^ \ ; U-o 

241 se'ib ammu-s-Sfäjten ? \ („gestio, ^.^ULoM 

8, 16, 22, 35, 206, 271, 275, 290 .... g. Safra AjSuaW 

56, 256, 363, 364 ajn es-Sufsäfa ^^, ÄsLoi-oJl 

1, 11, 12, 111, 130, 246, 250, 331 . . . e§-§fej t^-*^ 

250 h. Safijet el-Eazäl .... Jlj*J\ i^o 

3, 16, 18, 134, 237, 240 w. es-Skära z^ULoM 

42 es-Sekre SyLoJl 

5, 13, 296 w. as-Suküri ^_£ ; ^JLoJ\ 

8, 311 g. as-Selsel J-oJLaN 

16, 361 w. §alül J y \.^> 

16, 82, 83, 361 w. Slejla ÄJlJl,o 

5, 83 ard es-§emrin ^^-oM 

254 Senefhe iU i - Lo 

2, 4, 88, 374, 376 g. es-§ährig j£r*"°^ 

158 'ajn Swäb O"^*' ' >\y° 

12, 138 w. Swar j9 ^> 

10, 369 w. es-Sjar j*?.^ 



424 

Seite 

81 lj. e§-$ire *yy*& 

144, 324 • w. $iret el-l.Tejrfm . . ol^Ä^ *r£*° 



2, 4, 5, 257, 250, 260 g. Pubäb ^jU^ 

15, 17, 151, 257, 301, 302, 303, 364 . . ed-Daba'a ÄA*.*aJ\ 

17, 307 w. ed-Pab'i ä^-ö3\ 

14, 235 se'ib ed-Daba'ijje ^_^-o*.^b, iLo*»«.-öJ\ 

16, 241 sejl ed-Pabje J-^->> i^^aJ\ 

294 kusejr Pubej'a ^-°*> ^ä^^ 

15, 21, 67, 166, 236 sejl ed-Drä' J^> t\jr^ 

8, 12, 109, 294, 297 g. ed-Darra äy£j\ 

376 h. ed-Dribbän Gj.*aJ\ 

145, 146, 248, 302, 328 kasr ed-Dirse r ^s, du*yiJ\ 

3, 14, 135 g. Dlejma' *U>JLo 

365 lj. ed-l)ahra 'ij+Jaft 

3, 134 g. abu-d-Dhür ^j\, ,^^al\ 

15, 66 sejl ed-I)wehec <J-v°> .iXs^^oM 

256, 364 .. h. ed-Dwejbi' g^o^iaJ\ 

362 w. 'ajn Dejfalläh c?~ c ' ^^^> 

10, 30, 41, 142, 327 w. ed-Pejka AiU*a)\ 

8, 314 Dejkat al-Kuträni . . ^JlJaJül iüu^o 



77, 361 meshed abi Taleb ^\ jk^JL*, * 0\»1> 

65 c ajn et-Tabib Cr*"*' v»^yJaJ\ 

241 se'ib ammu-t-Tiibejk ^\ ^*.xo*.ib, ^y^> 

12, 94 sejl umm et-Tarfa ? \, *li r ki\ 

6, 11, 144, 368 w. et-Tarfäwijjät CA^U^ 

154 h. et-Trunge As^Ut 

369 w. Turejjer y>Jo 

254 et-Tfile iUik3\ 

260 c ajn Telw ^^, ^> 

362 fc. Telisa Äx*~Jll> 

52 bürg Tanäs r~>, ^t-U» 

238, 336 . Tantür j9 L& 

22, 219, 350, 352 lj. at-Tonejb «_~~U»J\ 



425 

Seite 

29, 151, 364 w. abu TwAki y \, ^s\^> 

3, 21, 273, 342 hagAr et-TwAl Uc*- f J\^)\ 

70 kasr et-Tüb ... r ^s, ^_j y ^\ 

17, 176, 180, 193, 196, 201, j 

} . kasr at-Tüba ^s, <ioJj\ 

202, 210, 294, 308, 351 I 

5, 21, 78 h. et-Tür ^y\ 

8, 11, 306, 311 w. at-Twej ^3y^ 

8, 312 g. at-Tweifha Ä.s^kJ\ 

151, 259 }j. et-Tajjibe Ä^IkJl 

310 'attärat umm at-Tejrän f \ ÜAkc, .-.^kil 

245 Tejrän el-Bir yUj\ olrS** 

80, 312, 316, 322 Twil Shäk öW-^ J-^ 

Z Jb 

47, 52, 64, 153, 363 bürg ez-Zäher ^j, yblkJ\ 

18, 208 'ajn ez-Zelle ^c, £u»J\ 

4, 20, 69 rör ez-Zhejr .^i, r *^.lai\ 

26 ez-Zwehre Ü T .^^kJ\ 



£ 

127 knan el-'Asi O^*' o* ^ 

13, 126 w. umm 'Äküla ? \, ÄJyllc 

2, 4, 6, 9, 11, 21, 35, 110, 145, 235, 247, , 

' ' ' ' ' ' ' ' ' ' . el- c Al JUll 

248, 267, 302, 336, 355, 373, 388, 390 I ^ 

7, 11, 34, 110, 196, 204 el-'Älja UJl*J\ 

65, 81, 110, 260 el-'Abd j^aJ\ 

355 kabr 'Abdallah T *£, ^dJ\j^j; 

15, 154 kubbe c Abd es-Sajjid ... <JL^', j^**J\ j^jj 

78, 198 h. 'Abde ij^s. 

87, 365, 375 hör 'Abür j5^»> >5*^ 

87 sagara 'Obejdallah ^rf**'' ^^"-^ fi 

20, 130, 301 'Agam ^ 

336 'Aglüu .^Isf 1 

127 w. radir aba-l-'Agül o\ ^->J*i, J^ääJI 

366 h., w. umm el-'Edül ? \, ^j.st\\ 

3, 271 g. aba-l-'Edes ^\, ^»o.XäM 

6, 367 kuff 'Adese lÄ <L~o>£ 

16, 156, 157 el-'Aräbi o^r^ 1 



426 



Seite 

19, 270, 336 bir 'Aräd ^ ^ 

14, 130, 331 1). 'Ara'er yX^, 

73, 151, 257, 259 el-'Aräk <ilr*^ 

157 ard al- f Arämi Jpji es^V 5 *^^ 

20, 161, 235, 256, 266 al-'Araba £.>yü\ 

28, 143 h. 'Arbid j^yt 

3, 97, 271 abu 'Erne ^\, äo^t 

95, 128, 136 'ajn c Arüs ^c, ^^jA 

134, 241 merg el-'Arid r**, Jo^-äJI 

19, 355 h. el- c Aris ^> 7 äJ\ 

294 al- c Arin . ^^ydl 

362 b. c Azra \y^A 

125, 139 b. 'Azzür ^ys. 

15, 22, 68, 167, 168, 364 sejl 'Esäl J-^> J^ fi 

81, 301 b. el-'Askar ^U^äM 

6, 324, 367 fegg el-'Aseker "j, yU**ca)\ 

3, 271 umm 'Asire ? \, "zL^Xc. 

272, 273, 342 w. el- c Adejmi ^-oäII 

127 tel'et abu-l- c Azäm ^\ £äX3\ f U»*J\ 

3, 112, 133, 236, 237, 242, 395, 396. . . . 'Atärüs o^^ kt 

8, 306 al-'Atätir ^klk«J\ 

3, 94, 136 ard 'Atasijje Jp X i^^kc 

365 b. umm el-'Atat f \, kk*J\ 

16, 241 sejl 'Atün <J"^-"°> 0>^ ft 

138 ard kabr 'Atijje j*£ Jpj^i ^^ £ 

20, 260 sejl 'Afra' J»~">> "^* 

267, 274 w. el-'Afrit C-oyudt 

215, 334 kerje 'Afnän Ä£r*' 0^*"*" ft 

4, 67, 68, 167, 168 g. umm el-'Akäreb f \, v_j^UäJ\ 

26 'ajn el-'Akabe C-?~ ft ' ^-p*-*^ 

130 h. f Akraba ^r-^ 

6, 10, 81, 256, 322, 364, 367 . zmejlet el-'Akeli ^U^, ^I^üLäM 

355 b. umm el-'Akäk ? \, dTl5o0\ 

255, 261, 364 b. 'Ocbor ^S* 

20, 359 nakb el- f Aküze ^Jo, *j*5U3\ 

14, 218 g. el- c Ala iU)l 

13, 106, 245, 251 w. el-'Eläki ^sU*)\ 

256, 364 w. 'Alekän UIs 



427 

Seite 

10, 301, 366 ... . umm 'Alenda J, \jJd. t 

94 Li. el-'Elw 5 Jl«J\ 

245 al-'Alija' V t JLaJ\ 

28, 260 el-'Alelijät OULdj*J\ 

11, 139, 245 'Alejjän O 1 ^^ 

7, 303 rubelet 'Alaji <^-^- ; > t^M 

15, 170, 256, 364 w. el-'Ammäl JCäJ\ 

9, 13, 22, 204, 210, 302, 352, 353 .... 'Amman L; c 

217, 218, 219, 349 fc. umm el-'Amad J, u > Jft .w)\ 

173, 193, 198, 208, 210, 215, j 

l . . kusejr Amra +**■*&* i &y+z 

222, 265, 276, 399 J J 

20, 152, 361 lj. el-'Amaka ÄJL»*}\ 

12, 248 w. abu 'Am Cid ^i\, >y^s. 

3, 271 g\ c Anäze i'XXs. 

83 h. el-'Enäje *jLl*üt 

154 'arküb 'Aneze t >y> r c> tiXi 

316 . . '. g\ aba-l-'Awäfi ^\, ^j^äJI 

9, 311 w. al-'Awbeh '^^ 

110 se'ib c A\vde <_^,ot.io, i>yt 

365 c ajn "VVejle ^^c, <JJu>^c 

8, 17, 35, 208, 289 al-'Wejned ^.3*N 

73, 256, 364 h, 'Ajj J* 

369 marma el-'Ejr o^r" 6 » r**^\ 

65 h. 'Ejzär Ay^s. 

254 el-'Ejme Ä^väJ\ 

260 : . . w. el-'Ajn ^^»Jl 

320 al-'Ajna ^UäJ\ 

12, 94, 128 sejl el-'Ajenät OU*äJ\ 

15, 364 sejl 'Ajnün ^J-^^) O^^^ 

* i 

206 w. el-Rbäwi y£^*^ 

14, 215 tel'e Rabne ^sdJ, dJ^i 

5, 19, 218 lj. el-Rbejja lloül 

12, 145, 247 Ratjan O 1 ^ 

9, 16, 17, 22, 178, 307 w, al-Radaf ^jJi)\ 

131. 161 Razze «Je 

170, 364 w. Razwän O^i* 



428 

Seite 

10, 28, 35, 36, 142, 259 1). el-Ruräb ^_>\^ä3\ 

3, 20, 21, 240, 271 twejjel el-Rurbän Ji^, ^b^üt 

359 Rarandel J-^r* 

33 rugm ibn Rarib i_*o *c 

139 ■ ljrejbe Rnem *"ji>^-> *£*• 

10, 42, 77, 124, 142, 342 el-Rwer jly*$\ 

11, 19, 34, 35, 139, 146 w. el-Rwejta ik^ 5 i3\ 

260 w. el-Rejlän o^*^ 



157 r ajn el-Färe'a 0^ c ' ^*>b»J\ 

158 g. Färe'at el-Brejle .... <*J.^a^J\ Ä*.U 

72 h. Fäs . ^U 

303 w. el-Fälez <5^aJ\ 

21, 28, 30, 36, 37, 142, 144 b. el-Ftijän O^*** 

369 al-Fegg ^i.)\ 

4, 374 b. Fuhära . . . *,£* 

3, 94 'arküb el-Faras v ^r*» u^r^ 

15, 258. w. el-Far' ^a}\ 

15, 56, 255, 363 el-Frang ^y^\ 

238, 272 g. Fardejs ^r*l>j* 

395 tel c Frü' Zejt ^LsJu, öot £«.i 

137, 376 Frewän O^-Z* 

242 b. Fizärat en-Nakküba . . . iJoyLÜl '*^& 

355 'ajn el-Fudejli C-?~ c ' o^* 3 **^ 

193 baräba, el-Fatüma <J)o\..ä>, äL«^kJU\ 

19, 375 1q. Fakü'a isyli 

251, 256 . . b. Fkekes ^JLÜiü 

132 kerije Falha *ij*i ^^ 

16, 359 h. Feleka &Ui 

167 teil abu-1-Flüs ^\ JJ, ^^JiiJl 

162 bahr al-Fli ys?., J)JS\ 

6, 368 b. el-Fhede s jL^iJ\ 

2, 4, 9, 16, 17, 374 Fawwär ^J» f*^ 

74, 153, 170 ror Fefe )y l, ii^s 

167 na^äbir abu-1-Fejlät ^\ .^oIä*, C->^UaJ\ 



429 



O 

Seite 

96 w. aba-1-Kasem y\, ^ tA > , JLJ\ 

15, 66, 67 sejl el -Kadi J^o, ^litt 

365 w. umm el-Käte'e J, ^LsilaliM 

8, 9, 10, 313 g\ el-Ka ade sj, ft UÜ\ 

50 hau el-Kebaz rj^> % +*-*^\ 

9, 314 w. el-Kubu £*-H^ 

11, 29, 36, 142 w. el-Kbejjät OUÜI 

52. bau el-Kbeli U, ^X—JLM 

89 darb el-Kaddämi S-V' ^5^->^ 

12, 109, 301 (el-Zidre) w. el-Kidre YjJÜl 

26, 32, 86, 267 al-Kudus (Jerusalem) ^-.jJül 

1, 2, 9, 63, 70, 261 sejl el-ICeralrii J^o, ^^i3\ 

10, 314 w. abu Kräse y\, ds^>\ Js 

237, 238 w. el-Keräbe ^\ r i)\ 

15, 154 w. Kurukka <ÜJi 

388 el-Kurmijje i^.^ Jü\ 

344 Kam el-Kabs ,jÄj5Ü\ C>J* 

373 bir abu Kamen <o\ Jb, .«Jji 

12, 376 w. el-Kurri S}*^ 

106, 164, 166, 246 el-Kerije *4p^ 

133, 242 b. el-Krejjat Ol^\ 

45, 362 b. el-Karjaten ^Jü-Ül 

19, 86, 369 b. Krefilla N i^.^ , 

4, 5, 15, 154, 365 g. el-Kren ^yJül 

19, 173, 218, 219, 232, 349, 350, 353 . b. el-Kastal J.ku*Jü\ 

20, 21, 321, 361 nakb el-Ksuba <_^*3, £~a&M 

35, 87, 140, 239, 274, 340 el-Kasr J ^k\\ 

136 ajn el-Ksib ^^c, ^_^,oJU\ 

106, 173, 275 b. ummu Ksejr ? \, j-~a* 

87, 373 ard abu-1-Kasis ^>\ Jpj\, ^ja^aÄ}\ 

154 b- el-Kaddäbi ^ÜäM 

12, 330 w. el-Kattär ^lLiJ\ 

52 bürg- el-Katäwne jr^Jj <ü^lbJü\ 

21, 37, 301, 311, 314 al-Kuträni ^SUJLM 

4, 67, 364 Katr en-Neda \ jjj\ ^LS 

26 el-Kuff JksA\ 

13, 109, 250 tlä* el-Kfül £)U\ J*iÄJ\ 



430 

Seite 

5, 19, 80, 82, 322 Isfejkef LÄ^iS 

13, 251 w. ammu I£läl p \, Jvjjj 

18, 53, 157, 385 el-Ivala Ä*UU\ 

138, 376 se'ib ammu I£lejb ? \ ^^io, v_-^Xs 

303 Klejb al-Hammäm .... F L^i.\ ^_^lä 

14, 241 se'ib el-I^lejt i^^ä-Sj, k^lJü\ 

8, 178, 304, 306 ... el-Klejta £kJDU\ 

245 kasr el-Ivomrok ^^os, Jj.„^)ü\ 

86, 369 b,. Kamaren ^^^Jül 

369 lj. el-Kmer *-*♦*) \ 

81 h. el-Kmera 2^+jül 

87 lj. el-Kana UÜ\ 

2, 355 fc. el-Kenäfed j^Uuü\ 

69 sejl el-I£neje J"^^' ^2*^*^ 

34, 92 rugm el-Itnetra p-^y S-kjJüLM 



4, 73, 258, 364 g. el-Knen c*i^ 

2, 3, 7, 92, 376 gebel el-Kawa a jU\yü\ 

3, 127 knän el-I£öz . . . O^"*' J$*^ 

267, 336 el-Kwejzije JLjbyUl 

168 ard el-I£ajsärijje Jfj^ ^A"^^ 

94, 270, 271 darb el-Ketüni ^jy, ^y^k^JLM 

8,11,13,21,110,174,188,250,301,302 g. el-Zijäl " J^S**) 

14 w. el-I£ijäme ^LJü\ 

K i) 

139 w. abu-1-Kbäs ^>\, JiLiÜl 

164 ard el-Ketat J»^, OUSÜ1 

154, 158 g. umm Cith f l, JS 

35 rugm umm Cedäde ^\ a-s*.»» ä>\»>£ 

8, 316 w. aba-1-Krät yA, C*>\j&\ 

1, 9, 14, 15, 19, 21, 25, 32, 35, 43, 45, j 

63,73,83,85,86,87, 154,161,243, i el-Kerak . ^5Ü\ 

254, 316, 325, 363 I 

266 lj. el-Krejk vi*^^ 

3, 134 ard el-Krajäm J»^» ^bjiüt 

14, 112, 237 w. abu Cizel y >\, JjS 

22,68,73,77,168,254,255,256,261,364 Kufrabba ~&y6 

365 ]i. Cafrüz )3t^ 



431 

Seite 

19, 364, 365 h. Kferaz ^iS 

360 w. umm el-Kläb f \, ^JiÜ\ 

13, 244 mojet ol-Kalbe Ä-*y<>, <L^S)\ 

19, 26 h. el-Cinnär } \J&}\ 

218 h. umm el-Kindib f \, ^jJ.tW 

17, 18, 267, 273, 334, 336 w. el-Knejjese }L~JjSJ\ 

352 el-Cehf ^i^XJ\ 

131 Li. el-Kahkah <^5Ü\ 

1, 2, 14, 19, 105, 110, 111, 124, \ 

K , . . el-Küra s ><V 5Ü\ 

128, 130, 146, 329, 376 I -** 

17, 206, 275 ac-Ceiat O x .U&\ 



21, 112, 126, 380 lj. Libb C-J 

5, 13, 147, 196, 219, 220, 351 ... . h. el-Libben C ^JJ\ 

376 frenw Libbäd y*-*», ^CJ 

362 h. el-Lebün O^' 1 

375 Bejt Legga CXo, AL 

10, 11, 17, 29, 36, 143, 144 el-Leggün O*?^ 

66, 68, 89, 91, 153, 158, 164, 167 ... el-Lisän L*JJ\ 

7, 21, 275, 294 g. el-Lusejjen CXS*»**N 

131, 330 (el-Jehun) fc. el-Lehun o**^ 

366 ]}. el-Lwebde ajs^Jj\ 

4, 257 g. abu-l-L6z ^\, j^Jj\ 

M r 

14, 17, 20, 21, 40, 94, 100, 105, 112, 113, | 

124, 146, 173, 215, 232, 258, 265, 275, 1 Mädaba loU 

327, 332, 334, 349, 355, 380, 395, 399 J 

5, 14, 217, 218, 393 h. Mäsül.i C5 ^oU 

3, 125, 235, 269, 271, 397 lj. Ma in Cr^ U 

4, 65, 68, 95, 154, 167, 168, 257 .. . g. el-Mälhe Ü.LJV 

G, 81, 216, 367 rugm el-Mähri ^,1 ^aLJ\ 

312 al-Mutrammalät O^-o^-^J^ 

13, 128, 133 w. el-Mtellem (J-t«J\ 

128 1). el-Matlüta Xi'jltjt 

17, 21, 208 w. el-Megaber ^lsuj\ 



-A32 

Seite 

13, 251 w. el-Megädre 5*yUvJ\ 

19, 360 h. el-Mg-ädel J>lsvJ\ 

87, 88, 375 h. Megdelen c?^^* 

355, 360 1). Megra *\^sr° 

217 Megma c el-Banät. . . . C->^«J\ S-*-^" 

151 selält el-Maghüz ÄJ^Lio, j^sa^Jl 

18, 208 r ajn el-Megibe ^^^c, i^suj\ 

344 rugm el-Mehäwes p-^-y ^i^lsOl 

16, 273, 342, 344 w. el-Mehterka . ÄSy^a^tt 

4, 157, 347 g. el-Mhägin Cr ^a.lsT.J\ 

370 w. el-Mharrakät Ol^ r sOl 

376 h. Mhattet el-Uägg r ÜJ iksT 

16, 83, 88 h. Mahfüra ^j9-^ sr ° 

265 henw el-Mahfüd >-^»-> ^Js^as-w^ 

7, 303 Mhakliak ad-Dab c i . . ^.s^-oJl J^süLs:" 

349 ard el-Mahalla J^\, ÄJL^v«J\ 

19, 77, 152, 365 h. el-Mahna >Lä.J\ 

5,6,9,19,22,77,78,80,81,82,324,367 h. Mhajj . Js" 

35 henw Mhejsen 5^2*-, ^j^^s.* 

16, 151, 360 sejl el-Mhejres 1 3^'" > lt /^ 1 "«-^ 

17, 180, 182 w. al-Mhajwer ^^s\J\ 

369 w. el-Muhbäh ...... ... £U».J\ 

5, 126, 251 teil el-Mahra'a JJ, ^t^^Jl 

364 henw el-Mahzuka 5^=»-, ^Saisi^Jl 

10,11,30,34,35,124,142,146,311 . w. el-Mhejres ^>^svj\ 

267, 337, 346 rugm el-Mhajjet ^. ; , k^iO\ 

15, 65, 154, 365 sejl el-Medäber J-^°> £^-*^ 

173 h. el-Medakk ^5^0^ 

235, 245 ard el-Mudawwara a ; .«j^Jl 

16, 375 w. el-Mdeber £-^-^ 

8, 17, 206 Mdejsisät Ol^«o^ 

6, 10, 15, 17, 44, 77, 82, 125, j 

\ . . . . h. Middin ,-oj^o 

142, 143, 250, 366, 368 j ^ 

19,20,21,34,94,108,112,137,) .. ~ 

> . . . h. el-Mdejiene A/b^Jl 

174,247,248,250,299,329 J 

72, 260 h. Medint er-Räs c^^ ^.^ 

14, 217, 383 tel c et el-Merbat ^äJlj, k^J\ 

44 rugm el-Mradd ^j, S^l 



433 

Seite 

2Ü0 el-Morzäb v^>\j r J\ 

374, 375 Mra* p^ 

154 g. el-Mramle ^.X^ r J\ 

92 ajn el-Mrenäjiin O^' ^.^r*^^ 

19, 366 h. Merwed >«^ 

126 h. el-Mrejgmet es-Serkijje . ^s~*£J\ £»*ä«-*J\ 

5, 19, 125, 234, 235 h. el-Mrejgmet el-Rarbijje . 'JS^Jt}\ JL^säj*]! 

20, 68, 168 för el-Mrejsed j5 *, j^o^-J^ 

20, 21, 43, 44, 325 lj. el-Morejra **i.r^\ 

271 h. el-Mrejrat OIaj^JI 

271 el-Mrejzib u^Jo^l 

14, 365 hör el-Mezär ^a*, ,\;^J\ 

21, 154 el-Mzärib ^ojjl 

10, 366 w. el-Mzebbel J^^ 

154 darb el-Mezaräb . ( >o, y >\jj.^J\ 

15, 19, 21, 160, 168 rör el-Mezra j5 c, £jj.-J\ 

370 burct el-Msä c ed ÄSy, j^L»*»»J\ 

11, 250 w. al-Mustabteh k-J^~..J\ 

13, 190, 294 w. el-Msattara *JL**J1 

248, 355 nakb el-Mistaräh v_^vio, £\ r ^^w«.^.)\ 

361 nakb el-Mastüra <_^ö».5, ij^X^^W 

395 tel c et el-Msahalle '<kx±S, äJlsu~.J\ 

13, 218, 350, 354 w. el-Mashür j5 sw^J\ 

7, 190 . . g. al-Msath ^k*~.J\ 

89 teil el-Msattäh Jj>, c lL~J\ 

3, 94, 136 nakb el-Msammat v_^uü, k^.*~.*J\ 

44, 324 ard el-Mesann ^ \, | ^ r ****J\ 

13, 127, 133 w. el-Mserig * ^^Jl 

267 rugm el-Msejic ("^J 1 *&tt"*+^ 

8, 206 w. el-Msäs ^iUx.Jl 

16, 271 w. el-Msabbe £Li.J\ 

88 henw el-Mesba c y-*->*, «^*iO\ 

7, 108, 196, 219, 232, 275, 294, 349 kasr al-Msatta ^s, ÄJLfcJl 

270, 351 rugm el-Mesrefe p^y Äsyux^Jl 

110 h. el-Mesrejz ^.^i^Jl 

3, 5, 236 g. Msadd el-Hemmal .... J^i.\ jLi~c 

330, 355 h. el-MSakkar JL$...,J< 

4, 7, 13, 204 g.al-Maskal Ji^Jl 

Musil. Arabia Petraea. I. Moab. 28 



434 

Seite 

4, 93 Misraas umm er-Raham ^a. J\ ? \ ur oL 

238 rugra el-Masmül ^, J^aX^M 

96, 121, 238, 239, 265 el-Mesneka ÄJU*xx.J\ 

346 el-Meshed vX$-«£**J\ 

131, 204, 210, 346 • h. el-Mserfe do^i^Jl 

10, 42, 313, 314 el-Msejis t ySuJt^\ 

13, 173 w. el-Mesäde ... s.>Ua.J\ 

15, 45, 362 el-Msäteb ^.kUa.J\ 

251, 252 w. Mes'ed j, Ä ^o^ 

138 lj- Mis'ar ; ä/o< 

53 el-Msalla ^Lxjt 

3, 267, 268, 270, 336 el-Maslübijje Ä-o^Lo^Jl 

141, 370 el-Misna c gJUxJ\ 

19, 22, 110, 146, 168 el-Msetbe Ä*.k~a.J\ 

3, 127, 242 el-Madfür j5 i.^^J\ 

7, 9, 352 ard el-Madüne Jpj\* '^^^ 

80, 81, 367 lj. Mdejbf £^^o 

327 w. el-Mdejze £jLh*x»Ji 

344 teil el-Matäba J3*, 3olkJ\ 

1, 13, 195, 196, 275, 294 w. el-Miüabba £lkj\ 

7, 13, 294 w. el-Matijje £IkJ\ 

76, 83, 153 Maan cA Ä/0 

157, 373 g. el-Ma c rad Jp\ t jc % .3\ 

34 el-Ma c arrage ÄaJa^M 

270 • ard al-Muakkar. Jp \, >Ää^J\ 

236 b. c ajn M'ejt ^ ß , k^Ä* 

7, 8, 11, 15, 17, 310, 369 Morär U* 

64, 363 el-Merärek ,j/ä.J\ 

158 g. abu-1-Moräjer y>\, JIä^.3\ 

94 Mrarib es-Sabile . . <ÄXv:s.wJ\ ^^ *o ..iLo 

26 ard el-Mrürje . Äj^^ä*J\ 

15, 157, 320, 373 w. el-Mrejsel J -m< ^äJ\ 

65 h. el-Mefälnt vJU^ULJt 

125, 138, 140 ard el-Mkäti J^\, ^ULJI 

15, 156, 157, 373 w. el-Mkäsed j^oUU3\ 

12, 94, 136 sejl el-Makbüla J^o, aJ^^aJI 

83 Miktam es-Salül .... J^LoJ\ «.kJLo 

11, 32 . . w. el-Mikhaz isülji 



435 

Seite 

111 h. Mak'ad Um Nasralläh ^OJL^J .^\ j^ajLö 

J ^ • 

241 w. el-MfcaSSab w-w&JLjt 

92 teil el-Mikla' JJ, ^JJLJI 

65, 365 h. Mker r . r JLo 

203, 350 el-Mkejre s^JLJt 

21, 167 ruo-m el-Mketa' *.^ y jk^iLJl 

21, 96, 112, 134, 237 lj. el-MBwer ^l*-J\ 

65 lj. el-Mikbas ^~^.)\ 

271 Maksar el-Hsan .... U*U : ^S^ 

26, 40 Mekka dJL* 

68 teil Minkat ed-Dru . . . jj>, £ 9 ^jJ\ Ä&^U 

65 h. el-Mcemin ^^^X-^Jl 

162 buhejrat el-Melh ij^i *Ot 

364 henw iimm el-Malläta ? \ ^^., ^.L^Jl 

20, 244 rugm Mhlehleb ^a.,, w-Jl^U 

397 w. el-Mlühijje <U^LJ\ 

5, 11, 13, 21, 34, 251 Mleh ^Lc 

69 w. el-Memlah JL%~J\ 

4, 92, 93 el-Manära ä ; LLj\ 

204 lj. el-Mnäher ^UJ\ 

9 w. el-Menäsel ^J-ioLL^Jl 

5, 20, 106, 217, 349 h. Menga' Us^" 

87, 355, 369 rugm el-Minhar ^ ; , ^.äwJ\ 

374 w. el-Mnaharen ^j.s.\^^}\ 

126 Minsef abu Zejd . . joj ^;\ ^**JL* 

67 c ajn el-Mintara .-y^' i$ Ja-i^J\ 

88 r ajn el-Manatta c^ c ' ^-^^ 

16, 88, 374 sejl el-Minkaa J-*-** 5 ' ^*^J\ 

4, 69, 73 g. el-Minkate'a ÄAkÄ-Lj\ 

271 r ajn el-Minijje o~ c ' ^^-»^^ 

35 w. el-Munetir ~*k*Jc«Jt 

1,2,3,7,9,10,11,12,18,19,20,30, , 

78, 85, 93, 105, 110, 136, 137, . 

)\ seil el-Mogeb .1-*-^» v_^r^wJ\ 

14, 22, 152, 156, 361, 365 h. Mute dJ^ 

16, 18, 76, 85, 193, 273 



ujün Mfiaa rj^' u- 

294, 334, 344, 345 

Musil. Arabia Petraea. I. Moab. 29 



436 

Seite 

154 r ajn Möker CJ"^' T e V° 

8, 13, 22, 190, 204, 206, 221, 293, 395 al-Mwakkar ßy^\ 

19, CG 'ajn Muma Cr^' ^*y° 

63 Mejdan O^^ 

2, 4, ,5, 77, 8-2, 170, 204, 250, , ^ __^ 

255, 364, 365, 373 I 
242 lj. Meke ÄJLw« 



N 

35, 131 Nablus i_y°5^ 

5, 82, 367 g. en-Näser ^UJI 

18, 20, 21, 368 bir en-Näjem yü, ^SUJl 

3, 21, 268, 334 g. en-Neba 1 >UiN 

336 Nebi Samwil Jj^u> ^.o 

19, 106, 174 h. Nitil Jjä 

138 m ojje Ng'jisa *^.5-*j £-o^ 

16, 151, 260, 360 sejl en-Ngegir J^o, ^s"vs:x)\ 

360 nakb Nhal w>uü, JU^ 

6, 19, 20, 67, 80, 324, 367 Nalü J.i 3 

365 'ajn Nadaf o**"*' ^^ 

5, 8, 12, 297, 301, 365 en-Nasüri ^ jy ^X\\ 

19, 28, 366 h. en-Nsenes ^yU-uSwUl 

56 birct iiram en-Nasr ? \ dS T i, t j^.)\ 

26, 47, 52, 86 bürg en-Nasära £jj, ^cX^XW 

4, 257, 364 g. ammu-n-Nusäjeb ? \, ^oLo-Ol 

140 h. Nsib «-^^ 

147 g. en-Nusejrijje ÄJ^o^M 

363 c ajn en-Nattäf rj^i ^Üa^Ji 

14, 271 w. en-Nefe c ijje £ouJLü\ 

7,13,18,45,132,244,245,311,362 . . en-Nkejre *r***& 

136 w. en-Nimr ^>.^J\ 

345 w. abu-n-Naml . . ^\, ,J..*.XJ\ 

15, 68, 168, 258 sejl en-Nmera J^wm*, %j^JS\ 

154 c arküb Null v jys.fi, ^y 

15 w. en-Nwejse <£.^o^0\ 

89, 90, 374 g. en-Nweme Ä^jo^Jt 

20, 352, 353, 356 h. Nefaa ^ Ä i.^5 



437 

H S 

Seite 

U w. Hegbe <^s. A 

127, 332 w. el-Hegaf jti^H 

3, 270 el-Hadänijje iÜo\ j^J\ 

5, 106, 376 h. Harbag ^ 

5,13,16,106,108,174,245,251,296,302 el-Heri ^$y£\ 

395 tel'et uinni Hashäsa .... *\ (JJLaU, Ä-coL^^a-ä 

397 w. abu Hadba y\, ^ a< ^a 

12, 93 sejl el-Helesin ^-uJL^J\ 

218 b. Hamze *;-«-* 

235, 236 el-Hiima Ä.-oy tf J\ 

I, 12, 13, 19, 20, 86, 93, 95, 100, ) 

) . . sejl Hejdän Lv«co, ...\j^_a> 

128, 135, 234, 241, 349 J ^" ° M 

336, 337, 341 tel'et Hesa ÄaJJ, ^»^v^a 

w ^ 

II, 144, 327 w. Wäset k^ 

1, 5, 13, 14, 20, 106, 111, 127 



el-Wäle £)U\ 

31, 244, 245, 332, 380 J 

67 f ajn Wde'a cxr 6 ' ■*•*?. ^ 

312 Wdijät el-Hamd ... Ja„.±.\ Ob^ 

126 lcrajet el -Waran ^>.r^i Cj)^ 

6, 10, 368 Wrük Räbe'e £*^ vjT^ 

86, 369 ard el-Wasije JpJ, Ä~-ojJ\ 

157, 158 g\ umm el-Wität ? \, OU> 5 J\ 

3, 268, 273, 341, 342 Wtät en-Naam r *.Ü\ OÜ»j 

106, 107, 173 h. umm el-Walid f \, J^^\ 

19, 82 h. umm el-Walid ? \, JcJ^)\ 

6, 10, 41, 314, 325 el-Jäbes. ^^ 

19, 218, 219 lj. el-Jädüde *>yUJ\ 

16, 17, 87, 156, 373, 374 lj. el-Jarut O^UM 

375 w. abu Juzkul . . . . ^>\, jj**j3 

267, 274 ]\. el-Jusra *j**~£\ 

336 Jutta ibo 

255, 363 w. abu Ja'küb yi\, \ >>£-*•£ 

3?0 c ajn el-Jehüdijje C^ c ' '^l^y^t^ 

330 h. el-Jehüii 0*W* 

29* 



438 

Verzeichnis der hebräischen 

Seite 

75 uvnb j 

75 rrmb 

347 ooc\:un.A 

211 -o-iia 

122 mia-ip nma 

170 j&n& 

123 S2TÖ 

74, 75 onö3 ''Ö 

75 nny&n 

356 nyaö j 

274 HBXÖ I 

347 -Ü3 

319 n-!7 bH3 

253 bs^n: 

170 D'myn bna 

211 S^D 

4oo nntsy , 

319 a*nayn ^y 

381 Tp 

332 2K1Ö TJ? 

347 phv 

319, 381 -^ 

347 D ^ay 

347 2Ni£ na*iy 

333 "im? I 

274, 346, 347, 348 ,1303 j 

348 Hiya 

74 ^ 

74 m&brc nbay ^ys 

252 nnran mx | 

58 tsnn Tp i 

3« 2 nrrp \ 

147 DTmp 

2 * 2 apn 

356 q^IP 

347, 348 2K1Ö ^10 

346, 348 D ^ )T1U , : 

356 p W I 



und syrischen Ortsnamen. 

Seite 

274 >»i=3r^ 

274 own bax 

381 D^3K 

319 rnaiK 

394 nb'M 

332, 333 p-iK 

274 njoan nn»K 

i 22 rrwk 

318, 381 d^k INa 

318 JÜK3 

400 py& brn rca 

2 53 bl&3 TO 

2 53 cnba-i rpa 

274 möt&n rva 

347 pn rr»a 

348 mya ra 

274, 346 bvz niaa 

400 .....' pj?ö bya 

400 jyn 

101 i^=D 

232 ... -^ f:n nan^a isb 

347, 348 x<3H 

253, 347 TprbSl 

75 emn *pn 

38i qi-ik "na-iia -j-n 

319, 381 , aai» laiö "pi 

211 ... ' nnm 

170, 382 pan 

318 CHT 

75 D"3in 

356, 393 pn^n 

122 natiT 

171 hbzn D- 

171 na-iyn er 

394 -ny^ 

347 lnT" 

274, 347, 348 prtt^ 

58 -pS 

2ii jab 



439 



Verzeichnis der griechischen Ortsnamen. 



Seite 

ÄßsX« 347 

'AyaXaiv 122 

'Ata 262 

Atöwv 101 

'AXouaa 123 

'ApaßaOa 122 

. APGA 74 

i\peo7cdXi5 381, 382 

'Apvwv 101 

'Apuöoa 123 

'Aar]8w0 274 

'Acr^aXtc? 347 

Baapa; 101 

Br]Oaai[JLouO 274 

Brjxojjiapasa 170 

ß7]<7tfj.io 347 

Boao'p 232 

Taßa 393 

roßaXos 123 

Tocßsi 58 

lXa-oi 81 

TaifxoaX 253 

AaißXaOaip. 253 

Arjßcov 382 

'EXeaXri 393 

'Eaeßtov 347, 393 

Zoapa 171 

Zcütpa 122 

'Haeßtuv 122 

0apai? . 262 

Suva 122 

Taftp 232» 394 



Seite 

'Iepi^to 274 

louXia; 347 

KaXXippö-/] 252 

Kupia/.ouTCoXic 58 

Asfxßa 122 

Maa<pa 232 

Maioujxas 170 

Ma/aipouc 252 

Miioaßof 122, 123 

Mo8o6§ 85 

Mou£t7C 58 

MoU^EtüV JtlüJJL»] 152 

Mcoßou^apaij 58 

iMwöw 152 

NaßaOa 123 

NaßaXtoO 122 

Neßripsiji. 262 

Nexpa OaXassa 274 

'Opcovattj. 122 

nirp« 58, 347, 38i 

'PacpuJüxai 381 

Tr/ip); 212 

Safxaya 123 

Sapd 252 

2i8rjpouv 347 

Soptopa 347 

Scocpoc? 400 

Xapa/.[jLtoßa 58 

Xapa£ 58 

Xoaa ... 58 

'QpußSa 123 

Qptovat'v 122 



4 lo 



Verzeichnis der lateinischen und fränkischen Ortsnamen. 



Seite 

Abnrim .' 347 

Achalgai 319 

Aegalim 57, 381 

Aelim 170 

Agallim 381 

Agri specula 346, 348 

Ahamanth 59 

Ahic 319 

Alexandria 59 

Ar 332 

Arabia Petracensis 58 

Arabia secunda 58 

Areopolis 57, 333, 381 

Arnon 318, 319, 333, 346, 382 

Arnonensia castra 319 

Aroer 333 

Asor 394 

Asphaltites 171 

Baare 147, 400 

Bala 74 

Baldacli 59 

Beelmans 400 

Beelmeon 400 

Bennamarim 262 

Betharam 347 

Bethphogor 348 

Bethramta 347 

Callirroe 253 

Cansir 75 

Cansil 75 

Crac 59, 75, 171 

Crahc 58 

Cariathaim . 147 

Corojatha 147 



Seite 
Dannaba 382 

Dannaia 382 

Debus 122 

Dimon 170 

Djafar-Taiar 60 

Eleale 394 

Esbus 347, 382, 393, 394, 400 

Esebon 123, 356 

Fogor 348 

Filadelfe 59 

Gaza 60 

Gerba 381 

Gomorrha 171, 172, 348 

Gor 172 

Hable 75 

Hobelet 75 

Iassa 122 

Iazer 394 

Iericho 171, 347, 348, 393 

Iherusalem 59 

Krak . , 60, 61, 62 

Libias 347, 348 

Livias 274, 347 

Ludd 60 

Luith 75 

Machaerus 252 

Madian 332 

Mare Mortuum 74, 171, 274 

Mare Rubrum 59 

Mare Salinarum 171, 348 

Marescalcia 172 

Masechana 318 

Matthane 318 

Medaba 122, 147, 318 



Seite 
Moab Ol 

Mons Regalis 59, 381 

Mont Roial 171 

Nabau 347, 348 

Nemerim 262 

Obebet 59 

Petra Deserti ... 58, 59, G\, 62, 381 

Pierre dou Desert 59 

Phogor 347, 348, 382 

Praetorium Mobenum 57 

Raba 58 

Rabbat 59, 381 

Ramie 60 



III 
.Seite 

Ras el-Rassit 381 

Salamaida ;;it 

Sehabat 62 

Sebama 366 

Segor 74, 348 

Sodoma 171, 172 

Taraona 75 

Uade Afaris 319 

Vallis Moysis 59 

Vallis spinarum " . 274 

Zerca 59 

Zoara 74, 171, 262 



Verzeichnis der «altarabischen Ortsnamen. 



Seite 



61, 74, 264 ^, ^ ^ 

171, 382 Ljr vjJU3\ C^> 

211 yb 



Seite 
57 

233 



y] 



171, 253 ls^\ 



58, 85 



^^y> O^J 61, 210, 211, 212, 233 



J>JJ 



^\ 



75, 212, 382 ^ö 

212 U^j- 

61 d^jtf\ 

85, 382 £lji)\ 

61, 75 JUU 

61 



).• 



61 

75 

75 

212 

75 



J> U. ; L\ 






57, 61, 85 U^\ 



100, 393, 394 
60 .... 
233 .... 
75 



A*«.m*.i 



CA* 8 * 






212 



61, 122 ^s, ) jJ& A *>\ 

210, 211 U>jl^\ 

318 £jb\ 

172, 318 £' h^' 

172 ^i^o S^ssc? 

75, 172 <4o 5 JüUJ\ 5^sü\ 

171, 172, 318 äU£-Lj\ *j**£ 

75 dJU+}\ *j*~sd\ 

100 ^jt, J**SN 

100 &>>,*J1 

75 Ü„wa^J\ 

J 

57, 212, 318 \£r*> 

233 ~~J\ ^k^ 

57, 58, 210, 233 &\&i 

75 >j~&k 

57, 318, 356, 382, 393, 400 . . .tfJUM 
382 £ ? Jo 



442 



Seite 

233 *j+* 

58 ^£>\y Sj^fi 

57 ^J»j *j^ s 

233 ~>-S^ 

211 ^sj^äM 

GO, 61 o-^ 2 "' s-^lr*^ 

233 J-^V 

75 *}* 

393, 394 jyiü 

394 c&*^ 

318 ^k^Xa 

75 o*35>^ 

100 2Ü^XaJ\ 

GO, 62, 382 j^ojJLM 

233 j$\j& 

58 ^^^ÄJl 

211, 233 J.k^Ä)\ 

57 U., ^)X* 

58 ÄäX», do\^kii\ 

57, 58, 85, 233 U^lAf 

233 r kU£)\ 

100, 147 ^~-^ 

74 Jj.15 

382 5J^*ww5Ü\ 

57, 60, 61, 62, 75, 85, 100 ... . ^5Ü\ 

212, 381, 382, 393,400 

233 *i<y5Ü\ 

57, 01, 85, 318 O**^ 

57, 382 e^U 

394 O**»^ 

393, 400 c*^ U 

212 ^jls.vjl 

318 k^i ?5 s ^S\cX^ 

61 O^* 

211 s-^a\J^J\ 

233 <^X*x*.*ö 

57, 58, 61, 171, 233 U* 

210 ... .; j^i* 



Seite 

61 J,.f.^x, >j\> 

382 £<;.> 

382 <k*> 

100, 211, 382, 393 jU~o 

233 <£^> 

122 j^J^t^io 

100 o^} 

57 «UJ\ ^j 

57, 381, 382 ^J\ 

75 & 

57, 212 ^y\ 

171 lacä, 

253 5^1 

210 U-, UiojJl) L^jJ* 

57, 61, 210, 233 ^ß 

75 Z3*ß\ 

61, 74, 171, 172, 253 ^j 

75 • &fl 

57, 318, 394 \g* 

85 . r^s., lkJuJ\ 

61 5Jl^J\ 

75 ££L*J\ 

61, 171, 172, 233, 318 SlySdl 

57, 59, 60, 61, 62 &>y&& 

382 o 1 ^^ 

75 i^aUai\ 

74, 75 j.a.*o 

100 a^A-oJt 

60, 61 Ol^\ 

75 . tf\ *&£**, k^Lk 

61, 262 J^a., ^)U^J\ 

58 Ää^oJ\ 

57 , J^UiJ\ 

393 JUi\ 

61, 74 jl^dl 

75 o^r*^ 

212 ^UJ\ 

57, 211, 233, 318, 382, 394, 400 . ^c 



443 



Seite 

381, 393 l)\^\ 

211 ^ 

171 Üb 

382 ^jjJb 

233 ^^j^\ 

61 w>^-«*i^o, ^j^ ^ £.3***':* 



Seite 

61, 382 &- >W) 

100, 382 (- ^ a . > J\ 

G1 i3^> es* ** 

211 ß^l\ 

356 <ui.A<< 

318 ^>\ 3 , jy ^J^\ 

57 , >yLO\ 



Berichtigungen. 



s. 



5. 


Statt 


: es-Semrin lies: e§-$e 


mrin. 


7, 


196,204. Statt: al- c Alja lies 


: al 


-'Alja. 


49. 


Statt 


Burg ez-Zaher ] 


ies: 


Burg- ez-Zäher. 


58. 
63. 




Fragmenta historiae 
graecae 

Allah 


n 


Fragmenta historicorum 

graecorum. 
Allah. 


66. 


„ 


sejl ed-Dwehec 


» 


sejl ed-Dwehec. 


75. 

78. 


n 
n 


Ummu Rkebe 


5? 


ummu Rkebe. 


81. 


n 


Das Stadttor 


V 


Das Südtor. 


81. 


« 


zmejlet es-Sarr 


11 


es-Sarr. 


110. 


,, 


el-'Abd 


„ 


el-'Abd. 


123. 


" 


roßoXis, roßaXos = 
h. ijabel 




= h. el-Gebälin. 


141. 


11 


ammu IIb öle 


» 


ammu Ilbele. 


154. 


» 


el-Madäber 


« 


el-Medaber. 


157. 


11 


Tor el-Mhägin 


„ 


tör el-Mhagin. 


217. 


11 


Grejne 


11 


Grejne. 


232. 
232. 
271. 


11 


Trpox.atsXaßsTO auTr]v 
g. c Ancze 


11 
11 
11 


ara<JTpetJ>ev. 
xateXaßero auT/jV. 
g. 'Anfize. 


272. 


» 


Wät en Na c am 


11 


Wtät en-Na'am. 


374. 


„ 


•sv. ed-Dahle 


11 


w, ed-Dähle u. a. m. 



f) \ 



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Musil Alois 

Arabia Petraea 
v.l